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Preisamt zu

Der zum zweiten Bürger schlag fördert. Die Angelegenheit wird hoffentlich im Land| Familienabend. Turner und Freunde der Sache möge auf der Stat

Berlin, 2. Oftober. meister von Berlin gewählte Stadtrat Kaufmann ist heute Morgen halb 12 Uhr gestorben. Zum Ab­leben Kaufmanns meldet noch die Berliner Zeitung": Schon seit einer Reihe von Tagen hat Kaufmann nur noch wenig lichte Momente gehabt. In der ver­gangenen Nacht verlor er vollständig das Bewußtsein. Der Totenschein bezeichnet Lungenblutung und Herz­klappenfehler als Todesursache.

Oberpräsident Graf von Stolberg hat sein Abschiedsgesuch aus Gesundheitsrücksichten eingereicht. Als vermutlicher Nachfolger wird genannt: Herr von Rheden, Regierungspräsident von Brandenstein und Landrat von

Cronau.

- Die Zolltarif- Kommission des Reichstages hat gestern auch die zweite Lesung des Tarifges ßes zum Ab­schluß gebracht und die Beschlüsse erster Lesung durchweg beibehalten. Der Zentrums- Antrag betreffend Verwendung der Ueberschüsse bei den Lebensmittelzöllen zur Witwen- und Waisen- Versorgung wurde mit 14 gegen 13 Stimmen an­

genommen, obgleich der Reichsschazsekretär die Ablehnung desselben empfohlen hatte, da seine Folgen gar nicht zu über­sehen seien. Ferner erklärte Freiherr von Thielmann das Defizit des nächsten Jahres werde sich auf mehr als 150 Millionen belaufen. Seine Schäßung sei ziemlich richtig. An diesem Defizit ſei nichts mehr zu ändern, da es aus Ursachen herrühre, die feftliegen, wie die Steigerung gefeßlich feststehender Ausgaben. Auch§ 12, der benimmt, daß der neue Tarif spätestens am 1. Januar 1905 in Kraft treten müsse, wird aufrecht erhalten, trotzdem Graf Posadowsky dringend um Beseitigung dieser Vorschrift bat. Am Montag tritt die Kommission noch einmal zur Entgegennahme des Berichtes zusammen.

Schlüchtern, 2. Oft. Der freifonservative Landtags­Abgeordnete Amtsgerichtsrat Rimmermann, der seit 1893 den Wahlkreis Schlüchtern- Gelnhausen vertreten hat, ist hier in seiner Heimat gestorben.

- Die neue preußische Prüfungsordnung für Abiturienten. Zu diesem Oktober- Termin wird zum legten Male das Abiturienteneramen nach der alten Prüfungs­ordnung abgehalten. Nach dieser werden die Schüler beim mündlichen Examen nur in den Fächern geprüft, in denen sie beim schriftlichen schwache Leistungen aufzuweisen haben. Infolgedessen ist auch bei den bis jetzt in diesem Monat stattgehabten Reifeprüfungen im allgemeinen über die Hälfte der zugelassenen Ober Primaner von der mündlichen Prüfung gänzlich befreit worden, da ihre schriftlichen Arbeiten durch­weg den Anforderungen genügten. Bu Ostern nächsten Jahres tritt die neue Prüfungsordnung in Kraft, nach welcher, wie dies bereits in früheren Zeit n der Fall war, jeder Schüler Seim mündlichen Examen in allen Fächern geprüft wird, während eine Befreiung vom mündlichen zur Ausnahme ge= hört und nur dann eintrat, wenn ganz hervorragende schrift­liche Leistungen vorhanden sind. Die Oberprimaner, die jetzt burchgefallen sind, müssen sich also auf die nächste Prüfung nach der neuen Ordnung vorbereiten, was mehr Fleiß und Mühe erfordert.

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Gefängniskonkurrenz. Mehrere Berliner Bei tungen berichten, daß bei einer Submission für die Lieferung von Tischlerarbeiten beim Gymnasialbau zu Rawißsch die dortige Strafanstalt das niedrigste Angebot noch um 1000 Mt. unterboten und dadurch der Zuschlag erhalten habe. Ist schon ohnehin die Konkurrenz der Strafanstalten unseren Handwertern gegenüber höchst bedenklich, wenn sie Private veranlaßt bei den Strafanstalten anstatt bei den Handwerkern arbeiten zu lassen- so ist es noch stärker zu verurteilen, wenn der Staat in solchen Fäller selbst die Beteiligung der Strafanstalten bei Submissionen durch den ihnen erteilte Zu­

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Entlarvt.

Roman von Moriz Lilie.

( Nachbruck verboten.) Und zwar mit noch einem Kinde. Wo hatten Sie dieses her?" " Das Kind war die Tochter eines Czechen, Namens Bozdech, der wegen eines Mordes in Australien gehenkt worden war." In diesem Augenblick wurden Schritte vor der Thür hörbar und gleich darauf die lettere ziemlich stürmisch geöffnet.

Es war Seraphine, die aus der Singspielhalle zurückkehrte. Einen Augenblick blieb sie überrascht stehen, dann sagte sie furz guten Abend und begann Hut und Mantel abzulegen.

Brüfend glitt der Blick des Grafen noch einmal über das Mädchen, dann wandte er sich schaudernd ab.

Blöblich blieb Roded vor der Frau stehen und packte sie ziemlich unsanft an der Schulter.

" Sie reisten mit zwei Mädchen, die beide ziemlich in gleichem Alter standen, nach Europa", sagte er in festem, befehlendem Tone. Hier ist das eine, was ist aber aus dem anderen ge­worden?"

Die Last wurde mir zu groß; ich vermochte nicht, beide Kinder zu ernähren", erzählte die Mende in ängstlicher Hast. Ich gab daher Helene Bozdech aus dem Hause und behielt nur Emmy Reinhard, zu welcher ich eine besondere Vorliebe gefaßt

hatte."

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Erinnerst Du Dich, daß Hartwig uns mitteilte, wie die erste Wärterin Emmys ihm erzählt, das Kind habe im zarten Alter von faum einigen Monaten infolge einer Quetschung eine Verkürzung des fleinen Fingers der linken Hand erlitten bedeutend zwar, doch immerhin bemerkbar?" wandte sich jetzt der Graf an Ancelot." Derartige fleine Fehler werden weder durch die Zeit noch durch das Wachstum ausgeglichen; sie bleiben zeit­lebens erkennbar. Ist dieses Merkmal vorhanden, so sind meine 3weifel besiegt; anderenfalls waltet hier ein Schwindel ob."

Ohne weiteres trat er zu Seraphine heran, faßte deren linke Hand und prüfte dieselbe genau. Aber nicht die allergeringste Unregelmäßigkeit war an derselben bemerkbar.

Verächtlich schleuderte der Graf die Hand des Mädchens zurück. " Lug und Trug!" rief er zornig aus. Diese dort ist nimmermehr Emmy."

Er schritt zur Thür, aber die Frau warf sich ihm entgegen. Machen Sie mich nicht unglücklich, gnädiger Herr, ich will Ihnen die Wahrheit sagen", schrie sie in höchster Erregung.

tag behandelt werden.

Paris, 2. Oktober. Die Aerzte find wegen des Rustandes der Frau Zola sehr beunruhigt, da sie durch die Mitteilung vom Tode ihres Gatten sehr nervös geworden ist. Die Aerzte untersagten ihr, der Leichenfeier beizuwohnen. Selbst den intimsten Freundinnen ist der Besuch bei Frau Zola nicht ge stattet. Sie darf weder Zeitungen lesen, noch erhält sie Kenntnis von den einlaufenden Kondolenz- Tele­grammen. Die Subsfription für Errichtung eines 3ola- Denkmals, welche gestern eröffnet wurde, ergab bereits die Summe von 7884 Frcs.- Bis iezt haben bereits 30 sozialistische Organisationen be­schlossen, an den Beiseßungsfeierlichkeiten teilzunehmen. in diesbezüglicher Aufruf ist an alle Arbeiter- Ver­bände ergangen. Man glaubt, daß der Leichenzug der großartigste werden wird, der im letzten Jahrzehnt statt­gefunden hat.- Alfred Dreyfus, der vom Siècle auf­gefordert worden war, einen Nefrolog über seinen Retter zu schreiben, teilte dem genannten Blatte mit, und der tiefen Trauer nicht von seinem großen und er könne augenblickiich wegen seines großen Schmerzes treuen Freunde öffentlich sprechen.

Paris, 2. Oftober. Von zwei Aerzten begleitet verließ Frau Zola die Heilanstalt in Neuilly und be­gab sich in die Rue Bruxelles, um den Leichnam ihres Gatten noch vor Schließung des Sarges zu sehen und das Testament hervorzuholen.

Belgrad, 2. Oktober. Beim Dorfe Tscharli im Vilajet Monastier fand ein blutiger Zusammenstoß zwischen türkischen Soldaten und der Bevölkerung statt. Es gab 12 Tote und zahlreiche Verwundete.

Giessener Cagesneuigkeiten.

** Der Großherzog von Hess n traf gestern mittag 2 Uhr zum Besuch des Frhr. v. Stumm in Rauisch- Holz­hausen bei Marburg ein.

** Das Amtsblatt Großherzoglichen Ministeriums der Justiz Nr. 30 vom 15. September d. I. enthält ein Aus­schreiben an sämtliche Justizbehörden, betreffend die Tage­gelder und Reisekosten der Großherzoglichen Ämtsrichter und Gerichtsschreiber bei den Amtsgerichten, sowie der Amts­anwälte. Weiter haben zum Inhalt: Nr. 31 vom 16. Sep­tember ein Ausschreiben an die Großherzoglichen Justiz­behörden, betreffend die Stempelfreiheit der Gelände­erwerbungen zum Bau von Staatseisenbahnen; Nr. 32 vom 17. Spiember ein Ausschreiben an die Großherzoglichen Justizbehörden, betreffend Gegenseitigkeitserklärung zwischen Hessen und Preußen wegen Stempelbefreiung; Nr. 33 vom 18 September ein Ausschreiben an die Großherzoglichen Justizbehörden, insbesondere die Gerichtsvollzieher, betreffend die Zustellung von Willenserklärungen, bei denen eine Ur­funde vorzulegen ist.

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Militärdienstnachrichten. Scheibel, Garn.- Verwalt.- Insp. in Butzbach, nach Glaz, Böttger, Garn.- Verwalt.- Kontrolleur in Frankfurt a. M., als Verw.­Insp. nach Butzbach versetzt.

** Die Staatsanwaltschaft zu Gießen giebt Folgendes bekannt: Die Aften der Strafgerichtsbarkeit und die In haft erung und Verpflegung der Gefangenen im Provinzial­arresthaus Gießen, sowie allgemeine Gegenstände betreffenden Aften sind, soweit zulässig, zur Vernichtung ausgeschieden

worden.

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Diejenigen, welche an deren längerer Auf bewahrung ein Interesse haben, werden aufgefordert, solches binnen 4 Wochen dahier anzumelden und zu bescheinigen. Männerturnverein. Der Männerturnverein hält morgen Samstag im Hotel Schüß seine Hauptver­fammlung ab. Sonntag nachmittag ist das Abturnen in der Turnhalle des Realgymnasium, abends in Steins Garten

" Das Mädchen dort ist nicht Emmy Reinhard, sondern Helene Bozdech, die Tochter des Gehenften."

Ein marferschütternder Schrei ertönte; Seraphine sank ohn­mächtig vom Stuhle.

Hätte man Ancelot sein Todesurteil verkündet, die Wirkung hätte nicht furchtbarer sein fönnen.

Wie vom Starrframpf befallen, stand er da, unfähig, sich zu rühren. Zu gräßlich war die Enthüllung, welche er, der betrogene und überlistete Betrüger soeben vernommen.

" Ich wußte es ja", flüsterte der Graf vor sich hin. Soweit fonnte eine Nodeck nicht entarten."

Dann sich zu der Frau wendend, fuhr er laut fort: " Ich will vorläufig von gerichtlichen Schritten gegen Sie absehen, da Sie sich endlich bequemten, die Wahrheit zu gestehen. Jezt aber heraus mit der Sprache: was ist aus Emmy geworden?"

Auf einem Spaziergange im Prater, während ich das Kind einige Augenblicke außer Acht gelassen hatte, geriet es unter die Näder einer Equipage, in welcher eine Dame saß", berichtete die Mende. Glücklicher Weise fam es unverlegt davon, aber die Dame war so erschrocken, daß sie ausstieg, das Kind liebfoſte, beschenkte und mich nach Namen und Wohnung fragte. Am anderen Tage erschien sie mit ihrem Gatten und machte mir das Anerbieten, das Mädchen adoptieren zu wollen, da sie kinderlos fei. Dabei legte sie eine bedeutende Summe in Hundertgulden­noten als Entschädigung auf den Tisch.. Der Notar, den sie mit­gebracht hatten, jeste ein Schreiben auf, in welchem ich auf alle Ansprüche verzichten zu wollen erklärte, und das ich unterzeichnen mußte, und dann gingen sie und nahmen das Kind mit sich, es that mir sehr weh!" fügte das Weib hinzu, und heuchlerische Thränen rollten ihr über die Wangen. Aber ich sah, daß es zu des Kindes Besten sei, denn es waren vornehme Leute." " Und ihr Name?" forschte der Graf weiter.

" Die Frau schwieg einen Augenblick, als überlege fie, was sie antworten sollte.

Den Namen ia, den weiß ich nicht, gnädiger Herr", versezte sie dann. Die Schrift wurde mir vorgelesen, und ich habe den Namen dabei nur ein einziges Mal gehört. Ich weiß nur soviel, daß es eine adelige Herrschaft war.

finden. Komm, Paul, laß uns gehen." Es ist gut", sagte der Graf." Das Weitere wird sich

Ich wette, das Weib verheimlicht mir den Namen, den ste ganz genau fennt, um Vorteil daraus zu schöpfen", wandte sich müssen. Morgen mag sie mein Rechtsanwalt besuchen; dem der alte Herr an seinen Begleiter. Ich werde ihr Geld bieten

sich recht zahlreich einfinden.

gebeten. Der im für Gifener be biefiger Minottegry fälischen ben Schw wie bei d die Lahn

** Im hiesigen Theatersaal( Café Leib) begin gestern Abend der kaufmännische Verein un der Ortsgewerbeverein Gießen die Eröffnun seines Vortrag- Giclus für die kommende Wintersaison Der Redner, Herr Alfred Nietzsche- Leipzig, führte uns in seinem fesselnden Vortrag auf einer Reise durch den südlichen Teil Norwegens vom Mardanges- Fjord aus gehend über die Eisgefilde der Folgefond nach Olde durch das herrliche Jordal in das Gebiet der Riesen wasserfälle Vöringfors und Skyfjefos; von der Korn kammer Bergens nach Stahlheim in das malerische Närödal, über Gutvangen nach den Sognefjord. höchste Berg Norwegens wurde bestiegen und von da ging es nach Merak über die Paßhöhe am Djupvasfee nach dem Geirangerfjord mit seinen mächtigen Wasser fällen und Naturschönheiten zur Endstation Molde Die Ausführungen waren durch herrliche z. T. bunte Lichtbilder ergänzt und folgte das Publikum mit unge teiltem Interesse den Worten des Vortragenden. Der Saal war bis zum letzten Platz besetzt und hatten wir eine, sondern auch viele den Vereinen fernſtehenden Zu­Gelegenheit nicht nur Mitglieder der genannten Ver

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hörer zu sehen. Die Vorträge behandeln stets ein all gemein verständliches Thema und sind daher nicht genug jedem denkenden Menschen zu empfehlen. Für geringes Geld kann man sich dort einen belehrenden und wirklich genußreichen Abend verschaffen.

** Das Orpheum war auch gestern abend wieder gut besucht; Freunde einer ungezwungenen Mimit und heiterer Sachen finden dort am Abend reiche Gelegenheit sich zu amüsieren. Dabei aber daß muß man sagen werden etwa teine abgedroschenen Sachen geboten, sondern Neues und Gutes. Besonders wieder hatte der Mundharmonika­Künstler bei dem Publikum Anklang gefunden. Das Pro­gramm wechselt jeden Abend; also eine Langeweile für öftere Besuche ist ganz ausgeschlossen.

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6. Sigung der Großh. Handelskammer Gießen für die Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach. Protokoll- Auszug.

Gießen, 30. September 1902. Anwesend sind die Herren: Kommerzienrat Koch, Vorsitzender, Kommerzienrat Heichelheim, Balser, Dür­beck, Grünewald, Hoos, Ihring, Kaz, Nowack, Röhr, Schirmer, Steinecke, Zurbuch, sowie der Syndikus Dr. Snipper. Entschuldigt fehlen die Herren: Moul, Ramspeck, Rinn, Schmall, Wallach.

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mehreren Mitgliedern der Kammer war die Einrichtung 1. Geschäftsbericht: Postwesen: Von einer täglich zweimal verkehrenden Personen poft zwischen Alsfeld und Groß- Feldn neben derin Felda angeregt worden. Die Großh. Handelskammer schon bestehenden Personenpost Ehringshausen- Groß­wird eine entsprechende Eingabe an die Kaiserl. Ober­Postdirektion in Darmstadt richten. Eisenbahn wesen: Da der Entwurf des Winterfahrplanes der Biberthalbahn nur in geringem Maße den von der Kammer schon oft geäußerten Wünschen nach besseren Anschlüssen auf der Station Abendstern in der Nichtung Weglar entgegen kam und da es nach den gemachten Erfahrungen aussichtslos erschien, durch direkte Anträge bei der Verwaltung der Biberthalbahn eine Verbesserung der Verkehrsverhältnisse zu erreichen, so hat sich die Kammer an das Großh. Ministerium der Finanzen um Unterstützung ihrer Wünsche gewandt.

hat die Kammer bei der Königl. Eisenbahndirektion in Auf Ersuchen des Ortsvorstandes zu Daubringen Frankfurt a. M. die Einrichtung des Stückgutverkehrs

schneidigen Juristen wird es sicher gelingen, durch Drohungen und mit Hilfe barer Münze die Frau zum Geständnis zu bringen." " Ich bin ganz Ihrer Ansicht, Herr Graf", pflichtete Ancelot bei, und es gelang ihm, sich soweit zu beherrschen, daß seine Stimme ziemlich unbefangen flang.

Als sie an der Wohnung des Grafen angelangt waren, reichte dieser Ancelot die Hand.

" Wir sind unserem Biele heute ein gutes Stück näher gerüdt", sagte er freundlich, und das ist hauptsächlich Dir zu danken, Paul. Ich werde Dich reich belohnen, wenn Du mir auch ferner behilflich sein willst, meinen legten Lebenszweck zu erreichen." Gewiß will ich das thun, Herr Graf", versicherte der Angeredete.

Ein Abschiedswort noch, und die beiden trennten sich. Am anderen Morgen stellte sich Ancelot wieder in der Wohnung der Witwe und seiner Frau ein.

Seraphine saß auf dem Sopha und fah bleich und angegriffen aus; die unerwartete Nachricht hatte das sonst sehr leichtlebige Frauenzimmer doch tief erschüttert.

Auch die Mende verfärbte sich, als sie Ancelot erblickte. Aber jener winfte mit der Hand zu schweigen. " Ich habe Ihnen nicht die Wahrheit gesagt", jammerte fie.

Beit, darüber zu reden", unterbrach er sie in hartem Tone. Es " Sie sind eine durchtriebene Gaunerin, aber jetzt ist nicht die gilt zu handeln. Wissen Sie den Namen des Ehepaares, welches das Kind zu sich nahm, wirklich nicht?"

" Ich weiß ihn", sagte die Mende leise, aber ich glaubte, es sei besser, ihn vorläufig noch zu verschweigen."

" Das war das Klügfte, was Sie thun konnten", rief Ancelot freundlicher. Und wie lautet der Name?"

Frau Mende schloß ein Schreibpult auf und entnahm einem Kästchen ein ziemlich vergilbtes Papier.

Hier ist eine Abschrift des Dokumentes, welches damals der Notar anfertigte", sagte sie und überreichte Ancelot die Urkunde. Haftig entfaltete Ancelot das Schriftstück und seine Augen flogen darüber hin.

" Eva von Raday, Horst von Falkenhof, Else von Falkenhof", las er die Unterschriften, und seine Stimme zitterte vor Er regung. Ganz recht, Elsa nannte der Herr seine Frau", bestätigte die Mende. Den Namen des Kindes, Emmy, hatte ich beibehalten." leise,"" die ehemalige Gattin meines Bruders und iezige Frau Wunderbar!" Hier ist kein Zweifel möglich", sagte Ancelot des Herrn von Fries ist Emmy, Gräfin Roded.

Er ließ die Hand mit dem Papier finten.

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