Ausgabe 
25.3.1903 Erstes Blatt
 
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fetten Kühen, nicht zu bemerken. Das Kälbergeschäft begann ju Anfang des Marktes sehr flott, Iteß aber, nachdem der rfte Bedarf gedeckt war, gegen die Mitte hin nach, so daß der gerade nicht bedeutende Vorrat nur zu weichenden Preisen vährend der Marktzeit unter zu bringen war. Der Handel var übrigens früh beendet und wurde der Markt so ziemlich geräumt. Behandelt wurden Kühe frischmeltend und tragend per Stüd I Sorte 425-500 Mt., II Sorte 350-400 t., III Sorte 270-325 Mt., ältere Abmeltfühe je nach Güte 160-200 Mt. Der Ctr. Schlachtgewicht wurde bezahlt: Fette Rinder 64-66 Mt., fette Kühe 59-61 Mt., Kälber Sorte über 50 Pfd. schwer) 60-64 Mt., II Sorte, wischen 40-50 Bfd. wiegend, 56-59 Mt., III Sorte leichtere Tiere 52-54 Mt.

Aus Hessen und Nachbargebieten. ** Weylar, 24. März. Die Buderus'schen Eisenwerte bahier verteilen eine Dividente von 5% gegen 7% im Borjahre.

+ Limburg a. d. Lahn. Die vor 7 Jahren im nahen Staffel gegründete Steingut- Thonwarenfabrit hat den Ron urs angemeldet.

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-r. Marburg, 24. März. Eine wilde Affaire, bie sich am Abend des 27. Januar in Postberg zutrug, be­schäftigte heute die Straffammer. In Rüdingshausen wohnen bei nicht im besten Rufe stehende Brüder: Heinrich und Johann Faulstich. Ersterer ist von der Straffammer Gießen schon oft vorbestraft worden. So erhielt er einmal eine Gefängnisstrafe von 3 Jahren 9 Monaten wegen Körperverlegung. Eine ähnlich hohe Strafe wegen desselben Delifts erhielt er in Elberfeld. Johann Faulstich wollte am 27. noch nach Dreihausen auf die Freierei" und so tam er in Gesellschaft seines Bruders noch in der Nacht über den Wald, wobei sie in Postberg in der Eisner'schen Wirtschaft einfehrten. Der Wirt und die Gäste wären beide gern los gewesen. Ein Gast bezahlte ihnen aus Gutmütigkeit sogar etliche Glas Bier. Troßdem begannen sie Streit mit den Gästen, wurden aber hinausgeworfen. Nun stürmten sie wie rasend mit gezückten Messern auf die Wirtschaft los, er­brachen die Thüre und überfielen die Gäste mit ihren Mes­fern. Einer wehrte sie mit einem Stuhl von sich und rief um Hilfe. Nun kamen zwei Gäste, die noch außen standen, herein. Einer von diesen schlug die Rasenden mit einem Backstein nieder, worauf sie vor das Haus auf den Mist geworfen wurden, wo sie noch eine tüchtige Tracht Prügel erhielten. Von den Gästen hatten mehrere gefährliche Messer­ftiche erhalten. Johann Faulstich wurde zu 2, Heinrich zu 1 Jahr und 9 Monaten Gefängnis verurteilt.

** Kohden bei Nidda, 23. März. Hier ereignete sich ein Unglücksfall, der zur Vorsicht mahnt. Der in den besten Jahren stehende Landwirt Friedrich Koch schnitt sich bor 14 Tagen die Hühneraugen mit einem fogen. Feder messer und verlegte sich durch Ausgleiten des letteren uner­heblich am linken Handgelenk. Am nächsten Tag verrichtete er noch seine häuslichen Arbeiten, als ihn in der Nacht der Arm zu schmerzen anfing. Endlich holte er ärztliche Hilfe, allein der Arzt fonstatierte Blutvergiftung und die Geschwulst berbreitete sich rasch über den Arm, daß auch die angrenzenden Körperte le mit angegriffen wu den. Nach furchtbaren talen starb der Efranfte heute. Er hinterläßt eine Wittwe und einen Sohn, der jetzt konfirmiert werden sollte. Vor 9 Jahren verlor Koch bei änhnlicher Veranlassung einen Finger.

** Cassel, 24. März. Der Unteroffizier Degen von den 14. Husaren, der seine Braut in die Fulda gestürzt haben soll und aus der Haft entlassen worden, ist wieder in Untersuchungshaft genommen

Amöneburg ist jetzt die alleinige Stadt im Re­gierungsbezirt Kassel, welche noch frei von Umlagen ist. Aus Bau- und Nußholzverkäufen, aus Verpachtungen von Aeckern und Wiesen und aus den mächtigen Basalt- und Quarzitlagern hat sie ihre nicht unbedeutenden Ausgaben stets bestreiten fönnen.

** Aus Franken, 23. März. Der Totengräber Krauß in Welbhausen, war w gen verschiedener Verfehlungen von der Gemeindeverwaltung seines Dienstes entlassen worden.

Hochelegante

Darob war Krauß empört und machte seinem Unwillen das durch Luft, daß er auf den Friedhof ging und nicht weniger wie achtzig Gräber demolierte, indem er Kränze entfernte, Gewächse herausriß usw. der jezige Totengräber Hamel und seine Frau, die den Krauß an seiner ruchlosen That hindern wollten, wurden von ihm bedroht und es entwickelte sich eine regelrechte Schlägerei, in der die Frau nicht unerheblich vers legt wurde.

Die Rache des Kassierers.

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Die Affäre der Unterschlagungen bei der Mainzer Volksbank, über welche wir berichteten, bat eine ebenso sensationelle wie originelle Wendung genommen. Man schreibt dem Fr. G." darüber: Das ist eine uner­wartete Aufklärung über den Fall des Kassierers Herrmann, die gestern in der Generalversammlung gegeben wurde! Da­nach handelt es sich gar nicht um eine betrügerische Mani­pulation des Herrmann, sondern um einen Aft der Rache, den dieser nahm, weil er vor drei Jahren bei der Neubildung des Direktoriums der Voltsbant übergangen wurde. Doch lassen wir die Sache sich chronologisch abspielen. Die General wir die Sache fich chronologisch abspielen. Die General­versammlung war in dem Bankettsaal der Liedertafel" auf halb 9 Uhr abends einberufen. Schon lange vor Beginn war der Saal, der nur etwa 200-250 Personen faßt, überfüllt, während auf den beiden Freitreppen, die nach dem Saale führen, vielleicht ebensoviel Personen der Dinge harren, die da kommen sollten. Punkt halb 9 1hr eröffnete der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Herr Ferd. von Löhr, die Versammlung mit einer Begrüßung der Erschienenen, zugleich dem doppelten Bedauern Ausdruck geben, daß die Veranlassung eine so traurige sei, die den Aufsichtsrat nötigte, die Mitglieder zu berufen; wenn man geahnt hätte, daß der Besuch so zahlreich würde, hätte man den großen Saal genommen, doch fühle er sich zu unwohl, um nun die Versammlung in den ungeheizten Saal zu verlegen.( Die auf den Treppen Harrenden hatten wohl darauf gehofft, fie warteten aber doch geduldig das Resultat ab.) Alsdann ergriff Herr Direktor Reins das Wort, um den Fall Herrmann" zu schildern. Am 13. März habe man gefunden, daß etwas nicht in Ordnung sei, eine Prüfung habe ergeben, daß ein Manto von 265,000 Mark vorhanden sei. Bei der seit 27 Jahren erprobten Pflichttreue Herrmanns habe man an das Ungeheuerliche gar nicht glauben wollen, allein eine erweiterte Prüfung bis zum 15. März habe kein an­deres Resultat ergeben. Nun wurde Herrmann befragt; er übergab Direktor Reins ein Schreiben, überschrieben: Meine Nache für die Wahl von 1900", worin betont ist, daß er 280 000 Mart unterschlagen habe, weil er bei der Wahl der Direktion im Jahre 1900 übergangen worden sei. Er habe sich damals beschwerdeführend an den Aufsichtsrat gewandt, aber einen schroff ablehnenden Bescheid erhalten. Immer habe er noch gehofft, daß er und sein Kollege Groß, den man ebenfalls schlecht behandelt habe, mit dem im vorigen Jahre erfolgten Umzug in das neue Volksbankgebäude nachträglich in die Direktion berufen würden, erst als dies nicht geschehen, habe er seine Rache b. schlossen. Weiter verlangt Herrmann in dem Schreiben, man solle ihm 50 000 Mark Entschädigung zahlen und 3600 Mark Pension zubilligen, dann gebe er die 280 000 Mart zurück. Die Direktion ging auf den Plan mit dem Be­merten ein, daß Herrmann nur 25 000 Mark Entschädigung und die verlangte Pension erhalten solle. Daraufhin habe Herr­mannn am 19. März 200 000 mt. zurückgebracht mit dem Ver­sprechen, das übrige am 21. zu bringen, da er dies Geld nicht hier habe, er müsse erst eine R ise machen, um das Geld zu holen Trotzdem brachte Herrmann alsbald nochmals 55 000 Mt. und bemerkte, die anderen 25 000 Mt. behalte er für sich, da sie ihm laut Versprechen gehörten". Direktor Reins wollte w ssen, ob Herrmann die 25 000 Mt. denn noch habe, was dieser bejahte; die Forderung, diese ebenfalls vorerst abzuliefern, verweigerte Herrmann. Wie der Defraudant seine Manipulationen gemacht, darüber verweigert er jede Auskunft. Bis dahin hielt man Herrmann für plöglich übergeschnappt. Die Weigerung der Rückgabe führte zur Anzeige bei der Staatsanwaltschaft und zur Verhaftung Herrmanns. Dem Staatsanwalt geftand Herrmann sofort

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ein, wie er gearbeitet. In seinem Kontobuch amerikanischen Stils sind alle Eintragungen richtig, wenn aber eine Seite voll war, machte H. eine falsche Addition und ließ oft auf einer Seite große Summen auf diese Art verschwinden. So trieb es H. von Oftober bis Dezember v. J., bis dahin waren etwa 200 000 Mt. verschwunden, ohne daß es be merkt worden war. An großen Tagen mit starkem Verkehr verschwanden große Summen, an kleinen begnügte sich H. mit 3000 Mt. und weniger. Vom 10. Januar ab geschah wieder alles ordnungsmäßig. So endete der Bericht der Direktion. Herr v. Löhr forderte die Mitglieder, die mit größter Spannung dem Bericht gefolgt waren, auf, sich zur Sache auszusprechen, worauf nur Herr Kommerzienrat Martin Mayer das Wort ergriff, nicht etwa, um Direktion und Aufsichtsrat wegen ihrer Vertrauensduselei zu tadeln, sondern um ihnen Dank zu sagen für die Energie, die sie bei Rück­gewinnung des Geldes gezeigt hätten. Wit fast von Tränen erstickter Stimme versicherte Herr v. Löhr, daß Direktion und Aufsichtsrat schnöde im Vertrauen auf einen langjäh rigen Beamten getäuscht worden seien, womit die Versamm­lung schloß. Bemerkt sei noch, daß für die bisher von H. verweigerte Herausgabe der noch fehlenden 25 000 mr. fol­gende Deckung vorhanden ist: 10 000 Mt. in amerikanischen Wertpapieren, 2000 Mt. ven Herrmann nicht abgehobene Tantiemen und 600 Mt. Stammanteil bei der Volksbank. Es wirft sich im Anschluß an diese Vorgänge die Frage auf, ob p. nicht doch als geistig gestört anzusehen ist; das wird wohl die Untersuchung ergeben. Alle Behauptungen des Verhafteten gehen dahin, daß er niemand auch nur um einen Pfennig schädigen wollte, er habe auch nur sich an Direktion und Aussichtsrat gerächt wegen der Zurücksetzung, die er erfahren. Daß ihm diese Rache gelingen fonnte, daß auch nur einen Tag eine so plumpe Manipulation verborgen bleiben konnte, ist wohl nur darauf zurückzuführen, daß H. wußte, man addiere ihm überhaupt nicht nach. Wenn die Volksbank, wie wir schon in unserer ersten Nachricht be­merkten, finanziell auch feinen Stoß erlitten, moralisch oder kaufmännisch ist dies sicher der Fall. Da wird sich zeigen, wenn wieder Wahlen stattzufinden haben. Wenn die Mit­glieder auch nicht sprachen, ihrer Entrüstung gegen die let­tenden Personen machten sie nach der Versammlung doch Luft. Im Grunde genommen lacht heute ganz Mainz über diesen Reinfall der Volksbant. Einstweilen ist der Fall Herrmann" bis zur Gerichtsverhandlung erledigt.

Neueste Nachrichten.

Berlin, 24. März. Die Aufstellung der Wählerlisten ist verfügt worden.

Manila, 23. März. Gestern überfielen Räuber die Stadt Tur gao auf Mindanar und machten den Polizei­inspektor und eine Anzahl von Mannschaften nieder. Das Schicksal der weißen Bevölkerung, Beamten und sonstigen Fremden ist unbekannt. Verstärkungen sind eiligst abge­gangen, um die Stadt wieder zu entseßen. Auch in Tolo sind Unruhen ausgebrochen.

Arbeitsnachweis der Stadt Gießen

E8 fönnen eingestellt werden:

37 Dienstmädchen für sofort und später ( hier und auswärts) bei hohem Lohn, 1 Sattler, 2 Schreiner( hier), 2 Schreiner( ausw.), einige Tapezierer für dauernde Arbeit bei hohem Lohn nach auswärts, 1 Bau­schlosser, 1 Maschinenschlosser( ausw.), 2 Schneider( hier), 1 Schneider( ausw.), 1 Krantenpfleger, 1 jüngerer Kellner, 1 jüngerer Rutscher für ausw. Arzt, 1 Gärtner, 7 land­wirtschaftl. Knechte, 2 landw. Arbeiter, 2 Pferdefnechte, 5 Hausburschen, 1 Weißzeugnäherin, 2 Köchinnen, 1 Haus­hälterin, 3 Lauf- bezw. Pußfrauen, 5 landw. Mägde.

Lehrlinge: 1 Gärtner, 1 Spengler, 3 Schmiede, ( 1 hier, 2 auswärts), 1 Wagner, 1 Rüfer, 4 Schlosser, 1 Schreiner( ausw.), 1 Stellmacher und Wagenbauer( ausw.), 2 Buchbinder, 3 Bäcker( 1 hier, 2 ausw), 2 Schuhmacher, 4 Schneider, 1 Friseur, 2 Glaser. 1 Weißbinder, 2 Kaufleute. Drud und Verlag der Gießener Verlagsdruderet, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei( gegr. 1783); für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen.

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daß die Summe in jeber Reihe 15 beträgt, und mit der Lösung zugleich 30 Pfennig in Briefmarken einsendet, erhält den Volks. prediger und eine der obenstehen­

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