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Kopf zu niden, gab ihnen die Beruhigung, daß der neue

Gouverneur eir Mann sei, mit dem sich reden lasse und unter dessen Verwaltung die Dinge besser werden würden.

Sobald sich Cherif- Pascha in seiner neuen Residenz nieder­gelassen hatte, war seine erste Sorge die, sein Haus so behag lich einzurichten als möglich. Zu seiner angenehmen Ueber­raschung hatte er gefunden, daß die schlimmste Arbeit schon ohne sein weiteres Butun besorgt worden war, und zwar in so trefflicher Weise, daß der Künstler, der das zustande ge­bracht, allsogleich der ganz besonderen Gunst des Chefs teil­haftig wurde. Totia Nitscheladze, so hieß der fürsorgliche Mann, der diese inneren Angelegenheiten ganz unberufener weise in Ordnung gebracht, war ein Mingrelier, der im Hause des früheren Höchstgebietenden eine ganz unbedeutende Rolle gespielt hatte, nach dem Tod des Paschas aber im Hause zurückgeblieben war, angeblich um die Aufsicht über das Ge­bäude zu führen, in Wahrheit jedoch, weil er nicht die Mittel besaß, ein anderes Quartier gegen Barzahlung zu beziehen. Als findiger Kopf hatte er, sobald die Ernennung Cherif­Paschas auf den hiesigen Posten bekannt geworden, einen Rundgang bei den verschiedenen Kaufleuten der Stadt ge­macht, um, wie er frech behauptete, im Namen und Auftrag des Chefs die notwendigen Vorbereitungen für dessen An­funft zu treffen. Er wählte Tapeten, Einrichtungsstücke, Teppiche, kurz alles, was zur Neueinrichtung der Residenz notwendig war, und wußte mit solcher Sicherheit aufzutreten, daß niemand es wagte, ihm die Lieferung der verlangten Gegenstände zu verweigern. Auch Arbeiter fanden sich, die bereit waren, alles unter seiner Angabe auszuführen, und so bezog denn Cherif- Paſcha ein Haus, das zu seinem Empfang

vollkommen vorbereitet war.

Ein befriedigtes Kopfnicken und ein wiederholtes: Gut!" bewiesen Totia, daß seine Spekulation eine prächtige ge­wesen, und zu seiner angenehmen Ueberraschung forderte der Chef schon am nächsten Tag die Liste der Auslagen, um nach oberflächlicher Durchsicht einen Bon an die Staatskaſſe aus­zustellen. Die Lieferungen wurden den Kaufleuten an­standslos, ohne den geringsten Abzug, ausgezahlt, ebenso erhielten die Arbeiter ihren Lohn, und Totia Nitscheladze war über Nacht ein angesehener Mann geworden. Mit diesem glücklichen Griff hatte er alle üblen Nachreden mit einem Schlage verstummen gemacht, die über ihn im Umlauf_ge­wesen. Es hatte nämlich geheißen, daß er sich in russischen Diensten Unterschleife hätte zu schulden kommen lassen, infolge deren ihm nur die Wahl geblieben, seiner Heimat den Rücken zu kehren oder auf längere Zeit ins Gefängnis zu wandern. Jezt aber schenkte man eher der Lesart Glauben, die er selbst zu verbreiten gesucht, nämlich daß er als russischer Offizier gegen einen Vorgesezten, der ihn grob behandelt hatte, handgreiflich geworden und, um der standrechtlichen Verurteilung zu entgehen, geflohen sei.

Dem Pascha gegenüber zeigte sich Totia als unermüdlicher Mann, dessen Augenmerk nur darauf gerichtet war, dem Chef das Leben so angenehm und sorgenlos als möglich zu machen, und das gefiel dem müden Mann so ausnehmend gut, daß der andere in kürzester Zeit der Unentbehrliche, das Fakto­tum des Hauses wurde.

Während sich so der Gouverneur auf seinen Teppichen ausruhte, das Bernsteinende des Nargileh ununterbrochen zwischen den Lippen hielt und ein Schälchen Kaffee nach dem anderen schlürfte, ließen es sich die weiblichen Hausgenossen angelegen sein, das neue Heim, das sie voraussichtlich viele Jahre bewohnen würden, schmuck einzurichten,

Thamar, ein schwarzäugiges, hochgewachsenes, schlankes Mädchen von zwanzig Jahren, hatte europäisches Blut in den Adern; ihre Mutter war Französin gewesen. Von ihr besaß sie das lebensfrohe Temperament, den weißen, zarten Teint, die winzigen Füße und Hände und das Talent, sich mit einfachen Mitteln geschmackvoll zu kleiden, sowie den Räumen, die sie inne hatte, einen zugleich wohnlichen und bornehmen Anstrich zu geben.

Das Verhältnis zwischen ihr und Daria war das zweier Schwestern, während der Verkehr mit Russudan mehr auf dem Fuß steifer Etikette blieb. Die ältliche Dame gehörte nämlich der fanatischen Partei an, welche alles Neue und Außer­türkische mit Verabscheuung und Haß betrachtete, welche es als eine Gottlosigkeit bezeichnete, wenn sich die Frau anders als mit vollständig verhülltem Gesicht zeigte, und die daher die beiden jungen Mädchen mit einer endlosen Strafpredigt

sich in

empfing, als diese die Erziehungsanstalt berließen und Wäre das in Stambul europäischer Kleidung vorstellten. geschehen, so hätte ihr Cherif- Pascha wohl oder übel recht geben müssen; aber hier an diesem außer der Welt gelegenen Ort wehrte er ihre Vorstellungen beschwichtigend mit der Hand ab und meinte, man müsse ein Auge zudrücken. Als Russudan ihm den Zorn des Propheten in Aussicht stellte, hob er lächelnd den müden Blick zu ihr empor und wies mit dem Finger nach der Richtung, in der das ferne Konstan­tinopel lag:

,, Gute Russudan, der Prophet hat drüben so viel nachzu­sehen, daß ihm wohl kaum Zeit bleiben dürfte, uns armen Würmern hierselbst seine Aufmerksamkeit zu schenken. Lassen wir lieber die Sache ruhen und stören wir nicht den köst­lichen Frieden des Hauses."

Die Cidadelle, welche der Gouverneur bewohnte, war ein ziemlich primitiver Steinbau, der auf halber Höhe des Kachaberi lag, des Gebirgsausläufers, welcher sich hinter Batum in einer das Meer begrenzenden Ebene verliert, einer Ebene, die größtenteils aus fumpfigen Reispflanzungen be­ſtand. Hier auf der Anhöhe war die Luft indes eine gute und reine, und man genoß eine köstliche Aussicht auf die Stadt und über diese hinaus auf die dunkle Wasserfläche. Es gab da herrliche, lauschige Plätzchen in Hülle und Fülle, Wälder von allerlei Gewächsen, die man drüben in Europa mit Mühe und Sorgfalt in glasbedeckten Häusern züchtete, während sie hier in der freien Natur wie das Unfraut wucher­ten. Aus dem dunklen Glanzgrün der Lorbeerbäume stachen die helleren Blätterbüschel mit den rotblauen Blütentrauben der Rhododendren hervor; hin und wieder schimmerten auf dem saftigen Grün der Hügel und Rasengelände, Feuer­flammen gleich, die glühendroten Blumen der Granat­stauden; hohe, vielhundertjährige Buchen und Platanen strebten zum Himmel empor, während Del- und Feigenbaum­gruppen die lachenden Farben mit matteren und ernsteren Tinten unterbrachen. Höher hinauf zog sich ein Dickicht von majestätischen Tarusbäumen landeinwärts, an deren Stäm­men sich die armdicken Weinreben bis zum Gipfel empor­wanden, um sich dann mit den Nachbarausläufern zu ver­schlingen und ein förmliches Netwerk von Ranken zu bilden, an dem stellenweise Schlingrosen entlang krochen, die zur Frühjahrzeit ihre zarten weißen Blüten zu tausenden darüber streuten.

Hier weilten die Freundinnen stundenlang im Freien und genossen mit Wonne diese paradiesische Schönheit der Landschaft. Beide brachten in der Regel ihre Bücher mit, jene von Russudan als schlecht und gefährlich bezeichneten Erzeugnisse des Abendlandes; allein die Lektüre dauerte ge­wöhnlich nicht lange, da die Herrlichkeit der Umgebung ihre Aufmerksamkeit von den Büchern abzog.

Mit der sinkenden Sonne stiegen aus den Reisfeldern weiße Dünste empor, die, gegen das Ufer hinströmend, in den Bereich der letzten Strahlen gelangten, sich rötlich färbten und einen undurchsichtigen Schleier bildeten, so daß nur noch die trübe, gestockte Wasserfläche zu sehen war, welche bis an die gelblich weißen Blütenähren der Reispflanzen reichte.

Dann machten sich die beiden Freundinnen auf, um den Heimweg einzuschlagen, denn jetzt entstiegen dem sumpfigen Grunde jene gefährlichen Miasmen, die oft bösartige und langwierige Fieberanfälle im Gefolge haben.

Wenn Cherif- Pascha sich's so einzurichten wußte, daß er mit Geschäften nur wenig geplagt wurde, so war er deshalb durchaus kein Mann, der die Einsamkeit und die Zurüc gezogenheit liebte; im Gegenteil, er sah gerne Menschen um sich und nahm mit Vergnügen an solchen Gesprächen tell, welche nicht eine außergewöhnliche Anstrengung der Gehirn­tätigkeit erforderten. Sein Haus stand mithin allen Leuten gastlich offen, die Lust verspürten, eine Tasse Kaffee zu trin­fen, eine Zigarette oder einen Tschibuk zu rauchen und die letzten Stadtneuigkeiten auszutauschen.

An bestimmten Abenden versammelte man sich sogar regelmäßig in größerer Anzahl bei ihm, um nach europäischer Art ein paar gesellige Stunden mit einander zu verbringen; sogar Spieltische standen für solche bereit, die eine Partie machen wollten, und den Beschluß bildete dann immer ein Abendessen, bei dem es bezüglich der Speiſen und Getränke so manchen Verstoß gegen die Gebote des Propheten gab. ( Fortsetzung folgt.)

Bu fagft, du habeft keine Zeit;

Nimmst du sie nicht, du hast sie nie, Die Zeit ist allezeit bereit, Nimmst du sie nur, so hast du sie.

Auf Urlaub.

Novellette von Paul A. Kirst e i n. ( Nachdruck verboten.) Was ist mit dem Mädchen? Sage mir, Frau, um alles in der Welt was ist mit unserer Tochter los?" Der frühere Milchhändler, jetzige Rentier Müllensiefen schlug die Hände zusammen, und sah seinem Weibe in die ver­gnüglich lachenden Augen.

Nun sieh mal an, wie langsam sie durch den Garten schleicht und auf die Erde blickt, als suche sie die verlorene Seligkeit."

Frau Müllensiefen tat, als müßte sie sich davon über­zeugen und guckte aus dem Fenster.

Wahrhaftig," sagte sie dann, sie geht ganz krumm und langsam."

" Nicht wahr?- Aber weshalb? Weshalb?!" Die Frau zuckte die Achseln." Ja... ich weiß es nicht. Vielleicht weil Pfingsten wird..

Ach, Unsinn! Das ist doch kein Grund, um betrübt zu fein. Schon ein paar Tage geht es so!"

Du hast recht, Hermann. Je mehr ich darüber nach denke, desto klarer wird es mir. Sie hat sogar geweint..." Wann?"

Gestern abend. Ich kam in ihre Stube, wollte sie etwas fragenda sah ich ganz deutlich Tränenspuren auf ihrem Gesicht!"

,, Und warum?"

" Ich hab' sie nicht gefragt."

Na aber... nun nimm es mir nicht übel! Wenn ich so etwas sehe, dann ruhe ich doch nicht eher, als bis ich es ' raus habe!"

,, Natürlich. Das sagen die Männer alle. Aber, daß ein erwachsenes Mädchen mitunter ein Geheimnis hat daran denkt hr nicht!"

,, Grethe ist siebzehn Jahr--" Na und?"

Frau Müllensiefen faßte zärtlich ihren Gatten um die Schulter. Wie alt war ich denn, Hermann, als wir uns versprachen, als du mir in unserm kleinen Wäld. chen- weißt du, wo die Birken stehen und die Weiden sich so herunterneigen den ersten Kuß gegeben? Na..."

Ihr Gatte lächelte. Es war leichtsinnig genug. Du warst' n Kind und ich... na, ich war eigentlich gar nichts."

Und wir haben doch so treu zusammengehalten, bis ich erwachsen, und du ein ordentlicher Mann geworden warst? Hat's uns geschadet? Wir haben zusammen gestrebt und überlegt, bis es uns glückte. Hast du's jemals schon zu be­reuen gehabt?"

,, Nein, daß nicht. Das wirklich nicht!" Der große, starte Mann zog seine treue Lebensgefährtin zu sich heran, und hielt sie fest. Aber sieh mal, Frau wir haben nur diese eine Tochter. Und sie steht besser im Leben, als wir beide da ' mals zusammen. Wir können sie ausstatten, daß sie vor Sor. gen im Leben geschützt ist. Sie möchte ich nicht so schnell aus bem Hause geben. Es ist doch das einzige, was wie die Sonne hter lacht und leuchtet. Und die ist nun betrübt jetzt. wo Pfingsten kommt, wo die ganze Welt lieb und freundlich ist, wo es einem wird... man weiß nicht wie! Sieh, sie soll noch kein Geheimnis haben wie damals du und ich. Sie soll lachen und sich ihres Lebens freuen!" Liebevoll schüttelte er ihre derbe Gestalt. Du mußt es ihr ausreden!" fagte er bittend. Das könnt ihr Frauen doch sonst so gut" Ein halbes Stündchen später saß Frau Müllensiefen ein­sam im Erfer ihres kleinen Gartenhäuschens und blickte etwas verträumt über die junge Pracht, die der Frühling so zu vollem Glanz entfaltet. Vom Hofe hinter dem Haus Hang das Gackern der Hühner und Enten, das Surren der Tauben hinüber, und selbst die betden Kühe, die sie sich noch aus alter Gewohnheit hielten, blödten in die ländliche Stille, ohne daß die Frau am Fenster es bemerkte.

Ausreden, der Tochter die Neigung ausreden, hatte ihr Mann gesagt, sie wieder lustig und fröhlich machen... ja, wenn das nur so leicht ginge! O, sie wußte recht gut, seit wann die stille Bangigkeit über ihre Tochter gekommen

war. Seit jenem Abend, wo der Vater bei Tisch erzählte daß der Sohn des reichen Müllers Kern zu Pfingsten auf Urlaub fäme, zum erstenmal.

,, Und denkt euch bloß: Gefreiter ist er geworden, nach kaum einem Jahr!"

Sie beide hatten sich recht darüber gefreut, denn der Müller Kern war ihr Nachbar, und ihr Freund seit vielen Jahren.

Nur Grete war stumm geblieben. Ueber ihr liebes Ant­litz war ein leichtes Rot gehuscht, und seltsam hatten ihre blauen Augen geflimmert.

,, Wann kommt er?" hatte sie leis gefragt.

Na zu Pfingsten natürlich! Wann denn sonst?" Der Vater hatte so gelacht, daß er nichts bemerkte. Denn ohne dieses Lachen hätte es ihm nicht entgehen können, daß Greth­chen nur: Da werden sich seine Eltern aber freuen!" ant­wortete, und dann leise aus dem Zimmer huschte.

Seit jenem Tage war sie so verwandelt, daß es selbst dem Vater auffiel. Die Mutter hatte es ja längst gesehen, aber was sollte sie sagen, was sollte sie ihr ausreden? Grethchen hatte auch nicht mit einer Silbe bisher sich verraten. Und das wußte sie längst, wenn das achtzehnte Jahr sich nahte, so wie bei ihrer Tochter... dann konnte der liebe Herrgott herniedersteigen aus einem Mädchenherzen würde auch

er nichts erfahren. Das kannte sie aus eigenen Erlebniſſen. Grethchen ging indes noch immer in dem Garten hin und her. Mit jeder Stunde, ja fast mit jeder Minute umdrängte es ihr Herz immer mehr und mehr. Sie wußte ja, fie mußte mit ihm freundlich sein, wenn er auf Urlaub zu seinen Eltern kam, und davor bangte ihr, daß ihr die Pulse wie kleine Hämmer schlugen, daß ihr die Angst den Atem benahm.

Ein Jahr lang hatte sie sich zur Ruhe gezwungen, ein Jahr lang allen Schmerz und Gram siegreich niedergekämpft, und nun... die ganze, liebe Mühe wie Spreu davonge­flogen, schon bei der ersten Nachricht.

Warum er nur damals so davongegangen war, ohne Ab­schied, ohne das kleinste Wort?! Sie hatte ihm mit Absicht nichts zu Leide getan- das konnte sie vor dem Altar be­schwören. Sie hatte ihm die Treue, die nicht erbetene, nicht verlangte, immer bewahrt, schon von jenen Tagen, wo sie die Kinderschuhe ausgetreten hatten, wo sie seine Augen schim­mern, seine Hände zittern sah, und wo in ihrem Herzen sich die Sehnsucht regte.

Und troßdem, trotzdem!!

Sie schüttelte den Kopf. Wie man so schlecht, so treulos, so unehrlich sein konnte!

Und der Frühlingswind umfächelte ihr blondes Haar, als wollte er ihr die schlimmen Gedanken wegfangen. Und der Flieder grüßte sie mit süßem Duft, als wollte er ihr Herz wieder mit Freude füllen umsonst, umsonst! Die schwarzen Schatten wichen nicht!

Und doch klang es wie ein Hurrageschrei durch die sonnige Welt, daß es nun endlich Pfingsten war!

Ach Pfingsten... Pfingsten-

Die Fenster mußte man weit aufreißen, daß in die dum­pfen Stuben die klare, stärkende Luft sich ergoß, das Herz mußte man halten, daß es nicht töricht sprang und klang. War's doch, als verjüngte man sich selber, wenn die Sonnen­funken in das Blut einzogen, und das Sprießen und Wachsen in Wald und Feld die Brust aufs neue kräftig hob und senkte. Ja, Pfingsten... du bist ein Fest der Freude, du bringst die Tage der Lust.

Alles dachte so in dem kleinen Städtchen, nur Grethchen nicht. Schon als sie in ihrem kleinen Elternhaus die vielen Birkenzweige sah, die es ausschmückten, krampfte sich ihr Herz zusammen. Was war Pfingsten für sie?! Das Aufleben einer Erinnerung, die schmerzlicher war als die herbste Ent­täuschung. Sie konnte sich des Pfingstkuchens nicht freuen, der so schön aufgegangen war, dessen süßer Duft alle Zimmer erfüllte, und der locker und ladend in der Eßstube stand.

Selbst des neuen, hellen Pfingstkleides achtete sie nicht. War's ihr doch, als paẞte es nicht für ihren stillen Gram, der so seltsam mit der Frühlingsschönheit kontrastierte.

Und nun sollte sie es anziehen ihm zu Ehren, der sie so gekränkt, der all ihren Schmerz leichtfertig heraufbeschworen hatte.

sie hatte ihn wohl gesehen, als er am Margen an­marschiert fam. Kräftig ausschreitend war er über die Necker hinweg, quer über die Felder, auf denen die Saat schon träf­tig emporschoß, seinem Vaterhause zugegangen. Die lange, unbequeme Bahnfahrt hatte ihm ebensowenig wie der anstren­gende Dienst etwas anhaben können. Elastisch und frisch

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