Ausgabe 
17.10.1903 Erstes Blatt
 
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Reitpeitsche mit Elfenbein- Handgriff an, welche überdies noch ben deutlich erkennbaren äußerst geschmackvollen Schriftzug " N" trägt. Diese seltene Peitsche, 40-50 Ctm. lang, will der Veteran nach der Gefangennehmung Napoleons III. bet Sedan nachdem seine Schwadron im Schlößchen Belle- vue eine Refognoszierung vornehmen mußte, gefunden und als Andenten aufbewahrt haben. Die auffallend fünstlerische Konstruierung der kleinen Reitpeitsche läßt kaum einen Bweifel aufkommen, daß die gemachten Angaben von Seiten des Veterans der Wahrheit entbehren könnten. Die Reit­peitsche wird auf Wunsch vom Wirt in Lonys Bierkeller gern gezeigt.

** Mit dem 16. Okt. ist die Jagd auf weibliches Steh wild offen.

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Aus Lehrerkreisen. Die Lehrer Hessens haben im Anschluß an die Ludwig- und Alicestiftung eine " Militär- Darlehenskasse" gegründet, um es auch den wenigerbemittelten jungen Lehrern möglich zu machen ihrer Militärpflicht als Einjährig- Freiwillige zu genügen.

|| Der etwa 200 Mitglieder zählende Verein hessischer Geometer 2. Klasse hält am 25. Oktober eine Generalversammlung in Darmstadt ab.

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** Stadttheater Gießen. In der morgigen Novität, dem Volksstück Geschwister Lemte" von Stowionnet und Stein, werden neben Direktor Hermann Steingoetter, der den Maschinenschlosser Gustav Horn spielt, in Haupt­rollen beschäftig sein die Damen Hohl( nicht Hagen, wie der Bettel versehentlich meldet), Großmüller, Kellermann, Lembach, Jenny sowie die Herren Konradi, Achterberg, Bichler, Tamte und Teleky.

Die morgige Promenadenmusik in den Gießener Südanlagen hat folgendes Programm: 1. Duv. Leichte Kavallerie von Suppe. 2. Altniederländer Dant­gebet von Valerius. 3. Venus auf Erden, Walzer, von Lincke. 4. Fantaste über Home swet home von Voigt. Ein neuer Tanzunterricht beginnt nächsten Montag, den 19. Oktober, unter Leitung des Universitäts­Tanz- und Fechtmeister Röse. Näheres durch das Inserat in heutiger Nummer.

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(*), Unsere Dampfmaschine", die so lange zur" Freude" für Jung und Alt auf der Bahnhofstraße in Gießen ihren Platz behauptete, sollte heute dieses lieb­gewordene Domizil verlassen. Doch schien dies nicht an­gängig, faum einige hundert Meter von dem alten Blaz am Schipfapaß" entfernt, ging ein Rad verloren und dies war nicht mal das fünfte. Ein Wizbold auf der Bierbank meinte: Das hält auch wirklich nicht mal ein Mensch aus, so lange an ein und derselben Stelle tätig zu sein." Nach kurzer Zeit war der Unfall beseitigt und die Maschine fonnte den heimischen Penaten zuschieben.

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]-[ Laubach, 16. Oft. Montag nachm. 2 Uhr findet auf dem Rathaus die Birkenbesenreiser- Bersteigerung aus den Waldungen der Stadt Laubach statt. Die Bezirks­lehrerkonferenz für den Bezirk Laubach wird am 20. Oftober vorm. 10 Uhr abgehalten.

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Lollar, 15. Okt. Im Steinbruch bei Graben­hain wurde der Unternehmer G. Nehm aus Weglar, ein noch junger Mann, gestern von Steinmassen, die durch die Nässe sich gelöst hatten, verschüttet und sofort getötet.

|| Lauterbach, 17. Oft. Als Zuschuß zu Straßen­neubauten sind für den Kreis Lauterbach 22 100 Mt. im laufenden Rechnungsjahre aus der Staatskasse an­gewiesen worden. Beteiligt an diesem Segen sind die Gemeinden: Unter- Schwarz, Bermuthshain, Crainfeld, Ober- Moos, Nösberts, Eichelhain, Lanzenhain, Nieder­Moos, Heblos, Angersbach und Rudlos.

() Utphe. Im Gehöfte des Konrad Wilh. Diz ist die Schweinerotlauffeuche festgestellt und über die franten Tiere die Stallsperre, über die der Seuche verdächtigen Tiere die Gehöftsperre verhängt. Es ist eine Schußimpfung vor­genommen worden.

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Friedberg, 15. Oft. In Niederwöllstadt wurde heute früh bet dem Landwirt Heinr. Seit eingebrochen und 1000 Mark gestohlen.

Kaffee

roh und gebrannt

per Pfund von 80 Pfg. an bis

2 Mt. Bei mehrabnahme ent­sprechend billiger.

Hochfeine Mischungen.

Stadttheater Gießen.

Ueber den Wassern.

Drama von Georg Engel.

Bum ersten Male in einer Abonnementsvorstellung sah sich gestern unsere Künstlerschaar vor eine hochdramatische Aufgabe gestellt, deren Lösung den Hauptpersonen nur durch eindringendes Studium und Durchdringen ihrer Rollen ge­lingen konnte. Und sie haben sie gelöst, wie ihnen schon der starte Beifall des Publikums gezeigt haben wird.

Das Engel'sche Drama, das für Gießen Novität ist, während es seit fast zwei Jahren schon über die Bühnen geht und namentlich im Lessingtheater in Berlin mit Agnes Sorma in der Rolle der Stine Kos im Winter 1901/02 Kampf der Elemente und der Geister. Draußen tobt der Seesturm eine große Zahl von Aufführungen erlebte, führt uns in den und droht die kleine Dünenansiedelung im Wasser zu begraben, die genze Gemeinde mit dem jungen Pfarrer an der Spize ist draußen, um das Unheil durch 8 ehen eines Dammes abzuwenden, während drinnen im kleinen hochgelegenen Pfarr­haus der alte, lebensmüde, vom Consistorium abgesetzte Pfarrer sein Köfferchen packt. Er muß es sich gefallen lassen, von dem jungen, nach harter Arbeit vom Dammbau zurückkehren­den Pfarrer Helm über die Pflichten des Priesters belehrt zu werden, die er oft so gröblich vernachläßigt hat; aber seinerseits tann er, veranlaßt durch die sündige Dorfmagd Stine Kos, nun an den jungen Heißsporn dringende Er­mahnungen der christlichen Liebe und Vergebung richten, die schließlich ihre Wirkung nicht verfehlen.

Eine eingehende Schilderung der Handlung des Stücks zu geben, dürfte nicht angängig sein, denn die eigentliche Handlung ist nur gering, und ihre Erzählung würde allen denen, die die Wiederholung des Dramas sehen wollen, immerhin einen Teil der Spannuna rauben. Für die dürf­tige Handlung entschädigt aber der Ueberfluß an Stimmung, und die kam bei der gestrigen Aufführung vorzüglich heraus. Ueberall war die sorgfältige Vorbereitung und die Vertief­ung jedes Einzelnen in seine Rolle merkbar.

als die kleine Strandkirche betraf, unterstützte die Stimmung Die Herrichtung der Bühne sowohl was die Pfarrstube, aufs Beste. Allen Mitgliedern, den Damen Hagen und Fischer, und den Herren Linzen, Sandorff und Telefy gebührt volles Lob. Die wirkungsvollste Figur bot Herr Linzen als der alte Pfarrer, seine Leistung ganz allein könnte wohl für manchen Zuschauer Grund genug sein, sich das Drama wiederholt anzusehen.

Auch gestern Abend herrschte, wie schon mehrmals, im durch eine knarrende Tür und durch Gehen vor dem Buffet. Hintergrund des Saales eine störende Unruhe, hervorgerufen Der dortige Ausgang nach dem Hofe sollte doch wohl wäre auch eine genauere Angabe des Schlusses der Vorstell­während der Vorstellung nicht benutzt werden! zu wünschen ung, die gestern wieder etwa eine Stunde vor dem auf dem Bettel angegebenen Termin zu Ende ging.

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Karl. Dem Schuhmacher Philipp Lepper ein Sohn. 15. Dem Kutscher Adolf Beinert eine Tochter, Marie Elise.

Gestorbene.

Am 10. Dft. Heinr. Kid, 78 Jahre alt, Tuchmacher zu Alsfeld.- Christ. Wagner, 80 Jahre alt, städt. An­Lageaufseher dah.- Amalie Rausch, geb. Beck, 51 Jahre alt, Ehefrau des Direktors des Realgymnasiums und der Realschule Doktor Emil Rausch. 11. Erna Lina Elisa­bethe Weber, 1 Jahr alt, Tochter des Fabritarbeiters Hein­dah. 14. Johannes Ruhl, 52 Jahre alt, Universitäts­rich Weber dah.- Abraham Samuel, 80 Jahre alt, Rentner diener i. P. dah. Karl Port, 55 Jahre alt, Pflaster­meister dahier.- Luise Pauline Magdalene Löber geb. Rig, 21 Jahre alt, Ehefrau des Bäckermeisters Wilhelm Christian Karl Löber dah.

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Kirchliche Nachrichten für Grünberg. Um 19. Sonntag nach Trinitatis,( 18. Oft.) Bormittags: Defan Wagner.

Text: Marc. 10, 17-27. Lied: Nr. 296. Nachmittags: Pfarrer Schmidt.

Text: Eph. 6, 1-9. Lied: Nr. 414. Stangenrod vorm. 9 Uhr. Beichte, Gottesdienst und Feier des heil. Abendmahls

Altluth. Gemeinde Grünberg.

10 Uhr vormittags: Gottesdienst.

2 Uhr nachmittags: Gottesdienst.

Marktberichte.

Gießen, 17. Oftbr. Auf dem heutigen Wochenmarkt fosteten Butter

per Bfb. 1.00-1.20 Mr., Hühnereler 2 Stück 14-18 Pfg., Enteneter St. 8 Pfg., Käse per St. 5-8 Pfg.. Käsematte 2 St. 5-6 Bfg., Erbsen per Liter 21 Pfg., Linsen per Liter 32 Pfg., Tauben per Paar T. 0.70-0.90, Hühner per Stüd Mt. 1.30-1.80, Hahnen, per Stud Mr. 0.70-1.50, Enten per Stüd 1.70-2.20, Gänse p. Bfd. 54-60 Pfg., Ochsenfleisch per Pfd. 68-78 Bfg., Rindfleisch per Pfd. 62-66 Bfg. Schweinefleisch per Pfd. 66-76 Pfa. Schweine­fletsch gesalzen per Pfund 0.80 Pfg., Kalbfleisch per Pfd. 70-76 Pfa., Hammelfleisch per Pfd. 56-74 Bfg., Kartoffeln per 100 kilo 4.50-5.50 m., Zwiebeln per 3t. Mr. 4.50-5.00, Kirschen per Wochenmarktverkehrs dürfen vor Beginn der Marktzeit überhaupt Pfund 00-00 Pfg. Milch per Liter 18 Vfg. Dauer der Marktzeit von 8 Uhr morgens bis 2 Uhr Nachmittags. Gegenstände des nicht, und während der ersten drei Stunden der Marktzeit im Um­herziehen feilgeboten werden.

Frankfurter Hen- und Strohmarkt, 19. Okt. ( Amtliche Notierungen.) Heu per Zetner Mr. 3.20 bis 3.80, Stroh per Zentner Mr. 2.00-2.30. Arbeitsnachweis der Stadt Gießen.

Gartenstraße 2.

Es tönnen eingestellt werden: arbeiterin, 1 Schmied, 1 Installateur, 2 Spengler, 1 Schlosser, 3 Pferdefnechte, 4 landwirtschl. Arbeiter, 1 Garten­2 Schreiner, 2 Küfer, 1 Bäcker, 1 Brödgenträgerin, 1 Schneider, 1 Stallbursche, 2 Postaushelfer für die Sonntag vormit­tage, 3 Hausburschen, 1 Köchin, 2 Hausmädchen, 27 Dienst­mädchen gegen hohen Lohn für hier und ausw., 1 Stüße frauen, 2 Waschfrauen. Lehrlinge:

Standesamt- Nachrichten der Stadt Gießen. der Hausfrau, 2 Kindermädchen, für nachmittags, 3 Lauf­

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Aufgebotene.

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Am 12. Dft. Emil Friedr. Christ. Frahm, Ingenieur dah. und Hedwig Elfriede Anna Preußing zu Ottmachau. 14. Georg Gustav Ludwig Menges, Oberleutnant und Regiments- Adjudant im Großh. Hess Inf.- Regt.( Kaiser Wilhelm) Nr. 116 dah. und Luise Elisab. Wilhelm. Born­hausen zu Mannheim. 15. Joh. Emmerich, Fuhrkn. dah. und Karoline Elisab. Schäfer, geb. Scholl dah." Philipp Appel, gen. Oest, Taglöhner dah. und Eleonore Weller, Taglöhnerin dah. Karl Gottfried Burger, Sergeant dah. und Elise Charlotte Albold dah. 16.- Karl Ludw. Emil Gleißner, Eisendreher dahier und Anna Berg, Köchin dah. Eheschließungen.

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Am 10. Oft. Joh. Gottfried Bohrmann, Bahnw. dah. mit Kathar. Margar. Lotz geb. Eiff, Witwe des Straßen­kehrers Karl Lotz III. dah. Albert Haubrich, Kaufmann zu Weidenau und Elisabethe Jung, Tochter des Manufaktur­warenhändlers Konr. Jung dah. Karl Hermann Leopold Walther, Kaufmann dah. und Susanne Amalie Bramm dah. Geborene.

Am 6. Oft. Dem Bahnarbeiter Wilhelm Gelsebach ein Sohn. 8. Dem Architekt Philipp Schramm eine Tochter. 9. Dem Lokomotivheizer Adolf Braun ein Sohn, Adolf

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Geschäfts- Uebernahme und Empfehlung.

1 Schlosser, 1 Bäcker, 1 Schneider. Es suchen Arbeit:

1 Pferdefnecht, 1 Taglöhner, 1 Schlosser, 1 Schmied, 2 Buchbinder, 4 Schreiner, 2 Installateure, 1 Spengler, 1 Bäcker, 1 Schuhmacher, 1 Büglerin, 1 Flickerin, 2 Heizer, 2 Kutscher, 2 Dienstmädchen, 2 Hausburschen, 1 Bureauge­hülfe, 1 Kranken- bezw. Wochenbettpflegerin( auch nach auswärts.)

Lehrlinge:

1 Kaufmann.

Berantwortlich: für den politischen und Inseratenteil Albin Klein: Mr bas Botale, ben Gerichts." und" Deffentlichen Sprechsaal": Fr. Opperman Dr unb Berlag ber Gießener Berlagsbruderet( vorm. Wilh. Keller), Gießen. Königl. Preuss. Staats- Medaille

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