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Hof und Gesellschaft.

Beim Kaiserpaare fand im Neuen Palais zu Potsdam gestern abend zu Ehren des russischen Großfürsten Wladimir, der zur Hofjagd in der Göhrde geladen ist, eine größere Tafel statt. An ihr nahmen teil: Reichskanzler Graf v. Bülow, die Chefs der drei Kabinette, Erzellenz von Lucanus, Admiral Frhr. v. Senden- Bibran und General. leutnant Graf Hülsen- Häseler, ferner der russische Botschafter Graf v. Osten- Sacken und die russischen Attachees Fürst Dolgorukom und Oberst Schebeko.

Der dänische König traf gestern abend auf der Durchreise nach Gmunden in Berlin ein und nahm im König. lichen Schlosse Wohnung. Offzieller Empfang fand nicht statt, da König Christian inkognito reist. Der Kommandant bon Berlin, Generalmajor von Hoepfner, hat jedoch den König auf dem Bahnhofe empfangen. In der Begleitung des Königs befindet sich sein jüngster Sohn, Prinz Waldemar von Dänemark.

Konftitutionelle Träume.

Petersburg, 15. Dezember.

Als man nach Kaiser Alexanders II. Tode auf seinem Schreibtische den Entwurf einer Verfassung fand, der ver­mutlich des Monarchen Günstling Loris Melitoff zum Autor hatte, wußte man, daß eine Gefahr glücklich vorübergegangen war. Damals wie heute sagten sich die Verständigen, daß das riesige russische Reich zu einer parlamentarischen Ver­waltung noch längst nicht fähig wäre, daß es noch langer Jahre bedürfe, ehe das Bildungsniveau des Volkes someit gehoben wäre, daß von einer selbständigen politischen Mei­mung der niederen Schichten irgend die Rede sein könnte.

In

Und nun taucht plößlich das überraschende Gerücht auf, daß die Regierung Nikolaus des Zweiten, voran sein Mi­nister des Innern v. Plehwe, ernsthaft mit dem Plane um­gehe, so etwas wie eine Volksvertretung zu schaffen. Die Berichte recht gut informierter Leute besagen übereinstim­mend, daß die Saat schon kurz vor der Reife stände. den einzelnen Gouvernementsstädten sollten Provinzial­versammlungen einberufen werden, die sich über die inner­politischen Fragen beratend zu äußern hätten. Diese Pro­vinzialversammlungen wiederum würden Delegierte wählen, die im nächsten Jahre in Petersburg unter Plehwes Vor­fizz zusammentreten sollten. Wollte man, wie diese Mel­dungen auf den ersten Blick zu sagen scheinen, in der Tat auf eine konstitutionelle Regierung lossteuern, so würde das von unabsehbaren Folgen begleitet sein. Mit der Bil­dung des niederen Volkes ist es, wie schon gesagt, noch ebenso traurig bestellt wie früher; ein eigentliches geistiges Leben existiert überhaupt nicht. Man müßte erst grund­legende Benderungen im Schulwesen schaffen und eine Gene­ration vorbereiten, ehe man selbständige Handlungen von diesen stumpfen Menschen billigerweise verlangen könnte. Auch der Bürgerstand und der mittlere Adel außerhalb der paar Großstädte sind mindestens in politischer Beziehung volständig indifferenter Natur. Bei dem schmählichen Polizeisystem, das sich überall in Rußland hervordrängt, ist es ja schließlich gar kein Wunder, daß das Interesse am öffentlichen Leben mangels jeder Möglichkeit öffentlicher Kritik eingeschläfert wird. So würden sich bei der Einfüh­rung des Parlamentarismus nach Lage der Dinge natur­notwendig nur zwei extreme Gruppen einander gegenüber­sehen, deren ersprießliche Zusammenarbeit von vornherein unmöglich wäre: die konservative Bureaukratie und die nihilistisch- revolutionäre Propaganda.

handelt, denn die vergehen und versehen jetner unter­gebenen seien nur solche gewesen, die im Soldatenleben täg­lich vorkommen und vorkommen müssen; er habe mit der Brutalität eines Ochsenknechtes gehandelt, trotzdem es an der nötigen Beaufsichtigung seitens der Vorgesezten nicht ge­fehlt habe. Der Angeklagte erklärte, die Strafe sofort an­treten zu wollen.

§ Der Erbschaftsprozeß der Gläubiger der Prinzessin Luise von Koburg gegen den König der Belgier, Leopold, auf Her ausgabe der Hälfte seines Vermögens als des Eigentums der verstorbenen Königin Henriette hat vor dem Brüsseler Gerichtshof begonnen. Die Zahl der Kläger beträgt etwa 30; darunter befindet sich der bekannte Pariser Damen­schneider Paquin. Die Vertreter des Königs bestreiten die Berechtigung der Klage mit dem Hinweis darauf, daß zwischen dem König und der Königin Gütertrennung bestand, was die Gläubiger ihrerseits bestreiten. Die weitere Verhandlung wurde auf Montag vertagt.

Borderhand aber glauben die einsichtigeren Elemente noch nicht an eine Umwälzung dieser Art. Man schöpft vielmehr aus den durchsifernden Andeutungen und flüchtigen Bemer­tungen die Meinung, daß es sich im Wesentlichen bei dem geheimnisvollen Plane nur um eine Degretalsaktion der Verwaltung handele. Bei der gewaltigen Arbeitslast, die auf der Petersburger Regierung ruht, und den Schwierigkeiten, die sich fortdauernd daraus ergeben, daß die Nation aus den verschiedensten Völkerschaften zusammengesetzt ist, deren Be­dürfnisse völlig auseinandergehen, drängt Alles geradezu da­rauf hin, die Kompetenz dieser Körperschaften, die sich aus Elementen der verschiedensten Völker zusammensetzen würden, dürfte aber keineswegs über eine beratende Eigenschaft hinausgehen. Natürlich könnten auch solche Versammlungen von intelligenten Volksvertretern große Einwirkungen auf administrative Reformen ausüben und schließlich dazu bei­tragen, daß das Volk planmäßig zur Teilnahme an der Ver­waltung in der Tat erzogen werde. Aber zunächst ist, wie ge­sagt, daran noch durchaus nicht zu denken. Auch setzt sich das Kabinett des Baren aus so flugen Leuten zusammen, daß man leberraschungen dieser Art keineswegs zu befürchten habe, denn so sehr man auch mit dem entrechteten russischen Volke fühlen mag: eine so plötzliche Befreiung" in politischem Sinne wäre viel mehr zu fürchten als zu begrüßen.

Aus dem Gerichtssaal.

§ Soldatenmißhandlungen. Von dem Kriegsgericht der preußischen Gardedivision wurde der Leutnant v. Hellermann vom 4. Garderegiment zu Fuß zu drei Wochen Stubenarrest verurteilt. Ihmt wurde vorgeworfen, es dem ihm unter. stellten Unteroffizier Breitenbach, der, wie erinnerlich, wegen Soldatenmißhandlungen in 1500 Fällen zu acht Jahren Ge­fängnis und Degradation verurteilt wurde, an der erforder­lichen Aufsicht habe fehlen lassen. Der verurteilte Unter­offizier Breidenbach erklärte als Zeuge, Leutnant v. Heller­mann habe ihm wohl fünf- bis sechsmal unter vier Augen gefagt: Ich habe gesehen, daß Sie Leute geschlagen haben, lassen Sie das, ich warne Sie, Sie wissen doch, wie schwer das bestraft wird." Leutnant v. Hellermann bestreitet solche Acußerungen; er habe Breidenbach nur gewarnt, so nabe an die Leute beranzutreten, da er dadurch in die Gefahr gerate, die Leute zu schlagen. Das Gericht nahm an, daß v. Heller. mann aus Gutmütigkeit gefehlt habe. Ein schwererer Fall von Soldatenmißhandlung beschäftigte das Kriegsgericht in Halle. Der Unteroffizier Kirchner vom Infanterieregiment Nr. 153 zu Altenburg wurde zu 1 Jahr und 2 Monaten Ge­fängnis sowie Tegradation verurteilt. Kirchner hatte in zahlreichen Fällen seine Leute so mißhandelt, daß sie in Ohn­macht fielen, ferner den Mannschaften gewohnheitsmäßig ins Gesicht gespuckt. Die nichtöffentliche Verhandlung nahm zwei Tage in Anspruch.

§ Soldatenmißhandlungen. Das Kriegsgericht der 33. Division zu Met verurteilte den Leutnant Schilling vom Infanterieregiment Nr. 98 wegen Mißhandlung Untergebe­ner zu 1 Jahr Gefängnis und Dienstentlassung. Es wur­den 698 Fälle von Mißhandlung, 57 Fälle von vorschrifts­widriger Behandlung Untergebener und ein Fall des Ab­haltens von dienstlicher Meldung als erwiesen angenommen. Der Vertreter der Anklage hatte anderthalb Jahre Gefäng nis und Dienstentlassung beantragt. In der gleichen An­gelegenheit haben sich noch der Kompagniechef und der Jeld­mebel derselben Kompagnie zu verantworten.- Noch un­geheuerlicher ist die Zahl von Soldatenmißhandlungen, wegen deren der frühere Unteroffizier Otto Franzti im In­fanterieregiment Nr. 85 vom Rendsburger Kriegsgericht zu 5 Jahren Gefängnis und Degradation verurteilt wurde: Es wurden 1520 Fälle als erwiesen angenommen. Dazu kommen noch 80 Fälle vorschriftswidriger Behandlung und 20 Fälle des Geldborgens und der vorsätzlichen Abhaltung von der Beschwerdeführung. Der Angeflagte verhielt sich während der Verhandlung durchaus gleichgiltig und fast teilnahms­Los. Apathisch gestand er einige geringere Vergehen zu, die schlimmeren aber stellte er fühl in Abrede oder erklärte, es sei alles nur Scherz gewesen. In der Urteilsbegründung wurde hervorgehoben, daß bei der Strafausmessung auf die höchst gemeine Gesinnung des Angeklagten, die sich in den brutalen Mißhandlungen seiner Soldaten und seiner Freude an diesen Mißhandlungen gezeigt habe, Rücksicht genommen iei. Der Angeklagte habe nie in berechtigter Erregung ge

§ Das Wiederaufnahmeverfahren in Sachen des vierfachen Lustmörders Teßnow ist, wie aus Greifswald gemeldet wird, von der beratenden Straffammer des dortigen Landgerichts abgelehnt worden. Ob Teßnow gegen diesen Beschluß noch bei dem Oberlandesgericht in Stettin Beschwerde ein­legen wird, steht noch dahin. Wie noch erinnerlich sein dürfte, war der Tischlergeselle Ludwig Teßnow vom Schwurgericht in Greifswald zweimal zum Tode verurteilt worden; seine Hinrichtung konnte jedoch nicht erfolgen, da der Delinquent plötzlich von schwerer Krankheit befallen wurde, aus welchem Grunde er zur Beobachtung seines Geisteszustandes der Pro­binzial- Jrrenanstalt zugeführt werden mußte.

§ Das Drama von Pietrebais. Der Ackerer Thys, sein Sohn und der Gemeindesekretär Benoit, die in der Fast­nachtszeit den Gendarmen Leclerc im Wirtshaus zu Pietre bais( Brabant) erschlagen, nachdem dieser um einer gering­fügigen Ursache willen einen andern Sohn des Thys erschossen hatte, wurden von der Brüsseler Straffammer zu 3 Mona ten, einem Jahre und 6 Monaten Gefängnis verurteilt. Die öffentliche Meinung widerspricht dieser Verurteilung, da man annimmt, daß ein Schwurgericht die drei Angeklagten freigesprochen hätte.

Nab und fern.

Von einem Liebesbund der Königinwitwe Margherita non Italien will die Bologneser Zeitung Il Resto del Carlino" erfahren haben. Sie behauptet, daß die Königin eine morganatische Ehe mit einem schönen dreißigjährigen Ingenieur eingegangen sei. Die Eheschließung soll während der kürzlichen Nordlandsreise der Königin stattgefunden ha ben. Der Gewährsmann des Bologneser Blattes macht. sich anheischig im Falle eines Dementis eventuell auch den Na­men des Ingenieurs zu nennen. Die Gelegenheit dazu dürfte ihm wohl bald geboten werden, da die Meldung große Sensation erregt hat.

Einen grausigen Selbstmord beging der Fischerine Becker in Lebus. Er machte sich mittags zum Ausg b fertig und hinterließ seinen Söhnen den Auftrag, das n der Oder verankerte Fischerboot nach einer Stunde han zuholen. Hierauf begab er sich, ohne daß jemand ihn b achten konnte, auf den Kahn, beschwert die Arnie Steinen, hatte sich den Anker im Rücken des Rockes wickelte sich ins Netz und stürzte sich dann in den Strom. seine Söhne der Weisung nachkamen und den Anker cu zogen, fanden sie statt der Fische im Netz die Leiche is Vaters.

Wir schließen hieran eine interessante Mitteilung über das Ende eines zweiten fürstlichen Liebesromans. Nach dem Londoner Daily Telegraph" soll der Zar den Großfürsten Khrill aus Koburg zurügerufen und ihm streng untersagt haben, sich mit der geschiedenen Großherzogin Melitta von Hessen zu verloben. Im Falle der Großfürst diesem Befehle nicht gehorcht, habe er die Enthebung von seiner Würde und die Entziehung seiner Apanage zu gewärtigen. Was an dem Gerücht Wahres ist, läßt sich natürlich nicht bestimmen.

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Selbstgerichtet. Der traurige Held der häßlichen Voi länder Erpresseraffäre, der der junge Millionär Beretta au Opfer fiel, hat sich selbst gerichtet. Ein Mailänder Redakt erkannte den entflohenen Vecchio in Rom, von wo er a Griechenland weiter wollte, und benachrichtigte die Polize Als der Verbrecher diese auf seinen Fersen wußte, ersch er sich in einer Droschke.

Ein seltsames Naturereignis hat die Anwohner des Asomschen Meeres in Schrecken versetzt. Wie aus Taganrog gemeldet wird, weicht das Meer in den letzten Tagen ständig zurück, so daß der Meeresboden auf mehrere Werft sichtbar ist. Der Wind hüllt die Stadt in Sandwolken; wegen Wasser­mangels haben mehrere Fabriken ihre Produktion aufs Aeußerste eingeschränkt. Im Hafen herrscht große Unord­nung, die Schiffe liegen auf dem Trockenen.

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Die Wunderkur Ueber eine gefährliche Art vine Wunderkuren wird au der Gegend von Amberien, Depart ment Ain, gemeldet. Auf einem Bauerngute lebte ein alte Frau, deren Rücken sich unter der Last der Jahre und der Arbeit stark gekrümmt hatte. Ein vom Himmel mit besonderen Gaben gesegneter Bauberer" machte sich heischig, die Gelähmte wieder in eine gerade Foim bringen. Zu dem Zwecke legte er sie mit Hilfe einige freundlichen Nachbarn zwischen zwei mächtige Bretter, die n darauf mit einem großen Seil umwickelte. Nachdem er diese aus Leibesträften angezogen hatte, ließ man die Unglü liche troß ihres Gewimmers einige Stunden in der Preis Als man endlich das Seil löste, bot sich ein schrecklicher An blick. Der Körper der Gemarterten war von ober bis unter

Schiffsunfälle. In Marseille fand an Bord des ita­lienischen Dreimasters San Leonardo", der mit einer Pe­troleumladung von Philadelphia dort angekommen war, eine heftige Explosion statt. Das Schiff wurde ein Raub der Flammen. Zwei Matrosen wurden verletzt, vier werden bermißt. Das Feuer ergriff auch etwa 30 auf dem Kai stehende Güterwagen und einen mit Calciumkarbid belade­nen Schoner. An Bord des französischen Unterseebootes Berle" ereignete sich gelegentlich einer Versuchsfahrt bei Toulon ein Unfall. Man hatte vergessen, die Luke zu schlie­Ben und es drang daher Wasser in eine Abteilung des Bootes ein, in welchem ein Ingenieur sich befand. Die Perle" wird sich einer Reparatur unterziehen müssen.

darauf Ihrer Diamanten, geflecht und d fanten. Shre cierfunftitüdd Sie beobachte Opernglas di medten ihr le die Tiger. Auf ihrem R

mit Quetschungen bedeckt, die Muskeln verzerrt und die einen der Plut in den Adern gestockt. Nunmehr zugezogene ärztli Hilfe zeigte sich fruchtlos; die Frau erlag am folgender nach seiner

Morgen ihren Leiden.

auf das gend Die Kaiserin

Wahnsinustat einer Morphinmsüchtigen. Wie au zabite außer

Deutsch- Eylau gemeldet wird, tötete die Witwe Selma Miehle, Inhaberin eines Papierwarengeschäfts, sich und ihre beiden Kinder durch Gas, indem sie den zum Hauptrohr führenden Gummischlauch der Hängelampe herunterri Frau Miehle war Morphinistin und hat die Tat in geistige Umnachtung ausgeführt.

IDeutscher Unterricht am spanischen Hofe. Zum Lehrer des jungen König Alfons XIII. von Spanien für den Unter­richt in der deutschen Sprache wurde ein Herr Bruns aus Minden, der als Direktor der Berlik' Sprachenschule in Ma­drid, wirkt, im Sommer dieses Jahres nach S. Se­bastian beordert, woselbst die königliche Familie weilte. In seinen Briefen an seine Eltern schildert Herr Bruns, mit wel­cher Liebenswürdigkeit er aufgenommen sei. Er hebt die Freundlichkeit des Königs im Verkehr hervor und seine scharfe Auffassungsgabe, wie auch den Eifer, mit dem er sich dem Studium der deutschen Sprache widmet, um, wie der König selbst sagte, im nächsten Jahre, falls er den Kaiser Wilhelm in Berlin besuchen sollte, recht gut Deutsch sprechen zu fönnen.

Bunte Chronik. Die bekannte Schauspielerin und Schrift stellerin Else Schabelski ist in Petersburg wegen Wechsel fälschungen verhaftet worden.

- Bei Zürich tötete der Kaufmann Kunz in einem Zug abteil 1. Klasse sein dreijähriges Söhnchen und sich selbst durd Revolverschüsse.

In Lözen( Ostpreußen) wurde ein un Jarischer Drahtbinder ermordet und beraubt. Seine Leiche vurde in einem Sack steckend im Löwentinsee aufgefunden. Der mutmaßliche Mörder ist verhaftet.

In Leipzig erschoß der Schneidermeister Nowat seine Ehefrau und verwundete sich dann selbst schwer. Den Grund zu der Tat bildete eheliche Untreue der Frau.

Ein neues schlafsüchtiges Mädchen wird von den Aerzten in Schöneberg i. M. behandelt. Es handelt sich um ein erwachsenes Mädchen, das tagelang schläft und dann nur mit Mühe zu wecken ist.

-Im Schloßpark von Zöllnig bei Freystadt wurde die 22jährige unverehelichte Pauline Wittwer, die seit längere Zeit im Schlosse häusliche Arbeiten verrichtete, erwürgt auf gefunden. Um den Hals der Toten war ein Strick ge schlungen; ihre Hände und das Gesicht wiesen Krazwunden auf.

Vermischtes.

*( Ein für Rechtsanwälte verlockendes Jaserat findet sich in einer oberschlesischen Zeitung; dasselbe hat folgenden Wortlaut: Welcher Rechtsanwalt würde zur Ausklagung der Millionen- Hinterlassenschaft der russischen Baronin b. Schlichter geb. Thomas seinen Beistand bei halbem An teil der Erbin zuwenden? Näheres durch persönliche Vr sprache. Adressen erbeten postlagernd Beuthen, D.-S., Frau A. Krustus, geb. Thomas."

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Das Denkmal dee Tierbändigers. In Quedlinburg fand unter großer Anteilnahme der Bevölkerung die Beerd gung der in Dessau von einem Löwen getöteten Frau des Menageriebesizers Th. Fischer auf dem Friedhof der S Aegidiigemeinde statt. Dem Vater Fischers, der auf der­selben Friedhof begraben liegt, haben seine Angehöriga ein eigenartiges auf seinen einstigen Beruf bezügliches Den mal errichten lassen. Es ist ein aus Sandstein gearbeitet Löwe, der in seinen Branken einen Schild mit der Inschri trägt. Der Kirchenrat der St. Aegidiigemeinde hatte s. 3 Einspruch gegen die Aufstellung dieses Denkmals erhobe aber ohne Erfolg.

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[ Unsinnige Aermelmoden.] Die Aermelmode schei jetzt Aermel zu befürworten, die buchstäblich am Bodi schleppen. Es sieht aus, als wetteiferten sie mit denen ein vergangenen Zeit oder suchten sie in ihren Uebertreibung zu übertreffen. Selbst an der Dinertoilette trägt die Mod dame endlose Mengen von Spizen, die vom Ellbogen her wallen. Wenn aber ihr Anzug in dieser Weise zum Abschl gekommen ist, so ist sie genötigt, Stunden zu nehmen, me sie sich mit diesen Aermeln bei Tisch zu bewegen hat, beb sie damit bei Tisch erscheinen kann; sonst können die schle penden Aermel manche Katastrophen hervorrufen, Glä umwerfen, in eine unerwünschte Berührung mit der Sup geraten u. s. w. Oft find an einem Aermel ein halbes Dußerd Materialien: Spize, Pelz, Sammet, Taffet, Stickerei und glänzende Pailletten.

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Ein ganz Schlaner. Ein Pariser Blatt teilt folgenden Dialog mit: Bapinie, haben Sie mir ein Thermometer g fauft, wie ich Ihnen befohlen habe?"" Noch nicht, gnädig Herr! Ich wollte warten, bis es kälter würde. Der gnädige Herr weiß doch, daß Thermometer im Winter stark hernier gehen!"

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Heiteres aus der Theaterwelt] erzählt ein Pariser Blatt. Südfrankreich wird gegenwärtig von einer drama. tischen Truppe bereist, die unlängst in einem kleinen Neſe, dicht bei Marseille, Vorstellungen gab. Der Theaterzettel fündigte Aufführungen der Komödien Das Fräulein von Seiglière" und Tricoche und Cacelot" an, und der Leiter der Truppe hatte, um das Interesse der Kleinstädter erregen, die Notiz hinzugefügt: Mit besonderer Erlaubnis der Herren Verfasser". Sandeau und Meilhac, die Herren Merfasser" müssen die Erlaubnis mohl aus dem Jenseits

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