nung der Sultan ablehnt. Der bulgarische Ministerpräsident Petrow hat dem Fürsten Ferdinand in Philippopel Vortrag über die Lage gehalten.
Hof und Gesellschaft.
*** Der Kaiser empfing gestern, wie aus Palermo telegraphiert wird, an Bord der„ Hohenzollern" die Mitglieder der deutschen Kolonie, hierauf den Erzbischof von Monreale. Zur Mittagstafel auf der Hohenzollern" waren die Spitzen der Militär- und Zivilbehörden geladen, ferner der Principe de Camporeale, der deutsche Konsul und Professor Salinas.
Durch den Flügeladjutanten Major v. Chelius ließ der Kaiser dem 90jährigen Erzbischof von Palermo, welcher krank zu Bett liegt, einen Blumenstrauß überreichen. Der Erzbischof war über die Allerhöchste Aufmerksamkeit herzlich erfreut.
*** Die Kaiser in wird in diesen Tagen ihre beiden Söhne, die Prinzen August Wilheln. und Oskar zur Wiederaufnahme ihrer durch die Osterferien unterbrochenen Studien nach Plön zurückbegleiten und im Anschluß hieran dem Herzogspaare Friedrich Ferdinand von Schleswig- HolsteinSonderburg- Glücksburg einen Besuch abstatten. Die Anfunft in Glücksburg ist auf den 12. d. Mts. festgesetzt. Für den dortigen Aufenthalt der hohen Frau sind etwa 14 Tage vorgesehen.
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Die Vermählung des Großherzogs von Meck= lenburg- Schwerin mit der Prinzessin Merandra von Cumberland ist, neueren Meldungen aus Gmunden zufolge, endgiltig auf den 7. Juni d. Is. festgesetzt worden.
Gräfin Waldersee beabsichtigt, dauernd ihren Aufenthalt in Hannover zu nehmen, denn sie hat dort eine Villa käuflich erworben, wegen deren Ankauf der verstorbene Feldmarschall nicht lange vor seinem Ableben Verhandlungen angeknüpft hatte.
*** In Ludwigsburg fand gestern die feierliche Beisehung des Prinzen Mar zu Schauriburg- Lippe statt, an welcher die gesamte königlich- württemt rgische Familie teilnahm. Als Vertreter des Kaisers war der kommandierende General von Lindequist aus Frankfurt a. M. crschienen. Ferner waren anwesend der Großherzog von Oldenburg, der Erbgroßherzog und die Erbgroßherzogin von Baden, Prinz und Prinzessin von Sachsen- Alten. Frg, Fürst und Fürstin zu Waldeck und Pyrmont, der Erbpri: zu Wied, zahlreiche Standesherren, Minister und Gesandte.
Hus dem Gerichtssaal.
§ Die Bauzener Offiziersaffäre, die auch im Reichstag oft erwähnt wurde, beschäftigte gestern das Landgericht in Dresden. Wegen Beleidigung der sächsischen Offiziere, insbesondere des Bauzener Offizierkorps, hatte sich der verantwortliche Redakteur des„ Beobachters an der Elbe", E. J. Stein zu verantworten. Die Anklage stützt sich auf drei Artikel in Nr. 9 der genannten Zeitschrift. Diese Nummer wurde kurze Zeit nach ihrem Erscheinen konfisziert. Der Angeklagte wurde wegen öffentlicher Beleidigung zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt.
§ Der Bierdruck- Apparat. Eine den gesamten Gastwirtestand berührende Strafsache beschäftigte das Berliner Schöffengericht. Ein Restaurateur war angeflagt, trotz der Aufforderung des Polizeipräsidiums die Prüfung seines Bierdruckapparats auf seine Kosten verweigert zu haben. Er soll hierdurch die Polizeiverordnung vom 5. Januar 1893 verlegt haben, durch die den Gastwirten aufgegeben ist, ihre Bierdruckapparate alle zwei Jahre durch die vom Polizeipräsidenten ernannten Sachverständigen prüfen zu lassen und hierfür die vom Präsidium festgesetzten Prüfungsgebühren zu zahlen. Die Berliner Restaurateure beschlossen, diese Strafsache wegen ihrer allgemeinen Wichtigkeit durchfechten zu lassen, und hatten auch guten Erfolg. Das Schöffengericht sprach den Beklagten frei, weil es der Ansicht war, daß sich die Polizeiverordnung, indem sie die Kosten der Revisionen den Gewerbetreibenden aufbürdet, nicht in den dem Polizeiberordnungsrecht zugewiesenen Grenzen halte. Die Weigerung des Angeklagten sei daher berechtigt getvesen.
§ Ist Erkrankung an Tuberkulose ein Grund für den Rücktritt von einem Verlöbnis? Bei der allgemeinen Aufmerksamkeit, die neuerdings der Tuberkulosefrage in allen Kulturländern geschenkt wird, kann es nicht wundernehmen, daß derselben bei der Eheschließung erhöhte Beachtung geschenkt wird, und so hat denn die oben angeführte Frage einem: Gerichtshof zur Entscheidung vorgelegen. Das gefällte Urteil
Der Wildhirt.
Eine oberhessische Dorfgeschichte von J. Becker. ( Fortsetzung) ( Nachdruck verboten.)
Die Burschen wußten Anfangs nicht recht, wie hnen geschehen. Auf Hangcurt hatte keiner den gering ten Verdacht, feiner ahnte, daß dessen Eingreifen das Ende des Kampfes auf die einfachste Weise herbeigeführt hatte; sie waren alle des Glaubens, daß sie während bes Kampfes dem Rande des Aufganges zu nahe ge tommen und so unversehens hinabgestürzt seien. Einig lachten, während andere, die etwas zu Schaden gekommen waren, Verwünschungen gegen den Gänsetiophel aus: stießen. Als sie sich von dem Sturze erholt hatten und wieder in den Hausgang traten, hatte sich auch be reits der Lange emporgearbeitet. Er war am schlechtesten bei dem ganzen Vorfall weggekommen, denn erstens hatte er ein Loch" an der Stirne, aus dem das Blut bick hervorquoll und über das Gesicht auf seine Kleider herabriefelte, zweitens hatten sich auch die Kämpfenden auf ihm herumgetummelt, als er nach dem erhaltenen Schlag hingestürzt war, und so mochte er noch manch blutrünftige Stelle am Körper haben, deren Schmerz haftigkeit er jetzt kaum fühlte.
" Dem Langen g'schiehts recht," sagte einer der Burschen womit er bei den Anderen Zustimmung fand, denn im Grunde genommen gönnte jeder dem: brutalen Menschen die Tracht, die er erhalten.„ Er hätt von dem Tiophel bleiben sollen; mit dem is nit gut Kirschen essen."
Einige führten den Verletzten dann an den Hof brunnen und pumpten ihm Wasser auf den Kopf. Glücklicherweise waren keine Scherben im Schädel
ging dahin, daß ohne Zweifel die Zungentuberkulose als ein Leiden anzusehen ist, bei dessen Vorhandensein dem anderen Verlobten der Abschluß der Ehe und deshalb billigerweise auch eine Fortsetzung des Verlöbnisses nicht zuzumuten ist.
Nah und Fern.
Im Kaiserlichen Jagdschloß Rominten ist man gegenwärtig mit der Errichtung eines Neubaues beschäftigt, der ausschließlich für die Unterkunft der Kaiserin und ihres Gefolges dienen soll, wenn diese ihren Gemahl nach Ostpreußen begleitet. Die Arbeiten sollen derart gefördert werden, daß der Anbau, welcher 30 Räume aufweist, bereits zum Herbst d. Js. seiner Bestimmung übergeben werden kann.
† Der geistliche Prinz. Aus Paris wird gemeldet, daß Prinz May von Sachsen, der bekanntlich katholischer Priester ist, dort seit einigen Wochen verweilt und vor aristokratischen und Arbeitergemeinden predigt.
Attentat auf einen Eisenbahnzug. Ein nichtswürdiger Anschlag ist auf den von Köln nach Münster fahrenden Personenzug unweit der Station Rheine verübt worden. Bubenhände hatten eine schwere eiserne Sette quer über die Eisenbahnschienen gespannt, um den Zug unweit der eisernen Mühlenbachbrücke zum Entgleisen zu bringen, das Hindernis wurde jedoch glücklicherweise rechtzeitig bemerkt, und dadurch ein großes Unglück verhütet.
Die Pockengefahr in Bochum besteht fort. Von amtlicher Seite wird berichtet, daß jetzt auch eine Krankenschwester an Pocken erkrankt sei; ferner sind zwei verdächtige Fälle festgestellt. Die mit den früher Erkrankten in Berührung gewesenen und isolierten Personen werden voraussichtlich hcute freigelassen werden.
Anzen Friedrich Leopold. Prinz Fried von Preußen ist auf einer Ausfahrt in einem Automobil mit einem Fuhrwerk zusammengestoßen. Der Prinz wurde durch den Anprall auf den Lenker des Automobils geschleudert; die Deichsel des Fuhrwerks durchbohrte die Außenwand des Sizes. Sein Adjutant, Major v. Rathenow, blieb unverletzt. Der Prinz befindet sich in seinem Berliner Palais in der Behandlung des Professors v. Bergmann. An den Kaiser ist eine Depesche abgegangen, die ihn von dem Unfall unterrichtet, dessen Folgen hoffentlich bald überwunden sein werden.
Die Sturmflut an den Küsten Schleswig- Holsteins, die seit Mittwoch wütete, hat ungeheuren Schaden angerichtet. Auch Menschenleben sind ihr zum Opfer gefallen.
In der Wesermündung wurden drei Menschenleben vernichtet. Das mit Garneelenfang beschäftigte Fahrzeug des Fischers Langhorst aus Lehe wurde auf den Eversand geworfen und kenterte. Die drei Mann starke Besatzung ist ertrunken.
In Husum, Hadersleben und Umgegend richtete die Flut Verheerungen an. Das Wasser drang in die Häuser, deren Keller überschwemmt wurd n. In Kiel brachen die Spezialschiffe infolge des Sturmes ihre Uebungen ab. Der Flottenchef ordnete die Aufhebung des geplanten Nachtangriffs der Geschwaderschiffe auf die Hafenforts an. Die Torpedoboote fehrten in den Kriegshafen zurück, ebenso das Flottenflaggschiff.
Bunte C., onik. In Königsberg i. Pr. befinden sich zur Zeit gegen 500 Bauhilfsarbeiter im Ausstand; auch 330 Maurer sind dadurch arbeitslos.
- Ueber die Posener sozialistische Genossenschaftsbäckerei wurde der Konkurs eröffnet.
Vermifchtes.
[ Eine Schule zum Geschenk.] Brauereibesizer Haase in Breslau hat der dortigen italienischen Kolonie ein ebensc hochherziges wie großartiges Geschenk gemacht. Er stiftete ihr eine vollständig eingerichtete italienische Schule und wird deren Unterhalt aus eigenen Mitteln dauernd bestreiten. Der Spender versieht das Ehrenamt eines italinischen Konsule in Breslau.
[ Wo befand sich der erste deutsche Turnplatz?] Im allgemeinen herrschte bisher die Ansicht, daß sich der erste Turnplatz in der Hasenhaide bei Berlin befunden habe. Nun wird aus Turnerkreisen geschrieben, daß der erste deutsche Turnplatz im Osten Deutschlands errichtet worden sei. Schon im Jahre 1809 begründete der Tugendbund in Brauns berg( Ostpr.) den ersten öffentlichen Turnplatz, allerdings ohne daß dieser die Bedeutung der Wirkungsstätte Jahns erlangte.
A[ Das tausendjährige Jubiläum] wird in diesem Jahre stecken geblieben und so erwies sich die Verwundung als eine leichte. Man band ihm ein nasses Tuch um den Kopf und schaffte ihn nach Hause.
Unterwegs aber schnalzte er mit der Zunge und fnirschte mit den Zähnen:„ Wenn ich' n friege, zerreiß ich' n! Es mag m'r leicht, ich stürm' ihm heut Abend noch's Nest."
Auf den Fortgang der Kirmeß übte der Borfall weiter feinen nachteiligen Einfluß. Nach einer Viertelstunde saßen die Burschen insgesamt um den Hannhenner, sangen und tranfen nach Herzenslust.
Der Hangcurt saß wieder sinnend in einer Ecke. Er beobachtete mit gespannter Aufmerksamkeit das Elschen und dessen Verhalten dem Burkhennersch gegenüber, um zu sehen, ob dieses so beschaffen war, daß der fremde Bursche sich Hoffnungen auf das Mädchen hätte machen können.
Jetzt endlich wurde das Kirmeßhaus leer, denn es war Zeit zum Abendessen und die Meisten gingen deshab nach Haus; freilich um nachher wieder zu kommen. Jeder der Burschen wollte den Hannhenner mitnehmen zum Essen; da dies aber eben jeder tun wollte, so hatte dieser einen guten Grund abzulehnen, weil er c mit keinem verderben wollte. Gc blieb da rum vorläufig an einem Tisch allein sitzen und da das Elschen jetzt wenig zu tun hatte, so setzte es sich auf eine Bank dem Burschen gegenüber und sprach mit ihm etliche Worte.
Hangcurt empfand, als er dies mit eifersüchtigen Blicken beobachtete, einen bitteren Schmerz, und es setzte lich in ihm die Meinung fest, daß der fremde Bursche von dem Mädchen, das er so sehr liebte, ihm vorgezogen würde und es überkam ihn daher so etwas wie Ent sagung freiwillige Verzichtleistung auf ein geträumtes Glück. Es war ihm alles gleichailtig und die Kirmeß
die Stadt Mettmann begehen. Die Jubelfeier ist auf den 22. bis 24. Juli festgesetzt und soll den Charakter eines Volks. festes tragen.
[ Tod eines 102jährigen.] In Dorotheendorf, Kr Zabrze, ist der Invalide Scheier, der ein Alter von 102 Jah ren erreicht hat, zur letzten Ruhe gebettet worden. Seinem Sarge folgte auch die Ehefrau, eine noch rüstige Greisin im Alter von„ nur" 101 Jahren.
[ Gine eigenartige Kindesunterschiebung] ist in Altono bersucht worden. Mitte März verschenkte eine Frau in Ham burg ein kleines Kind an eine angebliche Frau Javonow, die angab, ihr Mann sei in Kiel Zollbeamter. Die Mutter empfand jedoch Reue und wollte das Kind wiederhaben. In Kiel war aber die Frau Javonom nicht zu finden. Schließlich machte sie die Kriminalpolizei als eine Wirtschafterin anderen Namens bei einem Beamten in Altona ausfindig. Die Wirt schafterin hatte diesen durchaus mit einem Kinde beschenken" wollen, und der Beamte hatte auch nichts gemerkt, bis ihn die Polizei über den Sachverhalt unterrichtete.
[ Ein neues Straßenpflaster] wird seit einiger Zeit im Lande der Erfindungen, in den Vereinigten Staaten von Amerika, probiert. Man ist nämlich dort dazu übergegangen, Straßen mit Stahl zu pflastern. Daß ein solches Pflaster bedeutende Widerstandskraft besitzen muß, leuchtet ohne wei teres ein; auch rühmt man ihm nach, auf ihm komme Aus. gleiten von Menschen und Tieren weit seltener vor, als auf dem Asphalt. [ Trinksitten der Tübinger Studenten.] Der Tübinger Universitätsprofessor Dr. v. Grüßner, ein eifriger Förderer der Mäßigkeitsbestrebungen, richtete an sämtliche akademische Verbindungen der Universität Tübingen die Umfrage, ob sie Abstinenten" aufnehmen. Von 32 Verbindungen mit 1037 Mitgliedern haben 6 Verbindungen mit 212 Mitgliedern mil " Ja" geantwortet. 8 Verbindungen mit 333 Mitgliedern machen die Aufnahme von Abstinenten von gewissen Be dingungen abhängig. 9 Verbindungen mit 201 Mitgliedern berneinten die Anfrage meist mit dem Hinweis, daß studentisches Leben und vollständige Abstinenz nicht wohl vereinbar seien. Keine prinzipielle Stellung nahmen 3 Verbin dungen mit 83, gar keine Antwort gaben 6 mit 141 Mit gliedern. Aus dem Ergebnis der Umfrage schließt Prof. Dr. b. Grüßner, daß auch in studentischen Kreisen die Bestrebungen der Mäßigkeits- und Enthaltsamkeitsvereine Fortschritte machen.
Kunft und Wissenschaft.
HC Das Todesurteil Christi. In der berühmten Kapelle zu Caserta in Italien befindet sich unter anderen Reliquien auch eine Platte aus Stein, welche, in althebräischer Schrift eingegraben, den Urtert des von dem Landpfleger Pontius Pilatus über den Heiland gefällten Todesurteils enthält. Dieser Wahrspruch lautet:
Urteil,
gesprochen von Pontius Pilatus, Landpfleger von Niedergaliläa, daß Jesus von Nazareth den Kreuzestod erleiden soll.
Im 17. Jahre der Regierung des Kaisers Tiberius und am 25. Tage des Monats März in der heiligen Stadt Jerusalem, als Ananias und Kaiphas Priester und Oberpriester Gottes waren, verurteilt Pontius Pilatus, Landpfleger vor Niedergaliläa, auf dem Präsidialstuhle Paätons sitzend, Jesum von Nazareth, an einem Kreuze zwischen zwei Schächern, zu sterben, da große und notorische Zeugnisse des Volkes ausjagen:
1) Jesus ist ein Verführer,
2) Jesus ist ein Aufwiegler,
3) Jesus ist ein Feind des Gesetzes,
Jesus nennt sich fälschlich Gottes Sohn,
5) Jesus nennt sich fälschlich König von Israel,
6) esus ist in den Tempel getreten, von einer Palmen in den Händen tragenden Menge gefolgt. Bontius Pilatus, Landpfleger von Niedergaliläa, befiehlt dem ersten Zenturionen Quirilius Cornelius, ihn zum Nichtplat zu führen, und verbietet allen armen und reichen Versonen, den Tod Jesu zu hindern.
Die Zeugen, welche den Urteilsspruch gegen Jesu gezeichnet haben, sind folgende: 1) Daniel Robani, Pharisäer, 2) Johannes Zarabatel, Schriftgelehrter, 3) Raphael Nobani, Schriftgelehrter, 4) Caper, Schriftgelehrter.
Jesus wird aus der Stadt Jerusalem geführt werden durch das Tor Särena.-
Eine Anmerkung besagt, daß eine gleiche Platte jedem Stamme übersandt worden ist". Es ist jedoch noch nicht geIngen, zu ermitteln, wo die Platten geblieben sind; sic sind entweder vernichtet oder harren noch einer gelegentlichen Ausarabung.
ihm gewissermaßen zum Ekel geworden. Er wartete daher den Augenblick ab, bis das Elschen einmal hinasu mußte in die Küche zu seiner Mutter, dann ging er fort mit dem festen Vorsatz, die Kirmeß nicht mehr zu besuchen, mochte das Elschen dann davon denter, was es wolle.
Er schlenderte betrübten Sinnes durch das Dorf nach heim. Wenngleich er auch dem Burscher, der dörflichen herkömmlichen Anschauungsweise und den eignen Empfindungen entsprechend, nichts weniger als freundlich gesonnen war, so lages ihm doch durchhaus sern, ihn etwa durch Gewalttätigkeiten vom Orte fern zu halten oder ihm, nach den Gegflogenheiten der Dorf= bewohner,„ aufzupassen" und die Knochen entzwei zu schlagen. Was ihn am meisten verstimmte, war bas Verhalten Elschens, und es gährte in ihm der Gedanke, dem Mädchen Trotz zu bieten und durch sein äußerliches Benehmen darzutun, als seien ihm die Bewerbungen des auswärtigen Burschen, auch wenn sie bei Elschen von Erfolg getrönt seien, ganz und gar gleichgiltig.
Zu Hause fand er alles in festmäßiger Unordung. Ein Teil des Gesindes hatte schon gegessen, während der andere noch bei der Kirmeß war. Auch von seinen beiden jüngeren Brüdern, die sich allerdings noch nicht im burschenmäßigen Alter befanden, hatte sich noch leiner zum Abendessen sehen lassen. Der große Familientisch war den ganzen Tag gedeckt und je nach der Tageszeit standen die üblichen Speisen darauf. Diese Einrichtung war gut, denn Alle, die zum Hause gehörten, konnten nach Belieben gehen und kommen- immer war das entsprechende Essen da, brauchte also nicht besonders aufgetragen zu werden.
( Forts. folgt.)
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