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9.
städtischen Tief
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Ertens entlang
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Kollegiale, Rache.
In der Behausung eines unserer genialsten in Berlin ans sässigen Klaviervirtuosen sind vor einiger Zeit Reparaturen notwendig geworden, mit deren Ausführung ein Maurergeselle beauftragt wird.
der Be diente" sein müßte! Was Wunder, wenn sich Jo- sie einen Augenblick lächelnd an, dann sagt er ruhig: Muß man hann oder Friedrich, wenn auch unbewußt, diesen Namen zu ihm hinfolgen, wo er hingeht? Auch wenn er ein Briefbote ist? Nuze machen? Das gewöhnliche Leben verfälscht der Worte eigentliche Bedeutung in einer Weise, welche lettere oft kaum mehr erkennen läßt. Um einen sehr hohen Grad einer Eigenschaft zu bezeichnen, braucht man mit Vorliebe die Worte: furchtbar, riesig, entseßlich, kolossal, fabelhaft u. s. w. So hört man leicht: furchtbar schön“,„ riesig kleine Hände", „ fabelhafte Schulden" und leider gehören doch gerade diese letteren ganz und gar nicht in das Reich der Fabel! Uebertriebene Höflichkeit legt uns auch manchmal sonderbare Sachen in den Mund; so sagt man z. B., wenn man etwas wissen oder haben möchte: Dürfte ich Sie vielleicht fragen, ob..."; oder:" Darf ich Sie bitten, um Man verlangt hierauf ohne weiteres das Gewünschte. Die richtigste Antwort auf solche Fragen ist aber immer: Fragen dürfen Sie( oder auch nicht), ob ich es Ihnen aber gebe, ob ich es überhaupt habe. Jedenfalls hatte der Droschkenfutscher gar nicht unrecht, welcher die Frage:„ Kutscher, können Sie mich fahren?" beantwortete:„ Na, wovor jloben Sie denn, dat ick hier oben size!"
"
Das Wörtchen„ Ach" ist ursprünglich ein Ausruf des Schmerzes oder der Verwunderung, überhaupt des Gemütsaffektes. Wir brauchen dies Wörtchen„ Ach" aber heutzutage bei allen möglichen Gelegenheiten. Man hört gleichmäßig: ,, Ach, der Geliebte floh und Ach, Anna, bringen Sie den Kaffee", worauf Anna mit derselben Ungenauigkeit antwortet: Im Augenblick", und uns eine halbe Stunde warten läßt. Dieses im Augenblick" und im Moment" darf man überhaupt nie wörtlich nehmen, am allerwenigsten, wenn jemand uns bittet:„ Borgen Sie mir doch fünfzig Taler, ich bin in augenblicklicher Verlegenheit!" Von Neunundneunzigen beim Hundert können wir annehmen, daß bei den Leuten die augenblickliche" Verlegenheit sich in Permanenz befindet.
WITZ
UND
HUMOR
Das ist fürwahr ein armer Mann,
Der nicht im Kleinsten sagen kann: Hier bin ich Herr!
Doch ärmer noch ist der,
Und wenn er auch ein Krösus schtene, Der nicht sagen kann: ich diene!
Ein Vorschlag zur Güte. Vater: Schon wieder ein so schlechtes Zeugnis? Sprößling: Ja, Papa, du mußt schon ein ernstes Wort mit dem Lehrer reden, sonst macht er immer so fort.
Auch ein Lebensberuf! Vorübergehender( zu einem schwer Betrunkenen, der seiner ganzen Länge nach in der Straßengoffe liegt): Pfui, schämen Sie sich nicht? so ein gesunder, kräftiger Mensch in solchem Zustande und obenein am frühen Morgen! Betrunkener( ruhig und groß): Jeh'n S― Sie jeffälligst Ihre W- Wege, un stören S- Sie mir nich! Ich I- liege hier in m meinen Beruf!
Der Herr: Beruf? Ist das auch ein Beruf, den öffentlichen Abscheu zu erregen?!
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Betrunkener: Dhue ich das?! Na seh'n Sie wol, d dann stimmt's! Ich b― bin seit jestern bei den hiesigen n neien 3w Zweigverein jejen den M- Mißbrauch i- jeistiger Jetränke" angestellt
Der Herr: Als was denn?
Betrunkener: Na, eben als ab- schreckendes B
Beispiel!
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Kindermund. Die zwölfjährige Marta hat schon zweimal einer kirchlichen Trauung beigewohnt. Noch von dem Erlebten erfüllt, spielt sie selbst, zu Hause angekommen, mit dem kleinen Bruder Fritz„ trauen lassen".- Willst du, beginnt sie feierlich und schraubt die Stimme zum möglichst tiefen Baß herunter, willst du diesem Mann überallhin folgen, wo er hingeht?- Frizz sieht
Die Arbeit ist endlich zur entschiedensten Unzufriedenheit des Auftraggebers beendet; trotzdem hat der„ Baubeflissene" die Kühnheit, außer dem verabredeten Lohn auch noch eine Ertragratifitation von nicht unerheblichem Betrage zu beanspruchen, die der Musikprofessor aber mit Entschiedenheit verweigert. Kurze Zeit nach diesem Vorfall an einem Sonntage besucht der Künstler in Gesellschaft mehrerer Freunde eine be= kannte stilvolle" Bierstube, welche sich namentlich an diesem Tage mehr durch die Quantität als durch die Qualität ihrer Gäste auszeichnet.
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Eben hat der Klaviervirtuose mit seiner Gesellschaft an einem Tisch Platz genommen, als dicht an ihm vorüber der Maurergeselle schreitet, um das Lokal zu verlassen. Starr sieht letterer dem Professor einen Augenblick ins Gesicht und sagt dann mit leichtem Kopfnicken zu diesem mit scharfer Betonung:
' n Abend, Herr Kollege!
Der Musiker, über diesen sonderbaren Gruß einigermaßen erftaunt, wendet sich mit der Frage an den Sprecher:
Kollege?.... ich wüßte doch nicht! Wie kommen Sie denn darauf?!
Ruhig und groß aber entgegnet der Maurergeselle, indem er seine Zigarrenpfeife aus dem linken Mundwinkel in den rechten hinübergleiten läßt:
Na, ick dachte man: weil Sie doch ooch Akkordarbeiter sind! Sprach's und entschwand unter nochmaligem leutseligen Nicken.
*
Humoristische Definitionen verschiedener Wissenschaften. Die Mathematik ist diejenige Wissenschaft, in welcher man einem ein X für ein U vormachen darf.
Die Chemie ist diejenige Wissenschaft, die es liebt, den Zuhörern einen blauen Dunst zu zeigen.
Die Perspektive ist diejenige Wissenschaft, in welcher schiefe Ansichten gerechtfertigt find.
Die Astronomie ist diejenige Wissenschaft, in welcher sich die Sterngucker die Augen verderben, die Blinden aber mit Hilfe der Mathematik die unsichtbaren Sterne entdecken können.
Der Sublimste in der Physik ist der unsichtbare Platindraht, den man nur mit dem Mikroskop beaugenscheinigen kann.
Die Mechanik ist diejenige Wissenschaft, welche sich deshalb vergeblich abmüht, das Perpetuum mobile zu erfinden, weil noch kein Mechaniker das Schießpulver erfunden hat.
Pariert. Ein querköpfiger Künstler, der nicht gerade über allen Tadel erhaben ist, sah sich zu seinem Aerger eines Tages in einer Zeitung scharf kritisiert. Er setzte sich hin und schrieb auf eine Postkarte:
„ Was ein Esel von mir.spricht,
Das acht' ich nicht."
Der Empfänger dieser anonymen Liebenswürdigkeit bediente sich desselben Korrespondenzmittels und schrieb auf eine an den Künstler adressierte Postkarte:
„ Doch schlimm ist's, daß der Weisen Lehren Dich so wenig wie der Tadel scheren."
Das neue Drama.
Scene: Jm Konversationssaal eines Pariser Theaters.- Vor der Première. Eine berühmte Schauspielerin unterhält sich angelegentlich mit einem elegant gekleideten Herrn:„ Ich versichere ihnen, ich bin in einer solchen Erregung ,, Ganz überflüssig, Fräulein, Sie werden sehen, Sie werden Furore machen; wir werden durchdringen. Ich habe mein möglichstes getan..." ,, Man ist aber so verwöhnt..."" Wenn auch, Sie können ganz ruhig sein, wir werden einen Erfolg haben und einen großen Erfolg... ich glaube, daß es mir gelungen ist, die Steigerung künstlerisch zu bemessen bis zum vierten Akt, da müssen Sie Sensation erregen." ,, Glauben sie, ach Gott, wir wollen es Hoffen." Ein Habitué wendet sich an einen Schauspieler:„ Der Herr, der dort mit ihrer Kollegin spricht, ist wohl der Autor des neuen Stückes?"" Nein, er ist der Schneider des Fräulein C.
Nr. 122
Donnerstag, den 2. Junt.
1904.
Oberbessische Familienzeitung.
Tägliche Unterhaltungs- Beilage
der
Gießener Neueste Nachrichten.
Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei( gegr. 1783); verantwortlich: Albin Klein.
( 11. Fortsetzung.)]
Die Rache ist mein.
Originalroman von Ottomar Beta
,, Auch Rauch ist malerisch und das Getöse der Dampfhämmer ist Musik," fuhr Erich fort, und auch Vulkan war ein Gott, aber man hat nicht nötig, seinetwegen den Olymp zu zerstören.
Der Justizrat war captiviert. Er zeigte eine Kindesmiene des Entzückens. Vulkan," sagte er sinnend, das ist was für Aktionäre. Vulkan! Ein Fürst für tausende von fleißigen Fäusten, ein Herrscher im vesuvischen Reich, der mit dem Feuer spielt wie Neptun mit den Fluten und Jupiter mit dem Blizz. Holla. das muß ich Moriz sagen. Erich, Sie selbst haben unwillkürlich Pate gestanden und das Unternehmen getauft.
Der alte Herr sprang von der Bank empor, auf der man Platz genommen hatte. Er war ganz erregt. Eine neue Idee mußte er sofort an den Mann bringen.
" Es ist außerdem wünschenswert, daß einer von uns hinaufgeht, um zu zeigen, daß kein Groll besteht," meinte er.
,, Mit Recht," sagte Erich.„ Gehen Sie hinauf, ich werde hier unten warten, oder besser noch, ich verlasse diesen Boden und warte in dem angrenzenden Gartenlokal, das, wie es scheint, der Gäste dringend bedürftig ist.'
" Auch ich," sagte Franziska, und ich füge hinzu, daß ich keinen Gran von irgend welchen versöhnlichen Empfindungen für Frau Moritz in mir entdecken kann, daß ich sie nie, nie wiedersehen möchte, und daß ich es sehr bedaure, an der erlebten Szene mitschuldig zu sein." Dabei legte sie ihren Arm in den Erichs, wie in den eines alten Freundes. „ Herr Staudius hätte freilich nicht hierher verlockt werden sollen," bestätigte der Justizrat. Erich aber schüttelte mit dem Kopfe.
„ Es ist besser so," wiederholte er. Ich habe nun mit eigenen Augen gesehen, was ich als Kind nicht begriff und aus den Briefen meiner Mutter nur erriet, daß Haß und Verrat von seiten dieser Familie meinen Eltern ein vorzeitiges Grab bereitet haben."
,, Sie werden morgen ganz unzweifelhaft einen Brief erhalten, worin man Sie inständigst und zerknirscht um Entschuldigung bittet," wandte der Justizrat ein.
Erich blickte finster in die Ferne.
" Das persönliche Verhalten mir gegenüber ist durchaus Nebensache; als Sohn meines Vaters aber künde ich hiermit der Familie Moriz Fehde an, auf Tod und Leben. Es wäre illoyal, wenn ich diese Erklärung zurückhalten wollte, damit man mir nicht abermals Vertrauensmitteilungen zugehen läßt, die ich zum Schaden meiner Feinde benußen könnte." ,, Und wir meinten es so gut mit Ihnen," jammerte der Justizrat.
Papachen," fiel nun Franziska ein, wie werden das stets tun, aber für Morizens, glaube ich, kannst du nicht einstehen, weder in dieser noch in anderer Hinsicht."
,, Das war, glaube ich, sehr logisch," sagte Erich. Franziska schmollte zu ihrem Vater gewendet: Für ein Frauenzimmer, nicht wahr? Es tut mir fast weh, daß ich einen erfahrenen Juristen wie dich in den
( Nachdruck verboten.) Sand setze. Du läßt dich von deinem guten Herzen verleiten
Von meiner Dankbarkeit," stotterte der alte Herr in größter Verwirrung. Ich bin jener alten Dame dort verpflichtet... ich er trat auf Erich zu und ergriff seine Hand ,, ich darf auch meinerseits nicht illoyal sein. Ihre Erklärung, lieber Erich, erkenne ich als eine leidlich gerechtfertigte an, obwohl diese Sorte von Fehde meist mit illoyalen Mitteln ausgefochten wird; aber ich würde es mit größtem Schmerze sehen, wenn Sie über das Ziel, welches Sie vielleicht ins Auge gefaßt haben, den Weg vergäßen, den Sie treten müssen; es könnte sich auf diese Weise vielleicht an Ihnen ein tragisches Geschick wiederholen, welches schon Ihren Vater betroffen. Der junge Moritz ist ein mächtiger Feind in dieser Stadt. Ich mache mich nicht zum Träger Ihrer Erklärung, schon aus dem Grunde nicht, lieber Erich, weil
Er stockte.
,, Weil, Papachen?" Franziska nahm ihn beim Arm und flüsterte ihm ins Ohr:„ Weil du Morizens Sklave bist, weil sie dir verbieten würden, mit Herrn Staudius noch ferner zu verkehren. Deine Dankbarkeit, Papachen, ist süßer Selbst
betrug. Und deshalb heiße ich Herrn Staudius hiermit noch
einmal willkommen, tausendmal willkommen, da er dich aus diesem deiner unwürdigen Joche befreit."
Erich eilte Franziska zu Hilfe, indem er nun den anderen Arm des völlig erschütterten alten Herrn ergriff.
So gingen sie alle drei noch eine Zeit lang am Ufer unter den gigantischen Weiden auf und ab.
Einige von den in jener Zeit gerade neu eingeführten Flußdampfern passierten während dessen diese verödete Stätte. Sie waren reichlich mit Sonntagsausflüglern und Blechmusikanten besetzt und die Töne der Fallstaff- Arie aus den Lustigen Weibern von Windsor", die damals gerade das Neueste vom Neuen waren, mischten sich mit den Hurras der Passagiere, während der Wirt im angrenzenden Gartenlokal den Dampfern wehmütig nachschaute.
Erich bemerkte ihn auf seiner verwaisten Landungsbrücke und erinnerte sich, wie beliebt und an Zuspruch reich dieses Vergnügungslokal am Ufer in früheren Zeiten gewesen war. Jetzt legten dort nur einige Ruderboote an. Die Dampfer hatten einige weiter unten und freier gelegene Ausflugsorte in Gunst gebracht.
Erich ließ seine Blicke prüfend über das Terrain schweifen. Dann drängte er zum Aufbruch.
" Ja, wir wollen gehen," seufzte der Justizrat noch immer mit zerknirschter Miene.
" War es hart, was ich vorhin sagte?" flüsterte Franziska, ihrem Vater die ein wenig derangierte Krawatte zurechtrückend.
mich
Hart?" Fiebiger schüttelte mit dem Kopfe." Nicht für nur dir, liebe Franziska, hätte ich diese harte Wahrheit gerne erspart
" Ich kenne sie doch schon lange genug."
„ Die harte Wahl erspart, zwischen einem Leben der äußersten Entsagung.
Bießen.
9. Kreuzplatz und
auf weiteres für
nberg.
von 75 Pf. an,
dem Preise, der Meter
Art, in jeder Farbe,
Arkgrafen- Strasse,
Seiden- Geschäft
Berlin SW. 19
lusen, halbfert. Roben.
Krafeld


