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auf der Welt sind daß er seine Fassung nur höchst mühsam bedaß es sich um eine Sache von solcher Wichnur, daß sie zwei Personen betrifft, die dich und meinen Vater!
recht um feinen Menschen. Um diese Zeit kam Waldemar Schirmer, Sohn des Bürgermeisters, auf Urlaub in das Städtchen. über lachten beide von Herzen und kümmerten sich nun erst
Auch dies erfuhren Vater und Tochter, aber auch hier
Gr mo
Landmann, der jetzt sein Jahr der einzige
" Jawohl, Herr Leutnant, aber bitt' schön- ich kann nichts dafür, wenn
„ Das werden wir Ihnen schon beibringen. Wegtreten!" Leutnant v. Hardegg wandte sich den anderen Rekruten zu. Als er nach einer Weile wieder den Mann mit den abstehenden Ohren und den schrägen Augenbrauen sich ansehen wollte, fonnte er ihn nicht finden. Nur die beiden rechten Stiefel ließen bei dem dritten Mann vom linken Flügel die Vermutung zu, daß er der Rekrut Franz Bunkat sei. Er hatte weder abstehende Ohren, noch schräge Augenbrauen, dafür aber ein auf der rechten Seite etwas verschwollenes Gesicht und ein Doppelkinn.
Das Chamaeleon, eine die Gruppe der Vermilinguia bildende Eidechsengattung, hat die merkwürdige Eigenschaft, sein Aussehen nach dem jeweiligen Gemütszustande, nach Temperatur und Beleuchtung, nach Ernährungsverhältnissen usw. zu verändern. Ein solches Chamaeleon war der Rekrut Buntat nur war er der afrikanischen Eidechse insofern noch über, als er nicht nur seine Farbe, sondern auch Ausdruck und Haltung veränderte und zwar gemäß dem jeweiligen Gemütszustande.
Franz Bunkat hatte ein anderes Gesicht, wenn er aß, ein anderes, wenn er Griffe floppte; er hatte ein besonderes Gesicht für den langsamen Schritt und ein besonderes für Freiübungen. Er sah ganz anders aus, wenn der Leutnant ihn anredete, wie wenn der Unteroffizier mit ihm sprach. Und derjenige Rekrut Franz Bunkat, welcher angeschnauzt wurde, war ein ganz anderer als der, welcher den Anschnauzer verdient hatte.
Das war für die dritte Kompanie ein höchst pläsierliches Phänomen für die Vorgesetzten allerdings weniger. Franz Bunkat wurde bestraft es half nichts; man redete ihm gut zu wie einem gemütsfranken Pferde es nüßte nichts: der Rekrut schwur ungezählte heilige Eide, daß er nicht anders fönne. Der Stabsarzt nahm ihn ins Lazarett und unterwarf ihn bei ſtrenger Krankendiät einer Radikaltur mit Rizinusöl, dem als„ Soldatenhonig" bekannten und geschätzten Anheilmittel alles vergeblich.
Die Vorgesetzten bis zum Major hinauf waren ratlos.
H. KLIMSCH
12.6.94.
Einer nach dem Andern.
Schließlich blieb aber doch nichts übrig, als den Herrn Oberst zu verständigen selbst auf die Gefahr hin, daß die ungezählten verschiedenen Gesichter des Chamaeleons in der Beurteilung des Herrn Oberst auf den Rekrutenoffizier zurückfielen. Der Herr Oberst mochte wohl von dem Mirakel schon gehört haben. Er war nicht erstaunt oder ärgerlich, sondern lächelte nur überlegen und sah sich den Mann mit mildem Ernst und väterlicher Würde genau an. Dann sagte er freundlich: Treten Sie mal vor, mein Sohn!"
Während Franz Bunkat, welcher just das runde Apfelgesicht eines Weißbinderbudikers hatte, aus dem Gliede trat und in der vorgeschriebenen Entfernung sich aufstellte, wandte der Oberst sich mit einem Wink an den Leutnant v. Hardegg: „ Lieber Herr Leutnant, ich will Ihnen zugeben, daß es sich hier vielleicht um einen eigenartigen Fall handelt, um einen Fall, auf den das rein Schematische der militärischen ErAber damit allein kommen ziehung nicht anwendbar ist. wir doch auch nicht aus! Selbst das Ungewöhnlichste darf uns nicht überraschen. Dafür muß jeder Offizier einen eigenen Fond von Einsicht, von Menschenkenntnis und Erziehungsmitteln haben. Wollen Sie mal, bitte, darauf achten, wie ich mit dem Manne rede also wo ist der Rekrut Bunkat!" rief der Oberst laut, indem er einen dürftigen Soldaten in seiner Nähe, dessen fieberige Augen aus einem schmalen, schwindsüchtigen Leidensgesichte an dem Vorgesetzten hingen, mit einem flüchtigen Blicke streifte. ,, Na, wird's bald? Zum Donnerwetter! Der Rekrut Bunkat soll vortreten!!"
Waaaaa- s! das ist
„ Der Rekrut Bunkat ist vorgetreten, Herr Oberst," meldete Leutnant v. Hardegg, mit der Hand am Mützenschirm. ,, Dort steht er." Sie sind derselbe, den ich Mensch!!! Wer sind Sie!?" " Zu Befehl, Herr Oberst! Rekrut Franz Bunkat." " Der Satan sind Sie!!" schrie der Oberst fassungslos und verließ mit großen Schritten den Hof.
vorhin
Als das Chamaeleon vierzehn Tage später entlassen wurde, machte es ein Gesicht, das es bis dahin noch nicht ge= macht hatte ein vergnügtes nämlich!
Bauer( zu den Stallmägden):„ So,' 3 Vieh hat jetzt g'fress'n und g'soff'n! Jetzt könnt Ihr neingeh'n un a Gleiches tun!"
uuuj von scoreanern vеjezi. Große Avretungen dieser Sol= daten desertieren täglich mit Waffen und Munition; sie marschieren dann in regelrechten Formationen durch die Pörfer und verlangen Quartier. Nachts gehen sie dann auf Sünderungen aus. Die Gesandtschaften haben vergebens gegen die Anwesenheit dieser Soldaten protestiert und der foreanischen Regierung mitgeteilt, daß zum Schuße gegen Diese Soldaten die Gesandtschaftswachen verstärkt seien.
Der Herero- Hufftand.
Die Liste der Opfer des Aufstandes ist schon pieder um zwei neue Namen vermehrt worden: Auf der on den Herero geplünderten Station Heusis wurde ein Bemter der deutschen Kolonialgesellschaft für Südwestafrika, Banshorn, und in Spizkopjes der Beamte derselben Geellschaft outsch ermordet worden.
Einiges Befremden hat in Berliner Kolonialkreisen die Nachricht des Habicht"-Kommandanten erregt, daß Gouverteur Leutwein sich nicht, wie man nach den bisherigen Depeschen annehmen mußte, an Bord des eben von Port colloth in Swakopmund eingetroffenen Wörmann- Dampfers jefand. Bekanntlich hatte der Kapstädter deutsche Generalonsul v. Lindequist die Einschiffung Leutweins in Port tolloth als unmittelbar bevorstehend 3. 3t. nach Berlin geheldet, und Store:: enkapitän Gudewill vom„ Habicht" hatte einem weiteren Telegramm bereits von Leutweins Abeise aus Port Nolloth gesprochen. Jeßt meldet er, Leutwein abe den Dampfer verpaßt, er sei erst nach dessen Abfahrt, m Freitag, in Port Nolloth eingetroffen. Dieser Widerpruch in den Depeschen des Kapitäns Gudewill erklärt sich dessen daher einfach: Gudewills erste Meldung von der ereits erfolgten Einschiffung Leutweins beruhte auf dem= lben, die unmittelbar bevorstehende Abreise des Gouver= eurs meldenden Telegramm Lindequists, das auch das Koloialamt erhielt. Zugleich mit dem Telegramm an das Kolofalamt hatte der Kapstädter Generalkonsul ein gleichlautenes Telegramm an Gudewill nach Swakopmund geschickt. udewill mußte annehmen, daß Leutwein bereits an Bord und telegraphierte in diesem Sinne nach Berlin. Selbstverständlich wird durch die Verzögerung der Anft Leutweins im Aufstandsgebiete das militärische Vor-( ben unserer Truppen nicht im geringsten beeinträchtigt. Leutwein in Swakopmund eintrifft, führt Gudewill das ommando, und daß er energisch und umsichtig zu operieren : rteht, haben die rühmlichen Erfolge der letzten Tage lagend erwiesen.
Tua geretaji wurve.
Kindlicher Wunsch. Mutter:„ Die SyrupFabrik hat Pleite gemacht." Vater: Morgen ist die Ausschüttung der Masse."
Fritzchen:„ Ach, wenn da unſereins mit lecken dürfte!"
*
Aus Kalau.
,, Weißt Du auch, daß die Zylinder aus Hasenfellen be= reitet werden?"
,, Freilich, daher der Name Lampen Zylinder!"
Wechselseitig.
,, Der Meier macht doch bei jedem Sat einen Kalauer."
,, Und seine Zuhörer bei jedem Kalauer einen Sat!"
※
Vorschlag zur Güte.
Unteroffizier:„ Kerls, wenn Ihr nun doch einmal marschieren wollt, als ob' s zu einem Begräbnisse ginge, dann marschiert wenigstens so, als ob Ihr einen alten Erbonkel fortbrächtet!"
ver Stav ves expertionstorps traj
mittags in Hamburg ein. Die Abfahrt erfolgte nachmittags.
Die Politik.
Ginen eigenartigen Schritt haben die Kölner Krankenkassen unternommen: Sie haben beschlossen, ein Telegramm an den Kaiser zu senden, worin er gebeten wird, die etwa 100 000 Kölner Kassenmitglieder, welche durch die Regierungsverfügung mit ihren Familien den Aerzten auf Gnade oder Ungnade ausgeliefert seien, zu schützen. Der Kaiser fann in dieser Sache nichts hin. Das Gesetz schreibt vor, daß die Kassen ihren Mitgliedern die nötige Zahl Aerzte zur Verfügung zu stellen haben. Tun sie das nicht, so ist die Aufsichtsbehörde, also die Regierung, verpflichtet, die Kassenvorstände dazu anzuhalten, und erforderlichenfalls selbst die nötigen Aerzte auf Kosten der Kassen zu engagieren. Darau, daß die Aerzte ihren Streif durchsetzen, sobald sie solidarisch bleiben und Zuzug von außen fernhalten, tann niemand etwas ändern. In der Versammlung, die die Absendung des Telegramme beschloß, wurde u. a. mitgeteilt, daß den Kölner Aerzten zur Abfindung der von auswärts gekommenen Kollegen angeblich 750 000 Mark zur Verfügung ständen. Die fremden Aerzte seien indessen gegenüber den von den Behörden ergangenen Aufforderungen, ihre Tätigkeit cinzustllen, entschlossen, an ihren kontraftlichen Verpflichtungen festzuhalten. Während der Diskussion wurden die anwesenden Aerzte aus dem Saale getoiesen. Bald darauf verlicẞen auch die Vertreter der städtischen und staatlichen Behörden den Versammlungsraum. Die Kölner Krankenkassen werden gleichviel ob sie nun recht oder unrecht haben- es bald völlig mit den maßgebenden Instanzen verschütten.
Zum Nachfolger des Bischofs Anzer in China soll ein Pater Pieper ausersehen sein. Pater Picper ist bislang eine in den weitesten Kreisen unbekannte Größe.
O Die Erklärungen, die der preußische Minister des Innern v. Hammerstein im Abgeordnetenhause zu der Frage der Aenderung des preußischen Wahlrechts abgab, stellen, wie jetzt bekannt wird, nicht die persönliche Auffassung des gesamten Staatsministeriums dar. Die preußische Regierung ist, wie aus sicherer Quelle verlautet, von der Notwendigkeit durchdrungen, das preußische Wahlrecht_im_wefentlichen unverändert aufrecht zu erhalten. Bekanntlich hat die Regierung Erhebungen darüber angestellt, inwiefern sich bei den letzten Wahlen die geltenden Bestimmungen als verbesserungsbedürftig erwiesen haben. Das Ergebnis dieser Erhebungen ist die Anschauung des Ministeriums, daß die geltenden Vorschriften sich im allgemeinen als durchaus zweckmäßig erwiesen haben. Dies gilt insbesondere von dem
13. Jahrgang.
nspreis: Die einspaltige Betttzelle für ganz l e Kreise Wetzlar und Marburg 10 Pfg. fonft 15 Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg.
Postzeitungsliste No. 3269.
1 und Expedition: Gießen, Seltersweg 88 Fernſprechauschluß Nr. 362.
chlen
kener Beifung)
Gießen und Umgebung. Behörden von Oberhessen.
ment von 1903. Nur einige unwesentliche Aensollen vorgenommen werden. Eine dahingehende ird dem Landtage aber erst in der nächsten Tagung
Oefterreich- Ungarn.
em Olmüzer firchlichen Hader scheinen die Gegner terzbischofs Dr. Kohn den fürzeren gezogen zu r. Sohn hat jetzt dem ihm unterstellten Klerus miti das heilige Offizium in Rom bereits Anfang De103 die Nachrichten von einer angeblich durch ihn n Verlegung des Beichtgeheimnisses als Vering bezeichnet habe und daß Papst Pius selbst ine Kundgebung veröffentlichen werde.
Dänemark.
n Beschwerdeführern über das Treiben der engchdampfer in den nordeuropäischen Gewässern reiht ich Dänemark an. Nachdem die deutschen Fischereien englischen Fischdampfern die Unverschämtheit, sich in der Nordsee benahmen, gehörig angestrichen Unfug in der Nordsee ein Ende gemacht haben, britischen Fischer jetzt in der Nähe der schottischen Spitzbubenhandwerf. Neuerdings sind sie mit ganz Noheit an der Isländischen Küste aufgetreten. dänische Kreuzer„ Hefla" von dort abberufen ist, Engländer nicht nur in den isländischen Fjorden cht, sondern der wehrlosen und fast ganz auf den ingewiesenen Bevölkerung sogar ihre Fischereigeraubt. Dänemark wird jetzt unverzüglich uzer nach den isländischen Gewässern entienden, iglischen Piraten das unsaubere Handwerk gründ
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Balkan- Staaten.
iderbare Dinge werden aus Montenegro berichtet dem Augenblick, wo der Vertreter des Königs Serbien mit dessen eigenhändigem Schreiben dortt. Ein gewisser Drago Lakitsch war fürzlich in nd wurde als ein alter Bekannter vom König Peter 1. Sobald er nach Cettinje zurückkam, wurde er tet und in Ketten gelegt. Sein Bruder, ode Lakitsch, verlor die angesehene Stelle eines 3 und ist im Begriff, Montenegro zu verlassen. iadowitsch, ein Verwandter des Königs Peter, der in Montenegro als Emigrant lebte, hier mit einer Fürsten verheiratet und am montenegrinischen ona grata war, fiel ebenfalls in Ungnade und ige Woche Montenegro verlassen. Er befindet sich jetzt in Belgrad. Im allgemeinen wird hier jeder ungern gesehen, der irgendwie zu Serbien Beziehungen unterhält. Und der Grund dieser ungnädigen Praktiken Nikitas? Sicherlich ist es die Enttäuschung darüber, daß nicht an Stelle eines Karageorgiewitsch ein Njegosch, ein Sohn des montenegrinischen Fürstenhauses, auf den serbischen Thron berufen wurde.
*
Aus den Parlamenten.
Zwei völlig aussichtslose Anträge sind von sozialdemofratischer Seite im Reichstage eingebracht worden. Der eine ersucht den Reichskanzler um Vorlegung eines Geſetzentwurfes, wonach der Betrieb und die Verwaltung der deutschen Eisenbahnen dem Reiche übertragen wird. Der andere verlangt einen Gesezentwurf, in dem ein Arbeitgeber mit Gefängnis bis zu drei Monaten bedroht wird, wenn er mit einem anderen Arbeitgeber vereinbart, Arbeitern die Arbeitsgelegenheit zu erschweren, die an Vereinigungen behufs Erlangung günstiger Lohn- und Arbeitsbedingungen teilgenommen haben. Der letztgenannte Antrag ist, wie man sieht, das Gegenstück zu der vom vorigen Reichstag begrabenen Zuchthausvorlage".
Deutfcher Reichstag.
( 26. Sigung.)
CB. Berlin, 6. Februas. Das Haus ist wieder einmal so schwach besetzt, daß an seiner Beschlußunfähigkeit kein Zweifel auftauchen kann. Der erste der heutigen Redner meinte u. a.: Die einzigen Leute, die umsonst arbeiteten, seien die Mitglieder des Reichstags; die täten es allerdings ad majorem patriae gloriam. Er hätte hinzufügen sollen: in absentia. Aber die Beschlußunfähigkeit bleibt ohne jede Wirkung; sie mag noch so augenfällig sein, juristisch existiert sie nicht, so lange sie nicht formell festgestellt ist. Die
Verlängerung des Friedenspräsenzgesetzes von 1899 auf nur ein Jahr, die von etwo 30 Abgeordneten in dritter Lesung endgültig genehmigt wurde, ist somit rechtsgültig. Eine Debatte entstand dabei nicht. Dafür sleß der Redestrom uneingedämmt weiter, der durch das Vediiejnis nach
sozialpolitischen Auseinandersetzungen
beim Titel Staatssekretär des Etats des Reichsants des Innern entfesselt worden ist.
Abg. Rügenberg( Bentr.) trat für die Forderungen der Aerzte in deren Streit mit den Krankenkassen ein, also


