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nz einen Besuch am Kaiserhose in Söul abstatten. Am 8. Mai dampft die Hertha" durch den Tschiligolf nach der Tu- Recde und erwartet die Ankunft des Torpedoboots

90", das unter der Führung des Oberleutnants Wind­ner von Tsingtau eintrifft. Der Prinz schifft sich mit se nem militärischen Begleiter, Kapitän zur See Freiherrn b. Schimmelmann an Bord von S 90" ein und fährt die Bohomündung hinauf bis Tonghu, um mit einer Anzahl Dziere des Stabes die Reise nach Peking mit der Bahn for zusetzen. Die Verhandlungen des Tsunglivamen über da Zeremoniell sind beendet, und der Kaiser und die Kai­se mutter von China werden den Prinzen in feierlicher Rienz empfangen.

Die Politik.

Der Kolonialtor wird in diesem Jahre ebenso wie in den letzten Jahren im Sani einberufen werden, um die nächſt­jährigen Etats für die Schutgebiete zu beraten, über die jetzt Uebersichten von den Verwaltungen der Schutzgebiete einge­sandt werden.

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Urväterhausrat, altes, morsches Gerümpel gibt's fast überall in der deutschen Gesez, jebing. Mit solchem veralteter Gesetzeskram haben die hellen Sachsen jetzt gründlich auf geräumt. Die beiden sächsischen Kammern haber eine Anzahl uralter Geseze und Verordnungen aufgehoben die in die Neuzeit passen wie die Faust aufs Auge. Dabei stellte sich ein furioses Ding heraus: Unter den aufzuhchen. den Gesetzen war auch eins, das die Fenergefährlichkeit der Kaken betraf. Dieses Gesetz galt vis heute und verbol den Kaben das Liegen auf dem warmen Ofen, weil sie feuer gefährlich seien. Die Erste sächsische Kammer hat es nun für nötig gehalten, das Gutachten cines Veterinär. beamten darüber einzuholen, ob es auch wirklich aus. geschlossen sei, daß eine auf einem Ofen liegende Raze Feuer fange. Inter großer Seiterfeit wurde das Gutachten verlesen, in welchem auseinandergesetzt wurde, daß die Kaye zweifellos ihren Platz verlassen werde, wenn es ihr zu heiß auf dem Pelz brenne, sie werde gewiß nicht marten, bis ihr Fell Feuer gefangen habe. Daraufhin wurde das Gesetz abgeschafft. Es stammte, beiläufig gesagt, aus Jem Jahre des Heils 1580! Von den übrigen abgeschafften Besetzen seien noch erwähnt diejenigen über das übermäßige Schuldenmachen, das unmäßige Zutrinken, das leichtsinnige Schwören und Fluchen, das Rauchen in den Betten usw. Man sieht, wie recht Goethe hat: Es erben sich Gesetz und Rechte wie eine ew'ge Krankheit fort!

A Der Ausschuß des hessischen Landtags. der über die hessische Wahlrechtsänderung beriet, hat jeßt dem Landtage die Einführung der direkten Wahl der Abgeordneten zur zweiten Kammer unter Einfügung bestimmter Rautelen für die Ausübung des Wahlrechts empfohlen. Die zweite Kammer soll nach dem Vorschlag des Ausschusses fortan aus 60 statt seither 50 Abgeordneten bestehen. Statt seither 10 sollen fünftig 15 Abgeordnete auf die Städte entfallen, mährend statt 40 fünftig 45 ländliche Wahlbezirke bestehen jollen. Die Wahlbezirkseinteilung der drei hessischen Pro­vinzen wird der Ausschuß demnächst feststellen. Türkei.

Nach neueren Nachrichten aus Mazedonien ist die Lage dort keineswegs so zufriedenstellend, wie die offiziellen Ueberall türkischen Meldungen glauben machen wollen. tauchen mazedonische Banden auf, die die Bevölkerung durch Mord und Brand beunruhigen. Dazu kommt, daß die türkische Bevölkerung und die türkischen Truppen der größten­teils aus Christen bestehenden Gensdarmerie sehr friedlich gesinnt sind, und daß auch in der christlichen Bevölkerung wegen der langsamen Fortschritte der Reformen allmählich immer größere Erbitterung sich einstellt. Alles in allem: Trotz aller Reform"-Maßnahmen und türkischen Ver. prechungen wird wohl nicht cher Ruhe in Mazedonien ein­ireten, ehe die Provinz nicht einem christlichen, von der türkei unabhängigen Gouverneur unterstellt wird.

Heer und flotte.

Neue Erfindungen in der Waffentechnik? Ein polnischer Bergmann namens Ludwig soll ins preußische Kriegsministe rium zur Vorstellung berufen sein, weil er eine eigene Art von Maschinenkanonen und zwei neue Gewehrkonstruktionen erfunden habe. Er ließ von einem technischen Bureau in Kattowitz die dazu nötigen Zeichnungen anfertigen und sandte Sie dem Kriegsministerium ein. Darauf bekam er von diesem ein Schreiben, wonach seine Zeichnungen der geheimen Prü­

Der Wildhirt.

Eine oberhessische Dorfgeschichte von J. Becker. ( Fortsetzung) ( Nachdruck verboten.)

Der junge Mann hob bedeutsam den Zeigefinger der rechten Hand in die Höhe, wobei er die Worte sprach: ,, Na, na, wenn das Wort' ne Brücke wär', ging ich nit drüber."

,, Nein, ich freie aber nit!"

Das wär doch schad', wenn so' n hübsches Mädchen ohne Mann bleiben wollt. Wenn mal aber der Rechte fommt, freist'n auch."

,, Der Rechte fommt rit mehr"

Ich glaube gar! Siehste, ich wüßt Dir ein, der tät bei Dich passen, wie g'macht."

" Darum seid Jhr wohl hierherkommen?" " Bewahre! Ich hatt' Geschäfte hier. Ich sein schon mehr hier g'west."

" So, ich dacht, Ihr wärt hierherkommen, um mir'n Mann aufzuhängen."

Na, wenn ich ein hätt', der Dir g'fiel, würd'st m'en doch nit sitzen lassen!"

" Ja, wenn Ihr ein hätt', der mir gefiel, aber

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' S g'fällt Dir wohl keiner?"

" Ich glaube nit."

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Na, wenn's so laut', is immer noch Hoffnung. Ich werd' mal seh'n, daß ich ein für Dich friege".

übergeben seien, die ihm weitere Mitteilungen über seine Einreichung machen werde. Jetzt erhielt er von dieser Kommission eine Mitteilung, er möge sich sofort in Berlin ihr zur Verfügung stellen. Das Ganze klingt um so wunderbarer, als Ludwig erst 20 Jahre alt, Stockpole ist, noch nicht Soldat war und nie ein Militärgewehr in der Hand gehabt hat. Es wird jedoch von einem Beamten des Bergwerks, in dem Ludwig beschäftigt ist, auf Grund der antlichen Papiere bestätigt. Derselbe Beamte gibt an, das technische Bureau, welches die Zeichnungen anfertigte, habe Ludwig für seine Erfindung eine Summe von 36 000 Mark geboten, er habe sie aber da­für nicht verkauft.

fungskommission sur Armaturkonstruktionen

Das braucht Ihr nit", wehrte Elschen lachend. " Oh, oh! Da is einer in meim Ort, der Burk­Hennersch Hannhenner, der tät passen bet Dich, wie ,, Ach Den! Den fenn ich ja, der is-" " Na, laß mich doch erst mal sprechen! Ich weiß ja nit, daß Du' n kennst! Er is aber' n prächtiger Bursch,

Deutfcher Reichstag.

( 84. Sizung.)

CB Berlin, 5. Mai.

Der Reichstag beschäftigte sich heute zunächst mit An gelegenheiten einzelner seiner Mitglieder. Er versagte die Genehmigung zur Einleitung oder Fortführung von Beleidt­gungsprozessen gegen die Abgeordneten Fußangel, Hilpert und Dr. Bichler und er richtete an den Reichskanzler das Ersuchen um Mitteilung der Aften aus dem Prozesse, der zu einer Haussuchung in den Geschäftsräumen des Abg. Jessen geführt hat. Dann wurde eine größere Anzahl von Rechnungssachen debattelos erledigt und danach setzte das Haus die zweite Beratung des Gesezentwurfs betreffend die Ent. schädigung für unschuldig erlittene Untersuchungshaft fort. Der sozialdemokratische Abgeordnete Stadthagen bekänipste in langer Rede den Beschluß der Kommission, den grund­legenden§ 1 der Regierungsvorlage unverändert anzunehmen. Wenn nicht jeder Verhaftete Entschädigung erhalte, der rechts­fräftig freigesprochen oder gegen den das Verfahren ein­gestellt wird, dann schaffe man zwei Klassen von Frei­gesprochenen, und das sei kein Fortschritt, sondern ein Rück­schritt. Daß die Vorlage allen berechtigten Wünschen noch nicht genüge, erkannten auch die Redner anderer Parteien an, aber sie erklärten sich in der Mehrzahl doch für An­nahme des Gesetzes, weil es den bestehenden Rechtszustand immerhin verbessere. Dementsprechend schloß sich auch bei der Abstimmung das Plenum der Kommission an.

Preussischer Landtag. Haus der Abgeordneten.

RK, Berlin, 5. Mai. ( 67. Sitzung.) Solchen Ohrenschmaus hat man im preußischen Abgeord­netenhause kaum jemals erlebt wie heute. Der bekannte Leiter der Anstalt Bethel, Pastor v. Bodelschwingh, hielt jeine parlamentarische Jungfernrede. Und sie war von An­fang bis zu Ende durchtost von stürmischer Heiterkeit des hohen Hauses, die den originellen alten Herrn, der da auf der Tribüne herumgestikulierte, sichtlich erfreute. Ein paar Proben der Tonart, mit der Abg. v. Bodelschwingh für den Kanal und namentlich für eine gute Behandlung und Be­soldung der Kanalarbeiter eintrat: Er sagte u. a. am Ein­gang seiner Rede zu dem Präsidenten: Mein Freund, der Herr v. Pappenheim, hat mir gesagt, ich könnte Sie Du" nennen.( Stürmische Heiterkeit.) Das bin ich so von Hause gewohnt. Nur zu den Ministern muß ich wohl Sie" sagen. ( Wiederholte Heiterfeit.) Aber ich kann doch sagen: Du liebes Ministerium!( Anhaltende Heiterkeit.) Also, liebe Freunde( Heiterkeit), Du hches Haus!( Heiterkeit.) Ich hatte in einer so wichtigen Frage eine mächtige Posaune von Dir zu hören erwartet. Du, liebes Zentrum, hast ja einen gewaltigen Redner vorgeschickt. Ist er hier?( Große Heiter­feit.) Ich wäre froh, wenn ich so klar, so durchdacht ſprechen könnte. Ich konnte auch alles verstehen, aber als Sie zu Ende waren, mein lieber Herr Kollege, da wußte ich doch nicht, wo Sie hinaus wollten.( Stürmische Heiterkeit.) Liebe Freunde! Der andere große Redner war von der freisinnigen Volkspartei. Der wollte erst heraussteigen aus dem Schiff, dann wollte er nicht wieder einsteigen, und chließlich ist er doch wieder eingestiegen.( Große Heiterfeit.) Wo er jetzt ist, weiß ich nicht.( Stürmische Heiterfeit.) Liebe Freunde von der konservativen Partei! Euer Redner jat ja schön und offen gesprochen, aber ganz bin ich auch mit Sir nicht fertig.( Große Heiterfeit.) Ich bin nämlich mit großer Freudigkeit für die Kanalvorlage.( Stürmische Bravo links.) Ich muß aber zwei Bedingungen daran knüpfen; nein,., Be. dingungen" ist zu frech.( Seiterfeld will also sagen: Wünsche.( Sich ummvendend). Ja, ich will artig sein, Herr Präsident!( Stürmische Heiterkeit) Ich habe also don euch, ihr lieben Abgeordneten, roh kein Wort über die ge­hört, in deren Taschen die Millieren fließen sollen, die Sie Der Kanalminiiter hier bewilligen, die Kanalarbei: er

' n herrlicher Mensch, gut und verträglich, kein Trinker; frag' nur aus meim Ort, wen Du willst, kein Mensch wird Dir anders sagen. Und, was die Hauptsache er hat hier-!

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Damit rieb der Gast Daumen und Zeigefinger gegeneinander, so, wie man das Geldzählen etwa an­deuten will.

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Das fann auch noch niemand glücklich machen!" Das nit! Aber' s bilft d'rzu, wenn m'es hat. So viertausend Gulden, die' s mal dem Burkhennersch trägt, sein' n ganz gutes Trinkgeld."

Viertausend Gulden- allerdings, die wären so übel nicht. Das meinte auch das Eischen. Wenn ihm ber Burkhennersch nur so gefallen könnt, wie der Hang­curt den es aber doch nun niemals zum Mann friegen konnte.

" Ich hab' noch Zeit", erwiderte jetzt das Mädchen. " So, wie alt biste da?"

" Zweiundzwanzig werd' ich nächst".

" Zum Freien haste da allerdings noch Zeit, aber anzuschaffen haste feine Zeit mehr. Muß'n doch erst tennen lernen, im Fall er Dir nit gefällt."

Der Durchtriebene" verstand seine Sache. Er wollte durchaus das Elschen nicht drängen, sondern ihm nur ein wenig Kurzweil oder Abwechselung verschaffen. Deshalb sollte es den Burkhennersch erst kennen lernen, erst Umgang mit ihm pflegen und die spätere Aussicht, daß es ihn ja, wenn er ihm nicht gefiel, immer noch laufen laffen fonnte, ließ Elschen den Vorschlag des Gastes nicht so verwerflich erscheinen.

Darauf hatte dieser auch gerechnet. Er dachte, wenn Elschen und der Burkhennersch erst mit einander verkehrt hätten, würden sie Gefallen aneinander finden. Er konnte darauf schon rechnen. weil ia der Burkbennersch

ist er noch da?( Große Heiterfeit.) Ja, da steht er zal( Stür. mische Heiterfeit.) Der Minister bat mir die Hand gereicht, er ist ganz auf meiner Seite, der Minister scheint schon fort zu sein.( Minister v. Budde ist auf die andere Seite der Ministerbank gegangen. Bei diesen Worten steht er auf und verbeugt sich.) Ach, da ist er ja wieder!( Stürmische Seiter. keit.) Aber der Schnaps ist ein fürchterlicher Feind! Wo ist denn der Herr Minister?( Der Redner dreht sich nach allen Seiten um. Minister v. Budde steht auf. Große Heiterfeit.) Ach da!( Schallende Heiterkeit.) Wir sollten an den Ka­nälen die Arbeiter ansiedeln, das wäre so wunderschön, so wunderschön.( Große Heiterkeit.) Ich habe hierüber( zum Minister v. Budde) Ihre treffliche Dentschrift gelesen, ich mache( zum Geheimrat Sympher) Ihnen mein Kompli ment dafür.( Stürmische Heiterkeit.) Meine lieben Herren ( Heiterkeit), von den Fabrikherren und auch von der Land­wirtschaft werde ich wohl dafür keinen Orden bekommen. ( Chorufe.) Oder wollen Sie mir einen Orden geben? ( Heiterfeit.) Du, liebe Landwirtschaft( Heiterkeit), du mußt auch aufhören zu schreien.( Stürmische Heiterkeit links, Unruhe rechs), du mußt mithelfen( Erneute Heiterfeit links), The müßt auch auf dem Lande an cure Arbeiter denken. ( so: Liebes hohes Haus und liebes Staatsministerium! un lassen Sie uns alle recht einmütig sein und den Kanal bewilligen.( Sllirmische Heiterfeit.) Gott im Himmel wird seinen Segen geben, Amen!( Lebhafter Beifall.) Nach ieser eigenartigen Rede bot die Debatte kein besonderes Interesse mehr.

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Der Dank Aalesunds an den Kaiser. Aus den Metall. resten der Glocken der abgebrannten Kirche der norwegischen Stadt Aalesund werden in Bergen in altnordischem Stil ge­haltene Erinnerungsgegenstände hergestellt, die dem deutschen Kaiser überreicht werden sollen. Auch für den Flügel­adjutanten, Fregattenkapitän v. Grumme, und dessen Ge­mahlin, die im allerhöchsten Auftrage in Aalesund anwesend waren, werden soiche Gegenstände angefertigt.

800 000 Milreis brasilianische Regierungsgelder ge­stohlen. Ein schönes Beispiel von brasilianischer Ehrlichkeit und Verwaltung Lesert ein Vorfall, der sich auf der Bahn­station tio de Janeiro ereignete. Es kam dort eine Riste an mit über 800 000 Milreis Regierungsgeldern und zwar von St. Paulo. Auf dem Bahnhof verschwand auf einmal die Ktste spurlos. Alles Nachforschen ist erfolglos geblieben und wird es wahrscheinlich auch bleiben.

Familientra ödie. Wie aus Dresden gemeldet wird, hat eine ganze dortige Familie durch Mord und Selbstmord in den Fluten der Elbe geendet. Vor kurzem wurde das sechs Jahre alte Mädchen des Milchkutschers Renner bei Strehla gelandet, jetzt hat die Elbe den Leichnam der Frau Renner ans Ufer gespült. Die Mutter war seit Ende März mit ihren beiden Kindern spurlos verschwunden. Sie hat zweifellos mit ihnen den Tod in der Elbe gesucht, nachdem ihr Mann vorher dasselbe getan. Seine Leiche und die des jüngsten Kindes werden noch vermißt. Die Eheleute faßten den tran­rigen Entschluß, nachdem sie aus dem Krankenhause entlassen worden waren, wo sie am Typhus darniederlagen. Beide litten seitdem an Schwermut.

171945

Ein deutscher Mörder in Amerika entdeckt. In Michiganio City( Indiana) stellte sich ein gewisser Karl Weinkowski, denfor Behörden und legte das Geständnis ab, er habe im Jahre ,, 1896 den königlichen Forstbeamten Sommerfeld im Walde bon Wonzaw ermordet. Als vermeintlicher Täter sei da­mals der Schullehrer Konrad Friß zu lebenslänglichem Zucht­haus verurteilt worden.

§ Ist Bilse" eine Beleidigung? Diese Frage beschäftigte das Schöffengericht in Ulm. Zur Verhandlung stand die Beleidigungsklage des Obersten a. D. Hüger, jeßigen Bade fommissars von Bad Königsborn bei Unna, gegen den frühe ren Redakteur der Ulmer Zeitung" Richard Schönfelder, ietzt Redakteur des Mannheimer Generalanzeigers". Der Plage liegt ein Artikel der Ulmer Zeitung" zu Grunde, die den Oberst a. D. Hüger, der bei Gelegenheit des Bilse­Brozesses mit seinen Beschwerden über ihm widerfahrene an­gebliche Rechtsbeugungen der militärischen Gerichte und Ehrengerichte wiederum an die Deffentlichkeit getreten war, einen Ulmer Bilse" und eine Querulantenseele" nannte. Seine Beschwerden hatte Oberst a. D. Hüger, der als preußi­sher Offizier das württembergische Feldartillerieregiment König Karl Nr. 13 kommandierte, in einer im Jahre 1902 erschienenen sensationellen Broschüre niedergelegt, betitelt: ... Meine Erlebnisse in der Militärrechts- und Offizierehren­

in der Tat ein ganz annehmbarer und leidlicher Bursche war, weil er viertausend Gulden Vermögen besaß und weil das Mädchen die Hoffnung auf den Hangcurt doch nun fahren lassen mußte.

Ich mag alleweil noch nit", beharrte das Mädchen immer noch auf seinem ablehnenden Standpunkt.

' s muß ja auch nit gleich sein", erwiderte der Gast. Aber wenn ich nächstens mal wieder ins Dorf komme, sprech ich noch mal vor und dann können m'r ja immer noch d'rbon reden."

Na, das könnt Ihr ja, das will ich Euch nit wehr'n"

Jetzt trat der alt Wirts wieder in die Stube. Er mochte wohl denken, daß der f. mde Gast, in dem er einen Freiersmann" erkannt hatte, das Elschen ge­nügend bearbeitet haben würde. Das Gespräch nahm nun natürlich eine andere Wendung.nd als der Gast fort­ging, wurde er von Elschen's Vater zum baldigen Wiederkommen aufgefordert.

Als er draußen war, kam auch die Mutter des Elschen in die Wirtsstube. Beide Eltern fragten nun ihre Tochter, was denn der fremde Gast jewollt habe. Er hat' n bischen Dummheiten g'macht, versezte das Mädchen trocken.

Ach, ich weiß's ja, was er g'wollt hat, sagte der alte" Wirths. Es war g'wiß' n Freiersmann für den Burkhennecsch Bursch, der die letzte Kirmeß hier war. Wennste den nit nähmst, müßt m'r Dich wahrhaftig

bedauern."

Das is der Zweite aus dem Burkhennersch Werk, gelt?" fragte Elschen's Mutter. Ja!' n ganz hübscher Mensch, und's trägt ihm mal biertausend Gulden!"

( Forts. folgt)

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