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7.5.1904 Erstes Blatt
 
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an die Budgetkommission verwiesen wurde. Den Schluß bildete die Beratung einiger rein lokaler Vorlagen kommunal­politischen Charakters, die glatt und fast ohne Debatte an­genommen wurden.

Nab und Fern.

Die Gröffnung des deutschen Hauses auf der Ausstellung von St. Louis ist gestern unter Teilnahme einer großen An­zahl geladener Gäste, unter denen Prinz Hohenlohe und Begleitung, der chinesische Prinz Pu- Lung und Präsident Francis waren, erfolgt. Es war das erste Gebäude eines fremden Staates, das seiner Bestimmung übergeben wurde. Auf alle Gäste machte die künstlerische Nachahmung des Charlottenburger Schlosses großen Eindruck.

Der Elektrovigor. In Berlin wurde der Vertreter Wegener der Elektrovigor- Heilgürtel- Gesellschaft verhaftet. Ihm war im Vorjahre auf Grund ärztlicher Gutachten der Berkauf des Heilgürtels verboten worden, da dieser keinerlei Wirkungen habe, sondern Schwindel sei. Trotzdem setzte er das Geschäft, das ihm große Einnahmen brachte, fort, bis ihn jetzt die Nemesis ereilte.

Explosionskatastrophe. Auf der in Zaborze belegenen Koksanstalt Poremba brannte infolge einer Explosion ein Lagerhaus aus. Bei der Explosion sind zwei Personen tödlich und eine dritte schwer verunglückt.

Ginen furchtbaren Muttermord beging ein Mädchen zu Aelst in Belgien. Sie erwürgte mit Hilfe ihres Geliebten ihre Mutter und schnitt die Leiche in Stücke. Der Grund zu der grausigen Tat war, daß ihre Mutter die Heirat nicht zu­geben wollte.

A Ein Kinderhilfstag wurde in Kopenhagen gestern ab­gehalten. In allen Restaurationen, Kaffeehäusern, öffent­lichen Lokalen wurden Sammlungen zu gunsten der Wohl­tätigkeitsvereine, die sich armer, franker Kinder annehmen, veranstaltet. 30 Lokalkomitees hatten sich gebildet und eine umfassende Agitation in Szene gesetzt. Teils auf den Straßen, teils in den Lokalen waren 15 000 Sparbüchsen, die eine Kopenhagener Firma dem Komitee geschenkt hat, angebracht. Die großen Geschäftshäuser hatten 10 Prozent ihrer Einnahmen zur Verfügung gestellt. Auch auf den Straßen- und Eisenbahnen wurden Sammlungen vor­genommen, und Damen aus der besten Gesellschaft nahmen in den Hauptstraßen Spenden von den Vorübergehenden an. Die Resultate waren sehr günstig. Man wird fünftig diesen Versuch wiederholen und einen Tag in jedem Jahre den armen Kindern widmen.

Minifter Nafis flucht.

Rom, 5. Mai.

Weit davon ist gut vorm Schuß. Herr Nasi, dieser brabste aller braven Unterrichtsminister des jungen König­reichs Stalien, hat sich um die Rechenschaftslegung für seine skandalöse Verwendung von Staatsgeldern herum gedrückt: All seinen Betrügereien setzte er die Krone auf, indem er kurz vor der Kammerverhandlung über den Antrag des Staatsanwalts wegen eines gerichtlichen Einschreitens gegen Nasi und Konsorten den Staub der ewigen Stadt von den Füßen schüttelte. Es ist ein Skandal, daß die Polizei Nasi hat entwischen lassen, ein Skandal, noch ärger als jener andere, der eben erst in der Sache passiert ist: Die löbliche römische Polizei, ja die Polizei ganz Italiens suchte nämlich seit Wochen nach dem Hauptmitschuldigen Nasis, seinem früheren Unterstaatssekretär Lombardo. Der saß inzwischen ganz gemächlich in der Siebenhügelstadt im Hause eines Freundes, empfing täglich Besuche seiner übrigen Freunde und einer ganzen Anzahl Deputierter und beschäftigte sich im übrigen damit, sich den Bart wachsen zu lassen. Als das geschehen war, verließ er ungeniert das Haus, wandelte zum Bahnhof und sagte der Stadt der Römer Lebewohl. Wo er jekt steckt, weiß niemand.

Niemand weiß auch, wo Nasi steckt. Daß er verduftete", fann man begreifen. Ein Blick in den Kommissionsbericht über die Nasiaffäre, der jetzt der Deputiertenkammer zu­gegangen ist, genügt, um Nasis Flucht vor der Kammer­debatte über seine Ministertaten zu erklären. In dem Be­richt sind nur erwiesene Tatsachen angeführt; was aber an­geführt ist, genügt, um Nasi als einen der skrupellosesten Defraudanten zu brandmarken, die jemals gelebt haben. Wie ein Rabe stahl dieser Minister! Und trotz der Feststel­Jungen dieses Berichts hielt die Regierung es nicht für ge­boten, den Erzgauner bewachen zu lassen, um ihn am Ent­weichen zu hindern. Man sagt, er sollte fliehen. Die Regierung habe ihm geradeswegs zur Flucht verholfen. Warum? Damit der Prozeß gegen ihn in contumaciam ge­führt und so weniger umfangreich und weniger kompromit­tierend werde!

Wie Nasi gewirtschaftet hat, wie er seine Kreaturen mit den zu Unterrichtszwecken bewilligten Geldern gespickt hat, das ist hinlänglich bekannt. Eine tolle Geschichte aber kommt zum erstenmal durch den Kommissionsbericht an die Deffent­lichkeit.

Eines Tages erließ Herr Nasi als Unterrichtsminister eine Verfügung, wonach fortan der Titel eines Schuldirek­tors" von jedem Lehrer auf Grund seiner Zeugnisse und einer Prüfung erworben werden könnte. Sein Unterstaatssekretär machte diese Verfügung für seine und des Ministers Tasche fruchtbringend: Er erließ eine zweite Verfügung, in der er erklärte, die Prüfung sei nicht nötig, jeder Lehrer könne allein auf Grund seiner Zeugnisse Schuldirektor" werden, wenn er mit den Zeugnissen 10 Lire Schreibgebühren" an das Ministerium sende. Titelsucht ist auch in Italien etwas alltägliches: Im Handumdrehen hatten 1500 Lehrer die 10 Lire samt ihren Zeugnissen eingesandt und warteten nun der Dinge, die da kommen sollten. Aber siehe da, es kam nichts. Und eines Tages dankte Nasi ab, sein Nachfolger aber er­flärte die Schuldirektorverfügung" für ungesetzlich und hob sie auf. Natürlich kamen die 1500 und wollten wenigstens ihr Geld zurück haben. Aber das war über alle Berge: Herr Nasi hatte sich die 15 000 Lire mit seinem ingeniösen Unter­statssekretär brüderlich geteilt. Jetzt wollen die Lehrer die gegenwärtige Regierung verklagen, und sie wird am Ende wohl zahlen müssen!

Nasi und Lombardo, dieses edle Brüderpaar, sißen in­zwischen irgendwo in einem sicheren Malepartus und lachen sich ins Fäustchen. Denn einstweilen kann ihnen keiner et­was anhaben. Und später, wenn Gras über die Sache ge­wachsen ist, werden sie in der Heimat ruhig wieder auftauchen! Und es wird bald Gras über die Sache wachsen. In Italien ist man in solchen Dingen nicht ängstlich und prüde...

Lokales.

7. Mai 1904.

Für die neue Wahlrechtsvorlage findet nach dem Mainzer Journal" die entscheidende Sigung des Gesetzgebungsausschusses der 2. Kammer, in der über die Neueinteilung der Wahlkreise beschlossen wird, nächsten Mittwoch, vormittags 9 Uhr statt. Sollte auch hierüber eine Einigung zustande kommen, so wird die Kammer im Juni zu einer besondern Tagung zusammentreten, um die Wahlrechtsvorlage zu verabschieden.

** Außer dem Rechtsanwalt Windecker wird nunmehr auch Dekonom erat Schlente, Präsident des landwirt­schaftlichen Vereins für die Provinz Oberhessen und Direktor der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft als Kandidat für den erledigten Landtagssitz des 2. Oberh. Wahlbezirks genannt.

= Freiwillige für Südwest afrika. Bei den einzelnen Kompagnien unseres Gießener Regiments wurde gestern befannt gegeben, daß Freiwillige nach Südwestafrika angenommen werden. Auch seitens des Bezirkskommandos werden die in aktiven Mannschaften aufgefordert, als Freiwillige einzutreten.

L. V. Im Hotel Zum Prinzen Karl" zu Gießen tagte am Donnerstag der Ausschuß des landw. Ver­eins für die Provinz Oberhessen. Der Sigung wohnten als Vertreter der Großherzoglichen Staatsregierung, Herr Ministerialrat Braun, und des Hessischen Land­wirtschaftsrates, Herr Generalsekretär Dr. Müller, bei. Nach Erledigung einiger geschäftlicher Angelegenheiten wurde als Hauptgegenstand der Tagesordnung der Voranschlag für 1905 beraten. Derselbe balanciert in Einnahme und Aus­gabe in Höhe von rund 141 000 Mart. Hierin befindet sich der Staatszuschuß von ca. 90000 Mart. Auf die einzelnen Zweige der Landwirtschaft entfallen hiervon: für Förderung der Rindviehzucht 79850 Mart,

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Schweinezucht Ziegenzucht

Geflügelzucht

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1600

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des Obst- und Gemüsebaues Unterhaltung einer Molkereischule.. 8000 Förderung sonstiger Zweige der Landwirt­schaft

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Ebenfalls wurden in der Sigung die Voranschläge der 4 Jungvich- und Fohlenweiden genehmigt. Die Stelle eines Zucht­verwalters wurde Herrn Kontrollassistenten Magnus aus Wollerup auf Alsen übertragen. Derfelbe wird vom 1. Juni die Funktion als Zuchtverwalter übernehmen. Ge­nehmigt wurde weiterhin die Durchführung eines Imports von Zuchtschweinen aus dem Ammerland in Oldenburg für Mitglieder der Schweine zuchtvereine. Auf Antrag des Zucht hofinhabers, Herrn W. Kunkel zu Eschenrod, wurde der­selbe von seiner Verpflichtung, den seither bestehenden Zucht­hof weiterhin zu unterhalten, entbunden.

A Der Verein der 50er in Gießen zählt, wie wir hören, in diesem Jahre ca. 40 Mitglieder. Jeden 2. Mon­tag im Monat finden zur Zeit gemütliche Zusammenfünfte statt. Im August soll ein Ball im Philosophenwald abge­halten werden, außerdem ist eine Wagenfahrt geplant.

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Am vorigen Sonntag fand in Gießen die definitive Gründung des Oberhessischen Fleischbeschauer­bundes unter Vorsiz des Bundespräsidenten, Herrn Wilhelm Fatum zu Wohnbach und im Beisein des gireftors Herrn Dr. Liebe Gießen statt.

A Unglücksfall. In den Steinbrüchen der preußisch- hessischen Basaltwerke bei Londorf sind gestern durch Rutschen einer Felswand 5 Mann verschüttet worden. Einer ist lebensgefährlich verletzt, die anderen dürften mit leichteren Wunden davongekommen sein. Zwei Aerzte waren schnell zur Stelle.

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** Der vom Evang. Arbeiterverein zu Gießen am Himmelfahrtstage geplante Ausflug nach Dueckborn zur Besichtigung des dortigen Wasserwerkes muß wegen Verhinderung des Herrn Direktor Bergen bis auf weiteres verschoben werden.

Herr kommerzienrat Heyligenstädt in Gießen hat dem Evang. Arbeiterverein in Gießen für die Sterbefasse 500 Mt., für die Krankenunterstüßungstaffe 500 Mr., sowie für den gemischten Chor des Vereins 100 Mt. gestiftet. Schon seit der Gründung ist er Bor­standsmitglied des Vereins und außerdem Vorsitzender des Aufsichtsrats. Letteres Amt hat er fürzlich infolge Arbeits­überhäufung niedergelegt. Er wurde unter Anerkennung seiner ersprießlichen Verdienste zum Ehrenmitglied des Vor­standes ernannt und ihm aus diesem Anlaß eine Ehrenur­tunde überreicht.

** Lahntanalisation. Die wasserwirtschaftliche Vorlage, welche soeben dem preußischen Landtage seitens der Staatsregierung zur Beschlußfassung übergeben worden ist, hat wiederum die schon so lange vernachlässigte Schiffahrt auf der Lahn unberücksichtigt gelassen. Die Gemeinden und Kreise des vormaligen Herzogtums Nassau und der Wet­larer Gegend verdanken nun zum großen Teil das Aufblühen ihrer Jahrhunderte alten Berg- und Hütten­industrie, ihrer Landwirtschaft, sowie überhaupt ihres ganzen gewerblichen Lebens der um die Mitte des vorigen Jahr­hunderts von den Regierungen in Nassau, Preußen und im Großherzogtum Hessen mit einem bedeutenden Kapitalaufwande Die preußische gemeinsam eingerichteten Lahnschiffahrt. Staatsregierung hat bei der Einverleibung des vormaligen Herzogtums Nassau die Verpflichtung übernommen, diese ihr übergebenen Schiffahrtseinrichtungen den Zeitverhältnissen entsprechend weiter auszubilden. Sie hat diese Verpflichtung indessen bisher noch nicht erfüllt und der Lahnkanalverein, der seinen Sig in Limburg hat, hat jetzt einen Antrag um Aufnahme der Lahnkanalisation in die wasserwirtschaft­liche Vorlage eingereicht. Derselbe lautet:

Wir richten an das Hohe Haus der Abgeordneten die Bitte, die wasserwirtschaftliche Vorlage nur genehmigen zu wollen, wenn sie in der folgenden Weise ergänzt wird:

" Für die Lahnschiffahrt von der Mündung bis zur preußisch- hessischen Grenze bei Gießen wird ein Betrag bis zu höchstens 15 Millionen Mart aufgewendet und die Schiffahrtsanlagen nach einem von dem Herrn Minister der öffentl. Arbeiten zu genehmigenden Plane für Schiffe von 1,6 bis 2,0 m Tiefgang binnen 5 Jahren nach Verabschiedung dieses Gesetzes ausgebaut." Es werden Eisenerze, Roh­eisen, Basalte, Kaltsteine, Bement, Quarzite, künstliche Dünger, landwirtschaftliche Produkte aller Art, Bau- und Brennholz, Kots, Stein- und Braunkohlen, allerhand Bausteine und andere Produtte in so großen Mengen in dem Gebirgstale zu beiden Seiten der Lahn, sowie in den nächstliegenden Seitentälern gewonnen bezw. bezogen, daß sich eine Fracht­menge von mindestens 1,5 Millionen Tonnen für den An­fang auf der Lahn erwarten läßt. Nach einigen Betriebs­jahren und besserer Entwickelung der Schiffahrt werden dann die Zinsen des aufgewendeten Bautapitals mit Sicherheit in den Schiffahrtsabgaben ihre volle Deckung finden. Das in den vor 50 Jahren erbauten Schiffahrtsanlagen wenig nuß­bar daliegende Kapital würde dann wieder der Volkswirt­schaft besser dienlich gemacht werden. Eingehende Berech­nungen und statistische Ermittelungen sind der Staatsregierung in mehreren Denkschriften zur Kenntnis gebracht worden und sollen auch noch weiter bei dem Fortschreiten der Berhand­lungen vorgelegt werden. Insbesondere werden wir auch den Nachweis erbringen, daß der nassauische Erzbergbau ein nachhaltiger und entwicklungsfähiger ist.

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Christian Busch's gesunder Humor und seine Gabe, schnell eine Situation zu erfassen, waren es, wie man uns schreibt, besonders, die ihn seinen zahlreichen Freunden lieb und wert machten. Eine treffliche Illustration hierzu liefert die nachstehende Episode, welche Busch vor Jahren mit seinem ihm im Tode vorangegangenen Freunde Ferdinand Windecker hatte. Beide hatten sich im Sommer am Morgen gegen 24 Uhr an der Ecke der Kaplansgasse, am früher Wieseckschen Hause getroffen und plaud rien. Da ertönte im Hause plößlich das Gerappel einer Weckeruhr. Busch war nicht einen Moment im Zweifel, was dies zu bedeuten habe, und mit drohend erhobenem Finger, den Schalt im Gesicht, wandte er sich an seinen Freund mit den Worten: Ferdinand, Ferdinand, ich kenne Jemand, der hat sich den Wecker gestellt, um heute auf die Jagd zu gehen und ist jetzt noch nicht einmal zu Hause." Ueberlegen meinte aber jener: Christian, Du irrst, es ist die Nachbarin, die will heute früh aufstehen und waschen." Aber Busch machte ein ungläubiges Gesicht und zog von dannen, und er hatte wohl recht, der Ausrede nicht zu trauen, denn es hat tatsächlich, wie unser Gewährsmann uns versichert, der sich am Tage darauf damals eingehend erkundigt hat, niemand der Frauen dort Wäsche gehalten.

Von der Lahn, 6. Mai. Nachdem sich in Obernhof bei Nassau Winzer aus der Moselgegend niedergelassen haben, um hier die Mosel- Riesling- Rebe zu fultivieren, und die Staatsbehörde eine Weinberg- Musteranlage_ge­schaffen hat, nimmt der Weinbau an der Lahn an Aus­dehnung zu.

R. Grünberg, 6. Mai. Bei der heutigen fiska­lischen Grasversteigerung wurden zwar gute Preise erzielt, doch an frühere Jahre reicht es nicht. Von den 41 Losen wurden durchschnittlich etwa 14 bis 15 Mark erzielt. Nr. 1

allerdings 45 Mt. 1866 und einige Jahre lang kam dieses

Los auf 49, 51 und mehr Gulden.

Geschäftliches.

Die moderne Reformbewegung zugunsten einer förperliche Gesundheit und Wohlbefinden fördernden Bekleidungsweise hat auch einen Reform stiefel( Flecht­stiefel nach System Dr. Lahmann) in weiteren Kreisen be­fannt werden lassen, der bereits seit Jahren in Heilanstalten bei franken und empfindlichen Füßen mit bestem Erfolg an­gewandt wurde. Seit einiger Zeit wird nun diese beliebte und zweckdienliche Fußbekleidung allenthalben eingeführt, und verweisen wir auf ein diesbezügliches Inserat in vor­liegender Nummer von der Firma Wilh. Herbert, Gießen, Marktplatz 2.

Eine richtige Diät, geeignete Nahrungsmittel und Ge­tränke bilden die Hauptfaktoren bei jedem Genesungsprozeß. Das Köstrißer Schwarzbier wird von allen ärztlichen Auto­ritäten als ein vorzügliches diätisches Heilmittel empfohlen, welchem unzählige Sieche und Kranke Stärkung und Heilung verdanken. Es stärkt die Magentätigkeit und ist selbst ein leicht verdauliches und in hohem Grade blutbildendes Nah­rungsmittel. Im Gegensatz zu den stark alkoholreichen Bieren, welche eine übermäßig stimulierende Wirkung auf die Herstätigkeit ausüben, besißt das Köftrißer Smwarzbier einen sehr hohen Gehalt von Extrastoffen, wie er nur bei wenigen Gesundheitsbieren zu finden ist. Auf allen großen Ausstellungen hat das Köstritzer Schwarzbier erste Preise er­halten und ist sein Ruf weit über den Ozean gedrungen. Wegen des Bezuges verweisen wir auf den Inseratenteil dieser Zeitung.

Marktberichte.

sb.

Gießen, 7. Mai Auf dem heutigen Wochenmarlt fosteten Butter per Pfd. 1.00-1.10 mt., Hühnereter per Stück 5-6 Pfg., Enteneter St. 7 Pfg., Käse per St. 6-8 Pfg.. Käsematte 2 St. 5-6 Pfg., Erbsen der Liter 21 Pfg., Linsen per Liter 32 Bfg., Lauben per Baar 1. 0.80-1.00, Hühner per Stüd Mt. 1.30-1.40, Hahnen, per Stitd 0.80-1.70, Enten per Stüd 1.70-2.20, Gänse per 65-70 fa., Ochsenfleisch per Pfd. 70-80 fg., Rindfleisch fletsch gesalzen per funb 0.76 Bf., Kalbfleisch per Pfd. 62-74 per Pfb. 62-68 Bfg. Schweinefleisch per Bfb. 60-72 Big. Schweine­Pfg., Hammelfleisch per Pfd. 50-74 Bfg.. Kartoffeln pro 100 kilo 6.00 Mr., Zwiebeln per 3t. t. 7.00-10.00, Aepfel per Centner 20-25 Mr. Milch per Liter 18 Pfa. Dauer der Marktzeit Wochenmarktverkehrs dürfen vor Beginn der Marktzeit überhanpt von 7 Uhr morgens bis 1 Uhr Nachmittags. Gegenstände des nicht, und während der ersten drei Stunden der Marktzeit im Um­herziehen feilgeboten werden.

Verantwortlich: für den politischen, vermisaten und unter­haltenden Teil Albin Klein; für den lokalen Teil Karl Klose.

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