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[ Eine Rheinfahrt auf einem Riesenfloß] unternahmen mit ihren österreichischen und bayerischen Lieferanten die In­baber einer Heilbronner Holzhandlung. Aus weit über 8000 Stämmen war das gewaltige Floß gezimmert, das mit füche und Kammern, Hütten und Herden versehen war und bon Mainz aus langsam gleitend zu Tal fuhr. Die Holz­massen bedeckten ein Geviert, das 250 Meter in der Länge, 60 Meter in der Breite maß und an manchen Stellen war der Rhein fast von Ufer zu Ufer von dieser hölzernen Brücke bedeckt. Die stattlichen Stämme repräsentierten einen Wert bon 80 000 bis 85 000 Mark. Zwei Tage lang fuhr man borbei an Burgen und Klöstern, Kirchen und Kapellen, Städten und Dörfern, Bergen und Wäldern bis nach Köln, po die fröhliche Fahrt ihr Ende erreichte.

[ Ein Triumph der Segelschiffahrt.] Das größte Segelschiff der Welt, das deutsche Stahlschiff Preußen", hat die Fahrt vom Kanal bis nach dem chilenischen Hafen Squique, eine Strecke von 12 000 Seemeilen, in 57 Tagen zurückgelegt, etwa in der gleichen Zeit, wie sie auch die großen amerikanischen Frachtdampfer an der, pazifischen Küste Ame­rifas beanspruchen. Jedenfalls hat die Preußen", die die stattliche Ladefähigkeit von 5081 Tons hat, mit der Fahrt den Rekord der Segelschiffe geschlagen. Dabei war die Wit­ferung durchaus nicht immer günstig, und namentlich die mschiffung des Kap Horn ging unter den heftigsten Stür­en vor sich. An einem Tage durchlief das Schiff 368 See­meilen, hatte also eine mittlere Geschwindigkeit von 15/3 Knoten.

*[ Mit der Krone anf dem Kopfe] nach dem Muster der Därdenkönige zeigt sich 3. 3t. den bewundernden Londonern der Beherrscher von Abestuta aus Westafrika. Der Make", pie sein angestammter Titel heißt, wird nach Rückkehr König Eduards von der Kieler Woche offiziell empfangen merden. Der Reisezwed des afrikanischen Herrschers ist minder roman­tisch als dessen Auftreten. Der König ist ein eifriger und gefchickter Förderer der Baumwollpflanzungsversuche in sei­nem Reiche und hat eine komplette Musterkollektion seiner Baumwollsorten mitgebracht. Der königliche Geschäftsmann wird Bradford, Manchester, Liverpool u. s. w. besuchen, Ja­briken besichtigen u. s. m.

[ Angenehmes Geschenk.] Eine eigenartige Erfahrung mußte der Redakteur einer Londoner Zeitschrift für Geflügel­nicht machen. Er erhielt ohne irgend ein Begleitschreiben er Post ein junges fettes Huhn zugesandt. Voll Freude nahm er an, daß ihm irgend ein dankbarer Leser auf diese oernünftige Weise seine Anerkennung zum Ausdruck bringen wollte, nahm das Huhn nach Hause und ließ es sich des Abends wohl schmecken. Am anderen Morgen war er jedoch un­angenehm überrascht, einen Brief folgenden Inhalts zu be­fommen: Geehrter Herr Redakteur, ich sandte Ihnen gestern cin totes junges Huhn, um eine darüber hier entstandene Meinungsverschiedenheit zum Austrag zu bringen. Wollen Sie freundlichst feststellen, woran das Tier gestorben ist?" Kunft und Cliffenfchaft.

NO Gine Herzoperation. Noch vor wenigen Jahren war das Herz für die Chirurgen ein Rührmichnichtan, in neuester Beit aber hat man in verzweifelten Fällen auch zu verzweifel­ten Mitteln gegriffen und damit zuweilen mit Erfolg geheilt. Professor Richet hat in der letten Sigung der Pariser Gesell­schaft für Chirurgie einen Vortrag über eine Operation ge= halten, die er an einem verwundeten Herzen ausgeführt hatte. Die linke Herzkammer des Patienten war von einer Revolver­hugel mit 8 Millimeter Durchmesser durchbohrt worden, die außerdem auch den Magen, den oberen Rand der Milz und den unteren Rand der linken Lunge gestreift hatte. Der Ver­legte, ein Mann von 34 Jahren, wurde eine Viertelstunde nach dem Unglücksfall ins Krankenhaus gebracht. Zunächst erhielt er Einsprißungen von Kaffein und künstlichem Serum, und nach 1% Stunden wurde die Operation begonnen. Nach­dem das Herz blosgelegt war, wurden die beiden Wunden im Herzfleisch selbst und im Herzbeutel mit Darmsaiten vernäht. Das Herz hörte jedoch auf zu schlagen und konnte diesmal auch durch die unmittelbare Massage nicht wieder zur Tätig. feit gebracht werden. Bei einer früheren ganz ähnlichen Operation hatte Richet besseren Erfolg gehabt und den Ope. rierten als vollkommen geheilt vorstellen können.

Lokales.

2. Juni 1904.

b. Ludwig und Alice- Stiftung. Aus dem 40. Jahresbericht genannter Stiftung( Sterbekasse für Hessische Volksschullehrer und Unterstüßungskasse für bedürftige Lehrer­Witwen und Weisen des Großherzogtums Hessen) entnehmen wir: Unterstüßungen wurden in 97 Fällen an 88 Familien von Lehrer- Reliften, resp. alleinstehende Witwen und ältere Lehrerstöchter im ganzen 4503 Mt. bewilligt. Das gesamte Vermögen der Unterstüßungstasse beträgt 47350 Mt.

Die Sterbefasse zählt 2443 Mitglieder; das ganze ver­ficherte Sterbegeld 1312600 Mt. An Sterbegeldern wurden im ganzen ausbezahlt 15 920 Mt. Das tapitulisierte Ver­mögen der Sterbefasse beträgt seinem Nennwerte nach 236928 M. Da der rechnungsmäßige Zuwachs des Deckungkapitals nur 15 000 bis 16 000 Mt. beträgt, so ist in dem gesamten Vermögenszuwachs ein Jahresgewinn von rund 10000 Mt. enthalten, der hauptsächlich auf die verhältnismäßig geringe Sterblichkeit, sowie auf Ersparnisse hinsichtlich der Kosten der Verwaltung zurückzuführen ist.

** Gießener Volksbad. Im Mai wurden 11054 Bäder verabreicht gegen 9026 im April 1904 und 11759 im Mai 1903 oder im Durchschnitt auf den ganzen Badetag 417 Bäder gegen 354 im April 1904 und 413

im Mai 1903.

Der Besuch im einzelnen hat sich wie folgt verteilt: Schwimmbad: 5312 Männer, darunter 892 zu 10 Pfg. 1290 Frauen 256, 10 Wannenbäder: 1. l. 339 Männer, 126 Frauen, 2. I. 786 626

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Dampf- und Heißluftbäder, sowie Massage zu­fammen 171 Männer, 38 Frauen.

Brausebäder 2093 Männer, 273 Frauen. Die Personenwage wurde von 280 Personen benußt, das Bad von 6 Personen besichtigt.

D. H. V. Gaufahrt nach dem Nationaldenkmal. Die Vereinigung der Rhein- Main- Gau- Kreisvereine im Verbande Deutscher Handlungsgehülfen zu Leipzig, welcher die Kreisvereine Aschaffenburg, Frankfurt, Gießen, Hanau,

Kreuznach, Mainz, Offenbach, Weßlar, Wiesbaden, Worms| angehören, veranstaltet am tommenden Sonntag, den 5 Juni eine Rheinfahrt mittelst Extra- Salondampfers der Köln­Düsseldorfer Gesellschaft von Mainz nach Rüdesheim zum Besuche des Nationaldentmals auf dem Niederwald. Nach Einnahme des Mittagsessens in Bingen im Hotel Englischer Hof findet gegen 1/24 Uhr eine patriotische Feier vor dem Nationaldentmal unter Niederlegung eines Kranzes statt. Eingeleitet wird dieselbe durch Gesangsvorträge des Frankfurter Männergesangvereins unter Leitung seines Dirigenten Herrn Flecken und unter Mitwirkung eines Musikchors der Kapelle des 88. Inf.- Regts. in Mainz. Die Festrede wird Herr Felix Marquart, stellvertr. Dierektor des Verbandes Deutscher Handlungsgehülfen zu Leipzig halten. Auch der langjährige erfte Direktor des genannten Verbandes Herr Georg Bernhard, wird an der Feier teilnehmen. Ein Spaziergang über die Eremitage, Rossel, Zauberhöhle, Jagdschloß nach Aßmannshausen schließt sich an die Feier an. Von letterem Ort aus findet die Rückfahrt nach Mainz statt. Den über Frankfurt fahrenden Teilnehmern steht wieder wie am Morgen auch abends ein Extrazug ab Mainz zur Verfügung. Die Abwickelung des geschäftlichen Teiles der Gaufahrt liegt in den Händen des Geschäftsführers des genannten Berbandes, Herrn Hachenberg, Frankfurt a. M.

A Die Versammlung lös ich uff!" mit diesen Worten hatte am Abend des 30. Mai 1903 während der Reichstagswahlbewegung in einer Wirtschaft in Weiden­hausen, Kreis Weßlar, eine Versammlung, zu welcher ein Redakteur das betreffende Wirtslokal gemietet hatte, als die Polizeistunde überschritten war, durch den Polizeidiener Kuhl aus Großrechtenbach eine Auflösung erfahren müssen. Auf die Frage nach dem Gesetz, auf das sich die Auflösung stüße, erwiderte der Mann der Ordnung: Das Gesetz fenn ich net, die Versammlung aber lös ich uff!" Der Redakteur erhielt später wegen Uebertretung der Polizeistunde einen Strafzettel über 3 Mart. Seine Berufung sowohl an's Schöffengericht wie nachher an die Straffammer hatte feinen Erfolg. Anders jedoch urteilte das Kammergericht, das sich am 18. April mit der Sache zu beschäftigen hatte. Es entschied, daß die Sache an die Straffammer zurückzuver­weisen und Beweis darüber zu erheben sei, ob der Redakteur das Lokal genietet hatte. War dies der Fall, dann habe der vermietete Raum für die Dauer des Mietsvertrags die Eigenschaft einer öffentlichen Schantstube im Sinne des § 365, Absatz 1 des Strafgesetzbuches verloren. Das Ver­fügungsrecht über den Raum hatte dann nicht mehr die Die von Inhaberin der Wirtschaft, sondern der Mieter.

der 1. und 2. Instanz mit Recht verneinte Frage, ob die Versammlung eine geschlossene Gesellschaft gewesen sei, sei dabei ohne Bedeutung, da nicht die Versammlung, sondern eine Einzelperson Mieter des Raumes gewesen sein solle. So das Kammergericht. Der erforderte Beweis wurde in der heutigen wiederholten Verhandlung von der hiesigen Straffammer erbracht und darauf der Redakteur freigesprochen. Sämtliche Kosten, auch der die Redakteurs, hat die Staats­tasse zu tragen.

Grünberg, 2. Juni. Auf dem hiesigen Friedhofe stehen neben der Kirche noch 17 alte Gedenksteine, einige aus dem 16. Jahrhundert. Hoffentlich bleiben diese Wahrzeichen aus alter Zeit der Stadt erhalten.

A Grünberg, 2. Juni. In angetrunkenem Bustande stürzte am legten Sonntag ein früher in Grünberg in Diensten gewesener, jezt auf Wanderschaft befindlicher Ar­beiter in die hiesige Höfentränke. Er wurde von Bassanten Bade

us dem unfreiwilligen Mabe befestern feierte der am Winter­

play wohnhafte Herr Schuhmachermeister Christoph Christ mit seiner Ehefrau das Fest der silbernen Hochzeit. Wir bringen dem Jubelpaar nachträglich die besten Glück­wünsche entgegen!

A Stangenrod, 2. Juni. Wie aus dem Inseraten­teile vorliegender Nummer zu ersehen ist, wird auf dem südlich von unserem Ort gelegenen herrlichen Festplat nächsten Sonntag und Montag das Bezirks­Kriegerfest des Hassiabezirks Grünberg abgehalten. Verbunden ist mit diesem Fest gleichzeitig die Fahnen­weihe des Kriegervereins Stangenrod, der bereits seit 1890 besteht. Es ist alles aufgeboten worden, um das Fest zu einem würdigen zu gestalten. Die Musik wird von der Faust'schen Kapelle zu Feldkrücken gestellt. Auch für Volksbelustigungen aller Art, sowie für gute Bewirtung hat der hiesige Verein genügend Sorge ge­tragen. Falls sich das Wetter einigermaßen günstig anläßt, fann auf einen zahlreichen Besuch des Festes gerechnet werden.

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Groß- Felda. Das Wasser für unsere Ortswasser­leitung ist nach einer vorgenommenen chemischen Untersuchung das beste, was bis jetzt in Oberhessen vorgefunden werden fonnte. Unsere Gemeinde hat also alle Ursache, den Bau der Leitung sympatisch gegenüber zu stehen.

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Altenhain. Hier will man gern eine Wasser­feitung bauen, aber die Hauptsache das Wasser fehlt in der allernächsten Umgebung vollständig. Die nächstgelegenen ergiebigen Quellen liegen 4,2 km entfernt: ob die gefaßt werden sollen und demzufolge die Leitung mit großen Kosten gebaut werden soll, weiß man noch nicht. Die jeßigen Wasserverhältnisse im Ort sind unhaltbar

r. Marburg, 31. Mai. Wegen Vergehens gegen die strengen Bestimmungen des Sprengstoffgesezes hatte sich in heutiger Sigung der Straffammer der Bergmann Heinrich Jung aus Günderod zu verantworten. Er war beschäftigt auf der Brauneisensteingrube Ferny bei Gießen, wo er am 31. Dezember eine gefrorene Dynamitpatrone in die Tasche steckte, um sie aufzutauen, wie er behauptete. In der Neujahrsnacht erfolgte nun im Dorfe unter anderen Schießereien ein furchtbarer Knall, der eine Lufterschütterung und das Berspringen von drei Fensterscheiben im Gefolge hatte. Jung, der die Patrone zur Explosion gebracht hatte, wurde nach§ 9 Absatz 2 des Sprengstoffgesetzes wegen

fahrlässigem Umgehen mit Sprengstoffen zu der gesetzlich zulässigen Mindeststrafe von 3 Monaten Gefängnis verurteilt. [:] Darmstadt. Am 21. Juni wird hier der Grundstein zur Bismark- Säule der Darmstädter Studentenschaft gelegt. In einer Audienz, die gestern zwei Vertreter des Bismarc- Ausschusses hatten hat Se. Kgl. Hoheit der Großherzog den Vorschlägen der Studentenschaft entsprechend seine Ge­nehmigung dazu erteilt, daß die Säule auf dem Dommerberg, 12 Minuten vom Böllenfalltor entfernt, errichtet wird.

Eingesandt. Für die unter dieser Rubrik gebrachten Artikel übernehmen wir dem Publikum gegenüber keine Verantwortung.

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Grünberg, 2. Juni. Bereits seit Wochen zirkuliert das Gerücht in unserer Stadt, es solle eine Bürgerversammlung einberufen werden, in welcher das Komitee für die Erbauung der Bahn von Lich nach Grünberg und ein Herr der Bahnbaufirma Lenz& Co. aus Berlin Aufschlüsse geben sollen über alle einschlägigen Verhältnisse als da sind Trace, Geländestellung, Obligationen, Aktien, Staatszuschuß 2c. 2c., dann munkelt man wieder von einer geheimen Tagung der Gegner des Bahnprojektes, ohne daß es zu dem einen oder anderen kommt. Einer geheimen Sigung können wir in feinem Fall das Wort reden, in einer so wichtigen Sache soll man alle hören und nicht hinter verschlossenen Türen verhandeln. Die Dunkelmänuer und Rückschrittler hatten genügend Zeit, ihre Waffen im Geheimen zu schmieden und zu schärfen, deshalb heraus damit zum ehrlichen Kampf, wie es unter anständigen Menschen üblich ist. Entweder man stellt das Gelände zur Ver­fügung, wie es die sämtlichen am Bahnbau interessierten Gemeinden beschlossen haben, oder man läßt es. Ob die Gemeinde Grünberg zu ersterem gezwungen werden fann, wie behauptet wird, bleibt abzuwarten. Ist das erstere der Fall, dann muß man sich fragen: Was kostet uns das Ge­lände, sind es 140 000 m., wie von der einen oder nur 25 000 Mt. von der anderen Seite behauptet worden ist, das ist der springende Punkt bei dieser Sache. Wir er­warten deshalb, daß für alsbaldige Ein­berufung einer Bürgerversammlung gesorgt wird und erlauben uns hierfür kommenden Samstag vorzu­schlagen. Daß der Gemeindevorstand vollzählig erscheint, halten wir für selbstverständlich, da aus der Mitte dieser Korperation der Vorschlag gemacht worden ist, den Bürgern und sich selbst vor der Beschlußfassung über alle Fragen vollste Aufklärung zu verschaffen.

Wir wollen hoffen, daß die zu erwartende Versammlung von Freunden und Gegnern stark besucht wird und bietet sich hier für die Gemeinderatswahl- Kandidaten die beste Ge­legenheit, ihre seither nur in kleinerem Kreise ermöglichten Aeußerungen über das Wohl und Wehe unserer Stadt vor versammelter Bürgerschaft vorzutragen und scharfe Kritik an dem Tun und Lassen des Gemeinderats zu üben, dem anzu­gehören gar mancher( bis jetzt noch im Stillen) wünscht. Jammerschade ist es ja, daß nur 4 Sessel( pardon, alte und neue Stühle), in diesem Kollegium zu beseßen sind, denn durch diesen Umstand wird wohl mancher der Reflettanten nach der Wahl darauf angewiesen sein, nur in den Bier­lofalen, an Straßenecken 2c. 2c. Klagen über die miserable Wirtschaft" im Gemeinderat seinen gläubigen oder auch un­gläubigen Zuhörern vortragen zu können, anstatt den Kollegen" mit Erfolg die Wege zu weisen, auf denen eine Stadt zum Glück und Wohlstand gelangen kann, ohne den be fannten Säckel derselben so zu strapezieren, wie es seither seitens der Gemeinderäte geschehen sein soll. Da im August die Wahlen für die Gemeindevertretung vollzogen sein müssen, ist es die höchste Zeit für die Kandidaten, den Befähigungs­nachweis caram populo zu erbringen und hierzu gibt es teine bessere Gelegenheit als in dieser Bürgerversammlung. X. Y. 8.

Marktberichte.

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Gießen, 2. Junt. Auf dem heutigen Wochenmarkt lofteten Butter per Pfd. 80.- 1.00 Mt., Hühnereter per Stüd 5-6 Pfg., Enteneier St. 7 Pfg., Käse per St. 6-8 Pfg., Käsematte 2 St. 5-6 Pfg., Erbsen per Liter 21 Pfg., Linsen per Liter 32 Pfg., Tauben per Paar T. 0.80-1.00, Hühner per Stüd Mt 1.30-1.40, Hahnen, per Stüd C.80-1.70, Enten per Stüd 1.70-2.20, Gänse ver Pfd. 65-70 Bfg., Ochsenfleisch per fd. 70-80 fg., Rindfleisch per Pfd. 62-68 Pfg. per Pft Schweinefleisch 60-72 fp. Sa wetne fletsch gesalzen per Pfund 0.76 Big., Kalbfleisch per Pfd. 68-76 Bfg., Hammelfleisch per Pfd. 50-74 Pfg., Kartoffeln pro 100 kilo 6.00 mt., Zwiebeln per 3t. Mr. 7.00-10.00, Aepfel per Centner 20-25 Mt. Milch per Liter 18 Bfg. Dauer der Marktzeit bon 7 Uhr morgens bis 1 Uhr Nachmittags. Gegenstände des Wochenmarktverkehrs dürfen vor Beginn der Marktzeit überhantt nicht, und während der ersten drei Stunden der Marktzeit im Um­herziehen feilgeboten werden.

Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Freitag, den 3. Juni. Zeitweise windig, zeitweise heiter, bei kalter Nacht tags Temperatur wenig verändert, noch stellenweise geringe Regenschauer.

Näheres durch die Gießener Wetterkarte.

Arbeitsnachweis der Stadt Gießen. Gartenstraße Nr 2( Bürgermeisterei­gebäude) Zimmer Nr. 14.

Es können eingestellt werden:

1 landw. Knecht, 1 jüngerer Schmied, 1 Installateur, 3 Schreiner, 1 jüngerer Bäder, 2 Schneider, mehrere Erd­arbeiter, 1 Köchin, 10 Dienstmädchen.

Lehrlinge: 1 Installateur, 2 Bäcker, 1 Kauf­mann, 2 Kellner.

Es suchen Arbett:

1 Steinhauer, 1 Schlosser, 1 Wagner, 1 Heizer, auch Maschinenschlosser, 1 Wasch- oder Putzfrau, 1 Lager­arbeiter, 1 Fahrbursche, 1 Dienstmädchen, 3 Bureau­gehilfen.

Verantwortlich: für den politischen, vermischten und unter­haltenden Teil Albin Klein Gießen; für den lokalen Teit Karl Klose, Grünberg.