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Ar. 6.

1904.

O

Seifenblasen

Wöchentliche Beilage für die Abonnenten der., Gießener Neuesten Nachrichten".

Aus den Sprüchen des Confucius.

Drauf das Angesicht des Alten

,, Sage mir doch, Ben Akiba, Sage mir, was trinkst Du lieba? Legt sich ernst in würdge Falten; Trinkst Du lieber. braunes Bier Weise spricht er und gefaßt: Oder Wein? Das sage mir!" ,, Trinke, Jüngling, was Du hast!"

Grob.

Reicher Gec:, Es geht doch eigentlich

wenigen Leuten in der Welt so, wie sie es verdienen." Dame: Seien Sie doch froh."

auty von Moreanern vejеzi. Große Abretungen dieser Sol­daten desertieren täglich mit Waffen und Munition; sie marschieren dann in regelrechten Formationen durch die Dörfer und verlangen Quartier. Nachts gehen sie dann auf Plünderungen aus. Die Gesandtschaften haben vergebens gen die Anwesenheit dieser Soldaten protestiert und der toreanischen Regierung mitgeteilt, daß zum Schuße gegen diese Soldaten die Gesandtschaftswachen verstärkt seien.

Der Herero- Hufftand.

Die Liste der Opfer des Aufstandes ist schon vieder um zwei neue Namen vermehrt worden: Auf der on den Herero geplünderten Station Heusis wurde ein Be­mter der deutschen Kolonialgesellschaft für Südwestafrika, Banshorn, und in Spizkopjes der Beamte derselben Ge­ellschaft outsch ermordet worden.

Einiges Befremden hat in Berliner Kolonialkreisen die Bachricht des Habicht"-Kommandanten erregt, daß Gouver­teur Leutwein sich nicht, wie man nach den bisherigen Depeschen annehmen mußte, an Bord des eben von Port Colloth in Swakopmund eingetroffenen Wörmann- Dampfers efand. Bekanntlich hatte der Kapstädter deutsche General­insul v. Lindequist die Einschiffung Leutweins in Port Colloth als unmittelbar bevorstehend z. Zt. nach Berlin ge­neldet, und Koreenkapitän Gudewill vom Habicht" hatte einem weiteren Telegramm bereits von Leutweins Ab­eise aus Port Nolloth gesprochen. Jeßt meldet er, Leutwein abe den Dampfer verpaßt, er sei erst nach dessen Abfahrt, m Freitag, in Port Nolloth eingetroffen. Dieser Wider­pruch in den Depeschen des Kapitäns Gudewill erklärt sich adessen daher einfach: Gudewills erste Meldung von der ereits erfolgten Einschiffung Leutweins beruhte auf dem= lben, die unmittelbar bevorstehende Abreise des Gouver= eurs meldenden Telegramm Lindequists, das auch das Kolo­lulamt erhielt. Zugleich mit dem Telegramm an das Kolo­falamt hatte der Kapstädter Generalkonsul ein gleichlauten­es Telegramm an Gudewill nach Swakopmund geschickt. udewill mußte annehmen, daß Leutwein bereits an Bord und telegraphierte in diesem Sinne nach Berlin. Selbstverständlich wird durch die Verzögerung der An­ft Leutweins im Aufstandsgebiete das militärische Vor­ben unserer Truppen nicht im geringsten beeinträchtigt. Leutwein in Swakopmund eintrifft, führt Gudewill das ommando, und daß er energisch und umsichtig zu operieren rteht, haben die rühmlichen Erfolge der letzten Tage lagend erwiesen.

Galant.

( Nachdruck verboten.)

,, und wo soll ich das Rezept bereiten lassen?" ,, Natürlich in der Engel- Apotheke, gnädiges Fräulein!"

Jua geretai wurve. Der Stav ves expectationstorps tras mittags in Hamburg ein. Die Abfahrt erfolgte nachmittags.

Die Politik.

Einen eigenartigen Schritt haben die Kölner Kranken­foffen unternommen: Sie haben beschlossen, ein Telegramm an den Kaiser zu senden, worin er gebeten wird, die etwa 100 000 Kölner Kassenmitglieder, welche durch die Regie­rungsverfügung mit ihren Familien den Aerzten auf Gnade oder Ungnade ausgeliefert seien, zu schützen. Der Kaiser fann in dieser Sache nichts hin. Das Gesetz schreibt vor, daß die Kassen ihren Mitgliedern die nötige Zahl Aerzte zur Ver­fügung zu stellen haben. Tun sie das nicht, so ist die Auf­sichtsbehörde, also die Regierung, verpflichtet, die Kassen­vorstände dazu anzuhalten, und erforderlichenfalls selbst die nötigen Aerzte auf Kosten der Kassen zu engagieren. Deren, daß die Aerzte ihren Streik durchsetzen, sobald sie solidarisch bleiben und Zuzug von außen fernhalten, tann niemand etwas ändern. In der Versammlung, die die Absendung des Telegramme beschloß, wurde u. a. mitgeteilt, daß den Kölner Aerzten zur Abfindung der von auswärts gekommenen Kol­legen angeblich 750 000 Marf zur Verfügung ständen. Die fremden Aerzte seien indessen gegenüber den von den Be­hörden ergangenen Aufforderungen, ihre Tätigkeit cinzu­stllen, entschlossen, an ihren kontraktlichen Verpflichtungen festzuhalten. Während der Diskussion wurden die anwesen­den Aerzte aus dem Saale getpiesen. Bald darauf verlicẞen auch die Vertreter der städtischen und staatlichen Behörden den Versammlungsraum. Die Kölner Krankenkassen werden gleichviel ob sie nun recht oder unrecht haben es bald böllig mit den maßgebenden Instanzen verschütten.

Zum Nachfolger des Bischofs Anzer in China soll ein Pater Pieper ausersehen sein. Pater Picper ist bislang eine in den weiteſten Kreisen unbekannte Größe.

O Die Erklärungen, die der preußische Minister des In­nern v. Hammerstein im Abgeordnetenhause zu der Frage der Aenderung des preußischen Wahlrechts abgab, stellen, wie jetzt bekannt wird, nicht die persönliche Auffassung des gesamten Staatsministeriums dar. Die preußische Re­gierung ist, wie aus sicherer Quelle verlautet, von der Not­wendigkeit durchdrungen, das preußische Wahlrecht im we­sentlichen unverändert aufrecht zu erhalten. Bekannt­lich hat die Regierung Erhebungen darüber angestellt, inwie­fern sich bei den letzten Wahlen die geltenden Bestimmungen als verbesserungsbedürftig erwiesen haben. Das Ergebnis dieser Erhebungen ist die Anschauung des Ministeriums, daß die geltenden Vorschriften sich im allgemeinen als durchaus zweckmäßig erwiesen haben. Dies gilt insbesondere von dem

13. Jahrgang.

nspreis: Die einspaltige Petitzelle für ganz Ol

: Kreise Wetzlar und Marburg 10 Pfg. fonft 15 P Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg.

Postzeitungsliste No. 3269.

und Expedition: Gießen, Seltersweg 88 Ferusprechenschluß Nr. 362.

chilen

şener Zeifung)

Gießen und Umgebung. Zehörden von Oberhessen.

ment von 1903. Tur einige unwesentliche Aen­sollen vorgenommen werden. Eine dahingehende ird dem Landtage aber erst in der nächsten Tagung

Oefterreich- Ungarn.

em Olmüzer kirchlichen Hader scheinen die Gegner erzbischofs Dr. Kohn den kürzeren gezogen zu r. Kohn hat jetzt dem ihm unterstellten Klerus mit­3 das heilige Offizium in Rom bereits Anfang De­03 die Nachrichten von einer angeblich durch ihn n Verletzung des Beichtgeheimnisses als Ver­ng bezeichnet habe und daß Papst Pius selbst ne Kundgebung veröffentlichen werde.

Dänemark.

1 Beschwerdeführern über das Treiben der eng­hdampfer in den nordeuropäischen Gewässern reiht ch Dänemark an. Nachdem die deutschen Fischerei­n englischen Fischdampfern die Unverschämtheit, sich in der Nordsee benahmen, gehörig angestrichen Unfug in der Nordsee ein Ende gemacht haben, britischen Fischer jetzt in der Nähe der schottischen spizbubenhandwerf. Neuerdings sind sie mit ganz Noheit an der Isländischen Küste aufgetreten. Dänische Kreuzer Hekla" von dort abberufen ist, Engländer nicht nur in den isländischen Fjorden ht, sondern der wehrlosen und fast ganz auf den ngewiesenen Bevölkerung sogar ihre Fischerei­geraubt. Dänemark wird jetzt unverzüglich izer nach den isländischen Gewässern entsenden, glischen Piraten das unsaubere Handwerk gründ

n.

Balkan- Staaten.

derbare Dinge werden aus Montenegro berichtet dem Augenblick, wo der Vertreter des Königs Serbien mit dessen eigenhändigem Schreiben dort­

Ein gewisser Drago Lakitsch war fürzlich in id wurde als ein alter Bekannter vom König Peter Sobald er nach Cettinje zurückkam, wurde er et und in Ketten gelegt. Sein Bruder, de Lakitsch, verlor die angesehene Stelle eines und ist im Begriff, Montenegro zu verlassen. adowitsch, ein Verwandter des Königs Peter, der n Montenegro als Emigrant lebte, hier mit einer Fürsten verheiratet und am montenegrinischen na grata war, fiel ebenfalls in Ungnade und ge Woche Montenegro verlassen. Er befindet sich jetzt in Belgrad. Im allgemeinen wird hier jeder ungern gesehen, der irgendwie zu Serbien Beziehungen unterhält. Und der Grund dieser ungnädigen Praktiken Nikitas? Sicher­lich ist es die Enttäuschung darüber, daß nicht an Stelle eines Karageorgiewitsch ein Njegosch, ein Sohn des montenegri­nischen Fürstenhauses, auf den serbischen Thron berufen wurde.

*

Aus den Parlamenten.

Zwei völlig aussichtslose Anträge sind von sozialdemo­fratischer Seite im Reichstag e eingebracht worden. Der eine ersucht den Reichskanzler um Vorlegung eines Gefeßent­wurfes, wonach der Betrieb und die Verwaltung der deut­schen Eisenbahnen dem Reiche übertragen wird. Der andere verlangt einen Gesezentwurf, in dem ein Arbeit­geber mit Gefängnis bis zu drei Monaten bedroht wird, wenn er mit einem anderen Arbeitgeber vereinbart, Arbeitern die Arbeitsgelegenheit zu erschweren, die an Vereini­gungen behufs Erlangung günstiger Lohn- und Arbeitsbe­dingungen teilgenommen haben. Der letztgenannte Antrag ist, wie man sieht, das Gegenstück zu der vom vorigen Reichs­tag begrabenen Zuchthausvorlage".

( 26. Situng.)

Deutscher Reichstag.

CB. Berlin, 6. Februas. Das Haus ist wieder einmal so schwach besetzt, daß an seiner Beschlußunfähigkeit kein Zweifel auftauchen kann. Der erste der heutigen Redner meinte u. a.: Die einzigen Leute, die umsonst arbeiteten, seien die Mitglieder des Reichs­tags; die täten es allerdings ad majorem patriae gloriam. Er hätte hinzufügen sollen: in absentia. Aber die Be­schlußunfähigkeit bleibt ohne jede Wirkung; sie mag noch so augenfällig sein, juristisch existiert sie nicht, so lange sie nicht formell festgestellt ist. Die

Verlängerung des Friedenspräsenzgesetzes von 1899 auf nur ein Jahr, die von etwa 30 Abgeordneten in dritter Lesung endgültig genehmigt wurde, ist somit rechts­gültig. Eine Debatte entstand dabei nicht. Dafür slot der Redestrom uneingedämmt weiter, der durch das Vedürfnis nach

sozialpolitischen Auseinandersetzungen beim Titel Staatssekretär des Etats des Reichsamts des Innern entfesselt worden ist.

Abg. Rügenberg( entr.) trat für die Forderungen der Aerzte in deren Streit mit den Krankenkassen ein, also

Driiben ging die m fonniges Glück! Lag es nicht erbarmungslos in Trümmern? fennt, wohin er sich flüchten könnte. schien, wie ein todeswunder Bogel, der feinen Zufluchtsort maßlos geängstigt in ihrer Brust hin und her zu flattern rede heiter hin und hr schönes, junges,

blieb aufrecht vor ihm stehen. das duldete fie, ohne sich zu rühren. Hilda auf seine Seniee zu ziehen, allein sie widerstrebte und Der junge Gatte zog sich einen Sessel herbei und versuchte Er legte den Arm um sie, und

Hellmut und Silda blieben allein.

min?" begann

,,, Mit

bitter.

einen Ausnahme natürlich!"

ergänzte

er

die

mir die liebsten auf der Welt sind dieser tigkeit handelt, daß er seine Fassung nur höchst mühsam be­Und schade auch, daß es sich um eine Sache von solcher Wich­" Schade nur, daß sie zwei Personen betrifft, dich und meinen Vater!

Auch dies erfuhren Vater und Tochter, aber auch hier­

über

umi feinen Menschen. Sohn des Bürgermeisters, auf Urlaub in das Städtchen. Um diese Zeit fam Waldemar Schirmer, der einzige lachten beide von Herzen und fümmerten sich nun erſt