handgemein geworden und hat die Gegner in die Flucht geschlagen.
Die Londoner Blätter wissen über das Treffen die folgenden interessanten Einzelheiten zu berichten:
Die Expedition des Obersten Younghusband trat mit ihrer unter dem Kommando des Generals Macdo= nald stehenden Eskorte den Vormarsch nach Gyangtse an. Nach kurzem Marsche traf man mit einem aus Lhassa entsandten General zusammen. Es wurden Verhandlungen gepflogen, Younghusband lehnte es aber ab, den Vormarsch einzustellen, und riet den Tibetanern, sich dem Vorrücken der britischen Truppen nicht zu widersetzen. Der Oberst gab sodann den Befehl, die tibetanische Streitmacht aus ihrer Stellung, die sich quer zur Marschlinie der Engländer befand, wenn möglich ohne Anwendung von Gewalt zu entfernen. Die Stellung der Tibetaner wurde schleunigst völlig umzingelt, und die britischen Offiziere, welche glaubten, alles sei vorüber, ritten zu der Verschanzung der Tibetaner empor. Plötzlich zo gen die Libetaner ihre Schwerter und stürzten sich auf die Engländer, worauf ein scharfes Handgemenge folgte. Die Tibetaner waren aber alsbald einem scharfen Feuer ausgesetzt, worauf sie zurückwichen und die Fluchtergriffen. Die Flüchtigen famen noch unter das Feuer der Gurkhas und der Artillerie und erlitten schwere Ver I u st e. Gleichwohl leisteten sie noch ein zweites Mal hartnäckigen Widerstand bei Guru, schließlich wurden sie jedoch in vollkommener Verwirrung aus ihrer Stellung vertrieben.
Von 1500 Tibetanern ist nur etwa die Hälfte entkommen. Aus der Art, in der die Tibetaner fämpften, war ersichtlich, daß ihre Niederlage nur ihrer unzulänglichen Bewaffnung und nicht etwa dem Mangel an Mut zuzuschreiben ist. Einzelne gingen noch mit acht oder neun Wunden im Körper zum Angriff vor.
Nach einer amtlichen Londoner Meldung hatten die Engländer nur einige Verwundete, während der Verlust der Tibetaner 300 Tote und zahlreiche Verwundete betrug und auch biele in Gefangenschaft gerieten. Unter den Toten befindet sich ein tibetanischer General.
In London ist natürlich die Freude über diesen Sieg sehr groß. Aber der Verlauf des Scharmützels zeigt, daß die Briten es mit einem hartnäckigen und mutigen Gegner zu tum haben, dessen Bezwingung, mag sie auch nur eine Frage der Zeit sein, den Engländern noch recht schwere Stunden bereiten dürfte. Von englischer Seite wird übrigens behauptet, daß bei der Eskorte des tibetanischen Generals russische Armeegewehre und russische Munition gefunden wurden. Damit wird es wohl in der Tat seine Richtigkeit haben.
Kongrefs für Schulgefundheitspflege. ( Von unserem Korrespondenten.)
so daß der Verdacht besicht, daß es entführt und getötet wor den ist oder verborgen gehalten wird. Da sich um jene Zeit in der Stettiner Gegend Zigeuner gezeigt haben, so sei es nicht ausgeschlossen, daß diese das Kind an sich gelockt haben und mit sich führen.
Ein blutiges Liebesdrama hat sich in einem Hotel zu Nürnberg abgespielt. Dort logierte sich in den letzten Tagen ein angeblich von Grunewald bei Berlin eingetroffener Offizier unter dem Namen„ von Arnim mit Frau und Kind" ein. Am anderen Nachmittage, als die fremden Gäste nichts von sich hören ließen und auf wiederholtes Anklopfen keine Antwort erfolgte, wurde das Zimmer geöffnet, in dem man die Frau und das Kind tot vorfand, während der Offizier durch einen Schuß schwer verletzt war. Wie die Ermittelungen ergeben haben, ist der angebliche v. Arnim mit dem Rechtskandidaten Freiherrn v. Wapper aus Antwerpen identisch, der in Deutschland seiner Militärpflicht genügte. Die von ihm Betöteten sind seine Geliebte, eine aus Saarbrücken gebürtige Kellnerin und deren jähriger Knabe.
Gefährliches Abenteuer der rumänischen Kronprinzessin. Die Kronprinzessin von Rumänien war dieser Tage in ernster Lebensgefahr. Auf dem Heimweg in den kronprinzlichen Palast griffen zwei bissige Hunde das von der Kronprinzessin gerittene Pferd derartig an, daß es scheute und in rasendem Galopp dahinsprengte. Da die Hunde das Pferd hartnäckig berfolgten, geriet die hohe Frau mehrmals in Gefahr, abgeworfen zu werden. Glücklicherweise kamen rechtzeitig zwei Husaren des Weges, die die Hunde mit Säbelhieben niederstreckten. Die Kronprinzessin mußte mittels Wagen in den Palast zurückgebracht werden, da sie einem Ohnmachtsanfall nahe war.
* Nürnberg, 2. April. Heute trat hier unter dem Protektorat des Prinzen Dr. med. Ludwig Ferdinand von Bayern, der mit seiner Gemahlin erschienen war, der erste internationale Kongreß für Schulgesundheitspflege zusaminen. Den Beratungen ging die Eröffnung der schulhygienischen Ausstellung vorauf, die von fast allen deutschen Schulbehörden, Magistraten, Privatanstalten und zahlreichen Fabrikanten für Schulbedarfsartifel aller Art beschickt ist. Sie zeigt die innere Einrichtung von Schulgebäuden, Turnhallen, Schulbädern und daneben Schuleinrichtungsgegenstände, Unterrichtsmaterial, Turn- und Spielgeräte und ein umfangreiches statistisches Material über die Entwicklung der höheren und der Volksschulen, die Gestaltung der Lehrpläne, die Verteilung der Schulhäuser im Stadtgebiet, ferner über die Förderung der schulhygienischen Bestrebungen durch Schaffung von Schwimmbädern, Turn- und Spielplätzen, Lüftungs- und Heizungsanlagen, durch hygienische Unterwiesung der Lehrer und Schüler und durch zweckmäßige Anordnung der Schulbauten, der Unterrichtszeiten usw.
Die hier zur Anschauung gebrachten Gegenstände bilden auch den Stoff der Diskussionen. Von einem Referenten werden für alle Volksschulen Brausebäder und besondere Räume zur Verabreichung eines warmen Frühstücks an unbemittelte Kinder verlangt. Der Berliner Nervenarzt Dr. Benda wünscht Abschaffung des Abiturienteneramens aus hygienischen und physiologischen Gründen. Für Minderbegabte seien Hilfsklassen nötig. Die körperliche Ausbildung müsse als gleichberechtigt mit der geistigen betrachtet werden. Deshalb sollten an mehreren Tagen der Woche die Nachmittage für Turnen, Sport und Spiel frei bleiben.
Prinz Ullrich von Schönburg, der frühere Gemahl der Prinzessin Alicia von Bourbon, der Tochter des spanischen Kronprätendenten Don Carlos, wird auf dringenden Wunsch seiner hochbetagten Eltern, die auf Schloß Gauernitz bei Dresden residieren, wieder zur evangelischen Kirche übertreten. Prinz Ullrich von Schönburg- Waldenburg trat derzeit auf Wunsch seiner geschiedenen Frau zur katholischen Kirche über.
Ein Riesenbrand äscherte in Petersburg den vieretagigen Flügel des Marinekaufhauses ein. Bei dem Brande spielten sich furchtbare Szenen ab. Mehrere Angestellte stürzten sich in der Verzweiflung vom vierten Stock aufs Pflaster hinab. Zwei von ihnen waren sofort tot, die anderen wurden lebensgefährlich verletzt. 20 Personen wurden durch die Feuerwehr von den Dächern gerettet. Man befürchtet, daß im Erdgeschoß noch eine ganze Anzahl von Personen verbrannt ist.
- Zwischen Ziegenhals und Niklasdorf wurde der Arbeiter Adolf Hollek ermordet aufgefunden. Seine filberne Taschenuhr fehlte. Zwei der Tat verdächtige Arbeiter sind verhaftet.
§ Das Urteil im neuen Ruhstrat- Prozeß. Wie aus D- denburg berichtet wird, wurde Minister Ruhstrat in dem Prozeß wegen Beleidigung des Redakteurs Biermann zu 100 Mark Geldstrafe eventuell zehn Tagen Haft verurteilt Kunft und Cuffenfchaft
Eine gefährliche internationale Hochstaplerin wurde in Berlin verhaftet. Emma Anders, so nennt sie sich, suchte ihre Opfer in London meist in Sportfreisen unter reichen Engländern, Franzosen und Russen, war immer auf das feinste gekleidet und machte in Begleitung viele Reisen. So kam sie nach Paris, Brüssel, Amsterdam, Köln, Berlin usw. Das Ende der Reise war für den männlichen Teil jedesmal unangenehm. Denn Emmas Spezialität bestand darin, auf der Zielstation ihrem Begleiter die Brieftasche zu stehlen. Hatte sie die Beute in Händen, so eilte sie in ein Modehaus, kleidete sich vom Fuß bis zum Scheitel neu ein und reiste mit dem nächsten Zuge nach London zurück, um ein neues Opfer zu suchen. Ueberall wurde die Polizei in Bewegung gesetzt, aber immer zu spät. In Berlin merkte jetzt ein Russe rechtzeitig, daß ihn seine schöne Begleiterin um 8- bis 10 000 m. erleichtert hatte. Jetzt wurde die Dame, als sie eben in einem neuen Berliner Kostüm wieder nach der Themsestadt abdampfen wollte, gefaßt und festgesetzt.
Sehr energisch spricht sich Dr. med. Palmberg- Helsingfors auf Grund der in Finland gemachten Erfahrungen gegen das Frauenstudium aus. Das Abiturienteneramen dürfe feine Modesache für junge Mädchen werden. Das Zeugnis ist gewiß zu teuer erfauft mit so andauernden Anstrengungen und vielleicht noch mit einer für das ganze Leben bleibenden Schwächung der Gesundheit. Die Volksgesundheit for= dert vor allem kräftige und gesunde Mütter. Ueberhaupt werden etwa 85 Prozent aller Mädchen verheiratet. Es ist nicht recht, wegen der 15 Prozent, die unverheiratet bleiben, die übrigen 85 Prozent durch abstrakte Studien von ihrem zufünftigen Beruf zu entfremden. Ein schönes Ziel der gemeinschaftlichen Erziehung wäre eine weibliche Fakultät an der Universität. Gesundheitslehre, Kinderpflege und Kindererziehung, Krankenpflege, Ha haltslehre, Buchhalterei sollten die Hauptdisziplinen dieser Fakultät werden. Einen großen Raum in den Verhandlungen nimmt die Schularztfrage ein. Die Schularzteinrichtung ist das beste Mittel, Schädigungen, die aus dem Schulbesuche entspringen, nach Möglichkeit zu mildern und zu beseitigen. Der Staat, der den Schulzwang fordert, hat als oberste Schulbehörde deshalb die Verpflichtung, Schulärzte für alle Schulen, höhere, mittlere und Volksschulen, städtische und Dorfschulen aufzustellen.
Nab und Fern.
MG. Pulsschlag und Takt. In einer englischen wissen. schaftlichen Zeitschrift ist ein eingehender Aufsatz über das Verhältnis von Pulsschlag und Rhythmus erschienen, worin der Versuch gemacht worden ist, eine Beziehung zwischen de Rhythmus in der Musik und dem des menschlichen Bulk festzustellen. Als Beispiele sind die Metronomaufzeichnungen der verschiedenen Tempi in 12 Beethovenschen Sonaten nommen. 19 dieser Tempi gaben 72 bis 76 Schläge in der Minute, entsprachen also genau der Schnelligkeit des sunden Pulses, und die übrigen bewegten sich zwischen 60 und 92, also innerhalb der Grenzen, die ein verlangsamter oder ein aufgeregter Puls innezuhalten pflegen.
* Dynamitexplosion. Eine schwere Explosion vernichtete den größten Teil der Baulichkeiten der Dynamitpatronenfabrik zu Priceburg( Pennsylvanien). 18 Personen, meist Arbeiterinnen, fanden bei der Katastrophe den Tod.
Blatternepidemie in Antwerpen. In dem Stuyvenberg" genannten Stadtteil von Antwerpen treten seit einiger Zeit die Pocken auf. Seit dem 1. Februar sind achtzig Fälle vorgekommen, wovon sechsundzwanzig tödlich verlaufen sind. Zur Bekämpfung der Epidemie sollen sehr strenge sanitäre Maßregeln ergriffen worden sein.
Der Landwirt.
ge=
pc. Die Automobilmähmaschine ist die neueste Errungen schaft amerikanischer Technik. Vorläufig ist es allerdings nur eine Lurusmaschine. Man mäht mit ihr weite Rasen flächen. So wird der große Rasenplay, der das Kapitol in Washington umgibt, von einer solchen Maschine geschoren, und einzelne Milliardäre haben sich für ihre Landsize eben falls derartige Maschinen zugelegt. Ihr größter Vorteil be steht in den schweren Walzen, die vor und hinter den Schneide messern laufen und den Rasen festpressen. Die Maschine wird mit Dampf betrieben, und der Kessel, der mit Bengin geheizt wird, braucht nur alle 4-5 Stunden gefüllt werden. Eine derartige Maschine ersetzt zwei mit Pferden und ein halbes Dußend mit der Hand betriebene Maschinen. Ein Paradies für Lungenkranke.
A Unter dem Verdacht des Gattenmordes wurde die Ehefrau des Lehrers Julius Fiedler in Antonlanken, Kreis Stallupönen, verhaftet. Die Fiedlerschen Eheleute lebten seit lange in Unfrieden, die Frau hielt ihrem Manne auch nicht die eheliche Treue. Schon vor etwa vier Jahren überstand der Lehrer Fiedler eine längere Krankheit, die, wie er fest glaubte, durch irgend ein Hinzutun seiner Frau verursacht war. Als Fiedler dieser Tage zum Frühstück Bratkartoffeln borgesetzt erhielt, wurde er während des Essens von einem schweren Unwohlsein befallen; nichts Gutes ahnend, fuhr er sofort zu einem Arzt nach Stallupönen, und dieser stellte eine Vergiftung fest. Kaum nach Hause zurückgekehrt, verstarb Die UnterFiedler unter den gräßlichsten Schmerzen. suchung führte zur Verhaftung der Ehefrau.
Von Zigeunern geraubt? Der Oberstaatsanwalt zu Stettin macht bekannt, daß seit dem 25. Dezember v. J. die 7jährige Käthe Berndt die Wohnung ihrer Mutter verlassen hat und nicht zurückgekehrt ist. Alle Nachforschungen nach dem Verbleib des Kindes sind bisher erfolglos geblieben.
Einbruch in eine Bahnstation. In das Bahngebäude der Station Obernburg ist eingebrochen worden. Die Billettasse mit einem Betrage von 80 Mark sowie Postwertzeichen und mehrere Postbeutel mit bedeutendem Inhalt wurden gestohlen. Man fand die Postbeutel entleert auf einem Lagerplay. Von den Tätern fehlt jede Spur.
Die deutsche Madeirakommission mit Professor Pannwi an der Spike ist an Bord der„ Lucie Wörmann" in die Hei mat zurückgekehrt, nachdem sie die Vorarbeiten zu dem großen Unternehmen, das sie zum Wohle der leidenden Menschheit plant, glücklich beendet hat. Mit deutschem Kapital be gründet, und von deutschen Forschern geleitet, werden sid auf der„ Blume des Meeres", wie die Portugiesen preisend Madeira nennen, nun bald Musterheilstätten für Lungen franke erheben. Madeiras Bedeutung als Heilungsort ist jeit langer Zeit fest begründet. Eine große Zahl von Leiden den, besonders von Brustkranken, strömt alljährlich dahin, und wenn naturgemäß auch nicht alle die auf der Insel Zuflucht suchenden Kranken daselbst völlige Heilung finden fönnen, so sehen sich doch die meisten der zu rechter Zeit dahin In neuerer Gehenden in ihrer Hoffnung nicht getäuscht. Zeit freilich, nachdem der Besuch von Höhenfurorten seitens Brustleidender in den Vordergrund getreten ist, nachdem die Behandlung solcher Kranken in besonderen heimatlichen Heil anstalten mit Erfolg unternommen worden, und nachdem endlich der Tuberkelbazillus als Ursache der Krankheit ent deckt worden ist, könnte es scheinen, als ob die Bedeutung der Kurorte mit mildem Klima wesentlich verringert wäre. Dem ist jedoch nicht so; denn es leuchtet ein, daß ein irgendwie be schaffenes Heilverfahren in einem milden, gleichmäßigen Klima besseren Erfolg haben muß, als da, wo die kranken Atmungsorgane stets aufs neue katarrhalisch gereizt werden. Auf Madeira sinkt an den von Kranken bewohnten Orten aud in der kältesten Nacht die Wärme nie unter 8 Grad Celsiu über Null, und im Sommer steigt sie am Meer auf höchsten 32 Grad Celsius; durch Aufsuchung einer höher gelegene Wohnung kann man sich aber leicht kühlere Luft verschaffen Infolge dessen genießt der Kranke auf Madeira den unschät baren Vorteil reiner und frischer, aber milder Luft bei Tag und Nacht das ganze Jahr hindurch. Sein Allgemeinbefinder wird dadurch wunderbar gekräftigt, und die kranke Bruf fann eher ausheilen, als wenn sie verdorbene Zimmerluft atmen müßte.
Brandkatastrophe. In dem ostpreußischen Kirchdork Possessern( Kreis Löten) brannten 15 Gehöfte mit 50 Häusern nieder. Zwei Kinder und ein siebzigjähriger Mann kamen in den Flammen um. Ein weiterer umfangreicher Brand wütete in dem Eifeldorf Kinderbeuren und vernichtete eine große Anzahl Wohnhäuser und Wirtschaftsaebäude.
BD. Die englische Südpolarexpedition. Das Schiff„ Discovery" der englischen Südpolarexpedition, das Dezember 1901 von Port Chalmers abging, sowie die beiden Entsatzschiffe Morning" und" Terra Nova", welche die„ Discovery" am 14. Februar auffanden, ist wohlbehalten in Littelton in Neuseeland eingetroffen. An Bord ist alles mohl. Die Expedition stellte fest, daß das Innere von Viktorialand sich in einer Höhe von 9000 Fuß weiter erstreckt und augenscheinlich ein riesiges kontinentales Hochland ist. Sic fand eine neue Route nach Westen und errrichtete 2000 Fuß hoch auf einem Gletscher ein Depot.
§ Der Word an der Schauspielerin Elise Popesco wurde von den Pariser Geschworenen an dem Täter Greuling mit 10 Jahren Zuchthaus geahndet.
[ Der stolze Herr Verwalter.] Die soeben eingetroffene Samoanische Zeitung" enthält folgende köstliche Anzeige: Meinen früheren Freunden und Kollegen der D. H. u. V. G. ( Deutsche Handels- und Plantagen- Gesellschaft) mein bestes Lebewohl. Die Herren dürfen nicht erstaunt sein, wenn ich nicht mehr in der früheren freundschaftlichen, kameradschaftlichen Weise mit ihnen verkehre, da ich jetzt Verwalter geworden bin. Robert Wurmbrandt, Verwalter auf Friedrichsruh."
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Wer sich der Insel von Osten nähert, empfängt keiner günstigen Eindruck. Schroffe, kahle Klippen verheißen nicht Gutes; schon das bald sich zeigende grüne Thal von Machik grüßt aber freundlich herüber und nachdem das Schiff da Vorgebirge der Seeschwalbe( Cabo do garajao) umsegelt bietet sich ein Anblick, wie er sich in gleicher Lieblichkeit wh nirgends wiederholt. Während die Spanier sonst auf alle Portugiesische stolz herabsehen, konnte doch ein spanisce Schiffstapitän, der einst mit uns von Tenerissa nach Mader segelte, nicht umhin zu gestehen, daß er auf seinen Reißr Aehnliches noch nicht gesehen habe. In weitem Halbrind schmiegt sich die reinliche, freundliche Stadt Funchal, aus der tiefblauen Meere aufsteigend, an den Berghang, beschützt wr einer über ihr aufragenden Feste. Kirchen, Spitäler, ander öffentliche Gebäude, unter ihnen der prächtige Gouvernew palast, gar manches stattliche Privathaus treten hero Garten an Garten, das ganze Jahr in Blumen- und Bar schmuck prangend, erhebt sich darüber mit weiß leuchterd Landhäusern. In einer Höhe von fast 2000 Fuß ragt i ta der Gartenwelt die den Seemann als Landmarke wollt kannte Bergkirche( Nossa Senhora do Monte) und 6000 Fuß steigt darüber das Gebirge an. Bei der groß Steilheit der meisten Wege ist Räderfuhrwerf wenig oder sährt in einem von Ochsen gezogenen Schlitten, Car Teutonen, fn Blaze. Wer nicht zu Fuß hinansteigen will, reitet zu Pferd genannt. Wer es ganz bequem haben will, läßt sich für sie tätig.
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Balankin oder in der Hängematte( rede) tragen. Madeira ist stark bevölkert. Trotz verhältnismäßig ringer Nahrung ist die arbeitende Klasse wohlgebaut, traf Harmlosen, freundliche merkwürdig ausdauernd. Caratters, fennen sie fein größeres Vergnügen, als in hei ram Husammensein zu plaudern. Dabei klimpern sie gem auf einer eigentümlichen kleinen, viersaitigen Guitar Machete genannt, zu ihrem oft aus dem Stegreif gesungen Richchen. An den zahlreichen Festen der Heiligen mi notwendig eine Menge Rateten am hellen Tage vertina werden. Die Frauen fertigen die feinsten Weißsticerei welche sehr billig zu kaufen sind, und den Reichtum der Ins an farbigen Hölzern( von diesen hat die Insel ihren Name Madeira materia) verwenden die Tischler zu allerlei e gelegten oder zusammengesezten Arbeiten. Der Haupterw besteht aber in den Bodenerzeugnissen. Fischfang wird zum Selbstverbrauch betrieben; derselbe bringt oft die samsten Fischgestalten zutage. Auch mächtige Waie lassen manchmal sehen; die früher häufigen Seehunde aber f Dr. N. Seemann. selten geworden.
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