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Lokales.

10. Februar 1904.

* Der vom 1. Ausschuß der zweiten Kammer der Stände vorliegende Bericht über die Regierungs­vorlage, betreffend Entwurf eines Gefeßes, die Bildung eines Ausgleichsfonds betreff nd, spricht sich zu­stimmend zu Tendenz und Inhalt der Vorlage aus und empfiehlt unveränderte Annahme. Der Bericht über die Vorstellung von Gehilfen im mittleren Eisenbahn­dienst, betreffend ihre dienstlichen Verhältnisse. Die Betenten erstreben eine diätarische Anstellung mit der späteren Möglichkeit des Aufrückens in mittlere Beamten fellungen. Das Großherzogliche Ministerium der Finanzen ist aus mehrfachen Gründen nicht in der Lage, dem Gesuch zu entsprechen. Der Ausschuß erkennt die Richtigkeit der von der Regierung angeführten Gründe vollauf an und be­antragt, der Vorstellung teine Folge zu geben.

** Aus dem hess. Etat. Für den Umbau der alten Universitätsbibliothek in Gießen, in die das botanische Institut, das landwirtschaftl. Institut und das geographische Institut untergebracht werden soll, wurden 35 000 mf. be= willigt. Die nachgesuchte Kreditübertragung für den Die Zivil­botanischen Garten in Gießen wurde erreilt.

liste des Großherzogs wurde mit 1 265 000 Mt. genehmigt ebenso 5142,68 Mt. zur Bestreitung der Ordenskosten. 40 000 Mt. werden für die Provinzial- Sichenanstalten ver­langt und zwar je 20000 Mt. für Oberhessen und Rhein­hessen. Die vom Ausschuß beantragte Bewilligung der 40000 Mt. wurde genehmigt.- Zu der Position Provinzial­direktionen und Kreisämter beantragt der Ausschuß: in Einnahme den Betrag von 256 555 Mt., in Ausgabe den Betrag von 737 900 Mt. zu bewilligen.

-

* Die Guilliotine, welche in den letzten 10 Jahren in Gießen 2 Mal Arbeit hatte, befindet sich seit einigen Tagen vollständig bis auf das fehlende Fallbeil zu­sammengebaut im Schwurgerichtssaal des Justizgebäudes an der Ostanlage. Notwendige Reparaturen an der Koepfma­schine, welche übrigens noch ein Original aus französischen Beiten sein soll, haben bedingt, daß man das unheimlich ausschauende blutrot angestrichene Instrument in demselben Saal hat aufstellen müssen, in dem vorkommenden Falles den Mördern das Todesurteil gesprochen werden muß.

*** Wie wir hören, beabsichtigt in diesem Jahr der Fahr- Beamtenverein Gießen eine Fahnenweihe abzuhalten, was allgemeine Anerkennung finden wird. Wir wünschen dem ftrebsamen Verein ein Wohlgelingen zu sei em Vorhaben.

Bei der

A Der Kriegerverein Gießen hielt gestern Abend im Vereinslokal Feidel seine diesjährige General­versammlung ab. Der Besuch war entsprechend gut. Der Vorsitzende, Herr Amtsgerichtsrat Wiener leitete dieselbe, gab Bericht über das verflossene Vereinsjahr im allgemeinen und auf seinen Vorschlag hin wurden die erforderlich ge­wefenen Mehrausgaben in 1903 nachträglich einstimmig genehmigt. Dem Rechner Dort wurde Entlastung erteilt. Der Bericht des Schriftführers Möbus wurde ebenfalls gut geheißen. Die Vorstandswahl ging sehr glatt von statten. Per Afflamation wählten die Kameraden die Beamten des Vereins, das sind Herr Amtsgerichtsrat Wiener als 1., Straßenmeister Bommersheim als 2. Vorsigender, Bureauvorsteher Möbus als Schriftführer und Kaufmann Dort als Kassierer. Wahl der 12 Ausschußmitglieder, welche durch Stimmzettel erfolgte, wurden mit Ausnahme eines einzigen Kameraden, die bisherigen wiedergewählt, nämlich die Kameraden Aug. Dörr, Förtsch, Schmied Heß, Kling, Merkel, Möser, Nickel, Rohleder, Sauer, Stuhl und Wehrum; neu in den Vor­stand ist eingetreten Konrad Schäfer, der schon einmal früher demselben angehört hat. Beim Punkt Verschiedenes wurde auf Anregung des Herrn Amtsgerichtsrat Wiener eine Sammlung angeregt für die ähnlich wie für die s. 8t. durch in Süd­die Ueberschwemmung geschädigten Kameraden weftafrika lebenden Angehörigen des Deutschen Kriegerbundes. Die Sammlung ergab 10 Mart 35 Pfg. Es zeigte sich auch hier wieder, daß wahre Kameradschaft in Stunden der Hilfe stets opferwillig eintritt. Nach verschiedenen andern Debatten erfolgte gegen 12 Uhr Schluß der Versammlung. ** Viehmarkt Gießen. Auf dem gestrigen Rind­Diehmarkt war ein Vorrat ron 1300 Stück Grokvich und

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250 Kälber vorhanden. Der Vormarft, bei dem nur schwarzbunte Milchfühe gehandelt wurden, zeigte für das Geschäft in frischmelkender Ware einen überaus flotten Handel. Am Markt selber war die alte Kundschaft sehr zahlreich ver­treten und zeigte für Milchkühe recht flotte Kauflust, so daß für diese Ware die Preise anzogen. Der Fettviehhandel da gegen war flau, es machte sich die Einfuhr der fetten Ware aus Desterreich nach den großen Fleischmärkten wie Frankfurt a. M., Köln a. Rh., welche von Woche zu Woche zunimmt, schon fühlbar auch auf unserem Provinzialmarkt. Auch der Kälberhandel wird davon beeinflußt, wozu noch das nasse Wetter tommt, sodaß heute die Tiere nur zu weichenden Preisen anzubringen waren, abschon unsere heimische Meßger Bedarf hatter. Die Preise für Gangvieh, welches in schönen Paren vertreten war, zeigten sich sehr hoch, obschon der Handel darin nicht sehr lebhaft wurde, weil es für Gangvieh noch zu früh im Jahre ist. Gehandelt wurden Milchfühe frischmelkend und tragende Ware I Qual. 430-480 Mt., einzelne hervorragende Stücke bis über 500 mt. II Dual. 340-410 Mt. III. Qual. 270-320 mt. Fettvieh ging ab pro Ctr. Schlachtgew. Kinder I. Qual. 63-65 Mr. II. Qual. 59-62 Mt. Kühe 48-52 Mt. Kälber I. Qual. 70-75 Mt. II. Qual. 62-68 Mt. III. Qual. 56-60 Mt. Gangochsen pro Par brachten I Sorte 825-900 f. II. Sorte 720-800 Mt. III. Sorte 650-700 Mf. Der Markt endete spät, wurde aber ziemlich geräumt. Nächster Rindviehmarkt Dienstag 23. Febr. d Is.

** Der Krieg zwischen Rußland und Japan hat an der Börse bereits einen Preissturz der Staats­papiere und Aktien hervorgerufen. Es haben bereits verloren: Darmstädter Bank 3 Prozent, Diskonto- Kommandit- Bank 6 Proz., Deutsche Bank 6 Proz., die 3/2 proz. Deutsche Reichsanleihe verlor nur Bruchteile, die 3proz. Deutsche Reichsanleihe wich von 91.60 auf 90.75, die Desterr. Kreditaktien verloren 6,40 Proz., die 4proz. russ. konsolid. Anleihe von 1880 ging von 96.70 auf 93.75 zurück, alle anderen um 2-3 Proz., die Japaner wichen von 72% auf 68% Proz. Die meisten Industriewerte haben 5-6 Proz. verloren.

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* Dem Antis. Abgeordneten Gräfe ist unter a. wegen seiner Rede zur Verteidigung Sachsens gegen die sozialdemo­fratischen Angriffe folgender drahtlicher Glückwunsch des Prinzen von Schwarzburg aus Dessau zugegangen:

" Freudigst berührt durch Ihre eben gelesene glänzende Rede, spreche ich Ihnen meinen herzlichsten Glückwunsch aus in der Hoffnung auf schnelles Wachsen der Zahl Ihrer begeisterten Anhänger des Wahlspruchs ,, in hoc signo vinces". " Prinz von Schwarzburg."

** Launsbach, 10. Febr. Der hiesige Turnverein hält kommenden Sonntag in seinem Vereinslokal eine Kappen fißung ab; hoffentlich wird dieselbe mit bestem Gelingen abschließen. Gut Heil."

Lich. Die Sammlungen der Spenden für das in hiesiger Stadt zu errichtende Fürst Ludwig- Denkmal haben allein aus Kreisen unserer Bürgerschaft 1000 Mt. ergeben und steht, wie von unterrichteter Seite versichert wird, zu erwarten, daß die Höhe von 12-1500 Mt. Hier erreicht werden wird.

Aus dem Ohmtal. Seit vorgestern ist infolge des Tauwetters der Ohmfluß aus den Ufern getreten und hat das ganze Wiesental wieder einmal in einen großen See verwandelt. Ganze Scharen von Wildenten sind eingefallen und scheinen sich in dem nassen Element sehr behaglich zu fühlen.

Gemünden a. d. W., 9. Febr. Gegenwärtig wird die Frage ventiliert, eine bessere Beleuchtung zu schaffen. Ein Versammlung, die dieserhalb einberufen wurde, sprach sich zustimmend aus und da sich eine große Anzahl Licht­Abnehmer schon gefunden, ist die Anlage einer elektrischen Zentrale schon gesichert. Der Preis für eine Flamme 16 Kerzen start beläuft sich jährlich auf 10.50 Mt.

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durch die sehr saubere Arbeit und geschmackvolle Ausführung allgemeine Anerkennung findet.

× Frankfurt a. M., 9. Febr. Heute morgen furz vor 10 Uhr stieß auf dem Bahnhof Höchst a. M. der von Soden kommenden Personenzug mit einem Rangierzug zusammen. Mehrere Wagen sind beschädigt, Personen wurden nicht verlegt.

Darmstadt, 9. Febr. Das Befinden der drei noch darniederliegenden Gemeindeschwestern ist nach wie vor sehr besorgniserregend. Besonders der Zustand einer Schwester giebt wenig Hoffnung auf Besserung.

Mainz, 9. Febr. Heute Vormittag fand man die Ehefrau des Schloffers Veit Gallert in ihrer Wohnung an einem Taschentuche erhängt vor. Da Gallert vor Jahres­frist schon einen mißglückten Mordversuch auf seine Frau gemacht hatte, wurde er unter dem Verdachte, seine Frau aufgehängt zu haben, verhaftet.

Neueste Nachrichten.

Ueber Berlin wird folgendes gemeldet:

*** Port- Arthur, 9. Febr. Fünfzehn japanische Kriegs­schiffe haben heute die Festung angegriffen. Das Feuer wurde erwiedert, das russische Geschwader griff ins Gefecht mit ein. Drei russische Kriegsschiffe sind beschädigt. Nach einstündigem Kampfe dampften die Japaner ab. Russischer­seits sind Tote und Verwundete zu beklagen.

Die Meldung betr. den Angriff auf die russischen Kriegsschiffe vor Port- Arthur hat in französischen Kreisen einen ziemlich deprimierenden Eindruck hervorgerufen.

*** Die Algem. Marine- Korrespondenz" meldet heute, daß die japanische Regierung unmittelbar vor Ausbruch der Feindseligkeiten mit Rußland noch zwei neue gewaltige Schlachtschiffe in England bestellt hat. Um die Herstellung zu be­schleunigen, sind die beiden Schiffe verschiedenen Werften in Auftrag gegeben. Diese neuen Schiffe werden die stärksten Schlachtschiffe, welche bisher überhaupt erbaut sind. Ihre Geschwindigkeit soll 18,5-19 Knoten betragen. Ihre Ablieferung soll bereits innerhalb 18 Monaten erfolgen. Nach den letzten Worten rüsten sich also die Japaner auf eine lange Kriegsdauer.

Wetterbericht.

( Wetterdienst zu Gießen: Beppler.)

Verlauf der Witterung vom Montag bis Dienstag. Niederer Druck bedeckt ganz Mittel- und Westeuropa. Der Kern des Tiefs lagert weftlich Irland. Am höchsten ist der Luftdruck über Südeuropa. Infolgedessen wehen frische Süd- und Südwestwinde, welche trübes Regenwetter hervorrufen. Nur zeitweise klart es auf der Rückseite eines Teiltiefs vorüberg hend schwach auf. Daher voraussichtliche Witteruna Mest trüb, mild, aerinaer Regen, windig.

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Marktberichte.

Frankfurt a. M., 8. Februar. Frucht markt, Es notierten nach Qualität: An Weizen, hiesiger und Wetterauer Mt. 16.75-16.90, furhessischer Mt. 16.60-16.80, norddeutsch. Mr. Kansas Mt. 17.80-18.20, Roggen, hiesiger Mt. 13.50 bis 13.60, russischer Mt. 14.25-14.40. Amerikaner Mt. 14.50 bis 14.75, Gerste, hiesige Mt. 15.50 bis 15.70, Pfälzer, Mt. 15.50 bis 15.75, fränkische Mt. 15 80, Riedgerste Mt. 15.50 bis 15.75, un­garische Wif. 17.50-18.50. Sater, hiesiger Mt. 12.75-13.75, fur­hessischer Mr. 12.75-13 75, Württemberger Mt.== bi8 bayerischer Mk. 12.75-13.75, russischer Mt. 13.50-1.500 Mais, Mixed Mt. 12.10-12.30, La Plata Mt. 11.40-11.70, weißer Mais Mr. 12.50-12.75, russischer Mt. 13.50-13.75. Alles pro 100 Kilo ab hier.

** Frankfurter Hen- und Strohmarkt vom 9. Februar.( Amtl. Notierungen.) Heu per 8tr. 3.20-3.70 Mark, Stroh per 3tr. 0.00-000 mt.

Berantwortlich: für den politischen und Inseratentell: Albin Klein für das Lokale, den Gerichts-" und Deffentlichen Sprechsaal": Fr. Oppermann

+ Kirchhain, 8. Febr. Die Manöver des 11. Armee­torps werden in diesem Jahre voraussichtlich in der hiesigen Gegend abgehalten und erstrecken sich über die Kreise Biegen­hain, Kirchhain, Frankenberg, Marburg und Biedenkopf.

forps werden in diesem Jahre voraussichtlich in der hiesigen Wo Kathreiners Malzkaffee

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Kirchhain, 7. Febr. Hier ist eine Reliefbüste des Kaisers Friedrich ausgestellt, welche von dem Kunstschmiede­meister Sann aus Weiters ha in angefertigt wurde und

Einem verehrten Publikum zur geft. Nachricht, daß mein so schnell beliebt gewordener

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tagtäglich auf dem Frühstückstische dampft, da werden die schlimmen Gäste: Herzklopfen, Nerbenauf­regung und Magenschwäche bald verschwinden und an ihrer Stelle die willkommenen Freunde: Ge­ſundheit, Ruhe und Heiterkeit einkehren.

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