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Kommandos

vollendet und die Friedensarbeit in Südafrika wieder in Gang gekommen, da machen sich auch bei den Besiegten die Gefühle der Niedergeschlagen­heit und der Enttäuschung in leidenschaftlicher Weise geltend. Der unvermeidliche Rückschlag nach dem ersten frohen Aufatmen über das Ende der Kriegsschrecken ist eingetreten. Er wird sicherlich mit der Zeit über wunden werden, sofern nur die Engländer mit der ge­botenen Vorsicht und Milde die Besiegten an die neuen Verhältnisse zu gewöhnen verstehen. Schwerer wird es dagegen sein, die Zwiftigkeiten, die unter den Boeren selbst aus allerdings begreiflichen Ursachen entstanden sind, aus dem Wege zu räumen. Da ist es nun sehr begreiflich, wenn in diesem Zusammen­hange

Gerüchte von dem Rücktritt Milners auftauchen, der angeblich bevorstehen soll. Man weiß zur Genüge, wie sehr die Entfernung dieses Mannes aus Südafrika dazu beitragen würde, die Abneigung der Boeren gegen die neue Verwaltung zu mildern. Nach einer telegraphischen Meldung aus Johannes­burg ist die Bewegung unter den weißen Arbeitern im Wachsen begriffen, unterstüßt durch die Vereinigung der Bergarbeiter, welche vor kurzem gegründet wurde, hauptsächlich zu dem Zweck, das Vorgehen der Kapi­talisten zu überwachen. Die Vereinigung will ferner den weißen Bergarbeitern eine Vertretung im Parla­ment sichern und erstrebt eine Besserung der Zustände in den Bergwerken bezüglich der Ventilation und Schußvorrichtungen gegen Unfälle, sowie der Behand­lung in den Krankenhäusern und Regelung der Lohn­verhältnisse.

Giessener Cagesneuigkeiten.

** Audienzen. Der Großherzog empfing am 16. Juli u. A. den Provinzialdirektor der Provinz Oberhessen Dr. Breidert von Gießen, den Pfarrer Müller von Lauterbach.

** Ernennung. Der Regierungsassessor Paul Emmer­ling( Gießen) wurde mit Versehung der Stelle eines Poli­zeikommissärs für den Landbezirk des Kreises Offenbach vom 16. Juli ab beauftragt.

** Prof. Dr. Robert Haußner ist zum Ober­bibliothekar der Bibliothek der Technischen Hochschule zu Karlsruhe, sowie zum o. Professor der Mathematik ernannt worden.

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Tag hervorruft, beobachtete ich heute früh an einem| hiesigen Kornspeicher. Das leise Rascheln des nieder­fallenden Regens hatte die Mäuse desselben in freudige Bewegung versezt und Duzende von Mäusegeistern zum und -in die Dachziegel geschickt, Ausguck den diese, sie schlürften den göttlichen Tropfen - dem unteren überlassen wollte. der obere Dachziegel dem unteren überlassen wollte. ** Ueber die Eröffnung des Hotel Seipp schreibt man uns: Hotel- Restaurant Seipp feierte gestern Abend seinen Eröffnungstag mit splendidem Konzert der hiesigen Regimentskapelle und reichlichster Illumina­tion der großen Gartenanlagen. Flotte, temperament­volle Musik brachte die ungefähr 300 anwesenden Be­sucher in gehobene Stimmung und mancher da capo Wunsch zeugte von dem allgemein vertretenen musikali­schen Verständnis. Der flüssige Stoff und die Bedienung selbst bis zum späten Ende. Nicht waren vorzüglich selbst bis zum späten Ende. Nicht unerwähnt möge bleiben, daß die Aussicht von der Terrasse des Hotel Seipp gen Bieberthal- Gleiberg usw. die unbedingt sehenswerteste unserer Stadt ist- und den Naturmenschen noch zahlreiche durch Ueberzeugung treue- Jünger zuführen dürfte. ** Wegen Sicherung der Bauforderung en hat sich der Ausschuß des hessischen Landesgewerbevereins mit einem eingehenden Bericht an das Großh. Ministerium gewandt

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** Professor Sommer überbrachte dem Gynäkologen Geheimrat Hegar zu Freiburg i. B., welcher dieser Tage sein 50jähriges Doktorjubiläum feiern konnte, ein neues Diplom unserer alma mater Ludoviciana.

** Das Regierungsblatt Nr. 39, ausgegeben am 15. Juli, enthält den Landtagsabschied vom 11. Juli 1902.

** Im geräumigen Schaufenster des Herrn Kunstglaser Hirz, Seltersweg hat unser einheimischer Künstler Otto Friz eines seiner größten Genrebilder zur Ausstellung gebracht, worauf wir alle Kunstliebenden unserer Stadt aufmerksam machen.

** Regen, welche Wohlthat für Menschen und Tiere. Man schreibt uns: Welchen Durst ein heißer

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Aus Hessen und Nachbargebieten.

Lich, 10. Juli. Auch in diesem Jahre ist eine größere Anzahl Sommerfrischler zum Suraufenthalt hier einge­troffen. Den meisten gefällt es so gut hier, daß sich in den wenigen Jahren schon Stammgäste herausgebildet haben. Der größte Teil der Kurfremden ist aus Frank­furt a. Main.

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verbunden mit Königsschießen am 3. und 4. August auf dem Schüßenplate in der Brühls­bach ab.

Kirchhain, 15. Juli. Zum heutigen indvieh­markte waren ca. 450 Stück Großvieh und ca. 100 Kälber aufgetrieben. Der Handel war sehr flott und der Markt gegen 9 Uhr beendet. Zum Schweinemarkt waren auch ca. 400 Tiere aufgefahren, auch hier leb­hafter Handel. Für Saugferkel wurden 32-40 Mark pro Paar, für Läuferschweine 50-70 Mt. bezahlt.

Marburg, 16. Juli. Die hiesige Straffammer verur­teilte einen Handelsmann aus Frankenberg, der in Waldeck Rühe aufgekauft und auf dem Frankenberger Markt ohne Gesundheitsscheine verkauft hatte, zu 3 Tagen Gefängnis. Seine Einrede, daß es in Waldeck feine Gesundheitsscheine gäbe, nußte ihm nichts. Dann dürfe er das Vieh eben in Preußen nicht einführen.

Marburg. Der bisherige a. o. Professor Lic. theol, Dr. F. Wiegand in Erlangen wurde als etatsmäßiger a. o. Professor der Theologie nach hier berufen und wird diesem Nufe folgen.

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* Kinder unter zehn Jahren. Dieser Tage herrschte in einem Hause der Jahnstraße zu Frankfurt große Auf­regung. Das jüngste Kind, ein Mädchen von drei Jahren, fehlte. Erst am späten Abend wurden die Eltern von der Polizei benachrichtigt, daß das Kind gefunden sei, und der Vater holte es dann auf dem Revier ab. Das ist nun nichts Merkwürdiges. Kleine Kinder entfernen sich oft vom Eltern­haus und werden glücklicherweise in den allermeisten Fällen wohlbehalten wieder zurückgebracht. Merkwürdig ist aber, daß der ahnungslose Vater einen poli­zeilichen Strafbefehl von 1 Mt. erhielt. Es existirt nämlich nur wenige werden den Wortlaut tennen folgende Polizeiverordnung: Wer Kinder unter 10 Jahren oder andere der Beaufsichtigung bedürftige Personen, deren Nidda, 15. Juli. Vor 16 Tagen logierte ein Herr Pflege oder Beaufsichtigung ihm obliegt oder anvertraut iſt, eine angeblich von Würzburg stammende Dame in ohne genügende Beaufsichtigung läßt, wird mit Geldstrafe einer hiesigen Gastwirtschaft ein, welche die Badekur in bis zu 30 Mt. oder entsprechender Haft bestraft, wenn nicht Bad Salzhausen gebrauchen sollte. Am letzten Sonn- nach§ 368, 8 St.-G.-B. oder nach anderen gesetzlichen Be­tag ging fie aus; man glaubte, sie wolle an der Einstimmungen höhere Strafen zu erkennen sind," weihungsfeier der katholischen Kapelle teilnehmen Als sie nicht wiederkam, sah man genauer nach und ver­mißte eine goldene Uhr und einige Kleidungsstücke. Bei einem hiesigen Kaufmann entnahm dieselbe zwei Hüte und entwendete unterdessen 38 Mt. aus der Kasse. Bis heute hat man noch keine Spur von der Be­treffenden gefunden.

Rimbach, 15. Juli. Der Großherzog verlieh dem praktischen Arzt Medizinalrat Dr. August Winter das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen.

Wezlar, 16. Juli. Das Portland- Cement- Werk Weklar, vorm. Albrecht Stein u. Comp. hat heute einen bedauerlichen Unfall in seinem Betriebe zu ver: zeichnen. Der Arbeiter Ludwig Bernhard aus Naunheim geriet mit der linken Hand in das Getriebe der Steinbruchmaschine und verletzte sich derartig, daß ihm die Hand abgenommen werden mußte.

Weglar, 16. Juli. Die hiesige Kreisschüßen­gesellschaft hält ihr diesjähriges Fremden- Preis­

Klein- Kroßenburg, 15. Juli. Unser Mitbürger Christian empf, Besitzer des bekannten Gasthauses " Zur Mainlust", der schon in allen Weltteilen sein Glück versuchte, wurde abermals, trot seiner an­nähernd 70 Lenze, von unbezwingbarer Wander­lust ergriffen. Himmelfahrt 1901 kehrte er, von Jung und Alt begrüßt, aus Pretoria zurück, wo er sechs Jahre lang domiziliert war und die Schrecknisse des südafrikanischen Krieges teilweise mitkostete. Die Kriegs­wiccen entfachten in dem Greise die Sehnsucht nach seiner Familie. Nachdem aber jetzt der Krieg beendet ist, raffte er sich dieser Tage abermals zu einer Visite in Transvaal auf, um daselbst sein zurückgelassenes Eigentum an Immobilien 2c. zu veräußern und andere vermögensrechtliche Angelegenheiten zu ordnen.

Der Feldbergturm geht seiner Vollendung entgegen. Er ist nunmehr auch für das unbewaffnete Auge von Offenbach aus deutlich sichtbar. Dem Vorsitzenden des Taunusklubs ist die Mitteilung geworden, daß es nicht ausgeschlossen sei, daß der Kaiser der Einweihung bei­

Der eingestürzte Glockenturm von San Marco in Venedig.

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Der eingestürzte Glockenturm der Kirche San Marco in Venedig.

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Kaiser Wilhelm hat den Venetianern, die bekanntlich durch den Einsturz des Glocken­turms in San Marco in tiefste Trauer versetzt worden sind, einen schönen Beweis seines Mitgefühls gegeben, indem er durch den deutschen Consul in Venedig dem Präfecten seine Teilnahme aussprechen ließ. Das Telegramm lautete: Der Kaiser empfinde tiefste Teil­nahme wegen des Unglücks, das die Kunst, Italien und das von ihm verehrte und ge­liebte Venedig betroffen habe. Die Schuld am Gin­sturz wird jetzt von einigen Seiten den Stadtingenieuren von Venedig direkt beigemessen. Die schwere Anklage stützt sich darauf, daß die Ingenieure im Interesse der Loggetta des San Sovino einen Eingriff am Turm gemacht und dadurch den ganzen Campanile zum Wanken und Einsturz gebracht hätten. Die Ingenieure hätten, um die Loggetta vor dem Regenwasser, das vom Cam­panile herabrieselte, zu schüßen, eine Rinne in den Turm ge= graben, die oberhalb des Daches der Loggetta und parallel zu diesem verlief. Die künstliche Querspalte sei zu einer Zeit geschaffen worden, als der Mauerspalt, der sich von oben nach unten zog, bereits eine Tiefe von 30 Centimetern auf­wies. Den Turm habe man auf diese Art gewaltsam seiner Festigkeit beraubt. Diese Met­nung wird von mehreren Künst­lern und Privatingenieuren ge­

teilt. Ihr steht die Meinung der offiziellen Persönlichkeiten entgegen, welche behaupten, daß der Turm in seiner Masse längst verändert und das Gestein durchweg bröcklig war.

Amtlich wird noch aus Venedig mitgeteilt, daß man unter den Trümmern der Loggetta die herrliche Bronzethür, zwar in Stücke zerschlagen, aber doch in einem solchen Zustande fand, daß eine fünstlerische Vereinigung der einzelnen Teile möglich erscheint. Die Bruchstücke wurden dem Conservatorium des Dogenpalastes übergeben.

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