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einiger fremder Ostseehäfen nach dem Weittelmeer und kehrt erst am 20. März nach Kiel zurück.

* Die britische Gesandtschaft in Japan hat die foreanische Regierung um die Oeffnung des koreanischen Hafens Wi- ju für den fremden Handel ersucht.

* Nach der Zurückweisung der amerikanischen Kischinew­Petition durch Rußland veröffentlicht das amerikanische Staatsdepartement jetzt die Akten bezüglich der Petition. Eine in den Akten enthaltene Note gibt als Grund der Zurückweisung u. a. den verletzenden Ton der amerikanischen Zeitungen an.

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Nach einer Meldung aus Agram ist der hochbetagte Landtagsabgeordnete Kanonikus Matunci, gegen dessen Wohnung jüngst ein Dynamitattentat verübt wurde, aus der Regierungspartei ausgetreten und hat auch sein Landtagsmandat niedergelegt. Sowohl er als auch Kano­nifus Sindermann und Titularbischof Krapac haben Agram verlassen.

* Der österreichisch- ungarische Gesandte in Serbien, Dr. Zumpa, hat dem König Peter sein neues Beglaubigungs­schreiben überreicht.

Nab und fern.

Lokales.

Gießen, den 20. Juli 1903.

* Der Großherzog begab sich gestern nebst Prin­zessin Elisabeth zum Besuche des Fürsten nach Lich. * Der Großherzog empfing u. a. am 18. Juli den Vizepräsidenten der Zweiten Kammer Dr. Schmitt.

( 1) Neue Ueberschwemmungs- Katastrophen in Schlesien. Aus Glogau kommen traurige Nachrichten. Während das Hochwasser im Oberlauf des Stromes abebbte, übt es jetzt in Niederschlesien seine verheerenden Wirkungen. Die Stadi Glogau selbst steht zum großen Teil einen Meter hoch unter Wasser, das aber noch ständig steigt. Dämme und Brücken stürzen ein, das Land ist weithin überschwemmt. Pioniere und Infanteriemannschaften sind fortgesezt an der Schanz­arbeit zum Abdämmen des furchtbaren Elements. Bahlreiche Menschenleben sind zu beklagen. Bei Bobernig ist eine ganze Familie, welche ihr Vich retten wollte, ertrunken. In Deutsch- Wartenberg( Kreis Grünberg) kam bei den Rettungs­arbeiten ein Dammmeister ums Leben. Für die durch die Ueberschwemmung in Oberschlesien Betroffenen kommen von allen Seiten reiche Geldspenden an. Die Kaiserin überwies aus ihrer Privatschatulle 1000 Mark. Aus Beuthen wird ferner gemeldet: Trotz sorgfältiger Bewachung und fort dauernder Ausbesserung ist der Oderdamm Beuthen- Deutsch. Tarnau in einer Länge von 60 Metern gebrochen, der Bruck hat sich auf 350 Meter ausgedehnt. Es steht zu befürchten, daß, wenn das Wasser nicht fällt, der ganze Damm verloren geht. Alle umliegenden Ländereien sind überschwemmt. hauptsächlich ist das Dorf Tarnau gefährdet. In Neustadt ist ein Neubau eingestürzt.

* Ernannt wurde vom Großherzog das Mitglied des Vorstandes der Landes- Hypothenbank Dr. Friedrich Fresenius aus Buzzbach zum Direktor dieser Bank.

Explosion in einer Dynamitfabrik. In der Dynamit fabrit zu Leimbach bei Mansfeld ereignete sich durch unvor sichtigkeit eines Arbeiters eine schwere Explosion, die außer einem bedeutenden Materialschaden auch Verlust an Menschen­leben zur Folge hatte. Zwei Patronenmacher wurden ge­ötet. Nur einem Zufalle ist es zu danken, daß die Katastrophe nicht mehr Opfer forderte.

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Handwerkskammer. Bei der Ergänzungs­wahl zum Gesellenausschuß der Handwerkskammer im Jahre 1903 wurden u. a. gewählt: Im 3. Wahlbezirk: Julius Aulmann, Megger in Gießen, als Mitglied; Johann Hahn, Bäcker in Gießen als Erfaßmann.

des Heilstättenvereins demselben 50 000 Mart Staatszuschuß zu den Baukosten auszahlen lassen.

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** Der akad. Vortrag des Herrn Dr. Albert am Freitag Abend in der Aula der Universität, der sich mit dem Tema Sonst und Iht in der deutschen Landwirtschaft" befaßte, war leider schwach besucht. Redner gab in etwa einstündigem Vortrag, von Lichtbildern unterstüßt, einen Ueberblick über den Stand der Landwirtschaft der frühere Jahre und der Gegenwart. Zum Schluß wieß Redner darauf hin, wie Industrie und Landwirtschaft sich heute die Hand reichen und welche Umstände es seien, die diese beiden, Land­wirtschaft und Industrie, zur gemeinsamen Arbeit zum Wohle des Volkes verpflichten.

* An der hiesigen Universität ist das neuerrichtete Ordinariat für Geographie dem bisherigen außerordentlichen Professor, Dr. phil. Wilhelm Sievers unter Ernennung zum ordent­lichen Professor übertragen worden. Sievers ist zu Ham­burg am 3. Dezember 1860 geboren, studierte in Jena, Göttingen und Leipzig( 1879-1884) und promovierte am: 19. Dezember 1882 in Göttingen mit einer Dissertation Ueber die Abhängigkeit der Konfessionsverteilung in Süd­westdeutschland von den früheren Territorialgrenzen". 1884 bis 1886 fürte er eine wissenschaftliche Reise in Venezuela und Columbia aus. Am 7. Mai 1887 habilitierte er sich in Würzburg auf Grund einer Schrift:" Ueber Schotter­terrassen, Seen und Eiszeit im nördlichen Südamerika" als Privatdozent der Geographie. Ostern 1891 erfolgte feine Ernennung zum außerordentlichen Professor in Gießen. 1892/93 unternahm er eine zweite Reise in Venezuela. Außer zahlreichen Abhandlungen schrieb Sievers:" Reise in der Sierra Nevada de Santa Marta"( 1887)," Die Cordillere von Merida"( 1888), Venezuela"( 1888)," Afrifa"( 1891), Asien"( 1892), Amerifa"( 1893), Australien"( 1894), " Zweite Reise in Venezuela"( 1896)," Süd- und Mittel­amerifa"( 1903), Venezuela und die deutschen Interessen" ( 1903).

Eine sensationelle Enthüllung brachte die Untersuchung über den geheimnisvollen Kindesmord in Berlin, den, wie erinnerlich, eine unbekannte Frau in einem Mietslogis aus­führte. Die Nachforschungen der Polizei führten auf die Spur einer Hauptmannsfrau, die mit ihrem Mann in Schei­dung liegt. Das beseitigte Kind ist die Frucht verbotenen Umgangs. Die Verbrecherin konnte bisher nicht ergriffen werden.

(:) Der Hochstapler Manolescu, der kürzlich aus dem Frrenhause in Herzberge entsprang, hält sich, den hinter­lassenen Spuren nach zu urteilen, zur Zeit wahrscheinlich in London auf. Mit welcher Frechheit und Kaltblütigkeit der Verbrecher ausgestattet ist, beweist ein amtlicher Bericht der Dresdener Polizeibehörde über die Gastrolle, die Manolescu wie erinnerlich dort gegeben hat. Im Hotel zum Euro­päischen Hof", wo er aus früherer Zeit Weg und Steg fennt, hat er nicht weniger als fünf Fremdenzimmer aus­geplündert, sich aus der Garderobe der Gäste standes­gemäß" ausgestattet und auch das nötige Reisegeld erobert. Wie es dem Gauner in seiner Anstaltskleidung gelungen ist, unbehindert nach Dresden zu kommen, ist vorläufig ein Rätsel.

Durch Erdmassen verschüttet wurden in Bad Sachsa am Harz beim Legen einer Wasserleitung ein Schlossermeister und zwei Lehrlinge. Ein Lehrling war sofort tot. Der Meister und der andere Lehrling wurden schwer verletzt her­borgezogen.

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* Medizinische Gesellschaft. Folgende Vor­träge werden in der am Dienstag stattfindenden Sigung der Gesellschaft gehalten: 1. Herr Osterroht: Ein Fall von Lidplastik; 2. Herr Lindenmeyer: Das Pseudo- Graefesche Symtom Eumydrin; 3. Herr Weiß: Ueber Mucocelle des Siebbeins; 4. Herr Best: Angeborner Enophtalmus; 5. Herr Vossius: Ueber intraoculare Desinfektion.

::: Ein Eisenbahnzusammenstoß ereignete sich im Bahn­hof Wreschen. Ein aus Posen kommender Güterzug fuhr auf zwei Maschinen auf. Diese sowie die Maschine des Zuges wurden schwer beschädigt und 5 Güterwagen zertrümmert; durch Umfallen des Packwagens wurde ein Spritzenhaus zerstört. Zwei Personen sind verletzt; der Materialschaden ist bedeutend.

war Mittag bori der Stadt ftrömte ftellung bes erfolgte. Bora Edheibenanzeiger meldeten Vereine i Feuerwehr folgten viel Vereine

** Die Gießener Theaterbaufrage tommt aller Wahrscheinlichkeit nach bald ins Rollen. Wie aus dem Inseratenteil unserer heutigen Nummer zu ersehen, haben die dabei am meisten interessierten Vereine: Der Theaters verein, der Konzertverein und der Saalbauverein, für morgen Dienstag Abend nach dem Gesellschaftshaus eine gemein­same Sizung anberaumt, in welcher eben über den event. Bau eines neuen Theaters beraten wird. In dieser Ver­sammlung werden auch, wie wir hören, zahlreiche Pläne bereits ausgeführter Theater- und Saalbauten zur Vorlage gelangen. Das Erscheinen aller Mitglieder gen. Vereine ist darum sehr erwünscht.

** Fußball- Spiel. Am Samstag fand auf dem Triebe ein Wettspiel zwischen der 1. Mannschaft des Fuß­ball- Klubs" G. U. II"( Realgymnasium) und der 2. Mann­schaft des Fußballflubs der Gymnasiasten statt, wobei die ersteren als Sieger hervorgingen. Zu bemerken sei, daß die letteren einen Mann( den Goalkeeper) zu wenig hatten. Ein einiges Zusammenhalten der Parteien und ein durchans unparteiischer Schiedsrichter zeichneten das Spiel aus. Nächsten Samstag wird ein zweites Spiel stattfinden.

* Die neue Prüfungsordnung für Mediziner schreibt bekanntlich die Ableistung eines praktischen Jahres nach bestandener Staatsprüfung vor. Erst nach bestandener Staatsprüfung erhält der betreffende Mediziner die Erlaub­nis, zu praktizieren. Diese Bestimmung tritt mit dem 1. Oftober d. J. in Kraft. Um nun den jetzt im Staatsexamen begriffenen Medizinern Gelegenheit zur Vollendung des Examens vor Eintritt des 1. Oktober zu geben, hat der Kultusminister angeordnet, daß die medizinischen Staats­prüfungen diesmal nicht am 15. Juli, sondern erst Mitte August beendet werden sollen. In einzelnen Fällen fann fogar, allerdings nur mit Zustimmung des Examinators, diese Endfrist noch weiter hinausgeschoben werden.

Ein brennender Radfahrer. Zur Warnung für rauchende Radfahrer sei folgendes unangenehme Erlebnis eines Emser Sportkollegen hier mitgeteilt. Diesem riefen, während er in ziemlich schneidigem Tempo die Landstraße entlang fuhr und dabei seine Cigarre rauchte, plötzlich Feld­arbeiter zu, daß er brenne, und der Radfahrer sah, als er ungläubig den Kopf wendete, zu seinem Schrecken hinter sich eine Flamme lichterloh über seinen Kopfe hinaufschlagen. Abspringen, die Kleider herunterreißen und das Feuer ab­drücken, war das Wert weniger Sekunden, doch trug der Fahrer schwere Brandwunden an den Händen davon. Die Entstehung des Feuers ist nur dadurch zu erklären, daß ein Funke der Cigarre am Rocke hängen blieb, den Stoff zum Glimmen brachte, worauf bei dem lebhaften Luftzuge während der schnellen Fahrt plößlich die Flamme entporschlug. In­jolge des vom Körper abgewendeten Luftzuges spürte und roch der Radfahrer nichts, nur kurze Zeit vor dem Anrufen durch die Leute empfand er wie er glaubte, infolge der raschen Bewegung besondere Hize.

Bunte Chronik. In der Hauptversammlung des Gesamt ausschusses der deutschen Turnerschaft in Nürnberg wurde mitgeteilt, daß die Mitgliederzahl 728 044 in 7229 Turn­vereinen beträgt.

** Die Jubelfeier des Schüßenvereins Gießen anläßlich dessen 25jährigen Stiftungsfestes hat bei bester Witterung einen selten schönen Verlauf genommen. Eingeleitet wurde das Fest am Samstag abend durch einen Fest tommers

** Der Landwehrbezirk Gießen zählt nach der Rangliste des 18. Armeekorps": 1. bei der Reserve: 2 Oberleutnants und 21 Leutnants der Infanterie, einen Jägerleutnant( Forstassessor Weber), 4 Leutnants der Ka­vallerie, einen Oberleutnant( Defonom Clemm= Winnerod) und 5 Leutnants der Feldartillerie, einen Oberleutnant der Fußartillerie( Oberlehrer Dittmar), einen Train- Rittmeister ( Gutsbesiger Luz- Elpenrod) und 4 Train Leutnants; 2. bet der Landwehr 1. Aufgebots 3 Hauptleute, 4 Oberleutnants und 5 Leutnants der Infanterie, einen Kavallerie- Leutnant ( Fabrikant Wenzel- Lauterbach), einen Oberleutnant( Professor Dr. Jung) und 2 Leutnants der Feldartillerie, einen Pionier­Leutnant( Chemiter Schwörer- Friedrichshütte) und einen Hauptmann von der Verkehrstruppe( Postdirektor Schott­Alsfeld); 3. bei der Landwehr 2. Aufgebots einen Garde­Oberleutnant( Prof. Dr. Biermann), einen Hauptmann der Infanterie( Kaufmann Aug. Gabriel), 5 Oberleutnants und 4 Leutnants der Infanterie, einen Jägerleutnant( Forstassessor Schwörer Lich), einen Feldartillerie- Leutnant( Oberförster Ohl- Grebenhain), einen Fußartillerie- Leutnant( Dr. Scheibel­Schotten) und einen Hauptmann von der Verkehrstruppe ( Reg.- Baumeister Baum); 4. beim Sanitätskorps einen Generaloberst( Geh. Rat Professor Dr. Gaffty), 4 Stabs­ärzte, 14 Oberärzte und 12 Assistenzärzte der Reserve, 2 Stabsärzte und 2 Oberärzte der Landwehr 2. Aufgebots, 3 Oberapotheker, einen Marine- Oberarzt( Dr. Keibel- Romrod) und 2 Marine- Oberassistenzärzte.

In Barmen wurde das von der deutschen Lehrerschaft gestiftete Denkmal des Pädagogen Doerpfeld feierlich ent­hüllt.

Durch Blizzschlag wurden in Quentel bei Kassel drei und in Kelze bei Hofgeismar ein Gehöft zerstört.

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In dem russischen Ort Dubossary wurde ein gewisser Michael Rybolenko verhaftet, weil er seinen jugendlichen Reffen ermordet hat. Der Knabe ist derselbe, dessen Tod ben ersten Anlaß zu den Judenverfolgungen in Aischi­new gab,

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im Neuen Saalbau. Eine große Zahl der hiesigen Vereine war mit mehr oder weniger ihrer Mitglieder anwesend. Um 10 Uhr erklärte der Vorsitzende des Jubelvereing, Herr Goldarbeiter Brück, die Feier für eröffnet, und nach­dem die 116er Kapelle den Schüßenmarsch Gut Treff!" recht flott gespielt, erschien der Festredner, Herr Rechts­anwalt Kauffmann am Podium. Mit ruhigen, stilistisch gut gewählten Worten entrollte Herr Kaufmann die Ges schichte des Vereins vom 16. Jahrhundert an bis zur Gegen­wart. Interessant ist es, wenn man vernimmt, daß Gießen seit dieser Zeit, also seit über 300 Jahren sich einer Schüßen­gilde resp. Vereins rühmen darf und daß diese Schüßen trotz der Rivalität seitens der Bürgerwehr in jener Beit­in nationaler Beziehung stets gewirkt und sich stets der be­fonderen Gunst der Landesherrn rühmen durften. Troß alledem hat der Verein unter den lokalen Verhältnissen in früherer Zeit sehr zu leiden gehabt und war bald ins Wanken gekommen. Als 1874 der große Sturm das Schüßenhaus ver­nichtete, da verschwand auch der Verein von der Bildfläche und nur einige Anteilscheine blieben zurück im Besitz einiger reichen Bürger. Es schien damals, als ob Gießen ohne Schüßen bleiben sollte; während die umliegenden fleinen Orte sich solcher in bester Weise erfreuten. Im Jahre 1878 gab's eine Wendung, 30 reichstreue Männer fanden sich zu­sammen und gründeten wieder einen Schützenverein, der nun heute auf ein Vierteljahrhundert stolz zurückblicken kann. Von den Gründern sind nur noch wenige am Leben, und von diesen Wenigen gehören nur noch 2 dem Verein an; es sind dies Herr Prokurist Müller( in der Firma Friedel und Asprion) und Herr Waffenhändler Adolf 8imme r. Ihrer sei noch besonders ehrend gedacht. Das damals er­richtete Schüßenhaus hat die 25 Jahre ehrlich mitgemacht; auf dem großen Verbandsfeste 1899 diente es als Post- und Telegraphenstation und heute noch sehen wir es bescheiden, mit einem neuen Anstrich versehen, auf dem Festplate. ( Dieses mal leuchtete dem Besucher über der Eingangspforte dieses ersten Heims das Wort Garderobe" entgegen. D. R.) Redner streifte dann noch die Gründung des hessischen Schüßenverbandes und durch den Beitritt zum großen deutschen Schüßenverband, den Austritt des Gießener Schützenvereins aus erstgenanntem Verband. Am 7. August 1888 wurde der Grundstein zu einer weit größeren Schüßen­halle gelegt, die am 19. Mai des darauf folgenden Jahres eingeweiht wurde. Zum Schluß führte Herr Rechtsanwalt Kaufmann die verschiedenen Schüßen feste an, welche hier statt­gefunden und bewiesen haben, daß sich die Gießener Schüßen unter den anderen deutschen Schüßenbrüdern eine gewisse Achtung zu verschaffen wußten. Mit einem begeistert auf­genommenen dreifachen Hoch auf den deutschen Kaiser und unseren Großherzog schloß der Festredner. Es wechselten nun Gesänge des Bauerschen Gesangvereins( die offen gestanden vorzüglich zu Gehör fammen und der Verein sich dadurch um den großartigen Verlauf des Kommerses sehr verdient gemacht hat) und die Glückwünsche der einzelnen Lokal Vereine. Es sprachen Möbelfabrikant Reiber ( für die Ruder- Gesellschaft, welche dem Jubelverein als kleines" Angebinde, einen in Silber gehaltenen Schüzen mit emporgehobenen Treffer mit überreichen ließ); Herr Meggermeister Pirr( im Namen der Gießener Turnerschaft), Herr Frutig( im Namen des Liederkranzes), Herr Krieb für den Männergesangverein, Herr Flim me für die Bavaria, ebenso ließ der Radfahrerverein 1885 gratulieren und zuletzt Herr Dirigent Polster im Namen des Bauer'schen Ge= sangvereins. Die Fidelität soll die Teilnehmer lang, ja sogar einige davon bis in die späte Morgenstunde im Festsaal haben verweilen lassen. Der gestrige Tag, der Fest­sonntag brachte um 6 Uhr den üblichen Weckruf und gegen 11 Uhr versammelten sich die Schüßen zum Fest- Bankett im Café Royal, bei welchem der Humor nicht zu knapp weg fam. Auf die nächsten 25 Jahre wurde mit einem Gut Treff" angestoßen und gelobt auch fernerhin für die Biele und das Gedeihen des Vereins einzutreten. Inzwischen

** Landwehrleute und Reservisten( Offi­ziere und Mannschaften) seien daran erinnert, daß sie für die Monate, in denen sie zur Uebung bei der Truppe ein­gezogen sind, feine Steuern zu zahlen haben. Wenn nur noch ein einziger Uebungstag auf den Monat entfällt, so ist der ganze Monat steuerfrei. Da ohne besonderen An­trag eine Steuerfreiheit nicht erfolgt, so müssen die Reser­visten eine Meldung unter Vorlegung oder Einsendung des Militärpasses bei der Gemeindebehörde ihres Ortes an­bringen.

*** Für Taubst um me. Das diesjährige große Kirchenfest nebst Abendmahlsverteilung für die Taubstummen der Provinz Hessen- Nassau, des Großh. Hessen und der Provinz Westfalen findet am 26. Juli in Kassel statt.

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*** Heilstättenverein für das Großherzogtum Hessen. Von den zur Konkurrenz eingereichten sechs Entwürfen für den Bau der Heilstätte bei Winterkasten er­schien feiner als zur Ausführung geeignet und es wurde da­her beschlossen, mit einem der Bewerber, Herrn Bauunter­nehmer und Architekten Heinrich Müller in Darmstadt zwecks Ausarbeitung eines neuen Plans in Verbindung zu treten. Der Bau soll möglichst beschleunigt werden, da beabsichtigt ist, die Heilstätte( für lungenkranke Frauen und Mädchen bestimmt) schon Ende des Jahres 1904 in Betrieb zu nehmen. Die Großherzogliche Staatsregierung hat in dankenswerter Weise und in Anerkennung der gemeinnüßigen Bestrebungen

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