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Na, dann sprich auch nicht weiter davon. Alter schüßt bor Torheit nicht, indessen in dem vorliegenden Falle kann ich das Projekt nur billigen, die betreffende Dame ist reich und hochangesehen. Dein Vater würde in den Adelsstand erhoben werden und sich in der Gunst des Fürsten noch mehr befestigen, das Alles käme auch uns zugute. Du verstehst mich doch, Anna?"

Die junge Frau fuhr aus ihrem Sinnen empor und strich das blonde Haar aus der Stirne; der leise Seufzer, der ihren Lippen sich entrang, bekundete, daß diese Absicht ihres Vaters keine angenehmen Gefühle in ihrer Seele weckte.

" Ja, ich verstehe dich," sagte sie mit gepreßter Stimme. Na, dann sei klug und schweige, bis dein Vater selbst die Rede darauf bringt. Wir mögen darüber denken, wie wir wollen, für uns kann dieses Projekt nur angenehme Folgen haben."

,, Darf ich den Namen meiner fünftigen Schwiegermutter erfahren?"

" Noch nicht; Amtsgeheimnisse werden nicht verraten, überdies ist die Sache auch noch nicht so weit gediehen. Deine Schwester Irma wird wahrscheinlich auch bald sich verloben." Mit wem?" fragte Anna rasch.

Ebenfalls Geheimnis. Vertrauliche Mitteilungen aus dem Kabinett, verstanden? Die Polizei erfährt alles, sie muß ihre Augen und Ohren überall haben, aber das darf außer ihr selbst niemand wissen, Also halte reinen Mund, du kannst für die Zukunft unserer Kinder nicht besser sorgen." Der Rat entfaltete nach diesen in ziemlich scharfem Tone gesprochenen Worten eine Zeitung, die er nur flüchtig durch­las, denn es stand dazumal um die Mitte der vierziger Jahre noch nicht viel Interessantes in den kleineren Blättern. Er war aber mit seiner Lektüre noch nicht zu Ende, als seine Frau sich bereits erhob. ,, Wohin?" fragte er.

Zu den Kindern," antwortete sie schüchtern. Haben sie noch nicht gefrühstückt?"

Schon vor einer Stunde. Du willst ja nicht, daß sie mit uns frühstücken sollen."

" Fehlte mir noch!" kmurrte er. Das Geschrei kleiner Kinder macht mich nervös, meine Amtsgeschäfte sorgen ohne­hin dafür, daß meine Nerven geschwächt werden. Du solltest auch nicht den ganzen Tag im Kinderzimmer zubringen, die Wartefrau ist ja eine zuverlässige Person. Du willst feine Gesellschaften besuchen und keine geben, und doch wären wir es den Rücksichten auf unsere Stellung schuldig, daß wir uns in den Kreisen bewegen, zu denen wir gehören."

Anna hatte vor dem finsteren Blick ihres Gatten die Wimpern gesenkt, mit dem Schlüsselkörbchen in der Hand stand sie bereits an der Tür.

Wenn du es willst, so werde ich es tun," sagte sie leise; ,, Du weißt aber, wie sehr ich alle geräuschvollen Feste hasse und wie gleichgiltig mir-"

Ich weiß das alles, weiß auch, daß du dich noch immer nicht in deine gesellschaftliche Stellung und die Rücksichten, die dir durch sie auferlegt werden, hineinfinden kannst," unterbrach er sie, und da meine Wünsche dir nichts gelten, so muß ich eben befehlen. Im nächsten Monat werden die Winterfestlichkeiten beginnen, ich lasse keine Entschuldigung mehr gelten; sorge für die nötige Garderobe und spare in diesem Punkte nicht. Verstanden?"

Ich werde einer großen Summe bedürfen-" " Meinetwegen! Der Herr Papa wird wohl seine Ver­sprechungen einlösen, ich werde ihn heute noch daran

erinnern."

Der Rat hatte sich bei den letzten Worten erhoben, er nahm die Papiere vom Tisch und verließ das Zimmer, ohne mit einem freundlichen Wort oder Blick von seiner Gattin Abschied zu nehmen.

Er wanderte durch die Bureaux, mit spähenden Blicken jeden Schreiber musternd; vor einem Polizeikommissär, der ihn offenbar erwartet hatte, blieb er stehen.

Peter Schönbach ist zur Stelle," meldete der Kom­missär. Er weigerte sich anfangs, der Zitation Folge zu leisten, wir mußten kurzen Prozeß machen."

Der Lump!" brummte der Rat. Wie lange wohnt er schon im Weißen Lamm?"

,, Seit gestern Abend."

,, Sind seine Sachen durchsucht worden?"

Das machte keine große Mühe," antwortete der Kom­missär ironisch. Das Felleisen enthielt einige Kleidungs­

stücke und Werkzeuge, außerdem liegen in seinem Zimmer noch einige Kupferplatten

,, Keine Papiere?"

,, Nein, Herr Rat."

,, Hm, wir werden sehen! Wenn ich schelle, lassen Sie den Mann eintreten."

Appel öffnete jetzt die Tür seines Dienstkabinetts, sein erster Blick fiel auf einen jungen Stußer, der eben im Be­griff stand, seinen eleganten Rock mit einer alten abge­tragenen Uniform zu vertauschen,

Bei dir scheint's heute spät Tag geworden zu sein, Gustav," sagte er in beißendem Tone, ich glaube, es wäre zweckmäßiger, du bliebest ganz zu Hause."

Was soll ich hier den ganzen Tag?" erwiederte sein Schwager achselzuckend, während er vor dem Spiegel mit einem Taschenbürstchen über das sorgsam frisierte Haupt und den langen blonden Vollbart strich. Lohnschreiber bin ich nicht, ich soll hier nur lernen und mich auf die höhere Karrière vorbereiten; dazu genügen täglich einige Stunden vollkommen."

,, Und die übrigen Stunden?" fragte der Polizeirat scharf, der an seinem Schreibtisch Platz genommen hatte und die Briefe, die dort lagen, öffnete. Werden sie auch dem Lernen und Vorbereiten gewidmet? Du bist in schlechter Gesell­schaft, Gustav, wenigstens warst du es in der vergangenen Nacht."

Werde ich auch kontrolliert, da ich doch selbst zur Polizei gehöre?" ſpotte Gustav, der nun auch sich vor seinem Tische niederließ. Das iſt ſtark!"

,, Aber notwendig!" entgegnete sein Schwager. Wir leben in einer Reſidenzstadt, und für alles, was hier ge= schieht, werde ich verantwortlich gemacht, da muß ich doch alles wissen."

Ich glaube wahrhaftig, wenn ich gegen den Fürſten irgend etwas im Schilde führte, du würdest dich keinen Augenblick bedenken, mich dem Richter zu überliefern."

,, Nein, keinen Augenblick! Uebrigens scherze mit solchen Dingen nicht, ich könnte den Scherz mißverstehen und dich schärfer überwachen lassen, die Folgen würden dir unange­nehm sein. Hüte dich auch vor der Gesellschaft, in der du gestern warst. Halte dich zu den Herrn vom Hofe

Als ob unter ihnen keine Unzufriedene wären," unter­brach Guſtav ihn spöttisch. Ich hatte kürzlich noch Gelegen­heit, einige dieser Herren ihre Meinungen aussprechen zu hören, dir müssen an jenem Abend die Ohren nicht schlecht ge­flungen haben."

Wer war's?" fragte der Rat mit einem lauernden Blick auf seinen Schwager.

Ich bin fein Spion."

So, so, das heißt mit anderen Worten, du bist kein guter Untertan. Du bist Beamter der Polizei und weigerst dich, sie in ihrem schwierigen Amte zu unterstützen?"

will."

Durchaus nicht, ich sage nur, daß ich nicht denuzieren

Deine Familie darf also in deiner Gegenwart unge­straft beschimpft werden?"

,, Von meiner Familie war keine Rede." Aber von mir, wie du vorhin sagteſt.

Nein, nur von der Polizei im allgemeinen, und in man­cher Beziehung hatten die Herren Recht. Es sind in der letzten Zeit gerade von uns Uebergriffe begangen worden, die das Gesetz nicht billigt, und wenn auch die Polizei in gewissem Grade hier bei uns allmächtig ist, darf sie doch das Gesetz nicht unter die Füße treten."

Jäh blißte der Zorn in den finsteren Augen des Rates auf, aber er bezwang sich, er mochte wohl an die Horcher im Nebenzimmer denken, er wußte nur zu wohl, daß er bei seinen Untergebenen nicht beliebt war. Seine Härte und seine Rücksichtslosigkeit entfremdeten ihm Jeden, der mit ihm in Berührung fam; man vollzog seine Befehle, aber nur Ge­horsam durfte er fordern, Achtung und Liebe blieben ihm versagt.

Du redeſt von Dingen, die du nicht verstehst," sagte er mit beleidigender Geringschäßung, wir werden später weiter darüber sprechen.- Kennst du einen gewissen Schönbach?" Den Museumskustos?" ,, Nein, dessen Bruder." ,, Habe nicht die Ehre."

,, Wäre auch keine besondere Ehre," spottete der Rat ,,, der Mann beklagt sich über eure Familie, dein Großvater soll ( Fortsetzung folgt.), seinen Vater betrogen haben."

M

Des Menschen Sinne find wie off'ne Fenster:

Was nicht verscheucht wird, fliegt hinein. Sind's gute Geister? Sind es Nachtgespenster? Sie lassen jeden Gast gedeih'n...

Und dienen so im Weltgetümmel,

Der Hölle bald und bald dem Himmel.

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Siebenmal verlobt.

Humoreske nach dem Amerikanischen von Emma Kohli. ( Nachdruck verboten.)

Es hilft nichts, mein Junge", sagte Onkel Rodrigo in cuvas kläglichem Tone, du mußt dich jetzt entschließen, und je eher du es tust, desto leichter wird es dir werden. Sei bernünftig und mach dich morgen auf den Weg." Aber, lieber Onkel, ich muß dir nochmals sagen" Aber, lieber Neffe, du hast es schon so oft gesagt, daß du dir die Wieder holung sparen kannst. Außerdem erweisen sich all deine Gründe und Ausflüchte hinfällig gegenüber den Argumenten, die ich dir vorgeführt habe, und die wirklich schwerwiegender für dich sein sollten als alles, was ich selber zu Gunsten der Sache noch sagen könnte. Du weißt, es war der entschiedene Wunsch deines seligen Vaters, mein lieber Arthur, daß du Heiratest, ehe du dreißig Jahre alt würdest." Aber ich bin noch nicht dreißig Jahre."- Du wirst es in vier Wochen", sagte mein Onkel mit wunderbarem Gedächtnis. Ich sollte meinen, da wäre doch kein Tag zu verlieren." Nun ja. lieber Onkel, indessen-"" Ich will die Sache kurz abschneiden", unterbrach mich mein Onkel. Wenn du mich durch Widerspruch reizest, werde ich dir den Rücken zu­kehren, wie weiland unser alter Kaiser Wilhelm dem Bene­detti; und auf dich fällt dann die Verantwortung für die Folgen unserer künftigen Feindseligkeiten. Willst du das auf dein Gewissen nehmen?"- Um alles in der Welt nicht!" rief ich erschrocken, ohne dabei ein belustigtes Lächeln unter­drücken zu können. Uebrigens, Onkel, was glaubst du, wären die Folgen gewesen, wenn Preußen im Jahre 1870 " Wir wollen diesen Gegenstand bei einer nicht sofort fünftigen Gelegenheit besprechen", fiel Onkel Rodrigo mir abermals ins Wort. Inzwischen begib dich dahin, wo dich zwar nicht Kriegsruhm und Beuteschäße, aber Liebe, Schön­heit und edle Weiblichkeit erwarten." Es scheint also, daß meine Zufünftige schon gefunden ist?"" Gefunden, ja! ausgewählt, nein!" So ist mehr als eine Bewer­berin um meine Zuneigung vorhanden?"- Es sind- warte mal!" sagte mein Onkel nachdenklich, indem er an den ausgespreizten Fingern seiner linken Hand zählte, sieben!" -Sieben? Gott steh' mir bei!"- Das heißt, eigentlich nur sechs", fuhr er unbeirrt fort. Mein alter Freund und Kriegskamerad, Heinz Gadow, hat sieben Töchter. Eine da von, ein liebes, gutes Kind, ist leider gelähmt. Aus den Anderen, so wünschen wir beide, Heinz sowohl als ich, sollst du dir eine Lebensgefährtin aussuchen. Du hast bis jetzt immer nur mit einer fast an Verachtung streifenden Gleich giltigkeit von dem ganzen weiblichen Geschlecht gesprochen, daher hoffe ich, lieber Junge, daß du um so williger auf unsere Pläne eingehen wirst." ,, Aber Onkel, ich kenne die guten Leute ja fast gar nicht." ,, Nenne sie gefälligst nicht " gute Leute", als ob sie Tagelöhner waren", sagte mein Onkel ärgerlich. Wenn du sie nicht kennst, so kennen sie dich! Sie haben dich im vorigen Jahre auf dem landwirt­schaftlichen Fest gesehen und mein alter Heinz schrieb mir damals, daß er eine besondere Zuneigung zu dir gefaßt hätte. Und ich möchte nichts verraten- aber ich kann dir sagen, daß eine von den fünf lieben Mädels, die mit auf dem Fest waren, obgleich du dich so wenig um sie ge­fümmert hast, ihr Herz an dich verloren hat."" Ich bin froh, daß es nur eine ist", sagte ich lachend. Aber Onkel, sprichst du im Ernst? Dann solltest du mir offen sagen, auf welche von ihnen du anspielst."" Hm, entschuldige, das kann ich nicht", sagte Onkel Rodrigo geheimnisvoll. ,, Wollte ich Helene bezeichnen, so könnte ich damit ein Un­recht gegen Gertrud begehen, und wenn ich auf Hilda hin­deutete, würden deine Gedanken dadurch vielleicht von Elli abgezogen, deren Ansprüche möglicherweise denen der guten Aenni in den Weg treten möchten, während in­zwischen das niedliche Gretchen-"" Genug, genug, lieber

Onkel," rief ich, laß denn lieber den Zweifel bestehen. Er giebt der ganzen Expedition einen geheimnisvollen Reiz. Aber es ist noch eine Schwierigkeit dabei." Ich sehe feine", sagte mein Onkel ungeduldig. Wenn ich es nur. unmöglich fände, unter so viel Schönheit und Liebenswürdig ,, Ach, weiter nichts?" sagte feit meine Wahl zu treffen." Onkel Rodrigo sehr erleichtert. Die Schwierigkeit ist leicht zu beseitigen. Laß den Vater, meinen alten Heinz, für dich auswählen. Er muß ja seine Kinder am besten beurteilen können. Und ich glaube, ich kann Dir sogar sagen, daß er bereits in dieser Beziehung seine Beschlüsse gefaßt hat", fügte er ganz vergnügt hinzu. Ich bin überzeugt davon, daß er sehr gütig iſt," sagte ich. Aber, Onkelchen, schon morgen?" Wie ich es dir gesagt habe," erwiderte Onkel Rodrigo. Es war meines seligen Bruders, deines lieben Vaters, ernstlicher Wunsch, daß ein direkter Erbe in unserer Familie sein möchte, und er nannte das dreißigste Lebensjahr als den allerspätesten Termin deiner Verheiratung. Du hast es bis jetzt versäumt, die nötigen Schritte dazu zu thun und deine Wahl zu treffen, und ich will mich hängen lassen, wenn du jemals Luſt hast, sie zu treffen, mein Bürschchen!- Nun merke dir! wenn du es nicht tust, werde ich es tun. Man hat oft gehört, daß Männer von sechszig Jahren noch heiraten,- gewöhnlich irgend einen Backfisch von achtzehn!

und ich kenne ein niedliches, kleines Persönchen der Art, eben aus der Pension gekommen, der du nicht umhin könntest, deinen Respekt zu bezeugen, wenn ich sie zu deiner Tante gemacht hätte. Was meine Testaments bestimmungen betrifft, so habe ich niemals daraus ein Geheimnis gemacht, du bist mein alleiniger Erbe. Aber wenn ich heiratete, würden meine Frau und Kinder den größten Teil meines Vermögens in Anspruch nehmen, und mit deinen Aussichten für die Zukunft sähe es dann ziemlich übel aus. Nun, mein lieber Junge, befreie mich von dieser Verantwortlichkeit. Mach dich auf und fahre morgen nach Borntuchen zu meinen lieben Gadows und laß mich durch deinen ersten Brief wissen, Der gute alte Mann streckte daß du dich verlobt hast." mir seine Hand hin, ich drückte sie als Zeichen der Zu­ſtimmung und der nächste Tag fand mich auf der Reise zu Herrn von Gadows Landsize.

Die langweilige Eisenbahnfahrt suchte ich mir durch an­genehme Zukunftsträumereien zu verkürzen. Ich war in Wirklichkeit gar kein so entschiedener Ehe- und Weiberhasser, wie mein guter Onkel annahm, sondern im Gegenteil ganz bereit, mich unter das sanfte Joch des Ewig- Weiblichen zu beugen. Nur mußte man mir den Weg dazu etwas ebnen und keine hervorragenden Kraftanstrengungen und Mühe­leistungen dabei von mir verlangen. Ich hätte all' diesen zarten weiblichen Wesen, die sich gleich mir erfolglos nach einem Anschluß fürs Leben sehnten, zurufen mögen: ,, Geht den Männern fühn entgegen; ihr gewinnt sie, auf mein Wort!"- Und nun war ich auf dem Wege, sieben holden Kindern die Gelegenheit zu einem kühnen Entgegenkommen in betreff meiner werten Person zu geben. Sieben!- von denen eine- wie interessant und schmeichelhaft für mich! ohne mein Zutun schon eine heftige Leidenschaft für mich gefaßt hatte. Es würde mir gewiß nicht schwer werden, diese eine aus der Schar der Schwestern herauszufinden. Ich malte mir inzwischen ihr Bild in den lieblichsten Farben aus und war ganz erstaunt, wie schnell mir die Zeit dabei_ver­gangen war, als der Schaffner den Namen der kleinen Stadt ausrief, die meine Endstation bildete. Das borntuchener Herren­haus war auf einem hübschen schattigen Fußwege in einer Viertelstunde von dort zu erreichen, und so wanderte ich, nach­dem ich mein Gepäck im ersten und einzigen Gasthause des Städtchens untergebracht hatte, in erwartungsvoller Stim­mung dorthin. Man wies mich sogleich in den park­ähnlichen Garten, wo ich die ganze Familie versammelt fand. Sechs von den Töchtern waren auf dem großen freien Plate in Gesellschaft einiger junger Herren, wahr­scheinlich Besucher aus der Nachbarschaft, mit Tennis­spielen beschäftigt, während Herr und Frau von Gadow mit der Gelähmten, die in einem Rollstuhle lag, dem Spiele zusahen. Der Vater bemerkte mich zuerst und kam mir mit einem Halloh, Herr von Heyden, da sind sie ja!" als ob er mich schon lange erwartet hätte entgegen. Onkel Rodrigos alter Kriegskamerad war ein korpulenter robuster Herr mit etwas derben Manieren, sodaß man leicht in den verzeihlichen Irrtum verfallen konnte, ihn für ein wenig gewöhnlich" zu halten. Er schien aber auf diese Derbheit gerade stolz zu sein, da er sie wohl für einen notwendigen

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