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wohnen wird, wenn dieselbe in der Zeit vom 17. bis 24. Auguft stattfinde. In voriger Woche ist die Spitze des Turmes, der römische Adler, aufgesetzt worden. Derselbe ist aus einem Sandsteinblock von 76 Zentner Gewicht gemeiselt, wiegt jetzt noch 16 Zentner und hat eine Höhe von 1,70 Meter. Ohne den Adler ist der Turm 35 Meter hoch. Die unteren Räume des Turmes bestehend aus zwei Zimmern und einer Küche, find zur Wohnung des Staſtellans beſtimmt. Diese Stelle, die viele Bewerber finden dürfte, wird wahrscheinlich an einen Militäranwärter bergeben werden.

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Sanan, 16. Juli. In Birstein wurde dieser Tage Zigeunern ein allem Anscheine nach gestohlenes Nind, ein Mädchen im Alter von 6-7 Jahren abge­nommen und die Zigeuner unter dem Verdacht des indesraubes verhaftet. Das Kind spricht gut hoch­Deutsch, benimmt sich gut erzogen, kennt die Ein­richtung eines Schlafzimmers ganz genau nud dergl. mehr. Ueber seine Herkunft weiß es jedoch nichts und die Zigeuner verweigern jede Auskunft darüber. Die über die Herkunft des Kindes angestellten Ermittelungen haben nun dahin geführt, daß eine Frau in Hannover, der seiner Zeit ein kleines Mädchen von Zigeunern gestohlen wurde, auf Donnerstag, den 17. Juli bor das hiesige Landgericht zur Agnoszirung des Kindes geladen worden ist.

Mainz, 16. Juli. Pech hatte gestern Morgen ein Mann, der einen Korb mit zirka 500 Eiern auf ein Köln­Düsseldorfer Boot bringen wollte; furz vor dem Landebock stürzte der Mann nämlich über die Scheere eines Hand­tarrens, der Korb mit Eiern fiel nieder und der Träger über ihn hinweg, so daß er buchstäblich in einer Eiersauce lag. Wer die" Rheinleute" fennt, wird begreifen, daß der Geschädigte für den Spott nicht zu sorgen brauchte.

Mainz, 16. Juli. Der durch den Brand in der Rheini­schen Brauerei in Weisenau verursachte Schaden wird auf 40-50 000 Mt. geschätzt. Das Gerücht, es habe eine Kessel- Explosion stattgefunden und 2 Brauburschen seien er­stickt, beruht auf Erfindung. Nur ein Feuerwehrmann wurde von der Hize betäubt und mußte nach Hause gebracht werden.

Worms, 16. Juli. Am 7. Sept. findet im Gewerk­schaftshause dahier die diesjährige Landesversammlung der hessischen Sozialdemokraten statt. Abg. Dr. David referirt über die bevorstehenden Landtagswahlen.

In Weisenau bei Mainz traf ein auswärts in Garnison liegender Artillerist in Begleitung eines Unteroffiziers auf Urlaub ein. Den Urlaub hatte sich der Soldat dadurch verschafft, daß er an seinen Kom­

pagniechef eine gefälschte Depesche des Inhalts richtete, den Vater habe der Schlag gerührt und er möge den Sohn nach Hause senden. Die Angabe fand schlechten Glauben, und als der mit Urlaubspaß Aus­gestattete mit seiner Begleitung hier ankam, war der Vater frisch und gesund und von keiner Strankheit heim­gesucht worden. Der Soldat mußte sofort wieder in feine Garnison zurück, und das Nachspiel dieses er­bärmlichen Streiches wird nicht ausbleiben.

Worms, 15. Juli. In einem Wagen 1. Klasse eines von Paris nach Versailles fahrenden Eisen­weihung bei bahnzuges wurde heute Vormittag gegen den hiesigen

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Arzt Dr. Ordenstein, ein Mordversuch be­gangen. Ein anständig gekleideter junger Mann brachte ihm mehrere Messerstiche in den Leib bei. Dem Heberfallenen gelang es, ein Notzeichen zu geben. Der Thäter wurde verhaftet, weigert sich aber, seinen Namen anzugeben.

Bingen, 14. Juli. Dieser Tage fiel einem Mainzer Herrn am Getreidespeicher ein Brillantring im Werte von 500 Mart in den Rhein. Der Verluftträger hat 100 Mt. als Belohnung für Wiedererlangung des Ringes ausgesetzt. Der Nibelungenhort ist also wieder um etwas reicher geworden.

Vermischtes.

Trier, 16. Juli. Der anscheinend wildernde Gemeindeförster Wintrat wurde im Forste Schwarz­bruch bei Saarburg durch den königl. Förster König erschossen.

Leipzig, 16. Juli. Der bei einer hiesigen Roh­tabakfabrik als Prokurist beschäftigt gewesene, 1847 in Bahr bei Bremen geborene Heinrich Friedrich Wohlers hat 240,000 Mark beruntreut und ist seit dem 10. Juli flüchtig. Bücherfälschungen usw. sind von 1898 ab festgestellt.

Die Beweisaufnahme im Leipziger Landprozeß ist gestern endlich beendet worden. Die Sigung wurde auf heute Donnerstag vertagt.

Ludwigsburg, 14. Juli. Zwischen Neckarweihungen und Marbach wurde gestern Abend ein Heizer, Vater von fünf Kindern, von jungen Burschen im Streit erschossen. Göttingen, 16. Juli. Eine Mißgeburt seltener Art hat der Bäckermeister Albrecht in Herbershausen dem naturwissenschaftlichen Museum eingeschickt. Es ist ein Hühnchen mit drei Augen, drei Köpfen und drei in einen Schlund führenden Schnäbeln. Das Tierchen lebte nur wenige Augenblicke.

* Das unsittliche Baden. Wie aus Neuß berichtet wird, wurde ein Gesuch des dortigen Schwimmvereins an das dortige Stadtverordneten- Kollegium um Ge­währung einer Subvention von 150 Mr. von der in der Stadtverordneten Versammlung dominierenden schwarzen Heinze- Garde abgelehnt mit folgender Moti­vierung:

1. sei der Antrag nicht genug begründet gewesen und 5. könnte man doch auch nicht einsehen, daß der Verein in sittlicher Beziehung eine segensreiche Thätigkeit entfalte. Es diene doch wohl nicht zur Hebung der Sittlichkeit, wenn Knaben mit dem nackten Körper und nur mit einem dünnen Badehöschen bekleidet, sich im Wasser umhertummelten und gegenseitig mit Blicken bemessen könnten.

Muß die Sittlichkeit dieser Stadtväter ein gebrech liches Ding sein! Die baden wahrscheinlich im Winter­paletot.

* Der Brand in Schliersee dürfte auf seinen Herd beschränkt sein.

* Mährisch- Ostrau, 16. Juli. Der bekannte Arbeiter­führer Solarz hat sich heute mit seiner Geliebten erschossen. Das Motiv zu dieser That ist unbekannt.

thaler Alpen ist der Lehramts- Kandidat Hugo Schramm * Innsbrud, 16. Juli. Vom Diperer in den Ziller­abgestürzt. Er war sofort tot.

Kinderelend in der Großstadt. Eine ergreifende Szene hat sich dieser Tage auf einem Pariser Kom­missariate abgespielt: Lumpensammler brachten dorthin ein Mädchen von noch nicht dreizehn Jahren, das sie halbtodt bor Hunger dorts elbst auf der Straße gefunden hatten, wo es in den Kehrichthausen nach weggeworfenen Nahrungsmitteln suchte. Schrecklich klingt die Geschichte, welche die kleine dem Kommissar erzählte. Sie stammte aus Marseille. Ihr Vater, ein Trunkenbold, zwang das Kind zum Betteln und ver­faufte es schließlich an die Matrosen im Hafen. Das Kind, das in seiner Frühreife das Entsetzliche seiner Lage vollkommen begriff, fand Mittel zur Flucht. Ohne einen Gentime gelang es ihm, sich in einen Zug Ohne einen Centime gelang es ihm, sich in einen Zug nach Paris einzuschmuggeln und die Kontrolle am Pariser Bahnhof zu täuschen. Zehn Tage irrte es dann in der schrecklichen Großstadt herum, ohne Obdach fallen zusammensuchte. und ohne Nahrung als das, was es sich aus den Ab­

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* Rom, 15. Juli. Der italienische Kreuzer Carlo Alberto" erhielt in der vergangenen Nacht die ersten sehr flaren Depeschen mittels drahtloser Telegraphie von der Station Boldhu in Cornwall. Es handelt sich um die ersten Versuche auf eine Entfernung von 1600 Meilen englischen Meilen in gerader Linie über Land. Die Versuche sind von großer Bedeutung, weil ein neuer, vor 2 Monaten von Marconi erfundener Empfangsapparat versucht wurde, der so arbeitet. daß" Carlo Alberto" Depeschen empfängt, ohne daß es den drahtlosen Stationen an den englischen

* Im Koffer dem Erstidung stote nahe. In Wiesbaden war ein fünfjähriger Junge beim Berspeckspiel in einen zum Baden für die Abreise be­reitstehenden leeren Koffer gekrochen und hatte den Deckel berehrte und ge hinter sich zuklappen lassen. Nur einem glücklichen Zu­betroffen habe. fall war es zu danken, daß der Vater des Knaben nach uld am Ein langem Suchen nach dem Jungen, an den Koffer kam gt von einigen und diesen öffnend, den Vermißten in bewußtlosem Zu­Stadtingenieuren tande vor sich liegen sah. Die von einem rasch herbei arbeitet noch bei Nacht besser, als bei Tage, doch hat Mar­irekt beigemeffen. gerufenen Arzte angestellten Wiederbelebungsversuche Inklage fügt fibaren zum Glück von Erfolg. coni

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gleichmäßig arbeitet. Marconi unternahm Schritte zur Er­

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richtung einer Station in Italien, die mit England, Kanada, treten soll. Marconi glaubt, daß es ihm nächstens gelingen den Vereinigten Staaten und Südamerika in Verbindung wird, um die Erde zu telegraphiren. * London, 16. Juli. Drei aus Südafrika zurückge. toupee während der Fahrt nach London mit einem Zivilisten fehrte Soldaten gerieten gestern Abend in einem Eisenbahn­in Streit. Sie warfen denselben durch das Fenster auf das Bahngeleiſe, wo er sterbend aufgefunden wurde. Eine Untersuchung ist eingeleitet.

Hochschulnachrichten.

Halle a. S. Nach amtlichem Nachweis studieren im laufenden Sommersemester 1902 an der Universität Halle 213 Landwirte von Beruf.

Neueste Nachrichten.

Gießen, 17. Juli. Zum Reftor der Landesuniversität für das Rektoratsjahr 1902/03 wurde Herr Profeffor Dr. Krüger gewählt.

Berlin, 17. Juli. Wegen Veröffentlichung der so­genannten Hunnenbriefe wurde gestern der Redakteur des Vorwärts, Schröder, zu vier Monaten Gefängnis

berurteilt.

Kiel, 17. Juli. Das Berliner Tageblatt meldet aus Kiel: Das Linienschiff Kaiser Wilhelm II. erlitt auf einer Uebungsfahrt in der Nordsee einen dreimaligen Kesselrohr­bruch. Der Geschwaderchef Prinz Heinrich ließ das Schiff ausscheiden und nach Kiel in Reparatur beordern, die drei Wochen in Anspruch nehmen wird.

Innsbruck, 17. Juli. Auf dem Berge Kulk bei Kulm in Mittel- Steiermark wurde wie aus Graz telegraphirt wird, gegen 10 Uhr Abends ein heftiger Erdstoß mit unterirdischem Rollen und später noch ein fürzerer Stoß mit entferntem Donnerrollen verspürt.

Venedig, 17. Juli. Gestern Nacht löste sich vom Palazzo Reale eine der Marmorplatten zwischen den Fenstern und stürzte nieder, grade als eine Frau die Stelle passirte. Die Frau erlitt schwere innere Verlegungen. Der beschädigte Teil des Palazzo muß demolirt werden. Die Nord- Fassade der Libreria ist durch die Erschütterung derart in Mitleiden­schaft gezogen, daß ihr Gefahr droht. Aus Sicherheits­gründen wurde gestern auch der Dogen- Palast abgesperrt. Troß der Trauer hat sich rasch ein neuer Industriezweig gebildet der Handel mit Mauerresten des Campanile, die aber alle unecht sind, da die Unglücksstätte streng bewacht wird. Engländer und Amerikaner zahlen die höchsten Preise für solche Bruchstücke. Der 83jährige Ingenieur Wend­panile vorausgesagt hat, erklärte ebenfalls, daß ben lezten rasco, der seit 10 Jahren den drohenden Einsturz des Cam­Anstoß zum Einsturz die Ausschlißung einer ganzen Turm­seite zur Einsetzung eines Traufsteines gegeben hätte, dessen Einfugung ins Mauerwerk verhindern sollte, daß das Regen­wasser in die vorhandene Mauerspalte dringt. Diese Rettungsarbeit sei geradezu sinnlos ausgeführt worden.

Paris, 16. Juli. Dr. Ordenstein ist heute Vor­mittag 10 Uhe seinen schweren Verlegungen erlegen. London, 17. Juli. Sir Arthur Lawley, bisher

Gouverneur von West- Australien, ist zum Gouverneur von Transval ernannt worden. Bis jezt war Lord Milner außer Oberkommissar von Südafrika Gouverneur von Transvaal und der Oranje- Kolonie. Milners Re­giment hat also nur furze Zeit gewährt.

New- York, 17. Jult. Die Zahl der Verunglückten bei der Explosion auf der Daly- Westmine wird neueren Nachrichten zufolge auf 150 geschäßt.

Gestorbene.

Am 17. Juli: Marie Noll, geb. Löber ,, 68 Jahre alt, Rentnerin dahier.

Zirkus Walles. Gestern abend gab der Zirkus Walles sein erstes Gastspiel hier in Gießen. Die Leistungen sind durchweg recht gelungen. Die Pferde-, Esel-, Hunde- und Ochsendressuren entsprechen ganz den Anforderungen, die man an einen modernen Zirkus zu stellen berechtigt ist. Auch bietet er so viel des Interessanten, daß es jedem Freunde der Pferdedressur und anderen Zirkusfreunden warm zu empfehlen iſt ist, den Vorführungen des Zirkus beizuwohnen. Wie wir hören, gedenkt der Zirkus nur noch bis Montag hier zu bleiben.

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en Eingriff am cht und dadurch Campanile zum Einsturz gebracht Ingenieure hätten, ggetta bor dem das bom Cam clefelte, zu fügen, in den Turm ge Serhalb des Daches und parallel zu Die fünftliche i zu einer Zeit orden, als der Der fich von oben Bog, bereits eine Centimetern auf Turm habe man gewaltfam feiner caubt. Diefe Me on mehreren fünf batingenieuren ge Beftein durchweg en, aber body in Des Dogenpalafte

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Gießen, Neuenweg 28, im Gasthaus zum Löwen.