bereitet, ungenügend überlegt ist und bet dem man dic Wahrscheinlichkeit des Verlierens mit einiger Vorsicht vor ausschen könnte. Und das hätte man bei den meisten Streits der letzten Jahre sehen können." Sicherlich be achtenswerte Worte eines Arbeiterfreundes!
In Paris haben sie es eilig. Die Kommission für die Vorberatung der Trennung der Kirche vom Staat in Frankreich soll bereits Ende September zusammentreten, damit die Ergebnisse der Kommissionsberatung vor Schluß der Parlamentssession der Deputiertenkammer vorgelegt werden können. Die Mitglieder des hohen Klerus wehren sich natürlich gegen die Maßnahmen der Regierung. So hat der Bischof von Nancy an den Präfekten ein Schreiben gerichtet, in welchem er erklärt, der französischen Regierung stehe keineswegs das Recht zu, den Bischöfen die Wahl der Priester ihrer Diözese zu verbieten. Der Bischof kündig an, er werde sich an den Staatsrat wenden, und beklagt daß das französische Gesetz den Bischöfen nicht gestatte, der Ministerpräsidenten persönlich vor Gericht zu laden.
† Geht er oder geht er nicht? Nämlich König Peter Ein Vertreter des" Standard" will aus zuverlässiger Quelle erfahren haben, daß König Peter innerhalb zehr Tagen zweimal gedroht habe, abzudanken, wenn die gegen wärtigen unerquicklichen Verhältnisse sich nicht ändern sollten, und zwar habe er erklärt, daß er nicht nur für sein Person, sondern für die ganze Dynastie abdanken werde. Der Gewährsmann des Berichterstatters fagte ferner, daß es sehr fraglich sei, ob es, wie angenommen, der neuer Stupschtina gelingen werde, dem Volke Vertrauen in da: neue Regime einzuflößen. Täglich werde die Gefahr eine zweiten Militär- Revolution noch vor den Wahlen größer Zu wessen Gunsten diese neue Revolution inszeniert wer den soll, kann man weder erfahren noch vermuten.
In Mazedonien geht es einen Tag wie den andern Die Komitatschis zünden türkische Dörfer an, mebeln di Männer und Kinder nieder und schänden die Frauen. Wi weit ihre Frechheit geht, zeigt unter anderm die Tatsache daß eine dreißig Mann starke Bande in Tirnowo eine tür fische Kaserne, die mit Soldaten besetzt war, angriff. Na türlich mußten die Komitatschis mit blutigen Köpfen ab ziehen.
Von einem neuen russisch- japanischen Konflikt wisser englische Meldungen aus Yokohama zu berichten. Danad hätten die russischen Behörden in Kamtschatka japanisch Schiffe, die Fische auftauften, wegen ungefeßlichen Handel: beschlagnahmt. 28 japanische Schiffsoffiziere wurder zurückgehalten, 278 Mann der Besaßung der Schiffe nad Japan geschafft. Selbstverständlich wird dieser Konflikt selbst wenn die Russen widerrechtlich gehandelt haben soll ten, gütlich geschlichtet werden.
Hof und Gesellschaft.
Der Kaiser machte von Kronberg aus mit dem Prinzen und der Prinzessin Friedrich Karl von Hessen einen zweistündigen Spazierritt in dem Walde am Altfönig. Wie weiter gemeldet wird, hörte der Monarch den Vortrag des Generaladjutanten Generals v. Plessen.
* Der Kronprinz beendete gestern seinen Jagdaufenthalt auf Schloß Dels. Wie verlautet, sind die Jagden, zu denen mehrere hohe Offiziere der Berliner und Potsdamer Garnison geladen waren, äußerst glücklich verlaufen. *** Prinz und Prinzessin Heinrich von Preußen beabsichtigen, Anfang Oktober dieses Jahres cinen längeren Erholungsaufenthalt im Süden zu nehmen. Die Reise wird von Darmstadt aus erfolgen, wo befanntlich das Prinzenpaar an der Hochzeit der Prinzessin Alice von Battenberg teilnehmen wird.
*** Königin- Witwe Margherita von Ita. lien, die sich z. 3. auf einer Nordlandreise befindet, wird, dem Vernehmen nach, auf Einladung Kaiser Wilhems der Kaiserparade bei Erfurt persönlich beiwohnen. Königin Margherita ist bekanntlich Chef des in Marburg garnisonierenden Jägerbataillons Nr. 11, das, als zuni 11. Armeekorps gehörig, an der Kaiserparade teilnehmen wird.
Deer und flotte.
Ballon und Fahrrad im Kriege. Der englische Geistliche Bacon, der sich viel mit Luftschiffahrt, und vor allen Dingen mit der Luftschiffahrt für militärische Zwecke, beschäftigt, machte wiederum einen militärischen Versuch. Er wollte mit seinem Ballon militärischen Radfahrern entgehen, und dabei wichtige Depeschen mit dem Fallschirm herunterlassen. Als die Puppe mit den Depeschen bereits heruntergelassen war, entdeckte Bacon, daß Radfahrer in gefährlicher Nähe seien und ließ den Ballon sofort sinken, um die Depeschen zu retten. Die Folge davon war, daß nicht nur die Puppe mit den Depeschen, sondern auch Bacon selbst in die Hände der Radfahrer viel. Diese Versuche, die augenblicklich in England. recht eifrig betrieben werden, endeten bisher meist mit einem Erfolge des Ballons.
Nene Haubizen in Desterreich. Auf dem Schießplaz in Neumarkt bei Krakau fanden Versuche mit den neueingeführten Haubißen statt, die gute Resultate ergeben haben sollen. Geschossen wurde gegen neuartige Festungswerke aus Eisen, Stein und Holz.
Französische Panzertürme. Der französische Marineminister Pelletan hat mit den Stahlwerken von Saint- Chamond einen Vertrag auf Lieferung von Panzertürmen abgeschlossen, wodurch offiziell kundgegeben wird. daß die jüngst erfolgte Erprobung des Panzerturmes des Suffren" die besten Resultate ergeben und das französische Panzerturmsystem sich bewährt habe.
Außer ihren Panzertürmen wenden die Franzosen auch ihrer Artillerie große Sorgfalt und Aufmerksamkeit zu. Wie aus Bourges gemeldet wird, ist der Kriegsminister Andre dort angekommen, um der Prüfung eines Hauptmann Tournier erfundenen Geſchüßes beizuwohnen.
neuen,
vom
Der 50. deutsche Katholikentag. CB. Auf dem Kölner Katholikentag herrschte im allgemeinen eine sehr friedliche Stimmung. Die Abgeordneten beschränkten sich auf eine vorzugsweise referierende Lätigfeit, ohne sich in die Karten sehen zu lassen, was in der bevorstehenden Parlamentstagung geplant ist. Aber einige in zweiter Reihe stehende Politiker, insbesondere Justizrat Custodis, schlugen auch eine schärfere Tonart an und machten dunkle Andeutungen, als ob die Zentrumspartei sich demnächst doch wieder mit dem Schwerte gürten und in einen erneuten Kampf aieben müsse. Nachdem erst vor
noch nicht allzu langer Zeit der verstorbene Papst Leo XIII. Deutschland die Anerkennung gezollt hat, daß die Katholifen in angenehmen Verhältnissen leben, und nachdem auch der Erzbischof von Köln, Kardinal Fischer, fich in ähnlichem Sinne geäußert hat, muß dieser Kampfruf immerhin überraschen. Es ist nicht im geringsten zu erwarten, daß der Staat feinerseits beabsichtigt, einen Kampf gegen das Zentrum aufzunehmen, weil diese Partei eine ausschlaggebende Bedeutung erlangt bat; dagegen ist die Möglichkeit nicht ganz von der Hand zu weisen, daß das Zentrum aus seiner günstigen achtstellung zu einer stärferen Initiative neigt. Diese Möglichkeit wird zur Wahrscheinlichkeit, wenn man die Preßäußerungen der lezten Beit in Betracht zieht.
Sier wird in regelmäßigen Zeitabschnitten immer wieder die heutige Schulverfassung als ein unhaltbarer Zustand bezichnet, weil das konfessionelle Element, bezw. dit Kirche, einen zu geringen Einfluß darauf habe; offenbar beabsichtigt das Zentrum eine Verquickung des kommenden Schulunterhaltungsgesetzes mit der Schulverfassung. Die Regierung hat sich zwar gegen eine Zusammenkoppelung zweier so verschiedener Fragen ausgesprochen. Aber da sich eine Negierung nur für die Amtsdauer eines Minister. präsidenten, bezw. des Ressortministers verpflichtet, so will damit immer noch nicht ausgesprochen sein, daß uns die nächsten fünf Jahre nicht eine derartige Verkoppelung bringen können; sehr nahe aber dürfte diese Möglichkeit rücken, wenn etiva das Zentrum das bevorstehende Schul. unterhaltungsgesetz ablehnen sollte, um in Gemeinschaft mit den Konservativen die Regierung mit dem Verlangen der konfessionellen Volksschule zu bestürmen.
Es ist aber auch nicht ausgeschlossen und auch das ergibt sich aus Zentrumsblättern, daß die Bartet den Mittellandkanal für eine konfessionelle Volkssäule ausspielt. Auch hierüber fehlt bis jetzt noch ein Anhaltspunkt, da die Regierung noch nicht schlüssig ist, in welcher Form dhe Kanalvorlage eingebracht werden soll. Kommt sie aber, dann kann das auf unser politisches Leben eine ausschlaggebende Bedeutung eben durch die Haltung des Zentrumsgewinnen. Denn das Zentrum fann den Mittel. landkanal mit den Konservativen zu Fall bringen, es kann ihn aber auch mit den Liberalen durchsetzen. Auf diese Weise entsteht namentlich für die Kanalfreunde, die su gleich Gegner einer fonfessionellen Schulreform sind, eine überaus prekäre Situation. Zwingen sie die Regierung zur Einbringung einer Kanalvorlage, dann kann sie das der Möglichkeit berauben, sich gegen die Veränderung der Schulverfassung mit Erfolg zu wehren. Das Zentrum spielt also jezt die Rolle der Sphinx, die der politischen Welt Rätsel aufgibt; aus den Aeußerungen des Justizrats Custodis zu Köln ergibt sich aber auch, daß sie sich ihrer Machtstellung bewußt ist.
Aus dem Gerichtssaal.
8 Dreimal zum Tode verurteilt. Das Reichsgericht wies bie Revision der dreimal zum Tode verurteilten Gastwirtsfrau Karoline Przygoda aus Röblau ab. Frau P., die nun sicher dem Henker verfallen wird, hat, wie erinnerlich, drei ihrer Gheinänner vergiftet. Sie war jetzt zum fünftenmal perheiratet, und ihr jetziger Gatte machte die Bemerkung, daß die ihm vorgesetzten Speisen Arsenik enthielten. Der Umstand, daß die vier Männer der P. sehr schnell unter eigenartigen Umständen gestorben waren, veranlaßte eine Untersuchung der Gräber, und in drei Leichen wurde Arjenif gefunden.
Eine bodenlose Dreistigkeit ließ sich die Handelsfrau Lina Präz zuschulden kommen, die sich gemeinsam mit ihrem Ehemann vor der Berliner Strafkammer wegen Suppelei zu berantworten hatte. Beide waren erregt und bestritten auss lebhafteste ihre Schuld. Der Ehemann fuchtelte mit seinem Militärpensionsquittungsbuch in der Luft herum und berief sich darauf, daß er als after Soldat, der sich stets tadellos geführt habe, es nicht nötig habe, auf unlautere Art Geld zu verdienen. Seine Frau riß ihm plötzlich das Büchelchen aus der Hnd und warf es mit einem kühnen Schwinge und den Worten:„ Da können Sie sich selbst überzeugen!" nach dem Nichtertisch. Das Büchelchen flog dem Vorsitzenden gegen den Kopf, es hätte leicht das Auge treffen können. Frau Prätz wurde wegen Ungebühr vor Gericht in eine sofort zu verbüßende dreitägige Haftstrafe genommen. Die Ver-. handlung wegen Kuppelei wurde vertagt.
§ Das Allensteiner Duell. Das Kriegsgericht der 37. Division verhandelte über das Duell, das, wie s. 3. gemeldet, am 18. August zwischen den Leutnants Kayser und Klauenflügel vom 73. Feldartillerieregiment stattfand, Die Ursache des Duells war ein Wortstreit. Leutnant Kayser wurde zu 4 Monaten, Leutnant Klauenflügel zu 3 Monaten und Leutnant Wünsche, welcher die Forderung überbrachte, zu einem Tag Festungshaft verurteilt.
Auch ein Wahlkampf. Das Erlanger Schöffengericht verurteilte zwei ländliche sozialdemokratische Wähler, einen Schuster und einen Waldarbeiter von Heroldsberg, zu je drei Wochen Gefängnis. Sie hatten einen Bauern, weil er den freisinnigen Kandidaten Barbecf- Nürnberg gewählt hatte, am Abend der Reichstagsstichwahl erst im Wirtshaus verulkt, mit Bier bespritzt und angeschwärzt, ihn dann auf der Straße geohrfeigt und mit einer Zaunlatte geschlagen und schließlich den Fliehenden über eine Brücke hinweg in den Straßengraben geworfen. Der Mißhandelte hatte sich gänzlich passiv verhalten.
§ Das Rekontre zwischen deutschen und englischen Soldaten in Queenstown hat bereits das dortige Bagatellgericht beschäftigt. Mehrere Matrosen vom deutschen Schulschiff " Stosch", die an der Schlägerei beteiligt waren, erschienen vor dem Richter. Sie entschuldigten sich wegen der Unannehmlichkeiten, die sie durch ihre Beteiligung an dem Zusammenstoß verursacht hätten.
Nab und Fern.
Magnetifiert. Wie erinnerlich, war vor kurzem die Gattin des verstorbenen Kommerzienrats von Zimmermann unter Entwendung von einer Million aus der Erbschaftsmasse mit ihrem Geliebten, dem„ Magnetiseur" Wilhelm Reichel, aus Berlin nach Newyork geflüchtet. Wie man jezt erfährt, hat sie ihrem Geliebten ein Adelsprädikat verschafft, indem sie ihn von einem verarmten Herrn v. Stachowicz für 25 000 mt. adoptieren ließ. Die Frau muß nicht bloß verblendet, sondern im wahrsten Sinne des Wortes magnetisiert sein. Sie dürfte aus ihren magnetischen Träu men böse erwachen, wenn dem Auslieferungsbegehren, das bereits gestellt ist, von seiten Amerikas stattgegeben wird.
O Die Beziehungen der Humberts zu Regnier, dem attgeblichen älteren Crawford und Erblasser, erfahren eine eigenartige Beleuchtung durch eine Mitteilung des Figaro". Danach ist der Vater des im Humbertprozeß erwähnten Regnier am 13. Februar 1896 in Cannes gestorben und hat dem belgischen Staat sein beträchtliches Vermögen hinterlassen. Unter den zur Erbschaft gehörenden ausstehenden Forderungen soll sich auch eine solche von einer Million Francs in Wechseln befunden haben, die von den Ehegatten Humbert und Maria d'Aurignac unterzeichnet waren. Danach wären also die Humberts Regniers Schuldner. Die Sache wird ja immer verwickelter. Das Ehepaar Humbert hat entgegen allen Dementis doch, wie wir gemeldet haben, die Nichtigkeitsbeschwerde eingelegt.
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Brofeffor Dr. G risarzt Dr. feimburg ( Priva Tage( Heftigen g. Gifebi rdentlichen Br Landesuniverfito in Machfudhen Ruhl und ih Dienste das des Großmüth = Kaif 116. Regiment über die Sal Majeftät hat liehen.
Bunte Chronik. Ein großes Feuer hat das Magazin der Norddeutschen Wollkämmerei in Fulda und die angrenzenden Stallungen und Scheunen zerstört. Der ange: richtete Schaden wird auf eine halbe Miilion geschätzt. -- Bei Avela auf Sardinien hat ein großer Waldbrand 350 Heftar Bestand vernichtet.
- Der Londoner Rechtsanwalt San Lewis hinterlief wohltätigen Anstalten 50 Millionen Mark.
Vermischtes.
[ Ein Scherzwort des Kaisers] von der kürzlich statt. gehabten Truppenschau in Mainz wird nachträglich bekannt. Als der Kaiser sich gelegentlich seiner Abreise von dort am Bahnhofe von dem Oberbürgermeister Dr. Gaßner verabschiedete, bemerkte er unter anderm:„ Eins kann man Euch
den Mainzern nicht nehmen, den Rhein und die hübschen Mädercher!"!" Der Monarch versuchte bei diesen Worten den Mainzer Dialekt nachzuahmen, und legte besonders auf das Wort„ Mädercher"( Mädchen) Gewicht,
[ Eine Hasenplage,] gewiß eine Seltenheit auf weidmännischem Gebiet, wird aus dem schweizerischen Kanton Neuenburg gemeldet. Dort hat sich das Geschlecht des Meister Lampe derartig vervielfältigt, daß die Landleute flagen, ihre diesjährige Ernte an Kohl, Gemüsen und Blattfrüchten nicht einheimsen zu können, denn die Hasen hätten dies schon vorher besorgt. Da- wie die Landleute sagen rasche Hilfe gegen die Hasenplage nottut, soll die Schonzeit, die jetzt auch in Neuenburg für Hasen besteht, in außergewöhnlicher Art unterbrochen werden, und hundert Jäger sollen die Erlaubnis erhalten, die Hasen, die sich lästig machen, abzuschießen. Dieser Fall budet eine seltsame Ausnahme, denn abgesehen von dem hirsch. reichen Kanton Graubünden ist im übrigen die Schweiz recht arm an Wild.
[ Gin eigenartiger Kongreß] fand in Antwerpen statt: eine Tagung des Bundes gewesener Waisenfinder"! In Belgien lacht man gar nicht mehr über komische Benennungen dieser Art, die man in Frankreich einfach für drollige Einfälle des Humoristen Alphonse Allais halten würde. In Belgien sind komische Vereinsnamen eben gang und gäbe; und nur in Belgien konnte sich im Jahre 1900 ein Verein neuer Kombattanten von 1830" konstituieren, ohne besonderes Aufsehen zu erregen. In Belgien hält man ja auch ein Spiel in Ehren, das mit der„ flachen Kugel" gespielt wird, und in einem Lande, in dem es .flache Kugeln" gibt, ist alles möglich.
[ Die Automobilisten- Falle.] Die englischen Automobilisten werden von den Polizisten arg verfolgt. Diese verstecken sich sogar an den Landstraßen im Gebüsch, und marten, daß ihnen ein über das gesetzliche Maß hinaus schnell fahrender Autler in die Falle gerät. In der Nähe don London lag dieser Tage so ein Polizist im Hinterhalt, es wollte ihm aber durchaus kein Automobilist auf den Leim gehen. Alle Wagen kamen hübsch vorschrifts mäßig langsam angefahren. Den Zusammenhang konnte er allerdings nicht erraten: ein schlauer Leierkastenmann hatte sich draußen auf der Landstraße mit seinem Leierfasten aufgestelt und über diesem folgende Tafel angebracht:
Ein kleines Almosen
erbittet sich ein durch einen Unglücksfall arbeitsunfähig gewordener Werkelmann.
Auf der anderen, der Straße zugekehrten Seite, die der Polizist nicht sehen konnte, stand aber zu lesen:
Achtung!
Automobilistenfalle in der Nähe! Kleinste Gabe dankbar angenommen.
Sobald ein vorüberfahrender Automobilist die Warnungstafel las, mäßigte er gewissenhaft sein Fahrtempo und warf dem braven Leierkastenmann ein Geldstück zu. Denn jeder zog es vor, lieber diesem einen kleinen Tribut zu entrichten, als bei der Polizeibehörde eine schwere Geldsumme zu erlegen.
Hotelräuber hatten sich den Prokuristen des Wiener Bankhauses Rothschild, Stiedry, der im Hotel Jungfrau" in Interlaken weilt, zum Opfer ausersehen. Ein angeblicher Student Marsan aus Barcelona hatte sich im selben Hotel einquartiert und überfiel nachts mit einem Komplizen den Prokuristen in seinem Schlafzimmer. Die Verbrecher betäubten den Schlafenden mit Chloroform und beraubten ihn seiner Barschaft von 7000 kronen und 300 Franken. Die Spizbuben sollten aber nicht dazu kommen, die Früchte ihrer frechen Tat zu genießen. Der Zimmerkellner hatte sie bemerkt und führte ihre Verhaftung herbei. Sie gehören einer großen internationalen Bande an.
Das Neuefte aus den Witzblätterna Durchschant. A.( junger Bräutigam): Vierzigtausend Mark zu dreieinhalb Prozent, wie viel macht das eigentlich an Zinsen? B.: Zum Kudud, lassen Sie mich doch endlich in Ruhe mit Ihren... Herzensangelegenheiten!"
Treffendes Bild. Freund( einen Schriftsteller besuchend, der Manuskripte in die Ofenröhre ſtellt): Was machst du denn da? Schriftsteller: Ich lege meine Musenkinder troden.
Das rechte Wort.„ Sag mal, Kusinchen, ist das wahr, daß der junge Lehmann sich bei dir auch einen Korb geHolt hat?"-a- ich bin die sechste Dame aus unserem Kreis, in die er verliebt war."" Entsetzlich! Der Mensch ist ja der reine Rundbrenner!"
Zarter Wink. Ich bitte dann bald um die Rechnung, Herr Doktor.... Aber bedenken Sie, daß Sie selbst mir ( Lust, Bl.) jede Aufregung verboten haben."
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