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Nachdem nun ein bis jetzt ungenannt sein wollender Herr in Gießen mit dem Flugblatt: Wahrheit und Klarheit in der Angelegenheit der Friedhofs­weihe zu Gießen" diese Lokalfrage wieder ins Rollen und an die Deffentlichkeit gebracht hat, wollen wir den Abonnenten und Lesern unseres Blattes auch die in demselben angeführten Schriftwechsel eines anderen mit der Sache amt­lich eng informierten Gießener Herrn mit der Frankfurter Beitung" im Nachdruck bringen. Das Hess. Kirchenblatt" enthält in ihrer Nr. 19 im Anschluß an die von der Frff. 8tg." zurückgewiesene Berichtigung( dieselbe enthält furz gefaßt das was im oben angeführten Flugblatt steht) 1. Die Antwort der Frankfurter Zeitung", die loutet: " Frankfurt a. M., den 24. August 1903. Geehrter Herr!

fange mitteilen zu sollen. Hoffentlich drucken andere Blätter das Wichtigste dieser Mitteilungen ab. Das ist um so wün­schenswerter, als gerade der Artikel Thudichums für andere Beitungen, die mit den wirklichen Verhältnissen gleichfalls nicht vertraut sind, so z. B. für die Münchener Neuesten Nachrichten", zum Anlaß mehr oder weniger scharfer An­griffe auf das Vorgehen von Pfarrer Dr. Naumann wurde. Bei Besprechung der Angelegenheit in der Landessynode wird sich gleichfalls Gelegenheit finden, auf einige Einwände Thudichums zurückzukommen. Zu der in der Antwort der Frankfurter Zeitung wiederholten Behauptung, daß die Friedhofstapelle versehentlich mit einem Kreuz gefrönt worden sei", teilt mir Herr N. N. nachstehende briefliche Notiz des früheren Gießener Stadtbaurats Schmandt mit, der jetzt in Cöln wohnt. Herr Schmandt schrieb zu der Legende, die Herr Mecum aufge­bracht hatte:

Wir bedauern, Ihrer Einsendung nicht Raum geben zu raber Ferdinand heiten nicht, da sie den ruhigen und sachlichen Ausführungen fönnen. Einmal entspricht sie in der Form unseren Gepflogen­faß in Uniform bes Professors Dr. Thudichum eine scharfe, persönliche Polemik ist, das Kreuz auf der neuen Friedhofskapelle sei nur ver­

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entgegen stellt, und dann geht sie auch sachlich unseres Er­achtens von einer nicht zutreffenden Annahme aus. Der

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städtischen Behörde und Vertreterschaft fonfessionslos, und wenn den Juden ein besonderer Teil eingeräumt wurde, so liegt das, wie Sie wohl selbst wissen werden, lediglich daran, sbarer Form die daß gegen die Absicht der zuständigen Stellen die Friedhofs­ateiten, ſowie bon fapelle versehentlich mit einem Kreuze gekrönt und daß da­Domien fich inter durch der Friedhof zu einer ausschließlich chriftlichen Begräb trichtendienſte misstätte gestempelt wurde. Für die christlichen Konfeffionen Beachrichtendien aber ist der Friedhof eben konfessionslos, und weber die Bro­

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teftanten noch die Katholiken befißen einen abgeschlossenen Teil zur alleinigen Benugung, fönnen daher auch nicht ihren" Teil für sich weihen. Gegen die Weihe jedes einzelnen Grabes, wie es die katholische Religion will, wird wohl niemand et­was einwenden. Damit fönnte und müßte sich u. E. die protestantische Kirche gleichfalls begnügen.

Hochachtungsvoll

Redaktion der Frankfurter Zeitung."

Diese Zuschrift der Redaktion beantwortete der Ein­sender der abgelehnten Berichtigung mit nachstehendem Schreiben:

,, An die Redaktion der Frankfurter Beitung Frankfurt a. M. Gießen, den 26. August 1903. Hiermit bestätige den Empfana Ihres Schreibens vom 24. c. und des zurückgesandten Manuskripts. Daß Sie meine gegenüber dem Prof. Thudichum gegen Pfarrer Naumann angeschlagenen persönlichen Ton ruhig und sachlich gehaltene Berichtigung nicht aufnehmen resultiert in der Hauptsache aus der Erwägung, daß durch meine Aus­führungen manche durch Ihren hiesigen Berichterstatter und Thudichum bei Ihnen herrschenden Anschauungen sich als bollständig irrig erweisen würden.

Genauer als diese Beiden in der Lage sind konsta­tiere ich aber aus meiner amtlichen besseren Kentnis des Sachverhalts:

1. daß ein Stadtverordneten- Beschluß, daß der Friedhof Fonfessionslo 8" sein solle, überhaupt nicht eri­tiert, eine Sache, ein lebloses Ding, wie ein Friedhof, fann überhaupt feine Konfession haben;

2. daß die Behauptung des Oberbürgermeisters Mecum, das Kreuz sei aus Versehen" auf die Kapelle gekommen, eine leere Ausrede" ist, eine, Verbeugung, welche man wohl den 900 Israeliten hier vor ca. 25000 Chriſten machen zu sollen glaubte. Das Kreuz ist nach den vom Stadtvorstand genehmigten Plänen und sogar auf ausdrückliche Weisung des früheren( übrigens auch fonfessionslosen) Oberbürgermeisters Gnauth auf die Kapelle gekommen; das alles ist aftenmäßig, alles andere ,, müßiges Gerede".

Hiernach sieht die Sache ganz anders aus, als man bortseits auffaßt. Ob die Protestanten für sich eine Weihe beanspruchen können, oder wie Sie meinen, jedes einzelne Grab für sich weihen sollen, darüber steht der Redaktion der Frift. 8tg., welche sich, wie dargetandem richtigen Sach. verhalt gegenüber zugeknüpft verhält ung glücklicherweise wohl nicht zu.

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Wahrheit beizutragen, da in der Erklärung des Oberbürger­Diese Zeilen haben nur den Zweck, zur Steuer der meisters Mecum vom 10. Juli die Behauptung aufgestellt sehentlich daraufgekommen. Das ist absolut unwahr, denn von vornherein war die Kapelle in den vorgelegten Plänen mit dem Kreuze geschmückt, es wurden diese Pläne seitens der Stadtverordnetenversammlung zur Ausführung genehmigt. Als während des Baues der Kapelle im Laufe der Ver­handlungen mit der jüdischen Gemeinde von dieser auf das Kreuz mit der Begründung hingewiesen wurde, daß das Gebäude für ihren stult nicht benußbar sei, wurde nach nochmaliger Beratung in der städtischen Baudeputation bas toinen items ber Bürgermeiſteret ausdrücklich zur Utorina des areuzes ermächtigt! Es war dies noch Weggang". unter H rin nauth, m. E. einige Wochen vor dessen

Lokales.

Gießen, 18. September 1903. ** Privattelegramm. Bei der heute Vormittag erfolgten Ziehung der 6. Klasse der Hessisch- Thüringischen Staatslotterie wurden folgende Gewinne gezogen: 30 000 Mt. auf Nr. 92 782( nach Worms), 10 000 Mt. auf Nr. 89 234( nach Mainz), 5000 Mt. auf Nr. 39 202( nach Eisenach), 3000 Mt. auf Nr. 8778, 12480, 32690, 50 120, 58 030, 61 950, 63 099, 67 343, 85 539, 85 738, 96,279. Infolge der eminent großen Nachfrage nach dem Flugblatt: Wahrheit und Klarheit in der Angelegenheit der Friedhofsweihe zu Gießen haben wir gestern abend viele wegschicken müssen. Heute fommen weitere drei Tausend zur Ausgabe und wer sich dafür interessiert wende sich darum unverweilt an die Expedition dieses Blattes.

Die Tagesordnung für die Sigung des Gemeinderats zu Grünberg am 19. dg. Mts., abends 8 Uhr, lautet: 1. Forts zung des Eisenbahn- Projets Lich Grünberg. 2. Besprechung über Beilage 10 des Voranschlags.

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** Unglücksfall. Vorgestern nachmittag stürzte stuhls an der neuen Tierklinik ohnmächtig zusammen. Es ein Zimmermann aus Gambach bei Aufstellung des Dach­wurde eine sofortige Ueberführung in die alte Klinik vor­genommen, da man annahm, er habe eine schwere Ver­legung davongetragen. Glücklicherweise wurde eine solche nicht festgestellt und der Zimmermann in die neue Klinik gebracht.

tt In der Stadtkirche in Grünberg ist man damit beschäftigt die Kirchenheizung zu installieren. Es geht damit ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung.

†† Die Langfinger in Grünberg sind noch nicht ausgestorben; sogar der Sonntag wird zum Stehlen benutzt. Am legten Sonntag wurde einem Briefträger eine ganze Anzahl schöner Wirsings und sonstiges Gemüse gestohlen. Bon den Felbbieben hat man leider noch feine Spur, boch steht zu hoffen, daß den Gemüseliebhabern" bald das Handwerk gelegt wird.

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feiert Samstagabend im Festsaal Café Leib sein 25jähriges Gesangverein Heiterkeit".Gießen, die letzte Entscheid- Stiftungsfest. Mehrere Gießener sowie auswärtige Gesang­vereine nehmen an dem Stiftungsfest teil und wirken auch welche in dem Konzert mit, u. a. der Bauersche Gesangverein- Gießen Liedertafel- Lollar, Harmonie- Gießen, Liederkranz- Gießen, Sänger- Chor des Turnvereins. Dem Konzert wird sich ein Kommers anschließen.

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Im Uebrigen gibt es ja noch Zeitungen obige Tatsache troßdem aufnehmen. Ergebenst N. N." Hierzu bemerkt 2. der Schriftleiter des Hess. Kirchen­blattes Pfarrer Wahl- Langen Folgendes:

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Von hess. Behörden werden u. a. steckbrieflich verfolgt: Korbmacher Albert Klein aus Kröge wegen Bedrohung, Arbeiter Friedrich Lang aus Ranstadt wegen Bedrohung und Knecht Ernst Lint aus Münster wegen | Körperverlegung von Großh. Staatsanwaltschaft Gießen;

Die abgelehnte Berichtigung selbst nebst dem vorstehend beröffentlichten Schreiben sandte Herr N. N.( er wird für alles, was er schrieb, vollkom nen einstehen, möchte aber vor­erst noch nicht öffentlich mit Namennennung engagiert sein) an mich zu eventueller öffentlicher Verwertung. Ich glaubte August Löffler aus Jlbeshausen wegen Entlaufens vom

bie interessante Begleiterscheinung des Gießener Friedhof Großh. Kreisamt Lauterbach; Spengler Johann Jakob

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Albin Klein, Giessen.

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Amtsanwalt zu Büdingen; Taglöhner Richard Bending aus Altstadt wegen Betrugs vom Großh. Amtsanwalt zu Friedberg.

** Von den 118 ern. Der Gießener Korrespondent der Kl. Pr." zeichnet folgendes Manöverbildchen aus Klein­Linden: Während die preußischen Truppen mit flingendem Spiel hier durchzogen, rückten die 118 er Hessen, die lange in Gießen in Quartier lagen, fast jeden Tag durch Klein- Linden, ohne Sang und Klang. Mehrere Einwohner der Gemeinde fühlten sich dadurch ver­legt und beschwerten sich beim Bürgermeister, der sich an den Regiments- Kommandeur wandte. Dieser veranlaßte, daß die Hessen dem preußischen Militär nacheiferten. Wenn nun die 118er durch Klein- Linden ziehen, wird das Spiel mit doppelter Forte gerührt, zur ganz besonderen Freude dr Dorfschönen. Die Mädchen von Klein- Linden sind halt so musikalisch. Eine Vertrauensmännerversammlung der frei­sinnigen Partei fand am Dienstag abend in Darmstadt statt, zwecks Beratung über die bevorstehende Landtagswahl. Abonnements erneuerung. Es set wieder­holt darauf aufmerksam gemacht, daß die Einziehung der Zeitungsgelder durch die Briefträger in der Zeit vom 15. bis einschließlich 25. des letzten Monats im Vierteljahr fostenlos erfolgt, sowie daß die Briefträger 2c. zur voll­gültigen Quittungsleistung über die erhobenen Zeitungsgelder berechtigt sind. Die Vorteile, die die Einrichtung für das Publikum bietet, springen in die Augen, wenn man berück­sichtigt, daß der regelmäßige Fortbezug der Zeitungen ge­sichert, der Gang zur Post und das Warten an den Schaitern, die am Vierteljahrsschlusse besonders start in Anspruch genommen sind, erspart wird.

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Dreiundfünzig verschiedene Staaten werden auf der Weltausstellung in St. Louis 1904 vertreten sein. Von diesen haben zweiundvierzig Staaten bereits Gelder für die Zwecke der Ausstellung bewilligt, und zwar in Summa mehr als fünfundzwanzig Millionen Mark. Für elf Länder steht die aufzuwendende Summe noch nicht fest. Die Welt­ausstellung in Chicago war von sechsundvierzig Ländern beschickt, welche zusammen nur zweiundzwanzig Millionen Mark für die Ausstellung aufwandten.

Briefkasten.

L. M., Bahnhofstraße, Gießen. Das Flugblatt ist durch unsere Zeitungsträger und Trägerinnen mit verteilt worden; wer nicht Abonnent des Blattes ist, kann dasselbe besonders auf unserer Expedition haben.

Kirchliche Nachrichten für Gießen. Evangelische Gemeinde.

15. Sonntag nach Trinitatis, Sonntag, den 20. September. Gottesdienst.

In der Stadtkirche.

Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrer Scheunemann. In der Johannestirch:. Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrer Euler.

Pfarrer Euler. 11 Uhr Kindergottesdienst für die Lukasgemeinde.

Katholische Gemeinde. Samstag, den 19. September. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegen­heit zur heil. Beichte.

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Sonntag, den 20. September( 16. Sonntag nach Pfingsten.) Vormittags von 6.30 Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beichte. um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion. Vormittags um 8 Uhr: Die zweite hl. Messe. um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 2½½ Uhr: Christenlehre; darauf sakramen­

talische Bruderschafts- Andacht.

Methodistengemeinde, Asterweg 16.

Sonntag, 20 September, abends 8 Uhr: Predigt. Mittwoch den 23. September, abends 82 Uhr: Bibel­

stunde.

Gottesdienst der israelitischen Religionsgesellschaft. In der Synagoge, Südanlage. Sabathfeier am 19. September 1903.

Freitag abend 6.10 Uhr. Samstag vormittag 8 Uhr. Nachmittags 4 Uhr.

Sabathausgang 7.20 Uhr.

Wochengottesdienst: Morg. 5.15 Uhr, Ab. 6.00 Uhr

Berantwortlich: für den politischen und Inseratenteil Albin lein; fär bas Botale, den Gerichts." und" Deffentlichen Sprechsaa!": Fr. Oppermann Drud und Berlag der Gießener Berlagsbruderet( vorm. Wilh. Keller), Gießen.

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