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unden:

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Rückkehr aus Amerika, in tiefer Nacht mit der Geliebten im Pfarrhaus eines einsamen Dörfchens erschienen sein, den Re­volver in der Faust, und soll den Pfarrer cezwungen haben, ihn und das Frauenzimmer, wie sie da gingen und standen, zu trauen. Wo das geschehen sein soll, darüber schwieg die Geschichte, aber geglaubt wurde sie natürlich.

,, Der Hoßbach kommt", mit diesem Ruf schreckten die Mütter ihre Kinder, und nach Dunkelwerden wagte sich keine furchtsame Seele in weitem Umkreis mehr aus dem Haus. Vorsichtige reiche Bauern ließen doppelte Schlösser an ihren Geldspinden anbringen und die Türen der Räucherkammern mehr wie sonst verwahren.

Und alle paar Tage brachten die Zeitungen neue Schreckenskunde: Der Hoßbach ist da eingebrochen, hat alles ausgeräumt, der Hoßbach treibt die Schweine aus dem Stall fort, die Hunde behert er durch seinen Blick u. s. w. u. s. w. Aber niemals konnte berichtet werden, er habe Blut vergossen, es hieß, einen Mord wolle er nicht auf seinem Gewissen haben.

Es wurden förmliche Streifjagden nach dem Räuber ver­anstaltet, militärische Hülfe wurde aufgeboten vergebens! Es war, als besäße der Hoßbach eine Tarnkappe, die ihn unsichtbar machte.

Franzi, die naturgemäß jezt für alles Verbrechergesindel besonderes Interesse hatte, lauschte stets mit Begierde auf die über den Räuber eingelaufenen Gerüchte. Aber während alle Welt mit dem größten Abscheu seiner gedachte, war ihr Herz vom tiefsten Mitleid mit ihm erfüllt. All' die Geschichten von im Grunde edlen und nur durch die Schlechtigkeit der Welt auf die Bahn des Verbrechens getriebenen Wilderern und Räubern tauchten in ihrer Erinnerung auf. Rinaldo Rinaldini, der bayrische Hiesel und alle die romantischen Erzählungen, die sie über diese Idealgestalten des Verbrecher­tums zusammengelesen, schienen ihr jetzt neu aufzuleben in der Gestalt des Hoßbach. Und sie wünschte von ganzem Herzen, daß er den Häschern immer glücklich entrinnen möge. Daß es ein großes Unrecht war, welches in diesem Wunsch lag, bedachte sie gar nicht. Ihr erschien der Hoßbach einem Hel­den gleich, der, mißhandelt von der menschlichen Gesellschaft, Rache an ihr nimmt.

Eines Morgens durchlief die Kunde das Städtchen, der Hoßbach sei gefangen genommen und würde in den nächsten Stunden bereits in die Fronfeste eingeliefert werden.

Häufig ligt das Gerücht, aber diesmal hatte es die Wahr­heit berichtet. Noch ehe es Mittag geworden, hielt ein Wägel­chen vor der Fronfeste, mit drei Gendarmen und dem ge­fürchteten Einbrecher besetzt. Ein ganzer Trupp neugieriger Zuschauer geleitete den Wagen.

Hinter den Gardinen hervor spähte Franzi, geschüttelt von Mitleid und Grauen, nach dem Verbrecher aus, der na­türlich gefesselt war. Eine herkulische Erscheinung, fräftig und gedrungen gebaut, mit dunklem Haupthaar und strup­pigem Bart, finsterglühenden Augen und troẞigem Auf­treten ganz, wie man sich einen solchen edlen" Räuber vorstellt.

Tränen stürzten aus Franzis Augen, und sie lauschte den schweren Schritten, dem Klirren der Handschellen mit angst­vollem Eifer. Anton hatte den Schlüssel zu einer der be­sonders festen Zellen, die nur selten benutzt wurden, geholt und freudig ausgerufen: Gottlob, sie haben den Kerl! Na, von hier soll er nicht entwischen!" Wie ein Schwert waren ihr diese Worte ins Herz gedrungen. Der harte, mitleids­lose Mann! Und der Arme, der, geächtet von der mensch­lichen Gesellschaft, umhergetrieben und verfolgt gleich einem wilden Tier, doch in edlem Mitleid der Armut beigestanden, mit dem sein treues Weib dies fahrende Leben geteilt hatte- der Mann, der nur atmen konnte in der Freiheit- der weilte nun gefesselt, in Ketten, unter ihrem Dach! Und als Anton wieder zu ihr kam und mit ungewohntem Ernst schilderte, wie der abscheuliche Verbrecher nun endlich festgemacht, wie es ihm unmöglich gemacht sei, von den Ketten, die ihn an die Wand fesselten, loszukommen, da hätte sie wieder laut auf­meinen können. Aber sie beherrschte sich gewaltsam, um den Gatten, der sie ja doch nicht verstehen würde, nicht zu ver­legen.

Lange würde der Hoßbach ja zum Glück nicht hier bleiben, nur während der Zeit der Voruntersuchung; der Prozeß würde ihm dann später beim nächsten Landgericht gemacht werden. Der Gefährlichkeit des Verbrechers wegen wurde die Untersuchung in der Zelle geführt, so daß Franzi ihn nicht wieder zu Gesicht bekam. ( Schluk folgt.)}

EINST UND JETZT

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Woher kommt der Name Hohenzollern? Eigentlich hat der Name Hohenzollern" gar keine historische Begründung; er hieß einfach Zollern" und auch das edle Ge schlecht nannte sich Die von Zollern" nach dem Berge, auf welchem die Burg lag( und nach ihrer modernen Wiederherstellung noch liegt). Aber woher der Name, darüber haben sich schon viele Gelehrte den Kopf zerbrochen. Die Erklärung aus 3oll" als Abgabe ist ganz unhaltbar und ein für alle Male abzulehnen. Unwissende Leute haben sie gemacht, wie solche manches Erstaun liche zuwege bringen. Auch die von irrenden Gelehrten fons ftruierte Ableitung von" scollo, die Scholle wird kein Verstän diger akzeptieren. Andere suchten das Wort aus Resten von keltischer und arsischer Sprache zusammenzusehen: zola, hoch, und " er", Berg= hoher Berg. Vom Berge kommt allerdings der Name, und da ist man denn auf die Form desselben gefallen: solre, Söller, also Die vom Söller". Diese Erklärung hat viel für sich. Gibt es doch in Deutschland auch noch einen Soller" bei Bonn, einen Solling" in Westfalen, so wie es, nach der Form der Berge, für solche die Namen Mönch"," Nonne", Staufen"," Stuhl"( Landstuhl, Kaiserstuhl 2c.), Nieffen" oder ,, Neuffen" 2c. gibt. Auch andere gelehrte Worterklärer sind auf die Ableitung von" sol", die Sonne und" orin", b. h.» odin", der Gott Wodan, gekommen, indem sie den Zollernberg für eine ehemalige heilige Opferstätte, einen Odins- oder Wodansberg halten; wie denn auch der Solstein in Tirol, der Solling, Soller, die hohe Sonne bei Eisenach 2c. von solchen Opferstätten hergeleitet werden. Eine uralte Schreibweise des Geschlechts heißt auch 3olorin". Andere Erklärungen gibt es überhaupt nicht, also die Ableitung des Wortes Hohenzollern" ist noch weit schwerer nachweisbar, als die angebliche Abstammung des Geschlechts von einem trojanischen Helden, der sich dann in der römischen Familie Colonna fortpflanzte.

Buntes Bllerlei.

Woher die Zigeuner stammen, wissen die Schotten ganz genau. Bei ihnen herrscht der Glaube, daß die Zigeuner Nach­tommen der Männer seien, welche die bei der Kreuzigung Chrifti gebrauchten Nägel angefertigt hätten und deshalb verdammt worden wären, in Ewigkeit unstät umherzuziehen.

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Das Neuenburgische Kräwinkel. Bekanntlich gehörte der schweizerische Kanton Neuenburg eine Zeit lang zu Preußen und in diesem Kanton liegt Boudry, das man mit Schilda oder Kräwinkel vergleicht. Die Einwohner heißen die Train- sacs", weil man sie beschuldigt, sie zögen im Herbste in hellen Haufen an den See, um den Nebel in Säcke zu fassen und in ihre Wein­berge zu schleppen wehe dem Fremden, der seinen Stock auf dem Pflaster klirren ließe, man würde darin eine Anspielung auf die Sage finden. Als König Friedrich Wilhelm IV. seine Rund­reise in seinem damaligen Fürstentum machte, frühstückte er in Boudry, wo man ihm die Erzeugnisse der Weinberge vorfekte. ,, Das ist ein guter Wein", sagte der König, zu dem Bürgermeister sich wendend. D, Sire", schmunzelte dieser, sich selbstgefällig den Bart streichend ,,, wir haben noch besseren in unseren Kellern!" ,, Sie tun wohl daran, ihn für eine bessere Gelegenheit auf­zusparen", erwiederte der König pikiert und hob die Tafel auf. Reiter ohne Kopf. In Gespenstergeschichten bilden neben vielem anderen Abenteuerlichen auch kopflose Reiter eine Rolle. Doch sind deren auch in der Wirklichkeit vorgekommen. Als am 16. Oftober 1813 während der Schlacht bei Wachau der Prinz Eugen von Württemberg, um wieder zu dem Treffen seines rechten Flügels zu gelangen, quer durch Güldengossa jagte, kam ihm ein Pferd in den Weg, welches seinen noch fest im Sattel ein­gezwängten Reiter mit blutendem Rumpfe ohne Kopf zu Grabe trug und den Prinzen dabei beinahe überrannt hätte. Ein gleicher Fall ereignete sich an demselben Tage auch bei den Franzosen. Ein schwer am Arm verwundeter Eskadronchef ritt durch die Intervalle der sächsischen Kürassiergarde. Er sprach eben mit dem Grafen von Holzendorf, als ihm eine Kanonenkugel den Kopf nahm und das Pferd mit seinem nun unheimlich aussehenden Reiter, dessen Körper sich noch mehrere Sekunden lang im Sattel fizzend erhielt, fortlief.

Nr. 34.

Freitag, den 12. Februar

1904.

Oberhessische Familienzeitung.

Cägliche Unterhaltungs- Beilage

bet

Gießener Neueste Nachrichten.

Dead and Boring bes babam Brigbdecet, Born Wilh. Roller'sche Buchbendovi( gage 1783); obce: Wil lex

( 31. Fortsetzung.)

Der Beuge.

Roman von Marie Bernhard.

Für den stolzen und zärtlichen Vater, der Frizz Norden war, konnte das allerdings weder neu noch befremdend klingen, die schlichte Art aber, in der es gesagt wurde, der warme Herzenston, griff dem franken Mann an die Seele. William Hendrichs fühlte, wie die heiße, nervöse Hand, die er immer noch in der ſeinigen hielt, zu zittern anfing, und er sah, wie die übergroßen, tiefliegenden Augen, die jetzt durch keine blaue Brille verdeckt waren, feucht wurden. Die leichte Rührung, die ihn selbst überkam, unterdrückte der Hamburger Kaufmann durch ein kräftiges Räuspern, dann folgte er der einladenden Betregung seines Gastgebers und nahm in einem der tiefen Seſſel dicht neben Norden Platz.

,, Sie haben hoffentlich die Güte, Herr Hendrichs," be­gann letzterer jetzt nach einer kleinen Stille ,,, mir recht ein­gehend und ausführlich von meinem Sohn, von seinem Leben, seiner Tätigkeit und auch von seiner Frau -- bon zu berichten. Die geschäftliche Veranlassung, welche Sie hierher nach Japan geführt hat, besprechen Sie wohl lieber mit Herrn Ermshagen, der, Ihnen ja wohlbekannt, durch Ihre Empfehlung hierher gekommen ist und, was Sie nicht weiter erstaunen wird, mein Vertrauen im vollsten Maß be­sitzt und verdient. Ich stehe seit einiger Zeit den geschäft­lichen Unternehmungen unserer Firma ganz fern, mein Rat würde Ihnen daher, falls sich derselbe nicht auf mehr all­gemeine Dinge bezieht, bei weitem nicht so von Nugen sein, wie der von Herrn Ermshagen. Man wird Ihnen, Herr Hendrichs, vielleicht gesagt haben, daß ich meine Krankheit nicht eingestehen will, daß ich behaupte, gesund zu sein! Sie ſehen, das iſt nicht der Fall! Ich will nur von keiner Unter­suchung und keinem Doktor, und wäre er eine Leuchte des Jahrhunderts, etwas wissen, weil ich fest davon überzeugt bin, daß mir kein Arzt der Welt helfen kann!"

Das sind fast ganz dieselben Worte, die mir Ihr Sohn sagte, an dem Tage, als ich von ihm Abschied nahm!"

Hellmut wäre" Norden wollte von seinem Sit em­þorfahren., Hendrichs hielt ihn mit ſanfter, aber feſter Hand nicder.

Hellmut ist nicht gerade krank, das heißt, sein Körper ist ganz normal und sein Geist hell, er vermag es, sein Bink­geschäft gut zu leiten und sich in fremder Gesellschaft ge­nügend zu beherrschen. Und doch ist er kein gesunder Mann, denn seine frische, vertrauende und liebevolle Seele fiecht hin!"

Hendrichs schwieg und sah Friz Norden an. Dieser saß bornübergebeugt, einen scheuen, ratlosen Ausdruck im Gesicht. ,, Lassen Sie mich twie zu einem Freunde zu Ihnen sprechen," fuhr Hendrichs mit seinem offenen, überzeugenden Ton fort, ich will nicht Ihr Vertrauen erzwingen, ich möchte nur, daß Sie das, was ich für meine Pflicht halte, Ihnen zu ſagen, nicht mißdeuten, daß Sie mir Glauben schenken, wenn ich Ihnen bekenne, daß ich um Hellmuts und nur um Hellmuts willen spreche!"

Ich fand in Berlin ein sehr solid gegründetes, mit den besten Zukunftsaussichten ausgestattetes Bankgeschäft, dem der Inhaber mit Umsicht und sicherer Kenntnis vorstand,

( Nachdrud verboten.))

ich fand schöne Toiletten, edle Pferde, nichts von Verschwen­dung zeugend, doch alles so, wie es sich ein auf festen Grund­lagen ruhender Reichtum gestatten kann, nur das, was ich für selbstverständlich gehalten hatte und was diesem allem erst die rechte Weihe, den Adel gegeben haben würde, eheliche Glück, auf das ich bei diesem Paar mit hundert Eiden hätten schwören mögen das fand ich nicht!"

das.

Sie lieben einander, aber Sie selbst wissen, in der Ehe genügt das nicht allein. Dicht neben der hingebenden Liebe ſteht ihre schöne, stille Zwillingsschwester, das schrankenlose Vertrauen, und dies, ich merkte es nur zu bald, fehlte in der Che zwischen Ihrem Sohn und seiner Gattin. In welcher Angelegenheit es ihnen mangelt, das habe ich nicht ergründen können, auch nicht wollen, denn zwischen Chelei: te darf sich fein Dritter drängen, und hätte er die besten Absichten. Daß es aber fein geringfügiges Etwas, sondern eine wichtige, tiefernste Frage ist, tritt für mich klar zu Tage, denn während meines Aufenthaltes riß sichtlich die Kluft, welche die beiden von einander trennte, tiefer! Es iſt, als wenn die junge Frau ein finsteres und trauriges Geheimnis zu behüten hätte, so tragisch und bang blicken oft ihre Augen, wenn sie sich un­beobachtet glaubt, mit so angstvoller Frage sieht Hellmut oft in ihr Gesicht.

Hellmut tut mir in tiefster Seele leid, er verzehrt sich in Angst und Sorge um die Frau, die er zärtlich liebt, und kann ihr dennoch nicht helfen! Das vermag nur einer!" sagte er am Tage vor unserer Trennung zu mir, und als die Auf­regung des Abschieds über ihn kam, als ich das Schiff be­ſtieg, das mich nach London bringen sollte, da fiel er mir in die Arme und rief: Sagen Sie meinem Vater, er möge Erbarmen mit uns allen haben und kommen,- er allein fann helfen! Es handelt sich um mein und meines Weibes Lebensglück!" Dies, Herr Norden, sind seine Worte, und so viel ich, ohne klar die Verhältnisse zu durchschauen, aus eigener Ueberzeugung hinzufügen kann, hat er recht!"

Nun wurde es wieder still im Zimmer. Bis auf das eintönige Ticken der Uhr auf dem Kamin und das schwere Atemholen Fritz Nordens war kein Laut zu vernehmen. Voller Sorge und Teilnahme hingen Hendrichs gute Augen an dem gebeugten Mann, und gespannt horchte er auf, als jezt einzelne Worte, wie im Selbstgespräch, von dessen Lippen fielen.

Also hat sie es wirklich vermocht sie hat geschwiegen, ihm kein Wort gesagt!"

,, Das muß wohl sein," erwiderte Hendrichs mit ge­dämpfter Stimme denn einmal, als Hellmut auf eine kurze Zeit das Zimmer verließ, und ich mit Hilda allein war, trat der gequälte Ausdruck so deutlich in ihrem Antlig hervor, daß ich meine Hand sanft auf die ihre legte und ganz unver­mittelt zu ihr sagte: Können Sie Ihrem Gatten nicht volles Vertrauen schenken? Sie wissen wohl, er verdient es, er fordert es auch von Ihnen und mit vollem Recht! Denken Sie, ich wäre Ihr Vater, der zu seiner Tochter spricht, und lassen Sie sich warnen. Ich sage Ihnen, mein Kind, Ihr Lebens­glück und das seine ist in Gefahr, wenn Sie aus irgend welchen

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