Aus vauvahütte wird gezeldet: Nach einer Mitteilung des Gemeindevorstandes von Laurahütte kam es in einer dortigen Zentrums- Wählerversammlung zu schweren Ruhestörungen. Angehörige der großpolnischen Partei drangen in den Saal ein und verübten derartigen Lärm, daß die Sicherheitsbehörde einschreiten und von der Waffe Gebrauch machen mußte. Auf beiden Seiten wurden zahlreiche Personen verwundet, eine Person wurde ge tötet. Nach privaten Meldungen haben die Ruhestörer die Fenster des Pfarrhauses, des Hüttenamts, des Hütten- Gasthauses und Kasinos, sowie mehrerer Privatgebäude zertrümmert. Um Mitternacht traf aus Beuthen Militär ein, welches aber nicht mehr einzuſchreiten brauchte, da die Ruhe bereits wiederhergestellt war. Das einzig Tröstliche an diesen häßlichen Wahlexzessen ist der Umstand, daß es nicht Deutsche waren, die sie provozierten. Wie vor fünf Jahren, als der deutsche Lehrer Grütter bei Schwetz von fanatischen polnischen Wählern ermordet wurde, waren es auch diesmal wieder Polen, die den Landfriedensbruch herbeiführten. Hoffentlich ereilt die Rädelsführer und die Schuldigen überhaupt die gebührende Sühne.
Lokales.
Gießen, den 23. Juni 1903. ** Der Großherzog hat dem praktischen Arzte Medizinalrat Dr. Rouge in Hungen das Ritterkeuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.
** Seine Hochwürden der Bischof von Mainz wird am nächsten Sonntag zur Kirchenvisitation und Firmung nach Gießen kommen. Am 30. Juni begiebt er sich nach Buzbach und vom 1.- 3. Juli wird er in Rockenberg, Oppershofen, Nieder- und Ober- Mörlen weilen.
*
*
-
Die Tagesordnung für die nächste Stadtver ordneten Versammlung, welche Freitag, den 26. Juni, nachmittags 4 Uhr stattfindet, ist folgende: 1. Baugesuch des Heinrich Arnold II. für die Marktstraße; hier: Dispens. 2. Baugesuch von Stein und Meyer für die Walltorstraße. 3. Baugesuch des Heinrich Launspach für die Alicestraße; hier: Dispens. 4. Geländeaustausch am Riegelpfad; hier: Tauschvertrag zwischen der Stadt und Heinrich Winn. 5. Baugesuch des H. Schaffstaedt für die Oftanlage; hier: Geländeaustausch. 6. Beschaffung von Fußbodenöl für das Rechnungsjahr 1903/04.- 7. Verpachtung einer Sandgrube im Gießener Stadtwald an Heinrich Keßler von Annerod.- 8. Verpachtung der Sandgrube an der Rödgerstraße an Heinrich Gans IX. von Großen- Bused. 9. Das Friedrich Heß'sche Erbbegräbniß auf dem hiesigen Friedhof. 10. Besetzung einer Lehrerstelle( Präsentationsstelle) an der Volksschule zu Gießen. 11. Gesuch der Lehrer an der Stadtknabenschule um Erhöhung der Vergütung für Leitung des Knabenhortes. 12. Ge haltsverhältnisse der Lehrer seminaristischer Bildung an den höheren Lehranstalten. 13. Hauptvoranschlag des Realgymnasiums und der Ober- Realschule für 1904.- 14. Anschaffung von stählernen Kletterstangen für die Turnhalle der Stadtknabenschule. 15. Erlaß einer Viehmarktordnung. 16. Beschaffung eines Krankenſtalles für Geflügel.- 17. Landwirtschaftliche Ausstellung von 1903; hier: Preise der Stadt Gießen. 18. Gesuch des Robert Luckenwald um Erlaubnis zum Wirtschaftsbetriebe im Hofe des Grundstücks Seltersweg 31( Perfeo). Desgleichen des Friedrich Benz dahier zum Wirtschaftsbetriebe im Hause Burggraben 9 ( Café Ebel).
-
-
** Der Lokalverein Gießen des Bundes der Landwirte hat beschlossen, bei der bevorstehenden Stichwahl für den liberalen Kandidaten, Herrn Kommerzienrat Heyligen staedt einzutreten.
** Die Freiwillige Feuerwehr hatte gestern abend auf Oswalds Garten eine Uebung, an der sich die Mitglieder zahlreich beteiligten. Nach der Uebung wurde, wie üblich, unter Borantritt der Kapelle zu einer Nachfizung marschiert.
* Konzert. Auf das heutige Konzert der Husaren in Steins Garten weisen wir nochmals empfehlend hin.
• Das Jahresfest der Ludwigs- Universität zu Gießen findet am 1. Juli in der großen Aula der Universität statt. Die Festrede wird der Rektor der Universität, Herr Dr. Krüger, halten.
( 2) Die Gießener Dampfmolkerei erhielt auf der Ausstellung der deutschen Landwirtschafts- Gesellschaft für ausgestellte Butter einen Preis.
In das Gießener Militärlazaret wurde ein Soldat vom Wachkommando des 3. Hess. Inf. Regt. Nr. 117 von Rockenberg eingeliefert. Der Soldat war im Zimmer so unglücklich gefallen, daß er ein Bein brach.
Gießener Radfahrerverein 1885. In Kirchhain errang der Verein am Sonntag bei Gelegenheit des Sommerfestes des Nordbezirks, Gau 9 des deutschen Radfahrerbundes, einen schönen Erfolg. Beim Reigenfahren erhielt der Verein den von den Damen Kirchhains gestifteten Ehrenpreis. Im Schaufenster des Bweiggeschäfts der Firma H. Kaeß Nachf. ist der Preis ausgestellt.
□ Rad- Club„ Germania". Bei dem Vereinsdauerfahren des Nordbezirks des Gaues 9 nach Kirchhain Gruppe 2 davon. Der Verein legte mit 15 Mitgliedern trog trug der Verein unter starker Konkurrenz den 1. Preis in des Regens und der aufgeweichten Straßen die 100,5 Kilohausen- Marburg- Kirchhain in ca. 6 Stunden zurück. meter lange Strecke über Grünberg- Londorf- Wieseck- Frohn
-
des eingetretenen schlechten Wetters wegen auf den 23. * Das Wetturnen auf dem Feldberg mußte August verlegt werden. Es waren 930 Turner angemeldet, darunter viele aus weiter Ferne eine Zahl die bis jetzt noch nicht erreicht worden ist. Ein Wolten- und Nebelschleier umhüllte die Kuppe des Taunusriesen während des Sonntag, sodaß sich gar keine Fernsicht bot, trotzdem war der Feldberg ganz außerordentlich zahlreich besucht.
* Sommers Anfang. Ohne einen Blick auf den Kalender hätte gewiß gestern tein Mensch daran gedacht, daß der Frühling ein Ende genommen und die Zeit der Hundstage heranrücke, denn es herrschte den ganzen Tag eine recht herbstliche Temperatur. Wir stehen in der Zeit des längsten Tages und der fürzesten Nacht. Mit der winterlichen Sonnenwende, wo die Nacht 161 Stunden dauerte, mußte sie von Tag zu Tag eine kleine Spanne zurückweichen, so daß ihre Herrschaft jetzt nur auf 7 Stunde beschränkt ist. Am 22. steht uns die Sonne am nächsten und von da wendet sie sich wieder abwärts; die allmählich zunehmende Nachtlänge bedingt die Kürzung des wieder angekommen sind. Tageslichtes, bis wir auf dem tiefsten Punkte am 22. Dez.
**
Herr Kaspar Völzing und Frau in Groß- Felda; wähDie Feier der goldenen Hochzeit feierte rend der Jubelbräutigam 75 Jahre zählt, steht die Jubelbraut im Alter von 69 Jahren. Die äußerst zahlreichen Glückwünsche und die Anteilnahme an der Feier gaben ein beredtes Zeugnis von der Achtung und Beliebtheit dessen sich das Paar zu erfreuen hat. Wir schließen uns den zahlreichen Gratulanten von Herzen an und wünschen dem in Ehren grau gewordenen Paare einen sorgenlosen Lebens
abend.
Wieseck, 23. Juni. Der Turnverein Wieseck feierte am Sonntag sein 41. Stiftungsfest. Leider gehört dieser starke Verein nicht mehr zum Gau Hessen. Leihgestern, 23. Junt. Der Turnverein Leihgestern feierte am Sonntag das 10. Stiftungsfest verbunden mit Fahnenweihe und Preiswetturnen. Hattenrod, 23. Juni. 25jährige Stiftungsfest des Gesangvereins„ Eintracht" statt, Am Sonntag fand das an welchem sich 19 Vereine aus der Umgegend beteiligten. Frauen- und Jungfrauen hatten dem Verein eine pracht volle Fahnenschleife gestiftet.
** Hungen, 22. Juni. Lester Tage beging der weit hin befannte und beliebte Medizinalrat Dr. Rouge sein 50jähriges Arztjubiläum.
**
wir wollen Stichwahl ni und Gehäffig
Mann zu wa der Sozialdem Parteileitung anlaffung gege fuß in Gieße fchleben für 5 demokraten to
Marburg, 22 Juni. Ueber dem Rotenberge entlud sich am Samstag ein schweres Gewitter mit Wolkenbruch, strich weise auch mit Hagel begleitet. Die Wassermassen er gossen sich vom Rotenberg und entwurzelten auf ihrem Wege die Bäume, zerstörten Zäune, riß Wege, Gräben und an einzelnen Stellen das Ackerland auf, sodaß die Kartoffeln bloßgelegt wurden. Einem Hausbesitzer entführte das in den Hof eindringende Wasser eine Glucke, während die Bruteier im Flut teilweise in die Keller. Auch an den westlichen AbHof umherschwammen. In Ockershausen drang die hängen des Rotenberges, nach Wehrshausen und dem Neuhof hin, haben die stürzenden Wasser in gleicher Weise Schaden angerichtet. In Bürgeln schlug der Blizz ein, ohne zu zünden."
Oeffentlicher Sprechsaal.
Für die unter dieser Rubrik gebrachten Artikel übernehmen wir dem Publikum gegenüber keine Verantwortung.
X. Y. Obschon Herr Dekonomierat Schlenke unterm 20. d. Mts. öffentlich im„ Gieß. Anz." erklärt, daß man ihn in feiger niedriger Weise ohne Namensunterschrift persönlich anzugreifen gesucht und tags zuvor unser Kandidat Köhler- Langsdorf in den„ Gieß. N. N." den an ihn gerichteten Brief einer seiner Parteigenossen, der in der unflätigsten Weise von liberaler Seite beschimpft worden war veröffentlichte, fühlt sich der„ Gieß. Anz.", der anscheinend Kreisblatt für Lauterbach geworden ist, bemächtigt, so von oben herab zu verkünden: Es sei seitens der Liberalen allenthalben mit den anständigsten Waffen gekämpft worden; nicht großen liberalen Wählerversammlung in Gießen. ein gehäffiges Wort sei gefallen, namentlich nicht in der
Demgegenüber bemerken wir, daß in der Redaktion des ,, Gieß. Anz." das Wahlfieber, insbesondere das wählt Kreisrat Wallau- Fieber, so heftig gewütet hat, daß die verehrl. geben muß, eine Reihe haarsträubend, blödsinniger( Druck) Redaktion, wie sie selbst in anerkennenswerter Offenheit zuFehler unterlaufen sind.
An die thales! Die auch bei früher bem Nationalli baten geführt. Rampfe gegeni
der Anzeiger u. a. schreibt, der Bürger( also Landwirt, Unter solchen Umständen nimmt es nicht Wunder, wenn Handwerker, Gewerbetreibende 2c.) weiß, daß es ihm jest im Ganzen gut geht!?!( Sier hätte er noch beifügen sollen und im ganzen zu wenig Steuer bezahlt.) Daß ferner der Anzeiger erst am 19. d. Mts. im Stande war die für Köhler abgegeben Stimmen richtig zu veröffentlichen ( 5122 statt 5022), und im übrigen anscheinend das Gefühl verloren hat, für das was anderen niedrig, verlegend und geLiebenswürdigkeiten, die den Wählern K.'s gewidmet wurden, hässig erscheint Wir wollen darauf verzichten, all die aufzuzählen, weil dadurch lediglich von neuem Groll und Erbitterung in die Reihe unserer Anhänger hervorrufen würde, Mts. fortgesetzt Dr. Gutfleisch öffentlich erklärte, von erwähnt sei nur, das in der betr. Versammlung vom 3. d. einem Antisemiten vertreten zu sein, ist keine Ehre. Ist es nun keine Ehre, von einem Antisemiten vertreten zu sein, so dürfte es auch für Herrn H. keine Ehre sein, von Antisemiten gewählt zu werden. Doch Einem hochgeehrten Publikum Gießens und Umgegend die ganz ergebene Mitteilung, daß ich am hiesigen Platze ein
nahm eine Wähler- Versammlung, die gestern abend in + Einen ziemlich bewegten Verlauf Wallau und Bindewald, doch keinem war es vergönnt, Groß- Felda stattfand. Es sprachen Redner der Partei ungestört seine Ausführungen zu Gehör zu bringen. Von Seiten der nationalliberalen Partei sprachen die tassierer Strack von Ulrichstein, während von der Herren Rechtsanwalt Reh von Alsfeld und BezirksReformpartei die Herren Landwirt Schloßer von GroßFelda, Landwirt Luz von Elpenrod und Pfarrer Schick von Burg- Gemünden sprachen.
An unsere Freunde und Maler, Anstreicher
Parteigenossen!
eröffnet habe.
zur Friedho
Blag für haltlich besonde Der oberen Gä Anmerkun wände zwischen hallen und d ber Färge gef bes Mugungsb 2.
und Weißbindergeschäft
Hochachtungsvoll
Gustav Belitz
Durch entsprechende Ausbildung und praktische Erfahrungen glaube ich im Stande zu sein, allen an mich gestellten Anforderungen gerecht zu werden. Seitens der Parteileitung der Deutsch- sozialen Reformpartei Preisen zusichere, bitte ich mein Unternehmen durch Zuwendung geschätzter Aufträge Indem ich pünktlichste Bedienung und geschmackvolle Ausführung bei soliden ist an uns die dringende Aufforderung ergangen, bei der bevorstehenden Stichwahl gütigst unterstüßen zu wollen. für den nat.- lib. Kandidaten, Herrn Kommerzienrat Heyligenstaedt einzutreten und feine Stimmenenthaltung zu üben. Wir geben dies unseren Freunden und Parteigenossen hiermit bekannt und teilen gleichzeitig mit, daß vor allem die gehässige und persönliche Kampfesweise die seitens der Liberalen uns und unserem Kandidaten gegenüber beliebt wurde, uns veranlaßte zur Stimmenenthaltung aufzufordern. Wir wollen hier nicht jeden einzelnen Fall erörtern. Aber es sei für heute nur auf die Aeußerungen des Herrn Justizrat Dr.
Gießen, im Juni 1903.
Dekorations- Maler Steinstraße 65.
G. F. J.
Auf Wunsch Originalskizzen und Kostenanschläge.
Circa 100 Met r
Gutfleisch verwiesen, der in der liberalen Wählerversammlung am 3. Juni u. a. Garten palier Mein Wohnhaus in Flensungen
C.Valentin, Schützenstr.15,
Gießen
erklärte: ,, Durch einen Antisemiten vertreten zu sein, billig zu verlaufen. ist keine Ehre". Unseres Erachtens dürfte es dann für Herrn Heyligenstaedt auch keine Ehre sein, mit Hilfe der Antisemitischen Stimmen gewählt zu werden.
[ 1843]
Der Wahlausschuss der Deutsch- Sozialen Reformpartei für den Wahlkreis Giessen- Grünberg- Nidda.
58 525
Gebrauchtes Fahrrad
billig zu verkaufen.
Gießen, Dammftr. 39. Buzfrau
für einige Vormittagstunden gesucht. Westanlage 10, part. Schuhmachergeselle
sofort gesucht.
B. Amend, Ludwigsplay 4.
mieten.
will ich verkaufen ev. ver= Katharina Sauerwein,
Grünberg
Das bisher von Herrn Scholtes
bewohnte
Logis
auf der Burg ist zu vermieten und auf 1. Auguſt beziehbar.
G. Seifart. H. Meyer. Grünberg.
Uebung morgen Abend 8/ Uhr. Traber, Branddirektor.
( weniger a. für jede Gr b. Plaz zum 3. Erb
( win ge a. für jede b. Plag zum
( diefe Grä a. für einen a bei Eint 2600 90 ß bei Einf 900 bis b. für ein Air a. bei Ginfo 2600 ß bei Gint 900 bis
c. für ein Ai a. bei Cint 2600 M B bei Eint 900 bis Bei Einfo zu 900 Mt. aus unentgeltlich ab
Mt. bis ausi fuchen und be bie Bahlung fü berordnetenver ( Das Ein
zur Einkommen 6. Ueberfa ein Erbbegräbni
7. Versch
a. für ein Rei
b.
11
Fir
8. Emer
a. Reihengrab
a bei Cinto 2600
B bei Eint
900 bis y bei Eint b. Ginfaffungs
900 Mt.
1. Begräb bühren des Lei
der Leiche in des Grabes
2. begleid
3.
"
4. Begräb eines Leichenw
5. Desglei
6.
11
7. Beerdig
a.
b.
mit
Kleine Wohnunggaben
alsbald zu vermieten Brandblak 15.
Kleine Wohnung an rub. Leute 3 wei schön möbl. Zimmer zu
pr. 15. Juni zu vermieten.
Näh. Kirchenplay 21, Gießen. 4- Zimmer wohnung mit Gartenanteil sofort zu verm Liebigstraße 58, II.
vermieten
Gießen, Lindenvlag 12. in möbl. und ein unmö³liertes
d.
e.
f.
8. Genehm
graben einer
9. Fingrab
Gießen.
Zimmer zu verm.
Kreuzplaz 10.
nach dem Bahnh
10. Herricht
-


