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es niemals wollen! Freilich
immer malen und,
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phrase ums liebe Brot malen, das werd' ich auch nicht wollen. Ich habe ja, wie Professor Dahlberg sagt, ein ganz verheißungsvolles Talent gewiß, aber, du lieber Gott! heutzutage die Konkurrenz! Und wenn man dann die Großen und ihre Leistungen ermißt, dann sinkt man doch so recht in sich zusammen. Nein, ich werde mich verheiraten, denn mit dem weiblichen Cölibat ist das nichts! Hübsch, ohne süffisant zu sein, bin ich ja das sagt mir auch mein Konterfei, das mir der Photograph erst kürzlich nachschickte, und das ich nun in alter Freundschaft dir zu Füßen lege- und daß ich keine Moneten habe, ist zwar ein sehr bedauerliches Manko, aber, feine Sorge! Ich werde mich auch ohne Geld verheiraten und zwar aus eigenem Triebe und nicht der Not gehorchend", d. h. aus reiner, unverfälschter Liebe und nicht aus schnödester Vernunft. Ich habe den festen Willen dazu, und paß auf, ich kriege es fertig. Das Schicksal muß hier einem armen Mädchen helfen; denn unverlobt gehe ich lebendig nicht vom Platz, und wenn die Gnadenfrist verronnen ist, so präsentiere ich Großmutter prompt den geforderten Ersatz- Bräutigam. Dann endlich werden die beiden, sie und streichen. ihr dickes Protegee, vor dieser Tatsache jawohl die Segel
( Fortsetzung folgt.))
r Hausdoctor
Sollen Kinder Fleisch essen? Daß ein Kind im ersten Lebensjahre noch kein Fleisch zu genießen braucht, darüber herrscht Einstimmigkeit. Der Fleischgenuß würde dem Säugling schädlich sein. Aber mit dem Beginn des zweiten Lebensjahres kann man den Versuch machen.
Man kocht das Fleisch gar, ohne es weiter auszukochen, oder bratet es gut durch, befreit es von der Bratkruste, zerkleinert ein etwa Haselnußgroßes Stück aufs feinste, verteilt es in etwas Fleischbrühe und sucht es dem Kinde beizubringen.
Treten infolge davon irgend welche Störungen ein, so wiederholt man den Versuch vorläufig nicht, sondern frühestens nach vierzehn Tagen oder selbst erst nach vier Wochen und nur dann, wenn das Kind völlig gesund und insbesondere mit der Verdauung ganz in Ordnung ist.
Verträgt das Kind das Fleisch, so kann man allmählich die Menge vermehren bis zu einem wallnußgroßen Stück. Zu beachten ist, daß die Fleischmahlzeiten weit auseinander liegen sollen. Erfahrungsgemäß ertragen die Kinder zu rasch aufeinander folgende Fleischmahlzeiten schlecht.
Gs genügen im allgemeinen zwei Fleischmahlzeiten am Tage. Aber wenn die Kinder in die Schule gehen, so kann es wünschenswert sein, sie sogleich beim ersten Frühstück Fleisch essen zu lassen. So entstehen dann drei Fleischmahlzeiten, morgens, mittags und abends, die auch gewöhnlich gut vertragen werden, wenn man nur eine zur Hauptmahlzeit macht. Morgens und abends gibt man nur sehr wenig Fleisch, mittags etwas mehr.
Dringend zu warnen ist vor allen Ernährungsversuchen mit rohem Fleisch; sie sind gleich verwerflich, mögen sie in einem früheren oder in einem späteren Lebensalter angestellt werden. Man zum Beispiel nahm. Fressen doch auch diese das Fleisch roh, und ist auf sie verfallen, indem man sich die wilden, reißenden Tiere man müsse doch dem Fingerzeig der Natur" folgen. Durch das ,, unnatürliche" Kochen oder Braten sollte die Verdaulichkeit des Fleisches leiden. Auch der Nährwert des Fleisches sollte durch Kochen oder Braten sich verringern.
Großen Kindern kann man, wenn sie gesund sind, soviel Fleisch geben, als sie begehren. Wenn sie genug haben, verlangen sie keins mehr. Kinder, die sich in gekochtem oder gebratenem Fleisch von selbst überessen, sind äußerst selten. Jede Art der Zubereitung des Fleisches kann gewählt werden, nur Gewürze sind zu vermeiden und namentlich Lorbeer und Pfeffer.
Ein ungerechtfertigtes Vorurteil besteht gegen geräuchertes Fleisch. Tas Räuchern ist eine der ältesten und besten Erfindungen. Jüngere Kinder vertragen indessen geräuchertes Rindfleisch und geräucherte Zunge häufig schlecht, was man an den Störungen be= merkt, die dem Genusse im Laufe der nächsten 24-48 Stunden folgen. Besser vertragen sie geräuchertes Schweinefleisch, namentlich Schinken. Doch darf man nur solchen geben, der vollkommen durchgeräuchert ist.
Nur bei einzelnen chronischen Leiden, namentlich bei hartnädigen Hautausschlägen oder bei Verdauungsstörungen kann es nüßlich sein, den Kindern zeitweilig das Fleisch ganz zu entziehen.
Natürlich darf man die Kinder andererseits auch nicht mit Fleisch überfüttern. Man hört oft Klagen, daß das Kind kein Fleisch essen wolle. Das liegt, abgesehen von dem oben erwähnten Darreichen rohen Fleisches, oft an einem unzeitig angewendeten Zwange. Man teilt dem Kinde zuviel Fleisch zu und sagt ihm: „ Das ißt du auf, der Teller muß leer werden." So verekelt man dem Kind den Fleischgenuß. Oder man zwingt auch wohl das Kind durch Aussehung einer Belohnung, zuviel Fleisch zu essen, indem man ihnen Süßigkeiten und dergleichen verspricht. Das Kind hat vielleicht tatsächlich genug Fleisch genossen, es mag keines mehr, aber die versprochenen Süßigkeiten will es sich nicht entgehen lassen. Es ist also wider den Appetit und dann noch die Süßigkeiten.
Von den verschiedenen Fleischarten wird für junge Kinder Kalbfleisch bevorzugt, rührt es jedoch von ganz jungen Tieren her, so verursacht es Durchfall, namentlich wenn es zweimal an ein und demselben Tage genossen wird.
Geflügel gilt für besonders leicht und für junge Kinder besonders geeignet, namentlich das Brustfleisch von jungen Hühnern. Weißes Fleisch gilt überhaupt für leichter und verdaulicher als rotes und schwarzes. Uebrigens soll man nicht immer glauben, daß die leichtverdaulichen Nahrungsmittel auch stets die besten sind.
Was die Fleischbrühe anbetrifft, so pflegt man sie um das Ende des ersten Jahres herum, aus Kalbfleisch, Huhn oder Taube, seltener aus Rindfleisch bereitet, zu geben. Sie soll nicht fett und nicht zu salzig sein und Reis, Gries, Graupen, Potsdamer Zwieback und dergleichen als Einlage erhalten. Sie hat eine mäßig anregende Wirkung. Doch braucht man die Kinder nicht zu ihrem Genuß zu zwingen.
Wird die reine Brühe verweigert, so kann man versuchen, sie mit gleicher Menge Milch vermischt zu geben. Die Zubereitung der Hühner- oder Taubenbrühe erfolgt in der Weise, daß ein halbes Suppenhuhn oder eine Taube mit einem halben Liter Wasser unter Zusatz von etwas Salz gut zugedeckt 2-3 Stunden hindurch langsam gekocht wird.
Stets muß man berücksichtigen, daß die Brühe kein Nahrungsmittel darstellt, sondern nur zur Anregung gegeben wird.
Herztlicher Ratgeber.
Reinigung der Nase bei Scharlach. Die fehlerhafte Reinigung der Nase während des Scharlachs kann leicht zu schweren Ohrenleiden Veranlassung gegeben. Es darf beim Ausschnauben nur immer ein Nasenloch zugehalten werden, und es darf nicht zu stark geschnaubt werden. Nasenausspritzungen sind zu vermeiden.
Stillung des Nasenblutens. Der Kranke site vollkommen gerade auf einem Stuhl, lege beide Arme auf den Kopf und atme nun ruhig und tief bei offenem Munde. Hierdurch werden die Venen des Kopfes und der Nase möglichst blutleer gemacht, und das Nasenbluten steht. Neuerdings wird auch empfohlen, bei Nasenbluten infolge von Allgemeinerkrankungen heiße Umschläge auf die Nackengegend zu machen. Besonders empfehlenswert soll das Verfahren bei Arterienverkalkung, also bei älteren Leuten sein. Früher empfahl man bekanntlich kalte Umschläge oder einen kalten Schlüssel in den Nacken zu legen.
Schmerzen im Fuß. Schmerzen im Fuß können aus den verschiedensten Ursachen auftreten; man denke nur an den Plattfuß, bei dem übermäßiges Gehen und Stehen Schmerzen erzeugt, ferner an Verstauchung, Sehnenscheidenentzündung am Fuß Knochenfraß u. s. w.
Sehr charakteristisch aber sind Schmerzen in der Gegend der vierten Zehe. Diese Schmerzen treten anfallsweise auf, oft sogar des Nachts im Bette. Des Morgens beim Aufstehen sind sie ge= wöhnlich verschwunden. Oft stellen sie sich auch beim Gehen ein, Lassen aber meist nach, sobald die Schuhe ausgezogen werden. Druck mit dem Finger auf die betreffende Stelle verursacht ebenfalls Schmerz. Die Ursache für diesen Schmerz in der vierten Zehe ist zu enges und zu spißes Schuhwerk. Er läßt sich beseitigen, sobald passendes und bequemes Schuhwerk getragen wird. Schädlich ist auch das Tragen zweibälliger Schuhe, die abwechselnd bald auf dem rechten, bald auf dem linken Fuß getragen werden. Die Schmerzen in den Füßen können so heftig werden, daß die Kranken sich den Fuß abnehmen lassen wollen.
Nr. 97.
Montag, den 2. Mai.
1904.
Oberhessische Familienzeitung.
Tägliche Unterhaltungs- Beilage
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Gießener Neueste Nachrichten.
Smd auch Berlag bor Olebener Beringsbenderet, verm. Buh. Rellers: Dubrudsret( gegr. 1789); seas
( 6. Fortseßung.)
Iwan der Schreckliche.
Original- Roman von Hans Hoffmann.
Kinder, wißt ihr das Neueste?" Mit dieſem lauten Ruf stürmte Alma nach jenem verhängnisvollen Spaziergang unter ihre Kameradinnen.„ Wir kriegen einen Tierbändiger ratet' mal, wen?"
Alle horchten staunend auf. Einige Minuten lang weidete sie ihr Herz an der ängstlchen Erwartung der anderen; endlich hielt sie es selbst nicht mehr aus und offenbarte: Iwan den Schrecklichen!"
,, Aaah!"
,, Na, wer's glaubt!"
,, Alma lügt, wie gewöhnlich!"
,, Der! Was soll der bei uns? Der schießt ja?" ,, Alma, rede doch nicht so dummes Zeug!"
,, So wahr ich hier stehe," triumphierte Alma, er kommt: „ Ein König furchtbar prächtig, wie blut'ger Nordlichtschein!" Kinder, ihr glaubt gar nicht, wie ich mich darauf freue!"
„ Aber was soll er uns denn für Stunden geben?" fragte Liesbeth Wippermann.„ Bei den Bengeln hat er doch Mathematik!"
„ Und bei uns soll er das Gemütsleben vertiefen," sagte Alma weiſe,„ nämlich auch mit Mathematik- aber natürlich nur bei uns Reiferen!" setzte sie mit stolz erhobenem Kopf hinzu.
Na, dann kenne ich das Tier, das er bändigen soll!" sagte Gretchen Ingenohl, die als Tugendspiegel bekannt und verachtet war.
Alma rümpfte höhnisch die Nase.
Natürlich, tugendſame Gänschen brauchen sich nicht erst bändigen zu lassen, die kriechen vor Angst immer von selbst in den richtigen Stall."
Wißt ihr auch, was der Hauptspaß bei der ganzen Geschichte wird?" rief der Tugendspiegel.„ Wenn Alma zu Kreuze friecht! Das wird für Fräulein Leinemann der schönste Tag ihres Lebens!"
" Ich?!" schrie Alma empört.
", du wirst dich schon ducken! Mit dem nimmst du's doch nicht auf! Ich sehe dich schon, wie du rot wirst und die Augen niederschlägst. Der wird dich zähmen wie ein Hündchen, wan der Schreckliche."
Almas Augen funkelten. Die armen Mädchen entsetzten sich ordentlich über die Wut, die aus ihren Zügen und geballten Fäusten sprach. Sie begriffen nicht, wie die kleine Neckerei sie so maßlos aufregen konnte.
Alma aber begriff es. Erröten! Augen niederschlagen! Welch ein Glück, daß niemand die Schmach gesehen hatte, die fie auf offener Promenade schon erlitten! Sie tat in ihrem Herzen den fürchterlichsten Racheschwur.
,, Wenn ihr wüßtet, wie ich den Menschen hasse!" schrie sie außer sich.„ ,, der soll mich kennen lernen!"
Noch ehe der neue Unterricht begonnen hatte, erwachte in Alma ein rätselhaftes Interesse für die strenge Wissenschaft der Mahematik. Bei einem Besuch im Elternhause ließ sie sich von ihrem Bruder in die ersten Geheimnisse derselben einweihen und stahl ihm ein Lehrbuch, das sie, obgleich es längst nicht mehr so appetitreizend aussah, mit hingebendem Eifer studierte, nicht nur in ihren Mußestunden, sondern unter
( Nachdruck verboten.) dem Tisch auch in denjenigen Zeitabschnitten, welche durchaus weder für die Muße noch für die Mathematik bestimmt waren. Bald zeichnete sie mit großer Geschicklichkeit die saubersten Dreieckchen, Quadrätchen und Parallelogrämmchen; aber auch der geraden Linie an sich wußte sie Geschmack abzugewinnen, nur pflegte sie einer solchen zuletzt ein paar Widerhaken an zusetzen, um sie als Lanze zu kennzeichnen, die sie dann in Gedanken dem verhaßten Unterdrücker freier Mädchenseelen ins Herz bohrte; mit gleicher Kunst verstand sie aus jedem Kreise durch Anwendung eines konzentrischen Hilfskreises einen Mühlstein zu gestalten, den ihre Phantasie dem Feind um den Hals hängte, um ihn mit dieser Bürde ins Meer zu werfen, wo es am tiefsten ist.
Ueber diesen Studien und Mordplänen kam der Tag der ersten Mathematikſtunde heran. Fräulein Leinemann hatte sieben Schülerinnen der Ehre gewürdigt, in diese männliche Wissenschaft eingeweiht zu werden, und zwar hatte sie Sorge getragen, nicht so sehr die begabtesten als die sittlich reifsten auszuwählen, von deren bewährtem Tugendsinn Almas Frevelmut keinerlei Rückendeckung zu erwarten hatte.
Wohlgerüstet saß diese auf ihrem Play; sie erwartete ihren Feind, richtiger ihr Opfer, mit vollkommener Siegesgewißheit. Sie hatte ihren Schlachtplan mit aller Umsicht entworfen. Sie würde am Anfang der Stunde still mit gefalteten Händen wie ein leibhaftiger Gottesengel daſizen; zu diesem Zweck hatte sie sich eine sonderbare Madonnenfrisur angelegt, einen ganz glatten, streng pomadisierten Scheitel, der sich zu ihrem fecken Gesicht unendlich komisch ausnahm, so daß selbst die erlesene Tugend alle Mühe hatte, sich des Lachens zu erwehren. Wenn dann zufällig der Herr Lehrer sich an dem Tischrand, der zufällig dick mit Kreide beschmiert war, einen weißen Strich über den Bauch malte, was ging sie das an? Und wenn dann zufällig aus einer Schachtel in ihrer Kleidertasche ein Dußend Maikäfer hervorschwirrte, wer konnte ihr die Schuld auf den Kopf zusagen?
Nach solchen harmlosen Vorpostengefechten freilich würde sie mutvoll zum offenen Angriff vorgehen; wenn sie jenem, der dann offenbar schon eingeschüchtert war, statt ſeiner philiströsen Quadrate und Dreiecke ganz gemütlich ein fröhliches Schweinchen, mathematisch stilisiert, präſenierte und ihn dazu treuherzig anlächelte, wie konnte er da seine Fassung behalten? Und wenn sie zuletzt auf seine Frage oder Drohung ihm unvermutet mit der nicht zu verkennenden Fistel. ſtimmme seines eigenen Gymnasialdirektors in die Parade führe, mußte er da nicht notwendig ein so dummes Gesicht machen, daß sie selbst diese sechs Tugendpinselchen als willenlose Lacher auf ihrer Seite hätte? Wahrlich, sie konnte mit Seelenruhe dem Kampf, entgegensehen.
Im Nebenzimmer ging Doktor Belling mit unruhigen Schritten auf und ab, große Schweißtropfen auf der Stirn. Seine Stimmung war trostlos; er fühlte sich verurteilt, in einen bodenlosen Strudel zu tauchen, aus dem es keine Wiederkehr gab; er kam sich vor wie ein Betrüger, der heute öffentlich entlarvt werden sollte. Heute würde er den Mädchen und morgen den Knaben zum Gespött werden und übermorgen als ein geschlagener, unbrauchbarer Mann ohne
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