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Janece, vertagsoucyanoter uno yetungsverleger in Hannover, hat sein Mandat, das die Wahlprüfungs­tommission zu kassieren empfohlen hatte, niedergelegt. Er vertrat den Wahlkreis 16 Hannover( Lüneburg- Winsen­Bleckede Soltau- Amt Bergen bei Telle). Sein Gegenkandidat war ein Welfe.

Dem sächsischen Landtage ist der schon ange­fündigte Gesezentwurf zugegangen, wonach die Regierung die Einsetzung von fünf Gewerbeinspektorinnen in den fünf Kreishauptmannschaften Sachsens beabsichtigt, nach­dem sie mit den bisher verpflichteten weiblichen Auskunfts­personen" für Fabritarbeiterinnen durchweg gute Erfahrungen gemacht hat.

Hof und Gesellschaft.

Die Mittelmeerreise des Kaiserpaares ist aufgegeben worden. Wie man mit Bestimmtheit an­nimmt, haben einerseits die trüben Nachrichten aus Deutsch. Südwestafrika, andererseits auch der bevorstehende Ausbruch des Krieges zwischen Japan und Rußland dazu die Ver­anlassung gegeben. Der Kaiser hatte gestern eine längere Besprechung mit dem Reichskanzler Grafen Bülow.

Der Großherzog von Oldenburg tritt demnächst zur Kräftigung seiner angegriffenen Gesundheit eine längere Seereise an. Das nächste Ziel ist Alexandria.

Deutfcher Reichstag.

( 27. Sitzung.) CB Berlin, 8. Februar. Präsident Graf Ballestrem eröffnete die heutige Sigung mit einer Todesbotschaft: der erst 33 Jahre alte Vertreter des sächsischen Wahlkreises Zschopau- Marienberg, Schrift­steller Rosenow( Soz.) ist infolge von Gelenfrheumatis­mus am Herzschlag gestorben. Nachdem sich die wenigen an­wesenden Abgeordneten dem Verstorbenen zu Ehren von ihren Pläzen erhoben hatten, fand eine kurze Geschäftsord­nungsdebatte über die Behandlung der zum Titel Staats­sekretär des Etats des Reichsamts des Innern beantragten sozialpolitischen Resolutionen

statt. Präsident Graf Ballestrem schlug auf Grund eines Beschlusses des Seniorenkonvents vor, die Beratung der Resolutionen bis nach Erledigung der Etatsberatung auszusetzen, da nur noch 39 Sibungen vor Ostern zur Ver­fügung seien. Alle Parteien ließen ihr Einverständnis dazu erklären, auch der sozialdemokratische Abg. Bebel wies aber darauf hin, daß es gerade das Zentrum gewesen sei, welches mit Einbringung seiner Reſolutionen begonnen habe. Erst dann seien die anderen Parteien nachgefolgt. Der Vor­schlag des Präsidenten wurde angenommen, die Resolu­tionen demgemäß abgesetzt und in der Beratung des Etats des Innern fortgefahren. Beim Kapitel Gesundheits­amt" trat Abg. Scheidemann- Solingen( Soz.) für reichsgesetzliche Regelung der verschiedenen Fragen der Rein­haltung der Flüsse ein.

Staatssekretär Posa do wsky teilte mit, daß systema­tische Untersuchungen der Flüsse stattfinden sollen. Bezüg­lich des Rheinstromes sei bereits ein erfreulicher Anfang ge­macht.

Abg. Rettich( kons.) bedauerte, daß der Bundesrat auf die ihm im Fleischschaugeseze anheimgegebene weitere Regelung der Frage der Einfuhr gewisser Waren einstweilen verzichtet habe, obwohl dazu der 31. Dezember vorigen Jahres als nächster Termin vorgesehen war.

mit den beiden konservativen Parteien einige wenige frei­sinnige und Zentrumsmitglieder dafür stimmen. Es muß Hammelsprung stattfinden. Für die Justizkommission stim men 76, dagegen 88, das Haus ist also nicht beschlußfähig. Der Präsident beraumt die nächste Sibung eine Viertel­stunde später an. In dieser wird der Rest des landwirt­schaftlichen Ordinariums schnell erledigt. Dann folgt die endgiltige Abstimmung über die Dienstaufsicht bei den Amts­gerichten, die mit der Ueberweisung des Entwurfes an eine Kommission von 21 Mitgliedern endet.

Staatssekretär Graf Posa do wsky riet dringend vor solchem Vorgehen ab. Es würde dadurch namentlich auch die Beschaffung eines ganz außerordentlich umfangreichen Verwaltungsapparates erfordert werden.

Abg. Müller- Meiningen( freis. Vp.) übt Kritik an den vielen Geheimmittel- Verboten, für die kein genügender Grund vorliege. Harmlose Sachen verbiete man, geradezu schwindelhafte lasse man zu. Durch die Ankündigungs­berbote werde die Presse arg chikaniert.

Nab und Fern

Schwere Stürme und Schneefälle in Japan. Auf den japanischen Meeren, im Norden und im Hochgebirge, haben schwere Stürme und Schneefälle großen Schaden angerichtet. Von Hokkaido werden mehrere Schiffsunfälle gemeldet. Zwei Fischerboote mit sechs bezw. vier Mann sind untergegangen. Ein Segelschiff scheiterte in der Nähe von Shimoda. Der Kapitän und zehn Mann, die ganze Besatzung, ertranken. Bei einem Schiffbruch bei Tokio ertranfen fünf Matrosen und der Kapitän. Auf dem Kisoflusse sank ein Trajektboot mit sieben Passagieren. Unweit Hakata strandete ein Dam­pfer, dessen Kapitän und erster Offizier mit dem Schiff in den Wellen versanken. Von einem anderen gescheiterten Dampfer in der Inlandsee werden sieben Personen vermißt. Durch den mit den Stürmen verbundenen Schneefall ist der Verkehr vielerorts gehindert. In den gebirgigen Teilen Ja­pans liegt der Schnee bis neun Fuß tief. Ein Theater in Wakamatsu und mehrere Häuser in Toyama stürzten durch die Last des Schnees ein. Fast alle Häfen Hokkaidas sind durch Eis geschlossen. Das Gleiche wird von Tongku und Port Arthur gemeldet. Der Peiho ist vollständig fest. Auf einem See in der Nähe Tokios wird eifrig Schlittschuh gelaufen. In Tofio selbst waren bisher nur 8 Grad Celsius Kälte. Tofio liegt aber auf der Höhe Marokkos! Im allgemeinen heißt es, daß ein gleicher Winter in Japan seit 20 Jahren nicht vorgekommen sei.

Staatssekretär Graf Posadowsky: Um dies zu ver­hindern, habe ja eben der Bundesrat ein Verzeichnis der berbotenen Geheimmittel aufgestellt, und zwar unter Zuzie­hung des Gesundheitsamtes.

Abg. Gothein( freis. Ver.) erblickt überhaupt in den Verboten eine unzulässige Bevormundung des Publikums durch den heiligen Bureaukratius". Und Abg. Scheide­mann beschwert sich über Wirkung und Handhabung des Fleischschaugesetzes, das nicht gesundheitlichen Zwecken, son­dern lediglich dem Zwecke der Preisverteuerung diene. Redner verlangte schließlich Beseitigung des Einfuhrver­bots, wie es das Fleischbeschaugese entoalte.

Staatssekretär Graf Posadowsky erklärte, er sei bereit, mit den verbündeten Regierungen wegen Herabsetzung der Fleischbeschaugebühren in Verbindung zu treten. Mit einer Reform des Apothekerwesens auf neuer Grundlage sei jezt der Kultusminister beschäftigt. Bezüglich des praktischen Jahres könne eine allgemeine Dispensation nicht eintreten. Präsident des Gesundheitsamtes Dr. Köhler verteidigt schließlich die Organisation des Gesundheitsamtes.

Preussifcher Landtag.

Haus der Abgeordneten.

A Verunglückte Hochtouristen. Auf der Zugspiße wurden zwei seit dem 1. Februar vermißte Touristen gänzlich zer­schmettert einige hundert Meter unterhalb der Wiener- Neu­städter Hütte hinter der Ludergrube aufgefunden. Die Ver­unglückten sind zwei Münchener Studenten namens Zimmer­mann und Meir. Beide waren von Sachverständigen vor der Tour eindringlichst gewarnt worden.

Brandkatastrophe in Baltimore. In dem Manufaktur­warenviertel Baltimores brach eine mächtige Feuersbrunst aus, die bisher zwanzig Häuserblocks, darunter mehrere öffentliche Gebäude, einäscherte. Menschen sind nicht verun­glückt. Der entstandene Schaden wird auf etwa 40 Millionen Dollars geschätzt. Die Feuerwehr vermag wenig gegen den gewaltigen Brand. Man schreitet jetzt dazu, die weiter be­drohten Baulichkeiten mit Dynamit in die Luft zu sprengen, um der Verbreitung des Feuers Einhalt zu tun. Der Brand ist eine der größten Katastrophen, die das Land heimgesucht haben.

Straßenkampf in Brüssel. Anläßlich der Rekrutenaus­hebung kam es zwischen Polizeiagenten und der Volksmenge zu Zusammenstößen. Hierbei wurden fünf Personen durch Säbelhiebe verlegt und ein Arbeiter erschossen. Der Bürger­meister überwies den Hinterbliebenen des Getöteten 200 Franks als Unterstützung.

gingen Mischheiraten mit den Plebejern ein und ließen sich in Handelsunternehmungen ein. Bushido" konnte sich in einer demokratischen Atmosphäre nicht aufrecht erhalten. Jeder Japaner, ob adelig oder plebejisch, muß jetzt seine Zeit in der Armee dienen. Die Offiziere sind nicht mehr eine geschlossene Klasse und jedem steht die militärische Be förderung offen. Doch es geht in Japan wie in Europa

Gin Duell zwischen zwei Knaben fand in dem kroatischen Dorfe Benamarnel statt. Zwei zwölfjährige Jungen duel­lierten sich mit sogenannten spanischen Messern. Einer blieb tot auf dem Plaze, der andere wurde sehr schwer verwundet. Den Grund zu dem Streit bildete die Eifersucht wegen eines Mädchens. Recht frühreif, diese kroatische Dorfjugend!

( 13. und 14. Sizung.) RK Berlin, 8. Februar. Das Haus sollte sich heute in erster Beratung über die Gesezentwürfe betr. Regelung der Richtergehäl­ter und über die Dienstaufsicht bei den größe ren Amtsgerichten schlüssig machen. Ueber die erste Frage herrscht im allgemeinen, da die Regierung nur einige leine Härten beseitigen will, im allgemeinen Einigkeit. Da gegen fordert der zweite Punkt den heftigsten Widerspruch heraus. Die Nationalliberalen, Freisinnigen und das Zentrum erblicken in der vorgeschlagenen Ernennung von Amtsgerichtsdirektoren einen Angriff auf die Selbständigkeit des Richterstandes. Der Abg Roeren( 3entr.) ruft sogar den Justizminister Schönstedt selbst, der die Vorlage ein­gehend begründet hat, zum Kronzeugen wider dieselbe auf. Der Justizminister habe im Jahre 1901 im preußischen Herrenhause auf eine Anregung hin geäußert, er sei nicht in der Lage, die Ausdehnung der Dienstaufsicht auf die richter­lichen Beamten beim Amtsgericht zu befürworten. Der Justiz minister erklärt seinen damaligen Ausspruch da­mit, daß er gänzlich unvorbereitet gewesen sei und nicht ohne Not eine Erregung unter den Parteien und Beamten hätte hervorrufen wollen. Schließlich kommt es zu einer ziemlich erregten Debatte, ob der Entwurf der ständigen Justiz- oder einer besonderen Kommission übergeben werden soll. Das Resultat der Abstimmung bleibt zweifelhaft, da

tatsächlich refrutieren sich die meisten Offiziere aus einem bestimmten Streise. Im Innersten ihres Wesens sind die Bushido- Traditionen noch lebendig. Japanische Enthu siasten glauben auch, daß diese Prinzipien in einem Kriege mit Rußland noch ihre Kraft beweisen würden. Was uns die Schlachten im Chinakriege am Yalu, in Korea und der Mandschurei gewinnen ließ, waren die Geister unserer Väter, unserer friegerischen Vorfahren, die unsere Hand führten und in unseren Herzen lebten. Nehmt von einem Japaner die fortschrittlichen Ideen fort und er wird sich als Samurai erweisen."

Bilses Roman in Meiningen freigegeben. In Meinin­gen wurde der in Deutschland beschlagnahmte Bilsesche Ro­man Aus einer kleinen Garnison", gedruckt in Wien, auf Beschwerde freigegeben, mit der Begründung, daß nach Ur­teil des Kriegsgerichtes in Met nur die Braunschweiger Ausgabe in Deutschland zu beschlagnahmen sei. Die Frei­gabe ruft großes Aufsehen hervor.

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Die Samurai begannen ihre Uebungen schon im zar­testen Alter; als Kinder noch wurden sie unter völlig Fremde gesandt, um Botschaften auszurichten; sie mußten vor Sonnenaufgang aufstehen und mit bloßen Füßen in der Winterkälte zu ihren Lehrern gehen. Kleine Jungen muß­ten Hinrichtungen mit ansehen und wurden nachts allein an diese Stätte zurückgeschickt, wo sie ein Zeichen auf dem abgeschlagenen Kopfe zu machen hatten. Sie wurden ge­lehrt, daß ein Samurai auch den Hunger ertragen müsse. Selbstbeherrschung, Mut, Tapferkeit und Gehorsam waren die Haupttugenden. Jeder Samurai sah es als offenkun­dige Pflicht an, sich für seinen Herrn zu opfern. Michi­zane, einer der hervorragendsten Charaktere der japanischen Geschichte, wurde aus der Hauptstadt verbannt, und die Feinde wollten seinen Sohn töten. Dieser war in einer Dorfschule verborgen, die von Genzo, Michizanes Vasallen, gehalten wurde. Grenzo hatte sofort die Idee, einen Stell­bertreter für den Geächteten zu schaffen. Ein neuer Schüler vom selben Alter und Aussehen wie der Geächtete wird an­gegeben und enthauptet; die Täuschung wird nicht entdeckt, und als der Vater des armen Knaben heimkehrt, sagt er: Freue dich, mein Weib, unser lieber Sohn hat seinem Herrn einen Dienst erwiesen." Der Samurai wird in Fech­ten, Schießen, jiujutsu"( Angriff mit der Faust, der den Feind betäubt), Reiten, Speerübungen, Taktik, Schönſchrei­ben, Ethik, Literatur und Geschichte unterrichtet. Die Un­kenntnis des Geldwertes galt für ein Zeichen guter Erzie hung. Der Samurai mußte Beleidigungen vergeben, gleichwohl seine Ehre heilig halten und verteidigen. Das Schwert war die Seele des Samurai, und der Schmied arbeitete daran, als ob er heilige Riten erfüllte. Unter bestimmten Umständen war Selbstmord die strengste Pflicht, und für die Vollziehung desselben wurde ein kunstvolles Zeremoniell festgesetzt. Inf Ige dessen stürzten sich heiß­blütige Jünglinge aus Gründen, die keineswegs stichhaltig waren, in den Tod, wie Insekten in das Licht". Obgleich Bushido mit seinem seltsamen Gemisch von Spartanertum und Donquichotterie nicht mehr als System anerkannt wird, so ist sein Geist noch lebendig, und dies mag der Grund sein, weshalb das japanische Volk so friegslustig ist und so fest an seinen Erfolg glaubt.

Kühner Fluchtversuch eines Deserteurs. Aus einem Personenzuge suchte während der Fahrt zwischen Horka und Niederbielau ein Kanonier des Feld- Artillerie- Regiments Nr. 42 in Schweidnitz, der vor längerer Zeit vom Truppenteil desertiert und jetzt bei Hildesheim gefaßt worden war, zu entspringen. Bizefeldwebel Habicht vom 79. Infanterie- Re­giment in Hildesheim, der Transporteur des Deserteurs, der noch bei Zeiten dessen Absicht merkte, packte ihm im letzten Augenblick am Kragen, konnte es jedoch nicht mehr verhindern, daß sie beide aus dem in voller Fahrt befindlichen Zuge stürzten. Ein im Koupee Mitreisender zog sofort die Not­bremse, sodaß der Zug bald stand und die beiden mit ziem­lich schweren Verlegungen wieder aufgenommen werden konnten.

Bushido, Japans Ehrenkodex.

Die Augen der ganzen Welt richten sich in diesen Tagen mit gespannter Aufmerksamkeit auf das kleine Inselreich im fernen Osten, das dem mächtigen russischen Zaren den Fehdehandschuh hingeworfen hat. Die Streitkräfte Japans sind, das ist die Ueberzeugung aller europäischen Fachleute, nicht zu unterschätzen und vor allem wird dem Offizier­forps von Sachkennern die größte Anerkennung zuteil. Ein englischer Offizier, der kürzlich aus Japan in die Heimat zurückkehrte, schildert die Offiziere als vorzügliche kleine Burschen, immer bei der Sache, immer begierig, etwas hinzu­zulernen". Das einzig Bedenkliche an ihnen war nach dem Urteil des Engländers, daß sie, wenn sie dachten, daß man nicht darauf achtet, Dinge aufschnappten", die man ihnen nicht gezeigt hatte, und versuchten, das Geheim­nis herauszubringen. Wenn die japanischen Offiziere die­ses Urteil gehört hätten, hätten sie alles daran gesetzt, eine solche zweifelhafte Meinung von sich abzuwälzen, denn in den Traditionen des japanischen Wehrstandes gilt die Ehre mehr als das Leben.

Bushido", ihr Ehrenkoder, war die Religion der Sa­murai, der Angehörigen der alten Kriegerkaste, die zwischen dem Adel und dem Plebejer stand. Wörtlich übersetzt be­deutet ,, Samurai"" Pfade des kämpfenden Ritters", die Wege, die der Streiter sowohl in seinem täglichen Leben wie in seinem Beruf zu wandeln hat. Mit dem Untergang des feudalen Systems im Jahre 1870 und nach dem Edikt, das das Tragen von Schwertern verbot, hörte die Samurai­klasse als getrennte Kaste auf zu eriſtieren. Die Samurai

Kunft und Wissenschaft.

NT. Zwei Dichterjubiläen. In Frankfurt a. M. feierte gestern Dr. Wilhelm Jordan, der Dichter der Nibe­lungen", im engsten Freundeskreise seinen 85. Geburtstag. Er empfing zahlreiche Telegramme und Geschenke, u. a. eine Adresse aus Tilsit, wo er das Gymnasium besucht hat.- Mit ihm zugleich beging Felix Dahn, der Autor des allen Deutschen bekannten Romans Ein Kampf um Rom", seinen 70. Geburtstag. Auch ihm gingen von allen Seiten Glück­wünsche zu.

OF. Als ein großer Sieg der Aerztinnen ist das Resultat der Wiener Aerztekammerwahlen zu bezeichnen: die prak­tische Aerztin Dr. Gabriele Freiin v. Possanner wurde mit großer Stimmenmehrheit als stellvertretendes Mitglied in diese Vertretung der Wiener Aerzteschaft gewählt. Es ist dies eine Tatsache, die in den Bestrebungen der Frauen, sich neben dem Manne gleichberechtigt in die verschiedenen Berufe zu stellen, als ein Grenzstein betrachtet werden tann. Die Wahl der Frau Dr. v. Possanner fann gesetzlich nicht an­gefochten werden. In dem Kammergeseze heißt es: Nur diejenigen Aerzte besigen das aktive und passive Kammerwahl. recht, die auch das Gemeindewahlrecht besitzen. Dieses Wahlrecht erfordert aber die österreichische Staatsbürger­schaft und das männliche Geschlecht." Nach diesem Gesetze also besäße Frau Dr. v. Possanner kein Wahlrecht. Tatsäch lich erklärte auch der Magistrat anläßlich einer Kammerwahl den Stimmzettel der Frau Doktor für ungiltig, allein sie provozierte in dieser Frage im Jahre 1900 eine verwaltungs­gerichtliche Entscheidung, die das Wahlrecht auch den Aerztin­nen einräumte, sofern sie die österreichische Staatsbürger­schaft besitzen. Frau Dr. v. Possanner, die sich die Gynäko­logie zum Spezialstudium erwählt hat, ist derzeit Aspiran­tin an der chirurgischen Abteilung des Stephanieſpitals. Ob sie im Falle einer Vakanz auch zum Hilfsarzt ernannt vird, iſt noch unentschieden.

Der Landwirt.

rb Der deutsche Landwirtschaftsrat wird zu seiner 32. Plenarversammlung am 9. Februar d. J. in Berlin zu­sammentreten. Auf der reichhaltigen Tagesordnung stehen unter anderem folgende Gegenstände: Die Leistungsfähig­keit der deutschen Viehzucht; Bau von Landarbeiterwohnun­gen mit Darlehen der Landesversicherungsanstalten; der wirtschaftliche Zusammenschluß der mitteleuropäischen Staa­ten und die Reform unserer bisherigen Meistbegünstigungs­berträge; die landwirtschaftliche Bevölkerung des Deutschen Reiches um die Wende des 19. Jahrhunderts; die Bedeu­tung der ländlichen Bevölkerung für die Wehrkraft des Deutschen Reiches nach den von dem Herrn Reichskanzler angeordneten Erhebungen; die Vererbungsweise des bäuer­lichen Besites in den früheren Gebieten des französischen Rechts mit Rücksicht auf die Erhaltung des Bauernstandes; die Fideikommißgefeßgebung in den deutschen Bundesstaaten. Bericht der Kommission für den Gesetzentwurf über den Ver­sicherungsvertrag; Haftbarkeit der Tierhalter nach§ 833 des Bürgerlichen Gesetzbuches; der heutige Stand der Kar­tell- und Syndikatsfrage; die Kartoffeltrocknerei und die Korntrockenapparate in betriebs- und volkswirtschaftlicher Hinsicht; Verbot des Verkaufes von Vieh-, Milch, Mast-, Kraft, Freßpulvern und ähnlichen Geheimmitteln durch Hausierer, Kaufleute und Krämer.

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