März 1903.
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außer Abonnement stattfindet. Am nächsten Sonntag geht als Benefiz für den Theaterkomiker unserer Bühne Kneisel's übermütiger Schwant" Papageno" in Szene.
*** Für die laser- Reparaturarbeiten in ben Garnisongebäuden Gießens im laufenden Rechnungsjahr 1904/05, welche heute Vormittag durch Submission vergeben wurden, sind auf die angesetzten Preiſe folgende Offerten abgegeben worden: Ww. Scherf 2 Proz. Aufschlag, Wilh. Schmitt( Kanzleiberg) 9 Proz., Gg. Schmitt( Raplanegaffe) 17 Proz. und Phil. Jakob 30 Proz. Abschlag. Im vorigen Jahr hat die Arbeiten Phil. Jakob bei 3 Proz. Abschlag erhalten.
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Deutscher Flotten- Verein. Am 16. April d. Js. findet in Dresden im Königlichen Belvedere 10 Uhr vormittags eine Sigung des Gesamtvorstandes mit folgender Tagesordnung statt: 1. Die allgemeine Lage des Vereins ( Berichterstatter: Geschäftsführender Vorsitzender); 2. Die Sonderfahrten( Berichterstatter: Geh. Regierungsrat Professor Busley); 3. Die Verhandlungen mit den Seemannsmissionen, der Gesellschaft Seemannshaus und dem„ Seemannsheim" ( Bericherstatter: Universitätsprofessor Dr. Sering); 4. Die Beziehungen des Deutschen Flotten- Vereins zur Deutschen Kolonial- Gesellschaft und zum Hauptverband Deutscher FlottenVereine im Auslande( Berichterstatter: Graf v. DürkheimMontmartin); 5. Die Ausgaben des Vereins für die nächste Zukunft( Berichterstatter: Generalmajor a. D. Keim). Der Gesamtvorstandssitung schließt sich am nächsten Tage, 17. April 1904, ebenda, 11 Uhr vormittags, die diesjährige ordentliche Hauptversammlung des Deutschen Flotten- Vereins
an.
Borläufige Tagesordnung: Rechenschaftsbericht des Präsidiums( Berichterstatter: Geschäftsführender Vorsitzender und Geschäftsführer); 2. Entlastung des Vorstandes; 3. Vortrag des Voranschlages( Berichterstatter: Haupt- Schatz meister); 4. Rechenschaftsbericht des Kuratoriums für den China- Fonds( Berichterstatter: Geh. Admiralitätsrat Dr. Felisch); 5. Die 1. Gesellschaftslotterie( Berichterstatter: Geschäftsführer); 6. Die Verkehrserleichterungen( Berichterstatter: E. v. Gressensdorf); 7. Ersazwahl für den nach§ 11, vorletter Absatz, der Satzung ausscheidenden Mitglieder des Präsidiums( admiral á la suite Hollmann, ist zurückgetreten; durch das Los sind zum Ausscheiden bestimmt die Herren Freiherr v. Würzbura- München, Kyllmann- Berlin, Sering Berlin); 8. Wahl von zwei Rechnungsprüfern und zwei Stellvertretern; 9. Bestimmung über den Ort der Hauptversammlung im Jahre 1905. Außer S. K. H. dem Kronprinzen von Sachsen hat auch Prinz Heinrich von Preußen sein Erscheinen zu den Tagungen zugesagt.
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** Ueber den Betrieb der 25 im Großherzogtum Hessen liegenden Bergwerke hat die Zentralstelle für die Sonderstatistik Folgendes für das Jahr 1902 zusammengestellt. In den 7 Brauntohlen- Bergwerken ( Trais- Horloff, Wölfersheim, Weckesheim, Melbach, Rinderbügen[ alle in Oberhessen], Messel und Seligenstadt [ in Startenburg]) betrug die Gesamtförderung 296 685 Tonnen im Wert von 763 281 Mt. die Tonne zu 2,56 Mt. gerechnet. Für den eigenen Betrieb und Haldenverlust mußten 72 665 Tonnen abgeschrieben werden; die absag fähige Jahresproduktion betrug demnach 224 020 Tonnen im Werte von 573 584 Mt. Die durchschnittliche Belegschaft waren 658 Arbeiter, darunter 1 weibliche. In den 15 Eisenerz- Bergwerken( 2 in Gießen, 2 in Hungen, je 1 in Langsdorf, Lumda, Stock hausen[ Kreis Gießen], Stangenrod, Flensungen, Nieder- Dhmen, Billingen, Wettsaasen, OberRosbach und 2 in Startenburg[ Wald- Michelbach]) betrug die Gesamtproduktion an aufbereiteten Erzen 174 438,510 Tonnen im Werte von 1427 996 Mt.; es wurden abgegeben zum Verbrauch ohne Verhüttung 256,500 Tonnen, blieben für die Metallgewinnung 175 182,010 Tonnen. Die Tonne zu 8,24 Mt. bewertet, ergab einen Gesamtwert von 1435 595 Mart. Die durchschnittliche Belegschaft 1083 Arbeiter, darunter 7 weibliche.- In den beiden Gruben zu Gießen und Ober- Rosbach, wo auch als Nebenprodukt Manganerz gewonnen wird, wurden insgesamt an aufbereiteten Erzen
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für Metallgewinnung 443,55 Tonnen im Werte von 15 309 Mark, à Tonne 34,51 Mt., zu Tage gefördert. Die Gesammtproduktion im Bleierz- Bergwerk zu Langenhain betrug 118,180 Tonnen zum Wert von 14 882 Mr. oder per Tonne 125,93 Mt.
*** Lollar. Die Main- Weserhütte hat im vorigen Jahre nach den uns vorliegenden ſtatiſtiſchen Mitteilungen für Herstellung von Roheisen in Masseln oder Gußwaaren erster Schmelzung einen Hochofen in Betrieb gehabt und in den 52 Wochen 25394,6 Tonnen produziert, die Tonne zu 60,05 Mt. gerechnet ergab einen Wert von 1 525 000 mt. Das verarbeitete Material, im Ganzen 77 018 Tonnen, bestand aus 58 260 Tonnen Erzen und Schlacken und aus 18 758 Tonnen anderen( Buschlags-)
Materialien.
+ Wezlar, 9. März. Der bei der Witwe Abel in Krofdorf in Diensten stehende Brauer Sonntag wurde in Untersuchungshaft genommen, weil er aus Rache in die im Keller liegende Bierfässer Brodrefte geworfen hatte, so daß das Bier verðarb. Der angerichtete Schaden beläuft sich auf 1800 Mt. Frankfurt a. M., 8. März. Der Polizeibericht beftätigt, daß der Cafetier, frühere Friseur Pfarr in der Töngesgasse unter dem Verdacht des Mädchenhandels verhaftet worden ist. Es sollen noch weitere Personen in dem Fall verwickelt sein. Pfarr bat nicht nur an deutsche " Häuser", sondern auch an solche in Paris, Brüssel und London geliefert".
** Darmstadt, 10. März.( Tel.) Vor der hiesigen Straf lammer steht heute als Angeklagter der Geh. Ober- Bergrat Prof. Dr. Lepsius, welcher beschuldigt ist die von Herrn Kommerzienrat Stipel- Wimpfen erhaltenen und für das hiesige Museum bestimmten Gegenstände wiederholt als sehr wertvoll bezeichnet zu haben, auf Grund dessen Kommerzienrat Stißel s. 3t. dafür das Ritterkreuz I. Klasse erhielt. Es ist aber durch den Museumsdirektor Dr. Bock festgestellt worden, daß die Gegenstände alle wertlos sind. Außerdem ist der Angeklagte beschuldigt, daß er wiederholt seiner vorgesetzten Behörde gegenüber unwahre Aussagen gemacht hat. Die Verhandlung leitet Oberlandsgerichtsrat Forch, die Anklage vertritt Ministerialrat Braun und die Verteidigung haben übernommen die Rechtsanwälte Ossan II.- Darmstadt und Dr. Schmidt- Mainz.
Aus dem Gerichtssaal. Schwurgericht.
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Gießen, 10. März 1904. In der geftrigen Sitzung des Schwurgerichts wurde, wie bereits berichtet, gegen den Schneidermeister Johann Valentin K. zu Lauterbach wegen Sittlichkeitsverbrechen verhandelt. Die Zeugenaussage hat ergeben, daß dem Angeflagten nicht besonders Belastendes nachgewiesen werden fonnte, und daß es sich hier lediglich nur um einen harmlosen Scherz, welchen der Angeklagte in seiner Trunkenheit ausgeführt hat, handele. Das Urteil lautete demzufolge auf Freisprechung. Wegen Verbrechens im Amt hatte sich in heutiger Sizung der frühere Stationsassistent der preußisch- hessischen Eisenbahn, Heinrich Fischer zu Gießen zu verantworten. Derselbe ist geständig, seit dem Jahre 1903 am Billetschalter, wo er des Defteren tätig gewesen ist, nach und nach die Summe von 1398 Mart veruntreut und sich rechtswidrig angeeignet zu haben.( Vergehen nach§ 350 und 351 des Str.-Ges.-B.) Zur Verschleierung dieser Unterschlagung habe er falsche Additionen der Monatsabschlüsse des Fahrkarteneinnahme- und Ausgabebuches vorgenommen. Durch die Verkehrskontrolle, welche diese Bücher revidierte, ist das Vergehen aber ans Tageslicht gekommen und F. dem Gericht übergeben worden. Die vorgesezte Behörde stellt ihm bezüglich seiner Führung ein gutes Zeugnis aus. Der Angeklagte gibt an, diese Veruntreuung auch nur ausgeführt zu haben, um seine tranke und in sehr schlechten Verhältnissen lebende Mutter zu unterstüßen, da sein Gehalt nicht dazu gereicht habe. Die Geschworenen bejahten das Schuldig
und erkannten, da Angeklagter bisher gerichtlich unbestraft ist, Zubilligung mildernder Umstände. Der Staatsanwalt beantragte 1 Jahr Gefängnis, Auferlegung der Kosten des Verfahrens und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte. Das Gericht jedoch verurteilte den Angeklagten zu 10 Monaten Gefängnis, wovon 1 Monat Untersuchungshaft für verbüßt erachtet wurde und Tragung der Koſten des Verfahrens. Der Angeklagte trat seine ihm auferlegte Strafe sofort an. Mit dieser Sigung, zu welcher 5 Zeugen geladen waren, erreicht die erste diesjährige Schwurgerichtsperiode ihr Ende.
Straffammer.
Gießen, 8. März 1904.
Der Buchhalter Georg Schütz zu Gießen erhielt vom Amtsgericht einen Strasbefehl über 3 Mt. weil er der Polizeiordnung zuwider seinen Hund ohne Maulforb umherlaufen ließ. Vom Schöffengericht wurde der erhobene Einspruch verworfen und verfolgte der Angeklagte Berufung. Die Kammer ist mit dem Untergericht in der Hauptsache einig, weshalb die Berufung kostenpflichtig zurückgewiesen wurde. Die Kaspar Lauer Wtw. von Reiskirchen hatte gegen die Ehefrau des Driefträgers Heinrich Schäfer dortselbst Privatklage wegen Beleidigung erhoben. Lettere wurde vom Schöffengericht Gießen freigesprochen. Gegen dieses Erkenntnis legte die Privatklägerin Berufung ein. Umständehalber konnte die Sache nicht zu Ende geführt werden, weshalb Vertagung eintrat. Zum Schlusse wurde über die Berufung des Bäckermeisters August Deibel von Gießen verhandelt, welcher vom Gießener Schöffengericht auf Privatflage der Elisabethe Schäfer Wtw., jetzt verehelichte Emmerich wegen Beleidigung zu 15 Mt. Geldstrafe verurteilt worden Nach erfolgter Beweisaufnahme bestätigte die Straffammer das schöffengerichtliche Erkenntnis.
war.
Neueste Nachrichten.
Ueber Berlin wird uns folgendes gemeldet:
Berlin, 9. März. Die„ Deutsche Zeitung" meldet aus Weimar: Sämtlichen acht thüringischen Regierungen ging heute ein Protest der Jenenser Studentenschaft, gegen die gewährte Zulassung farbentragender katholischer Verbindungen an die rein evangelische Unirersität Jena, zu.
Petersburg, 10. März. Der Bar empfing im Winterpalast gestern eine Deputation der Petersburger Presse, die dem Zaren eine Adresse von 14 Tageszeitungen mit dem Ausdruck der Ergebenheitsgefühle überreichte. Der Bar äußerte sich, er sei erfreut, daß die russische Presse in richtiger Weise die Volfsstimme wiedergegeben habe.
Marktberichte.
Gießen, 8. März. Auf dem heutigen Wochenmarkt lofteten Butter per Pfd. 0.90-1.00 t., Hühnereter 2 Stück 12-14 Pfg., Enteneter St. 8 Pfg., Käse per St. 6-8 Pfg.. Käsematte 2 St. 5-6 Pfg., Erbsen per Liter 21 Pfg., Linsen per Liter 32 Pfg., Tauben per Baar Mr. 0.80-1.00, Hühner per Stüd Mt. 1.30-1.40, Hahnen, per Stüd 0.80-1.70, Enten per Stüd 1.70-2.20, Gänie per id. 65-70 Pfg., Ochsenfleisch per Pfd. 68-78 Bfg., Rindfleisch per Pfd. 62-68 Pfg. Schweinefleisch per Pfb. 60-72 fg. Sd weinefletsch gesalzen per Pfund 0.76 Bfg., Kalbfleisch per Pfd. 44-70 Bfg., Hammelfleisch per Pfd. 44-74 Pfg., Kartoffeln pro 100 Kilo 6.00 Mr., 3wiebeln per 3t. Mt. 7.00-10.00, Aepfel per Gentner 20-25 Mr. Milch per Liter 18 Vfa. Dauer der Marktzeit bo n 8 Uhr morgens bis 2 Uhr Nachmittags. Gegenstände des Wochenmarktverkehrs dürfen vor Beginn der Marktzeit übeerhanp nicht, und während der ersten drei Stunden der Marktzeit im Umherziehen feilgeboten werden.
Drud und Verlag der Gießener Verlagsbruderei( vorm. Wilh. Keller), Gießen Berantwortlich: für den politischen und Inseratenteil: Albin Klein für das Lokale, den Gerichts-" und" Deffentlichen Sprechsaal": Fr. Oppermann AMTLICH GLÄNZEND BEGUTACHTET:
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als Kaffee einen Aufguß von gebrannter Gerste oder geröstetem Malz zu trinken. Das und nichts anderes sind aber die offen ausgewogenen sogenannten Malzkaffees. Ein wirklicher Malz kaffe e, der infolge seiner patentierten Herstellungsweise mit den Vorzügen des Malzes auch das feine Aroma und den beliebten Geschmack des Bohnenkaffees verbindet, ist nur Kathreiners Malz kaffee; er kommt aber niemals lose, sondern ausschließlich in Packeten mit dem Bild des Prälaten Kneipp zum Verkauf.
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