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Lokales.
Gießen, 28. Oktober 1930.
** Die Ernennung des Kreisrates Dr. Wallau zu Lauterbach zum Kreisrat des Kreises Bensheim ist auf persönlichen Wunsch rückgängig gemacht. Dr. Wallau, dessen Scheiden man in Lauterbach schon allgemein bedauerte, wird fich also auch fernerhin dem Kreise Lauterbach widmen; eine Ueberraschung, die gewiß freudig begrüßt wird, da Herr Dr. Wallau sich um den Kreis schon sehr verdient gemacht. ** Dem Assistenten am hygienischen Institut der Landesuniversität Dr. Karl Rißfalt, wurde die venia legendi für das Fach der Hygiene erteilt.
Besichtigung. Gestern trafen zur Besichtigung bes Fahnübergang- Terrains an der langen Hecke" in Grünberg Herren von der Eisenbahndirektion Frankfurt und Herr Provinzialdirektor Dr. Breidert aus Gießen ein; nach der Besichtigung fuhren die Frankfurter Herren nach Mücke, während Herr Provinzialdirektor Dr. Breidert in Begleitung der Herren Bürgermeister Zimmer und Beis geordneten Keil das Terrain für die projektierten Luftkurortanlagen in Augenschein nahmen.
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Ueberfahren wurde von einem Wagen am Montag in Gießen ein Mann von Grünberg. Der Ueberfahrene trug arge Verlegungen am Kopf und Bein davon, fon nte aber nachdem er in der Klinik verbunden, am Dienstag morgen nach Grünberg entlassen werden. Verunglückt. Beim Dickwurzladen brach sich gestern in Grünberg beim Absteigen vom Wagen eine etwa 60jährige Frau ein Bein. Aerztliche Hülfe wurde sofort in Anspruch genommen.
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* Die silberne Hochzeit können dieser Tage zwei Beamte, die sich durch 25jährige Tätigkeit im Polizeidienst der Stadt Gießen verdient gemacht haben, feiern. Ari minalschutzmann Pfeffer begeht den Tag der Silberhochzeit am 29. und Schußmann Göbel am 30. Oftober; beiden Beamten wird es an diesen Tagen an Zeichen der Wertschätzung und Achtung aus dem Kreise der Bürgerschaft nicht fehlen.
* Rezitation. Die Gießener Gewerkschaftstommission hat den von seinem früheren Auftreten in Gießen noch wohlbekannten und geschäßten Rezitator, Herrn Emil Walkotte aus Berlin für einen Abend gewonnen. Derselbe wird am Donnerstag, abends halb 9 Uhr, in Lomys Bierfeller eine Rezitation:„ Ernstes und Heiteres", ber anstalten.
)*( Luftkurort Grünberg ist eben das Tema in Frankfurt, Grünberg und in der Bahn. Wer täglich auf Reisen ist erfährt davon. Es wäre deshalb von großem Bert, wenn die Pläge für die Anlagen und der Weg nach bort markiert würden. Es wäre dadurch Interessenten und Tourristen die Möglichkeit geboten, sich das Terrain für das Projekt ohne Führer anzusehen. Insbesondere würde den Bewohnern in den Nachbarorten ebenfalls ein Dienst getan, demn auch diese haben ein Interesse an dem Projekt. Bei der herrlichen Fernsicht auf dem Tannenkopf, man sieht bei tlarem Wetter den Feldberg, Münzenberg, Friedberg 2c. 2c. wird sich ein Gang, besonders jetzt, da sich die Blätter der Bäume färben und der Wald einem Smyrnateppich gleicht, sehr lohnen.
* Ueber die Hessisch- Thüringische Lotterte ist von Landgericht in Elberfeld fürzlich ein sehr interessantes Urteil gefällt worden. Ein Mann( Preuße) war wegen des Spiels in dieser Lotterie angeklagt, wurde aber freigesprochen. In der Begründung sagte der Gerichtshof: In vorliegendem Falle handle es sich um den Vertrieb von Losen der HessischThüringischen Lotterie. Diese wird im Inlande, d. h. im Gebiete des deutschen Reiches veranstaltet. Zur Veranstaltung dieser Lotterie ist von der Obrigkeit eines oder mehrerer zum deutschen Reiche gehörigen Staaten die„ obrigkeitliche Erlaubnis" wie§ 286 St.-G.-B. verlangt, oder die„ bundes staatliche Genehmigung", wie§ 763 des B. G.- B sagt, erteilt und damit ist sie für das Inland, d. h. das Gebiet des deutschen Reiches erlaubt. Hiernach rechtfertigt sich die Freisprechung des Angeklagten. Dazu ist freilich zu bemerfen, daß andere Landgerichte wieder entgegengesetzte Ucteile fällen fönnen.
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Krofdorf, 27. Oft. Wie wir bereits früher mitteilten, haben die von der Kreisverwaltung ins Leben geufenen Wanderbüchereten bei unserer Landbevölkerung großen Beifall gefunden. Die hiesige Bürgermeisterei umfaßt 12 Gemeinden, mithin auch ebensoviele Bücherſtöcke.
Der diesjährige Wechsel ist auf den morgenden Donnerstag zwischen den einzelnen Ortschaften festgesetzt. Es steht zu achtung finden, die sie mit Rücksicht auf ihren Zweck auch erwarten, daß die Wanderbibliotheken immer mehr Beverdienen.
hier eine Ortsfernsprecheinrichtung in Betrieb genommen. (;) Londorf, 28. Oft. Mit dem heutigen Tage wurde frisch gewalzten Kreisstraße von Flensungen nach RuppertenFlensungen. Der Verkehr mit Pflugschleifen auf der rod ist bis zum 1. Januar n. Js. verboten.
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Hungen, 26. Oft. Herr Apotheker A. Leuchtweis verkaufte seine Apotheke an Herrn Apotheker Hahn. in diesen Tagen seinen § Hohensolms, 24. Oft. Der Fürst von Lich, hat Hohensolms wieder beendet und ist nach Lich zurückgekehrt. Sommeraufenthalt auf Schloß evangelischen Kirche ein Geschenk von 25 000 Mart vermacht. Friedberg. Taubstummenlehrer Heyland hat der ** Gemünden a. Wohra. Die Düsseldorfer Jagdherrn, 17 an der Bahl, haben sich wieder auf 8 Tage zur großen hiesigen Wälder kann aber auch ein Jägerherz erfreuen, beHerbst- Treibjagd hier einquartiert. Der Wildreichtum der und 9 Füchse. An Rehwild hätte gut die doppelte Bahl trug doch die diesjährige Gesamtstrecke: 26 Rehe 18 Hasen bestrebt den guten Rehwildstand auf dem bisherigen Niveau und mehr geschossen werden können, aber die Herren sind zu erhalten, ja ihn womöglich noch günstiger zu gestalten. () Aus dem Wohratal. Vor einigen Tagen wurde im ist auzgestopft beim Königl. Revierförster zu Gemünden bei Wohratal ein vollständig weißer Star geschossen. Derselbe Wohra zu sehen. Da die Natur" solche„ Sprünge macht", dürfte auch der„ ,, weiße Spaz" und der weiße Rabe" bald folgen, zumal jenes ausgestopfte Exemplar nicht der einzige
Star im weißen Kleide sein soll.
** Marburg, 27. Oft. In hiesigen Professorsfreisen wird die Mitteilung der Preußischen Korrespondenz bestätigt, daß von der preußischen Regierung die Errichtung eines Instituts Behring nach dem Muster des Pasteur'schen Instituts in Paris geplant ist.
(:) Kassel, 27. Ott. Im benachbarten Oberwellmar geriethen in der Nacht vom Sonntag auf Montag auf der Kirmeß der 45jährige Sohn des Defonomen Pfläging mit dem Fahrburschen Schäfer in Streit, in dessen Verlaufe Schäfer den Pfläging mit einer Wagenrunge so furchtbar malträtierte, daß dieser an den erlittenen Verlegungen starb.
(:) Wiesbaden, 26. Oft. Wie dem„ Rhein. Kurier" von verschiedenen Seiten bestätigt wird, trifft der Kaiser am 3. oder 4. November hier ein und wird mit dem von Schloß Wolfsgarten kommenden Zarenpaare und S. K. H. dem Großherzog von Heſſen eine Zusammenkunft baben.
Stadttheater Gießen.
Gestern Abend ging Georg Engels Drama, Ueber den Wassern" zum zweiten Male in Szene. Die Rolle der Stine Kos hatte diesmal Frl. Hohl übernommen und die Künstlerin errang damit einen vollen, ehrlichen Erfolg. Ihre Stine war eine Leistung der hohes Lob gebührt, besonders ist zu rühmen, daß die Darstellerin, ohne der „ Magd aus dem Dorf" auch nur das Allergeringste schuldig zu bleiben, selbst im Momente höchster Leidenschaft noch maßvoll genug war, um der Figur den Schimmer der Lebenswahrheit nicht zu nehmen. Das Beste gab Frl. Hohl im zweiten Aft und besonders in der Szene, in welcher die chnische Freude, mit dem scheinbar verhaßten Pastor gemeinsam zu sterben, über die Todesfurcht triumphiert, wie dieses Gefühl allmählich schwindet und andere Reue und Verzweiflung- Plaß greifen, als sie dem entsetzt zurückweichenden Pastor ihr Sündenregister entrollt und schließlich in ausbrechender, leidenschaftlicher Angst auf den Knien um seine nicht Gottes Verzeihung bettelt, in diesem Moment war Frl. H. von packender Wirkung. Auch im letzten Aft blieb sie recht gut. Die Leistungen der übrigen Tarſteller haben wir an anderer Stelle bereits gewürdigt, es genügt hervorzuheben, daß Herr Linzen als Pastor a D. Siewert eine Prachtgestalt schuf, und Herr Sandorff den Pastor Holm, besonders im Schlußakt, mit Geschick verkörperte. H.
Aus dem Gerichtssaal.
Straffammer.
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Gießen, 27. Oftober 1903. Der Former Emil Heese aus Bernburg verübte an Es wehte ein starker falter Wind, und die Soldaten waren Kriegserlebnisse aus dem Feldzuge 1870/71. so ermüdet, daß sie sogar auf dem Marsche schliefen. Am 2. Dezember tam die 7. Kompagnie wieder nach Irzy in Quartiere. In der Nacht wurden überall Biwakfeuer angezündet, um die Franzosen über die Stellungen und Absichten der deutschen Truppen zu täuschen.
( 5 Fortsetzung.)
Die 7. Kompagnie fam in ein ausgedehntes Gehöft Mamonville, das sie sofort zur Verteidigung einrichtete. In der Ferne sah man sehr oft feindliche Kavallerie- Patroillen, die sich aber bald wieder entfernten. In Mamonville erhielt Feldwebel Bruchhäuser die Nachricht von der Geburt seines dritten Söhnchens. Der Kompagniechef riet ihm, es nach dem Hofe Mamonville zu nennen, dann wolle er selbst Pathestelle übernehmen, was aber dantend abgelehnt wurde. Für den Fall einer Alarmierung hatte sich die hessische Division bei Château Gaillard an der großen Straße nach Drléans zu versammeln, wo auch in dieser Zeit unser Regiment sich mehrmals einzufinden hatte. Am 28. November hörte man in Mamonville den Kanonendonner der Schlacht von Beaunela Rolande, in der ein Angriff der Franzosen bom X. Korps zurückgewiesen wurde. Da für den folgenden Lag ein neuer Angriff befürchtet wurde, so mußten einige Truppenverschiebungen auf deutscher Seite vorgenommen werden. Die 7. Kompagnie bezog daher am folgenden Lage in Jrzy Quartiere. In der Nacht fiel plöglich ein Schuß, eine Patrouille wurde abgeschickt, fand aber nichts vom Feinde. Am andern Morgen stellte es sich heraus, daß der Vorposten Musketier Nachtigall der 7. Kompagnie ein Artilleriepferd, in der Meinung, es sei eine feindliche Patrouille das sich losgemacht und quer über das Feld lief, erschossen hatte. Am Nachmittag wurde die Kompagnie alarmiert und mußte in der Nacht bis Dramouln marschieren.
Für den 3. Dezember hatte Prinz Friedrich Karl den Angriff befohlen. Das Gießener Regiment rückte rechts der Straße nach Orléans gegen Artenay vor. Da ritt Prinz Friedrich Karl mit seinem Stabe vorüber, mit Hucrah- Rufen von den Truppen begrüßt. Am Mittag wurde nach hartnädigem Kampfe Artenay genommen und der Feind nach Orléans hin verfolgt. Prinz Ludwig von Hessen ritt ge rade am Regiment vorüber, als in seiner Nähe eine Granate einschlug. Ein Granatstück traf den Sattel seines Pferdes, das sich hoch aufbäumte, der Prinz blieb aber unverletzt und ritt lächelnd weiter. Nachts bezog das Regiment bei Artenay Biwack und die 7. Kompagnie Vorposten.
In einiger Entfernung brannte ein großer Bauernhof, welcher im Laufe der Schlacht in Brand geschossen wurde, dessen Glut sich bis in das Biwak hinein wohltuend fühlbar machte. Am 4. Dezember wurde der Angriff auf Orléans fortgesezt. Im Vorgehen erbeuteten unsere Truppen große Mengen von Zwieback, die ihnen nach den vorherigen Entbehrungen trefflich zu statten tam. Ein hartnäckiger Kampf entspann sich noch bei den Vorstädten von Orléans. Plötzlich schlug ein Marinegeschoß mitten auf die Straße unter die Truppen. Hauptmann v. Muralt vom 3. Hess. Infanterie- Regiment wurde sofort getötet, Leutnant Scharch von demselben Regimente schwer verwundet. Einige Minuten
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| einem 4jährigen Mädchen, das er von der Grünbergerstraße zu Gießen in den Philosophenwald lockte, ein Sittlichkeits6 Monaten genommen, auch werden ihm die bürgerlichen verbrechen. Er wird in eine Zuchthausstrafe von 1 Jahr Ehrenrechte auf 5 Jahre aberkannt.- Ludwig Böckner zu Maulbach ist wegen schwerer Körperverlegung angeklagt, die er am Sedanstage nach einer Feier auf dem Heimwege Burschen angepackt worden ist und er in Notwehr um sich verübt hat. Es wird festgestellt, daß er von mehreren gestochen hat. Es tritt Freisprechung ein. Ebenfalls freigesprochen wird Friedrich Heinrich Müller zu Eckartshausen, welcher wegen Sittlichkeitsverbrechens unter Anflage gestellt war. Der Ziegler Konrad Eyring von OberNidda das ihn wegen Betrugs zu 4 Wochen Gefängnis verMockstadt verfolgt gegen ein Erkenntnis des Schöffengerichts Tatbestand des Betrugs gebricht, weshalb Freisprechung einurteilte Berufung. Die Verhandlung ergibt, daß es an dem treten muß. Zum Schlusse wird der Landwirt Karl Henkel von Gedern ebenfalls freigesprochen. Er wurde 5 Tagen Haft verurteilt. vom Ortenberger Schöffengericht wegen groben Unfugs zu
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Geschäftliches.
Eine häufige Klage, die man hört, ist die Klage über die Qualität des Kaffees. Selbst dort, wo nur bessere Kaffee- Sorten Verwendung finden, und wo man auch mit den Bohnen nicht zu sparen pflegt, bekommt man vielfach auf den Grund, so findet man, daß in 99 von 100 Fällen ein unschmackhaftes Getränk vorgefeßt. Geht man der Sache der Gebrauch minderwertiger und schlechter Busazmittel der Grund der Kaffee- Misère ist. Ein schlechtes Busaßmittel verdirbt selbst den feinsten und teuersten Kaffee, während ein einen angenehmen und feinen Geschmack zu verleihen vermag. wirklich guter und reiner Kaffeezusa fogar dem billigen Kaffee Deshalb handelt man in seinem eigenen Interesse, wenn man vorsichtig und wählerisch ist und nur ein solches Zusag. mittel verwendet, wie z. B. Linde's Kaffee- Essenz, welches alles bietet, was von einem guten Kaffee- Zusatz verlangt werden kann.
Briefkasten.
Allerdings eine fleine Korrektur müssen Sie sich gefallen H. B., Grünberg. Besten Dank; die Idee ist gut. lassen. Sonstige Mitteilungen erwünscht.
Marktberichte.
Frankfurter Hen- und Strohmarkt, 27. Oft. ( Amtliche Notierungen.) Heu per Zenter Mt. 3.20 bis 3.85. Stroh per Zentner Mt. 2.00-2.45.
Arbeitsnachweis der Stadt Gießen.
Gartenstraße 2.
Es können eingestellt werden:
4 landwirtschl. Pferdeknecht, 1 Schlosser, 2 Spengler, Schreiner, 2 Küfer, 1 Bäcker, 1 Fahrbursche 1 Schneider, 1 Friseur, 2 Spengler, 3 Glaser, 10 Erdarb., 3 Hausburschen, 1 Köchin, 28 Dienstmädchen gegen hohen Lohn für hier und ausw., 1 Stüße der Hausfrau, 10 Lauffrauen, 1 Laufmädchen.
Lehrlinge:
1 Schlosser, 1 Bäcker, 1 Schneider.
Es suchen Arbeit:
4 Schlosser, 1 Schmied, 3 Buchbinder, 2 Schreiner, Flickerin, 1 Büglerin, 2 Installateure, 2 Heizer, 1 Kutscher, 1 Holzdreher, 1 Küfer, 1 Wagner, 1 Bäcker, 1 Friseur, 1 Wäscherin, 1 Kranken- bezw. Wochenpflegerin. 1 Hausbursche, 1 Dienstmädchen, 1 Bureaugehülfe, 1
Lehrlinge:
1 Kaufmann.
Berantwortlich: für ben politischen und Inseratenteil Ib in Klein; bas Sofale, ben Gerichts-" und" Deffentlichen Sprechsaal":& z. Oppermans Drud und Berlag der Gießener Berlagsbruderei( vorm. Wilh. Keller), Gießen.
Couverts mit Firma
von Mk. 3.50 an, liefert die
Expedition.
später kam der Bruder des letzteren, Leutnant Scharch von demselben Regiment von der 7. Kompagnie des Gießener Regiments hier vorüber. Er trat in das Haus, in das man seinen Bruder getragen hatte, tam aber bald mit der traurigen Nachricht zurück, daß die Verlegung eine tötliche set. In der Hand hatte er einen großen Knochensplitter, den die Aerzte soeben aus der Wunde entfernt hatten. Leutnant Scharch erlag einige Tage später seinen schweren Verlegungen. Während des Rückmarsches des Gießener Regiments aus Frankreich war der Vater aus Deutschland nach Orléans gekommen, um die Leiche seines Sohnes abzuholen. Die Stadt Orléans wurde in der Nacht auf den 5. Dezember von den deutschen Truppen besetzt, die damit nach langwirigen und schweren Kämpfen wieder diesen Stützpunkt an der Loire in Händen hatten.
Am Morgen des 5. Dezember fand an dem Denkmal der Jungfrau von Orléans vor dem General v. Manstein eine Parade der Truppen seines Korps statt. In Orléans wurden Quartiere bezogen, die sich diesmal durch großen Komfort auszeichneten.
Am 6. Dezember wurde die Verfolgung des Feindes begonnen. Das Gießener Regiment hatte den Wald nördlich von Orléans nach versprenaten Franzosen zu durchstreifen, wobei ihm u. a. ein riesiger Turtos, Achmed, in die Hände fiel. Hauptmann Leitz von der 4. Kompagnie erwirkte sich die Erlaubnis, ihn bei sich behalten zu dürfen, und Achmed zog seitdem immer mit dem Gießener Regimente, bis er auf dem Rückmarsche in Troyes verschwand.
( Fortseßung folgt.)


