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die Dorfbewohner kämpften. Die vier Westonare sahen am Ufer Menschenleichen liegen, von denen einige bereits zerlegt waren, um später verspeist zu werden. Ein farbiger kongo­staatlicher Soldat schleppte gerade zwei menschliche Beine fort, während ein anderer Soldat ein Bein in einen Storb steckte. Andere nichtuniformierte Eingeborene waren ihnen behilflich. Der Dampfer setzte seine Fahrt nach Basoko fort, wo der Vorgang den kongostaatlichen Behörden mitgeteilt wurde. Die Untersuchung darüber dürfte in Leopoldville oder in Boma stattfinden, aber kaum irgend eine Bestrafung der Kannibalen zur Folge haben. In der kongostaatlichen Armee dienen zahlreiche Eingeborene aus Stannibalenstäm men, die auch als Soldaten ihre Gewohnheiten nicht ab legen, und die Offiziere wagen es nicht, gegen die Menschen­fresserei ihrer Leute einzuschreiten, aus Furcht, selbst ermor­det und verspeist zu werden!

Heer und flotte.

Ueber die angekündigte durchgreifende Uniformänderung verlautet jetzt näheres. Mit Bestimmtheit spricht man in militärischen Streisen davon, daß am 27. Januar eine neue Grundfarbe für die Waffenröcke der ganzen Armee, und zwar annähernd diejenige der Jäger zu Pferde, vielleicht etwas mehr mit vorherrschendem Grau, befohlen werden wird. Die Knöpfe werden matt bronziert sein. Weniger bestimmt spricht man von der Absicht, die Feldbinde durch ein Ueberschnallkoppel aus schwarzem Lackleder, wie es die Marine Offiziere schon, tragen, nicht gerade zum Vorteil des Aussehens der Uniform und der Schonung der Röcke, zu ersetzen und die Abzeichen des Dienstgrades auf den Aermeln anzubringen, wie es ebenfalls bei der Marine der Fall ist. Ganz unwahrscheinlich scheint das ebenfalls verbreitete Gerücht, daß man die Gradabzeichen auch auf den Aermeln der Baletots anzubringen gedenkt, da man dann doch dies Kleidungsstück wohl nicht eben mit Achselstücken zur Kenntlichmachung des Dienstgrades versehen haben würde. Dagegen ist wieder bestimmt zu erwarten der Er­satz der grauen Litewka durch eine graugrüne mit einer Knopfreihe, weniger Passepoils und ohne Knopf auf dem Spiegel am Kragen, also eine in jeder Beziehung praf­tischere.

Reserveleutnants Georg Dungherßky nicht als Ehrensa zu betrachten sei.

Man sieht, der Herr Abgeordnete Sacellary schneidet bei der Sache nicht gerade glänzend ab. Zwar versucht er den Wert eines ärztlichen Zeugnisses, das den jungen Dungy erßfy für geistesgestört erklärt, herabzusetzen, und gibt sich den Anschein, als sei dieser ihm als geistig ganz normal er schienen. Doch will an diese Ausflucht niemand ernst glau ben und es wird wohl auf dem edlen Volksvertreter der Makel haften bleiben, einen geistig Minderwerten im Spiel haben rupfen zu wollen.

Eine staatliche Maschinengewehrfabrik soll, in Anglie derung an eine der bestehenden Militärmerkstätten, errichtet werden. Wo, steht bisher noch nicht fest. Die Maschinen­gewehre wurden bisher ausschließlich von einer inländischen Privatfabrik geliefert.

Cislauf- Koftüme und Ball- Toiletten.

Modebrief unserer ständigen Korrespondentin. Nach dem Weihnachtsfest jetzt eigentlich erst der Winter mit seinen Freuden und Genüssen ein. Die jungen Damen brauchen nicht mehr zu sticheln, zu pinseln und zu brennen; denn die Geschenke sind glücklich untergebracht. Nun geht es hinaus auf die Eisbahn! Auf glattem Eisspiegel dahin­gleiten, womöglich am Arm des heimlich oder offen Er­wählten, ist ein herrliches Vergnügen.

Ein Nachspiel zum Fall Seyboth trug sich bei der Vorstandswahl zum: Münchener Gemeindebevollmächtigten­collegium zu. Der bisherige erste Vorsteher, Kommerzienrat Seyboth, der Bruder des wegen Wechselfälschung berurteilten rüheren Reichstagsabgeordneten Seyboth erklärte, daß er nit Rücksicht auf die Verurteilung seines Bruders, mit dem er übrigens seit Jahren nur in losen Beziehungen gestanden habe, auf eine Wiederwahl verzichte. Demgegenüber er­Tärten Liberale und Zentrum, trotz dieser Erklärung Sey­both wiederwählen zu wollen. Seyboth wurde hierauf viedergewählt und hat die Wahl angenommen.

Ungetreuer schweizerischer Beamter. Der Chef des Telephonwesens von Chaux de Fonds Weißmüller ist nach erheblichen Veruntreuungen flüchtig geworden. Er hat in einem vor seiner Flucht geschriebenen Briefe angedeutet, daß er in der Taubenlochschlucht bei Biel den Tod suchen werde. Die bisher dort angestellten Nachforschungen sind ergebnis­los verlaufen. Man vermutet, daß Weißmüller nach Deutsch­land geflüchtet ist.

Natürlich fleidet sich die junge Schöne für die Eisbahn so leicht wie möglich. Schlank und flott will sie erscheinen. In der Tat sind für gute Schlittschuhläuferinnen übermäßig warme Kleider überflüssig. Das moderne Mädchen trägt nur einen einzigen Jupon, aus weichem Stoff, wenn nicht aus Seide, so aus Satin mit warmem Futter. Der Rod des Sportkostüms ist selbstredend fußfrei. Am geschmack­vollsten wirkt ein großfarrierter Rock aus Plaidstoff_ohne Futter und dazu eine kurze hübsche Pelzjacke, Boleroform. Sehr großen Damen stehen auch die langen ansitzenden Frackjacken. Ganze Tuchkostüme sind noch immer für die Eisbahn sehr beliebt. Sie werden mit drei sehr hohen Volants garniert, die übereinanderfallen. Mit Pelz- oder Sanmetrollen säumt man sie ein. Das kurze Jäckchen, das den seidenen Schnebbengürtel sehen läßt, wie die Volants mehrmals gesteppt und mit Pelz- oder Sammetrollen ein­gefaßt ist, öffnet sich vorn. Ein weißer Spißenbausch wird sichtbar. Lange Spiten fallen aus den weiten Aermeln heraus. Dazu ein weißer Muff und eine weiße Pelz­kravatte. Der Muff muß beim Schlittschuhlaufen stets an einer hübschen Sette, sei sie aus Stahl oder aus Gold, hängen. Für die Eisbahn eignen sich am besten kleine Hüte. Die großen schwanken zu leicht durch den Wind, und durch die wilde Jagd auf dem Kopfe hin und her. Zu dem beschrie benen schwarzen Tchkostüm mit weißen Spizen würde ein modern gebogener, mit hoher Krempe versehener Canotier mit weißer aber nicht wallender Feder sehr kleidsam sein. Auch kleine Pelzhüte mit einem Blumentuff und rückwärts herabfallenden jabotartig gefalteten Spitzenenden sind sehr modern. Als chik gilt ein blauer Sammetrock, mit fariert seidenem Futter und dazu eine weiße oder rote gestrickte Bluse mit Goldknöpfen und hübsch gefnoteter Kravatte. Diese gestrickten Blusen sind aus England importiert und führen den Namen knitted waists".

Mangel an Infanterieleutnants. Wie die Rangliste zeigt, herrscht 3. 3t. im preußischen Heere ein Mangel an Infanterieleutnants. Nach dem Gtat sollen 8783 Leutnants der Infanterie vorhanden sein, daran fehlen in Wirklichkeit nahezu 1200. Jm Durchschnitt fehlen den Regimentern zu drei Bataillonen sechs, denen zu zwei Bataillonen zwei bis drei Leutnants, bei einzelnen Grenzregimentern im Westen stellen sich aber die Mantos an Leutnants auf die bedeutenden Zif­fern von 10 bis 16. Rechnet man dazu noch die große Zahl der abkommandierten Offiziere( Adjutantur, Kriegsakademie, Bezirkskommandos usw.), die bis zu neun und mehr be­trägt, so bleiben für den Frontdienst so wenig Leutnants übrig, daß die Gefahr einer dienstlichen Ueberanstrengung zu befürchten ist, wie sie in einzelnen Fällen sich schon fühlbar gemacht hat.

Ein kleines Jeuchen!

Budapest, 7. Januar. Unsere umfangreiche Chronique scandaleuse ist wieder einmal um ein recht pifantes Stapitel verstärkt worden. In den Cafés und den Klubs spricht man von nichts anderem, als von der merkwürdigen Spielaffäre zwischen dem Ab­geordneten Georg Sacellary und dem Sohn eines Provinz­nabobs, Joko Dungyerßky. Der Herr Abgeordnete hat dem jungen Mann in einem harmlosen Jeuchen, das sich durch zwei Tage hinzog, die runde Summe von 302 000 kronen abgewonnen, allerdings noch nicht abgenommen. Das letztere ist der Angelpunkt der pikanten Skandalgeschichte, denn sonst würde man in unserer an hohes Spiel gewöhnten Lebewelt aus dem kleinen Jeuchen" gar nicht so viel Aufhebens machen.

Der Gro in Gießen beim Ehrenzeichen verlieb Verlieb Edabe, Eliphad Grünberg und be in Müde, Philippi Beerfelden der Tite affiftenten Fuchs, Der Titel Telegraph Flohr, Lucas, F Ober- Boffaffiftent; Gießen den Titel D * Feuer. plöglich Feuerfignal Lahnstraße liegende Alb. Rübsamer Durch die schnell das getrennt daneb X Scharff bon mehreren Uobe Klein- Linden farf reichen Baffagiere in follen junge Leute g beluftigten. Die G leitet. * Die Orts Bereinigung 11. Januar, abend ihren dritten Mitgli steht als einziger Bu ( Siehe Inserat.)

Die Rache des Anarchisten. In Aguas Buenas( Porto­rico) beging der Anarchist Forestier auf offener Straße einen Mord an einem widerspenstigen Werfführer einer dortigen Bigarrenfabrik. Dieser, Diaz mit Namen, hatte Forestiers Agitation, die Zigarrenarbeiter zum Streif zu verleiten, mit in erster Reihe vereitelt.

Einem furchtbaren Lustmord siel die zwanzigjährige einzige Tochter des Ackerbürgers Petermann bei Regenwalde zum Opfer. Sie wurde aus einer Abendgesellschaft trop ihrer Weigerung von dem Drogisten W. Springer nach Hause begleitet. Der Bruder der Ermordeten fand am nächsten Morgen seine Schwester etwa 100 Meter von der elterlichen Wohnung entfernt auf dem Acker tot auf. Der Platz, auf dem die Ermordete in bestialischer Weise erdrosselt worden ist, zeigt viele Spuren von einem Kampfe, der sich zwischen dem Mörder und seinem Opfer abgespielt hat. In der Nähe fand man einen goldenen Stulpenknopf, der dem Springer gehören soll. Dieser wurde verhaftet. An seinen Kleidern fand man Blutspuren.

Von Paris kommt die Meldung, daß man auf der Straße und auf dem Gise helle, ja weiße Kleider im Winter trägt und sich dafür im Ballsaal in dunklere Farben hüllt. Das wäre wirklich eine verkehrte Welt, und wir Deutschen bleiben vorläufig noch vernünftig and heben uns die weiße Farbe für die Abendkleider auf. Für Ball- und Gesellschafts­Toiletten werden alle lila Töne, von violenblau bis zum Bischofsviolett, goldfäferfarben, königsblau, reseda und grün als Modefarben betrachtet. Grün ist besonders in Auf­nahme, in allen Nuancen, wie die Natur sie schafft. Ein Bastellblau, das einen grünen Schein hat, wird viel in Voile verarbeitet. Der Rock wird ganz und gar in Falten ge­preßt, mit einem weißen filetartigen Entredeur umzogen. Das Corsage ist blusia am Hals ausgeschnitten und mit einem Sattel aus gleichfarbigem, in Querfältchen gelegten Chiffon wieder geschlossen. Die Bluse wird mit den filet­artigen Spigen besetzt. Um die Taille legt sich ein breites weiches pastellblaues Seidenband. Die meisten Gesell­schaftskleider werden aus Mousseline de Soie, ein Gazestoff, der dichter als Chiffon ist, aus Tüll und aus Luisine ge­fertigt. Man bestickt sie mit großen Bailletten, die Fisch­schuppen gleichen. Man bildet aus ihnen große dekora­tive Muster und appliziert auf den Stoff noch außerdem Blumen aus Chiffon, Rosen und Hortensien. Die Taille zeigt rückwärts einen Frack aus Perlenfranzen.

A Einem geheimnisvollen Verbrechen ist man bei Zara in Dalmatien auf die Spur gekommen. Bei dem Dorf Pako­stane wurde die Leiche eines Mannes angeschwemmt und von Fischern ans Land gezogen. Man vermutet, daß es die Leiche eines Wiener Geschäftsreisenden war, der beraubt und ins Meer geschleudert wurde, nachdem man die Leiche vor­her mit Steinen beschwert hatte, welche sich im Wasser von den Stricken losgelöst hatten.

Blumen, Perlen und Franzen sind wiederum höchste Mode. Man flicht sich Blumen in das Haar, schmückt die Frisur so reich mit Schmuck, mie nur möglich. Man geht sogar so weit, sich für den Ball af Sviken in das Haar zu garnieren und einen Svißenschal anmutig um das Haupt zu legen. Die Mode ist wiederum überreich. Man kann sich um und anhängen, was man mill: nichts ist zu viel, wenn jedes Stück, sei es der kleinste Fächer von der Welt, das moderne Gehänge um den Hals, nur fünstlerisch geartet ist. Emma Reichen.

Soweit sich aus den widersprechenden Berichten beider Parteien erkennen läßt, ist der Sachverhalt ungefähr folgen­der: Joko( Georg) Dungyerßky, der erst vor frzem groß­jährig wurde und über sein Vermögen noch nicht selbst ver­fiigt, laboriert seit zirka 5 Jahren an einem Nervenleiden, das ihn eine ganze Reihe von Sanatorien und Kuranstalten aufsuchen ließ. Aus Konstanz traf er Ende Dezember in Budapest ein und begegnete eines Abends im hauptstädtischen Orpheum dem Abgeordneten Sacellary. Dungverify war damals bereits nicht mehr ganz nüchtern und trant auch noch mährend der Vorstellung. Gegen 3 Uhr früh endlich führte ihn Sacellary in das Café Bathory" auf dem Calvinplate, wo beide in einem separierten Zimmer erst Färbel, dann Macao spielten. Innerhalb weniger Stunden hatte der total berauschte Dungyerßty 194 000 R. verloren. In bewußt­losem Zustande brachte man ihn nach Hause, wo er zweiund­dreißig Stunden lang das Bett nicht verließ. Von der Höhe seines Verlustes erfuhr er erst am nächsten Tage von dem einzigen Zeugen der Partie, dem Privatbeamten Bela Halaẞ. Am zweitnächsten Tage trafen die beiden Partner neuerdings zusammen, um das Spiel fortzusetzen. Da die Höhe des Sates im Kasino Aufsehen erregt hatte, fand die Zusammen funft in der Wohnung Halaß' statt. Auch diesmal wandte sich das Spielglück Sacellary zu, der, als die Partie zu Ende war, 108 000 S., im ganzen also 302 000. gewonnen hatte. Dungyerßty war infolge der großen Aufregungen so frank geworden, daß man ihn ins Sanatorium zu Burkersdorf brachte. Nachdem Sacellary drohte, die Sache sowohl dem alten Dungyerẞky, wie auch dem Kom­mandanten des 12. Ulanenregiments, in welchem Georg Dungyersky den Rang eines Reserveleutnants befleidet, anzu zeigen, machte ihm ein jüngerer Bruder Dungyerßky's den Vorschlag, ihm aus Eigenem eine gewisse Summe auszu­zahlen. Sacellary ging hierauf nicht ein, sondern suchte seinen Partner im Purfersdorfer Sanatorium auf, um ihn dazu zu bewegen, die Entscheidung der strittigen Angelegen­heit einer ad hoc gewählten Jury zu übertragen. Seura vor deren Zusammentritt erhielt aber der Präsident der Jury die überraschende Mitteilung, daß die Bevollmächtigten Sa­cellary's ihr Mandat niedergelegt hätten. Der Kommandant des 12. Ulanenregiments Oberst Heinrich Matics erklärte, dak unter den obwaltenden Umständen die Kartenschuld des

Nab und Fern.

Eisenbahnkatastrophe. Auf den amerikanischen Bahnen passiert jetzt ein großes Unglück nach dem anderen. Jetzt stieß bei Millard auf der Chicago- Rock- Island- Bahn ein Personenzug mit einem in entgegengesetzter Richtung fahren­den Arbeitszug zusammen. Der Personenzug wurde voll­ständig zertrümmert. Die ersten Berichte über das Unglück gaben die Zahl der getöteten Reisenden auf 30 an, späteren Mitteilungen zufolge sind sämtliche Passagiere getötet oder verwundet worden.

Grimme Kälte in Nordamerika. Ein großer Teil der nordamerikanischen Union hat unter einer ganz ungewöhn­lichen Kälte zu leiden, wie sie seit 1875 nicht zu verzeichnen gewesen ist. In vielen Bezirken sank das Thermometer bis auf 41 Grad Celsius unter Null. In Montreal herrscht, da die Einwohner infolge der übermäßigen Kälte auch über­mäßig heizen, eine wahre Brandepidemie. Die Stadt New­york wurde von heftigen Schneestürmen heimgesucht, die große Verkehrsstockungen mit sich brachten und mehrere Todesfälle verursachten.

Der Crimmitschauer Einigungsversuch gescheitert. Die Mission des sächsischen Geheimrats Dr. Roscher, der in Crim­mitschau zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern ver­mitteln sollte, hat kein günstiges Resultat gehabt. Dr. Ro­scher hatte mehrfach Besprechungen mit den Vertretern beider Parteien. Die von ihm auf Grund seiner Verhandlungen mit den Arbeitern den Arbeitgebern übermittelten Einigungs­vorschläge wurden aber von den letzteren als unannehmbar rundweg abgelehnt. Der Ausstand geht daher vorläufig in alter Weise weiter und es ist allem Anschein nach noch gar kein Ende abzusehen. Die Fabrikanten rüsten sich zum äußersten Widerstand. in dem sie aus den industriellen Kreisen anderer Städte tatkräftig unterstützt werden. Bei dem Vorsitzenden des söchsischen Textilunternehmerverbandes liefen in den letzten Tagen sehr bedeutende Summen zur Unterstützung der Crimmitschauer Arbeitgeber ein. Von zwei Chemnitzer Firmen allein sollen 200 000 Mart gezeichnet sein.

* Die Lage in Crimmitschau wird von Tag zu Tag be­drohlicher. Zwischen den Arbeitswilligen und den Strei­fenden kommen fortgesetzt Schlägereien vor. Nur das starke Gendarmerieaufgebot verhütet gefährliche Straßenkämpfe. Wie aus Fabrikantenkreisen verlautet, hält der Zuzug Arbeitswilliger von auswärts, namentlich aus Bayern, wo die Plüschweberei den Arbeitern nur geringen Verdienst bietet, noch immer an. Die Leute richten sich vorzüglich in den Bukskinfabriken ein und denken gar nicht daran, ihre Stellen wieder zu verlassen. So ist es heute schon sicher, daß ein paar tausend Weber am Ende des Ausstandes ihre Posten besetzt finden werden. Die Crimmitschauer Weber­aussperrung macht sich auch in Hamburg bemerkbar. Dort treffen nämlich aus Crimmitschau und Löbau große Posten Wolle in Vallen ein, die auf schwedische Schiffe verladen verden. Ebenso Webemaschinen, die zugleich mit der zum Spinnen fertigen Wolle auf mehreren Dampfern nach Schwe­den abgingen, wo Arbeiten für die Fabrikanten der genannten Städte ausgeführt werden. Trotz dieser wenig ermutigen­den Aussichten wollen die Streifenden ausharren, da sie von allen Seiten Deutschlands tatkräftig unterstützt werden. Auch aus dem Auslande sollen namhafte Beisteuern zur Streitkasse eingetroffen sein.

Kesselexplosion an Bord eines englischen Kreuzers. An Bord des englischen Kreuzers Wallaroo", der nach Hobart ( Tasmanien) unterwegs war, sind durch eine Kesselexplosion 43 Personen getötet worden. Der Wallaroo" hat die Nach­cicht von dem Unglück durch Signale nach der Insel Mon­tague, die 230 Meilen südlich von Sydney liegt, gegeben.

Kunft und Wiffenfchaft.

LO. Die Errichtung eines Mädchengymnasiums in Breslau wird vom dortigen Magistrat beantragt. Es soll an die Viktoriaschule angegliedert werden. Die Organisation der Realgymnasialabteilung ist in der Art beabsichtigt, daß die Aufnahme von Schülerinnen in die unterste klasse nach Vollendung von sechs Schuljahren und nach Erlangung der Reise zur Versetzung in die 3. Klasse einer neunstufigen höheren Mädchenschule( im Lebensalter von 12-13 Jahren) erfolgt. Es werden demnach drei Realgymnasialklassen den Klassen III- I der höheren Mädchenschule entsprechen und die folgenden drei Klassen über diese Schule hinausgehen. Die Aufnahme soll von einer besonderen Prüfung abhängig gemacht werden, damit eine Sicherheit geboten ist, daß nur wirklich befähigte Schülerinnen in die Abteilung eintreten. LT. Der Kaiser und das deutsche Volkslied. Der Kaiser hat die von ihm auf dem Frankfurter Gesangswettstreit an­gekündigte Sammlung deutscher Volkslieder nunmehr in Angriff nehmen lassen. Unter dem Vorsitz des Geheimrats v. Liliencron in Schleswig ist eine Kommission von Sachver­ständigen zusammengetreten. Neben deutschen und nieder­ländischen Volksliedern sollen auch steirische, Tiroler und son­stige österreichische, sowie deutsch- schweizerische Volkslieder in die Sammlung Aufnahme finden.

RN. Nordenskjölds Rückkehr. Der Leiter der schwedischen Südpolarerpedition, Freiherr v. Nordenskjöld, wird heute ( Mittwoch) in Hamburg erwartet. Er ist gestern an Bord des von Argentinien gekommenen Hamburger Dampfers Tijuca" in Boulogne sur Mer eingetroffen und hat nac einem ihm zu Ehren von der Stadtvertretung und der Han delskammer veranstalteten Festmahle die Fahrt nach Ham burg fortgesetzt.

Eine Ei Jahres. Das Eigenthümlichteit. auf den 1. April, die Städte, wo mit wird, dürfte dieser U Nicht ganz so leicht 22. Mai. Das Hei einen Sonntag. Ra ** Müssen genommen werd Entscheidung. Die pflichtet ist, diese mi Don einer Bibilfam entschieden. Ein& einer Norddeutsche ( Delitateffen) befte Waren mit Nachn verweigerte. Die Waren und erhob foftenfällig abgewief daß kein Besteller diefe anzunehmen, den, weil jedem Em Ware zuftebe. Die Königl. Landgericht

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