tanbetommen spiritistischer Phänomene hängt ab don dem physischen Befinden des Mediums und von der psychischen Veranlagung der Umgebung. Das Medium Rothe ist durch die Haft, die veränderte kost usw. phyfisch alteriert. Dann brauchen wir eine Umgebung, die sich passiv verhält.
Die G istererscheinungen
fönnen visionäre und invisible sein. Vert. Ist es etwas merkwürdiges, daß das Medium bei visionären Erscheimungen mit seinen eigenen Sprachfehlern und seinem Dialett spricht? Zenge: Durchaus nicht; das ist sogar selbstverständlich. Erst wenn die Intelligenz" auf das Medium gewissermaßen wie auf ein Instrument eingespielt ist, spricht das Medium mit der Stimme der Intelligenz. Solche Fälle von hochtrance" gibt es. So hat man Medien, die in fremden Sprachen reden. Die invisiblen Erscheinungen sind derart, daß das Medium Erscheinungen sieht, die den anderen unsichtbar bleibten.
Nach einer kurzen Beleuchtung der wissenschaftlichen Bildung des Zeugen, der sich als Mediziner betrachtet, weil er einige ärztliche Kollegien gehört hat, tommt dann eine Reihe von Zeugen zum Wort, die in buntem Durcheinander für und gegen die Rothe aussagen.
Muster aus dem Jenseits.
Große Heiterfeit ruft es hervor, als die Zeuzin Müller schildert, wie ihr die Rothe in einer Sigung einen Ständer mit Handschuhknöpfen, Flacon, Fingerhut überreichte mit den Worten: Das sind Muster aus dem Jenseits." ,, Einige Tage darauf ging ich durch die Friedrichstraße, und da sah ich in einem Schaufenster genau denselben Gegenstand mit 50 Pfennigen ausgezeichnet." Präs: Na, Frau Rothe, was sagen Sie dazu? Angefl: Was soll ich bazu sagen! Ich weiß davon nichts.
Mehrere Zeugen saben, wie die Rothe sich unter dem Tisch zu schaffen machte, andere behaupten, sie habe alles ,, mit reinen Händen" aus der Luft geschöpft. Ein Bäckermeister, der früher Spiritist war, ießt aber von der
Sache nichts mehr rotjen will, hat einmal dem Fmpresaris Jenzsch gesagt, er halte die Apporte für Schwindel, worauf er sofort von den Sigungen ausgeschlossen wurde. Seine Tochter ist aber selbst Medium und schreibt z. B., während sie sonst eine sehr schlechte Handschrift besißt, im Trancezustand falligraphisch. Für
Offenbarungen einer überfinnlichen Welt erklärt die Aussage eines inzwischen verstorbenen Zeugen Thoron, die verlesen wird, die Apporte der Rothe. In der bezüglichen Sigung seien auch Hofprediger Stöcker und Generalleutnant z. D. v. Zastrow anwesend gewesen. Ein anderer Zeuge Jagt aus, daß die Trancereden der Rothe fein durchdacht gewesen und so formvollendet vorgetragen worden seien, daß sie ihm wie Sphärenmusit" geflungen hätten. Alle ihre Anhänger sind der Ansicht, daß die Rothe bei ihrem geringen Bildungsstand derartiges nicht hätte auswendig lernen, geschweige denn ersinnen können. Wunder über Wunder
wissen eine Reihe Dresdener Damen zu berichten. Der einen, die aus Beru stammt, wurde auf ihre Bitte um einen Gruß aus der Heimat prompt ein Eukalyptuszweig überreicht, einer anderen, die lange in Griechenland gelebt hat, ein nur dort vorkommendes Gras. Bei einer Eizung seien fünfzehn verschiedene Geistergestalten in allen Größen erschienen, weiß gekleidet und leuchtend. Das Zimmer roch stark nach Phosphor.( Heiterkeit.) Ein Rechtsanwalt Paul Maher aus Lüßen, der die Rothe einmal wegen groben Unfugs verteidigt hat, tann es nicht begreifen ,,, wie die materialistische Wissenschaft das Walten überirdischer Kräfte leugnen könne." Dem lezten Zeugen, der heute vernommen wird, ein Etudent der Naturwissenschaften Heinrich Eihacker aus Köln, hat die Rothe Geister seiner Verwandten herbeizitiert. Darauf wird die Berhandlung auf morgen früh 912 Uhr vertagt. ( Fortsetzung folgt.)
Aus dem Gerichtsfaal.
8 Ein Muttermörder zum Tode verurteilt. In Kopenhagen wurde der Maler Jörgensen um To e durch Enthauptung verurteilt. Jörgensen hatte, wie erinner lich, seine Mutter erwürgt und die Leiche zerstückelt und in einen Teppich genäht, im Hafen versenkt. Der Grund der Tat war die Absicht Jörgensens, sich schnell in den Besitz des Vermögens seiner Mutter zu setzen, um sich mit seiner Geliebten, die guter Hoffnung war, verheiraten zu fönnen. Jetzt ist das Kind, um dessentwillen die Untat begangen ist, geboren und sein Vater zum Tode verurteilt. Die Hinrichtung wird öffentlich durch das Handbeil des Scharfrichters erfolgen.
§ Die Revision im Sandenprozeß v.rworfen. Das Reichsgericht hat nach zweitägiger Verhandlung die im Prozeß gegen den früheren Bankdirektor Kommerzienrat Eduard Sanden und Genossen eingelegten Revisionen sämtlich verworfen; gleichzeitig wurde im Falle Eduard Sanden auf Antrag der Staatsanwaltschaft dahin entschteden, daß im Nichteinbringungsfalle der 15 000 Mr. Geldstrafe die für diese eintretende Gefängnisstrafe von einem Jahr auf zwei Jahre Gefängnis zu erhöhen ist. Bon den sieben Angeklagten des großen Eandenprozesses haben Buchmüller und Warsinski Revision nicht eingelegt, während das Verfahren des inzwischen verstorbenen Kommerzienrates Eduard Schmidt als erledigt zu betrachten ist.
Kleine Gerichts- Chronit. Der durch seinen Kampf gegen angeblich irrenärztliche Irrtümer bekannte Hauptmann a. D. Gustav v. Bröcker ist von der Anlage der Beleidigung richterlicher Beamten von der Berliner Straffammer freigesprochen worden. Er hatte den Beamten u. a. Rechtsbeugung, Schikanen und grobe Hüchtigkeiten zum Vorwurf gemacht.
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Um Frrtümer zu vermeiden, teile ich einem verehrten Publikum ergebenst mit, daß meine
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unter Leitung eines tüchtigen Ingenieurs in unveränderter Weise weiter geführt wird.
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Lokales.
Ernannt wurde am 20. März der evangelische Pfarrer Georg Groth zu Wingershausen zum Pfarrer der evangelischen Pfarrstelle zu Romrod, Dekanat Alsfeld.
R.-B. Am 1. April d. J. werden in Wongrowitz( Bezirt Bromberg) und in Rosten und Gräz( Bezick Bosen) von der Reichsbankstelle in Bromberg bezw. Reichsbankhauptstelle in Bosen abhängige Reichsbanknebenstellen mit Kasseneinstellung und beschränktem Giroverkehr eröffnet werden.
[ Bodenreform.] Die gestern Abend von der hiesigen Ortsgruppe des Bundes der deutschen Bodenreformer nach dem großen Saale des Café Ebel einberufene öffentliche Versammlung war sehr gut besucht. Der Vorsitzende des Bundes, Herr Damaschte- Berlin, referierte über Erbbaurecht in sehr ausführlicher und verständlicher Weise. Besonders für unsere hessischen Verhältnisse ist die Durchführung des Erbbaurechts wie eine Besserung auf dem Gebiete der Woh nungsfrage, so sagte der Referent, infolge unserer besseren sozialen Gesetzgebung eine weit leichtere als in anderen deut. schen Staaten. Auf den Vortrag selbst kommen wir noch zurück.
schen Sattler gewerbes, woran sich die Firmen Groß, Aug. Kilbinger und Spieß beteiligten; die Firma Rilbinger mit einem förmlichen Wagenpark, der in einem eigens vorgerichteten Belte untergebracht ist. Die Prämiirungskommis sion ist tüchtig an der Arbeit und wird die Prämiirung vor 12 Uhr nicht beenden, sodaß wir die Prämiierungsliste erst morgen bringen fönnen. Der Verlosungsausschuß hält Musternug für die zur Verlosung anzukaufenden Tiere. Der Markt macht mit dem freundlichen Wetter eineu angenehmen Eindruck. Die Händler loben unsere Marktanlagen über alle Maßen.
*=* Der Pferdemarkt begann heute morgen pünktlich um 7 Uhr. Der Antrieb vollzog sich schnell und ordnungsmäßig; es sind meistens Arbeitspferde aufgefahren; der Vorrat beziffert sich auf ca. 300 Stück. Der Handel war bis zum Redaktionsschluß( vormittags 1/12 Uhr) sehr befriedigend. Vor dem Markt- und Ausstellungsplaß am Schlachthaus ist eine Ausstellung von Erzeugnissen des heimi
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** Der städt. Straßensprengwagen hat heute in diesem Jahre das erste Mal seine Wanderung durch die Stadt angetreten. Die kleine Welt folgte unter munterem Lachen und mancher von den vorwißigen Buben oder Mädchen ließ sich die Schuhe anfeuchten.
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gegangen sein sollen, noch hat eine sorgfältige Untersuchun ergeben, daß Jemand über die hohe Mauer des Arresthauses geschossen hat. Jedenfalls hat Jemand 2 blinde Schüsse abgefeuert, um den Posten zu ängstigen, ein allerdings dummer Scherz, wenn man bedenkt, daß dies Nachts geschehen ist.
** Eine Schießaffäre im Provinzial- Arresthaus, welche in der Nacht auf Freitag passiert sein soll, wurde schon viel besprochen: Wir erfahren darüber Folgeudes: Der Posten innerhalb der Mauer des Gefängnisses machte die Meldung, es seten von außen auf ihn 2 Schüsse mit Schrot abgefeuert, er habe die Schrotkugeln deutlich pfeifen gehört und gesehen wie außerhalb der Mauer auf einem Baum Jemand über die das Arresthaus umschließende Mauer hinweg auf ihn geschossen hat. In der Sache selbst ist festgestellt, daß tha sächlich in der betreffenden Nacht in der Nähe des Gefängnisses 2 Schüsse gefallen sind. Der Posten muß sich allerdings geirrt haben, denn man hat weder Schrotkugeln in der Gegend gefunden, wo die Schüsse hin
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** Dieser Tage wurde ein Reisender aus der Nähe Darmstadts, welcher an einem 10jährigen Mädchen eines hiesigen Wirts ein Sittlichkeitsverbrechen beging, verhaftet.
*** In Coblenz verhaftet wurde vor wenigen Tagen ein hiesiger Wirt, welcher schnell abgereist war, unter dem Verdachte der Brandstiftung. Die Untersuchung wird das Nähere ergeben.
[ Viehmarktbericht] Auf dem gestrigen Viemarkt, der diesmal bereits um 1/27 Uhr seinen Anfang nahm, also wieder eine halbe Stunde früher als der lezte Markt, waren etwas mehr als 1100 Stück Milchvieh und fette Rinder sowie 250 Kälber vorhanden. Außer der alten Kundschaft waren diesmal auch Käufer aus der Gegend von Aschaffenburg gekommen, welche Nehmer von Fettvich und Kälber waren.- Der Handel in frischmelkenden und tragenden Kühen war wieder sehr lebhaft. Die so begehrte Ostfriesische Ware( schwarz, bunte Kühe), war bereits am Tage vor dem Markt zu festen Preisen abgesetzt. Die Breise für bessere Milchfühe zogen gegen die des letzten Marktes sogar noch etwas an. Der Fettviehandel schien zu Anfang des Marktes sich flau gestalten zu wollen, machte sich aber in Folge des Eingreifens von Frankfurter Käufern später, denn es war ein Weichen der Preise, außer bei
Einem verehrten Publikum teile ich ergebenft mit, daß ich als stiller Teilhaber aus der Firma A. P. Christophersen hierfelbt Blockstraße 12, ausgeschieden bin. Die Aktiven und Passiven der
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Das mir bisher entgegengebrachte Vertrauen bitte ich mir auch fernerhin zuwenden zu wollen; gute und solide Ausführung der Arbeiten sichere unter coulantesten Bedingungen stets zu.
Meine Geschäftsräume befinden sich Seltersweg 77.
Gießen, den 18. März 1903.
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