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ihres Gewerbes direkt zur Einkommensteuer heran­gezogen, während andererseits auch die Aktionäre aus ihren Einnahmen an Aktien dividenden die Einkommen steuer entrichten müssen. Es ist nicht allgemein bekannt, daß im Großherzogtum Hessen diese Doppelbesteuerung vermieden wird. Dort ist das Einkommen aus Aftien derjenigen Gesellschaften, die zur hessischen Einkommen steuer direkt herangezogen werden, von dieser Steuer befreit. Falls eine Aktiengesellschaft nur einen Teil ihres Einkommens in Hessen versteuert, so beschränkt sich für den hessischen Aktienbesitzer die Befreiung von der Einkommensteuer auf die entsprechende prozentuelle Quote, für welche die Gesellschaft selbst in Hessen steuer­

pflichtig ist. Betrachtet man die an der Frankfurter Börse notierten Aktien solcher Gesellschaften, so ergiebt sich als vollständig befreit von der Ein­tommensteuer für den hessischen Besitzer das Ein­kommen aus den Aktien folgender Gesellschaften: Mainzer Aftien- Bierbrauerei,

Weiger'sche Brauerei Aktiengesellschaft, Wormser Brauhaus vorm. Dertge,

Farbwerk Mühlheim vorm. A. Leonhardt& Co., Faber& Schleicher Aft.- Ges.,

Lederwerke vorm. Phil. Jak. Spicharz, Bank für Süddeutschland in Darmstadt.

der Gouverneur die Volksvertreter, die Gesetze im Geiste der Mäßigung zu beraten. Die Minister würden er­füllt von dem Geiste des Friedens und der Versöhnlich feit alles mögliche thun, um die Autorität der eng lischen Strone aufrecht zu erhalten. Er hoffe, die Volks­vertreter würden sich der parlamentarischen Verfassung würdig erweisen. Das Parlament nahm auch ein­stimmig und ohne Debatte eine Adresse an den König und die Konigin an, in der ausgeführt wird, daß alle stolz seien, dem großen englischen Reiche anzugehören und bereitwilligst für dessen Integrität eintreten.

Alle diese Gesellschaften arbeiten ausschließlich im Großherzogtum Hessen und werden dort für ihr ganzes Einkommen direkt zur Steuer herangezogen. Eine An­zahl anderer Gesellschaften versteuern in Hessen nur einen Teil ihres Gewinnes, und mit der entsprechenden Quote ist das Einkommen aus ihren Aktien für den Hessischen Besiter von der Einkommensteuer befreit. Eine derartige teilweise Befreiung fommt in Betracht( nach der Veranlagung für das Steuerjahr 1903/04) für das Einkommen aus Aktien der

Bank für Handel und Industrie 22.30 pt., Pfälzische Bank 12.22 pet.,

- Aus St. Helena wird gemeldet, daß 997

Buren darunter General Cronje mit Gemahlin, am 20. August nach Südafrika eingeschifft wurden.

Süddeutsche Bank in Mannheim 17.70 pCt., Allg. Elsäss. Bankgesellschaft 3 80 pct., Süddeutsche Eisenbahn- Gesellschaft 13.90 pCt., Aft.- Ges. für Handel und Schifffahrt Disch 83.30 pCt., Süddeutsche Immobilien- Gesellschaft 92.90 pct., Chemische Werke vorm. Albert 35.40 pбt., Verein Chemischer Fabriken Mannheim 25.50 pŒt. Die hessische Einkommensteuer ist progressiv und bewegt sich in Sägen von nicht ganz 2 pt. bis zum Maximum von nicht ganz 5 pt. Alle oben verzeich­neten Aftien gewähren also mittelbar dem Steuerzahler gegenüber dem nichthessischen mehr oder weniger ein Plus an Erträgnis, da der Nichthesse seine Dividenden­Einnahme voll versteuern muß.

Abermals eine deutschfeindliche Rede ist in Frankreich vom Stapel gelassen. Es wird Folgen des berichtet:

Giessener Cagesneuigkeiten.

** Verleihung. Der Kaiser hat dem Eisenbahn- Rug­führer a. D. Horn zu Friedberg, dem Eisenbahn­Weichensteller a. D. Ludwig Weis zu Allendorf a. d. L. und dem Eisenbahn- Wagenwärter a. D. Valentin Licht das allgemeine Ehrenzeichen verliehen. Privattelegramm der ,, Gießener Neust. Nachr." Die Ziehung der 6. Klasse der bessischen Landeslotterie ergab: Hauptgewinn von 200 000 auf Nr. 33 640( Offenbach), je 10 000 auf 5548 nach ( Offenbach), 12555( 2 nad) Mainz, 1/2 nach Orten­berg, Oberhessen), 4 Gewinne à 5000 auf 12 257, 19 683, 19 521, 20 678, 20 097, 27 970, 30981, 34 042, 36 949, 42 458, 52 238. Gewinne à 3000 auf 1605, 9819, 37 518, 41 668, 48.380, 54 339.

** Der Historische Verein für das Großherzogtum Hessen macht nächsten Montag, den 25. d., einen Aus­flug nach Gelnhausen, um die Pfalz, die Kirche und die alten Bauten in der Stadt zu besichtigen.

wegen Strafvollstreckung von Amtsgericht Groß- Gerau Philipp Wolf aus Harrheim( wegen Betrags" von Amts­anwalt zu Bensheim; Taglöhner Johann Wendelin Früh­sorger aus Rödelheim, Bäckergeselle Johann Emil Baldner aus Klein Steinheim, Karl Trost Ehe­frau, Dorothea, geb. Feſſelmann aus Grünberq.

Aus Hessen und Nachbargebieten.

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Wiesed, 21. Aug. Die Kranken- und Sterbekasse zu Wieseck( E. H. Nr. 9) hat in ihrer Generalversammlung die Auflösung der Kasse beschlossen.

a Wetzlar. Von der hiesigen Straffammer wurde vorige Woche der Lotteriekollekteur Ludwig B. aus Offen­bach wegen Anbietung eines 1/8 Loses der Großh. Hessischen

Landeslotterie zu 60 Mark Geldstrafe event. 12 Tage Ge­fängnis verurteilt. Die Offerte war an einen Optifer ge­richtet. Die hessische Lotterie ist bekanntlich in Preußen ver­boten. Ober- Roden, 20. August. Das siebenjährige Söhnchen des Landwirts Hitel von hier fand dieser Tage einen schrecklichen Tod. Auf dem Heimwege von der Schule versuchte dasselbe, den Rodaubach zu überspringen. Es sprang zu kurz und fiel rücklings in den Bach, wobei es mit dem Hinterkopfe mit voller Wucht auf die starken, den Bach umsäumenden Quader­steine aufschlug und infolge der schweren Verlegung nach furzer Zeit einen qualvollen Tod fand.

** Der Historische Verein für das Großherzogtum Hessen hat in jüngster Zeit wieder Ausgrabungen innerhalb des Klosters Lorsch vornehmen lassen, immer noch in der Hoffnung, den Sarg des im Kloster bestatteten Karolinger Königs Lud­wig des Deutschen zu Tag fördern zu können. Man hat früher wohl Steinfärge aus jener Zeit ge­funden, von denen man nicht weiß, wer darin begraben worden war, bei denen aber sicher erscheint, daß in ihnen der genannte König nicht bestattet wurde. Bei den neueren Ausgrabungen im Klosterbezirk wurde wieder kein Sarg gefunden, wohl aber in der Kirche die Grundmauern eines inneren Anbaues, der mög­licherweise der Beilegung von Särgen diente. Gegen­stände, die einen Schluß auf die frühere Bestimmung des Baues zuließen, wurden nicht gefunden. Von In­teresse sind die römischen Funde, die innerhalb des Klosterbezirks gemacht wurden und als Beweis gelten müssen, daß schon in römischer Zeit hier Bauten standen.

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Oberleutnant

Frankfurt a. M., 21. August. von Miquel im Dragoner- Regiment Nr. 15, ein Sohn des verstorbenen Finanzministers, wurde unter Verleihung des Charafters als Mittmeister verabschiedet. v. Miquel wurde im Jahre 1888 Offizier.

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Frankfurt a. M., 21. August. Die hiesigen Metzger beschlossen auch den Preis des stalb= fleisches zu erhöhen und zwar zunächst um fünf Pfennige das Pfund. Pfennige das Pfund.- Die Brauerei Kempff Aktien- Gesellschaft verteilt wie im Vorjahre 8 Prozent

Dividende.

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Frankfurt a. M., 21. Aug. Heute Mittag furz nach 12 Uhr entgleiste vor der Einfahrt in den Hauptbahnhof der Personenzug 894 Fulda- Frankfurt, der 12 Uhr 21 hier fällig war. Personen wurden nicht verlegt. Eine Unter­suchung wurde eingeleitet.

Einschränkung des weiblichen Beamtenpersonals. Nachdem ein Erlaß des Staatssekretärs des Reichspost­amts die Anstellung weiblichen Personals im Post- und Telegraphendienst eingeschränkt hat, sind die Behörden angewiesen worden, bei der Auswahl weiblicher Arbeits­fräfte größere Vorsicht zu beobachten. Anlaß zu dieser Verfügung hat die Wahrnehmung gegeben, daß bei dem weiblichen Personal Erkrankungen infolge der An­forderungen des Dienstes sehr häufig vorkommen, namentlich stellt sich bei Telephonistinnen leicht eine Alteration der Kopfnerven, allgemeine Nervosität und Blutarmut ein; ebenso ist das Bedienen der Schreib­maschine jungen Mädchen vielfach unzuträglich. An einer Dienststelle mußten beispielsweise sämtliche mit dem Schreibmaschinendienst betreuten Beamtinnen wegen Ueberanstrengung beurlaubt werden, um Heilung wegen Heberanstrengung beurlaubt werden, um Heilung für die im Dienste erworbene Nervosität zu suchen. Derartige üble Erfahrungen sind nicht nur mit jungen Derartige üble Erfahrungen sind nicht nur mit jungen Mädchen gemacht worden, die schon schwächlich in den Dienst traten, sondern auch mit solchen, welche sich bei der Uebernahme der Stellung der besten Gesundheit er­der Uebernahme der Stellung der besten Gesundheit er­freuten.

Straßburg, 21. Aug. Bei der anfäßlich des 32. Jahres­tages der Schlacht von Mars la Tour auf dem Schlachtfelde vor dem Monumente der gefallenen Franzosen stattgehabten französischen Gedenkseier, an welcher eine größere Anzahl französischer Generäle und andere höhere Offiziere, so wie sechs nationalistische Deputirte teilnahmen, hielt Bischof Turinaz von Nancy folgende chauvinistische Ansprache: Turinaz wandte sich zunächst an die der Feier beiwohnenden Elsaßlothringer und bemerkte, diese Elsaßlothringer hätten die Grenze überschritten, um troß der Kanonen der Deutschen, trotz dem Unglück, das noch immer ihr Land gefangen halte, hier auf französischem Boden ihre unerschütterliche Treue zum alten Vaterland zu bezeugen und durch ihr Erscheinen die stumme und doch so beredte Fragen zu stellen: Wie lange sollen wir noch warten, wann kommt ihr, um uns zu befreien? Turinaz habe dann weiter ausgeführt: Leider gebe es in Frankreich jetzt Leute, die das Vaterlandsgefühl, das sie hierher gerufen, vernichten wollen. Er verteidige eine heilige Sache, er sei der Bischof Lothringens, des Grenz­landes des Landes der Jeanne d'Arc. Wenn je eine Regierung kommen sollte, um die Vaterlandsliebe zu ertödten, so würde er ihr mit seinem Bischofsstabe den Weg versperren und ihr zurufen:" Halt! Nicht weiter!" Als man in der Deputirtenkammer zum Verzicht aufforderte, haben die Ab­geordneten aller Parteien gerufen: Niemals!" Solange Frankreich Helden zählt, wie einen Marchard, einen Gaut I, einen Foureau, brauche es nicht zu verzagen. Bei dieser Stelle sei der Zwischenruf: Nieder mit Jaures" erfolgt. Weiter habe noch der französische General Cuny eine An­sprache vorgelesen, welche mit den Worten schloß: Die Mit­fämpfer von 1870 sind hierher gekommen, um über die Mosel und die Vogesen hinweg ihren Brudergruß zu senden und zu sagen, daß die Hoffnung auf eine Zukunft, die die Nieder­lage der Vergangenheit wieder wettmachen soll, niemals er­sterben wird." Bischof Turinaz ist längst als excentrischer Mensch bekannt und braucht daher nicht allzu tragisch ge­nommen zu werden.

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Wie aus Kapstadt depeschtert wurde, ist dort am 20. August das füdafrikanische Parlament er­öffnet worden, und darf man hoffen, daß es durch die vom Parlamente zu beschließenden Geseze gelingen wird, das schwer darniederliegende Land bald wieder zu erheben. Unter den Gesezentwürfen wird sich eine Bill befinden, welche die Ermächtigung zur Aufhebung bestimmter Zölle und Steuern während eines durch Parlamentsnote festgesetzten Zeitraums giebt und die Einführung von Eingeborenen aus Asien mit Ausnahme englischer Unterthanen sowie die Einwanderung mittel lofer Personen und solcher, die an eckelerregenden und ansteckenden Krankheiten leiden, verbietet. Der Gouver­neur fündigt ferner zahlreiche Gesetzentwürfe an, betr. die Verbesserungen auf dem Gebiete der Eisenbahnen und anderer öffentlichen Arbeiten, sowie einen Entwurf, nachdem von der Kolonie eine Flottenabgabe von 50 000 Pfund erhoben werden soll. Schließlich ermahnte

** Frankfurt a. M., 21. August.( Striegsgericht der 21. Division.) Am 28. Juli verschand der Mus­fetier Simon der 1. Kompagnie 80. Inf.- Regts. ( Wiesbaden) von seinem Truppenteil. Am 6. Auguſt wurde er in seiner Heimat, Oberbiel Kreis Wezlar aufgegriffen. Als Grund seiner Entfernung gibt er an, er sei von einem älteren Mann schwer mißhandelt worden. Die Angabe, daß er von einem älteren Soldaten hat Mißhandlungen erdulden müssen, beruht nach den Ergebnissen eines in dieser Richtung ange­stellten Ermittelungsverfahrens auf Wahrheit. Es wird deshalb gegen Simon auf die geringste Strafe von 43 Tagen Gefängnis erkannt.

** Die Kreiskasse des Kreises Gießen, sowie die Provinzialkasse der Provinz Oberhessen befinden sich nunmehr im Regierungsgebäude, Brandplatz Nr. 9, Zimmer 2. Zahltage sind am Dienstag, Donners­tag und Samstag von 8-12 Uhr.

** Die 116er rücken morgen früh gegen 5 Uhr zum Brigadeererzieren zu Fuß nach Rocke­zum Brigadeeperzieren zu Fuß nach Rocke­berg aus.

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Darmstadt, 21. Aug. Der Großherzog traf heute Abend um 9.38 Uhr aus Bayreuth hier ein und fuhr nach einem Aufenthalt von 10 Minuten nach Schloß Wolfsgarten.

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Groß- Rorsheim, 18. Aug. Heute Mittag ver­giftete sich hier ein junges Mädchen von 20 Jagren in der Wohnung ihrer verheirateten Schwester mit Karbolsäure. Nach wenigen Minuten trat der Tod ein. Das Mädchen stammt aus besserer Familie von Rimbach i. Odenwald, und war seither in Darmstadt in Stellung.

** Viehmarktbericht. Der Dienstagmarkt war mit 1200 Stück Rindvich besucht. Der Markt ging recht flott, auch waren die Preise ziemlich gut. 1. Qualität Ochsen wurden mit 800-900 Mt. bezahlt, 2. Qualität mit 700-800 Mt., 1. Qualität Kühe mit 500 wif., 2. Qualität mit 400 Mt. und 3. Qualität mit 300 bis 350 Mt., Kälber 1. Qualität mit 70 Mt., 2. Qualität mit 60 Mf., Zuchtstiere mit 250-300 Mt. Am Mittwoch waren 200 Ochsen da, die zum selben Preis wie die am Dienstag abgingen. Schweine waren 726 vorhanden, die durchschnittlich 52 Pfg. pro Pfund vorhanden, die durchschnittlich 52 Pfg. pro Pfund fosteten.

** Vom Main, 20. Aug. Dec 22 Jahre alte Tage­löhner Matthäus Dürsch aus Lembach bei Haßfurt wurde von Burschen aus Weißbrunn, mit denen er in Streit ge­raten war, erschlagen. Gelegentlich der Erntetanzmusik in Leidersbach bei Sulzbach a. W. brachten sich 2 Burschen nach voraufgezogenem Wortwechsel gegenseitig tötliche Wesserstiche bei. Der eine der Burschen, der den anderen zum Fenster hinauswerfen wollte, erhielt nicht weniger Jenn 20 Stiche.

** In Amerika verstorbene Hessen. Im Alter von 80 Jahren starb in Newyork der frühere Importeur Samuel Stirn. Dec Verstorbene war in Mainz geboren und kam 1847 nach Amerita. Unerwartet verstarb am Herzschlag am 15. Juni in Delhi, Mich, Frau Maria Johanna Biebesheimer, geb. Lösch. Geboren am 23. Juli 1839 in Nordheim fam fie 1858 nach Amerika und verehelichte sich am 23. Juli desselben Jahres mit Philipp Biebesheimer. Nach einem Krankenlager von 7 Monaten starb im Alter von nahezu 56 Jahren Herr I. I. Will. Der Verstorbene stammte aus Hessen- Darmstadt, vor 16 Jahren kam er von Cleveland, Ohio, nach Los Angeles.

** Mainz, 20. August. Verhaftet wurde gestern Nachmittag auf dem Meßplatz der Metzger Georg Schuhmacher von hier, der vorgestern Nacht mit dem bereits festgenommenen Taglöhner Hch. Rikert von hier ein Mädchen in der Rheinpromenade über­fallen und beraubt hat. Außerdem haben die beiden vorher dem Taglöhner Steyer in der Rhein­promenade ohne jeden Grund in den Kopf gestochen. Sie werden sich deshalb vor dem Schwurgericht wegen Raubs, Notzuchtversuchs und Körperverlegung zu ver­antworten haben.

** Von hessischen Behörden werden steckbrieflich verfolgt: Tagelöhner Philipp Weingärtner aus Pfungstadt

** Mainz, 21. Aug. Heute wurden einem hiesigen Kaufmann 15,000 Wit. an Wertpapieren gestohlen. Die ganze Polizei ist aufgeboten, den Thäter zu ermitteln.

** Eine heitere Geschichte, die den enormen Fremden­zufluß in Mainz und Umgegend treffend kennzeichnet, wird in einer dortigen Zeitung erzählt. Kamen da zwei Damen mit einem 16jährigen Verwandten aus der weiteren Umgebung nach Mainz, um sich die Herr­lichkeiten der Kaisertage anzusehen." Frohen Mutes be­stieg man gen Abend einen der dem Kaiser entgegen­fahrenden Dampfer, während dessen Rückfahrt man sich riesig an der herrlichen Beleuchtung erfreute.- Das Schiff sollte um 10 Uhr in Mainz sein und da war ja noch genügend Zeit, den Eisenbahnzug, der unsere Fest­gäste nach der teuren Heimat bringen sollte, zu erreichen. Doch des Geschickes Wächte! Wohl war der Zug schon seit mehr als 15 Minuten den festlichen Mauern Moguntias entronnen, als die verzweifelten Rheinfahrer gegen 11 Uhr die Dampfer entleerten sich der Reihe nach endlich festen Boden unter die Füße bekamen.

Wie das einmal so ist im Leben: In scharfem Trab gings zum Bahnhof, in der Meinung, der Zug könne vielleicht doch noch da sein- allein er war fort und fort ist fort. Was machen wir nun? Im Hotel übernachten! Aüüberall, wo man nun anklopfte, that sichs zwar auf, aber Plazz war keiner mehr-

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