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Heer und flotte.

Der Kyffhäuserbund der deutschen Landes- Kriegervereine hat soeben auf dem sagenumwobenen Kyffhäuser seine vierte Versammlung abgehalten. Die erschienenen Vertreter reprä­sentierten etiva zwei Millionen alter Soldaten. In Vertre­tung der am Erscheinen verhinderten Vorsitzenden, der Gene­rale z. D. v. Spitz und v. Waagen, leitete das Vorstands. mitglied Prof. Dr. Westphal aus Berlin die Verhandlungen. Aus dem Geschäftsbericht ist hervorzuheben, daß die Schulden für das Kaiser- Wilhelm- Denkmal auf dem Kyffhäuser nun bollständig abgetragen sind. Nachdem in den vier Jahren 1899 bis 1903 rund 283 000 Mt. abgezahlt worden waren, ist in diesem Jahre der Schuldenrest im Betrage von rund 43 000 mt. beglichen worden. Das Denkmal steht nun schuldenfrei da. Der Kaiser hat auf ein Hudigungstelegramm von Ungarn aus seinen warmen Dank übermitteln lassen.

Hus dem Gerichtsfaal.

Ein Einjährig- Freiwilliger als Einbrecher. Der Ein ährig- Freiwillige Overeß von der 10. Kompagnie des in Hannover garnisonierenden Füsilierregiments Nr. 73 hatte ich wegen schweren Diebstahls vor dem Kriegsgericht der 19. Division zu verantworten. Da das Regiment zur Zeit toch in Manöverquartieren bei Walsrode liegt, fand die Berhandlung in den Diensträumen des dortigen Amts jerichts statt. Der Angeklagte war vor einiger Zeit unter em schweren Verdachte verhaftet worden, in zwei Fällen e einen Diebstahl resp. Einbruchsdiebstahl zum Nachteil ines ihm befreundeten Kameraden verübt zu haben. Do Die Beweisaufnahme seine volle Schuld ergab, so verur eilte ihn das Kriegsgericht zu drei Monaten und 14 Tagen Gefängnis, sowie zur Versetzung in die zweite Klasse des Soldatenstandes und zum Verlust der Berechtigung zum Finjährig- Freiwilligen- Dienst.

§ Schon wieder ein falscher Burenheld. Das Amtsgericht Bern hat den früheren Mühlenbauingenieur Albert Hein cich Günsch, heimatberechtigt in Altenhausen bei Magde burg, der sich seit März d. I. in Frankreich, Italien, Dester reich und der Schweiz herumtrieb und sich fälschlich als Mitstreiter im Burenkriege, und zwar als Artillerieoberst msgab, öffentliche Vorträge hielt und Unterstützungsgelder angeblich zu Gunsten der Buren- Witwen und-Waisen sam melte, wegen versuchten Betruges zu vier Monaten Ge fängnis( Sorreftionshaus) und fünfjähriger Landesverwei jung berurteilt. Günsch ist in Deutschland bereits zwölf mal bestraft. Er wurde in Bern am 29. August verhaftet, fura bevor er wieder einen seiner vielbesuchten Vorträge halten wollte. Er sieht weiteren Bestrafungen in den Rantanen 8ürich und St Gallen entgegen.

§ Der Bock als Gärtner. In Saarbrücken kam der tragikomische Fall vor, daß ein Mitglied der Steuerein­schätzungskommission wegen gvoßer Steuerhinterziehungen verurteilt wurde. Der Kaufmann Friedrich Waltzinger, der sein Ehrenamt so trefflich ausfüllte, wurde zur Zahlung des achtfachen Betrages der hinterzogenen Steuer mit 26 096 Mark verurteilt.

§ Das Urteil im Zwickauer Spiritisten prozeß lautet gegen Frau Frenzel auf 6 Monate Gefängnis. Der mitange­flagte Ehemann wurde freigesprochen, aber wegen dringen­den Verdachts des Meineides verhaftet und in Unter­fuchungshaft abgeführt.

Nab und fern.

Hochwasser und Stürme. Die Hochwasserkatastrophen in Kärnthen nehmen einen noch nie erreichten Umfang an. Fast alle Täler sind überschwemmt, die Brücken und Reichsstraßen zerstört; zahlreiche Ortschaften sind überschwemmt, mehrere gefährdet, die Ernte ist vernichtet, die Felder sind auf Jahre hinaus verwüstet. Auch in den Wäldern ist großer Schaden angerichtet. Im Liesertale wurden zwei Leichen gefunden; auf der Lieser treibt ein hölzernes Bauernhaus mit den Be wohnern. Militär, Beamte und Ingenieure der Landes. regierung leisteten Hilfe. Im Salzburgischen steht der Orl Mittelsill völlig unter Wasser, ebenso der Gemeindewald im Oberpinzgau. Dort ist ferner ein Haus eingestürzt; bei mehreren anderen droht der Einsturz. Sm ganzen Gasteiner­tal ist die Ache assgetreten und hat die meisten Brücken zer stört. In Lungau hat die Mur großen Schaden angerichtet, die Gemeindebrücken zerstört und die Feldfrüchte vernichtet. New york wurde von einem starten Sturm beinigesucht, der großen Schaden anrichtete. Die Windstärke betrug 60 englische Meilen die Stunde; seit Jahren herrschte kein so gewaltiger Sturm mehr an der Küste von New Jersey. Präsident Roosevelt befand sich, als er sich an Bord der Flottenjacht Sylph" zur Besichtigung der Einwanderer- Ein­richtungen nach Ellis Island begab, infolge des Wetters einige Zeit in gefährlicher Lage. In der Nähe der Sylph" sank ein Schleppdampfer bei der Durchfahrt durch das Höllentor.

O Harry Walden, der kontraktbrüchige Liebhaber des Berliner Theaters, dessen plötzliches Verschwinden wir fürz lich berichteten, ist jetzt in Innsbruck aufgetaucht. Wie es heißt, ist Walden schwer nervenkrank und soll in eine An stalt gebracht werden. In den Kreisen, die ihm nahe stehen, verlautet, daß der Alkohol zu seiner Erkrankung ein gut Teil beigetragen habe.

Das Drama im Walchensee. Wie erinnerlich, wurde vor kurzem der gemeinsame Selbstmord einer ganzen Fa milie von fünf Köpfen im Walchensee gemeldet. Vater, Mutter, zwei erwachsene und eine zehnjährige Tochter mie teten ein Boot zu einer Fahrt in den See hinaus, von der sie nicht wieder zurückkehrten. Von den Bergen aus wurde beobachtet, wie sie sich ins Wasser stürzten. Wie jetzt amt lich festgestellt wird, heißt die Familie Schmidt und stammi aus Norddeutschland. Die Familie hatte keinen festen Wohnsitz, hieli sich in Bädern, Kurorten u. s. w. auf, wohnte in Pensionaten, zuletzt in der Schweiz, und man nimmi an, daß sie wegen mißlicher Vermögensverhältnisse den ge­meinsamen Tod gesucht hat. Daß man die Leichen finden werde, wird bei den eigenartigen Verhältnissen des Walchen­sees bezweifelt.

Opfer des Kohlendunstes. Auf dem Vominium Ober­schlaube bei Guhrau hat das unvorsichtige Umgehen mit der Ofenklappe wieder einmal ein schweres Unglück herauf beschworen. Von dort in einem gemeinsamen Schlafraum untergebrachten neun jugendlichen polnischen Arbeitern er stickten sieben. Die beiden andern, die noch Lebenszeichen von sich gaben, wurden in das Guhrauer Krankenhaus ge. bracht.

Die Pest. Die pestverdächtige Seuche in Marseille wird amtlicherseits als erloschen bezeichnet. Die bakterio logische Untersuchung habe kein Anzeichen von Pest er. geben. Neue Krankheitsfälle sind nicht hinzugekommen.-- Dagegen wird aus Rio Janeiro ein bedenkliches Anwachsen der Pest gemeldet. Einige vereinzelte Todesfälle sind vor­gekommen. Gegen 60 Personen werden im Krankenhause behandelt. Strenge Maßregeln gegen die Weiterverbrei hung der Best sind getroffen worden.

* Polizisten als Betrüger. Wegen bedeutender Betrü gereien, die fürzlich bei der Madrider Polizei vorgekommen sind, ist der Chef der Polizei seines Amtes enthoben und durch einen Beamten des Sicherheitsdienstes ersetzt worden. Sämtliche Polizeiagenten sind ebenfalls abgesetzt worden. Die Ursachen dieser Entschließung werden amtlich bekannt gegeben werden.

Vermischtes.

[ Kälteferien im Herbst] genießen zu ihrer großen Freude feit einigen Tagen die Schüler des Realgymnasiums in Schuvelm. Die abnorme Witterung der letzten Tage hat näm­lich zur Folge, daß in den Schulräumen 12 Grad Wärme herrschen, und die Schulleitung ließ deshalb am Sonnabend und Montag den Unterricht ausfallen. Dies dürfte bei An­halten der jetzigen Witterung auch noch in den nächsten vier­zehn Tagen der Fall sein, bis die neue Dampfheizung fertig­gestellt ist. Die Schule ist nämlich in diesem Jahre durch einen Anbau erweitert worden. Um nun den früheren Uebel. ständen der Ofenheizung zu entgehen, wurde die Errichtung der Dampfheizung beschlossen, wozu die Arbeiten seit Kurzem in Angriff genommen sind. Ein merkwürdiger Zufall widt nun, daß die Schule bei der jetzigen fühlen Witterung ohne jede Heizmöglichkeit ist. Der neue Anbau hat nämlich keinen Schornstein, weil man seiner bei der Dampfheizung nicht bedarf, und in dem alten Teil der Schule hat man aus dem selben Grunde die Schornsteine zugemauert.

[ Die Ruhekur im Hause.] Ein in London erscheinendes Fachblatt The Family Doctor", gibt der nervös gewordenen Menschheit gute Ratschläge zur Stählung und Wiederauf, frischung schlapp gewordener Nerven. Anstatt sich jedes Jahr hunderte von Meilen von seinem Hause zu entfernen, un irgendwo am Meeresstrande oder im Hochgebirge bei uner. schwinglich hohen Preisen ein unbequemes Zigeunerleben zu führen, bleibe man hübsch in seiner Wohnung und mache eine sogenannte Ruhelur durch. Denn nur die Rube ist inſtande, die durch die gesellschaftlichen Verpflichtungen vergeudeten Kräfte wieder einzubringen. Mit einem Orts- und Wohnungswechsel ist die Mute aber unvereinbar. Man darf sich nur nicht durch lächerliche Berurteile von der Kurm Hause" abhalten lassen. Die Kurvorschriften sind allerdings etwas hart und streng. Vor allem muß man das Nachdet.ken und das Sorgen für mindestens vierzehn Tage beiseite legen. Dann lege man sich selbst ins Bett und leje vierzehn Tage lang feine Zeitung, feinen Vries, fein Telegramm, damit jele Aufregung vermieden werde. Tas Wein und Alkohol ſiren: berboten sind, ist selbstverständlich; das Hauptgetränk ist Mild. Wenn dann die vierzehn Karenztage um sind, fann man wied. aufstehen und sich nach und nach wieder in den Strudel des Lebens stürzen.

[ Kampf mit Zigeunern.] In das Schloß der Varonin Paul Sennyey in Battyan brachen nachts Zigeuner ein, wurden jedoch von der Dienerschaft rechtzeitig bemerkt; die Diener machten von der Feuerwaffe Gebrauch, um die Ein­brecher zu vertreiben. Mehrere Zigeuner blieben tot auf dem Blaze. Auch der herrschaftliche Kutscher wurde schwer ver­mundet.

[ Det können die Amerikaner voch!] Auf Wunsch des Kaisers wird bekanntlich das Deutsche Haus" auf der Welt­ausstellung in St. Louis in einer Nachahmung des Mittel­baus des Charlottenburger Schlosses bestehen. Erst hatte der bekannte Berliner Architekt Bruno Schmitz einen Plan in modernem Barockstil vorgelegt, der beim Kaiser aber ablehnendes Kopfschütteln hervorries. Wie man jetzt in Künstlerkreisen zu erzählen weiß, soll der Kaiser sein Urteil in die drastischen Worte zusammengefaßt haben: Det können die Amerikaner ooch!" Berlinert" er doch gern, wenn er guter Laune ist. Die Architektur des statt des ursprünglichen Entwurfs gewählten Mittelbaues des Charlottenburger Schlosses mit dem großen Turm zeigt die klassische Einfach­heit Schinkelscher Meisterformen, und der Kaiser dürfte mit der Annahme wohl vollkommen recht haben, daß Jung­Amerika einen solchen historischen Monumentalstil nicht , voch fann".

Die Kunst zu retten. In letzter Zeit sind wiederholt Fälle vorgekommen, daß ausgezeichnete Schwimmer, die einen Befährten retten wollten, samt diesem kurz vor dem rettenden Ufer ertranten. Dieses Fehlschlagen des Rettungsversuchs liegt gewöhnlich darin, daß der Retter zu stürmisch dem Ertrinkenden nachspringt. Man muß warten, bis der Ge­fährdete die Kraft verliert, es sei denn, daß es sich um kleine eicht zu bändigende Kinder handelt. Wenn es dann gelingt, hn auf den Rücken zu drehen, und ihm dann eben nur die Nase über Wasser zu halten, so ist die Rettung kein Kunststück. Auch dem besten Schwimmer aber ist es fast unmöglich, mitten in Fluß einen Verunglückten zu retten, solange dieser bei un­Jeschwächter Kraft ist. Der Griff eines Ertrinkenden ist von ast übermenschlicher Kraft. Die erste Regel bei der Rettung Ertrinkender ist also größte Kaltblütigkeit, die den sehr be­greiflichen Eifer unterdrückt und erst im kritischen Augen­lick eingreift, wenn der Ertrinkende die Kraft verliert.

** Keine granen Haare mehr! Die neueste Verwendung er wunderbaren Röntgenschen Strahlen besteht darin, daß nan mit ihrer Hilfe ergrauten Haaren ihre ursprüngliche Farbe zurückgeben kann. Ein Dr. R. K. Hawley in Rich­mond( Indiana) hat in dieser Richtung mehrere gelungene Experimente gemacht. Doch ist zu raten, dem neuen Mittel gegenüber steptisch zu bleiben. Wie schon wiederholt be­font wurde, ist die Anwendung von X- Strahlen für die Bout unter Umständen von schweren Folgen begleitet.

Ein schauriges Rätsel aufgeklärt. Der geheimnis­bolle Leichenfund auf dem Lemberger Güterbahnhof hat jetzt seine Aufklärung gefunden. In dem Zeichnam, der dort, wie erinnerlich, in einem Korb verpackt, zur Spedition ge­geber: war, wurde der Gutsbesitzer Tomaschewsky rekognos­ziert und als sein Mörder sein Vetter, ein Student Ma­letzky, und dessen Kommilitone Winkler ermittelt. Beide steckten tief in Schulden. Um sich deren zu entledigen, faßten sie den teuflischen Plan, Tomaschewsky zu ermorden und zu berauben. Maletzky lud den Vertrauensseligen zum Kartenspiel in seine Wohnung ein und betäubte ihn hinter­rücks durch einen Schlag auf den Kopf beim Betreten des Spielzimmers. Hierauf machte Winkler eine Einspritzung

mitt Chankalt, die Tomaschewsky tötete. Die vetche wurde des Geldes beraubt, in einen Korb gesteckt und auf der Moskauer Bahnhof zur Expedition geschickt.

[ Das Piedigrottafest zu Neapel] hatte, wahrscheinlich auch im Zusammenhange mit dem Ausbruch des Vesuvs, einen gewaltigen Fremdenstrom herbeigezogen. Das Fest der Madonna von Piedigrotta ist das charakteristischste aller neapolitanischen Volksfeste und besonders berühmt durch jeinen Sängerwettstreit, bei dem die neuen volkstümlichen Liedchen im neapolitanischen Dialekt ihre Probeaufführungen zu bestehen haben, ehe ihre Melodien dann in alle Welt hinausflattern. Auf allen Straßen an der Riviera bis 311 der Piedigrottafirche wurden auf allegorischen Wagen die neuen Piedigrotta- Lieder gesungen, während eine dicht­gedrängte Menschenmasse auf- und niederwogt und fliegende Händler", die Obst, Austern, Muscheln feilbieten, ihr Ge­ichrei mit den herzzerreißenden Tönen der Blechtrompeten und Brummteufel zu einem ohrenbetäubenden Lärm ver­inen. Neben den Liedern fanden die Maskenzüge große Beachtung. Ungeheure Heiterfeit erregte der Zug der Last­träger, die als Grenadiere und Schanzgräber Ferdinands von Bourbon auftraten; Ferdinand selbst saß in Uniform auf hohem Rosse.

Eine Tageszeitung für Frauen," The Daily Miror", wird demnächst in London erscheinen. Ob die Zeit für eine Frauenzeitung schon reif ist, muß erst bewiesen werden. Der Versuch, der in Frankreich mit der Fronde" gemacht wurde, ist, wie vor wenigen Wochen berichtet wurde, mißglückt. Aber die neue Zeitung will sich nicht an die moderne Frau wenden, sondern sie beziveckt in erster Linie in lesbarer Form die neuesten Telegranime und andere Tagesneuigkeiten, sowie von dem reichen Nachrichtenstoff alles das, wofür Damen sich inter­essieren, zu geben. Die Organisation des Nachrichtendienstes ist von derselben caft eingerichtet, die den Nachrichtendienst der Daily Mail" organisierte. Die Bearbeitung der die Frauen speziell angehenden Gebiete liegt in den Händen von Damen, die dem Publikum als die Tüchtigsten ihrer Schule bekannt sind.

Hus der Reichshauptstadt.

Mein Freund" Pumpmayer.

Wenn der Herbststurm durch die Straßen braust und en Regen den Passanten ins Gesicht peitscht, dann findet Der Kundige in der Passage aus der drängenden Menge jald wieder alte Bekannte heraus, die sich dort tag aus lag ein herumdrücken. Mit schäbiger Eleganz gekleidet, n der mit zerrissenem Handschuh bedeckten Rechten ein Stöckchen schwingend, wandeln sie fröstelnd einher, bis sie rgendwo jemand erspähen, den sie um eine Mark anpum en können. Denn verschwinden sie in einem der benach. arten Cafés, um bei einer Tasse Schwarzen und vielen Zeitungen den Tag zu verträumen. Zu ehrlicher Arbeil ind sie verdorben, diese verbummelten Genies, und doch st so mancher unter ihnen, der das Zeug besiẞt, etwas ordentliches aus sich zu machen, wenn nicht die angeborene Trägheit jeden Aufschwung hemmte.

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Ein Mustereremplar der Spezies des verbummelten Ge ies ist mein langjähriger Freund" Mayer, der die vor. züglichen Geistesgaben, die ihm Mutter Natur verliehen, ju nichts anderm zu benüßen weiß, als möglichst genial inen Pump anzulegen. Als ich Pumpmayer" heute traf, vollte ich ihm scheu ausweichen, denn schon oft hatte er neine ohnehin stets leichten Taschen noch weiter ihres Ge vichtes beraubt, aber sein Adlerauge hatte mich bereits er päht.

Komm," sagte er, indem er ungeniert seinen Arm inter den meinen schob, trotz meiner etwas frostigen Be grüßung, ich suche einen Kapitalisten, der Geld zur Aus­ührung meiner Ideen hergibt. Sich' in mir den Mann, Der den Nordpol gefunden hat!"

Ach!" rief ich erstaunt. Wie hast du denn das ge nacht?"

Ich habe es noch gar nicht gemacht, aber es kommt zur Ausführung, sobald ich Kapital habe! Du weißt doch, vas bei einer Polarreise am schwersten zu überwinden ist?.. Die Kälte!" rief er triumphierend, als ich schwieg, die chrecklicke. die furchtbare, die entsetzliche Kälte. Um dieſe übervinden, nimmt man einfach siebenhundertachtund echzigtauserweihundertundzweiunddreißig eiserne Defen, Jenau jo ie braucht man nach meiner Berechnung, ſtellt ie in zwei Reihen, so daß immer drei ein Dreieck bilden, omizer Franz Josefsland bis zum Nordpol auf und jeizi se ein, worauf man zwischen ihnen hindurch ganz jemächlich bis zum Nordpol gehen kann!"

Ich ärgerte mich, meinte aber gelassen: Und das Fapital?"

Da bekomme ich durch eine Versicherung gegen das Frihlagenverden durch fallende Kirchtürme! Welcher Ver­iderie von einem einfallenden Kirchturm erschlagen wird, essen Erben bekommen hunderttausend Mark ausgezahlt." Jekt wurde mir die Sache zu bunt. Aber, Mensch," agle ich, woher willst du denn die hunderttausend Mart tehmen?"

Die suche ich ja eben, um sie zu deponieren, aber sie stehen vollkommen sicher, da ich nie in die Lage bersetzt sein werde, sie auszahlen zu müssen!"

Erlaube!" rief ich, um ihn zu ärgern, wie ich in iner Unfallstatistik gelesen, wird immer, der achthundert millionensechshundertzweiunddreißigtausendachthundertvier andzwanzigste Mensch von einem Turm erschlagen; Möglichkeit ist daher nicht ausgeschlossen­

Sie ist ausgeschlossen!" unterbrach er mich. " So, wieso denn?"

die

Das sag' ich dir nur, wenn du dich auch versicherst. Mit einer Mark!" fuhr er fort, als er mein Schwanken jewahrte.

Ich war neugierig aber eine Mark war mir denn och zu viel. Ich will mich für fünfzigtausend Mark mil ünfzig Pfennig versichern!" sagte ich dann.

Er steckte das ihm dargereichte Fünfzigpfennigstück in Die Tasche.

Nun, wie machst du es?" fragte ich. Ganz einfach!" erwiderte er.

Die Unfallstatistik habe ch auch gelesen und wenn der achthundertmillionensechs. hundert zweiunddreißigtausendachthundertvierundzwanzigste Mensch kommt, dann wird er eben nicht in die Ver icherung aufgenommen."

Ganz leuchtete mir seine Theorie zwar nicht ein. Aber a er es fertig bekommen hat, fünfzig Pfennige von mir jerauszukriegen, ist er ohne Zweifel ein Genie.

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