Ausgabe 
17.10.1903 Erstes Blatt
 
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Schatten der Nacht sollen Konventikel aller Art geheimnis­vollen Rates pflegen. Jetzt kommt sogar die Kunde von einem Bomben- Attentat, das ernst daran gemahnt, sich ja nicht in Sorglosigkeit zu wiegen.

Während eines Balles in der englischen Gesandt­schaft wurde der Versuch gemacht, den Raum in die Luft zu sprengen, der Munition enthält, die zur Verteidigung der Gesandtschaft dort lagert. Es waren Drähte zur Verbindung mit einer elektrischen Batterie gelegt. aber aus irgend einem Grunde versagte die Verbindung. Außerdem wird gemeldet, daß das Verschlußstück und die Visiervorrichtung einer Kanone gestohlen, aber später in der Eingeborenenstadt wiedergefunden wurden. -Man ist geneigt, die Urheber in chinesischen Hoffreisen zu suchen, in denen die der Kaiserin angetane Beleidigung durch Fernbleiben der britischen Gesandtschaft von ihren Teegesellschaften angeblich große Entrüstung hervorgerufen haben soll. Die Gesandtschaft weigerte sich, an diesen Ge­sellschaften teilzunehmen, wegen der Haltung der Kaiserin in Sachen der Hinrichtung des reformfreundlichen Schen­tschien.

Heer und flotte.

Wehrpflichtsentziehung ist nach einem soeben in Düssel­dorf verhandelten interessanten Fall unstrafbar, wenn der Heeresflüchtige seit fünf Jahren im Gebiet der amerika­nischen Union ansässig und dort im Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte ist. Im vorliegenden Falle waren diese Er­fordernisse gegeben. Das Gericht beschloß deshalb auf Grund des Vertrages mit den Vereinigten Staaten die Ein­stellung des Verfahrens.

Gegen Strafversehungen und Strafgarnisonen sucht in einer Erzählung, die unter dem Titel Aus einer kleinen Garnison" erschienen ist, der Leutnant Bilsen vom Train­bataillon Nr. 16 in Forbach die öffentliche Meinung mobil zu machen. Das Werk, in dem der Verfasser die Offiziers­freise als Schlupfwinkel der gemeinsten Laster darzuſtellen sucht, ist eine sensationslüsterne Schmähschrift. Sie hat ihrem Urheber auch bereits seine Verhaftung und Inter­nierung im Meter Militärgefängnis eingetragen. Inter­essant ist, wie der Verfasser sich Abhülfe gegen das Schulden­machen von Offizieren verspricht. Er empfiehlt die Schaffung eines Gesezes, nach dem die Schulden des Offi­ziers, bis zum Hauptmann oder Rittmeister ausschließlich, nicht einflagbar sein sollen.

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Hof und Gesellschaft.

Sihung der Stadtverordneten.

W. Gießen, 16. Oftober 1903. ( Schluß.)

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Eröffnung des internationalen Postverkehrs nach Ostasien via Sibirien, vom 1. Oktober d. Is. ab; c. Denkschriften der Vereinigung der in Deutschland arbeitenden Privat­Feuerversicherungs- Gesellschaften zu dem Entwurf eines Reichs. gefeßes betr. den Versicherungsvertrag; d. Eingabe des Vereins zur Wahrung der gemeinsamen Interessen des deutschen Handels und der Industrie von Fleisch- und Fett­waren an den Bundesrat, betr. Das Schlachtvieh- und Fleischbeschau- Gesez; e. Eingabe des Vereins zur Wahrung gemeinsamer Wirtschaftsinteressen der deutschen Elektrotechnik an den Herrn Reichskanzler, betr. Abschluß von Handels. verträgen mit Schweden und Norwegen; f Eingabe der Vereinigung für die Zollfragen der Papierverarbeitenden Industrie und des Papierhandels an den Herrn Reichskanzler, betr. Neuregelung unserer Handelsbeziehungen zu Desterreich. Ungarn; g. Von zuverlässiger Seite sind der Handelskammer Mitteilungen zugegangen über eine internationale Kunst- und Gewerbeausstellung für Erzeugnisse aus Metall und Stein in St. Petersburg, die Förderung der deutschen Einfuhr nach Rumänien, den Absatz nach Beira und dessen Hinter. land, den Absaz deutscher Maschinen nach Shanghai, den amerikanischen Wettbewerb in Shangai, deutsche und ameri fanische Drahtnägel auf dem chinesischen Markt, die Anknüpf ung von Geschäfte verbindungen mit chinesischen Kaufleuten in Amory, die Absatzgelegenheit für deutsches Bauholz in Transvaal, den Absatz deutscher Waren im Staate Ama zonas, den Absatz von Maschinen, Textilwaren und Weiß­metallwaren in Uruguay, die Bildung von Kaffeesyndikaten in Brasilien, über das unreelle Geschäftsgebahren einiger Singrnaer Exporthäuser und zwei rumänischer Firmen, so­wie über zweifelhafte Firmen in Madrid und Budapest. Die Eingänge fönnen während der üblichen Geschäfts­zeit im Bureau der Handelskammer eingesehen werden.

Die Lieferung von Straßenfappen für die Kanalisation soll mit Genehmigung der Versammlung der Michelbacher Hütte freihändig übertragen werden. Der Punkt Ver­gebung des Stadtringgrabens zwischen der Marburger- und Landgrafenstraße wurde von der Beratung abgefeßt. Die freihändige Vergebung eines Teils weiterer Kanalisations­arbeiten, u. a. Schiffenbergerweg, an Jäger& Rumpf wird nach kurzer Debatte vertagt. Für die Beschaffung von notwendigen Geräten zur Reinigung der bereits teilweise in Betrieb genommenen Kanalisation werden 6500 Mt. ge­fordert und genehmigt. Ferner wird mit Genehmigung der Baudeputation beantragt für die Kanalisation eine Arbeiter­folonne, vorerst 1 Vorarbeiter und 2 Mann zu bilden, welche die Reinigung ausführen. An der sich anschließenden Debatte beteiligten sich Beigeordneter Georgi, Stadtv. Krumm, der Oberbürgermeister und der Stadtv. Haubach. Louis Beil hat bei Ausführung eines Neubaues am Schiffenberger­weg ehemaliges Gelände der alten Straße mit bebaut, sein nachträgliches Gesuch um Verkauf des Geländes wird für den Preis von 11,50 Mt. pro Quadratmeter genehmigt. Ein Gesuch des Architekten Seuling um Abtretung städt. Geländes wird zurückgezogen.- Die Zuschüttung der Gerbergruben in der früher Plankschen Hofraithe, welche der Stadt jetzt gehört, soll dem Franz Jughardt II. pro Grube zum Preise von Mt. 11 übertragen werden. Stadtv. Leib bemerkt, ihm sei mitgeteilt worden, daß diese Gruben bereits aufgefüllt seien. Der Oberbürgermeister ist damit einverstanden, wenn die Sache vertagt wird und will in­zwischen sich in der Sache informieren. Die städtischen Friedhofsarbeiter beantragen, ihnen eine Lohnerhöhung zu­zubilligen in Rücksicht darauf, weil sie in der ihnen zu­gebilligten 1 Stunde Mittagspause vom neuen Friedhof aus ihre entfernten Wohnungen um Mittags zu essen nicht erreichen können und daher in der Nähe des Friedhofes für ihr Geld essen gehen müssen. Die Versammlung lehnt eine Lohnerhöhung grundsäglich ab, doch soll den Gesuch­stellern statt einer eine anderthalbstündige Mittage pause ge­währt werden, bei bisherigem Lohn. Für die Ver­besserung der Lastwagen in der Stadt, in ähnlicher Weise wie dies bei der Wage an der Frankfurterstraße bereits geschehen, werden 300 Mt. gefordert und bewilligt. Die Baudeputation schlägt die Bewilligung von 1300 Mt. vor zum Zwecke der Verlegung des Eingangs zur Stadt­fasse von der Südanlage, unter Benugung des Ortsgerichts­gebäudes, sowie für Verbesserung der Einrichtungen im Innern der Kassenräume. Eine Beschlußfassung darüber wird auf Antrag des Beigeordneten Georgi vertagt, bis man sich Klarheit verschafft haben wird, in welcher Weise dem Raummangel im Bürgermeistereigebäude überhaupt ab­geholfen werden kann. Einem Vorschlag des Oberbürger­meisters den jezigen Sigungssaal der Versammlung für Bureauräume umzubauen und die Sizungen im alten Rathaussaal am Marktplatz abzuhalten wird widersprochen. Nach einer Debatte wird die Angelegenheit vertagt. Ein Vermächtnis der Witwe Jean Dieß im Betrage von 1500 Mark zur Instandhaltung von zwei Gräbern auf dem alten Friedhof nimmt die Versammlung an. Stadtv. Wallen­fels bemerkt, daß es den Unwillen der Bürgerschaft erregt, weil man an der Ostanlage Ecke Landgrafenstraße( Rinn­scher Neubau) gestattet hat, daß dort direkt an der Anlage der höchst häßlich wirkende Pferdestall erbaut worden ist. Es wäre zu wünschen gewesen, wenn das Baugesuch, ehe es genehmigt worden ist, erst einer Beschlußfassung der Ver­sammlung unterzogen worden wäre. Der Oberbürgermeister erklärt, auch er bedaure sehr, daß man an dieser Stelle das Bauwerk, welches teine Zierde der Anlage bilde, errichtet hat. Aber es habe sich dagegen gar nichts tun lassen, weil nach den Bestimmungen der Bauordnung die Errichtung des Stalles nicht zu hindern gewesen. Nach einer Bemerkung des Stadtv. Krumm zu dieser Sache war der öffentliche Teil der Sigung erschöpft.

Der Kaiser ist von Hubertusstock nach Wildpark zurückgekehrt. Abends fand im Neuen Palais Familien­tafel statt.

Die geschiedene Großherzogin von Hessen soll sich mit dem russischen Großfürsten Cyrill verlobt haben. Der Vorsitzende der Kieler Handelskammer Ge= heimer kommerzienrat Sartori, Präsident des deutschen nautischen Vereins, ist gestorben.

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Das griechische Kronprinzenpaar ist in Gemeinschaft mit Prinz Friedrich Karl von Hessen und Ge­mahlin in Berlin eingetroffen, um an den Enthüllungsfeier­lichkeiten der Denkmäler Kaiser Friedrichs III. und der Kaiserin Friedrich teilzunehmen.

Nab und fern.

Ueber die Art der Strafverbüßung des Fähnrichs z. S. Hüffener auf der Festung Magdeburg werden teilweise Einzelheiten in die Deffentlichkeit gebracht, die geeignet wären, ein gewisses Aufsehen zu erregen. Nach diesen Be­richten soll Hüssener in Begleitung eines Offiziers täglich in den Hauptstraßen Magdeburgs spazierengehend gesehen worden sein, auch zuweilen seine freien Stunden in einem Restaurant zubringen. Diese Meldungen sind, wie uns jezt von zuverläſſiger Seite mitgeteilt wird, vollkommen un­zutreffend. Hüssener, der während seiner Haft die Marine­uniform ohne Dolch trägt, hat seit seiner Ende v. Mts. er­folgten Ankunft die Festung nicht verlassen dürfen, was ver­mutlich darin seinen Grund hat, daß man unliebſame De­monstrationen seitens des Publikums gegen den Festungs­gefangenen befürchtet, sofern er sich auf der Straße ſehen ließe. Seine täglichen Spaziergänge unternimmt Hüffener stets in der Haupt- Allee der Magdeburger Zitadelle. Im übrigen regelt sich sein Aufenthalt auf der Festung nach den striften Bestimmungen des Reglements.

Eine merkwürdige Entführungsgeschichte weiß ein Ber­liner Reporter zu erzählen, dem wir die Verantwortung dafür überlassen müssen. Nach ihm ist ein 16jähriges Mädchen, das vom Stettiner Bahnhof aus die Reise nach einem mär­fischen Gut angetreten hatte, wo sie eine Stellung als Kinder­fräulein antreten sollte, unterwegs von einer lustigen Ge­sellschaft Berliner Jäger mitgenommen worden und seitdem nicht wieder zum Vorschein gefkommen. Der Mutter habe fie brieflich mitgeteilt, daß sie zu ihr nicht zurückkehren würde, und habe sich Nachrichten postlagernd erbeten. Die Mutter hat jetzt die Hilfe der Polizei angerufen. Ob an der abenteuerlichen Geschichte etwas Wahres ist, wird sich dann ja ausweisen. Vorläufig fann man sich des Gedankens nicht erwebren, daß sie start nach Jägerlatein flingt.

A Prinz Arenberg geisteskrank? Entgegen den bisherigen Anschauungen über die zurechnungsfähigkeit des Prinzen Arenberg, der wegen Mordes an einem Eingeborenen in Afrika eine langjährige Gefängnisstrafe verbüßt, scheint man jetzt wieder dazu zu neigen, ihn doch für irrsinnig zu halten. Der Prinz ist zur Beobachtung von Tegel nach Moabit über­geführt und in der dortigen Irrenabteilung untergebracht

worden.

Eine romantische Verhaftung glückte der Budapester Polizei. Sie fahndete auf einen Defraudanten aus Eperias, namens Margocsay. Dieser war ein Komplize des Steuer­beamten Kis, der, wie erinnerlich, bei seiner Verhaftung den Stadthauptmann Stefany und dann sich selbst erschoß. Margocsay war von jenem Tage an verschwunden. Jekt hatte er von Budapest aus an seine Geliebte, eine Hotel­fellnerin in Eperias, geschrieben, sie möge ihn aufsuchen und ihn von ihrer Ankunft benachrichtigen. Der Brief gelangte in die Hände der Polizeibehörde von Eperias, die nun in ein Budapester Blatt ein Inserat mit derselben Chiffre, die in dem Briefe angegeben war, einrücken ließ. Margocsay wurde verständigt, daß seine Geliebte abends um 10 Uhr auf dem Ditbahnhofe eintreffen werde. Margocsay ging in die Falle und wurde verhaftet

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6. Nach Erledigung der Tagesordnung folgten die Mit glieder einer Einladung des Herrn August Gabriel jun. zur Besichtigung der Lahnfalk- und Marmor- Industrie in Abendstern bei Gießen. Das Werk wurde im November 1888 in Betrieb gesezt und ist seit dieser Zeit in ununter­brochenem Sommer- und Winterbetrieb. In dem zuerst er bauten Ringofen ist seit dem Jahre 1888 noch das erste Feuer. Ursprünglich bestand das Werk nur aus einem Ringofen, einer Waggon- und einer Fuhrwerkswage. In­folge der starken Nachfrage nach den verschiedenen Stein­und Kalkprodukten. wurde die Anlage fast in jedem Jahre vergrößert, sodaß das Werk heute eine große Bedeutung er­langt hat und sein Absatzgebiet immer mehr erweitern kann. Gegenwärtig umfaßt das Werk u. a. zwei große Ringöfen zum Brennen von Kalk und Ziegelsteinen, eine Dampfziegelet und verschiedene Anlagen zum Zerkleinern der Kalt- und Marmorstücke. Zum Betriebe der Zerkleinerungsanlagen, bestehend aus Steinbrecher, Walzwert nebst anderen Ber fleinerungsmaschinen, dient ein im letzten Frühjahr in Be­trieb gesetzter Birkulations- Röhrenfessel, der im Stande ist, eine 100 pferdige Dampfmaschine zu treiben. Eine 45pferdige Dampfmaschine dient augenblicklich noch zum Betriebe der verschiedenen Zerkleinerungsmaschinen und zur elektrischen Beleuchtung des ganzen Werkes, was etwa 100 Glühlampen erfordert. Die Dampfziegelei wird durch eine weitere etwa 30pferdige Dampfmaschine angetrieben.

8. Sigung der Großh. Handelskammer Gießen für die Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach.

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Protokoll Auszug.

Gießen, den 13. Oftober 1903. ( Schluß.)

In dem Gabriel'schen Werke werden hergestellt: 1. Bau- und Düngerfalk in Stücken und in feinster Mahlung, 2. Terrazzofteine und Steinmehle für die fünstliche Steinfabrikation in den verschiedensten Farben und Körn­ungen, und ferner

3. Ziegelsteine, die im Ringofen gebrannt werden. Das Rohmaterial für die Dampfziegelei, der Lehm, findet sich in vorzüglicher Beschaffenheit und größten Mengen direkt am Werke, während Kalksteine und Marmor aus den Brüchen bei Bieber mit der Biebertalbahn herangeschafft werden. Besonders hervorgehoben zu werden verdient, daß die Marmorkalksteine circa. 992 Prozent tohlensauren Kalt enthalten, also fast chemisch rein sind.

4. Beförderung von Briefen durch Agenten: Die Kaiserliche Oberpostdirektion in Leipzig hatte Ende v. J. gegen eine Firma in Rheydt eine Strafverfügung er­lassen, weil sie ihrem Leipziger Agenten offene Briefe und Postkarten, die an Empfänger in Leipzig gerichtet waren, in verschlossenen Briefen mit der Post zugesendet hatte und der Agent die Briefe den Empfängern entweder selbst zuge­stellt oder nach der Ortstage frankiert in Leipzig zur Post geliefert hatte. Die Postverwaltung erblickte hierin eine Zuwiderhandlung gegen§ 1 des Geseßes über das Post­wesen vom 28. Oft. 1871, weil hter eine Beförderung ge= schlossener Briefe vorliege, für die der Agent eine Vergütung erhalten, der in seiner Provision mit einbegriffen sei. Die Kammer befürchtet von dieser auch vom Schöffengerichte zu Leipzig vertretenen Auslegung eine Schädigung des geschäft­lichen Verkehres, denn dem Agenten werden nicht des Porto­ersparnis halber die Sammelsendungen übermittelt, sondern um ihn über alle Beziehungen der Firmen zu ihrer Kund­schaft in seinem Bezirke zu informieren. Sie wird daher, falls auch die höchste Instanz der Ansicht des Schöffenge­richts zu Leipzig beitreten wird, zur Beseitigung jenes Miß­standes eine entsprechende Aenderung des Reichs- Gesetzes über das Postwesen beantragen.

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Die günstige Lage des Werkes an der Kreuzung der Staatsbahn und Biebertalbahn gestattet in bequemster und billigster Weise den Geleisanschluß an die beiden Linien. Da überdies die gesamte Anlage in jeder Richtung von möglich, die bedeutendsten Quantitäten mit Leichtigkeit zu Geleisen in praktischer Weise durchschnitten ist, so ist es

5. Eingänge: a. Scharf& Haese, Handel und Wandel, Lesebuch für junge Kaufleute, Wittenberg, R. Herrose's Verlag; b. Mitteilung des Reichspostamts, betr.

befördern.

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Die gute Qualität sämtlicher Produkte wird durch zahl­reiche vorzügliche Atteste bestätigt; auf den beschickten Aus­stellungen erhielt das Werk die höchsten Auszeichnungen, so auch jest wieder auf der Landwirtschaftlichen Ausstellung in Gießen. Von besonderem Interesse und großer Ent­wicklungsfähigkeit erscheint auch die noch neue Industrie, die aus den zerkleinerten Kalk- und Marmorsteinen fünstliche Steine, wie fünstlichen Marmor und Bausteine, Terrazzo­steine und das als Fußbodenbelag usw. Verwendung findende Steinholz herstellt.

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Was die Gesamtförderung des Wertes seit Ende 1888 bis 30. August 1903 anbetrifft, so gelangten insgesamt 33 454 Doppelwaggons à 10 000 Kilogramm zur Produktion, Verbrauch, bezw. Versandt. U. A. werden izt ca. 800 Doppelwaggons Kalt pro Jahr gebrannt, bezw. versandt. Alle Teilnehmer gewannen bei der Besichtigung des Werkes die Ueberzeugung, daß dieses in jeder Beziehung auf das praktischste eingerichtet ist, und unter seiner vorzüglichen Leitung noch einer großen Entwicklung entgegen geht. Lokales.

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Gießen, 17. Oftober 1903. ** Historischer Fund. Not lehrt beten", sagt ein Sprichwort, aber auch erfinden". Kommt vor wenigen Wochen aus dem benachbarten Kreise Wetzlar ein Veteran des deutsch- französischen Krieges in Lonys Bierkeller in Gießen, um hier eine Stärkung einzunehmen. Der Wirt verabreicht dem Gast den gewünschten Trunt, ohne zu ahnen, daß derselbe weder Silber- noch Kupfermünze besißt. Als Bahlung bietet der Beteran eine kleine fünstlerisch gearbeitete

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