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nicht, daß dies das Wort des Königs sei". Er bittet das Abgeordnetenhaus, seine Worte als nicht gesprochen zu be­frachten, da es ihm, wie jedem Ungarn, fern liege, die ge­heiligte Person des Königs absichtlich beleidigen zu wollen. Natürlich trönt seine Rede der übliche Beifall, der in gleichem Maße Herrn Krasznay von der Kossuthpartei zu teil wird, der vom Ministerpräsidenten Koerber sagt, daß er sich mit ebensoviel unwissenheit wie bösem Willen in die ungarischen Angelegenheiten gemengt habe.

Der Rouener Friedenskongreß ist geschlossen. Noch am letzten Tage hat sich der französische Handelsminister Trouillot dabei als Gegner des Krieges bekannt und die sozialen Wohltaten aufgezählt, die mit dem Gelde zu realisieren wären, das die Armeen verschlängen. Er kam dabei auch auf die deutsch- französischen Kriege zu sprechen und gab die Schuld daran im wesentlichen der napoleonischen Dynastie. Diese Aufklärung wird den Franzosen nach dreiunddreißig Jahren hoffentlich willkommen sein.

Die englisch- amerikanische Alaska- Grenzkommission ar­beitet in London schon seit 14 Tagen an der Beilegung des alten und vielerörterten Grenzstreites. Wie es heißt, stehen die Dinge für England nicht sonderlich günstig, was im Interesse Kanadas vom britischen Standpunkte aus sehr zu beklagen wäre.

Neue Anklagen gegen England aus alten Ursachen er­hebt der Wiesbadener Burenhilfsbund. Er behauptet nichts mehr und nichts weniger, als daß die große Sterblichkeit unter den Buren in den Konzentrationslagern darauf zurückzuführen sei, daß das den Gefangenen gelieferte Brot fremde Substanzen, darunter Glassplitter, ent­halten habe. Auch der englischen Regierung sei das bekannt, aber sie leite keine Untersuchung ein, aus begreiflichen Gründen.

Nach langem Hin und Her ist nun in Serbien endlich die Stupshtina zusammengetreten. Wie es heißt, wird General Gruic die kabinetsbildung eines Koalitions. ministeriums aus den beiden radikalen Parteien übernehmen. Ob es ihm gelingen wird, eine Vollzahl von bereiten Männern zusammenzubringen, ist noch die Frage. Indessen läßt sich die Dynastie Karageorgewitsch fester im Konak nieder. Prinz Alexander wird nicht nach Petersburg und Prinz Paul nicht nach Genf gehen; man wird vielmehr geeignete Lehrkräfte heranziehen, die die Ausbildung der Prinzen im Lande selbst besorgen.

Heer und flotte.

Neubewaffnung der bayrischen Armee. In der bay­rischen Armee wird Anfang Oktober mit der Einführung des neuen Infanterie- Gewehres" 98" begonnen werden. Dieses Gewehr ist bekanntlich eine Verbesserung des bisher in Gebrauch geweſenen Gewehrmodells 88". Da beide Ge­wehre die gleiche Patrone verfeuern, ist es möglich, die Ein­führung des neuen Gewehrs allmählich vorzunehmen. Als Waffe der Marine und des ostasiatischen Expeditionskorps hat das Infanteriegewehr 98 sich bei den kriegerischen Ereig­nissen in China vollkommen bewährt.

Rohrrücklaufkanonen für die Schweiz. Wie aus Essen ge­meldet wird, hat die Firma Krupp mit der Schweizer Re­gierung einen Kontrakt über die Lieferung von 288 Rohr­rücklauffanonen geſchloſſen. Als Lieferzeit sind drei Jahre bestimmt.

Hus dem Gerichtsfaal.

beamten Röhl in Kyritz die Summe von 50 Wark zugehen. Röhl wurde bei Erſtürmung der Siko- Forts von einer feind­lichen Kugel getroffen. Der Schuß streifte zuerst den Rand der Uhr und zertrümmerte diesen. Dadurch wurde der An­prall gemildert und Röhl selbst nur leicht verwundet.

Panik im Hallenser Zoologischen Garten. Eine Schreckensszene entstand im Zoologischen Garten zu Halle dadurch, daß der siebenjährige, mittelgroße Elefant, der als Reittier benutzt wurde und der im Sattel drei Kinder trug, plötzlich scheute. Mit einem Ruck schleuderte er die Kinder ab, durchbrach die Absperrung, und dann trottete der Koloß, der noch ziemlich gutmütig war, durch die Menge, eine An zahl Personen beiseite stoßend und Tische, Stühle und Tassen zertrümmernd. Die von ihm beiseite gestoßenen Wärter fingen ihn an der Eingangstreppe wieder ein und versuchten, ihn in seinen Zwinger zu schaffen. Durch das Hülferufen der bestürzt nach allen Seiten auseinander stiebenden Menschenmenge wurde der Elefant noch mehr erregt und lief nun, eine Frau und einen Kinderwagen mit einem Säug­ling sowie eine Laterne umstoßend, in die mit Geflüchteten gefüllte Veranda. Dort trat er Tische und Stühle entzwei und drückte, sich in einer Ecke drehend, eine Anzahl Personen empfindlich gegen die Wand, wobei mehrere stark gequetscht wurden. Es dauerte längere Zeit, bis man den störrischen Gesellen soweit gebändigt hatte, daß er abgeführt werden

§ Interessante Eigentumsfragen werden als Folgeerschei­nung des letzten Hochwassers in Schlesien, Brandenburg und Westpreußen dortige Gerichte beschäftigen. Zahlreiche Schwäne wurden durch die Fluten von dem heimischen Ge­wässer abgeschwemmt und viele Meilen weit verschlagen. Verschiedene derart um ihren Besitz gekommene Schwanen­züchter und Liebhaber haben nun ausgekundschaftet, auf welchem Gewässer die Schwäne jetzt treiben und verlangten die Herausgabe der Tiere. In vielen Fällen wurde diesem Ansuchen entsprochen, in anderen aber nicht, mit der Moti­vierung, daß mit gleichem Recht auch die verschlagenen Fische gefordert werden könnten. Nun sollen die Gerichte über diese interessante Eigentumsfrage ihre Entscheidung treffen.

fonnte.

Eine Ballondanerfahrt wird in nächster Zeit der durch seine aeronautischen Bestrebungen bekannte österreichische Erzherzog Leopold Salvator von Paris aus unternehmen. Der Pariser Aeroklub wird dem Herzog einen Ballon von allergrößtem Volumen zur Verfügung stellen. Der Erz­herzog hofft bei günstigem Wind bis ins Innere Rußlands zu gelangen, also eine Strecke von etwa 3000 Kilometer zurückzulegen. Der Erzherzog nimmt Proviant für acht Tage mit.

Auffindung eines von Zigeunern geraubten Kindes. In Bahrendorf( Kreis Wanzleben) wurden von Gendarmen zwei Zigeuner verhaftet, die ein gestohlenes Kind mit sich führten. Es ist die 1901 verschwundene, damals sechsjäh­rige Tochter Else des Kutschers Kassel in Hannover. Alle Nachforschungen nach dem Kinde im In- und Auslande hatten zu feinem Reſultat geführt, trotzdem der Regierungs­präsident in Hannover 1000 Mark Belohnung auf die Auf­findung gesetzt hatte. Endlich kam man bei Staßfurt auf die Spur einer Zigeunerbande, die ein blondes Mädchen mit sich führten, auf das die Beschreibung der Else Kassel paẞte. Auch das besondere Kennzeichen, die Warze in der Handfläche, war vorhanden. Den Zigeunern gelang es aber im letzten Augenblick, das Kind noch einmal vor der Be­hörde zu verbergen, bis es ihnen endlich bei Wanzleben abgenommen werden konnte.

§ Die Fälschungen des Geheimen Sekretärs Meder aus dem preußischen Ministerium des Innern beschäftigten das Berliner Schwurgericht. Wie erinnerlich, war Meder an­geflagt, in acht Fällen Anweisungen des Ministers des In­nern, jezigen Finanzministers v. Rheinbaben, auf den Dis­positionsfonds, beziehungsweise Quittungen des Geheimen Ober- Regierungsrats Maubach in der Zeit vom 30. April 1900 bis 14. März 1901 gefälscht und die darauf erhobe= nen Gelder im Gesamtbetrage von 7870 Mart für sich ver­wandt zu haben. Der Angeklagte hatte sich ein Spezial- Ver­teidigungssystem zurechtgelegt. Er behauptete, er wisse von den acht Anklagefällen nichts und müsse, wenn er überhaupt Fälschungen begangen haben sollte, sich dabei in einem epi­leptisch- nervösen Dämmerungszustande befunden haben. Bei dieser Behauptung ist er seitdem geblieben. Um diesen Dämmerungszustand" glaubhaft zu machen, ließ der An­geklagte in einem Tagebuch, das er während seiner langen Untersuchungshaft und während mehrerer Beobachtungen seines Geisteszustandes in Frrenanstalten geführt hatte, bei mehreren Tagen Lücken und schrieb dann tags darauf ein, er könne sich nicht besinnen, wie der vorhergehende Tag ver­Laufen sei. Im Laufe der Verhandlung aber sah er das Nußlose seines Systems ein und besann sich endlich auf seine Straftaten. Er wurde zu vier Jahren Gefängnis unter Anrechnung von zwei Jahren Untersuchungshaft und fünf Jahren Ehrverlust verurteilt.

Ernen Ralbfleisch an de

Traouionen nichts wissen will; er fordert alle Besucher, ohne Unterschied des Standes, höflich auf, Platz zu nehmen. Die Cistercienser aber sträubten sich ein Weilchen; ob sie, ein­gedenk der alten Tradition, geglaubt haben mögen, daß sie wir nicht, aber es steht fest, daß sie sich nicht setten, auch dann nicht, als der Papst seine Aufforderung wiederholte. Da wurde Pius X. ärgerlich und sagte: Ja, soll ich Euch denn selbst die Stühle bringen!" Jetzt erst nahmen die Mönche schüchtern Plaz. Kardinäle sind sie aber nicht geworden!

plöglich alle zu Kardinälen ernannt worden seien, wissen ordentlichen Prof

Unruhen wegen einer Riesenpleite werden aus New­york gemeldet. Dort brach die Lake Superior Company zu­sammen. Ihre Arbeiter, denen die Gesellschaft 200 000 Dollars schuldet, veranstalteten Tumulte. Alle Fenſter wur­den zertrümmert, die Waffenläden geplündert und viele Schüsse abgefeuert, so daß Militär aufgeboten werden mußte. Später erstürmten die Arbeiter das Kontorgebäude und demolierten alles. Die Verlesung der Aufruhrakte blieb er­folglos und das Militär wurde mit Steinen geworfen. Man befürchtet das Schlimmste.

§ Das Eisenbahnunglück auf dem Berliner Friedrichstraßen­Bahnhof am 2. Mai d. J., bei dem der Artist Mühlfleth seinen Tod fand und verschiedene Personen verlegt wurden, trug dem Lokomotivführer Richard Grothe vor der Berliner Straffammer 9 Monate Gefängnis ein. Der Angeklagte, der bei der Führung seiner Lokomotive den allerelemen­tarsten Vorschriften zuwidergehandelt hatte, behauptete, sich zur Zeit des Unglücks in einem ohnmachtähnlichen Zustande befunden zu haben. Das Gericht glaubte ihm jedoch nicht, trotzdem der Bahnarzt die Angaben Grothes für nicht un­wahrscheinlich erklärte.

Nah und fern.

Kaiserliches Geschenk. Als Entschädigung für seine während der Chinawirren zerschossene Uhr ließ der Kaiser durch das Reichsmarineamt dem städtischen Vollziehungs­

Bunte Chronik. Der deutschfreundliche Häuptling von Apia auf Samoa Seumanutafa ist gestorben. Er hatte seine Würde 30 Jahre bekleidet und war bei der Rettung deut­scher Seeleute von den Kriegsschiffen Adler" und Eber" beteiligt, welche bei dem furchtbaren Orkan am 16. März 1889 Schiffbruch litten.

[ Die neueste Abart vom Looping the Loop] ist die Fahrt eines in einem Radreifen stehenden Mannes durch die bekannte Riesenschleife. Dieses tollkühne Wageſtück will ein

-In Göttingen fand man bei Ausschachtungsarbeiten eine Anzahl großer Kanonenkugeln mit noch wohlerhaltenem Zünder. Es handelt sich um hannoversche Munition, die im Jahre 1866 im Sumpf versenkt wurde, damit sie nicht den Preußen in die Hände fiel.

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Weidenfteller in& chaft Johannes B bom 1. Oftober 19 * Dem Affi ber Landesuniversi auf Grund feiner

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Artist, der sich unter den Namen Mr. Eclair verbirgt, in Oxydation aroma

Berlin vollbringen. Um den Effekt noch zu erhöhen, sol das Lokal, in dem die Produktion stattfindet, während der Vorführung verdunkelt werden, dafür werden aber Schleift und Radreifen im Glanze zahlreicher Glühlichter erstrahlen Wer weiß, zu welchen weiteren Auswüchsen die Looping the Loop- Manie führen wird.

- In der Nähe von Air- les- Bains wurde ein ausweis­loses Individuum namens Martin, sowie dessen Genosse, welcher die Angabe seines Namens verweigert, wegen drin­genden Verdachts der Urheberschaft an dem Morde der Halb­weltlerin Eugenie Fougère verhaftet.

Große Depot- Unterschlagungen hat sich der Chef des Stanislauer Bankhauses Ephraim Kamer zuschulden kom­men lassen. Kamer veruntreute 250 000 Kronen Depot­gelder, verlor sie an der Börse und im Kartenspiel und flüchtete darauf; angeblich ist er nach Amerika entkommen.

Vermischtes.

[ Wachtelregen.] Die Stadt Nagy- Becskerek( Mittel­ungarn) hat eine zweite Auflage des biblischen Wachtel. regens erlebt. Wie bekannt, wurden( nach der biblischen

Wüste, als einst die Not am höchsten war, durch vom Him­

ANäften außerordentliche or bneten ftatt. Bunft: Die& Robtberg. In diefer Sigung mit * Die Poft

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Erzählung) die Kinder Israels bei ihrem Zuge durch die ab ihren Postscho mel herabgefallene Wachteln gespeist. In Nagy- Becskerek sam machen. ging über der Stadt ein gewaltiger Wolkenbruch nieder, und die vor dem Gewitter in die Häuser sich flüchtenden Be­wohner vernahmen mit Staunen ein absonderlich schweres und dumpfes Niederfallen der Regentropfen. Als sie dann nach dem Regen die Leute auf die Straße traten, sahen sie zu ihrer nicht geringen Verwunderung, daß die wuchtigen Tropfen fette Wachteln waren, zwar naß wie Tropfen, aber doch leibhaftige Wachteln. Der Wolkenbruch hatte nämlich einen gerade auf dem Wanderfluge befindlichen Zug von Wachteln in den Höhen überrascht, und die armen Vögel, des Gebrauches ihrer durchnäßten Flügel beraubt, fielen zu tausenden auf die Erde. Die Bevölkerung besonders die ärmere zog ohne Zögern die Konsequenz aus der uner­warteten Bescherung, und es erscheint glaubwürdig, wenn man berichtet, daß noch in keinem Jahre so viele Wachteln in Nagy- Becskerek verspeist wurden wie an diesem einen Gewittertage.

Die theaters tef Einbrud hinterlaff bei der Sache. Temperamente,& rid tige Schattieru das Lustspiel: v. Kleift, das S b. Borthe und zu dramatisches Gebi gleichfam als Beg Jubel Ouverture, Margarethe Hohl und vor wie na Ouverture aus Fi aus Prometheus abwechslungsreich größten Tonkünft Rechnung getrage oder jenes Theate nigt am Blake; Fr. Sellbera. A Telety und Conr

[ Köstliche Stilblüten] wurden von einem aufmerk. samen Berichterstatter auf dem dieser Tage in dem kärn­tischen Städtchen Villach abgehaltenen österreichischen Städte. tage gesammelt. Ein Bürgermeister aus Deutschböhmen leistete sich folgenden Sat: Meine Herren, wenn die Zeit kommt, wo die Schüler Tinte und Feder wegwerfen.. Ein Abgeordneter meinte wieder, daß man in dieser Frage der Regierung klipp und klar auf die Zehen treten müſse", wogegen ein Bürgermeister Niederösterreichs der Ansicht war ,,, daß diese Angelegenheit der springende Punkt sei, den man annageln müsse, damit er herabfalle von den Höhen, in denen ihn die Regierung festgeheftet habe". Eine fühne Anforderung stellte wieder ein Bürgermeister Deutschböh mens an seine Kollegen, indem er sagte, die Städtetage soll­ten mindestens alljährlich abgehalten werden, damit die Bürgermeister zusammen kommen und sich gegenseitig be­fruchten". Im Gegensatze hierzu hielt ein Gemeindeober­haupt aus Tirol die Verhandlungen des Städtetages nicht für sehr wertvoll; er behauptete, er werde sich recht kurz fassen, da die Herren ja ohnehin das Referat und die ganze Sauce in Händen haben".

A[ Gine Erinnerung an Preußens trübste Zeit] wird durch eine Denkmalsweihe in Laruns im französischen De­partement Basses Pyrenées wachgerufen. Das Denkmal gilt dem Manne, der am 10. Oktober 1806 bei Saalfeld dem Prinzen Louis Ferdinand von Preußen den Todesstreich bersezte. Ein französischer Soldat, der das Gefecht bei Saal. feld mitmachte, schilderte später den Tod des Prinzen fol­gendermaßen: Die preußischen Truppen, die von dem Prin­zen Louis Ferdinand von Preußen, dem Neffen des Königs, geführt wurden, wollten sich nach dem unglücklichen Aus­gang des Gefechts zurückziehen, als der Wachtmeister Guin­dey vom 10. Husaren- Regiment heransprengte und dem Prinzen zurief: Ergeben Sie sich, General, oder Sie sind des Todes!"" Ich mich ergeben!" antwortete der Prinz. Niemals!" Sprach's und versette dem Wachtmeister einen Säbelhieb, der ihm das ganze Gesicht zerfeßte. Er wollte gerade zu einem zweiten Streiche ausholen, als Guinden ihm zuvorkam und ihm mit einem Stich die Brust durch­bohrte. Tödlich getroffen sank der Prinz vom Pferde." Guindey erhielt einige Tage später das Kreuz der Ehren­legion; er fiel 1813 in einem Gefecht bei Hanau."

[ Eine hübsche Geschichte vom Papst] erzählt die römische Tribuna"; sie hat, wie das Blatt ausdrücklich hervorhebt, den Vorzug der Wahrheit. Vor kurzem empfing Pius X. eine Anzahl Cistercienser- Brüder in Audienz. Nach der ersten Begrüßung forderte er die Mönche auf, Platz zu nehmen. Nun muß man wissen, was früher im Vatikan Brauch war: wenn der Papst einen Priester oder einen Mönch aufforderte, Platz zu nehmen, so hatte diese Aufforde­rung oder dieser Befehl die Bedeutung, daß der also Ge­ehrte eo ipso" zum Kardinal ernannt war, denn nur die Purpurträger haben das Recht, sich in Gegenwart des Pap­stes zu setzen. Pius X. hat aber seit seiner Thronbesteigung schon wiederholt gezeigt, daß er von derartigen veralteten

[ Die Vallon- Zeitung.] Dem Pariser Heeres- Museum wurde dieser Tage ein Dokument geschenkt, das in seiner Art einzig dafteht: die Nummer einer Zeitung mit dem Titel Ballon- Poste", die in Paris im Jahre 1870 während der Belagerung gedruckt wurde. Das interessante Blatt liefert bemerkenswerte Nachrichten über Ereignisse jener Tage, die wenig befannt waren. Der Herausgeber des Blattes, Gabriel Richard, zeigt darin an, daß das Blatt durch die Ballons, die während der Belagerung von Paris abgelassen wurden, in die Departements geschickt würde. Jener Zeitungsdienst arbeitete mit einer bemerkenswerten Geschwindigkeit. Das sezt bekannt gewordene Exemplar stammte von einem Ballon, der in Tours gelandet war.

A[ Der Ehescheidungs- Reford] ist geschlagen worden, natürlich von einem Amerikaner. Der unter dem Namen Kid Mac Coy bekannte Borer Norman Selby hat sich dieser Tage zum drittenmale scheiden lassen, nachdem er dreimal dieselbe Frau geheiratet hatte. Der Sohn eines reichen Bankiers soll ihm, wie er behauptet, die Liebe seiner zärt­lichen dritten und einzigen Gattin gestohlen" haben. Kid Mac Coy läßt sich also scheiden und verlangt... 100 000 Dollars Schadenersay, ganz kaltblütig und einfach.

Der Landwirt.

rd. Das Entblatten der Runkelrüben wird vielfach nock don Landwirten geübt, trotzdem zahlreiche Versuche den Nach. weis geführt haben, daß der Landwirt sich durch jene Ar­beit" den erheblichsten Schaden zufügt. Das Entblatten hat auf die Entwickelung der Wurzeln einen schwer nachteiligen Einfluß. Das Abblatten beeinträchtigt die Wurzeln umso­mehr, je öfter es vorgenommen wird. Wer daher eine reiche Rübenernte erzielen will, muß auf das Abblatten ver zichten. Weniger beträchtlich, doch immerhin auch bemert­bar, ist der Nachteil des Entblattens bezüglich der Erzie lung einer möglichst großen Nährstoffmenge. Für den Fall also, daß man Ende September oder im Oktober das nötige Grünfutter sich anderweit durchaus nicht beschaffen kann, darf man zu dem Abblatten seine Zuflucht nehmen. Auf feinen Fall aber früher.

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Ig. Die obligatorische Schuhimpfung beim Rindvich soll, wie verlautet, von der preußischen Regierung ernstlich in Frage gezogen werden. Die Gerüchte gründen sich auf eine Unterredung, die der Ministerialdirektor Althoff mit dem Marburger Bakteriologen Professor v. Behring in Nord­jausen hatte. Diese soll die Bedingungen zum Gegenstande jehabt haben, unter denen das Rinderimmunisierungsver ahren vom preußischen Staate erworben werden könnte. In einem von uns in einem längeren Artikel gewürdigten Vor­trage über Tuberkulose gelegentlich der Naturforscher­versammlung in Kassel hatte Behring auf die Gefahr der Verbreitung der Schwindsucht durch die Kuhmilch hingewie­en und Schußimpfung des Rindvichs verlangt. Im Groß­herzogtum Hessen soll die obligatorische Schußimpfung beim Kindvieh bereits in der Durchführung begriffen sein.

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