der Gerechtigkeit, Tolerenz und Freiheit zu dienen habe. Die liberalen Blätter nehmen von diesem politischen Testament unter Zeichen höchster Befriedigung Notiz.
* Im österreichischen Abgeordnetenhause wurde das Verbot des Termin handels vom volkswirtschaftlichen Ausschuß angenommen.
* In politischen Kreisen Belgiens verlautet, der Graf v. Flandern, Bruder des Königs, verzichte auf die Thronselge, sodaß dessen Sohn, der mit einer bahrischen Prinzessin verheiratete Prinz Albert von Belgien der designierte Thronfolger iſt.
* Die Zulassung ber serbischen 60 Millionen- Anleihe an der Pariser Börse ist sichergestellt.
* Caracas ist wieder die Hauptstadt und der Regierungssig von Benezuela.
Vermischtes.
V[ Rüdgang des Frauenstudiums?] Jm laufenden Wintersemester haben sich an der Berliner Universität nur 405 Frauen immatrikulieren lassen. Im verflossenen Wintersemester waren zur selben Zeit 524 verzeichnet. Zum Teil ist dieser Rückgang darauf zurückzuführen, daß weniger Russinnen zugelassen werden; auch sind die Zulassungsscheine für Deutsche von 5 Mt. auf 6 Mk. und für Ausländerinnen von 6 Mr. auf 12 Mt. erhöht worden. Immerhin läßt sich ein endgiltiges Urteil vorläufig noch nicht fällen, da die Zulassung bis zum 27. November gestattet ist und die Zahl sich bis dahin der Höhe des verflossenen Wintersemesters, nämlich bis zu 634, mehr nähern kann.
£[ Eine Musterbahn.] Die vor kurzem eröffnete Eisenbahn von Lodz nach Kalisch( preußische Grenze) hat bereits den Betrieb einstellen müssen für einige Tage", wie es in dem amtlichen Bericht heißt. Dieser ganze Bahnbau," so schreibt ein Lodzer Blatt ,,, erinnert an jenen Lehrjungen, der zu seinem Meister sagte:„ Meister, die Arbeit ist fertig soll ich sie gleich flicken?" Die LodzKalischer Bahn muß auch schon geflickt" werden, weil die Brücke über die Warthe bei Sieradz ,, einige Mängel" aufweist. So unbedeutend können die ,, Mängel" nicht sein, sonst hätte man nicht plöblich den ganzen Verkehr eingestellt, um einen gründlichen Umbau vorzunehmen.
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Sihung der Stadtverordneten.
Gießen, 13. November.
Rolle spielen, er habe daber mit dem Vorsitzenden des Nord- Ost- Vereins, Herrn Friedberger, verhandelt und diesem nahe gelegt, für die Verwirklichung des Projektes einer Personenhaltestelle im Norden von den In teressenten einen baren Zuschuß von 35 000 Mark nämlich die Hälfte der Kosten der Anlage des Bahnhofes selbst zu erwirken. Die andere Hälfte dieser Summe sowie die jährlichen Betriebskosten, sowie die sonstigen finanziellen Opfer, die der Eisenbahnfiskus verlangt, sollte dann aus allgemeinen Mitteln ge tragen werden. Der Nord- Ost- Verein bat den Zuschuß aber abgelehnt. Die Finanz Deputation, welche fich nunmehr mit der Frage be schäftigte und diese eingehend beraten hat, schlägt der Versammlung vor, zu beschließen:
Vor Beginn der Sizung hatten sich gestern etwa 25 Zuhörer, Bürger aus dem nordöstlichen Teil der Stadt, im Sigungssaal cingefunden. In der Bürgermeisterei waren nicht Stühle genug aufzutreiben, um jedem der Erschienenen einen Platz anweisen zu können. Auf der durch die Zeitungen befannt gegebenen Tagesordnung stand gerade nichts besonderes, welches das Interesse der Nordöstler hätte erregen können, aber in der Stadt ist es bekannt geworden, daß die Kasernenfrage und die Frage des Nordbahnhofes für unsere Stadt für die ge= heime Sigung zur Beratung stand und die Zu hörer, die trotzdem gefommen waren, hatten die Nechnung ganz richtig gemacht; wie der Verlauf der Sitzung bewies, gab es recht viel Interessantes zu hören. Gleich nach 4 Uhr eröffnete Bürgermeister Mecum die Versammlung, er widmete den beiden verstorbenen Kollegen Beigeordneten Grüneberg und Stadtv. Dr. Fuhr einen warm mpfundenen Nachruf, indem er hervorhob, daß der verewigte Grüneberg 25 Jahre der städtischen Verwaltung ununterbrochen angehört hat und stets mit großem Pflichteifer und mit Treue an den Arbeiten im Interesse der Bürgerschaft sich beteiligt habe. Stadv. Fuhr gehörte erst seit 1899 der Versammlung an, er habe, so lange er gefonnt habe, selbst noch als er schon schwer leidend war, an den Beratungen der Versammlung teilgenommen. In ihm sei ein Mann heimgegangen, dessen weitgehende Nächstenliebe, die er stets bethätigt, ihm in weiten Kreisen unsere Bevölkerung ein ehrendes Andenken über das Grab hinaus fichere. Die Versammlung ehrt das Andenken der beiden Verstorbenen durch Erheben von den Sitzen. Der Vorsitzende verliest ein
[ Unterricht im Mäusefang.] Der Nidwaldnerische Bauernverein in der Schweiz läßt in seinem Organ eine Einladung an die Landwirte zur Beteiligung an einem Kurse ,, zur Erlernung des Fangens und Vertilgens aller Art von Mäusen" ergehen. Die Berechtigung eines solchen Kurses, der das Neueste auf dem Gebiete der landwirtschaftlichen Berufsbildung sein dürfte, läßt sich bei der heurigen Mäuseplage nicht in Abrede stellen.
[ Gefahren des Austerngenusses.] Jean Richepin, der bekannte französische Dramatiker, ist nach dem Genuß von Austern schwer erkrankt. Er wurde von einem typhusähnUchen Fieber befallen, das nicht ganz unbedenklich ist. Der Gaulois" erzählt bei dieser Gelegenheit, daß er unlängst von einem bekannten Arzt erfahren habe, daß nicht nur verdorbene, sondern auch ganz frische Austern gefährlich werden und die Gesundheit des Austernfreundes arg schädigen können. Vor einiger Zeit war auch Léon Daudet, der bekannte Romanschriftsteller, nachdem er Austern gegessen hatte, sehr krank.
[ Die Familie im Drama.] Im Pariser ,, Théâtre Antoine" wird seit Montag ein älteres Stück von Gaston Devore, das dreiaktige Drama ,, Hilbschwestern" mit groBem Erfolge aufgeführt. Der ,, Figaro" weist nun darauf hin, daß dieses Stück die Serie der Familienstücke in der neueren französischen Litteratur glücklich zum Abschluß bringe vorläufig wenigstens. Man hatte in Frankreich bereits ,, Die Großmutter" ,,, Den verschwenderischen Vater" ,,, Die feindlichen Mütter" ,,, Bébé" ,, Den natürlichen Sohn", Ihre Töchter"," Den Onkel Célestin" ,,, Meine Kousine" und ,, Meine Schwiegertochter". Fehlten nur noch die Halbschwestern", die jetzt endlich auch eingetroffen sind.
Kurzes Allerlei. Die theologische Fakultät in Zürich ist einer Krisis nahe, die eine Folge der Geldklemme ist. Die zehn Lehrkräfte beziehen nämlich gewiß bescheiden genug eine Besoldung ron im ganzen 34 000 Frcs. Nun ist aber die Frequenz seit Jahren bedenklich schwach: 10 bezw. 11 Zuhörer in den beiden letzten Semestern, so daß sich zu einer Vorlesung im Durchschnitt 4-5 Studierende einfinden. Die Butgetkommission des Großen Rates erwägt daher, ob sich unter solchen Verhältnissen diese ,, hohen" Ausgaben rechtfertigen.
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Die Bahnhofsfrage für Nord- Ost foll so lange durch den Bürgermeister nicht weiter betrieben werden, bis die Interessenten sich zur Ucbernahme der Hälfte der Kosten der zu schaffenden Bahnhofsanlage bereit erklärt haben und demgemäß bitte der Bürgermeister die Versammlung zu b schließen. Stadtr. Hanau bittet, aus den Akten die Beschlüsse der Versamm'ung die in früheren Jahren in dieser Angelegenheit gefakt murden, mitzuteilen. Daraus geht hervor, daß die Vrsammlung mit der Frage eines zweiten Bahnhofs in der Schwarzlach sich bescäftigt hat
Danfschreiben des Assessor Schlosser, für die diesem von der Versammlung bewilligte Remuneration für dessen Thätigkeit in der städtischen Verwaltung. Weiter teilt der Bürgermeister mit, daß mit der Bestimmung den Betrag zu verwenden, zur Verabreichung von warmem Frühstücks an bedürftige Schulkinder der Vogel- und Geflügelzuchtverein Gießen und Umgegend der Bürgermeisterei 36 MF 50 Pfg, als den Üeberschuß seines gefeierten 5jährigen Stiftungsfestes, überwiesen hat. Weiter wird mitgeteilt, daß die Sektion Gießen des Vogelsberger Höhenflubs für den auf dem Taufstein projektierten Bismarckturm eine Sammelliste übersendet hat, die der Bürgermeister zur Zeichnung von Beiträgen unter den Stadtverordneten zirkulieren läßt. Hierauf nimmt Stadtv. Orbig das Wort und beantragt Punkt 29 und 30 der heutigen Tagesordnung der für die nicht öffentliche Sigung zur Beratung steht,
Dem König Eduard von England wurde bekannt gemacht, daß man bei Brighton einen Stör von 7 Fuß und 4 Zoll Länge gefangen habe. Nach einem alten Gesetz aus der Regierungszeit des Königs Eduard II. gehören alle Walfische, Störe und merkwürdigerweise auch die Wracks an der Küste dem Souverän. Alle Störe, die in der Themse oberhalb London Bridge gefangen werden, gehören dagegen dem Lordmayor von London.
Bunte Chronit. Auf der Eisenbahnstrecke Sachsenhausen- Goldstein fand ein Versuch mit einer Erfindung zur Verhütung von Eisenbahnzusammenstößen statt. An den Lokomotiven zweier Züge waren Apparate angebracht, die ein Alarmsignal abgaben, als sich die beiden Züge auf eine gewisse Entfernung genähert hatten. Dann konnten die Führer in telephonische Verbindung miteinander treten. Mr. Harry Pannure, ein Londoner Patrizier, hat in seinem Testament Kaiser Wilhelm als Erben eingesetzt. Es sollen nämlich aus der Hinterlassenschaft Mr. Pannures dem Monarchen ein Bootswagen, dessen Taufe seinerzeit Kaiser Friedrich beiwohnte, und ein sogenannter Schießwagen zur Annahme angeboten werden.
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zum ersten Male 1886, dann 1 Jahr später, dann 1893, weiter 1898 und im Jahre 1901. Die Versammlung hat sich stets für die Schaffung eines zweiten Bahnhofs ausgesprochen;
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von einer Kostenübernahme aus allgemeinen Steuermitteln steht aber in den Akten nichts, wohl hat die Stadtverordnetenversammlung 1901 sich bereit erklärt, die Zufuhrwege zum Bahnhof anzulegen. Stadtv. Krumm ist der Ansicht, daß an der Kostenfrage die ganze Sache sicher nicht scheitern wird, umsomehr, als es nur 35 000 Mt. seien, die die Interessenten aufzubringen haben. Er fönne sich nur für den Antrag der Finanzdeputation aussprechen. Stadtv. Schmall erklärt, daß er in der vorliegenden Frage mit seiner Ansicht nicht einig gehe mit der seiner Kollegen in der Kommission. Es müsse doch anerkannt werden, daß das Wallthor durch die Unaunst der Verhältnisse ins Hintertreffen geraten sei. Man möge doch die Bahnhofsfrage resp. die Verwirklichung oder Weiterbetreibung derselben nicht von einem zu gewäh renden Zuschuß von Interessenten abhängig machen. Es sei swer, einen Modus zu finden, wie viel der Einzelne der Beteiligten zu diesem Zuschuß beizutragen habe, es sei über haupt nicht möglich zu ermessen, wie groß das Interesse jedes Einzelnen in der Gegend des Nord Ostend. Wenn für den Stadtteil der Bahnhof nötig, vorteilhaft und ersprießlich sei, dann sollte die Allgemeinheit die ganzen Kosten auch tragen, welche die Anlage kostet.
öffentlich zu verhandeln. Stadtv. Hanau unterstützt diesen Antrag und bemerkt dazu, er sehe gar nicht ein, warum man eine Frage, die die Bürgerschaft seit Jahren mit dem regsten Interesse verfolgt, heimlich abthun soll. Beigeordneter Georgi erklärt, er sei ebenfalls für die Oeffentlichkeit,
In Sosnomie in Oberschlesien soll ein nihilistisches Komplott entdeckt worden sein. 6 Personen wurden verhaftet.
In Straßburg geht das Gerücht, daß eine geistig gesunde Witwe, die mit einem einflußreichen Bürger Beziehungen hatte, auf dessen Veranlassung widerrechtlich in eine Frrenanstalt gebracht worden sei.
Bei der Wenzelskasse in Prag sind jest 7 Min. Kronen Defizit konstatiert worden.
in so weit durch eine solche Verhandlung städtische Intressen nicht gefährdet werden.
Ein Automobil, in welchem der amerikanische Botschafter am italienischen Hofe mit seiner Frau und einem Chauffeur saß, überfuhr in Brozzi einen achtjährigen Knaben, der sterbend ins Hospital gebracht wurde.
Bürgermeister Mecum bemerkt, daß über Punkt 29 der Tagesordnung
Erbauung einer Kaserne in der Grünbergerstraße
die Finanz- Deputation zwar beraten habe, sich aber noch nicht schlüssig habe machen können und daher diese Angelegenheit noch vertagt werden müsse. den andern Punkt anbetrifft, der
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Viele fleine Gemeinden bringen Opfer für die Anlegung einer Eisenbahnstation. Marburg sei der Bahnhof Süd zum Segen gereicht, wenn auch in dessen Nähe eine B baung des Geländes bisher nicht angängia sei. Für die Fort setzung der Bieberthalbahn habe man aus städtischen Mitteln 60 000 Mt. bewilligt. Er wolle nur daran erinnern, wie viele Opfer der Stadt im Laufe der Zeit aufgenötigt seien mit der Motivierung, man müsse mit der Wurst nach der Specseite werfen, die lettere aber sei bisher noch au geblieben, wenigstens er habe von dem Speck noch nichts bemerkt. Stadiv. Wallenfels ist auch der Ansicht, die gesamten Kosten des Bahnhofs Nord auf die Allgemeinheit zu übernehmen. Es liege nicht ein Interesse eines einzelnen Stadtteiles vor, sondern die gesamte Stadt habe den Vorteil von einem zweiten Bahnhof bei unserer Stadt. Es sei auch gerecht und billig, dem Nordende beizuspringen, denn für die anderen Stadtteile sei in den legten 20 Jahren unendlich viel auf Kosten der Allgemeinheit geschehen. Stadtv. Haubach hat die gleiche Auffassung wie sein Kollege Schmall. Für ihn sei die Frage allein maßgebend: Ist die geplante Haltestelle notwendig, ist sie zum Vorteil auch nur für einen Stadtteil? Spricht man sich darüber bejahend aus, run gut, dann hat man aber auch kein Recht, von jenem Stadtteil einen Extrazuschuß zu den Kosten zu verlangen. Im Süden werden die Kliniken erbaut, zu denen die Algemeinheit 200 000 Mt. hergegeben hat und es sei feinem Menschen eingefallen von jenem Stadtteil, der auch allein den Vorteil davon hat, einen Extrabeitrag dafür zu vers langen. Herr H. macht auf die Konsequenzen aufmerksam, die man später ziehen müsse, wolle die Versammlung den Antrag der Kommission zum Beschluß erheben. Stadtv. Hanau weist darauf hin, daß Niemand jetzt schon sagen fönne, wer von den Grundeigentümern in der Schwarzlach durch den Bahnhof einen nennenswerten Wertzuwachs zu er warten habe für seinen Grundbesiß; um dies zu ermessen, müsse der Bauplan für den Stadtteil erst aufliegen und dies sei nicht der Fall. Er wolle aber noch darauf hinweisen: Der größte Grundbesizer sei die Stadt selber, dies scheinen die Herren in der Finanzd putation nicht gewußt zu haben, sonst wäre deren Beschluß etwas anders ausgefallen. Es sei in Gießen noch nie Gepflogenheit gewesen, in der hier vorgeschlagenen Art die Kosten eines gemeinheitlichen Unternehmens, welches sich als nötig erweist, zu verteilen. Die Anlage der Löberstraße habe aus allg meinen Mitteln allein 51 000 Mt. gefoftet. Die Ueberwölbung des Bruch grabens, die nur allein den Anliegern zum Vorteil gereiche. Die Kosten dafür seien aus allgemeinen Mitteln bestritten. Stadtv. Petri ist für U bernahme der ganzen Kosten des Bahnhof& auf die Stadt. Stadtv. Huhn erklärte, die Finanzdeputation hat es für die Finanzen der Stadt gut gemeint mit ihrem Antrag, er müsse aber sagen, es sei ein Att der Gerechtigkeit, wenn die Algemeinheit dafür sorgt, daß einem vernachlässigten Stadt. teil das wird, was ihm wieder aufhelfen kann. Der Beigeordnete Georgi führt aus, daß die Stadtver ordneten Versammlung als Vertretung der Gesamtheit durch ihre früheren Beschlüsse zu erkennen gegeben hat, daß sie für
in der Schwarzlach angeht, so handele es sich nicht etwa um einen zu fassenden Beschluß, daß nunmehr der zweite Bahnhof für Gießen gebaut werden könne, sondern es drche sich lediglich darum, sich zu verständigen, zu welchen materiellen Opfern man sich eventuell berstehen würde seitens der Stadt, wenn der Gedanke dieser Haltestelle verwirklicht werden sollte, was erst noch ein weiteres Verhandeln mit der Eisenbahn bedürfe. Der Bürgermeister machte Mitteilung, daß die Herstellung der Haltestelle Nord 70 000 Mf. erfordern würde, ohne die Kosten der Wegeanlage zum Bahnhof, die selbstverständlich aus allgemeinen städtischen Mitteln bezahlt werden müßten. Wolle man nun aber die Haltestelle haben, so müßte man außer den 70 000 Mr. für den Bahnhof noch jährlich 5000 Mark Betriebsfosten städtischerseits leisten, allerdings wie er annehme, auf vielleicht nur 4-5 Jahre. Die Bahn verlange sonst noch eine Entschädigung für den Ausfall der Einnahmen aus dem Personenverkehr, der dadurch entstchen wird, daß eine Anzahl von Passagieren, welche aus der Richtung von Lollar her kommend, die jetzt am Hauptbahnhof aussteigen, die aber später am Nordende der Stadt den Zug verlassen. Wie groß dieser Betrag ist, stehe noch nicht fest.( Dieser Schaden würde sich doch sicher ausgleichen, weil Personen, die heute aus der Richtung Großen- Linden kommend nur bis zum Hauptbahnhof fahren, später aber unter Umständen über diesen hinaus bis zum Bahnhof in der Schwarzlach reisen, abgesehen von dem Lokalverkehr zwischen alten Bahnhof und Personenhaltestelle und umgekehrt. D. R.) Der Bürgermeister weist fortfahrend darauf hin, daß es seit Jahren gewisse Interessenten seien, welche durch den Bürgerverein Nord- Ost die Errichtung der Personenhaltestelle verlangen und daß dabei zweifellos auch materielle Interessen eine große
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