Einzelbild herunterladen

he

schreiner

0000006

Telefon 4

unt auch

I, was in

Ts billig

unmehr

ben der

ufnahme

men 1

,, Was wollen Sie mir gestehen?" Leise klingt die Frage an sein Dhr.

Er überhörte dieselbe geflissentlich. Sich bückend, pflückt er mit einem Cijer von den massenhaft blühenden Maiblumen, als wollte er schon in den nächsten fünf Minuten einen Riesen­strauß zusammen haben.

Käthe fragt auch nicht weiter. Enttäuscht hat sie sich ab­gewendet und ist wieder in die Wiese hineingeschritten. Dies­mal ist ihr das Weinen tatsächlich näher als das Lachen.

Plötzlich hört sie einen erschreckten Aufschrei Hornstorfs. ,, Fräulein Käthe! Fräulein Käthe!"

Schnell wendet sie sich herum.

Dort steht der sonst so ruhige Hornstorf und gestifuliert wie ein Wahnsinniger. Und immerfort dieses entsetzte: Fräulein Käthe!" Sie blickt um sich, um die Ursache seines Schreckens zu entdecken. Im nächsten Augenblick ist auch sie ganz blaß geworden. Dort, keine 200 Schritte mehr von ihr entfernt, rast ein wildgewordener Ochse direkt auf sie los. Ganz hinten sieht sie auch den entsetzten Hirten herauf­tommen.

Räthe zittert an allen Gliedern. Ihre feuerrote Bluse ist wohl schuld an diesem Ueberfall. Es ist ihr unmöglich, auch nur einen Schritt zu tun. Der Schreck hat sie gebannt. Im nächsten Augenblick ist aber Hornstorf an ihrer Seite. Die Angst um seine Geliebte hat aus ihm einen ganz anderen Menschen gemacht. Ohne sich einen Augenblick zu befinnen, hat er die ganz Willenlose mit starkem Arm umfaßt, und dann stürmt er mit seiner süßen Last dahin, dem breiten Wassergraben entgegen. Er hört schon dicht hinter sich das wütende Schnauben des Stieres. Doch schon steht er am Rand, und ein Sat, und hoch auf sprigen die Wasserwogen. Hornstorf steht bis an die Hüften im Wasser. Eiligst watet er weiter, um das jenseitige Ufer zu erreichen. Das gelingt ihm auch, aber hinaufzuklimmen ist unmöglich, dazu ist das Ufer zu steil.

Käthchen ist noch immer nicht zu sich gekommen. Krampf haft haben ihre Arme seinen Hals umschlungen.

Der Stier war zum Glück vor dem heransprizenden Wasser zurückgeschreckt. Noch stand er aber dicht am Ufer und schielte tückisch nach den beiden Menschen hinüber. Hornstorf überfam plötzlich ein toller Uebermut. Lachend faßte er mit der freien Hand ins Wasser und warf einen Strahl nach dem Feinde hinüber, der in ein wütendes Gebrüll ausbrach, dann aber doch etwas zurückwich.

Nun erwachte Käthe aus ihrer Betäubung. Der Schreck war ein zu gewaltiger gewesen; er löste sich daher in einen reichlichen Tränenstrom auf. Merkwürdigerweise aber ließ sie Hornstorfs Hals nicht los. Ihre Arme umschlossen ihn nur noch fester, und ihr Kopf sank bis dicht auf sein Gesicht herab.

Hornstorf sah das liebe Gesichtchen kaum einige Zentimeter von seinem Gesicht entfernt. Und war es nun das Bemühen, fie zu trösten, oder war sein feuchter Standpunkt oder der schnaubende nahe Stier daran schuld: Hornstorf vergaß all seine Schüchternheit. Ohne ein Wort zu verlieren, füßte er den nahen Mund. Und Käthe! Ja, die war viel zu sehr erschrocken, als daß sie hätte Widerstand leisten können. Da sie andererseits aber auch von Hornstorf den Kuß nicht so ohne weiteres behalten wollte, so gab sie ihn einfach wieder zurück.

Im nächsten Augenblick kam auch der Hirte heran, der den Stier mit einigen wohlgezielten Peitschenhieben wieder völlig zur Vernunft brachte. Langsam trotteten die beiden wieder ab.

Hornstorf watete nach dem anderen Ufer zurück, und hier angekommen, war er schon so mutig geworden, daß er nicht mehr gnädiges Fräulein" sagte, sondern Käthchen, und daß er nicht mehr von Astronomie, Nationalökonomie oder sonst ähnlichem schwazte, sondern ganz vernünftig von einer Be­lohnung für sein Bad.

Und als er diese sofort ausbezahlt erhalten hatte, da war der würdige Herr Oberlehrer übermütiger geworden, als der lustigste Quartaner. Er wollte sogar hinter dem Stier herlaufen, um diesen für seine tüchtige Attacke an seine Brust zu drücken.

Und dann legte er ein feierliches Versprechen ab, von nun an kein Rindfleisch mehr zu essen, damit ihm nicht etwa einmal ein Stück seines Heiratsvermittlers auf den Teller fame.

Var Hausdoctor

Wie befördern wir die Verdauung? Wie tragen wir zu einer guten Verdauung der genoffenen Speisen bei? Vor allen Dingen möchte man sagen, durch das regelmäßige Essen. Nichts ist wichtiger für die Gesunderhaltung unseres Magens, als das ftrenge Festhalten an den Mahlzeiten, nichts schädlicher für denselben, als das fortwährende Eſſen. Schwache Eltern, die ihren Kindern so oft während den Mahl­zeiten Backwerke, Süßigkeiten, ja selbst Butterbrote reichen, ahnen nicht, welchen Schaden sie ihnen dadurch zufügen. Zu einer guten Verdauung ist es notwendig, daß nach einer genoffenen Mahlzeit dem Magen Zeit gelassen wird, seine Verdauungsarbeit zu voll­enden, wozu er vier Stunden braucht. Unter diese Zeit sollte man ihm daher neue Nahrung nicht zuführen. Auch ist es ein un­fehlbares Mittel, den Magen zu verderben, wenn man ihm an verschiedenen Tagen heute zu dieser, morgen zu jener Stunde Nahrung zuführt. Es ist von sicher üblen Folgen, wenn man durch seinen Beruf zu solch unregelmäßigem Essen gezwungen wird. Appetitlosigkeit, Magendruck, Magenschwäche, Abmage­rung 2c. werden sich bald einstellen. Was ist nun von dem Schlafen nach dem Mittagessen zu halten? Bei nervös abgespannten Personen oder solchen, die ein entschiedenes Bedürfnis dazu fühlen, ist von einem kurzen Mittagschläfchen von etwa einer halben Stunde nicht abzuraten. Der Verdauung schädlich aber ist das stunden­lange ausgestreckte Liegen des Körpers nach der Mittagmahlzeit; Kindern ist jede Schularbeit kurz nach dem Essen streng zu unter­sagen, wie im allgemeinen jede anstrengende geistige oder körper­liche Arbeit für diese Zeit schädlich ist. Vorteilhaft trägt zu einer guten Verdauung auch eine gewisse Abwechslung des Küchen­zettels bei. Eine einförmige, noch so nahrhafte kost erweckt schließ= lich Abneigung und Ekel, während ein steter Wechsel der Speisen den Magen in anregender Tätigkeit erhält. Die Jahreszeiten, das Alter der Personen bedingen eine bestimmte Kost. Für den Magen eines Kindes sind alle gewürzreichen, pikanten Speisen zu vermeiden, Wein und andere geistige Getränke sind Kindern schäd­lich, weil sie den Magen überreizen. Auch der Erwachsene soll sie in mäßiger Menge genießen; er wird vielen Krankheiten vorbeugen, wenn er auf eine leichte Verdauung und Mäßigkeit hält.

Herztlicher Ratgeber.

Stillung von Nasenbluten. Nachdem die Nase von Blutgerinn­seln gereinigt ist, wird eine Glassprite voll Zitronensaft in fie eingespritzt. Dies Mittel soll die Blutung stillen, wenn alle anderen versagen.

Bei Lungenentzündung wird in England neuerdings sehr zweck­mäßig eine Herabsetzung der Betttemperatur durch Aufhängen von sechs bis acht kleinen Eimerchen mit Eis herbeigeführt, die an einem mit den Bettdecken bedeckten Drahtgestell befestigt werden, unter dem der Patient liegt. Die Berichte über die Wirkung dieser Kühlungsvorrichtung( auten sehr günstig.

Bei Ohnmacht empfiehlt sich Lockerung der Kleider am Halse und in der Taille( Korsett!), Lagerung ganz flach auf der Erde, Beine etwas anheben, Ansprigen mit faltem Wasser, Ammoniak­flasche unter die Nase halten. Sobald das Bewußtsein wieder­kehrt, 10 Tropfen Schwefeläther in einem Löffel Zuckerwasser. Ins Freie bringen!

Bei Krämpfen( erkennbar durch Zuckungen im Gesicht, be­sonders am Mundwinkel, Verdrehen der Augen, Zuckungen in den Armen und Beinen) wähle man Lagerung auf der Erde, möglichst frei und fern von Bänken und Wand, unter den Kopf eine Decke oder irgend einen weichen Gegenstand. Lockerung der Kleider. Ammoniakflasche unter die Nase halten.

Fremdkörper im Auge. Man versucht mit ein wenig naß gemachter Verbandwatte den Fremdkörper zu entfernen. Drückt der Fremdkörper unter dem oberen Augenlied, so läßt er sich zu­weilen durch sanftes Streichen des oberen Lides von außen nach der Nasenseite zu in den inneren Augenwinkel bringen und von hier aus leicht mit Watte auswischen. Gelingt dies nicht schnell. so ist, besonders bei Kindern, sofort zum Arzt zu senden. Ist Tinte in das Auge gespritzt, so werden kühle Wasserumschläge mit Ver­bandwatte gemacht.

Nr. 1

Samstag, den 2 Januar

1904

Oberbessische Familienzeitung.

Cägliche Unterhaltungs- Beilage

Dex

Gießener Neuefte lachrichten.

Bad und Seving bes Slogower Wari

( 30. Fortsetzung.

Der Werbeleutnant.

Historischer Roman von Clarissa Lohde.

Herr, mein Gott!" Justina fühlte die Füße unter ihrem Leibe zittern, fie mußte sich auf einen Stuhl setzen, um sich erst ein wenig zu erholen, ehe sie dem Rufe der Kinder folgte. Und als diese sich nun mit dem stürmischen Jubel­ruf: Der Vater kommt! Der Vater kommt!" an sie hin­gen, da konnte sie es doch nicht hindern, daß ihre Augen ſich von neuem feuchteten.

Warum weint die Frau Mutter?" fragte Hans Joachim Teise seine Barbe, als diese mit freudig strahlendem Gesicht die dampfende Morgensuppe hereinbrachte.

,, Warum anders," entgegnete die treue Bonne mit einem scheuen Blick auf die still am Fenster stehende Gebieterin, ,, als aus Freude über des Herrn Rittmeisters Heimkehr!" Aus Freude?" wiederholte der Knabe erstaunt. Kann man denn auch aus Freude weinen?"

Die Küchenmagd kam von draußen herein und fragte, ob der Bursche der Frau Rittmeisterin seine Meldung machen dürfe.

Frau Justina nickte.

Ins Kabinett des Herrn!"

Als aber Hans Joachim und Hildegard sich an ihre Knie drängten, um sie dorthin zu begleiten, wies sie sie strenge zurück, so daß sie verschüchtert zur Barbe zurückflüchteten.

,, Die Frau Mutter hat doch nicht aus Freude geweint," flagte der Knabe; sie ist so böse heute wie sonst noch nie."

Friz, durch seine Reiseerlebnisse gereifter und sicherer im Auftreten, begrüßte seine gnädige Frau mit der gehörigen Devotion. Er selbst strahlte vor Glück, daß er wieder in der Heimat war, wenn er auch heimlich noch manchen Seufzer im Gedenken an die hübsche Rose ausstieß.

Eine so schmucke, süße Dirn," wiederholte er sich oft, um aber gleich darauf als vernünftiger Brandenburger hinzuzusetzen: Aber es ging doch nun einmal nicht, und was nicht sein kann, darf man nicht beklagen."

Mit der Hand an der Müze meldete er untertänigst, der Herr Nittmeister lasse der gnädigen Frau seinen besten Gruß entbieten, er werde in wenigen Stunden selber hier eintreffen.

Jetzt erst bemerkte der ehrliche Bursche, wie blaß und verändert seine gnädige Frau aussah. Das wird meinem Rittmeister wenig gefallen, dachte er kopfschüttelnd.

Von wo kommt Er denn eigentlich her?" fragte sie. ,, Und warum ist der Herr Rittmeister nicht mit Ihm?"

Das wird der Herr Rittmeister der gnädigen Frau selber sagen," antwortete Friz mit der Hand an der Müze. Frau Justina biß sich auf die Lippen.

Es ist Ihm also verboten, mir Red' und Antwort zu stehen?" stieß sie ärgerlich hervor. Sage Er's nur frei heraus, es ist so?"

Der Herr Rittmeister wünscht der gnädigen Frau das alles selber zu sagen," beharrte der Bursche unbeirrt.

Frau Justina preßte das Taschentuch an den Mund und gab ihm das Zeichen, sich zu entfernen. Dann aber rief sie ihn noch einmal zurück.

Das wird Er mir doch aber sagen dürfen, ob das vor­

( Nachdruck verboten.)]

nehme Frauenzimmer noch immer bei dem Herrn Rittmeiſter ist, oder ob er allein nach Berlin kommt?"

Jegt brannten zwei rote Flecke auf ihren Wangen, ihre Augen hingen angstvoll an den Lippen des Burschen. Da schluckte dieser die bejahende Antwort, die ihm auf der Lippe schwebte, mitleidig hinunter und antwortete auch jetzt im Dienstton:

Verzeihen die gnädige Frau, aber der Herr Rittmeister wird selber

Schon gut," unterbrach sie ihn ungeduldig, ich weiß genug, Er kann gehen."

Friz gehorchte schweigend. Wie gern hätte er gesprochen, der Gnädigen gesagt, wie unrecht sie dem lieben Rittmeister mit ihrem Verdachte tue, aber er hatte den strengsten Be­fehl erhalten, zu schweigen, und durfte ihn nicht übertreten. Draußen im Stalle erwartete ihn schon Hans Joachim, um ihn nach dem Herrn Vater zu fragen und zuzusehen, wie er die Pferde striegelte.

,, Verrat Er's mir, Friz," bat der Knabe, was der Herr Vater im Sacke für uns hat. Er versprach uns, schöne Sachen mitzubringen."

Freilich, Junker, und schöne Sachen sind's auch," neckte der Bursche. Nürnberger Spielzeug allerlei Art, für den Junker ein Steckenpferd, für das kleine Fräulein eine Puppe." Hans Joachim zog die Lippe kraus.

Ein Steckenpferd? Das mag ich nicht; dazu bin ich zu groß. Der Herr Pate hat mir schon für den nächsten Sommer einen Pony versprochen, auf dem ich in Wustrau reiten werde."

Frizz lachte.

So, so so stolz ist der Junker schon geworden? Na, dann ist's vielleicht auch etwas anderes, was Er bekommen wird. Er muß nur abwarten und Geduld haben."

Geduld! Kinder haben eben noch keine Geduld, und so wußten auch Hans Joachim und die kleine Hilde nicht, wie sie die Stunden des Harrens hinbringen sollten. Wann kommt er denn, Barbe?"

Wie oft wiederholten sie diese Frage an diesem Tage, und immer erhielten sie die gleiche, sie wenig befriedigende Antwort:

,, Heute noch, oder wenn nicht heute, dann doch morgen." Morgen? Nein, morgen nicht!" schrieen dann die beiden einstimmig auf. Heute noch kommt er. Der Friz sagte bald, und bald ist heute."

Mit dem Munde die Frostblumen an den Scheiben auf­tauend, spähten sie hinaus in den trüben, kalten Wintertag. Da plöglich jubelten sie auf. Eine mit zwei Pferden be­spannte Kalesche fuhr vor der geschlossenen Gartentür vor. ,, Der Herr Vater, der Herr Vater!"

Frau Justina, die den Ruf hörte, wurde ganz bleich und preßte die Hand auf das Herz. Aber es war nicht der Ritt­meister, sondern das Fräulein v. Reisewitz, die Hofdame der Prinzeß Amalie, die sich durch einen Lakaien bei der Ritt­meisterin melden ließ.

" Herr des Himmels, was bedeutet das?" dachte Frau Justina, rasch ihre Pichelschürze, die sie als sparsame Haus­

d Wissen­

fleute und Belanut

7, und der

uen Lotal

immer der

Silh. Keller.

-моритше s} e} s} үлөрө