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rungen und der Nahrungssorgen, sie vernichten vielmehr aud manchmal das gesamte Hauswesen. Obgleich die Abzah­lungsgeschäfte schon in den Gesamtpreis ihre Risikoprämie hineingerechnet haben, sind sie vielfach bei rückständigen Ratenzahlungen selbst in Fällen völliger Schuldlosigkeit sehr unduldsam. Sie holen das auf Grund eines Leihvertrags zur Verfügung stehende Mobiliar wieder zurück, und die Familie steht nun vor der Notwendigkeit, auf bessere Zeiten zu warten, die ihnen nichts weiter bringen, als eine neue Schuldknechtschaft gegenüber einem Möbelgeschäft.

Aber selbst wenn der Möbelhändler vollständig befriedigt ist, so bringen doch vorübergehende Schwierigkeiten große Gefahren für das Hauswesen. Der bescheidene Mobiliar­besig ist das einzige Gut, über das die meisten Arbeiter­familien verfügen, und an diesem halten sich die Gläubiger mit ihren ausgeklagten Forderungen schadlos. Auch der fleißigste Mann und pünktlichste Zahler kann durch widrige Verhältnisse in solche Krisen hineinkommen, und dieses Be­wußtsein muß entschieden die Freude an dem Hauswesen zerstören. Eine Arbeiterfamilie kann ihren Hausrat nur als ein auf Widerruf geliehenes Gut betrachten, und die Neigung, die Ersparnisse zur Verschönerung des Haushalts zu verwenden und dadurch die Behaglichkeit des Familien­lebens zu erhöhen, wird in Arbeiterkreisen niemals besonders groß sein.

Wie kann man nun diesen Zuständen abhelfen? Vielfach ist vorgeschlagen worden, daß auf eine Erleichterung der Ratenzahlungen hingewirkt werden möge, ein Bestreben, das aussichtslos ist, weil der Möbelhändler ein großes Interesse an raschen Umsäßen hat. Die einzige Möglichkeit, dem Ar­beiter eine in bescheidenen Grenzen gehaltene Behaglichkeit und einen Schutz gegen Vermögensverluste in ungünstigen Zeiten zu bieten, ist die Schaffung von Mobiliar. genossenschaften, welche die Ausstattung von ganzen Haushalten gegen billige Verzinsung des Kapitals und niedrige Amortisations- und Abnüßungsquote ermöglichen. Auf die Art der Ausführung dieser Genossenschaften wollen wir einstweilen nicht näher eingehen und nur darauf hin­weisen, daß auf diesem Wege der scheinbare Eigenbesiz seinem wahren Wesen näher gebracht würde und daß die erleichterte Möglichkeit zur Begründung einer Familie zweifellos auch im Interesse de Sittlichkeit zu begrüßen wäre.

Die Politik.

und dem Zentralausschuß der reichsländischen demokratischen Partei hat eine Besprechung über diese Frage stattgefunden, die zu dem Ergebnis führte, daß die Bildung eines gemein­samen Aktionskomitees in Aussicht genommen wurde.

A Der Verband der Privatärzte in Preußen hält am 17. Januar seine Generalversammlung in Berlin ab. Außer geschäftlichen Angelegenheiten sollen folgende Gegenstände beraten werden: Privatpraris der Militär veterinär ärzte; Kurpfuscherei mit Arzneimitteln, Aufhebung der Gebührentare vom Jahre 1815 und eventuelle Auf­stellung einer neuen Tare; Impfpraris; Veterinär­polizei; Fleischbeschau.

* Von den Vorlagen, die dem Reichstag bei seinem heutigen Wiederzusammentritt unterbreitet werden, sollen bekanntlich zwei, der Gesezentwurf betr. die Verlängerung des Friedenspräsenzgesetzes und die Novelle zum Servistarifgesetz vom 7. Juli 1902 bis zum 1. April 1904, wo beide Geseze in Kraft treten sollen, vom Hause berabschiedet sein. Während sich das bei der Vorlage über die Friedenspräsenz leicht ermöglichen läßt, dürfte die Novelle zum Servistarifgeset, die bestimmt, daß die nächste Re­vision der Klasseneinteilung der Orte spätestens mit Wir­fung vom 1. April 1904 db erfolgen soll, auf Schwierigkeiten stoßen. Gerade dieser gesezgeberische Stoff erfordert wegen der großen Zahl von Einzelwünschen, die sich an die Klassen­einteilung der Orte knüpfen, eine langwierige Beratung, und ob diese sich in den zur Verfügung stehenden zwei Mo­naten wird ganz durchführen lassen, steht dahin. Wird dieser Gesezentwurf im Reichstage nicht vor den Osterferien verab­schiedet, so würde er das Geschick seines Vorgängers, des oben erwähnten Gesetzes vom 7. Juli 1902, teilen, das auch einen früheren Termin für seinen Geltungsbeginn als für seine Veröffentlichung aufwies.

Der Chef des großen Generalstabes, Gene­raloberst Graf Schlieffen, ist vom König ins preußischt Herrenhaus berufen worden.

Italien.

Die Meldungen, im Vatikan seien Bestrebungen wegen einer Abschaffung des Vetorechts der katholischen Mächte bei der Papstwahl im Gange, finden ihre Bestätigung. Wie in vatikanischen Kreisen verlautet, will der Papst anordnen, daß jeder Kardinal bei seiner Ernennung schwören solle, er werde niemals in einem Konklave im Namen seiner Regie­rung von dem Vetorecht Gebrauch machen. Auch die gegen­wärtigen Mitglieder des Kardinalkollegiums hätten einen solchen Eid zu leisten. Die Frage ist nun, wie sich die be­teiligten katholischen Mächte- Desterreich- Ungarn, Frank­zu diesem Plane stellen reich, Spanien und Italien werden.

Belgien.

Nicht nur ein Zollvereinsvertrag, sondern ein förm liches Schuß- und Trukbündnis zwischen Belgien und Holland abzuschließen, soll nach neueren Meldungen der Zweck des Besuches des holländischen Ministers des Aeu­Beren Kuyper in Brüssel sein. Diese Meldung ist, wie unser Berliner CB- Mitarbeiter von zuständiger Seite hört, un zutreffend; ein Schutz- und Trußbündnis beider Staaten ist schon deshalb nicht möglich, weil sie neutrale Staater find. also Angriffe von auken her nicht zu befürchten haben. Balkan- Staaten,

König Peter hat bekanntlich es war eine seiner ersten Regierungshandlungen einen neuen serbischen Orden gestiftet. Der neue Orden heißt Stern Kara­georgievitsch." Die Stuptschina nahm vor ihrer Ver­tagung das Gesetz über die Schaffung dieses neuen Ordens an. Dieser ist ein goldenes Kreuz mit weiß emaillierter Ver­zierung. In der Mitte des Kreuzes befindet sich ein Ring mit der Inschrift: Für Glauben und Freiheit 1804". Auf der anderen Seite steht: Peter I. 1904." Der Orden hat bier Klassen. Die mit diesem Orden im Kriege ausge­zeichneten Offiziere haben das Recht, auch in Pension Uniform zu tragen, während Reserveoffiziere, welche den Orden im Kriege erhielten, ohne vorhergehende Prüfung in den aktiven Dienst übertreten können.

Von der katholischen Landespartei der Reichslande wird neuerdings der Erlaß eines Sozialistengesezes für Elsaß­Lothringen angeregt. Seine wesentlichen Bestimmungen sind nach dem Vorschlag der Partei folgende: Nichtig und verboten ist jeder Verein, der einen unerlaubten oder gesezwidrigen oder den guten Sitten zuwiderlaufenden Zweck hat oder die monarchische Form der Re­gierung antasten wollte. Kein sozialistischer Verein kann sich bilden ohne eine Autorisation, die erteilt werden muß durch ein Gesetz, welches die Bedingungen seiner Wirksamkeit bestimmt. Keine neue Ortsgruppe fann gegründet werden ohne Genehmigung durch ein De­fret im Staatsrat. Die Auflösung des Vereins oder die Aufhebung jeder Ortsgruppe kann ausgesprochen wer­den durch Dekret, erlassen vom Ministerrat. Jeder Ver­ein, der sich ohne Autorisation gebildet hat, wird für un­erlaubt erklärt. Die Mitglieder werden bestraft mit Geld­strafen bis zu 3000 Mark oder mit Gefängnis bis zu einem Jahre. Die Strafe wird für die Gründer oder Verwalter auf das doppelte erhöht." Ein solches Gesetz würde selbst­verständlich die Bildung sozialdemokratischer Vereinigungen in Elsaß- Lothringen völlig unmöglich machen. Dieser Vor­schlag der katholischen Landespartei wird den gegen Ende dieses Monats zusammentretenden elsaẞ- lothringischen Landesausschuß gleich zu Beginn der Tagung beschäftigen. In deutschen Arbeitgebekreisen gegenwärtig eine große Antistreikorganisation vorbereitet. Es soll eine große Organisation sämtlicher in­dustriellen Arbeitgeber geschaffen werden, um den von der Sozialdemokratie verursachten Arbeitseinstellun­gen fräftig entgegentreten zu fönnen. Eine Vorbesprechung sämtlicher in Betracht kommender Verbände, nicht nur der­jenigen der Tertilbranche, findet demnächst statt.

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O Jm Degerlocher Walde bei Stuttgart wurde am Sonntag der frühere sozialdemokratische Reichstagsabgeord nete Agster erhängt aufgefunden. Agster hat, wie bekannt, früher einmal im Reichstagsgebäude einen Selbstmord­versuch gemacht; er litt seit einigen Jahren an Geistes­störung.

Türkei.

Zur offenen Empörung gegen die Reformmaßregeln in Mazedonien scheint es bei Prizrend kommen zu sollen: Vier­tausend bewaffnete Miriditen besetzten die Straße zwischen Prizrend und Stutari, um der Reformgendarmerie Wider­stand zu leisten. Ebenfalls auf Feindseligkeiten der Bevöl­ferung gegen die Reformaktion läßt eine Meldung schließen, wonach in Kotschana( Wilajet Uestüb) das Militärdepot ab­gebrannt ist, die Entstehungsursache des Brandes ist noch nicht bekannt, jedenfalls aber handelt es sich um böswillige Brandstiftung. Es sind Truppenverstärkungen nach Kot­schana gesandt worden.

O Von polnischer Seite wird die Begründung einer politischen Bibliothek für die polnischen Fraktionen des Reichstages und des Abgeordnetenhauses geplant. Sie soll, wie polnische Blätter erklären, 34 Zwecken der Verteidigung dienen, denn die polnischen Ab geordneten müßten eine bequeme Gelegenheit haben, sich über die politischen Bestrebungen des polnischen Volkes orien tieren und belehren zu können". Da hierzu die amtliche Bibliothek des Landtages sowie des Reichstages angeblich nicht ausreicht, will man in einem in der Nähe gelegenen Restaurant ein Zimmer mieten und hier die polnische Biblio­thek unterbringen.

Anserika.

wostot uberwinternden Kriegsschiffe befänden sich sämtlich auf der dortigen Rhede. Es seien feinerlei besondere Kriegs­vorbereitungen bemerkbar. Ferner läßt das russische Ma­rineministerium erklären, daß es Absichten, irgend welche ausländische Schiffe zu kaufen, weder hat noch gehabt hat, und daß es keine Unterhandlungen mit irgend jemand darüber geführt hat. Auch die Gerüchte über angebliche Verhandlungen mit der Türkei wegen der Durchfahrt rus­sischer Kriegsschiffe durch die Meerengen werden von den beteiligten Stellen für unbegründet erklärt.

Es will scheinen, als sei das Ende der Selbständigkeit der Republik Santo Domingo gekommen. Eine Meldung aus Newyork besagt: Der Präsident Jimenes der in San­tiago errichteten provisorischen Regierung hat Santo Do mingo beschossen. Eine Granate ist in der amerikanischen Gesandtschaft explodiert.

Ein Zusammenschluß der liberalen Parteien des Reichslandes wird gegenwärtig angebahnt. Zwischen den Delegierten der liberalen eliaz- lotbringischen Landespartei

Das ist für die Yankees, die die Beschießung der Stadt verboten hatten, ein willkommener Anlaß, einzuschreiten. Und das Ende dieses Einschreitens wird sein, daß Santo Domingo und dann selbstverständlich auch Haiti in ähnliche Beziehungen zu den Vereinigten Staaten treten muß, wie das autonome" Kuba.

Heer und flotte.

Von japanischer Seite werden ebenfalls die Meldungen, Japan habe Truppen nach Korea entsandt und alle strate­gisch wichtigen Punkte der Südküste einschließlich Masampho und Mogpo befeßt, für reine Erfindung erklärt. Die eng­lischen Schwindelmären haben diesmal also in der Tat kurze Beine gehabt.

Indessen, ganz so friedfertig, wie es nach diesen De­mentis scheinen könnte, sind die beiden Gegner denn doch nicht gesonnen. Wo einer dem andern Abbruch tun kann, greift er mit beiden Händen zu. So wird aus Genua ge­meldet, unbekannte Arbeiter hätten an Bord des einen der beiden von Japan gekauften, bis dahin argentinischen Kreu­zer die an der Pulverkammer vorüberführende elektrische Lichtleitung unterbrochen und einen Eisendraht eingeschaltet, der in die Pulverkammer führte. Dieser Draht sollte offen­bar, sobald die Leitung in Betrieb genommen wurde, sich bis zum Erglühen erhißen und so die Munitionsvorräte zur Entzündung und das Schiff zur Erplosion bringen. Der schändliche Plan mißglückte, da die Leitung an der Ein. schaltungsstelle durchbrannte. Man vermutet natürlich, daß die Arbeiter, die sich auf dem Schiff eingeschmuggelt hatten, in Rußlands Solde standen. Uebrigens wurde, als die beiden Kreuzer aus den Hafen von Genua ausgelaufen waren, beobachtet, daß sie lebhaft signalisierten, wie man annimmt, mit einem englischen Geschwader, das in der Nähe kreuzte, um die beiden Schiffe gegen etwaige russische An­griffe zu schüßen. In der Tat wurde dann auch bald nach der Abfahrt der beiden Schiffe ein russisches Geschwader gesichtet.

Der Posten eines Flottenbaumeisters ist infolge der Bil­dung der aktiven Schlachtflotte nunmehr geschaffen. Der Schiffbaumeister Neudeck von der Kieler Reichswerft wurde mit der Verwaltung dieses Postens beauftragt. Ihm sind alle Schiffe der heimischen Schlachtflotte in schiffbaulicher Beziehung unterstellt. Neudeck hat sich als Schriftsteller und Zehrer der Marineakademie hervorgetan, er war bereits Ge­schwaderbaumeister beim ostasiatischen Kreuzergeschwader. Jetzt ist der Stab der aktiven Schlachtflotte vollzählig; er zählt sechs Seeoffiziere als Admiralstabsoffiziere und Flagg­leutnants, je einen Flotteningenieur, Flottenbaumeister, Flottenarzt, Flottenzahlmeister, Oberkriegsgerichtsrat und Flottensekretär.

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Hof und Gesellschaft.

Schließlich sei noch erwähnt, daß Deutschland bei Feindseligkeiten zwischen Rußland und Japan eine strikt neutrale Haltung einnehmen, und daß dieselbe Hal­tung auch von den übrigen Mitgliedern des Dreibundes bewahrt werden wird.

Nah und Fern.

+ Der Crimmitschauer Ausstand soll nach Meldungen aus Dresden einen Meinungsaustausch zwischen dem Reichsamt des Innern und der sächsischen Regierung zur Folge gehabt haben über die Frage, ob nicht die reichsrechtlichen Vor­schriften verletzt seien. Die Nachricht klingt nicht sehr wahr­scheinlich. Die bereits angekündigte Denkschrift der säch­sischen Regierung wird dem Vernehmen nach namentlich die Vermittelungsarbeit des Geheimrats Roscher behandeln und die Maßregeln der Behörden rechtfertigen. Daß der Streit für die Crimmitschauer Industrie unter allen Umständen schwere Folgen haben wird, beweist der Umstand, daß in der Nähe von M.- Gladbach eine große Spinnerei von Vigogne­garnen erbaut werden soll. Ebenso haben eine Anzahl niederrheinischer Industrieeller die Errichtung eigener Imitat- und Feingarnspinnereien und Fabriken beschlossen, um sich von den sächsischen Garnen zu emanzipieren.

Der Kaiser wohnte gestern in Landeshut, wohin er sich vom Berliner Bahnhof Friedrichstraße mit dem Früh­zuge um 28 Uhr begeben hatte, der Vermählung der Gräfin Armgard zu Stolberg- Wernigerode mit dem Grafen Platen zu Hallermund auf Schloß Kreppel­hof bei. Am Hochzeitsmahl nahmen 80 Personen teil. Der Kaiser war sehr guter Laune und sah ungemein frisch aus. Von Kreppelhof begab sich der Kaiser nach Breslau, wo er um 29 Uhr eintraf. Er begab sich direkt vom Bahnhof nach dem fürstbischöflichen Palais, um bei dem Kardinal Kopp das Souper einzunehmen. Nach Aufhebung der Tafel fuhr der Monarch nach dem Königlichen Schlosse, wo er über­nachtete. Im Laufe des heutigen Dienstags verbringt der Kaiser, wie bereits gemeldet, einige Stunden im Kreise seines Leibkürassierregiments in dessen Kasernement in Kleinberg, bei dieser Gelegenheit erfolgt die Einweihung des Erweite­rungsbaues des Offiziers- Kasinos. Heute abend kehrt der Kaiser nach Berlin zurück.

Friedlichere Husfichten.

Was heute an Nachrichten aus Ostasien vorliegt, ist im ganzen Frieden verheißend. Alle englischen Meldungen über russische und japanische Truppenbewegungen werden von den Kabinetten in Petersburg und Tokio dementiert. So melden russische offiziöse Berichte, die englische Mittei­lung, daß die in Wladiwostok befindlichen russischen Kriegs­ichiffe in See gegangen feien, sei unrichtig. Die in Wladi­

Opfer des Eissports. Auf den Flußläufen der Spree und Havel in der näheren Umgebung Berlins ertranken an einem einzigen Tage nicht weniger als 5 Personen, die dem Schlittschuhsport oblagen. Weiter ereigneten sich eine ganze Anzahl gefährlicher Unfälle, bei denen die Betroffenen meist nur mit genauer Not dem Tode entrannen.

Die Kälte in Schlesien ist so hart, daß in den letzten Tagen nicht weniger als sechs Personen in der Provinz er­froren aufgefunden wurden. Bei Gleiwitz legte sich ein unbe­fannter Arbeiter, um nicht zu erstarren, an einer brennenden Schlackenhalde der Franz- Zinkhütte. Er fand aber doch den Tod, da urch die Glut seine Kleider Feuer fingen und er berbrannte.

Der Eisenbahnzug auf dem Perron. Durch einen eigenartigen Unfall wurde auf dem Münchener Zentral­bahnhof ein Reisender schwer verletzt. Ein Personenzug über­fuhr den Prellbock und drang auf dem Bahnsteig bis zur Perronsperre vor. Dabei faßte die Maschine den dort ste­henden Reisenden. Eine Dame wurde leicht, berlept.

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+ Der Schiffskassendiebstahl an Bord des Lloyddampfers ,, Karlsruhe", der, wie seiner Zeit gemeldet, die Verhaftung des Schiffszahlmeisters zur Folge hatte, hat nunmehr eine überraschende Aufklärung gefunden. Wie erinnerlich, wurde, als sich der Dampfer auf der Reise von Australien nach der Heimat befand, in Neapel die Schiffskaffe mit 15 500 Mart bermißt. Gleichzeitig desertierte im dortigen Hafen der zur Besatzung des Dampfers gehörige Steward Georg Albert, auf den deshalb von vornherein der Verdacht des Diebstahls fiel. Der hinter dem Flüchtigen erlassene Steckbrief blieb ohne Erfolg. Als nun der nach Australien bestimmte Lloyd­dampfer Gera" fürzlich in Neapel Anker geworfen hatte, schiffte sich dort zur Mitfahrt als Passagier erster Klasse und von einer Dame begleidet, ein elegant gekleideter Fremder ein, der sich Freiherr v. Crailsheim nannte. Zufälligerweise befand sich aber auf der Gera" ein Steward, welcher während des Schiffskassendiebstahls auf der Karlsruhe" Dienste tat. Dieser erkannte in dem angeblichen Freiherrn einen ehemaligen Kollegen Albert und machte von seiner Wahrnehmung sofort dem Kapitän Mitteilung. Der Kapitän ließ den Pseudo­Freiherrn hinter Schloß und Riegel seßen; bei der Durch­suchung seiner Effekten wurde von dem gestohlenen Gelde noch ein Betrag von 5600 Mark vorgefunden.

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Kampf im Löwenkäfig. In einer Menagerie zu Paris wurde der Besitzer Drorler vor einem zahlreichen Bublikum bei Dressurversuchen im Löwenfäfig von einer Löwin ange fallen und schwer verletzt, auch seine Frau erlitt erhebliche Ver­pundungen. Die Löwin wurde schließlich von einem Schutz­mann erschossen.

Das Drama am Telephon. Ein furchtbares Drama spielte sich in Newyork ab. Dort wird zur Zeit allabend­lich die bekannte furze Tragödie Am Telephon" aufge­führt, in der geschildert wird, wie ein Mann vermittels des Telephons der Ermordung seiner Frau, die sich fern von ihm in seinem Landhause befindet, gewissermaßen bei­wohnt und die entsetzliche Szene mit erlebt. Der Schau­spieler Garfield, der in den Vorstellungen mitwirkt, hat jetzt die Dichtung in schreckliche Wahrheit übertragen. Er rief des Abends, nachdem er sich mit seiner Frau in seinem Zim­

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