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Seutsch- russische Handelsvertrags- Vorbereitungen.

( In österreichischen Blättern taucht die Meldung auf, daß Rußland sich unter der Voraussetzung, daß der Roggenzoll eine Ermäßigung erfahre, damit einverstan­den erklärt habe, daß in dem neuen deutschrussischen Han­delsvertrage mit Deutschland der Weizenzoll auf 5,50 Mt. festgesetzt werde. Diese Mitteilung trifft, wie unser CB.­Mitarbeiter von zuständiger Stelle hört, nicht zu. Die Verhandlungen sind allesdings bereits eingeleitet, indem der russischen Regierung schon die Liste der Zollwünsche Deutschlands und der deutschen Regierung der Wunsch­zettel Rußlands überreicht worden sind. Dies ist vor eini­gen Wochen geschehen, die eigentlichen Verhandlungen wer­den in nächster Zeit beginnen. Sie werden voraussicht­lich teils in Berlin, teils in Petersburg geführt werden.

Der neue schlesische Oberpräsident.

)-( Als wahrscheinlicher Nachfolger des Herzogs von Trachenberg im Breslauer Oberpräsidium gilt, wie unser Berliner C. B.- Mitarbeiter schreibt, in unterrichteten Krei­sen der Vortragende Rat im Auswärtigen Amt, Fürst Lichnowsky. Seine Ernennung soll beschlossene Sache sein und in kürzester Zeit erfolgen. Fürst Lichnowsky ist bereits früher einmal für ein Oberpräsidium des Posener- in Betracht gekommen. Er ist einer der reichsten Grund­besizer und Großindustriellen der Provinz Schlesien; auch in Desterreich besitzt er ausgedehnte Güter. Er hat schön­geistige Interessen und gilt als eine hervorragende Intelli­genz von gründlichem Wissen. Er gehört zu den ständigen Gästen des Hauses Bülow, ist Junggeselle und steht im Anfange der vierziger Jahre.

Ein Baumwolltrust.

In New Orleans( Vereinigte Staaten) geht das Ge­rücht, daß ein riesiger Baumwolltrust in der Bildung begriffen sei, der die vollständige Beherrschung des Baum­wollhandels der Welt zum Ziel habe; viele der reichsten Baumwollhändler in Newyork, London, Liverpool und Antwerpen seien ins Interesse gezogen.

Vom tollen Mullah".

( L::) Das amtliche Pariser Depeschenbureau hält gegen­über der britischen Ableugnung die Nachricht von der Niederlage der Engländer im Somalilande aufrecht. In Berbera eingetroffene Somalis bestätigten die Nachricht, daß zweitausend Mann eingeborene Truppen und etwa 40 englische Offiziere bei Bohotle durch die Leute des Mullah niedergemeßelt worden sind. Drei Offiziere seien entkommen und am 19. Juni in Berbera eingetroffen. Kurze politische Nachrichten.

* Das preußische Oberverwaltungsgericht hat in einer Entscheidung das Recht der Gemeinden anerkannt, Schächt­verbote zu erlassen.

* Im Garten der Basilika von S. Giovanni in Lateranv zu Rom wurde am Sonntag der Grundstein zu dem Denk­mal gelegt, das die Arbeiterinnen aus verschiedenen Staa­ten zu Ehren des Papstes errichten lassen.

* In Rom verlautet, Kaiser Franz Josef werde in näch­ster Zeit zum Besuch des Königs Victor Emanuel in der ewigen Stadt eintreffen.(?)

* Aus Korea kommt die Nachricht: 150 russische Soldaten hätten den Yalufluß überschritten und seien jetzt in der Nähe desselben an zwei Punkten stationiert.

Aus dem Gerichtsfaal.

§ Treberschmidts Illusionen. In der letzten Sigung be­kundeten wieder verschiedene Zeugen, daß Schmidt von der Güte der Trebergesellschaft völlig überzeugt gewesen sei. Der frühere Privatsekretär Schmidts, Kaufmann Ro­senthal, sagt aus, daß Schmidt im Jahre 1900, also zur Zeit der Hypothekenschwankungen, ein Vermögen von drei Millionen besessen habe. Zweieinhalb Milliionen waven Treberattien, der Rest waren Grundbesitzeffekten und Hh­potheken. Größere Zuwendungen aus eigenem Vermögen wurden in einer Reihe von Jahren von Schmidt der Tre­bergesellschaft geleistet. Das sei jedenfalls geschehen, weil Schmidt die Gesellschaft unter allen Umständen hochhalten wollte, er habe Tag und Nacht im Interesse der Gesellschaft seine Kraft aufgewendet. Nach dem Konkurs der Leipziger Bant habe Schmidt sein ganzes Gehalt von 30 000 m. u- rückgezahlt und zur Verfügung gestellt, um dringende Ver­pfichtungen zu erledigen. Epekuliert in Aktien habe Echmidt nie. Wenn er Aktien gekauft habe, sei es im In­teresse der Gesellschaft gewesen. Andere Beamten der Tr­bergeſellſchaft ſagen ähmlich aus.

Nab und Fern.

(") Die Kieler Woche nimmt bei günstigem Wetter regen Fortgang. Die große Regatta für Kriegsschiffboote, an der auch mehrere Boote des amerikanischen Geschwaders teilnahmen, bot ein farbenprächtiges Bild. Nicht we niger als 115 Boote waren am Start erschienen, der von Rigeberg aus in sechs Abteilungen erfolgte. Der Kaiser widmete dieser marinesportlichen Veranstaltung sein be­sonderes Interesse. Von Festlichkeiten ist vor allem noch ein Diner auf der ,, Hohenzollern" zu Ehren des kaiserlichen Jachtklubs zu erwähnen. Bei dem Generalinspektor der Marine, Admiral von Köster, fand in den Räumen der neuen Seeburg zu Ehren des amerikanischen Botschafters, des Admirals und des Kommandanten des amerikanischen Geschwaders ein Frühstück statt. Den Jubiläumspreis der Regatta des Norddeutschen Regattavereins trug die Renn. jacht ,, Orion" davon. Die amerikanischen Offiziere sind boll warmer Anerkennung über den gastlichen Empfang, der ihnen geworden ist. Der Admiral Cotton äußerte sich einem amerikanischen Korrespondenten gegenüber da­hin, daß ihm wie allen seinen Offizieren Kaiser Wilhelm als ein warmer aufrichtiger Freund Amerikas erscheint. ,, Die Herzensgüte des Kaisers," sagte Cotton, scheint gren­zenlos, er gilt mir als einer der menschlichst Empfinden­ben aller Menschen. Die Güte Ihrer Majestäten, des Prinzen Heinrich, sowie überhaupt jedermanns Freund­lichkeit schließt jeden Zweifel an der Aufrichtigkeit der uns entgegengetragenen Gefühle aus." Die Newyorker Presse spricht in den wärmsten Ausdrücken vom Kaiser und von Deutschland.

() Ein gefährlicher Hochstapler ist in Berlin verhaftet worden. Der ehemalige Großkaufmann Göbel, der in einer pharmazeutischen Fabrik als Prokurist in Stellung stand, trat außerhalb des Geschäfts als Graf und Kavallerie­offizier auf und wußte zahlreiche Personen teils zu be­trügen. teils durch Ervreffunaen zu brandschaßen. Das

Tetztere gelang ihm leicht, da er seine Bekanntschaften in Kreisen suchte, die widernatürlichen Neigungen huldigen. In seiner luxuriös ausgestatteten Wohnung wurden die ausschweifendsten Orgien gefeiert. Die Affaire ist geeig­net, wegen der vielen angesehenen Personen, die in die Untersuchung verwickelt sein sollen, das peinlichste Aufsehen zu erregen.

Eisenbahnkatastrophe in Spanien. Auf der Strecke Bilbao- Saragossa ereignete sich ein furchtbares Eisenbahn­unglück, bei dem nach den bisherigen amtlichen Meldun­gen 110 Personen getötet und über 100 verwundet wurden. Die zweite Lokomotive eines Postzuges entgleiste auf einer 15 Meter hohen Brücke über den Nagerilla und riß 16 besetzte Wagen in die Tiefe, wo sie völlig zertrümmert wurden. Auf der Unglücksstätte spielten sich furchtbare Szenen ab. In dem nächstgelegenen Ort Cenicero sind das Hospital und die Schule mit Verwundeten überfüllt. Man befürchtet Unruhen, da das Volk und die Presse die Schuld an dem Unglück auf die bodenlose Nachlässigkeit der Eisenbahnverwaltung schiebt. Aerzte und Truppen sind nach Cenicero abgesandt worden. Der König schickte einen Adjutanten hin, um Hilfsgelder an die Verunglückten zu verteilen. Viele Leichen sind völlig zerstückelt, andere bis zur Unkenntlichkeit verbrannt, da mehrere Wagen in Brand gerieten.

$[ Mangel an Liebe.] Ein Prediger in einem kleinen Orte bei Wayne, im nordamerikanischen Staate Michigan, nahm in folgenden Worten von seiner Gemeinde Abschied: Meine Vielgeliebten! Unsere Trennung von einander schmerzt mich nicht besonders, und zwar aus drei Gründen: Ihr liebt mich nicht, Ihr liebet einen andern nicht, und der Herr liebt Euch nicht. Wenn Ihr mich liebtet, würdet Ihr mein Gehalt für die letzten zwei Jahre bezahlt haben. Ihr liebet einander nicht, sonst würde ich mehr Trauungen zu vollziehen haben, und der Herr liebt Euch nicht, sonst würde er mehr von Euch zu sich rufen, und ich würde mehr Leichenbegängnisse und Trauergottesdienste haben. Die Gemeinde nötigte ihn nicht, zu bleiben.

* Die Jagd auf einen gefährlichen Anarchisten hält zur Zeit die Pariser Polizei in Atem. Es handelt sich um den italienischen Anarchisten Parmeggiani, der schon vielfach vorbestraft ist und sich jetzt heimlich in Pa­ris aufhielt, wo er den Namen Marsy führte. Als die Polizei in das Haus eindrang, wo der angebliche Marsy wohnte, stellten sich den Agenten auf der engen Treppe zwei wohlbeleibte Frauen in den Weg und versperrten den Zugang zu den oberen Etagen. Erst nach vielfachem Hin- und Herparlamentieren gelang es den Polizisten, das lebende Hindernis aus dem Wege zu räumen, und während der Zeit war der Gesuchte glücklich wie eine Kaze über die Dächer entschlüpft. In den von ihm be­wohnten Räumen fand man Kunstgegenstände und Ge­mälde im Werte von fast einer Million, die aus Dieb­stählen in verschiedenen Ländern herrühren. Parmeggiani steht mit vielen internationalen Gaunern in enger Ver­bindung. Die Polizei verfolgt eifrig die Spuren des Ver­brechers.

(") Ein grausiger Vatermord wird aus Stuhlweißenburg gemeldet. Der Wirtschaftsbesizer Josef Czerna in Ka­lozd lebte schon lange Zeit in Unfrieden mit seiner gan­zen Familie, die er schließlich insgesamt aus dem Hause gejagt hatte. Insbesondere mit seinem ältesten Sohne hatte er oft Streitigkeiten, und auf beiden Seiten hatte es gefährliche Drohungen abgesezt. Jezt lauerte der Sohn dem Vater auf der Landstraße auf, überfiel ihn von rückwärts, erwürgte ihn und trennte ihm dann mit einem Taschenmesser den Kopf vom Rumpfe. Der Mör­der konnte wenige Stunden nach der Tat verhaftet wer

den.

V Eine englische technische Hochschule nach Charlotten­burger Borbild soll auf Betreiben Lord Roseberys gegrün­det werden. Rosebery hält es fast für schimpflich, daß fä­hige, ehrgeizige junge Engländer, die bestrebt seien, sich die vollendetste technische Schulung anzueignen, gezwungen seien, Universitäten der Vereinigten Staaten oder Deutsch­lands aufzusuchen. Verschiedene englische Industrien hät­ten gelitten und litten noch darunter, daß England es unterlassen habe, für einen fortgeschrittenen Unterricht in den technischen Wissenschaften und für Erleichterung selbständiger Forschungen zu sorgen. Das vollendetste Muster einer solchen Vorsorge sei vielleicht die technische Hochschule in Chorlottenburg, der der bemerkenswerte Er­folg der großen Industrien in Deutschland zu beträchtli­chem Teile mit zu verdanken sei. Zur Ausführung des Planes hat sich ein Komitee gebildet und sind schon bedeu­tende Geldmittel aufgebracht worden.

Eine Botschaft der See. Ein griechischer Fischer fand an der einsamen Insel Carpathos eine versiegelte Flasche, die einen Zettel enthielt, auf dem ein Schiffbrüchiger mit­teilt, daß Anfang Oktober 1902 das Schiff Clown sank, und daß sich die Mannschaft auf einem Flosse befinde Der Auffinder der Flasche wird dringend gebeten, sofort die Regierung von der unglücklichen Lage der Bemannung zu benachrichtigen.

|: Zur Sensationsaffäre Bonmartini in Bologna wird weiter gemeldet, daß neue aussehenerregende Verhaftungn bevorstehen. Die ,, Tribuna" berichtet, daß man auch von einer Vorladung des Professors Murri, des Vaters der Linda Murri spreche. Der Zustand des Arztes Naldi, des mutmaßlichen Mitschuldigen an dem Morde, der einen Selbstmordversuch begangen hat, hat sich gebessert.

Bunte Chronit. Auf den Schnellzug München- Berlin wurde bei Erlangen ein Anschlag versucht, indem in der Nähe eines Tunnels vier Schwellen auf die Schienen gelegt waren. Die Maschine sprang nur mit der Vorderachse aus dem Geleise. Niemand ist verletzt. Von den Tätern fehlt jede Spur.

Wie aus Bonn gemeldet wird, schoß bei Plittersdorf der 21 jährige Schmiedegeselle Paul Orlewski aus Löbau auf seine 16 jährige Geliebte Katharina Weißel aus Mainz, verleßte ſie ſchwer und beging dann Selbstmord.

In einem Anfall von Geistesgestörtheit erschlug der Hofbesizer Hildebrand in Briesen, Kreis Brieg, seine Frau mit einer Art und erhängte sich darauf selbst.

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Der Woermanndampfer Lulu Bohlen" ist bei Ean­guinriver gestrandet und einschließlich Ladung und Post total verloren. Die Passagiere und Mannschaften sind ge­rettet und bei Cap Palmas und Eimon gelandet worden.

Unser neuer Roman

mit dessen Veröffentlichung wir nach Beendigung des laufen­den in unserer täglichen Unterhaltungsbeilage beginnen, führt den deutschen Leser in eine romantisch- fremde Welt. ,, Der Battono"

von A. von Suttner, dem zu früh dahingeschiedenen Gatten der bekannten Friedens prophetin Bertha von Suttner, spielt in den wildzerrissenen Schluchten Raufasiens, in Mingrelien, wo ein halbwildes Volt sich mit dem Lack europäischer Kul­tur äußerlich überzogen hat. Unter der dünnen glatten Schale scheinbarer Bivilisation aber lauert die unbändige Leidenschaft des Sarmaten, die bei dem geringsten Anlaß ungezügelt her­borbricht. Trotz dieses scheinbar fremden Milieus mutet es uns doch aus dem Roman an wie das Wehen von Hetmats luft, denn in seinem Mittelpunkt steht ein Mann deutscher Abstammung, den in ununterbrochenem Kampf gegen ming­relische Tücke und Verschlagenheit deutsche Treue und Be­ständigkeit zum Siege führen. Lebensvolle Bilder aus dem Bolfsleben sind in die spannende, hochromantische Handlung wirkungsvoll eingestreut, und über dem Ganzen breitet sich, verschönernd und abklärend, der stimmungsvolle, echte Humor des tiefen Menschenkenners.

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Lokales.

Gießen, den 30. Juni 1903.

Der Großherzog hat am 27. Juni d. Js. den ordentlichen Professor in der juristischen Fakultät der Lan­desuniversität Dr. Karl Heimberger mit Wirkung vom 1. Oftober 1903 an auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner ersprießlichen Dienste aus dem Staatsdienst ent­Lassen.

Der Zweiten Kammer gingen zu: Vorstellung des Eisenbahnkomitees Mücke- Ulrichstein, betreffend das Bahn­pr jett Mücke- Ulrichſtein- R yfeld. Ferner ein Antrag, be­treffend Besteuerung der auf hessischem Gebiete in Rhein und Main gebaggerten Baumaterialien: die Kammer wolle be­schließen, Großh. Regierung zu ersuchen, der Kammer raschest eine Vorlage zu unterbreiten, in welcher die Besteuerung der in Rhein und Main auf hessisch m Gebiete gebaggerten Materialien als Bauties und Bausand vorgesehen ist und zwar vom Kubikmeter 50 bezw. 40 Pfg.

Der 7. hessische Handwertstammertag wurde gestern im Rathautsaale zu Darmstadt eröffnet. Als Vertreter der Großh. Regierung wohnte Ministerialsekretär Mathias den Verhandlungen bei. Herr Sekretär Engelbach erstattete den Bericht über die Tätigkeit des Vorstand&, ferner fand Rechnungsablage und Aufstellung des Voranschlages statt, außerdem wurden verschiedene wichtige gewerbliche Fragen besprochen.

Die medizinische Gesellschaft hat nach­stehende Tagesordnung zu ihrer heutigen Sigung aufgestellt: 1. Herr Brünina: Ueber tragfähige Amputations- Stümpfe. 2. Herr Hohn Zur chirurchischen Behandlung der ischaemischen Lähmung. 3. Herr Engelhard: 2 operativ behandelte Fälle von Epilepsie. 4. Herr Ehrlich: Ein Fall von Pancreas chste. 5. Herr Krombach: Lokalanaesthesie. 6. Herr Bötticher: Operation der Hyposdadie. 7. Herr Poppert: Zur Frage der Magenresektion wegen Carcinom.

* Der dritte wissenschaftliche Fortbildungs­tursus hat am Samstag mit einem Kommers, an dem auch Se. Magn. der Rektor Prof. Dr. Krüger und die Professoren Dr. Groß und Dr. Sievers teilnahmen, geendet. Die an den Kursus geknüpften Erwartungen sind vollauf befriedigt.

B

A Prorektor Wahl der Universität Göttingen. Für die Zeit vom 1. September bis zum gleichen Termin des nächsten Jahres wurde am Sonnabend Herr Geheimer Medizinalrat Prof. Dr. Braun zum Proreftor gewählt.

+ Die Kohlen produktion in Hessen betrug im Mai d. J. 26 759 Tonnen Braunkohlen und 7053 Tonnen Briketts und Naßpreßsteine.

Für Postpadete nach und von den Vereinigten Staaten ist das Meistgewicht vom 1. Jult an auf 2 Alg. festgesetzt worden. Das Meistgewicht hatte bisher 5 lg. betragen.

* Geologische Aufnahmen bezw. die Fortsetzung der geologischen Kartierung der Blätter Buchenau( Caldern) Gladenbach und Rodheim wird während der aka­demischen Ferien Professor Tr. Kaiser von Marburg vor­nehmen.

+ Das Rote Kreuz. Mit dem 1. Juli trist das Reichsgesetz zum Schuße des Genfer Neutralitätszeichens vom 2. März 1902 in Kraft.

22.

* Meteor. In der Nacht vom Sonntag zum Mon­tag etwa 7 Minuten vor 12 Uhr war am Himmel eine prächtige Erscheinung sichtbar. In einer Höhe von 50 Grad über dem Horizont, in der Richtung von Ost Nord- Ost nach West- Süd- West zog gleich einer Raf te ein Meteor maj stätisch ruhig dahin. Er hatte einen stark weiß glänzenden Schweif, der gut 2 bis 3 Minuten sihibir war und dann allmäh ich blässer we dend verschwand.

* Verhaftet und ins Gießener Gefängnis überführt wurde wegen Vergeh ns gegen die Sittlichtet und Kuppelei ein Gastwirt aus Friedberg.

* Ueber Wohnungs- und Bodenreform hielt am Samstag im Café Ebil Herr Werkmeister Bärrn aus Frankfurt einen Vortrag. Die Zahl der Zuhörer war

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