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Ar. 4.

finnland. ( Schluß).

AIR

Deutschland

Ein illustriertes deutsches Familienblatt.

Unter den mannigfachen Episoden, an welchen die Dichtung reich ist, sind besonders der hoch­poetische Abschnitt von Kullerwo, die sinnigen Hochzeitslieder und die liebliche Ainosage hervor­zuheben. Das Epos ist in vierfüßigen reimlosen Trochäen gedichtet und ward in der Form von Rhapsodien( Runos) in den ungeheuren Wald­und Sumpfgegenden, welche die Finnen seit ur­alter Zeit bewohnen,

bis in die neueſte

Zeit mündlich über­liefert. Den Be­

mühungen patrioti­scher Männer ist es gelungen, die einzel­nen Gesänge zu sam­meln und als ein Ganzes herzustellen.

Eine Legende aus diesem uralten, herr­Gedicht hat

lichen

folgenden Wortlaut: Es geschah

eines Tages, daß sich

dem

cin schmaler Knabe aus Lappland, Juka­hainen, mit alten Wäinämoinen, dem Runenkundigen, in einen Wettstreit über Weisheit und Klugheit einlassen wollt, und als er

sich besiegt sah, sagte er: Wenn meine Weisheit nicht aus­reicht, so wird mein Schwert aushelfen.

D, alter Wäinämoi­

nen, o Runenmann

mit dem meiten

Mund, laß uns jett unser Schwert messen

splitterten am Meeresufer; und in dem Maße, wie das Lied immer schrecklicher klang, versank der junge Jafuhainen wortlos immer tiefer in den Morast eines Sumpfes, bis er dem Greise ver­sprochen hatte, ihm seine Schwester Aino zur Gattin zu geben, die ihm einen goldenen Mantel weben und einen Honigkuchen backen sollte."

Wie dieses Gedicht uns den Charakter der Finnen schildert, so geben unsere Photographien ein Bild vom Leben des Volkes in diesem rauhen Lande, das von seinen Söhnen geliebt wird, wic

1904.

Das Pflanzenreich liefert an Produkten Getreide, besonders aber Roggen und Gerste; Buchweizen wird viel in Karelien, Sawolats und Tawastland, dagegen Weizen wenig gebaut. Auch baut man Kartoffeln, die seit 1762 in Finnland bekannt fino, sowie Erbsen und Bohnen. Flachs wird mehr landeinwärts als an der Seeseite gebaut, Hopfen am meisten im südlichen Teil des Landes, außerdem Tabat, Waid und viele Gemüse. Die meisten Obstbäume findet man im Abo- Län, Ny­land und Tawastland; der Apfel- und Kirschbaum

tommt bei Uleaborg nicht mehr fort, der wilde Apfelbaum an mehreren Stellen, so­gar ziemlich hoch in Tawastland, der Birnbaum am häu figsten in Nyland, besonders um Borga; der Pflaumenbaun gedeiht hier und da, die kleine Sunds­pflaume ziemlich häu­fig; in einigen Ge genden, z. B. in Abo, reifen bisweilen sogar Weintrauben. Reich ist das Land an Wald- undSumpf­beeren. Am Ufer gedeihen Sandhafer, Meerkohl und Meer­stranderbsen. Die Moräste bringen Torfbinsen, Wiesen­flachs und allerlei Riedgräser hervor. Das südliche Finn land führt in guten Jahren viel Getreide aus; doch findet auch oft Mißwachs statt, wobei die Einwohner zu Brotsurrogaten ( Föhrenrinde, mi Mehl vermischt, und Weißwurzel) ihre Zuflucht nehmen müssen. Die Viehzucht hat in neuerer Zeit erhebliche Fortschritte gemacht. Die finn­ländische Rindviehrasse ist durch zahlreiche Kreu­zungen mit fremdländischen Tieren verbessert. Die Pferde sind stark und dauerhaft, aber klein; di besten zieht Tawastland. Die Schafzucht ist nicht unbedeutend. Das Vieh wird in mehren Gegenden im Winter mit Holm, Tang, Heide- und Renr tiermoos, auch mit Laub gefüttert. Die Seen. find reich an Fischen; der Lachs wird in den großen Flüffen in großer Menge gefangen.

Finnilche Renntierheerde im Schnee ruhend.( Photographische Aufnahme.)

und unsere Stahlflingen prüfen." Erst lachte der Greis, dann zeigte er eine grimmine Begeiste rung, und er fing zu singen an und bezaubernd schöne Lieder anzustimmen. Die Lieder glichen nicht den Liedern aus der Jugendzeit oder den Schlummerliedern einer Mutter: dies waren Lieder eines rauhen Helden, die die Kinder nicht fannten, weder die Hälfte der jungen Leute noch der dritte Teil reifer Männer.

Wäinämoinen sang, und die Seen brüllten; die Erde zitterte, und die schweren Steinblöde

barsten mit lautem Getöse, und die Felsen zer­

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taum eins noch auf der Erde.

Die Haupterwerbsquellen der Finnländer find Ackerbau, Waldnugung, Viehzucht, Jagd und Fischerei. Während etwa 24 Prozent des Areals von Binnenseen, Morästen und Torfgründen er­füllt werden und der Wald 56 Prozent bedeckt, verbleiben für den Ackerbau nur 8 Prozent und für die Wiesen 10 Prozent des Landes. Die fruchtbarsten Teile sind das eigentliche Finnland und Satakunda sowie der südliche Teil von Dester­bottnien, dann Tawastland und Nyland; Sawo­lats und Rarelien dagegen haben schlechten Boden.

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stürmender Hand nehmen, das ist eine militärische Muster­und Meisterleistung, vor der alle Welt den Hut ziehen muß. Die Bedeutung dieser Waffentaten beschränkt sich obenein nicht auf den augenblicklichen Erfolg, den sie hatten: Ihre Folge war auch, daß die gesamten Hererohorden sich mit ihrem eigenen und dem erbeuteten Vich in die Otjijangati­Berge geflüchtet haben.

Nach diesen Erfolgen, denen sich noch der inzwischen er­folgte Entsatz von Omaruru anschließt, bleibt der Hilfs­expedition aus der Heimat, wie gesagt, nur noch die Aufgabe, einen kräftigen Denkzettel an die Herero

zu erteilen. Diese Aufgabe ist freilich keineswegs leicht, und sie wird an die Leistungsfähigkeit unserer Truppen bedeu­tende Anforderungen stellen. Um den flüchtenden Herero zu folgen und ihnen das Vieh abzujagen, was ihre Be­zwingung erst besiegeln würde, haben die Truppen beträcht­liche Schwierigkeiten zu überwinden. Zunächst bedarf die Expedition, um den Herero zu folgen und ihnen die Flucht über die Grenze des Schutzgebietes zu verlegen, gute Pferdematerial. Nach der Ansicht eines alten Afri faners, der lange Jahre in Südwestafrika Offiziersdienſte tat, bedarf es zur Abfangung der Herero nur etwa einer Truppe von 1000 Mann mit den nötigen Geschüßen. Aber man braucht Pferde und Zugtiere für Geschüße u. s. w., und nicht nur für diese 1000 Mann, sondern auch für die sick nicht unmittelbar an der Verfolgung beteiligende übrige Truppe, die doch auch jederzeit marschbereit bleiben muß Es müßten daher nicht 1000, sondern sofort 3000 Pferde und Zugtiere beschafft werden. Denn das Expeditionskorp wird mit großen Verlusten zu rechnen haben, nicht nur während der Seetransporte, bei der Landung, während des

Die Politik.

Mehrere interessante Aeußerungen des Kaisers werden neuerdings bekannt, die sich mit dem Leben und Treiben der Offiziere beschäftigen. Ueber den Luxus im Heere soll der Kaiser gesagt haben: Ich wünsche, daß der Lurus im Heere eingeschränkt wird. Der Preuße muß spar­sam leben. Der Preuße hat das Beste ge­leistet, wenn er hungerte." Ueber die schrift­stellerische Tätigkeit der Offiziere, gegen die sich bekanntlich eine jüngst erlassene Kabinettsorder rich­tet, soll der Kaiser gesagt haben:" Ich wünsche nicht, daß meine Offiziere mit Tinte und Federspielen. Bei inaftiven Offizieren ist es vielleicht begreiflich, daß sie als ältere Herren ihrem jungen Kriegsherrn ratgebend zur Seite stehen wollen. Ich wünsche dies aber nicht. Ich will mir meine Ratgeber selbst aussuchen." Beide Aeußerungen sind, wenn sie nicht wahr sind, mindestens gut erfunden.

Oefterreich- Ungar.

Um den finanziellen Schwierigkeiten, die sich aus der militärischen Laufbahn für weniger bemittelte Offiziere er­geben, zu begegnen, beabsichtigen militärische Kreise in der Donaumonarchie eine große Kreditbank für Offiziere zu gründen, deren Hauptattionär der Kaiser selbst sein soll. Die habsburgischen Familienfonds zeichneten einen nam­haften Betrag; es heißt, daß bereits ein Aktienkapital von zehn Millionen Kronen aufgebracht sein soll. Vor der Deffentlichkeit figuriert Generalmajor Fürst Wrede als Gründer der Bank. Nach dem Prospekte wird die Bank die Offiatersschulden konvertieren, und zwar in der

( 24. Sigung.)

13. Jahrgang.

einspaltige Betitzelle für ganz Oben und Marburg 10 Pfg. fonft 15 g : Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. ingsliste No. 3269.

on: Gießen, Seltersweg 88 chenschluß Nr. 362.

jfen

fung)

I und Umgebung. on Oberhessen.

ein neues, innerhalb 10 bis Darlehen zu billigem Prozentsatz izier, der nach nüchterner Berech­halb 10 bis 15 Jahren zu tilgen auf eine Konvertierung derselben

Auf diese Weise werden viele et werden. Im gemeinsamen riegsministerium arbeitet

man

e Tilgungsquoten von den monat­rden sollen. Die neue Bank wird onvertierung der Offiziersschulden Kapitalien der Offiziere befassen. ' n, wie sich diese neue Kreditbank ird.

Alien.

s gestern lauten heute die Nach­Japan herrscht auch unter den nden Ministern höchste Erbifte­jfeit Rußlands in der Beantwor­

Ein geheimer Staatsrat wurde tag abgehalten, er dauerte sieben Ninisterpräsident und der Minister während der Sigung mehrmals an nimmt an, daß die Beschlüsse, n Krieg bedeuten. Auch in P e- iegerische Stimmung plößlich die iben. Die russischen Zeitungen chte aus dem Osten, und auf dem t der Zar einem Diplomaten, der die friedliche Haltung Rußlands !, aber alles hat seine des friedeseligen Zaren hat dieses

Parlamenten.

des Reichstags hat in Sachen der berstleutnantsgehälter 3. Spahn( 3entr.) beschlossen, Militäretat geforderten Gehalts­des Servis und der Erhöhung 3 für patentierte Oberstleutnants Intrag zu unterbreiten: ten­Infanterie und des In= rkorps erhalten eine pensions­art." Die Regierungsforderung on Gehalts-, Servis- und Woh­1 für sämtliche Oberst­

das Graf Ballestrem zur Eröff­r den Reichstagspräsidenten gab, 1. Politische Themata wurden in hrt. Der Kaiser sprach bei Tisch senden Reichsbeamten, insbeson= und dem Grafen Posadowsky, r die er sich interessiert, mit den che und lokale Angelegenheiten, Schmidt- Elberfeld über Elber­ige Schwebebahn u. s. w.

Jer Reichstag.

CB. Berlin, 4. Februar.

Das Haus war bei dem gestrigen Festmahl zum Einzuge des Präsidenten Grafen Ballestrem in das neue Präsidial­gebäude jedenfalls ungleich stärker vertreten trotz des Diätenmangels, als in der heutigen Sigung, in welcher die erste Beratung des Geseßentwurfs betreffend Entschädigung für unschuldig erlittene Untersuchungshaft fortgesetzt wurde. Als erster Redner erklärt

Abg. Frohme, daß er mit seinen sozialdemokratischen Freunden alle Beschränkungen der staatlichen Entschädigungs­pflicht ablehne, und zog dann scharf gegen die Staatsanwälte los, deren Anklagemonopol geradezu gemeingefährlich sei. Staatssekretär Nieberding wies diese Angriffe zurück. Können Sie, sagte er, dem Reichskanzler Anzeige machen von Fällen gewissenlosen, rechtswidrigen, über­mütigen Vorgehens von Staatsanwälten, so bin ich über­zeugt und bürge dafür, daß der Reichskanzler für Abhilfe sorgen wird. Ueber Einzelheiten der Vorlage werde sich reden lassen. Daß aber Leute, welche nach der Herzens­meinung des Volfes trotz ihrer Freisprache noch verdächtig bleiben, die Tat begangen zu haben, eine Entschädigung er­halten, das werden die verbündeten Regierungen niemals zugeben.

Abg. Stadthagen( Soz.) tritt dem Urteil seines Fraktionsgenossen Frohme über die Staatsanwälte durch­aus bei. Was heiße das im§ 2: Verstoß gegen die guten Sitten"! Im Awilecki- Prozeß würden die Richter sicherlich auch einen solchen Verstoß gegen die guten Sitten angenom­men haben, denn die Angeklagte habe sich ja unterstanden, noch in relativ so hohem Alter Mutter zu werden.( Heiter­feit.) Es sei Braris, volitisch mißliebige Leute so lange als

Es blieb ihm etwas nachdenkliches im Blid, trotzdem er

Unternehmungen allgemach ausscheidet! und leberblick laffen soll und mich doch aus den hiesigen mal ich in meiner febigen Stellung, die dir vollen Raum

fo lebhaft fbrach

gebauten Belvedere, das den schönsten Umblid

auf Meer,

Gebirge und die um den Hafen in weit geschwungenem Halb­

Stadt gewährte.

Das Belvedere

freise hingelagerteilungen, die oberste, die nur eine e

aus mehreren

" Erlaß

Tag verderben?

heute

Mitteilung, wozu uns den schönen

mit Schaudern daran zurü mir die

Später einmal

vielleicht

hielten ich denke

Dormandten

ficht, in welchem sich lächerlicher Hochmut, gepaart mit bru­

faler Robeit, ausprägte.

juna

Baron bon Swan doner