über die Ernennung des Generals v. Wittich ist haltlos. Eine gewisse Wahrscheinlichkeit hat das in höheren militärischen Kreisen kursierende Gerücht für sich, wonach die 3. Armeeinspektion später einmal dem Chef des Generalstabes, General Graf v. Schlieffen, übertragen werden würde. Zu dessen Nachfolger sei der Generalleutnant v. Moltke, Flügeladjutant des Kaisers, ausersehen, der sich jetzt als Adjutant des Chefs des Generalstabes auf die seiner harrende verantwortungsvolle Aufgabe vorbereitet.
Hof und Gesellschaft.
*** Der Kaiser nahm im Hafen von Messina an Bord der„ Hohenzollern" mit einem Teile der Herren seines Gefolges und der Offiziere der Jacht das heilige Abendmahl, welches Militäroberpfarrer Goens austeilte. Das Wetter ist schlecht. Regen und Hagelböen wechseln mit Sonnenblicken, welche die Terrassen der Stadt mit den grünenden Hügeln im Hintergrunde in etwas freundlicherem Licht zeigen. Vom Aufenthalt in Gaëta und der Fahrt bis Messina wird noch folgendes gemeldet: Als die„ Hohenzollern" vor Gaëta lag, veranstalteten die Einwohner am Abend bei Vollmond am Ufer einen Lampionzug unter Musikbegleitung und brachten dem Kaiser Ovationen dar; die Musik spielte wiederholt die deutsche und die italienische Nationalhymne. Der Kaiser ließ Stadt und Gebirge mit den vier Scheinwerfern des„ Friedrich Carl" beleuchten. Am Morgen begann die Fahrt südwärts die Küste entlang. Am Vormittag begegnete das italienische Geschwader den kaiserlichen Schiffen. Am Mittag wurde Capri passiert. Der Kaiser sandte durch Flaggensignal einen Gruß an die Kronprinzessin von Schweden und Norwegen. Bei kühlem Wetter fuhren die Schiffe abends 6 Uhr an Stromboli vorüber. Nach 9 Uhr lief die„ Hohenzollern" unter dem Salut der Geschütze in den Hafen von Messina ein und machte an der Boje fest. Der Kreuzer Friedrich Carl" ankerte draußen.
Deutsche Ofterbräuche.
Was das Menschenherz beim Wiedererwachen der Natur sehnsuchtsvoll schwellt, das alles liegt in dem einen Wort „ Ostern" beschlossen. Ostara war bei den Germanen die Frühlingsgöttin, die von den alten Sachsen verehrt wurde. Mit dem Kultus, der ihr vor Einführung des Christentums in Deutschland von unseren Vorfahren geweiht war, hängen die Namen der Osterwälder, Osterberge, ferner die Gebräuche der Osterfeuer und des Osterwassers und der Ostereier zusammen. Letztere wurden der Frühlingsgöttin zum Opfer gebracht, als die erste Gabe des Lenzes. Ihr zu Ehren lohten auf den Bergen die mächtigen Osterfeuer, die noch heute in verschiedenen Gegenden Deutschlands in der Osternacht entzündet werden. An die altheidnische Verehrung der Frühlingsgöttin erinnert heute noch in katholischen Gegenden die Einsegnung in die Kirche gebrachter grüner Reiser und Sträuße aus Weidenpalmen", Stechginster und anderen immergrünen Zweigen. Diese Palmenweihe, die irrtümlich in vielen Gegenden auf den Balmsonntag verlegt wird, hat einen alten symbolischen Sinn, denn die geweihten Zweige sollten nicht nur das Haus bis zur nächsten Erneuerung vor Blitz und Feuersgefahr schützen, sondern sie werden an vielen Orten auch zusammen mit den Schalen der Ostereier und den Kohlen der Osterfeuer in den Eden der Felder eingesteckt oder vergraben, um diese fruchtbar zu machen. Anderseits werden grüne getriebene Baumzweige, namentlich im östlichen Deutschland, als Symbol der Fruchtbarkeit und des Gedeihens, geradeso wie in Altindien und Rom zum Stäupen derjenigen gebraucht, denen man Gutes wünscht.
Früh am Ostermorgen, an manchen Orten auch am Palmsonntag, suchen sich Eltern und Kinder gegenseitig zu überraschen, um die gesundheitbringenden Rutenstreiche miteinander zu tauschen. Die Kinder oder Bediensteten erhalten dafür ein besonderes Geschenk in Geld oder Leckereien. Als ein ähnliches Ueberbleibsel aus der Heidenzeit erscheint das Schöpfen des Osterwassers beim Aufgang der nach dem Volksglauben dreimal vor Freuden aufhüpfenden Ostersonne an einer gegen Morgen fließenden Quelle, ohne daß dabei ein Wort gesprochen wird; das Osterwasser, mit welchem sich die jungen Leute gegenseitig begießen, soll sich dann das ganze Jahr frisch erhalten, heilbringend und verschönernd wirken. An den Osterfeiertagen werden in verschiedenen Gegenden bestimmte Osterspiele ausgeführt, in SüddeutschLand vorzugsweise Gierspiele, in der Mark und Westfalen das Osterballspiel. Der Ball scheint das Symbol der steigenden Sonne gewesen zu sein und wurde meist in Verbindung mit dem jüngsten Ehepaar gedacht, welches die Kosten des Ballspieles bestritt, weshalb der Osterball auch Brautball hieß. Auch im Bewußtsein des modernen Menschen lebt das Osterfest als ein Frühlingsfest weiter. Wir feiern das Osterfest als den Beginn eines neuen frohen Zeitabschnittes, der, wie die Natur, auch uns selbst erneut.
Hus dem Gerichtssaal.
§ Der Pommernbank- Prozeß ist nunmehr auf den 2. Mai und die folgenden Tage vor der Berliner Straffammer anbe raumt worden. Am 21. Juli v. J. war dieser Riesenprozeß nach dem 50. Verhandlungstage auf unbestimmte Zeit vertagt worden. Es erging ein Gerichtsbeschluß, die Angeklagten Schultz und Romeick aus der Haft zu entlassen, in der sie 2 Jahre verbracht hatten. Ferner wurde beschlossen, Sachverständige zu ernennen, welche nach Instruktion durch das Gericht die seitens der Verteidigung beanstandeten Tagen der Grundstücke und unbebauten Terrains nachrevidieren sollten. Dies ist jetzt geschehen und somit kann von neuem verhandelt werden.
§ Eine ungewöhnliche Art der Publikation eines gerichtlichen Urteils ist dieser Tage von einer Abteilung des Berliner Schöffengerichts ausgewählt worden. Es handelte sich um einen Milchhändler, der wegen Verkaufs von Milch mit zu großem Wassergehalt zu 75 Mark Geldstrafe verurteilt worden war. Das Gericht erkannte gleichzeitig auf Publikation des Urteilstenors und ordnete an, daß das Urteil auf einem zwei Quadratfuß großen Plakat an den der Verkaufsstätte zunächst belegenen Anschlagsäulen befannt gegeben werden soll. Der Verteidiger hat nicht nur wegen der Verurteilung im allgemeinen, sondern auch wegen der Anordnung zu dieser Art Beröffentlichung Berufung für den Angeklagten eingelegt.
§ Ein interessanter Grbschaftsprozeß spielte sich vor dem Breslauer Oberlandesgericht ab. Die sieben Geschwister des Grafen Pius Chamaré auf Großkunzendorf, der bei einer Automobilfahrt tödlich verunglückte, sich auf dem Sterbebette in Wien mit einem jüdischen Fräulein Wanda Blaustein trauen ließ und sie zur Univerfalerbin einsetzte hatten das
Testament und die Eheschließung angefochten, weil der Graf Pius zur Zeit der Vornahme der beiden Handlungen nicht mehr zurechnung fähig gewesen sei. Sie erwirkten zwei einstweilige Verfügungen, und das Landgericht Glatz bestätigte diese. Auf Berufung der Gräfin Wanda wurden sie jedoch vom Breslauer Oberlandesgericht aufgehoben, so daß die Gräfin zunächst in den Besitz des Nachlasses, der auf Millionen veranschlagt wird, gelangt.
Nab und ferm.
A Der 13. deutsche Turntag findet am Ostermontag und Dienstag im alten Abgeordnetenhause zu Berlin statt. 308 Delegierte, die insgesamt 701 400 Mitglieder vertreten, sind jetzt schon in Berlin eingetroffen, da dem eigentlichen Turntag Sizungen des Ausschusses der deutschen Turnerschaft vorausgehen. Insgesamt sind der deutschen Turnerschaft heute 7229 Turnvereine Deutschlands und Deutsch- Desterreichs sowie des Auslandes mit 728 044 Mitgliedern angeschlossen. Dieselben verteilen sich auf 6104 Städte des Reiches und des Auslandes. 356 230 Mitglieder nehmen an den allgemeinen Turnübungen teil. Die Zahl der Zöglinge( von 14 bis 17 Jahren) beträgt 109 873 und die der Damen 30 993, die in 1093 Abteilungen turnen. Das Knaben- und Mädchenturnen wird von 681 Vereinen gepflegt, in deren Abteilungen 40 087 Knaben und 13 402 Mädchen Turnunterricht erteilt wird.
Neue schwere Rassenkämpfe werden aus Amerika gemeldet. In dem ostteranischen Orte Silsbee ist ein regelrechter Krieg zwischen Weißen und Schwarzen ausgebrochen. Die Ursache des Zusammenstoßes beider Nassen bildet der Ueberfall dreier Weißen durch Neger in Silsbee, wobei einer der Ueberfallenen tödliche Wunden erhielt. Sowohl Weiße wie Farbige haben sich bewaffnet. Die Weißen haben eine regelrechte Mobilisierung eingeleitet und den Farbigen die Aufforderung zugehen lassen, aus Silsbee auszuziehen. Die Farbigen weigern sich, dieser Aufforderung Folge zu leisten. Mehrere Neger wurden bereits erschossen.
Lokales.
Schwimmbad: 3745 Männer, darunter 640 zu 10 Gefchmacks felbft bon
166, 10
730 Frauen Wannenbäder: 1. l. 278 Männer, 89 Frauen,
2. I. 693
435
Dampf und Heißluftbäder, sowie Maffage zu sammen 143 Männer, 29 Frauen.
Brausebäder 1549 Männer, 178 Frauen. Die Personenwage wurde von 200 Personen benut das Bad von 7 Personen besichtigt.
wimb
Für die Rebaftio
tehen, 2. Abril fb. 1.00-1.10 M., Got. 8 Pfa., Rafe per G Erbsen ver Liter 21 Bfg., 0.80-1.00, Bühner Shid C.80-1.70, Ente 665-70 Pfa., Odienfleis poer Bfb. 62-68 93fg. G leifh gefolgen per fun 38fa, Sammelfleisch per 6.000 mt., 3miebeln Centner 20-25 Mt. M
** Die nächste Postverbindung nach Sma topmund wird durch den am 7. April abends von Han burg abfahrenden direkten Woermann- Dampfer Lucie Woer mann" hergestellt. Schluß in Hamburg für Briefe und Bafete am 7. April, 3 Uhr nachmittags; letzte Beförderung gelegenheit aus Berlin, Lehrter Bahnhof, für Briefe 7. April, 9 Uhr vormittags, für Pakete am 6. April, 11 18 Minuten abends. Ankunft in Swakopmund etwa a 28. April.
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§ Einen gesegneten Schlaf bewies eine Bauer frau, die am Donnerstag Gießen einen Besuch gemacht hatte. Vom Lärmen der Großstadt" ermüdet, hatte fi sich in der Marktstraße in der Ecke eines Schaufensters niedergelassen und war einige Minuten später friedlich ein geschlummert. Vorübergehende versuchten die Schlafent zu wecken, fanden aber, daß dies durchaus keine leichte Sad sei. Man schrie der Frau in die Ohren zu sein, man schüttelte ihr beide Arme Befühl zu haben, man unterzog ihrem Riechorgan einer fräftigen Massage, da atmete sie durch den Mund. Endlich, als ein Mißtrauischer der Stelle, wo wachende Menschen das & Herz besigen, eine energische Untersuchung zu teil werden geruhte die Schläferin zu erwachen und setzte gekränkt ihren Weg fort.
2. April 1904. Ernannt wurde der Gefangenwärter am Hast- set. lokal in Lauterbach Eduard Lein zum Gefangenwärter am Haftlokal in Reichelsheim.
** Die Stelle des Steuerkommissärs des Großh. Steuerkommissariats Hungen ist erledigt.
** Nachdem der durch die Berufung der Professoren Dr. Schmidt und Dr. Pfannsti el an andere Hochschulen unserer Landesuniversität drohende Verluste glücklicherweise abgewendet worden ist, wird dieselbe nun doch einen solchen erleiden müssen, da, wie die„ Darmst. Ztg." schreibt, der ordentliche Professor der Mineralogie und derzeitige Rektor Professor Dr. Brauns zum 1. Oktober d. Is. einen für ihn ebenso ehrenvollen Ruf an die Universität Kiel angenommen hat. Brauns, dessen Name durch sein großes, in Lieferungen erscheinendes Prachtwerk der Mineralogie neuerdings auch weiteren Kreisen bekannt geworden ist, gehört zu den wissenschaftlich angesehenſten Vertretern seines Faches und erfreut sich als Lehrer bei den Studierenden ganz besonderer Beliebtheit. Es wird nicht ganz leicht sein, einen vollwertigen Ersatz für ihn zu finden.
*** In Amerita verstarb zu Reading Pa. der Großh. Kreisarzt i. P. Dr. Hermann Moter. Der Verstorbene studierte hier in Gießen und gehörte der„ Teutonia" mit an.
Der Bauer'sche Gesangverein zu Gießen unternahm gestern am Charfreitag einen Ausflug nach Kloster Arnsburg und Lich. Im Saale Zum Hölländischen Hof" wurde das Standquartier aufgeschlagen, wo der Verein in Gemeinschaft mit dem Licher Gesangverein„ Cäzilia" mit Gesängen und Ansprachen für die nötige Kurzweil sorgten.
** Am 1. Osterfeiertag ist in Steins Garten Delegiertentag des Nationalen Gesangswettstreits. Die Beteiligung, aber auch die zur Beratung vorliegende Tagesordnung wird eine große sein. Der Maschinenbauer- Gesangverein füllt die Pausen durch mehrere Gesänge aus.
(!) Der Musikverein zu Grünberg giebt am 2. Diterfeiertag abends 8 Uhr im Gasthaus Zum Rappen" ein Konzert mit nachfolgendem Ball. Die Bürgerschaft möge hierbei in Erwägung ziehen, daß es für die Stadt nur im allgemeinen Interesse zum Vorteil gereicht, wenn dieser Verein auch bei seinen Veranstaltungen die entsprechende Unterstüßung findet. Wir wünschen dem Verein ein volles Haus.
§ Der Turnverein Grünberg veranstaltet am zweiten Osterfeiertage in der Turnhalle eine Abendunterhaltung, für welche ein abwechslungsreiches Programm vorgesehen ist. Zum Schluß der Veranstaltung wird auch den tanzlustigen Besuchern Rechnung getragen.
** Der Ortsvorstand von Alsfeld beabsichtigt, mit dem am 25. Juli ds. Is. daselbst stattfindenden Prämien- und Pferdemarkt eine Verlosung von Vieh und landwirtschaftlichen Geräten zu verbinden. Die nachgesuchte Erlaubnis zur Veranstaltung dieser Verlosung hat Großherzogliches Ministerium des Innern unter der Bedingung erteilt, daß bis zu 20000 Lose, zu 0,50 Mark das Stück, ausgegeben werden dürfen und mindestens 60 pCt. des Bruttoerlöses aus dem Verkaufe der Lose zum Ankauf von Gewinngegenständen zu verwenden sind. Bugleich ist der Vertrieb der Lose in der Provinz Obrrhessen gestattet worden.
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Sie schien tau
fie schien fein
** Grünberg, 30. März.[ Gemeinderatssitzung] Zu Punkt 1 der Tagesordnung teilt Herr Bürgermeister Zimmer mit, daß der wegen Bösartigkeit verkaufte Bulle ( Erlös 476 Mt.) durch einen, um den Preis von 303 Mt. von Zulauf- Azenhain gekauften anderen Bullen ersetzt worden Die schon im vorigen Jahr erörterte Invalidenver. sicherung der beiden Hebammen wurde nochmals zurückgestellt, da sich erst eine der letzteren zu der Frage geäußert hat. Zur Anschaffung neuer Subsellien für 56 Sigpläge in der Bürgerschule sollen erst die Preisverzeichnisse von mehreren Spezialfirmen eingefordert werden, da auch die Konstruktion eine verschiedenartige ist. Die beiden hiesigen Flurschützen bitten in einer Eingabe um Gehaltsaufbesserung, da das jezige tägliche Verdienst von 1.23 Mt. tein ausfömmliches sei.
Der Gemeinderat hält das Gehalt von 450 wt. bei der nicht vollen Beschäftigung während des ganzen Jahres für ausreichend, zumal die Betenten nebenbei ihre Privat arbeiten verrichten; jedoch sollen über die bezüglichen Ge haltsverhältnisse in anderen Orten Erfundigungen eingezogen werden. Die Bestätigung der fürzlich erfolgten Stadt. dienerwahl hält das Großh. Kreisamt für bedenklich, da der Gewählte wegen allgemeiner Körperschwäche als militärdienstuntauglich befunden war, ein Mitbewerber, der als Unteroffizier vom Militär entlassen, der weitaus G eignetste sei jowohl für den äußeren, wie für den Bureaudienst. Aus diesen Gründen wird die Angelegenheit zur nochmaligen Beratung des Gemeinderats zurückgegeben. In der nun folgenden Aussprache hielt ein Teil der Gemeinderäte die mit 6 gegen 3 Stimmen erfolgte Wahl aufrecht, während andere die Qualifikation des Mitbewerbers infolge seiner militärischen Ausbildung anerkannten und ein Vorschlag zur nochmaligen Ausschreibung für nur gediente Be werber gemacht wurde, beantragte schließlich der Beigeordnete, über die Berechtigung des freisamtlichen Einspruchs abzustimmen und wurde die Beanstandung mit 5 gegen 4 Stimmen abgelehnt. Betreffs der Aufforftung von etwa 80 Morgen Dedland hat die Bürgermeisterei ein Gesuch an die Großh. Oberförsterei gerichtet, in welchem um Gewährung eines Staatszuschusses bis zur Hälfte der Kosten gebeten wird. Bum Schluß wurde einer Eingabe des hiesigen Gesangvereins zugestimmt, wonach dieser um Ueberlassung eines Teils der Räswiese als Festplatz für das Lahntal- Bundessängerfest bittet.
XAlzey. Der frühere Landtagsabgeordnete Roemer ist heute früh in Wiesbaden im Alter von 63 Jahren gestorben.
+ Mainz. Die Generalversammlung der hiesiget Volksbanf beschloß einstimmig, dem ehemaligen Rassierer Hermann ein jährliches Gnadengehalt zu zahlen, da der Unglückliche völlig mittellos ist und 25 Jahre im Dienste der Bolksbank stand. Bekanntlich hatte H. 200 000 Mt. unterschlagen, das Geld aber wieder zurückerstattet. Die Untersuchung gegen ihn ergab dann, daß er geistig nicht ganz zurechnungsfähig ist.
* Mainz, 31. März. Heute vormittag ist der Betrieb auf der elektrischen Bahn Mainz- Wiesbaden aufgenom men worden. Durch notariellen Aft geht heute die Straßen bahn in den Besitz der Stadt über. Der Kaufpreis von 3411 000 Mt. wird durch die Reichsbank bezahlt.
Geschäftlises.
Das Köstritzer Schwarzbier ist seit dem 17. Jahrhundert als ein vorzügliches Stärkungsmittel für Blutarme und Geschwächte bekannt. Es wird gebraut nach einer uralten englischen Portevorschrift. Es verdankt seine weite Verbrei tung hauptsächlich seiner besonders zweckmäßigen Zusammen setzung bei mäßigen Alkoholgehalt enthält es sehr viel
** Der Wormser Wach- und Schließgesell- Walz schaft hat das Kreisamt die Erlaubnis zum Tragen von Seitengewehren erteilt. Das Institut, noch ziemlich neu, dient vor allem auch den spätheimkommenden Stammtischgästen beim Auf- und Zuschließen der Hausthüren.
** Gießener Volksbad. Im März wurden 7869 Bäder verabreicht, gegen 7619 im Februar 1904 und 7921 im März 1903, oder im Durchschnitt auf den ganzen Badetag 271 Bäder, gegen 311 im Februar 1904 und 278 im März 1903. Der Besuch hat sich wie folgt verteilt:
und sog. Extraftstoffe, die den Stoffumfaß in hohem Grade fördern. In neuerer Zeit wird es auch viel fach in Lungen- H.ilanstalten angewandt, wo man die Schäd lichkeit der früher beliebten Verabreichung großer Mengen von schweren Weinen und Spirituosen erkannt hat und das Schwarzbier als einen sehr zweckmäßigen Ersatz derselben verwertet. Unter Verabreichung von Schwarzbier sind hohe Gewichtszunahmen bei Schwindsüchtigen, wie bei ander schwächenden Krankheiten erzielt worden. Der Verwendung von Schwarzbier bei Kranken ist auch deshalb ein hoher Wert beizulegen, weil dasselbe wegen seines angenehmen
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