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Wenn ich den Sieg errungen!" gab er bitter zurück ,,, aber Gottlob ich habe kläglich geendet bei dem ersten Versuch." nicht geendet" schloß sie und lächelnd bat fie: Was was wollten Sie mir damals sagen?" Er schwieg.
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Sie konnte nicht enden.
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,, Bitte bitte- sagen Sie es mir. Ich sehne mich danach schon all die Zeit. Ich wartete darauf ich werde warten mein ganzes Leben lang. Sie sind mir heute teurer, viel Tränen erkauft-- und willteurer wie damals! Ich habe Sie mir mit Schmerzen und will Sie nicht-- Seine Lippen schlossen ihren lieblichen, bittenden Mund. Sie hielten sich umschlungen in stiller Glückseligkeit. Dann saßen sie Hand in Hand und sprachen von dem, was Jetzt. sie gelitten, in der Zeit, die zwischen dem Damals lag und dem
Nun?" forschte die Braut und sah beide an und nahm, als sie die verklärten Mienen sah, eine Rose und Myrte aus ihrem Strauß und steckte sie an die Bruſt der Freundin.
Nach mir kommst du! Ich wußte es, daß es so kommen tröstet der andere." findet nur ihr Glück im Besitz. Wo einer leiden muß, da mußte, was fragt denn die Liebe nach Aeußerlichkeiten, sie
die alles alles trägt?"- ,, Und wir nicht wahr- wir lieben uns mit der Liebe,
seinen lag. Er beugte sich und küßte die Hand, die noch immer in der
staunendes Raunen: Durch die Gesellschaft ging ein verwundertes Flüstern und „ Er und sie
ein Brautpaar!"
EINST UND JETZT
Die Frauenseele.
Der Koran leugnet die unsterbliche Seele der Frau. Für die Gläubigen ist im Paradiese ein anderes Spielzeug vorhanden. Frauen, nicht mit sterblichem Leib, sondern aus reinem Moschus, befreit von allen animalischen Beschwerden und Unbequemlichkeiten des Geschlechtes, keusch und züchtig, und den profanen Blicken verborgen durch Lusthäuser von Perlen. Mohammeds Verehrung für die Frauen war indessen so groß, daß er gewiß nicht an ihrer Scele gezweifelt hat. Auch droht der Koran den Frauen mit ewigen Strafen für ihre Sünden und verkündigt, daß Gott feinen Unterschied machen werde zwischen den Geschlechtern. Wäre es nicht so, wie könnten die Araber das Grab von Mohammeds Tochter verehren und, wie Burton berichtet, die gläubigen Pilger Gebete an die Herrin Fatimah richten? Die Chinesen dagegen behaupten noch fest, daß die Frauen keine Seele haben. Peter Huc erzählt uns, daß einer seiner chinesischen Zöglinge ihn befragte: wozu es ihre Seele zu retten!" eigentlich nutzen könne, daß die Frauen getauft würden? ,, Um ,, Aber die Frauen haben keine Seele, also könnt ihr keine Christen aus ihnen machen." Als der naive Heide endlich belehrt worden, sagte er:„ Wenn ich wieder heimkomme, will ich meiner Frau erzählen, daß sie eine Seele hat; die wird Augen machen!" Die Ansicht von der Sterblichkeit der Frauenseele ist aber auch von christlichen Theologen noch im Jahre 1693 aufrecht erhalten worden, natürlich nur von Querköpfen. Auf dem Klerikalfonzil in Macon behauptete ein zur schottischen Kirche gehöriger Geistlicher, er wolle aus der heiligen Schrift be= weisen, daß die Frauen keine Seele haben könnten. Er berief sich Taut auf die Stelle der Apokalypse:„ Und es trat Stille ein in den Himmeln auf die Dauer von einer halben Stunde." Wie hätte aber, meinte der joviale Theologe, eine halbe Stunde lang Stille eintreten können, wenn die Frauen mit dabei gewesen wären?
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Bunte Blätter.
Wem's anschlägt. Als Kaiser Franz auf der Karolinentorbastei in Wien einst einen dickbäuchigen Bettler jah, sprach er thu an nb meinte, es müsse ihm doch nicht so schlecht gehen, weil er so ehl genährt aussehe. Worauf der Vagant gefaßt replizierte: , aber mein Gott, mir schlagt halt das Bissl, was i krieg und was aber auslommen und tonnen guat leb'n und sein do so mager. i bab, guat an; schaun's Ihnen an, Majestät, Eö hob'n do g'wiß ais et& aura Spualsuppen seen Lättan... b' Naturen sein
nit gleich!"
Und der leutselige Monarch nickte und sagte:„ Das ist auch wieder wahr!" schenkte einen Zwanziger dem Strolch, der sich mit dem stereotypen:„ Vergelt's Gott tausendmal, wer' fleißi beten!" entfernte und den Nächstfolgenden anbettelte. Daß der Fürst, der wahrlich sein„ Auskommen" hatte, beispiellos mäßig lebte und seine gewohnte spartanische Diät bei keinen, selbst nicht den festlichsten Versuchungen, außer acht ließ, schien der drastische Kritiker nicht zu berücksichtigen.
Hundeklugheit. Ein englischer Kaufmann fand, als er sein Landhaus in der Nähe von London erreicht hatte, daß er aus Versehen einen Schlüssel mitgenommen habe, der in seiner städtischen Wohnung nicht entbehrt werden konnte. Er übergab denselben einem sehr lugen Neufundländer Hunde, welcher an dergleichen Botengänge gewöhnt war, zum Zurückbringen. Unterwegs wurde dieser von einem Fleischerhunde angegriffen, benutzte aber seine überlegene Kraft nur so weit, um sich des Peinigers zu erwehren und möglichst rasch seinen Weg fortzusehen. Er lieferte den Schlüssel richtig ab, und führte nun mit großer Ueberlegung die beabsichtigte Rache auf seinem Rückwege aus; er blieb vor dem Fleischerladen stehen und wartete, bis der Hund wieder hervor bis er ihn getötet hatte. kam, griff dieſen wütend an und ließ nicht eher von ihm ab, als
Harter Winter. Einer der härtesten Winter, den man in Europa erlebt hat, war der, welcher den Franzosen die Eroberung von Holland ermöglichte( 1794-1795). Uns durch eine lange Reihe von milden Wintern verwöhnten flangt es wie fabelhafte Uebertreibung, wenn ein durchaus glaubwürdiger Zeuge, welcher damals von Amsterdam nach Deutschland veiste, darüber berichtet: Sogar der Branntwein fror in den Flaschen; Briefe zu schreiben war kaum möglich, denn die Tinte mußte erst aufgetaut werden, und dann fror sie wieder in der Feder, bevor man sie auf das Papier bringen konnte, wenn man auch so dicht am Feuer saß. daß die Beine versengt wurden. In warmem Wasser gewaschene Tassen gefroren, bevor man sie abwischte, desgleichen frisch ge= moltene Milch auf dem Wege vom Stalle zum Zimmer. Das Eis an den Fenstern erreichte die Dicke eines Goldstücks. Brot war so hart wie Stein, und es dauerte drei Viertel Stunden, bis es dicht am Feuer so weit aufgetaut war, daß man es genießen konnte. Miniatureiszapfen hingen an Bart und Augenwimpern, und Pferde, die vom Laufe rauchend ankamen, standen kaum eine Minute, so waren sie mit einem glitzernden Eismantel überzogen.
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Der geniale Maschinenbauer Borfig( 1804 bis 1854) in Berlin hatte einen großen Abscheu gegen die Kathederweisheit in der Technik. Das bekam eines Tages ein damals sehr bekannter Lehrer der Ingenieur- Wissenschaften an einer deutschen Hochschule, unter dessen Leitung eine große Maschinenfabrik jämmerlich zu Grunde gegangen war, sehr deutlich von ihm zu hören. Dieser hatte nach einer Besichtigung des Borsigschen Etablissements zu ihm gesagt: „ Fürwahr, in Technik und Organisation ist Ihre Fabrik gleich Lobenswert; Sie haben Großes geleistet. Was aber hätte erst aus Kenntnisse wären!" Ihnen werden müssen, wenn Sie im Besize gründlicher theoretischer - ,, Das will ich Ihnen sagen, Herr Professor," hatte Borsig zurückgegeben, ihn nach seiner Art von der Höhe seiner herkulischen Gestalt herab mit dem Blicke messend. Vielleicht ein großer Mann, wahrscheinlicher aber ein gelehrter Hanswurst, der seinen Aktionären das Geld aus der Tasche kalkuliert!"
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Bezahlte Bittsteller. Am abessinischen Hofe herrschte zu der Zeit, als der berühmte Reisende Bruce sich in der Hauptstadt aufhielt, eine wunderliche Gewohnheit. Die Residenz des Königs war immer von wehklagenden, nach Hilfe und Gerechtigkeit schreienden Bittstellern umringt, welche, wie Bruce erfuhr, dies keineswegs in Wirklichkeit, sondern dafür angestellt waren, um den Schein zu erregen, als wenn der Herrscher fortwährend mit Erledigung seiner Regentenpflichten und der Abhilfe aller möglichen Uebelstände be= schäftigt wäre. Da der König merkte, daß Bruce wenig Gefallen an diesem Humbug hatte, machte er sich den Spaß, auch die Wohnung des Reisenden, der bei ihm eine hohe Stellung bekleidete und großes Vertrauen genoß, von diesen lästigen Bittstellern heimsuchen zu lassen. Wenn dann Bruce über den Lärm, der ihn bei seinen Arbeiten störte und über die Unverschämtheit der Bettler( welche von ihm Bezahlung verlangten, weil ihr Auftreten sein Ansehen bei den Bewohnern erhöhte) vor Zorn aus der Haut fahren wollte, amüsierte sich der König höchlich. Alle Vorstellungen des Reifenden hatten nur den Erfolg, daß der König in der Fortsetzung dieser zweifelhaften Belustigung bestärkt wurde.
Nr. 109
Dienstag, den 17. Mat.
Oberhessische Familien
Tägliche Unterhaltungs- Beilage
der
Gießener Neueste Nachrichten.
1904.
Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerci( gegr. 1783); verantwortlich: Albin Klein.
( 18. Fortsetzung.)
Iwan der Schreckliche.
Original- Roman von Hans Hoffmann.
" Nicht wahr," sagte Alma weinerlich ,,, der Belling wird ihn im Duell ja ohne Zweifel erschießen, er macht sich sicher gar nichts draus, er hat ja schon so viele auf dem Gewissen! söhnen. Aber das darf nicht sein, und Sie müssen mir helfen, wir müssen beide mit Herrn Doktor Belling reden und ihn ver
Gesicht. Plötzlich lachte sie seltsam auf. Helene blickte ihr mit fast unheimlicher Starrheit ins
" Sie Kind," sagte sie tonlos, der Bodungen, meinen Sie, sei in Gefahr? Wenn es so läge-"
Sie schrak jäh zusammen, sank auf ihren Stuhl zurück erstaunt an. und bedeckte das Gesicht mit beiden Händen. Alma sah sie
Nach einem langen Schweigen sagte Helene mit einem sonderbaren Blick gen Himmel:
,, Was habe ich zu Ihnen gesagt ich begriffe nicht, wie Verzeihen Sie mir das, ich habe Ihnen unrecht getan; Sie man einer Liebe treulos werden könne?" ich Armselige! waren nicht wankelmütiger, als andere. Doch Sie haben recht, vor allem müssen wir handeln. Das Duell darf nicht daß Herr Belling es wirklich angenommen hat?" stattfinden, unter keinen Umständen. Sie sind also sicher, " D, es ist gar kein Zweifel. Und er sah so ungeheuer grimmig aus- o Gott, o Gott, er schießt ihn gleich durch und durch!"
" Das ist ja Selbstmord," rief Helene,„ ausgesprochener Selſtmord!”“ Und leise, wie zu sich selber redend, fügte sie hinzu:„ Und dann ist's auch bewußter Selbstmord. D, ich berſtehe ihn— er hat ja jede Hoffnung verloren!" Hastig ergriff sie Almas Hand und sagte:
„ Kommen Sie, wir müssen mit Herrn von Bodungen
reden.
„ Ach Gott, das nüßt ja nichts," seufzte Alma ,,, der kann reden.' nicht anders. Mit Herrn Doktor Belling eben wollte ich
„ Der will nicht anders," versetzte Helene bestimmt. ,, Bei einem Menschen, der zu dieſem Aeußersten entschlossen ist, wäre jede Ueberredung verschwendet. Glauben Sie mir, Herr von Bodungen allein kann helfen und wird auch helfen, wenn ich mit ihm rede, ich hoffe es zuversichtlich. ihn?" Wenn nicht, müßte ich ihn verachten. Nur wo finden wir
Alma machte ein sehr verwundertes Gesicht. „ Um sechs Uhr," sagte sie nachdenkend, soll er immer ins Kasino gehen. Als ich eben bei seinem Hause vorbeikam, war Licht in ſeinem Zimmer; jezt ist er also zu Hause, aber nicht mehr lange. Aber wir können doch unmöglich zu ihm sich nicht schicken!" gehen, zu einem Offizier um Gottes willen, das würde
lein, ich glaube, wenn es sich um ein Menschenleben handelt, " Freilich nicht," sagte Helene; und doch, liebes Fräudann schickt sich alles. Bei schweren Krankheiten und Operationen geschieht auch viel, was sich nicht schickt. Und was sollen wir tun?"
..Wenn wir ihn vielleicht bitten ließen, hierher zu kom
( Nachdruck verboten.) fragte Alma. men? Oder ihn auch nur auf die Straße herabrufen ließen?"
" Das würde die Sache nur noch schlimmer machen. Denn schließlich handelt es sich nur um das Gerede der Leute, und das vermeiden wir leichter, wenn wir keine Dienstboten in die Sache mengen. Ich könnte ihm ja auch schreiben aber nein, es hat Eile, entsetzliche Gile; wenn erst andere Offiziere um die Absicht wissen wir müssen sofort gehen. Aber, o Gott, warum ist meine Mutter nicht hier!"
Eile ihre Sachen hervor. Sie war schon aufgesprungen und suchte in aufgeregter
Sönnten Sie Ihre Mutter nicht irgendwo finden?" fragte Alma zaghaft.
Vielleicht, ja, vielleicht auch nicht. Und wir verlieren Beit. Und wir haben keine Zeit zu verlieren. Aber wissen Sie auch, was für mich das Allerschlimmste ist? Daß ich auch ohne Sie!" Herrn von Bodungen allein sprechen muß, ganz allein
„ Ach!" sagte Alma erstaunt.
" Ja; ich muß ihm ein Geheimnis des Herrn Belling ausliefern, das nur er wissen soll und kein anderer, auch Sie meine Mutter käme!" nicht. Darum muß ich allein zu ihm. Gott, wenn doch
Alma machte ein ganz erfreutes Gesicht.
,, Ach ja," rief sie ,,, tun Sie's! Ich hätte mich so entsetzlich geängstigt! Ich hätte es gar nicht fertig gefriegt. Auf seine eigene Bude!"
wunderung. Und sie blickte auf Helene mit dem Ausdruck stiller Be
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Herbert von Bodungen lag in seinem unordentlichen Junggesellenzimmer sehr gemütlich auf dem Sofa und paffte eine Zigarette, als der Bursche hereintrat mit der MelDung:
,, Eine Dame ist da, Herr Leutnant!"
,, Eine Dame? Bin nicht zu sprechen! Jung natürlich?" " Zu Befehl, Herr Leutnant, ich glaube; sie hat einen Schleier."
,, Nicht zu sprechen!" rief Bodungen barsch noch einmal. „ Wenn man im Begriff steht, sich zu verloben," murmelte er in sich hinein, kann man doch anständigerweise nicht übrigens recht dreist; es kann doch nicht die Kleine von neulich sein?"
ten wieder. Der Bursche war gegangen und kam nach einigen Minu,, Sie will nicht gehen, Herr Leutnant. Sie sagt, es wär'
ernst."
" Overdammt!" fuhr Bodungen auf und brummte:„ Dann ist's die kleine Below; das wäre eine verfluchte Geschichte, sprechen!" wenn's wahr wäre! Gerade jetzt! Geht nicht, kann sie nicht
Zu Befehl, Herr Leutnant, aber die Below'n ist's nicht!" Kerl, was haben Sie zuzuhören, wenn ich nicht mit Ihnen rede? Die Below ist's nicht? Ja, dann begreife ich nicht - ich weiß doch von keiner anderen- seit zwei Monaten-
ollzieher,
ebel daselbst
Sof) im
tadt 35 zu Uhr.
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ung.
findet be Landauert Geschirr,
vollzieher,
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sten!
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Gieren ermieten.
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