9.
A
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euzeit.
da durch eine
ngen oder Um er Sig. Hölzer ne jegliche Naht.
fallen.
ölzing.
Le Paris 1900.
nd stilgerechten
en.
1883.
hnanschl.
Lager:
Oberamtmann sagen, es tue ihr unendlich leid, daß ihr Mann sich dem Wohltäter ihrer Familie nicht erkenntlich erweiſen fönne, er sei auch heute auswärts auf Arbeit.
Wie's so im Leben geht, vergaß nach diesen wiederholten Mißerfolgen der Oberamtmann den Tischler. Und nun ist die Geschichte zu Ende, bloß eine Kleinigkeit will ich noch hinzufügen.
Eines guten Tages hatte der Oberamtmann socben ſein Mittagsnickerchen beendet, als das Dienstmädchen einen Unglücklichen meldete, der lahm und erblindet sei. Herr Schelling ließ den Mann in die Stube treten, und da stand denn ein elender, gebrochener Mann und hielt eine flägliche Ansprache an den Oberamtmann:
„ Ein armer Lahmer," sagte er, der sich jänzlich uff jute Menschen verläßt, bittet um jeringe Unterstüßung für' ne Familie mit sechs arme Kinder, und blind bin ick ooch!"
Der Oberamtmann hatte gespannt auf den Klang der Worte gehorcht, konnte ihn aber mit dem vor ihm stehenden Armen nicht vereinigen und strengte sein Gedächtnis vergeblich an, einen Zusammenhang zu finden. " Ihre Stimme kommt mir-- äh nicht unbekannt Na, denn seh ick doch, det ick meine Sache nich ohne mache, un det ick jut spielen kann, wenn ich die Fiedel in die Hand nehme!"
vor-
Sie sind Boggenstuhl!" sagte der Oberamtmann, aber ich liebe derartige äh Scherze nicht; tun Sie das nicht wieder! Wenn Sie ein Anliegen haben, so ist es würdiger oder— meinetwegen angemessener—
„ Na, lassen Sie' t jut sin! Idk habe keen Anliegen als um een bisken Mitag und scherzen duh ick jar nich! Wie wer' ick denn!"
„ Aber Sie sind doch nicht im Ernst Bettler?" " Im Ernst und im Spaß und immer, wenn't Jeld alle is; aber det wird nu nich so leicht alle!"
,, Wie sind Sie äh-- aber- äh, äh- so tief- äh- gefunden? Es tut mir äh, äh-- sehr leid!"
„ Wieso tief gesunken? Ihre Uhr seht stark nach, muß ic Ihnen man sagen! Ich habe mir ruffjearbeit't, det is der richtige Ausdruck dafür, un det verdanke ich Ihnen! Sie haben mir den richtigen Weg jezeigt."
„ Sie sagten von äh-- sechs Kindern, wie ist es denn möglich, daß sich ihre Familie so rasch vermehrt hat? Sie hatten doch nur zwei Kinder!"
„ Natürlich hab ich heut voch noch nich mehr! Zwei je= nügen mir vollständig; aber sechs hört sich besser an!"
Ich hatte wiederholt zu Ihnen geschickt, um Ihnen Arbeit zu geben," sagte der Oberamtmann, der sich wie zer= schlagen fühlte von den Worten und der Erscheinung des Tischlers. Ich äh- wir wollen überlegen, wie Ihnen zu-- äh, äh- helfen ist!"
Lassen Se' t jut sin, Herr Oberamtmann, ich hab mir in meine neue Karjere janz jut rinjefunden. Schicken Se Ihr Mitleid zu die Leute, die keins für den kleinen Handwerksmann haben, und die bloß noch wat für ihn haben, wenn er zum Bettler geworden ist.' ne Art Bettler war ich schon immer; ich hab man just von't Atemholen gelebt. Ick hab jehungert, dat mir die Schwarte knackte, bloß um Frau und Kinder wat in den Mund stoppen zu können; nu hab ick so viel Brot im Hause, dat wir' t jar nich alle uffessen können. Se esse heute keen amerikanisch Schmalz mehr, det kann ick Sie versichern, und ich hab wat, wat mancher Paſtor oder Bürgermeister nicht hat! Wissen Sie, wat det is, Herr Oberamtmann?- Jeld uff Zinsen! Ja, et is wahr! De Bettelei sieht bloß von außen een bisfen schenierlich aus; aber' t is nich jefährlich. Ich weeß noch, dat ich mir früher selig pries, wenn ick eenen Dudelfastenmenschen sah; aber' t is all nich schlimm. Det sind nur die Schatten von die Dinge, un vor den Schatten muß man feene Bange haben!"
Daß der Oberamtmann versuchte, den Mann wieder in geordnete Verhältnisse zurückzuführen, und daß er deswegen mit ihm und Doktor Lembke vieles besprach und beriet, erwähne ich nur; aber es gehört nicht mehr zur Geschichte, denn es hat nichts genutzt. Frizz Boggenstuhl hatte für alle ihre Vorschläge immer nur die eine Antwort:
Ich bin een freier Mann und verdiene weit mehr, als Sie mir für meine Arbeit jeben können."
Und mit diesem Mißklang schließe ich meine moralische Geschichte.
EINST UND JETZT
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Friedrich der Große als Journalist.
Daß selbst der alte Friz es nicht verschmäht hat, an den Blättern seiner Residenzstadt als Reporter mitzuarbeiten und seinen Berlinern eine recht ordentliche Ente aufzutischen, verbürgt folgen des Geschichtchen. Im Februar 1767 erfundigte sich der König einſt bei Tisch, was man in Berlin Nenes zu schwatzen wisse; worauf geantwortet wurde, es ginge das Gerücht, nächstens würde wieder Krieg entſtehen. Der König hierüber aufgebracht rief:„ Was das für dummes Geschwäß ist! Tie Leute reden nur immer vom Kriege, weil sie nichts anderes zu reden haben. Man muß ihnen Gelegenheit geben, von etwas anderem zu sprechen." Hicrauf ließ er durch eine vertraute Persönlichkeit folgenden Aufsatz in die beiden Berliner Zeitungen einrücken. Aus Potsdam wird folgen des gemeldet: Am 27. Februar des Abends wurde der Himmel ganz dunkel; finstere, durch ein Gewitter zusammengezogene Wolfen, wovon man wenig Beispiele hat, bedeckten den ganzen Horizont. Es donnerte bei starken Blitzen, und bei verdoppelten Schlägen fiel ein Hagel, dessen man sich seit Menschengedenken nicht zu erinnern gewußt. Von zwei Ochsen, die ein Bauer an einen Wagen ge spannt, um nach der Stadt zu fahren, wurde einer auf der Stelle erschlagen; viele Leute wurden in den Straßen verwundet, und einem Bauern wurde dadurch der Arm gebrochen. Die Dächer wurden durch die Schwere des Hagels zerschmettert; alle Fenster in den Häusern, die gegen den Wind lagen, der dieses Unwetter forttrieb, wurden eingeschlagen. Man hat in den Straßen große Klumpen von Hagel, wie Kürbisse, angetroffen, die nicht eher als zwei Stunden, nachdem das Unwetter aufgehört, zerschmolzen sind. Dieses besondere Phänomen hat einen sehr großen Eindruck gemacht. Die Naturforscher behaupten, daß die Luft nicht Gewalt genug habe, diese festen und zuſammengefrorenen Klumpen zu tragen, und daß die kleinen Hagelförner in den durch die Heftigkeit des Windes zerrissenen Wolfen sich wegen ihrer Menge im Herunterfallen vereinigt und nicht eher dieſe außerordentliche Geſtalt bekommen haben, als bis sie nicht weit mehr vom Erdboden gewesen. Es mag nun dieses zugegangen sein, wie es wolle, so ist es doch gewiß, daß dergleichen Vorfälle sehr selten und beinahe ohne Beispiel sind."
Daß am 5. März und den folgenden Tagen in Berlin der bevorstehende Krieg vergessen war und von nichts als von dem Potsdamer Hagelwetter geredet wurde, wird niemand Wunder nehmen. Am aufgeregtejten war man jedoch in Potsdam, wo nie: mand etwas von diesem Naturphänomen bemerkt haben wollte und
fonnte. Die Zeitungsverleger wurden mit Briefen und Aufforderungen, zu widerrufen, vombardiert. Einem wurde auf höheren Wink geschrieben:„ Man wisse gewiß, diese Begebenheit sei wirklich geschehen," wobei sich denn die guten Potsdamer nach und nach auch beruhigten. Das Amüsanteste an der ganzen Geschichte ist, daß im Jahre darauf ein Wittenberger Professor, J. D. Titius, in einem gelehrten Werk den Vorfall ganz ernsthaft untersucht und alles begreiflich findet, nur an den Klumpen, so groß wie Kürbisse", Anstoß nimmt.„ Möglich," schreibt er, ist die Größe wohl, aber veil weder das Gewicht angegeben, noch bewiesen ist, daß der Ochse eben von dem Hagel erschlagen sei, bleibe die Sache noch bedenklich.'
*
Das Adoptivkind. Die kürzlich verstorbene Schauspielerin Marie Geiſtinger fam mit ihrem Kammermädchen eines Abends von der Vorstellung sehr ermüdet nach Hause. Vor der Tür zu ihrer Wohnung stößt ihr Fuß an einen Gegenstand, sie faßt hin und fühlt einen Korb. Ein Wachszündhölzchen flammt auf, bei seinem Scheine schaut ein blondes Engelsköpfchen ihr aus dem Korb entgegen. Rasch, Pepi, zur Polizei," ruft die Schauspielerin; doch hait, das Kleine bleibt ja unverändert. Schauen wir nach." Da fand sich, daß der Körper des Kindes aus Brüsseler Spitzen bestand. „ D." rief die Operettensängerin:„ es braucht keiner Polizei, das wird adoptiert."
Ein Marierwerkzeug. Ein Sammler mittelalterlicher Kuriosi= täten, der eine vollständige Sammlung alter Folter und Marter werkzeuge der verschiedenen Völker mit großen Kosten zusammen gebracht hatte, zeigte diese voll Stolz eines Tages Rossini.„ Ez ist nur schade," meinte der„ Schivan von Pesaro" lächelnd, daß Sie eins dere schlimmsten Marterinstrumente vergessen haben!" „ Und welches, icurer Maestro?" fragte der Bejiger ganz be troffen.„ Das Klavier!"
Nr. 4
Mittwoch, den 6., Januar
1904
Oberbessische Familienzeitung.
Tägliche Unterhaltungs- Beilage
der
Gießener Neueste Nachrichten.
Dead and Berlag der Stebener Terlagsbraderet, vorm. Wüh. Keller'sche Bugbruderei( gegz. 1783); center: 151* Rlets
-
Der Beuge.
Roman von Marie Bernhard.
1. Fortseßung. ja! Besann mich aber anders! Guten ,, Wollte Morgen, lieber Koßmann! Servus, Fersius; gefällt Ihnen der Reim? Du erlaubst mir wohl, Vater, daß ich mein drolliges Geschichtchen hier erzähle; ich weiß ja ohnehin, ' s gibt jetzt nicht viel bei uns zu tun, da das Kontor nur feine beiden Koryphäen aufweist, ohne unsere übrigen Herren vom Geschäft. Wenn heute das Paketboot von Shanghai einläuft, wird das anders. Also denkt euch: weil es für mich nichts zu tun gab, wollte ich ausreiten, gab Befehl, den Meteor" für mich zu satteln
„ Bei dieser Hize?" warf der Senior in besorgtem Ton ein. „ D, nur bis zum Tal, dorthin, wo man den Blick nach der Mississippibai hat, es ist nicht weit! Ich lasse mich anfleiden, lege mich derweil noch in meine Hängematte auf der Nordveranda und beginne zu lesen: Palleskes Kunst des Vortrags". Dabei treffe ich auf eine Stelle aus dem Shakespeare und gehe in meine Wohnung, um nachzuschla= gen. Was finde ich? Mein japanischer Diener, Hot- sumi, der glauben mußte, ich ſei ſchon längſt über alle Berge, hat sich in mein Garderobenzimmer verfügt dieser Hanswurst, dieser gelbhäutige, ſchlißäugige Schlingel
Hellinut fonnte nicht weiterreden. Ein neuer Ausbruch des Lachens überkam ihn bei der Erinnerung an dem gehabten Anblick; er schlug ein paarmal mit dem Reitpeitschchen gegen seine Gamaschen und lachte, bis ihm die Augen voller Tränen ſtanden. Fersius sekundierte, ohne zu wiſſen, um was es ſich handelte, und Koßmann, sowie Norden wurden von dieser jugendlichen Heiterkeit ebenfalls angesteckt, so daß das vor kurzem ſtille, trübselige Kontor von Lachen widerhallte.
,, Hat sich diese Kreatur meinen Frack angezogen, meinen allerbesten Galafrack, deſſen Schöße ihm beinahe bis zu den Fersen herunterhängen, dazu ein Paar roter englischer Reithoſen, die ihm vermutlich am ſchönſten erſchienen sind, einen riesigen Zylinderhut auf den Kopf gesezt, ein Batiſt tuch in die Brusttasche gesteckt und ein Paar von meinen allerfeinſten Glacéhandschuhen über seine gelben Vorderpfoten gezogen. Dazu steht er vor meinem deckenhohen Anfleideſpiegel und schneidet Fratzen und dienert und komplimentiert, nimmt den Hut ab und ſteckt ihn unter_den_ge= bogenen linken Arm, wie er's bei unseren Geſellſchaften von mir geſehen hat, und das ganze Zimmer duftet nach Jockey ( Klub, und einen Scheitel hat er sich durch seine öligen schwarzen Haare gezogen, einen Scheitel
Ein neuer Anfall von Heiterfeit.
Artur Felſius lachte nicht mehr mit, er runzelte die Stirn. Und nun? Was taten Sie?" fragte er eifrig. Ich hoffe doch, Sie rissen dem frechen Kerl die Kleider vom Leibe und peitschten ihn, ehe Sie ihn aus dem Dienſt jagten, so lange Sie eine Hand rühren konnten? Die Unverschämtheit dieser Geschöpfe wird wirklich mit jedem Tage schlimmer, die japa nischen Bedienten
„ Beſter Herr, ich kenne unsere japanischen Bedienten etwas länger und besser als Sie, der Sie erst seit ein paar Jahre in Yokohama leben," fiel Hellmuth dem Redner etwas unmutig ins Wort, und ich sage Ihnen, daß, wenn ich meinen
( Nachdruck verboten.))
im übrigen möglichst brauchbaren Hot- sumi heute um einer solchen Kinderei willen laufen lasse, ich morgen einen neuen Bedienten dafür eintausche, der mir mein Geld stiehlt und mir wahrscheinlich auf Schritt und Tritt Schaden anrichtet. Hotsumi nascht, giebt Dummheiten an und steckt seine flache Nase in jedes Ding, was ihm nichts angeht, aber er lüftet meine Zimmer gut, nimmt mir kein bares Geld fort, sondern begnügt sich mit kleineren Dingen und lügt nicht absolut bei jedem Wort, das aus seinem Munde geht: er tut es nur dann und wann. Folglich ist er in seiner Art ein Bijou, und ich habe nicht daran gedacht, ihm den Dienst aufzukündigen."
Und gaben ihm auch keine Lektion mit der Neitpeitsche?" Hellmuth schüttelte den Kopf.
Ein paar Hiebe wären ihm vielleicht ganz dienlich gewesen, aber- ja, denken Sie denn, ich konnte ernst bleiben angesichts dieser Figur? Er sah ja zu kostbar aus, dieser kleine, säbelbeinige Schlingel in folchem Aufzug! Aber das kommt daher, weil die Japaner aus gutem Hause so närrisch ſind, die europäischen Moden nachzuäffen und in Tuchkleidern und Hüten einherzugehen, statt ihre bequeme, luftige Tracht, die sich dem heißen Klima so vortrefflich anpaßt, beizubehalten. Wie ich so plötzlich hinter meinen Hot- sumi trat, bekam er natürlich einen gewaltigen Schreck, augenblicklich lag er mir zu Füßen, füßte alles, was im Bereich seines Mundes war, und bat und flehte in den allerhöflichsten Wendungen seiner allerhöflichsten Sprache um meine Verzeihung. Bis in die Glasgalerie froch er hinter mir her, immer auf den Knieen, und immer in meinem Frack und meinen roten engliſchen Reithosen, mit fliederfarbenen Glacéhandschuhen."
Hier dröhnte vom Hofen her ein Kanonenschuß herüber. Koßmann, Fersius und Hellmuth sprangen wie elektrisiert empor.
Der Postdampfer! Vater, Du erlaubst, daß ich selbst mit zum Hafen gehe? Von Hendrichs& Co. aus Hamburg muß ein Brief dabei ſein, den möchte ich selbst holen! Du weißt, wie wichtig er für uns wird!"
Der Senior streckte abwehrend die Hand aus.
" Es ist zu heiß, lieber Sohn, Du könntest Dich übermüden
Nicht doch! Mach Dir nur jetzt keine Sorgen mehr um meine Gesundheit! Der letzte Aufenthalt auf dem Kontingent hat mich vollkommen hergestellt, das haben Dir meine Aerzte schwarz auf weiß gegeben. Wenn ich in Jahr und Tag dennoch Japan verlassen und ganz nach Europa übersiedeln soll, so scheint mir das jezt eine ganz überflüssige Besorgnis. Ich will mich aber fügen, weil ich sehe, daß Du in beständiger Unruhe in meinetwillen bist und ewig in der Furcht lebſt, das japanische Klima fönnte meine Gesundheit untergraben. Daß ich aber für alles, was meinen Stellvertreter und Nachfolger in unserem Geschäft angeht, das wärmste Intereſſe habe, das wirst Du mir nicht verdenken, und wirklich, lieber Bater, glaub es mir, ich fühle mich wohl, und die Hize wird mir feinen Schaden tun. Ich muß selbst hin zum Dampfer und den Brief von Hendrichs& Co. in Empfang nehmen, um zu lesen, wen er Dir anstatt meiner empfiehlt. Ich gehe auf der Stelle und kleide mich japanisch! Auf Wiedersehen! Nicht
Daß mein so schnell
ten Publikum zur
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