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Lokales.
12. Juni 1904. ** Der Großherzog nimmt mit dem Prinzen und der Prinzessin Heinrich einige Tage im Schlosse zu Mainz Wohnung, um von hier aus das Gordon- Bennett- Rennen zu besuchen.
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Der Bezirt Gießen des Oberhessischen Obstbauvereins hielt am Samstag Nachmittag in Gießen im Felsenkeller seine Generalversammlung ab. Proſeſſor Reichelt von Friedberg gedachte der Verdienſte des früheren Vorsitzenden, Regierungsrat Dr. Heinrich, um den Obstbau des Kreises Gießen. Auf seinen Vorschlag wurde Kreis amtmann Hechler zum Vorsitzenden gewählt. Dieser nahm die Wahl an und erklärte, nach ganzen Kräften für den Obstbauverein und seine Bestrebungen zu wirken. Indem er auf das Vorbild der Stadt Lich hinweist, fordert er die Bürgermeister auf, auch ihrerseits im gleichen Sinne in den Gemeinden vorbildlich zu wirken. Professor ReicheltFriedberg hielt dann einen sehr lehrreichen Vortrag über Die Befämpfung der Obstbaumschädlinge". Die schädlichen Insekten, wie Frostspanner, Prachttäfer, Apfelblütstecher und Apfelblütwickler, Blutläuse und Blattläuse, sind am besten durch Kalten und Gürtel zu bekämpfen, sowie durch den Schutz der Singvögel. Der Ober hessische Obstbauverein hat beshalb beschlossen, bei den Versammlungen Nistlästen für Meisen, Fliegenschnäpper 2c. zu verlosen. Von allen Seiten wurde das massenhafte Vorkommen der Blatt- und SchildLäuse in diesem Jahr betont, die Witterung war ihrer Entwickelung günstig. Ein zweites Referat des Professors Reichelt beschäftigt sich mit den Obstbauausstellungen im Jahre 1904 Der Wert der Ausstellungen ist einesteils ein erzieherischer, andererseits ein ökonomischer und bezweckt die bessere Verwertung des Obstes und die Erschließung weiterer Absaßgebiete. In Friedberg findet am 27. September eine Vorausstellung zu der großen Obstausstellung in Düsseldorf statt, lettere ist vom 8. bis 16. Oftober. Professor Reichelt hofft auf eine große Beteiligung der Obstzüchter Oberhessens. X Stadttheater Gießen.( Gastspiel der gesamten Operette des Großh. Kurtheaters Bad Nauheim, Direktion Steingötter.) Die morgige Aufführung des Bigeunerbaron" findet bestimmt statt; doch ist sehr zu wünschen, daß fich das Abonnement bis zur Vorstellung noch heben möge. Weitere Abonnementausgabe findet noch den ganzen Dienstag in der Musikalienhandlung von Ernst Challier statt. Wie bereits bekannt gegeben, sollen hier gewöhnlich die Dienstage als Spieltage festgehalten werden. Als folgende Vorstellungen sind vorgesehen, Don Cäsar" und" Mikado", legere mit hervorragend schöner, gänzlich neuer Ausstattung. Der Gernhardt'sche Zither- und Manbolinenchor zu Gießen war gestern im Restaurant zur Selters höhe zu einer kleinen Abendunterhaltung versammelt. Verschiedene Vorträge auf ihren Instrumenten ließen erkennen, daß die Mitglieder immer Neues zu lernen bestrebt sind. Das Fest, mehr im engeren Rahmen gehalten, nahm einen recht schönen Verlauf.
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Von dem 51. Feldberg turnfest, welches gestern stattfand, haben die Turner des Gaues Hessen eine recht anerkennenswerte Zahl Preise- 20fich errungen; soviel wir wissen, ist das die höchste Zahl, welche bis jetzt vom Gau auf diesem aus allen Teilen Deutschlands besuchten Turnfest erreicht wurde. erhielten u. A. folgende Gießener Turner Preise: Karl Schwarz den 4. Preis mit 372 Punkten Karl Müller
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Louis Adam Jean Hof *** Zum Marburger Maurerstreik. Auf mehreren Bauten sollen bereits auswärtige Maurer in Arbeit stehen. H. Ldztg.
* Der Fortbestand der Kornhäuser in Hessen- Nassau ist gesichert. Ein Vertreter des Ministeriums aus Berlin war in Kassel anwesend, der mit den hessischen Kornhaus genossenschaften neue, auf 10-20 Jahre laufende Vorträge abgeschloff n hat. In den Kreisen der Landwirte dürfte diese Nachricht freudig begrüßt werden.
** Der hess. Landwirtschaftsrat hat beschlossen, die hessischen Aussteller auf der Internationalen Gartenbau ausstellung zu Düsseldorf, die sich an der dortigen Frühobstausstellung beteiligen, noch besonders zu unterstüßen, durch Uebernahme sämtlicher ihnen erwachsenden Kosten, sodaß die Aussteller nur das Ausstellungsobst zu liefern haben.
Grünberg, 13. Juni. Die hiesige Bürgerschule unternahm heute unter Leitung ihrer Lehrer einen Ausflug nach Münzenberg.
A Grünberg, 13. Juni. Gestern Nachmittag 3 Uhr hielt die Kornhaus- Genossenschaft Grünberg im Gasthof Zum Hirsch" eine Generalversammlung ab, die leider sehr schwach besucht war. Es wurde bedauert, daß der Kornhaus- Genossenschaft so wenig Interesse entgegengebracht wird, da dieselbe der Landwirtschaft nur zu nüßen bestrebt ist. A Grünberg, 13. Juni. Gestern früh gegen 8 Uhr hielt die hiesige Pflichtfeuerwehr eine Uebung auf dem Winterplatz ab. Es nahmen an derselben die in diesem Jahre neu hinzugekommenen Mannschaften teil.
A Quedborn, 13. Juni. Am Samstag Nachmittag stürzte beim Neubau des Herrn Balser das Kaugerüst zusammen, wobei Herr Bauunternehmer Jäger und der Arbeiter Werner verunglückten. Aerztliche Hilfe war bald zur Stelle.
▲ Ettingshausen, 11. Juni. Aus Aerger darüber, daß er beim Betteln nicht genug betam, hat ein etwa 43 jähriger Bettler eine Anzahl junger Obstbäume schwer beschädigt. Es gelang, den Täter in Nummer Sicher zu bringen; eine exemplarische Strafe erwartet demselben.
▲ Ettingshausen, 11. Juni. Der Gemeinderat hat jezt auch über die Eisenbahn Grünberg- Lich beraten und beschlossen, die Bahn soll mehr südlich vom Dorf über die Platte" führen. Dadurch wurde die Strecke etwas fürzer und das Gelände ist dort nicht so teuer als
wenn die Bahn durch die guten Wiesen am Dorf geht. I sympathisiert und ihm sein Fest auch dem Aeußeren nach Der Gemeinderat will ferner wissen, wie es mit der Zins- zu unterstüßen bemüht ist. Der Samstag als garantie geht, ob nach Gemeindevermögen oder nach der Seelenzahl.
-r Lich, 10. Juni. Der XIX. Oberhessische Feuerwehrtag wird vom 25.- 27. 1. Mts. in unseren Mauern abgehalten. Die Vorbereitungen sind in vollem Gange, sodaß zu erwarten steht, daß das Fest einen schönen Verlauf nimmt. Das Programm ist folgendes: Samstag, den 25. Vorfeier mit Kommerz und Konzert. Sonntag, den 26. Weckruf, Empfang der auswärtigen Wehren, Feuerwehrtag, Uebung der freiw. Feuerwehr Lich, Festzug, Begrüßung, Deforierung der Mitglieder für 25jähr. Dienstzeit, Konzert, Voltsbeluftigung und Tanz. Montag, den 27. Frühschoppen Konzert, Voltsfest und Tanz.
n. Einartshausen b. Schotten, 12. Juni. Unter zahlreichem Geleite wurde heute hier das jugendliche Opfer eines recht bedauerlichen Unglücksfalles zu Grabe getragen. Armer Leute Kind von hier, ein Junge von 13 Jahren, hatte sich als„ Weidbub" an einen Verwandten in Beßen rod vermietet, damit er dort außer der Schulzeit und während der Ferien das Vieh hüte. Dieser Tage lief einem Kameraden ein Stück Jungbieh von der Herde weg, das jener durch den Wurf mit einem Knüppel Holz wieder zurücktreiben wollte. Dabei traf er aber seinen fleinen Kollegen so unglücklich in das Genick, daß er nach dreitägigen Krankenlager an den Folgen des Schlages starb.
+ Aus dem Kreise Wetzlar, 12. Juni. Die neue Ferienordnung kommt nunmehr auch schon bei den Ernteferien zur Geltung, indem mit der angebrochenen Woche für sämtliche Schulinspektionen unseres Kreises( Weglar, Braunfels und Greifenstein) die 14 tägigen Heuferien beginnen. Es ist diese Neuerung von Seiten der Aufsichtsbehörde nur zu begrüßen, nunmehr eine einheitliche Ordnung in die Ferienfrage auch im hiesigen Kreise gekommen ist.
Weßlar, 12. Juni. Die am Bahnhof Ehringshausen errichtete Eisengießerei ist in Betrieb gesetzt worden. Zahlreiche Arbeiter aus Ehringshausen und der Umgegend, die sonst ihr Brot auswärts verdienen mußten, finden jetzt dort Beschäftigung.
r. Vom Dünsberg. Die Zigarrenfabriken schießen in hiesiger Gegend seit neuerer Zeit wie Pilze aus der Erde. Kaum haben die neuen Fabriken zu Bieber und Crumba ch ihre Pforten eröffnet, so hören wir schon von der Eröffnung einer solchen im benachbarten Frankenbach. Herr Kommerzienrat Gail wird schon in den nächsten Tagen im Saale der„ Gellerschen Wirtschaft" die Arbeit aufnehmen lassen, und es ist nicht ausgeschlossen, daß noch im Laufe des Jahres der geplante Neubau eines Fabrikgebäudes zur Ausführung kommen wird.
erster Festtag
leitete die Feier durch einen großen Kommers ein, an welchem die hiesigen Krieger- und Militärvereine sowie verschiedene andere Vereine Teil nahmen, vor allen Dingen aber der Bauer'sche Gesangverein durch mehrere Liedervorträge den Abend zu einem recht angenehmen machte. Der 1. Vorsitzende, Hochbauaufseher Grünig hieß in einer Ansprache die Festversammlung und Kameraden herzlich willtommen und legte flar, welche Motive, die Feier in größerem Rahmen zu halten, es waren. Sehr beifällig aufgenommen wurde dann die Ansprache des erst kürzlich nach hier gezogenen Generalleutnant Schmidt, welcher ehemals dem Gardekorps mit angehörte, den Kameraden ans Herz legte, die alten immer sich bewährten Soldatentugenden zu pflegen. Unsere Regimentsfapelle unter Direktor Krauße sorgte mit Gifer für den musikalischen Teil.
Der zweite Festtag, der Sonntag wurde schon morgens 6 Uhr mit einer recht marschmäßigen Reveille eingeleitet, den Frühaufstehern und auch unseren Weckbuben reiche Gelegenheit gebend, bei Musik ihren Spaziergang resp. ihre Arbeit auszuführen. Der Frühschoppen am Vormittag im Garten des Hotel Buschmann ließ der Kameradschaft im engsten Kreise freien Lauf; die alten Schlachtenerinnerungen, welche der eine oder der andere schon so oft erzählt, sie wurden wieder lebendig und im Geiste sah sich die Festversammlung auf den blutgetränkten Feldern vor Mez, Sedan, Paris c. Wir jüngeren waren nicht minder stolz, in einem derartigen Kreise verweilen und uns sagen zu können: Unsere Väter sind's gewesen, die das einige Deutschland uns errungen. Inzwischen war Mittag gekommen und gleich danach trafen auch schon die auswärtigen Kriegervereine ein, die mit den hiesigen Bruder- und verschiedenen anderen Vereinen gegen 2 Uhr auf Dswalsgarten sich zum Fest zug formierten. Die neue verhüllte Fahne wurde beim Umzug durch die Stadt von in Weiß gefleideten Mädchen getragen, was einen recht netten Eindruck machte. Auf dem Festplatz( Steins Garten) angekommen, begrüßte der 2. Vorsitzende des Vereins, Herr Kaufmann Kleinhenn, die sehr zahlreiche Festversammlung und nachdem hielt das Ehrenmitglied des Vereins, Herr Professor Dr. Biermann, Oberleutnant der Landwehr, die Festrede und damit die Weihe der neuen Fahne. Herr Professor Dr. Biermann entledigte sich dieses Amtes in sehr sicherer Art, er führte u. a. folgendes an: Diese Stunden lassen die Erinnerung in uns erwachen an die Zeiten, welche das Gardecorps durchgemacht hat, schon vor 200 Jahren haben unter Führung des Fürsten Leopold von Dessau die Fahnen dem Gardekorps vorangeweht, demjenigen Corps, das am treuesten zusammengehalten und allezeit den Herzen und dem Hause der preußischen Herrscher nahe gestanden hat. Den deutschen Fürsten ist es immer die Schule gewesen, um Manneszucht und Pflichttreue sich anzueignen. Dieser Auszeichnung hat sich das Gardecorps aber auch jederzeit würdig erwiesen, man denke nur an die beiden Namen Königgräz und Gravelotte. In beiden Schlachten war es die Garde, die den Deutschen den Sieg hauptsächlich mit errang. Troßalledem liegt is uns fern, so führte Herr Professor Dr. Biermann weiter aus, uns zu rühmen. Suum quique, Jedem das Seine, so lautet die Inschrift des Gardestern. Man soll gerecht sein in allen Sachen, Gerechtigkeit anerkennen, auch daß ein Jeder in allen Lebenslagen keinen Unterschied zu machen bestrebt sein soll. Wir freuen uns, daß so ein Unterschied nicht besteht, dem Gardecorps gehören Stammesbrüder an von Nord und Süd, von West und Often; aus Preußen, Bayern, Sachsen, Hessen 2c. General von Francois, er stammt aus Gedern in Oberhessen, der in der Schlacht von Königgräß mit dem Gardecorps dem doppelt so starten Feinde Stand hielt, bis andere Truppen zu Hilfe tamen, derselbe General war es auch, der dann bei Gravelotte mit der Garde den anderen Kampfesbrüdern Hilfe brachte und zum Siege verhalf. Die Erfolge von 1870/71 sind nur möglich gewesen dadurch, daß alle Stämme mitgeholfen haben. Anhänglia keit an das angestammte Herrscherhaus, die unbedingte Hingebung zu Kaiser und Reich, die Treue zur engeren Heimat und Landesherrn, das ist der Geist, mit welchem wir auch heute unsere Fahne weihen wollen. Erneuern wir heute angesichts der neuen Fahne unseren alten Soldatenschwur und erheben Sie sich und stimmen mit ein in den Ruf:" Se. Majestät der deutsche Kaiser und oberster Kriegsherr und Se. Königliche Hoheit der Großherzog von Hessen und bei Rhein, unser allergnädigster Landesvater, Hurrah!" Donnerähnlich schall es durch den Garten und die ganze Festversammlung sang anschließend das Lied„ Heil Dir im Siegerkranz". Fräulein Kleinhenn überreichte nach dem damit vollzogenen Weiheatte eine weiße Fahnenschleife mit eingesticktem schwarzem Adler und die Vertreter der einzelnen Brudervereine Fahnennägel. Es waren solche gestiftet von sämtlichen Kriegervereinen in Gießen und von den Gardevereinen in Esser, Mez, Berlin, Frankfurt a. M., Marburg und Hanau. Der Vereinsvorsitzende, Hochbauoufseher Grünig, dankte allen im Namen des Cardevereins für die Ehrungen und der Bauer'sche Gesangverein sang:„ Das ist der Tag des Herrn", womit er der Feier eine besonders feftliche Stimmung verlieh. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Dienstag, den 14. Juni. Zunächst noch heiter, später zunehmende
(!) Crumbach, 12. Juni. Geleitet von der freundlichen Teilnahme der gesamten Einwohnerschaft Crumbachs, sowie umgeben von zahlreichen Gästen aus nah und fern konnte der hiesige Kriegerverein seine schon lange geplante Festlichkeit am heutigen Sonntage abhalten. Die Crumbacher sind keine Freunde großer und lauter Festlichkeiten, aber wenn es nun einmal gilt, dann ist auch jedermann am Blaze. Und so kann unser Kriegerrerein sich wahrlich nicht darüber beklagen, daß seine anderen Ortseingesessenen ihn bei seinem anberaumten Feste im Stiche gelassen hätten. Das ganze Dorf hatte festlichen Schmuck angelegt und freundliche Grüße und Sprüche zeigten den einziehenden auswärtigen Gästen wie willkommen sie waren. Und an solchen Gäster fehlte es nicht. Von allen Seiten waren sie gekommen und es war nur schade, daß unser Fest so nahe mit der Festlichkeit ( Einweihung des Kreis- Kriegerdenkmals nächsten Sonntag, den 19. Juni, in unserer Kreisstadt Biedenkopf zusammenfällt, denn dadurch hat sich mancher selbst benachbarte Kriegerverein abhalten lassen, unserer Einladung Folge zu leisten. ** Frankfurt a. M., 13. Juni.( Schwurgericht) Vor dem hiesigen Schwurgericht, dessen Tagung heute begann, hat sich heute der städtische Vollziehungsbeamte Heinrich Wagner wegen Unterschlagung bei der Steuerzahlstelle 3 dahter, die seiner Zeit großes Aufsehen erregten, zu verantworten. Wagner bezog ein Gehalt von 2300 Mt. und 270 Mt. Wohnungsgeldzuschuß, außer dem verfügte er über ein Privatvermögen von 1500 Mt. Diese 1500 Mt. hatte Wagner nach und nach dem Vorsteher der„ Steuerzahlstelle 3" Scheld geltehen und als er das Guthaben zurückforderte, war Scheld außer Stande dazu. Scheld trat nunmehr an Wagner heran und bewog thn, Gelder, die er( Wagner) als Vollziehungsbeamter einzog, gemeinsam zu unterschlagen. Wagner gab diesem Anfinnen Folge und trug in die Pfändungsprotokolle erfolgte Pfändungen als„ fruchtlos" ein, trotzdem die Schuldner die rückständigen Steuern thm schließlich bezahlt hatten. Diese Unregelmäßigkeiten famen am 25. März d. Js. an den Tag. Der Zahlstellenvorsteher Scheld machte seinem Leben durch Erschießen ein Ende. Wagner wurde verhaftet und hat sich| heute vor seinen Richtern zu verantworten. Dem Angeflagten wird demgemäß zur Last gelegt, vom November 1902 bis 18. März 1904 einen Betrag von 5672 Mack 51 Pfennig im Amte gesetzwidrig sich angeeignet und als Beamter die Pfändungsprotokolle, sowie die Bücher gefälscht zu haben.
+ Lorsch, 10. Juni. Der mutmaßliche Mörder des Polizeidieners Schneller wurde heute Mittag im Walde bei Neuschloß durch Gensdarm Winter und Polizeidiener Kronauer festgenommen und in das hiesige Gefängnis eingeliefert. Es ist der 25 Jahre alte Rosenberger aus Bürstadt, der sich im Walde herumtrieb, nachdem er fürzlich aus der Strafanstalt entlassen worden war. Der Verhaftete stammt aus guter Familie. Bei ihm wurde ein scharfgeladener Revolver vorgefunden, den er angeblich zu feiner Sicherheit mit sich führte. Er bestreitet entschieden, die Tat begangen zu haben.
Die Fahnenweihe des Garde- Vereins Gießen
ist in recht schöner Weise vor sich gegangen. Der Fahnenschmuck innerhalb der Stadt zeigte, daß man mit dem Verein
Bewölkung und stellenweise( Westen) Gewitterregen, zunächſt wärmer( schwül), dann fühler.
Näheres durch die Gießener Wetterkarte. Marttberichte.
*** Fruchtpreise am Grünberger Fruchtmartt vom 11. Juni. Wetzen 17,00-00,00, Korn 14,00 bis-Gerste 14,00, Hafer 14,00-00,00, Erbsen 20,00, Samen 00,00, Kartoffeln 4,50-4,60, Linsen 00,00 Mart. Alles per Doppelzentner.
Verantwortlich: für den politischen, vermischten und unter: haltenden Teil Albin Klein Gießen; für den lokalen Teil Karl Klose, Grünberg.


