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schenden Einfluß auf die Politik des vandes gegenüber Nuß­land; angeblich soll die Kriegspartei, die die Räumung der Mandschurei von Rußland energisch gefordert wissen und im Falle einer russischen Weigerung den Krieg erklären will. die Oberhand haben. Die Friedenspartei will sich, so ver­sichern die britischen Auguren, mit einem Verbleiben Rußlandsinder Mandschureizufrieden geben, falls der Zar sich verpflichte, Chinas und Koreas Souve­ränität zu achten. Das wäre ein ganz vernünftiger Gedanke und jedenfalls das Beste, was Japan angesichts der ganzen Lage tun könnte. Freilich ist den russischen Versprechungen bezüglich Chinas und Koreas nicht einen Deut mehr zu trauen, als den bisherigen wegen der Mandschurei! Wenn die Japaner aber überhaupt noch im Zweifel über ihre Haltung gegenüber der Mandschureiangelegenheit sein sollten, so werden sie gut daran tun, den Weg der Friedenspartei trotz der russischen Unzuverlässigkeit zu gehen. Denn ob sie nun den Russen den Krieg erklären oder nicht: aus der Mandschurei bringt keine Macht der Welt den weißen Zaren mehr heraus. Andererseits wird Rußland nie dulden, daß Japan sich in Korea häuslich niederlasse, was doch allein der Zweck einer japanischen Kriegserklärung an Rußland sein fönnte. Daß einstweilen, vor dem Frühjahr, an einen Krieg zwischen beiden Mächten aus klimatischen und anderen Gründen nicht gedacht werden kann, haben wir schon dar­gelegt.

Die Politik.

Ossowska. Sie lieferte nicht nur ein wichtiges prozessuales, sondern auch ein packendes allgemein menschliches Moment. Aus den Aussagen der Ossowska sprach die mahnende Stimme des Gewissens, das dem Schuldigen keine Ruhe läßt, bis er seine Tat gefühnt.

Das Geständnis der Hebamme.

Die Ossowsta ist angeklagt, s. 3t. vor dem Landgericht Posen in dem Zivilverfahren wegen Anerkennung der Le­gitimität des gräflich Wesiersfi- wileckischen Knaben falsch geschworen zu haben. Sie hat der Gräfin für den Zivil­prozeß folgendes Attest ausgestellt: Ich bescheinige hiermit, daß die Gräfin Wesierska- Sivilecka schwanger war im Jahre 1897 und von mir in den letzten Monaten der Schwanger­schaft untersucht worden ist. Sie ist auch von mir banda­giert und massiert worden. Dies bescheinigt pflichtmäßig. gez. Katharina Ossowska, Bezirkshebamme." Sie hat dieses Attest als der Wahrheit entsprechend in Posen beschworen, hinterher aber zugegeben, daß das Attest falsch war. Sie habe zwar die Gräfin untersucht, aber erst, als der Knabe bereits acht Monate alt war.- Präs.: Sie geben auch heute zu, daß Sie unter Ihrem Eide die Unwahrheit ge­sagt haben? Angeklagte Ossowska: Ja.

Die bevorstehende Wiesbadener Zusammenkunft Kaiser Wilhelms mit dem Zaren erfolgt, wie unser Berliner CB., Mitarbeiter aus unbedingt verläßlicher Quelle hört, auf per­sönlichen Wunsch des Zaren. Vor einigen Tagen richtete Nikolaus II. ein Telegramm an Kaiser Wilhelm, in dem er erklärte, er möchte Deutschland nicht verlassen, ohne vorher seinen lieben Freund" unseren Kaiser- begrüßt zu haben. Kaiser Wilhelm antwortete, er freue sich der ihm angetragenen Begegnung sehr, um dem Zaren keine Um­stände zu machen, werde er nach dem nahe bei Darmstadt gelegenen Wiesbaden kommen, wo die Begegnung im Kö­niglichen Schloß stattfinden könne. Die Namen der an der Begegnung außer den beiden Kaisern noch Teilnehmenden haben wir bereits genannt. Erwähnt sei noch, daß vermut­lich auch der am heutigen Mittwoch nach Paris abgereiste russische Minister des Auswärtigen, Graf Lambsdorff, der am Sonnabend nach Darmstadt zurückkehrt, bei der Zwei­Kaiserbegegnung zugegen sein wird. In diesem Falle wird auch Graf Bülow den Kaiser nach Wiesbaden begleiten. Des Kaisers Aufenthalt in Wiesbaden ist auf vier Tage be­messen.

A Gegenüber einer Meldung des Pariser Figaro", die nächstjährigen deutschen Kaisermanöver würden im Saarrevier stattfinden und 4 Armeekorps beschäftigen, teilt die Nordd. Aug. 3tg." mit, daß die Manöver in Mecklenburg abgehalten werden und daß daran nur 2 Armeekorps teilnehmen.

Eine Muster- Masseuse.

tien nachreist und auf einmal dort mit Ihnen sich sehr gu berträgt. Ange kl.: Wir waren in der schönen Gegend dort immer sehr animiert. Justizrat Wronker: Sat: die Gräfin die Schimpfworte nicht aus Anlaß von Eiser.. ſuchtsszenen benuẞt?- Angefl.: Ja, es handelte sich um Liebesgeschichten, wenn sie so schimpfte, es handelte sich um Verhältnisse mit anderen Frauen. Präs.: Hatten Gie denn solche Verhältnisse? Ange kl.: Warum soll ich fein Verhältnis haben?( Heiterkeit.) Der Angeklagte schät seine Schuldenlast auf 200 000 Mart, während er sie in der Voruntersuchung auf 450 000 Mark angegeben hatte. Sie weiß von nichts.

Präs.: Wie famen Sie zu der Ausstellung des Attestes? - Ange kl.: Die Frau Gräfin schickte zu mir, der Doktor habe ihr geraten, sich massieren zu lassen. Ich habe das Wort damals zum erstenmal gehört. Sie hat mir erklärt, wie es zu machen ist und ich habe sie mehrmals massiert. Damals war aber das Kind schon acht Monate alt oder noch älter. Eines Tages klagte mir die Gräfin, daß man die Rechtmäßigkeit des Kindes anzweifle. Die Hebamme, die bei der Geburt geholfen, wäre gestorben und sie hätte nun keine Beweise. Ob ich ihr nicht ein solches Attest aus­stellen würde. Ich habe das dann wider besseres Wissen getan und seine Richtigkeit beschworen. In Posen ist kurz vor dem Termin die Angeklagte Knoska zu mir gekommen und hat gesagt, die Frau Gräfin lebt so in Angst wegen meiner Aussage. Das hat mich auch veranlaßt, mein Ge­wissen zu belasten und falsch zu schwören.

* Wieder einmal geht das Gespenst einer Reichskanzler­krisis um: Die Wünsche der Gegner des Grafen Bülow haben sich zu dem Gerücht verdichtet, die Stellung des Kanzlers sei erschüttert. Ja, noch mehr, man wispert sid, bereits die Namen der Kandidaten ins Ohr, die für die Nachfolge des Kanzlers angeblich in Betracht kommen: Die Namen des Frhrn. v. Roten han, des früheren preußischen Gesandten beim Vatikan, und des Generalobersten v. 2 o e. Auch Frhr. D. Rheinbaben, der preußische Minister des Innern, wird genannt. Alle diese Gerüchte und Kombinationen sind, wie unser Berliner CB.- Mitarbeiter von gutunterrichteter Seite erfährt, haltlos. Zu einer Erschütterung der Stel­lung des Reichskanzlers liegt zur Zeit kein Grund vor, und damit fallen alle Kombinationen über die Person seiner Nachfolger in sich zusammen.

Zum Nachfolger des Frhrn. v. Richthofen als Ober­präsident der Provinz Ostpreußen ist der Potsdamer Negie­rungspräsident v. Moltke ernannt worden, ein Neffe des Feldmarschalls, der als tüchtiger Beamter und maßvoller Charakter gilt.

Das unbequeme Gewissen.

Die zu Lauterbac persönlichen Scheiden ma fich also aud

Ueberraschung Dr. Wallau * Dem Landesunivers legendi für b * Besi bes Pahnüb Grünberg und Herr P nach der B Mücke, wäh

Auf absolutes Leugnen legt sich die nächste Angeklagte, Bronislawa Kwielkowska, die weder von dem Abholen des Kindes, noch von dem Eintreffen auf dem Schlesischen Bahn­hof, noch von der Fahrt mit dem Droschkenkutscher Wilke nur das Geringste wissen will: Ich bin von jeher gedächt nisschwach," sagt sie. Weiß nir von Geheimnis." Gie leugnet auch, sechs Rotweinflaschen mit Schweineblut für die Gräfin eingepackt zu haben. Der Erste Staatsanwalt hält ihr vor, daß sie sich im Jahre 1901 recht gut auf bjer Jahre vorher zurückliegende Vorgänge besinnen konnte. Die Angeklagte behauptet, ob sie mit der Gräfin in Paris ge wesen sei, könne sie nicht sagen, es sei ihr nur wie ein Traum. Sie habe den Zustand der Gräfin stets für echt gehalten.

Präs.: Und was hat Sie weiter dazu veranlaßt? Angekl.: Ich habe an die gräfliche Familie gedacht. Präs.: An das Kind auch? Angefl.: Ja. Bräs.: Haben Sie auch gedacht, dann müssen die Fräuleins heraus aus dem Schlosse? Angekl.: Ja, ich wollte der Fa­milie das Vermögen erhalten. Präs.: Sind Sie von jemand beeinflußt worden, nachher Ihre Aussage zu ändern? Angel.: Nein, ein Jahr Gefängnis oder mehr ist viel leichter, wie ein falscher Eid, drückt nicht so auf Gewissen.

Präs.: Als Sie der Frau Gräfin das Attest brachten, war da der Herr Graf zugegen?- Angefl.: Ja.- Auf Ersuchen der Verteidigung stellt der Präsident aus den Akten fest, daß die Ossowska früher andere Aussagen in dieser Beziehung gemacht hat. Weiter wird festgestellt, daß die Angeklagte in einem früheren Falle, bei dem sie mit dem Strafgesetzbuch in Konflikt gekommen war, auch vier Wochen nachher ihre Aussage zurückgenommen hatte, und zwar an­geblich ebenfalls aus Gewissensbissen.

In der bayerischen Kammer kam die General debatte über die allgemeine politische Lage nunmehr zum Abschluß. Nach einer Erklärung des Zentrumsabgeordneten Bimmern, auch er wünsche einen gesunden und ehrlichen Frieden, fritisierte der liberale Abgeordnete Deinhard Sie Unsicherheit bei all den Handlungen des neuen Ministe­riums, die sich wiederholt, so gegenüber der Verstaatlichung der Pfalzbahnen, der Verteilung der Geschäfte innerhalb der Ministerien u. s. m. gezeigt habe. Seine Freunde ständen dem neuen Ministerium abwartend und vorsichtig gegenüber, da ihnen keine genügende Klarheit über dessen Absichten ge­worden sei. Weiterhin polemisierte der Redner gegen das Zentrum und sprach sich im Sinne der Aufgabe des Post­markenreservats aus, das wenigstens in der Pfalz nicht als unabänderlich gelte.

Graf Tisza geriet schon zu Beginn seiner Verhandlungen mit den Parteien in ernste Schwierigkeiten. Sogar in der liberalen Partei, der er selber angehört, ist er auf große Gegnerschaft gestoßen: Graf Apponyi hat sich mit seiner Gefolgschaft von den übrigen Liberalen getrennt und er­lärt, er fönne nicht weiter mitmachen.

,, Großmutter" Gräfin.

Aus den weiteren Verhandlungen ist nur noch die Erklär ung der Verteidiger von Wichtigkeit, daß sie nie den lei sesten Gedanken gehabt haben, daß Graf Hektor Kwilecki und dessen Familie( die Agnaten) irgend welche unlauteren Machenschaften in dieser Affaire sich hätten zu schulden kom men lassen". Hervorgerufen wurde diese Erklärung durch die Aussage eines Zeugen, daß davon gesprochen worden wäre, Graf Heftar Kwilecki würde mit Freuden zwei Millio nen für den Besitz von Wroblewo zahlen.

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+ Kaiserlicher Gnadenakt. Dem Pastor Haspelmath in Kirchboizen, welcher im September d. J. von der Straf­kammer in Verden wegen fahrlässiger Tötung zu drei Mo­naten Gefängnis verurteilt worden war, ist diese Strafe jetzt im Gnadenwege erlassen worden. Wie noch erinnerlich sein dürfte, hatte Pastor H. während der Nachtzeit vom Fenster seiner Wohnung aus einen Einwohner des Orts er­schossen, den er für einen Einbrecher hielt.

Prinz Max von Sachsen in Jerusalem. Der Sohn des Königs von Kachsen, Kaplan Prinz Mar, weilt seit einer Woche als Pilger in Palästina. Die Behörden von Jerusalem hatten erfahren, wer der Pilger, der das einfache Büßer­gewand trug, eigentlich sei, und glaubten, der Brinz habe es nur angelegt, um vollständig unbekannt die heiligen Stätten zu besuchen. Sie beabsichtigten deshalb, ihm die einem föniglichen Prinzen zustehenden Ehren zu erweisen, wovon sie erst Abstand nahmen, als sie erfuhren, daß der Prinz tat­sächlich Geistlicher sei.

Auf Befragen des Ersten Staatsanwalt Steinbrecht, ob die Angeklagte Ossowska denn selbst je geglaubt habe, daß die Gräfin die Mutter des Knaben sei, erwidert die Ange­flagte: Hab' ich immer geglaubt, Frau Gräfin sei Groß­mutter von dem Kinde.( Heiterkeit im Zuhörerraum.) Erster Staatsanwalt Steinbrecht: Wen haben Sie denn für die Mutter gehalten? Angefl.: Hab' ich geglaubt, die Frau v. Sutowska( die verheiratete Tochter der Grä­fin). Präs.: Haben Sie das jemand gesagt? Angefl.: Ich hab' das so gedacht, aber nichts gesagt. Vert. Justizrat Wronker: Glauben Sie nicht, daß Ihnen hohe Belohnung winkt, wenn Sie Ihre Strafe wegen Mein­eids verbüßt haben? Angef I.: Nein, nur wegen Ge­wissen sage ich jetzt die Wahrheit. Verteidiger Justizrat Wronker macht hier den Einwurf, daß die Angeklagte zu ihrer Aussage durch die Hoffnung auf eine hohe Belohnung verleitet sei, ohne daß er an irgend eine Beeinflussung sei­tens der gräflichen Agnaten glaube. Die Angeklagte hat eine Anzahl Bettel die der Verteidiger dem Gerichtshof übergibt als Kassieber aus dem Gefängnis geschrieben, in denen sie ihren Verwandten mitteilt, der Probst ihres Hei­matortes werde ein Gnadengesuch einreichen, und der Herr" werde sich sehr erkenntlich zeigen. Die Angeflagte erklärt, daß sie dadurch nur ihre Angehörigen habe beruhigen wollen. Gräfin Wesierska- wilecka behauptet entgegen den Befund­ungen der Hebamme, daß sie von dieser bereits während ihrer Schwangerschaft massiert worden sei.

In einer Londoner Vorstadt ist der Vorsitzende der Vereinigung armenischer Flüchtlinge in England, Sagruni, ermordet worden. Der Mörder soll entkommen sein, aber man vermutet, daß er in armenischen Kreisen zu suchen sei. Offenbar entspringt die Tat irgend einem Streit innerhalb der Vereinigung. Armenische Rachsucht äußert sich ia be­Fanntlich nicht nur gegenüber den Fremdgläubigen, sondern weiß auch unter Glaubensbrüdern für den Dolch das Ziel zu finden.

Die Regierung von Columbien macht neuerdings den schüchternen Versuch, in der Panama- Angelegenheit Frank­reich gegen die Vereinigten Staaten auszuspielen. Man fordert allen Ernstes die französische Regierung auf, die Be­figrechte der Panamagesellschaft, für welche von den Ver­einigten Staaten eine Entschädigung von 210 Millionen Francs geboten seien, mit aller Entschiedenheit, nötigenfalls burch Entsendung von Kriegsschiffen zu schüßen. Frankreich wird sich vermutlich hüten.

Der Kindesunterfchiebungs- Prozess.

( 2. Berhandlungstag.)

RK Berlin, 27. Oktober.

Den Clou des zweiten Verhandlungstages bildete unbe­stritten die Vernehmung der ersten Angeklagten, die heut vor den Schranken des Gerichts stand. der Hebamme

Der stolze Vater.

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Ein Münchener Bankkrach steht in drohender Aussicht. Verursacht ist der Krach, in den als erstes Opfer die Terpol­werke München- Giesing verwickelt sind, durch die Flucht des Banfiers Ellenrieder, dessen Unterschlagungen über eine halbe Million Mark betragen sollen. Ellenrieder ist seit langer Zeit ,, berreist". Er hatte einen Privatdetektive mit­genommen, der von Leipzig, Dresden und Berlin aus die Telegramme an die Firma nach München sandte, in denen der Anschein erweckt wurde, als ob Ellenrieder gute Geschäfte mache. Der Detektive wartete in Berlin vergebens auf seinen Auftraggeber, der dort von Köln eintreffen wollte, und kehrte dann nach München zurück, ohne das Personal der bayerischen Firma über die fingierten Telegramme aufzuklären. Außer den Terpolwerken sind mehrere andere bedeutende Firmen in L.itleidenschaft gezogen.

Graf Westerski- Kwilecki, der sich als nächster zu der An­Flage zu äußern hat, behauptet, daß er der Vater des Kindes sei und von einer Unterschiebung nichts wisse. Er habe nie­mals an der Legitimität seines Sohnes gezweifelt und sei stolz darauf, einen solchen Jungen bekommen zu haben. Er sei, als ihm die Geburt des Sohnes mitgeteilt worden, schleu­nigst mit dem praktischen Arzt Dr. Rosinski aus Posen nach Berlin gefahren. Er wisse aber nicht mehr, ob Dr. Ro­sinski seine Frau untersucht, oder auch nur das Kind ge­sehen habe. Er sei mit Dr. Rosinski in seiner freudigen Stimmung in eine Weinstube gegangen und habe dort fleißig gezecht. Als er dann vom Frühstück angeheitert nach Hause gekommen sei, habe er sich um weiter nichts bekümmert. Ueber das Verhältnis zu seiner Frau befragt, äußert Graf Wesierski, daß es unwahr sei, wenn behauptet würde, er habe jahrelang nicht mit ihr verkehrt.

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Ein nener schwerer Mißzgriff der türkischen Polizei wird der Pforte noch große Unannehmlichkeiten bereiten. Nach dem der übereifrige Konstantinopeler Polizeichef vor kurzem, wie erinnerlich, einen russischen Untertan ganz unmotiviert hatte verhaften lassen, war es diesmal ein als Tourist am Goldenen Horn weilender österreichischer Ministerialsekretär, Baron Eichhoff, dem er das gleiche Los zugedacht hatte. Eichhoff wurde auf der Straße verhaftet und zur Polizei­direktion gebracht. Man hatte ihn für Boris Sarafow ge halten, der angeblich zu jener Zeit in Konstantinopel ge­wesen sein soll.( Nach anderen Meldungen ist Sarasow längst tot. D. Red.) Der Verhaftete wurde nach fünf Viertelstunden, nachdem er sich legitimiert hatte, unter vielen Entschuldigungen der türkischen Behörden entlassen. Die Botschaft verlangt von den türkischen Behörden wegen dieses polizeilichen Mißgriffs Satisfaftion. In mazedonischen Kreisen ist dagegen das Gerücht verbreitet, daß Sarafow geflüchtet ist. Er habe längst Mazedonien verlassen und be­finde fich in Italien in Sicherheit.

Kleine harmlose Zänkereien. Manchmal ist es zwischen uns zu harmlosen kleinen Zän­tereien gekommen, da meine Frau etwas heftig ist. Präs.: Ra, Ihre Frau soll Sie oftmals in Gegenwart der Diener­schaft mit Schimpfworten, wie Schweinehund", Lumpen­jack" u. s. w. regaliert haben, sie soll auch direkt gesagt haben, sie ekelt sich vor Ihnen. Angesichts dieser Tatsachen ist doch barmloser Rant" ein etwas sehr zarter Ausdruck! Angek I.: Ach, das war nicht so gemeint.- Präs.: Sie sollen auch einmal gesagt haben: Sie hätten ein so miserables Leben, daß Sie sich eine Kugel durch den Kopf schießen müß­ten. Angefl.: Das ist schon sehr lange her.- Präs.: Die Dinge, um die es sich hier handelt, sind ja auch schon lange her. Angefl.: Das war schon vor 1896.- Präs.: Dies würde nur beweisen, daß Ihr eheliches Verhältnis schon lange vor 1896 ein sehr schlechtes war. Um so auffallender muß es erscheinen. daß bre Gattin Ihnen 1896 nach Ita

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Einen Teil der Hinterlassenschaft Königin Dragas kas­sierte der Belgrader Advokat Velikowitsch, der frühere Mi­nister und Vertrauensmann König Alexanders in Wien, für die erbberechtigten Schwestern Lunjevita ein. Im ganzen erhoben sie bei zwei Banten 153 000 kronen. Der Hofjuwe­lier Köchert dagegen weigerte sich, mehrere Schmuckgegen­stände, die die Königin ihm zur Reparatur gegeben hatte, auszuliefern. Er will vorher eine Forderung von meh reren tausend Kronen bezahlt haben.

In der Beg Falle handle Thüringische

Dynamitattentat in Bilbao. Der Aufstand in Bilbao führt zu immer neuen schweren Ausschreitungen. Die Aus­ständigen machten einen Dynamitanschlag gegen den Loko­motivenschuppen der Eisenbahn und die Zentralen der elek­trischen Beleuchtungs- und der Fernsprechanlage. Der Aus­stand hat sich auf alle Gruben der Umgegend erstreckt. A Verhaftete Anarchisten. In Barcelona wurden zwei italienische und ein französischer Anarchist verhaftet, welche durch aufrührerische Maueranschläge Propaganda zu machen suchten. Die Bewegung in Barcelona scheint von langer Hand vorbereitet zu sein.

Gebiete des d diefer Lotteri

Bunte Chronik. In Wreschen wurde der dortige Ge flügelhändler Aron Schmul auf offener Straße überfallen und ermordet. Der Mörder, ein Knecht, ist bereits ver­haftet.

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In Weißwasser wurde der 60jährige Glashüttenbesizer R. verhaftet, unter der Beschuldigung, seit zwei Jahren mit seiner jezt 15jährigen Tochter unerlaubten Umgang gehabt zu haben.

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-Bei Essen verunglückten durch Einsturz einer Kleinbahn brücke 7 jugendliche Arbeiter. Einer ist tot, drei andere schwer verletzt.

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