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Nr. 167,

Mogementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Bfs.. Saus gebracht 80 fg., burch die Poft bezogen viertel jährlich Mr. 1.50.

ratiobellagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) berbeffe Bettschrift für Landwirtschaft, Obkt- und stone, fotic bic Cebence Getfenblasen( wbsentlich). Das Blatt wide an allen uttag namitess.

Montag, den 20. Juli 1903.

Gießener

12. Jahrgang.

Insertionsprei 81 Die inaltige Beetle for Cichen ganz Oberheffen, die Kreise Weglar und Marburg 10 B fonft 15 Pfg.; Reklamen die Petitgeile 30 refp. 10%.

Postzeitungsliste No. 3000.

Redaktion und Expedition: legen Reynes Fernspreading As,

28.

Neuelle Nachrichten

( Giffener Engeblatt)

Unabhängige Tageszettung

( Sichener Zeitung)

für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weßlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Guthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberheffen.

Bekanntmachung.

Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß nach§ 12 des Regulativs vom 26. Februar( 1875 der Provinzialausschuß während der Zeit vom 21. Juli bis 1. September Ferien hält.

Während dieser Ferien fönnen in öffentlicher Sigung nur schleunige Sachen zur Verhandlung gelangen. Auf den Lauf der ges ßlichen Fristen sind dieselben ohne Einfluß.

Gießen, den 15. Juli 1903.

Der Provinzialausschuß der Provinz Oberhessen. J. V.: Dr. Wagner.

Bekanntmachung.

Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß nach§ 10 des Regulative vom 26. Februar 1875 der Kreid­ausschuß während der Zeit vom 21. Juli bis 1. September Ferien hält.

Während dieser Ferien fönnen in öffentlicher Sigung. nur schleunige Sachen zur Verhandlung gelangen, dagegen wird der Lauf der geseßlichen Fristen dadurch nicht unter­brochen.

Gießen, den 15. Juli 1903.

Der Kreisausschuß des Kreis& Gießen.

J. V.: Dr. Wagner.

Bekanntmachung.

Betr. Vorträge über Obstbau und Ausstellung in Gießen. Herr Obstbautechniker Wiesner aus Friedberg beabsichtigt die nachbenannten Orte des Kreises Gießen zu besuchen um mit den Ortsgruppen des Oberhess. Obstbauvereins und Interessenten Rücksprache wegen Beschickung der Herbstaus. stellung in Gießen zu nehmen und Vorträge über Obstbau zu halten.

Dienstag, den 21. Juli: Grünberg, Lauter und abends 8 Uhr in Münster Vortrag mit Gratisverlosung unter Beteiligung der Ortsgruppen Ettingshausen, Röthges, Ober- und Unter- Bessingen, Mittwoch, den 22. Juli: vormittags 1/29 Uhr in Lich und 11 Uhr in Birklar.

Den Herren Bürgermeistern und Obmännern gehen be= sondere bezügliche Mitteilungen zu.

Gießen, den 17. Juli 1903.

Der Vorsitzende des Vereinsbezirks Gießen des Oberhess. Obstbauvereins.

Dr. Heinrich 3.

Der Hufmarsch zum Konklave.

Rom, 18. Juli.

In der Druckerci des Vatikans werden in aller Stille, doch init größter Gile, die für das Konklave erforderlichen Druck­sachen hergestellt. Darunter befinden sich die Stimmzettel, die Skrutiniumslisten und die Geschäftsordnung, welche alle auf das Stonklave Bezug habenden päpstlichen Konstitutionen und eine authentische Liste aller wahlberechtigten Kardinale umfaßt. Von diesen werden sicher Lecot, Langenieur und der Australier Moran, wahrscheinlich aber auch der Kardinal Vaszary fehlen. Der Voraussicht nach wird daher die Zahl der stimmberechtigten Kardinale 60 betragen. Von diesen gibt man Gotti, dessen Wahl jetzt auch Rampolla auf beson dere Absprache mit dem Papst hin begünstigen soll, 35 sicher. 42 Stimmen sind zur giltigen Wahl erforderlich), wenn 60 Kardinäle erscheinen, Gotti würden also im ersten Wahl­gange schlimmstenfalls nur sieben Stimmen fehlen. Diese müßten die zersplitterten leicht für ihn ergeben können, da sein Hauptgegner Vanutelli nur 19 sichere Stimmen auf sich vereint. Jedenfalls hat Gotti zur Zeit die meiste Aussicht, der Nachfolger Leos XIII. auf dem Stuhl Petri zu werden. Soll doch, wie verlautet, der sterbende Oberhirte Rampolla mit ganz besonderen Vollmachten ausgestattet und ihm u. a. auch die freie Verfügung über den päpstlichen Schatz gegeben haben. In Rampolla verkörpert sich daher zur Zeit nicht nur die Autorität des Staatssekretärs, sondern er ist gewisser­maßen bis zur Einsetzung eines neuen Papstes mit der Wahr­nehmung von dessen Würden und Rechten beauftragt. Wenn er also seine mächtige Hand dem Karmelitermönch Gotti zur Stüße leiht, so sollte es diesem dem Anschein nach nicht schwer werden, sich auf den Thron zu schwingen. Eine Schwierig­keit steht den aber noch entgegen. Das sind- die aus­ländischen Kardinäle, die nicht mehr so geduldig wie früher sich bedingungslos der Wahl eines italienischen Papstes beugen wollen. Wenn sie ihn auf den Schild erheben, so wollen sie eine energische Garantie für eine Berücksichtigung der Gesamtinteressen der Kirche haben, die in früheren Zeiten, vor dem 70er Umschwung, nicht immer nach Wunsch wahr genommen wurden. Die auswärtigen Kardinäle sind eine Macht, ihre Zahl beträgt jetzt 30, während es im Konklave aus dem Pius IX, hervorging, nur 8 Nichtitaliener aab. Dei

einflußreichste der Ausländer ist der amerikaner Gibbons von dem es anfangs hieß, daß er selbst als Prätendent au die Nachfolgerschaft Petri auftreten werde. Er scheint dieser Plan aufgegeben zu haben, doch hält er sich auch jezt noch immer vorsichtig in Reserve, um erst im entscheidenden Augen blick auf den Kampsplatz zu treten. Er will Paris, wo ei 31r Zeit weilt, erst bei der Nachricht vom Tode des Papstes verlassen. Inzwischen aber läßt er sich über den Ausmarsd der Parteien zum Konklave emsig Bericht erstatten. Ein cigenartige Erscheinung ist es, daß die italienische Regierung in diesen Streit der Interessen nicht übel Lust hat, wenn and mur indirekt, einzugreifen. Wenigstens schwirren Aeuße rungen aus dem Munde italienischer Staatsmänner durch die Bresse, die dahin zielen, daß Italien es nicht gestatten würde daß Desterreich oder Spanien des veraltete Vetorecht ausüben In diesem Falle würden sie statt des schwachen Kirchenstaates das vereinigte Königreich sich gegenüber finden, das die Pilicht zum Schutz des Konklave übernommen habe. Wer hätte das 1870, ja noch vor wenigen Wochen vorausgesagt!

Der Zustand des Papstes

ist im allgemeinen unverändert. Eine Zunahme der Nieren­funktion läßt sogar wieder den Optimismus zu Worte kommen. Die Aerzte hatten bereits die Absicht, in ein Bulletin das Wort Besserung" aufzunehmen, ließen es aber, um keine übertriebenen Hoffnungen aufkommen zu lassen. Trotzdem scheinen diese, den Zeitungsstimmen nach zu ur­teilen, üppig ins Kraut zu schießen. Recht vorsichtig nach beiden Seiten hin drückt sich Popolo Romano" aus, indem es sagt, die augenblicklichen Symptome ließen, wenn sie an­halten, eine günstige Wendung möglich erscheinen, doch stehe die durch die Krankheit vermehrte Schwäche des hochbetagten Stranfen jeder beſtimmten Voraussagung entgegen.

Die Politik.

Kiantschon nicht Kriegshafen!

In schadenfrohem Tone wußten englische Blätter dieser Tage zu berichten, die Hafenarbeiten in Siantschon seien auf Grund der Untersuchung von Ingenieuren eingestellt wor­den, weil diese die Brauchbarkeit des dortigen Hafens als Kriegshafen für ebenso zweifelhaft begutachtet haben wie die des Hafens von Weihaiwei. Was es mit dieser englischen Meldung auf sich hat, ergiebt sich aus der Tat­sache, daß Kiautschon überhaupt niemals als Kriegshafen in Frage gekommen ist, daß also auch Arbeiten dafür nicht eingestellt werden konnten. Sie haben uns doch gar zu lieb, die lieben englischen Vettern!

Minister Möller über das Handwerk.

Der preußische Handelsminister hat in Osnabrück zwei Reden gehalten, in deren erster er sich über das fünftige Schicksal des deutschen Handwerks ausließ. Er erklärte u. a.: das Handwerk habe keinerlei Anlaß zum Pessimismus, und wenn das Handwerkergesetz noch nicht alle Erwartungen er­füllt habe, so müsse man doch bedenken, daß es sich um eine Neueinrichtung handle. Der Handwerker müsse rechnen ternen, und lernen, die Einnahmen und Ausgaben in Ein­flang zu bringen. Was die Industrie anbetreffe, so könne allerdings das an dieselbe verlorene Gebiet nicht wieder zurückerobert werden. Aber man könne doch stolz sein auf eine solche Induſtrie, welche es ermögliche, der Konkurrenz des Auslandes die Spitze zu bieten. Das Handwerk müsse sich das Genossenschaftswesen dienstbar machen und die Er­rungenschaften der modernen Technik ausnüßen. Die Hand­werkskammern seien ein Segen für das Handwerk. Die preußische Regierung habe von jeher und auch heute noch das regste Interesse für das Handwerk. Er selbst habe drei Kommissionen zu Studien über die Mittel, dem Handwerk aufzuhelfen, entsandt, nach Desterreich, Süddeutschland und England, und im nächsten Jahre werde eine solche nach den Vereinigten Staaten gehen. In England freilich habe man gesagt: Was wollt ihr hier, wir können doch nur von euch lernen." Schließlich faßte der Minister seine Ratschläge an das Handwerk dahin zusammen: Rechnen, bei Submissionen sich nicht unterbieten, mehr Bildung! Das seien die Haupt­erfordernisse für die Handwerker. Dann würden die alten Zeiten wiederkehren, wo das Handwerk noch einen goldenen Boden hatte. Die zweite Rede des Ministers war mehr allgemein politischer Art. Er führte aus, wir Deutsche seien das bestgehaßte Volk der Welt, weil wir aus eigener Kraft Bedeutendes geleistet hätten. Der Dank dafür, daß wir so weit gekommen seien, gebühre den Hohenzollern, die von jeher die besten Diener des Staats gewesen seien und durch Treue, Fleiß und Frömmigkeit das Land hochgebracht hätten. Die Nörgler, die an allem mäkelten und auf die Hohen­zollern schmälten, fennten sie nicht. Das Ausland beneidet uns um die Hohenzollern. Beide Reden fanden allseitigen Beifall der anwesenden Handwerker.

Altersversicherung und Invalidenheime.

Näheres über das Invalidenheim in Groß- Hausdorf bei Hamburg, das, wie schon gemeldet, von der Invaliditäts­und Altersversicherungsanstalt für die Hansestädte errichtet worden ist, wird jetzt bekannt. Das neuerbaute Heim ist einzig in feiner Zweckbestimmung. Andere Landesversiche­

tungsanstalten haben bisher nur Genesungsheime gebaut, in denen sich Kranke womöglich wieder erholen könnten. In dem Invalidenheim zur Gr. Hausdorf will man dagegen virkliche Invaliden, unheilbare Kranke bis an ihr Lebens. ende aufnehmen und verpflegen. Die Aufgenommenen er­halten dann keine Nente, sondern diese und ein nicht uner­heblicher Zuschuß wird von der Versicherungsanstalt zur Ver­pflegung der Insassen des Hauses verwandt. Das Haus ist einstweilen für dreißig Personen eingerichtet. Um die Auf­nahme in das Haus hatten sich nicht weniger als 400 In­validen beworben. Falls es sich bewährt, sollen weitere Heime Jebaut werden.

Eine Militärverschwörung in Portugal?

Eine Sensationsmeldung kommt aus der portugiesischen Hauptstadt: Die Lissaboner Geheimpolizei soll einer Militär­verschwörung gegen König Carlos und sein Baus auf die Spur gefonimen sein. Die Meldung, die tatsächlich begründet ein dürfte, besagt:

Es steht fest, daß die Lissaboner Polizei einer umfang­reichen Verschwörung auf die Spur gekommen ist, die von einigen entlassenen höheren Offizieren ausgeht. Die ersten Anzeichen machten sich kurz nach der Ermordung des Königs Alexander von Serbien bemerk. bar. Damals wurden bereits einige Offiziere, welche mit einer Anzahl Unteroffizieren des 5. Infanterieregiments in Civil eines Abends in einem Restaurant eine Zusammen­kunft hatten, von einigen Kriminalbeamten beobachtet. Bei einer späteren Beratung mit anderen Unteroffizieren wurden diese und die früheren Unteroffiziere verhaftet und in den Kerker geworfen, die Offiziere aber dem Kriegsrat übergeben. Auch in einigen anderen Regimentern machte sich eine augenfällige Gärung bemerkbar, deren Spize gleichfalls gegen das Herrscherhaus gerichtet war. Die amtlichen Kreise hüllen sich einstweilen in Stillschweigen. Man wird ja aber bald hören, ob in der Tat auch in der portugiesischen Armee sich Leute gefunden haben, die den Ruf des Heeres schänden wollen. Wie eifrig man nun viel­leicht auch versuchen wird, das Geheimnis zu hüten, der­gleichen sickert doch immer durch.

Der Sulu- Jaselkonflikt.

In England ist man über die Besetzung der sieben Suluinseln nach wie vor sehr traurig; man sagt sich nicht mit Unrecht, daß die linion die Inseln nicht wieder heraus­geben wird, und andererseits wird man sich auch hüten, wegen dieser Geschichte mit den Yankees anzubinden. Des­halb schlagen die britischen Staatsmänner jetzt auch schon die Ernennung einer englisch- amerikanischen Kommission zur Entscheidung der Frage vor. Aber davon wollen die Ameri faner wieder nichts wissen: das Washingtoner Kabinett er­klärt rundweg, es lasse sich auf ein solches Schiedsgericht nicht ein und lehne überhaupt jede Erörterung über das Recht Amerikas auf die Inseln ab. Die Inseln gehörten den Vereinigten Staaten, und damit basta. Was wird do dem britischen Löwen anderes übrig bleiben, als den Schweis zwischen die Beine zu klemmen und sich mißmutig davon nt trollen?

Tie Schlichtung der Venezuelafrage. Zar Nikolaus II. hat auf das Ersuchen des Präsidenten Roosevelt, er möge drei Schiedsrichter zur Entscheidung der noch schwebenden Streitpunkte der Venezuelafrage ernennen, geantwortet: Er wolle das tun, jedoch nicht cher, als bis ihm amtliche Aeußerungen Deutschlands, Englands und Ita­liens dartäten, daß diese Mächte mit dem Ersuchen einver­standen seien. Natürlich wird keine der drei Mächte envas einwenden wollen, und so wird denn der Zar auch noch in den Handel verwickelt.

Die Attentatsfurcht des Sultans.

Es gewinnt chgerade den Anschein, als sei die seit den Belgrader Vorgängen wachgewordene Angst des Sul­tans vor einem Anschlage auf sein Leben allmählich in einen starken Verfolgungswahnsinn ausgeartet. Nach Meldungen aus der Stadt des Halbmondes ist der Padischah in fieber­hafter Aufregung, er erteilt fortwährend neue Befehle zur Aufdeckung von vermeintlichen Verschwörungen und läßt die kaiserlichen Prinzen aufs schärfste überwachen. Kein Offi­zier darf mit ihnen verkehren, zwanzig Offiziere, die vor den Prinzen salutierten, wurden strafweise versetzt. Armer Sultan!

Kurze politische Nachrichten.

Nach dem jetzt veröffentlichten Bericht über die Beschlüsse der ständigen Zuckerkommission hat diese einstimmig erklärt, daß die deutsche Zuckersteuergesetzgebung mit der Brüsseler Zuckerkonvention im Einklang stehe.

Die deutsche Seemacht in Ostasien wird in diesem Jahre um drei Schiffe, den Kreuzer Sperber" und zwei Flußkanonenboote, verstärkt werden.

* Die beiden Kammern des württembergischen Landtags haben auf Grund eines Kompromisses die württembergische Steuerreform vorlage endgiltig genehmigt. * Tas Schulschiff Molife" hat von Kiel aus seine Aus­landsreise angetreten. Das Schiff geht nach dem Besuch

3hr vortreffliches Gedächtnis täuscht Sie niemals,

Türstin.

Es war so, wie Sie sagen, und darum bin ich

mit seinem Metalllichte übergoß, proponierte Gristu noch Da der Mond voll aufgegangen und das ganze Plateau

möchte ich recht gerne mithor Mirius verdroß es, daß Data ih

r wenig Schnei­

wüßte,

digkeit zuzutrauen schien. Wenn ich die prentesmeister in

Vorzeit herstammt,

,, Ein uralter Volksgesang,

der

offenbar aus der grauem

erflärte Eristu, Som fie den K

,, Es ist die Mage

des Bräuti