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Nr. 253

bonnementspreis: tn Gießen, abgeholt monatlich 50- Pfg., ta's Haus gebracht 60 Bfg., durch die Poft bezogen viertels fährlich Mr. 1.50.

Gratisbeilagen: Oberbeffische Familienzeitung( täglich) Oberbeffische Beitschrift für Landwirtschaft, Obft- nub Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Berktagen nachmitage.

Mittwoch, den 28. Oftober 1903.

Gießener

12. Jabrgang.

fg.

Insertionspret de Die einspalttige Petitzeile für Gießen wie gang Oberhessen, die Kreise Weylar und Warburg 10 fortft 15 Pfg.; Reklamen die Petitzelle 30 resp. 40 Big.

Boftzeitungslifte No. 3969.

Rebattion und Erbedition: Gießen Nenenweg 28. Ferasprechenschink Nr. 369.

Neuelle Nachrichten

( Gießener Tageblatt)

Anabhängige Tageszeitung

( Gießener Zeitung)

für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wezlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberheffen.

Bekanntmachung.

Betr. Herbstkontrollversammlungen.

Bei den diesjährigen Herbst- Kontrollversamm­lungen im Kreise Gießen haben zu erscheinen alle zum Hauptmeldeamt Gießen gehörigen:

1. Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamte der Reserve. ( Kleiner Dienstanzug: Müße, Waffenrock oder Ueberrock, Achselstücke, lange Hosen oder hohe Stiefel beliebig, bei schlechter Witterung Baletot); 2. Reservisten, sowie die zur Disposition der Truppe n- teile und der Ersazbehörden Entlassenen aller Waffen; 3. Diejenigen, der Landwehr 1. Aufgebots angehörigen Mannschaften, welchen ein besonderer Gestellungs­befehl zum Erscheinen bei der Herbstkontrollver­sammlung zugeht.

Die Ersagreservisten haben bei den Herbstkontrollver­sammlungen nicht zu erscheinen.

Nachstehend ist angegeben, wo und zu welcher Zit die Kontrollpflichtigen anzutreten haben. A. zu Gießen

im Hofe der alten Kaserne am Brand für die Bewohner von Annerod, Allendorf a. d. Lahn, Alten- Buseck, Beuern, Burkhardsfelden, Gießen mit Schiffen­berg und Herrnwald, Großen- Buseck, Großen Linden, Heuchel­heim, Klein- Linden, Lang- Göns, Leihgestern, Oppenrod, Rödgen, Trohe, Wagenborn und Steinberg, Hausen, Wieseck, und zwar:

Am 6. November 1903:

1. Appell vormittags 9 Uhr. Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamte der Reserve, so­wie sämtliche Reservisten der Infanterie, welche in den Jahren 1896 und 1897 eingetreten sind.

2. Appell nachmittags 2 Uhr.

E. Zu Grünberg.

Am 11. Novbr. 1903, vormitt. 9 Uhr 15 Min., am westlichen Ausgange auf der Straße nach Gießen für die Bewohner von Alertshausen, Beltershain, Bersrod, Getlshausen, Göbelnrod, Grünberg mit der Dickelsmühle, Neumühle, Stadtmühle, Steinmühle, Ober- und Untere Ziegelhütte, Lagmühle Hattenrod, Harbach mit der Kolben­mühle und Sommermühle, Kesselbach mit der Rabenauischen Papiermühle, Lauter mit der Arzmühle, Bingmühle, Georgen­Hammer, Strellesmühle und Walkmühle, Lindenstruth, Lon­dorf mit der Burg Rabenau, Burgmühle, Schmittmühle, Reißenmühle und Ziegelhütte, Lumda( Groß- und Klein), Ddenhausen mit Appenbörner Hof, Queckborn, Reinhards­hain, Reiskirchen, Rüddingshausen, Saasen mit Bollenbach, Beitsberg und Wirberg, Stangenrod, Stockhausen, Weickarts­hain, Weitershain mit dem Hainer- Hof, Winnerod.

Befreiungsgesuche sind bis längstens 8 Tage vor dem Appell auf dem Dienstwege( durch das Hauptmeldeamt) einzureichen und müssen durch die Bürgermeisterei, bezw. bei Beamte durch die vorgesehte Behörde beglaubigt sein, werden aber nur im dringendßen Notfalle genehmigt.

Die Leute haben in bürgerlicher Kleidung zu er

scheinen.

Stöcke, Schirme, Pfeifen und Bigarren sind vorher wegzulegen.

Die Militärpapiere( Vaß mit eingeklebter Kriegsbeordnung und Führungszeugnis) müssen zur Stelle sein.

Sämtliche Mannschaften stehen im Laufe des ganzen Kontrolltages bis einschließlich Mitternacht unter dem Mili­färgeseh.

Gießen, den 20. Oktober 1903. Großherzogliches Bezirks- Kommando Gießen. v. Mosch,

Sämtliche Reservisten der Infanterie, welche in den Oberstleutnant und Kommandeur des Landwehrbezirks Gießen. Jahren 1898 und 1899 eingetreten sind.

Am 7. November 1903:

1. Appell vormittags 9 Uhr.

Sämtliche Reservisten der Infanterie, welche in den Jahren 1900, 1901 und 1902 eingetreten sind. 2. Appell nachmittags 2 Uhr. Sämtliche zur Disposition der Truppenteile und der Ersatzbehörden entlassenen Mannschaften der Infanterie, so­wie sämtliche Reservisten der Garde, Jäger, Kavallerie, Feld- und Fußartillerie, Pioniere, Eisenbahn-, Telegraphen­und Luftschiffertruppen.

Am 9. November 1903, vormittags 9 Uhr. Sämtliche Reservisten des Trains( einschließlich Kran­fenträger), Sanitäts- und Veterinärpersonals, Büchsenmacher­gehilfen, Defonomiehandwerker und Marine- Mannschaften, sowie zur Die position der Truppenteile und Ersatz- Behörden entlassenen Mannschaften aller Waffen, ausschließlich Infanterie und die durch besondere Gestellungsbefehle dazu befohlenen Behrleute. B. zu Lollar.

Am 9. November 1903, nachmittags Uhr, an dem Bahnhof, für die Bewohner von

Allendorf a. d. Lda., Climbach, Daubringen mit Heiberts­hausen, Lollar, Mainzlar, Ruttershausen mit Kirchberg, Staufenberg mit Friedelhausen, Treis a. d. Lda.

C. Zu Hungen.

Am 16. Novbr. 1903, vormittags 9 Uhr 15 Min., an der Post, für die Bewohner von

Bellersheim, Bettenhausen, Hungen, Inheiden, Langd, Langs­do rf, Nonnenroth, Obbornhofen, Rabertshausen mit Ringels­hausen, Rodheim mit Hof Gras, Röthges, Steinheim, Trais Horloff, Utphe, Villingen. D. Zu Lich.

Am 10. November 1903, nachmittags 3 Uhr, fin der Amtsgerichtsstraße, für die Bewohner von

Albach, Birklar, Dorf- Gill, Eberstadt mit Arnsburg, Ettings­hausen, Garbenteich, Grüningen, Holzheim, Lich mit Albacer Hoof, Kolnhausen und Mühlsachsen, Münster, Muschenheim mit Hof- Gül, Nieder- Bessingen, Ober- Bessingen, Ober­Hörgern, Steinbach.

Erfter deutscher Arbeiterkongrefs.

Der erste deutsche Arbeiterkongreß, dessen Tagung soeben in Frankfurt geschlossen wurde, hat gewissermaßen in Zu­sammenfassung aller seiner Absichten und Hoffnungen an den Kaiser folgendes Telegramm gesandt:

,, Ew. Majestät bringt der erste deutsche Arbeiter­kongreß, der von 200 Vertretern aus allen Gauen des Reiches, von verschiedenen Berufen und Konfessionen be­schickt ist, seine Huldigung dar und versichert seine un­wandelbare monarchische Treue und vaterländische Ge­sinnung. Die hier vertretenen, mehr als 600 000 Arbeiter stehen treu zu Kaiser und Reich, Fürst und Vaterland. Ge­stützt auf diese Grundsäße, erstreben sie unter dankbarer Anerkennung des bisher Geschehenen die Weiterführung der Sozialreform unter gesetzlicher Mitwirkung und Be­tätigung der Selbsthilfe."

Darauf hat der Monarch, dessen arbeiterfreundliche Ge­sinnungen ja schon im Februar- Erlasse von 1890 hinreichend zu Tage traten, wie folgt, erwidert:

Ich spreche den zum ersten deutschen Arbeiterkongreß dort vereinten Vertretern der deutschen Arbeiterschaft für den Huldigingsgruß und die Versicherung ihrer mon­archischen Treue und vaterländischen Gesinnung meinen herzlichsten Dank aus. Ich werde die Beratungen des Kon­gresses mit meinem Interesse begleiten und auch in Zu­funft allen Anregungen und Maßnahmen, welche geeignet erscheinen, das mir und meiner Regierung am Herzen liegende Wohl der deutschen Arbeiter zu fördern, gern meinen Schutz und Beistand zuteil werden lassen. Wil­helm, I. R."

Der Kongreß selbst war getragen von warmer Begeiste­rung und patriotischer Gesinnung. Aus den Verhandlungen, die sich ganz im Rahmen des Programms bewegten, ist folgendes herauszugreifen. Fast vier Stunden nahm die Be­ratung des ersten Gegenstandes der Tagesordnung: Koali­tionsrecht und Vereins- und Versammlungswesen" in An­spruch. Der Kongreß verlangte in einer Reſolution freies Koalitionsrecht ohne subjektive oder objektive Einschränk­ungen, Schuß der freien Ausübung des Koalitionsrechts und ein Reichsvereinsgesetz. Gegen diese Resolution stimmten bezeichnenderweise nur die Vertreter des Verbandes der katholischen Arbeitervereine, Sib Berlin", die sich für ein Koalitionsrecht ohne Einschränkungen in feiner Weise er­wärmen konnten. Der zweite Gegenstand, Die Rechtsfähig­feit der Berufsvereine", führte zu einer einstimmigen Reso­lution im Sinne des Referates, dem zufolge die Verleihung der Rechtsfähigkeit an die Berufsvereine zur Sicherstellung ihrer Vermögensrechte ohne Einschränkung ihrer Bewegungs­freiheit gefordert wird. Die dritte Frage schließlich, deren Thema die Arbeiterkammern" bildete, erregte die lebhafteste Debatte, weil darin die Anschauungen am weitesten ausein­ander gingen. Man fand sich schließlich auf dem Boden einer

Erklärung, die in paritätischen Arbeitskammern ein wich­tiges Mittel erblickt, der Verschärfung der Klassengegensäte und der damit verbundenen wachsenden Verbitterung und Entfremdung von Arbeiter und Arbeitgeber Einhalt zu tun durch Beratung und Verständigung über gemeinsame An­gelegenheiten, insbesondere aus dem Arbeitsverhältnis, und weiter ein Mittel, die Rechte und Interessen der Ar­beiter sicher zu stellen und zu fördern. Die Schaffung solcher Arbeitskammern sei deshalb als eine der nächsten und wich­tigsten Aufgaben der deutschen Sozialpolitik anzusehen. Und es sei tief zu beklagen, daß die in den Kaiserlichen Erlassen bom Februar 1890 in Aussicht genommenen gesetzlichen In­ftitutionen noch nicht verwirklicht seien.

Alles in allem gewährte der Kongreß ein hocherquickliches Bild nationaler Schaffensfreude. Es ist mit Sicherheit an­zunehmen, daß die in Frankfurt erzielten Resultate weiter wirken und segensreiche Folgen nach sich ziehen werden. Im Interesse der deutsch- gesinnten Arbeiterschaft und einer er­sprießlichen Sozialreform wäre das jedenfalls dringend zu wünschen.

Deutsche Schulidylle in Süd- Russland.

Odessa, 27. Oftober.

Die deutschen Kolonien Süd- Rußlands werden demnächst ein Jubiläum feiern können: Im Jahre 1904 werden hundert Jahre verflossen sein, seitdem deutsche Ansiedler aus Württemberg, Baden und Bayern sich in der fruchtbaren Ebene an der Molotschnaja niedergelassen haben und dort eine zweite Heimat fanden. Von den zirka 900 deutschen Dörfern und Ansiedelungen Süd- Rußlands sind die Ansiede­lungen des Molotschna- Bezirks die blühendsten. A. Stach, einer der trefflichsten Kenner der deutschen Kolonien in Ruß­land, hat als eine Art Festschrift zu der bevorstehenden Ge­dächtnisfeier eine Geschichte der Kolonien im Cherssonschen, Taurischen und Jekaterinoßlawschen Gouvernement" er­scheinen lassen. Er ist bei seinen Forschungen zu dem Er­gebnis gekommen, daß die innere Kraft der Kolonialbevöl­ferung Süd- Rußlands sich in den hundert Jahren bewährt hat. Die Kolonisten haben es verstanden, sich den russischen Lebensbedingungen anzupassen. Stach hebt aber auch die Mängel der deutschen Kolonisten rücksichtslos hervor und warnt vor allem vor Hochmut und Hader. In Glaubens­und Schulsachen," schreibt er, werden separatistische Nei­gungen noch immer mit der den Deutschen eigenen Beharr­lichkeit gepflegt."

Bei dieser Gelegenheit soll noch erwähnt werden, wie und wo sich die deutschen Kolonisten Hauslehrer für ihre Kinder suchen. Die Kolonisten sind ebenso praktisch, wie erfinderisch. Uni auf möglichst billigem Wege zu einem Hauslehrer zu fommen, vereinigen sich mehrere Familien und mieten", wie der landläufige Ausdruck lautet, den Lehrer auf gemein­schaftliche Kosten. Die Schule beginnt nach der Beendigung der Feldarbeiten, im Oktober oder November und dauert bis zum März. Der Hauslehrer erhält in den meisten Fällen nicht mehr als 8 bis 10 Rubel monatlich bei vollständiger Verpflegung. Dafür muß er aber auch im Schweiße seines Angesichts arbeiten und von 8 Uhr morgens mit kurzen Unterbrechungen bis 4, ja bis 6 Uhr nachmittags Unterricht erteilen. Es versteht sich unter diesen Umständen von selbst, daß sich selbst hier in Odessa, das an gebildetem Proletariat einen Ueberfluß besitzt, nur schwer ein Kandidat für den Posten eines Hauslehrers bei einem deutschen Kolonisten findet. Da holt sich denn der Kolonist seinen Hauslehrer aus der Zahl der Barfüßler". In allen Nachtasylen des hiesigen Hafenbezirks lassen sich gegenwärtig täglich überaus interessante und charakteristische Szenen beobachten. Um S oder 9 Uhr abends, wenn sich das Nachtasyl gefüllt hat, er­scheint ein biederer Kolonist in Begleitung eines Vermitt­lers und bittet den Aufseher, ihm eine geeignete Persönlichkeit als Lehrer zu empfehlen. Der Aufseher läßt sofort die im Asyl befindlichen Deutschen antreten, und der Kolonist trifft die Wahl. Der Kandidat wird dann in eine Droschke ge­sezt und zunächst in einer Badestube einer gründlichen Rei­nigung unterworfen, darauf mit billiger Wäsche, mit klei­dern und Schuhwerk versehen, rasiert, frisiert und endlich auf die Kolonie gebracht. Der Barfüßler" ist nun wieder für einige Monate aus den Tiefen" aufgetaucht, und nicht selten bedeutet diese Rückkehr zu einem geordneten Leben den ersten Schritt zur dauernden Besserung. In den meisten Fällen jedoch erwacht in dem Lehrer", wenn die Tage wär­mer zu werden beginnen, die alte Lust zum ungebundenen Leben. Nachdem er womöglich sein Gehalt vorweg genommen hat, verschwindet er plötzlich auf Nimmerwiedersehen, um die weite Steppe bettelnd zu durchwandern und im Herbst, von Kälte und Hunger getrieben, wieder in der Großstadt zu stranden.

Der Streit um Korea

eine Komödie?

CB. Berlin, 27. Oktober. Die britische Presse zeigt sich andauernd beflissen, den Teufel an die Wand zu malen und einen nahen russisch­japanischen Krieg zu prophezeien. Nach ihrer Darstellung fämpfen in Japan zur Zeit eine ausgesprochene Kriegs­bartei und eine Friedenspartei um den beherr­

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umber im

Am glüdriften von allen aber b

der armen ergab die Gräfin nicht uno

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niht nur eine anmutige, reizende Gattin, sondern seine ein junger Ehemann fein fonnte, war doch Maria für ihn wieber jo bol zärtlicher Aufmerksamkeit, wie es immer nur " ancis par jo liebevoll, so boll Feuer und Geist und : war die Gräfin Maria.

Schatten

auffah. ihr Haupt an die Schulter des Gemahls lehnte und zu ihm Wie glücklich bin ich, Francis!' sagte Maria, indem sie der Finsternis

mochten damals auch, den

gleich, die lichtschimmernden Wellen benfeln.

das Gefühl der sicheren, durch die Liebe verklärten Heimat Der Kampf der Elemente draußen ließ sie noch freudiger

reicher Goldstickerei

schredend und schwarzen Pferdes. gefleidet, schwarz war auch der Zaum und die Decke ſeines ein Bams von schwarzen Sammet mit

doch

Seine

iganze

geheimnisvoll an: g.

er

wie ein Ab­war

seine Rätsel zu lösen. der damaligen Sandesitte en grund, vor dem wir uns entsetzen und der uns doch lockt, Sein leicht ergrauen des Saar war,

aller Kultur ihr Dasein dahinführen, bei allen wurden in Semiten, mögen sie zivilisiert sein oder ganz unberührt von denn bei allen Völkern, mögen te ndogermanen heißen oder vertrag Lösung und Ertlärung feines geheimnisvollen Sinnes;

steht, so gibt uns doch gerade dieser eine unerwartete

alten Seiten