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Jetzt hat auch der englische Premierminister Balfour in der Schutzzollfrage Farbe bekannt. In einer Broschüre, die er soeben veröffentlicht, erklärt er sich halb für und halb gegen Chamberlain. Von dem A und des Cham berlainschen Zollplanes, der Gewährung von Vorzugszöllen an die britischen Kolonien, will Balfour nichts wissen. Da­gegen verlangt er wie Chamberlain Schußzölle, um sie als Kampf- und Vergeltungszölle gegen solche Länder zu be­nutzen, die dem britischen Handel Schwierigkeiten bereiten. Da in dem vorgestrigen Ministerrat die Mehrheit der Mi­nister dieser Auffassung beigepflichtet und beschlossen hat, in diesem Sinne die Bevölkerung zu bearbeiten, hat Cham­berlain einen Kampf nach zwei Fronten zu führen: Ein­mal gegen die Freihändler, zu anderm gegen seine Kollegen im Ministerium. Wohl bekomm's!

Hof und Gesellschaft.

* Der Kaiser pirschte im Karapancsaer und Basföer Revier. Die Adlerjagd verlief ergebnislos. Abends fand im Jagdschlosse in Köriserdoe das Diner statt. Während des. selben hatte die Erzherzogin Iſabella vor dem Schlosse ein Volksfest veranstaltet, bei dem die Monostorzegner Tam­buriſten zum Tanz aufspielten.

*** Prinz Eitel Friedrich von Preußen wird Ende dieses Monats zur Entenjagd im Ostseebad Prerow eintreffen.

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*** Der Großherzog von Hessen weilt heute ( Donnerstag) in Kiel zum Stapellauf des neuen Linien­schiffes. Am Bahnhof findet großer Empfang statt; zur Be grüßung sind anwesend: Prinz Heinrich, der Generalinspek teur der Marine Admiral von Köster, Staatssekretär von Tirpitz sowie die ortsanwesenden Admirale.

Deer und flotte.

dieser den Zauberstab des Goides in der Hand, während Cecil Rhodes, als er vor 35 Jahren von Marseille nach Afrika fuhr, nichts hatte als sein armseliges Kommisgehalt. Und doch wurde Rhodes der Beherrscher von Südafrika und Besitzer ungezählter Millionen. Lebandy, der die Millionen schon habe, werde auch das Land dazu finden und sie zu dessen Segen verwenden.

Armeebefehl des Königs von Sachsen. König Georg hai mus Anlaß der Beendigung der diesjährigen Manöver an die beiden sächsischen Armeekorps einen Armeebefehl erlassen, in dem er für die vorzüglichen Leistungen und die treue Pflichterfüllung der Truppen seinen Dank ausspricht. Ich bin überzeugt", heißt es u. a. darin, daß die Anerkennung des Kaisers für meine Truppen ein Ansporn zu den höchsten Reistungen sein wird. Die sächsischen Soldaten werden, dessen bin ich gewiß, immer bestrebt sein, im deutschen Heere mit an erster Stelle zu stehen, auch wenn es der Verteidigung gilt von Kaiser und Reich, von König und Vaterland!" Der Kaiser hat, wie weiter aus Dresden gemeldet wird, dem Rommandierenden General des 19. Armeekorps, General der Infanterie v. Treitschke und dem Kriegsminister v. Hausen das Großkreuz des Roten Adler- Ordens verliehen. Den Kriegsminister wurde außerdem von dem Großherzog von Sachsen das Großkreuz des sächsisch weimarischen Hausorden: der Wachsamkeit verliehen.

Man findet jetzt an Jacques 1. hervorragende Herr scherqualitäten heraus. Während man es erst lächerlich fand, daß er schon jetzt bis ins Kleinste alles für seinen Hof und seinen Staat anordnet, erblickt man nunmehr darin das Verwaltungsgenie eines Napoleon, das auch das Un­scheinbarste nicht übersah. Kultus, Schule, Regierung, Polizei, Aderbau, Heerwesen ist für seinen Zukunftsstaal nicht weniger sorgfältig erwogen und in feste Paragraphen gebracht worden, als die Bestimmungen über den äußeren Glanz seiner Hofhaltung, wozu Wappen, Flagge( die auf lilienweißer Seide drei Bienen im purpurnen Felde zeigt) natürlich nicht vergessen sind. Wie weit er an alle vor kommenden Möglichkeiten denkt, zeigt auch der Umstand, daß eine der ersten Sendungen an seinen Vertreter in Las Palmas eine Guillotine enthielt.

Auf einer Generalstabsreise begriffen ist gegenwärtig der Chef des Generalstabes, Generalfeldmarschall Graf von Schliefen, mit fünf Generälen, neunzehn Unteroffizieren und zieren, vier Hauptleuten und fünfzig Unteroffizieren und Mannschaften. Die Reise wird sich auf die Provinzen Posen und Westpreußen erstrecken. Zur Zeit weilen die Gene­calstäbler in Inowrazlaw.

Rumänische Avantageure in der deutschen Armee. Seche cumänische Staatsangehörige treten als Fahnenjunker an 1. Oktober in die deutsche Armee ein und zwar 4 bei einem Linieninfanterie- Regiment, je einer bei einem Kavallerie­und bei einem Feldartillerie- Regiment.

Der Streit um Troja.

Paris, 16. September.

Wenn es Jaques 1. wirklich gelingt, in dem Streit um Troja", den er jetzt mit der französischen Regierung, die ihn als Seeräuber zu behandeln droht, siegreich zu bleiben, so ist es durchaus nicht ausgeschlossen, daß er eine große Kulturmission erfüllt. Schon allein die Urbar machung eines Teiles öden Wüstensandes wäre eine Auf gabe, des Schweißes der Edeln wert. Und da ihm reich Goldquellen zu Gebote stehen, so kann er bei den hoher Errungenschaften der heutigen Technik mit Leichtigkeit durch Anlage artesischer Brunnen aus unfruchtbaren Sandstrecker blühende Dasen schaffen.

Entvölkerung Preussens

R.A. Eine sehr ernste Erscheinung zeigt sich neuerdings in der preußischen Geburtsstatistik: eine stetige Abnahme der Geburtenziffer. Seit dem Jahre 1876 ist die Zahl der Geburten von 40,9 auf 1000 Seelen bis auf 36,52 heruntergegangen.

Seine Majestät der Kaiser der Sahara beschäftigt die öffentliche Meinung noch immer in hohem Grade. Jeden Tag langen neue Nachrichten über ihn und sein fabelhaftes Kaiserreich an und werden von den sensationslüsternen Boulevardiers, unter denen der steinreiche Jaques Lebaudr eine lange Zeit eine glänzende Rolle spielte, in den Cafés eifrig besprochen. Das Neuste des Neuen ist, daß Jaques 1. jezt von den Schweizer Gerichten verfolgt wird, weil er in den Urkantonen für seine Leibgarde die Werbetrommel hat rühren lassen. Wie es scheint, mit gutem Erfolg. Denn für Geld hat es noch stets Schweizer gegeben. Und Jaques steht des schnöden Mammon ein erklecklich Teil zur Ver fügung. Deshalb laufen auch aus der ganzen Welt Ge­suche ein um Aufnahme in seine Kolonie. Deren Haupt stadt will er, wie jest feststeht, Troja nennen, in klassischer Erinnerung an seine Studienzeit. Denn Jaques ist stets ein fleißiger, wenn auch etwas verträumter Schüler ge wesen, während man das von seinem Bruder Mar, der einst die Pariser wohl noch mehr beschäftigte, als jetzt der Kaiser der Sahara, nicht gerade sagen konnte.

Die Stürme an der Ostseeküste dauern in unveränder. ter Gewalt fort und haben schwere Verluste an Schiffsgut und Menschenleben gefordert. Fünf norwegische, zwei da nische un amei englische Schiffe, sowie der von Lübed nach Gotebeca bestimmte Schoner Harmes" sind gestran det. Mas: befürchtet, daß ein großer Teil der Besagungen den Tod in den Bellen fand. Auch in englischen und fran zösischen Geröffen gingen mehrere Schiffe mit Mann und naben als Bahnattentäter sind in Eupen festgenom inen morden Seit längerer Zeit machte man die Beobach tung, daß auf der Bahn nach Herbestal Eisen- und Holz stide auf den Schienen festgefeilt waren, die leicht eine Bugentgleisung berbeiführen konnten. Bei ihrer Verhaftung erklärten die Knaben, daß sie die Wirkung des Buges au eingeteilte Bindernisse hätten erproben wollen.

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+ Brandkatastrophe in Christiania. In einem großen pierstödigen Geschäftsgebäude in der Kongenerstraße in Chri tiania brod Feuer aus, das sich mit großer Schnelligkeit ber breitete. In den Flammen fanden neun Personen deu Lod

Es fragt sich, was die Ursachen dieser der ernstesten Ve­achtung werten Erscheinung sind. Und da gibt es nur eine Antwort: die Landflucht der Bevölkerung. Sie wirkt erfahrungsgemäß im höchsten Maße nachteilig auf die Höhe der Geburtenziffer. Dazu tritt dann noch die Säug­lingssterblichkeit, die in den Großstädten mit ihren licht- und luftlosen, oft geradezu menschenunwürdigen Woh­nungen erheblich stärker ist als auf dem Lande. Ziffern­mäßig wird dieser durch die Erfahrung tausendfach bestätigte Satz erwiesen, wenn man einen Blick auf den Rückgang der Geburtenziffer in den Großstädten wirft. Er ist überall größer als der cben erwähnte Durchschnittsrückgang für ganz Preußen. In demselben Zeitraum, in dem die Ge­burtenziffer in Preußen von 40,9 auf 36,52 pro Tausend herunterging, sank die Geburtenziffer in Berlin von 46,01 auf 26,61 aufs Tausend! Also um fast 50 Prozent. Aehn­liche, wenn auch nicht ganz so ungünstige Daten liefert die Statistik für die übrigen Großstädte und für die Induſtrie­bezirke. Obenein hat man nachgewiesen, daß jede dauernd in der Großstadt lebende Familie mit der vierten Genera­tion ausstirbt, wenn ihm nicht frisches Blut vom Lande zu­geführt wird. Nicht nur also, daß die Großstädter weniger Nachkommenschaft haben als die ländliche Bevölkerung, ihre Nachkommenschaft ist auch weniger widerstandsfähig und stirbt nach wenigen Menschenaltern ganz aus.

Dieser, der in der Pariser Chronique scandaleuse als ständige lustige" Person figurierte, hatte es sich zum ein zigen Biel gesezt, mit den von seinem Vater im Zucker handel erworbenen vielen Millionen sich sein Leben so viel wie möglich zu versüßen. Das tat er denn auch, indem er von einem Vergnügen zum andern taumelte, durch tau­fend galante Abenteuer sich einen berühmten Namen als ,, le petit suorier" machte, bis eines Tages das Gespenst der Schavindsucht an sein Lager trat. Das Wohlleben des jungen Büfilings war auf furze Zeit durch die harte Wehr­pflicht unterbrochen worden, und den Strapazen des Erer­zitiums hatte der durch Ausschweifungen geschwächte Körper nicht stand gehalem. Dem ominösen Ruhin seines Bru­ders May hatte es nun wohl der arme Jaques vor allen Dingen zu verdanken, daß ihn niemand ernst nehmen wollte, als er mit einem abenteuerlichen Plan der Grüm­dung eines Kaiserreiches in der Sahara an die Deffentlich­feit trat. Jeder Mitte hon der Feder zog vom Leder und hieb unbarmherzig auf den armen Don Quixote ein, ihn dem Gelächter der Menge preisgebend.

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Bante Chroni!. Die lleberschwemmungsgefahr im öfter. reichischen pengebiet wächst ständig. Das Hochwaffer der Drau riß bei Marburg einen Steg mit 15 Berfonen weg die höchst wahrscheinlich ertrunken sind,

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+[ Deutschland an der Spitze des Postverkehrs.] Die Sinnahmen und Ausgaben für den Postdienst auf der ganzen Erde sind vom internationalen statistischen Bureau in Bern für jedes einzelne Land berechnet und fürzlich veröffentlicht vorden. Es ergibt sich daraus, daß von allen Ländern Euro­pas Deutschland am meisten für den Postdienst ausgibt, nämlich Fr. 585,672,949,77, wobei der Gewinnüberschuß netto nur Fr. 30.794,182,85 beträgt. Frankreich gibt jähr lich nur Fr. 208.542,518 für seine Poſt aus und zieht daraus einen Gewinn von Fr. 64.066,039,45. Noch besser ist Groß britanien gestellt, dessen Pestausgaben sich auf Fr. 263.759,278,80 belaufen und einen Reingewinn von Fr. 100.783,645.20 ergeben. Am ungünstigsten fahren die Ver einigten Staaten in finanzieller Beziehung mit ihrer Post verwaltung, denn sie geben dafür noch mehr als Deutschland, nämlich Fr. 596.060,140,35 aus und erleiden ein Defizit Don Fr. 17.660,174.

Wie groß der Verlust der Landwirtschaft an Arbeits­kräften infolge der Abwanderung der Landwirtschaft ist, da­für liefert wieder die Statistik Beweise, die jeden Volkswirt nachdenklich stimmen müssen. Sie erweist, daß die Land­flucht der Bevölkerung, die dem industriellen Aufschwung zuzuschreiben ist, im letzten Jahrzehnt einen geradezu er­schreckenden Umfang angenommen hat und daß sie noch fort. während steigt. Vor allem entvölfert sich natürlich der in­dustriearme, Landwirtschaft treibende Osten. Indessen gilt der Satz von der Landflucht der Landarbeiter, und von dem Zuge nach der Großstadt auch für alle anderen ländlichen Bezirke. Am meisten haben bei dieser Binnenwanderung verloren Schlesien mit 221 000, Ostpreußen mit 210 000 und Posen mit 144 000 Ausgewanderten. Die fünf östlichen preußischen Provinzen haben zusammen mehr als 1 600 000 Menschen an andere Teile des Reiches abgegeben. Die größte Anziehungskraft besigen Berlin und Hamburg, Berlin hat 800 000 und Hamburg 267 000 Einwohner, die nicht in diesen Städten geboren sind. Von den 9 100 000 Einwoh­nern, die am 1. Dezember 1900 in den 33 deutschen Groß­städten gezählt wurden, waren nur 3 900 000 oder 43,3 Pro­zent in diesen Städten geboren, die übrigen 5 200 000 Ein­wohner, 56,7 Prozent, waren Zugezogene. Zwei Millionen davon waren aus entfernten Gegenden zugezogen, 2 800 000 aber aus der näheren Umgebung. Im allgemeinen überwiegi bei der Binnenwanderung die männliche Bevölkerung, nur bei dem Zuzug in die Großstädte treten die Frauen stärker hervor, weil hier für Frauen leicht Beschäftigung zu fin­den ist.

Jaques aber forcht sich nit, ging seines Weges Schritt vor Schritt" mit wahrhaft erstaunlicher Beharrlich­feit. As er in seinen Baterlande feine Unterstützung für feine Pläne sand, wandte er sich nach Deutschland, später nach Holland und, wie man hört, mit gutem Erfolge für feine Pläne. Mit dem Erfolg aber schlug plötzlich die Stim­mung der wetterwendischen Bariser Gesellschaft und ihrer Sprachrohre, der Boulevardblätter, zu Rebaudys Gunsten um. Wurde er bisher lediglich veralbert, wird er jetzt plötzlich in den Himmel gehoben. Der bekannte Schrift steller Emile Bergerat vergleicht ihn allen Ernstes mit Cecil Rhodes, der nicht über größere Fähigkeiten und Rähigkeit verfüat babe, als Jaques 1. Dagegen führe

*[ Der jüngste Teilnehmer am deutschfranzösischen Kriege] war, wie in einem Organ für Kriegervereine kon statiert wird, ein etwa dreizehnjähriger Knabe, der aus Reipzig oder dessen Umgebung staminte. Er hatte sich bei der Durchfahrt der schwarzen Husaren durch Leipzig in den Eisenbahnzug geschmuggelt und machte die Märsche des Regi­ments zuerst auf einem Bagagewagen mit. Bald sah man ihn in französischer Uniform hoch zu Maulesel. Die Hitsaten gaben ihm den Namen Zulu". Der Leutnant v. Horn nahm sich seiner an und schenkte ihm ein Beutepferd und eine ab gelegte Husarenuniform. Sein Gönner fiel am 16. Septem­ber bei Melun. Auf dem Rücken trug Lulu eine Zichhar­monita, angeblich ein Geschenk des Prinzen Albrecht von Preußen. Mit dieser begleitete er den Gesang der Husaren auf dem Marsche und im Biwaf. Tras das Regiment auf dem Sammelplage ein und der Prinz Albrecht ließ es difilieren, so zog Lulu" seine Harmonika hervor und spielte mit dem ernstesten Gesicht von der Welt Heil Dir im Siegerkranz". Im Gefechte war Qulu" in den vordersten Reihen zu finden, um seinen toten Leutnant zu rächen. Eine glückliche Heim­fehr an den väterlichen Herd war Lulu" nicht beschieden; cine französische Kugel durchbohrte sein junges Hetz am 2. Dezember 1870 in der Schlacht bei Orgères.

In jedem Falle muß darum gesorgt werden, daß diese Entvöfferung des platten Landes eine vorübergehende Er­scheinung bleibt. Denn ein Stillstand in unserer Volksver­mehrung würde bedeuten, daß wir uns im Niedergange befinden. Bei allen Völkern war das Aufhören der Be­völkerungszunahme das Symptom ihres Verfalls. Caveant consules!

Hus dem Gerichtsfaal.

§ Die sächsische Anna Rothe. Vor der Straffammer in Zwickau begann der Prozeß gegen die sogenannte sächsisch Anna Rothe, die Schmiedemeistersfrau Frenzel au Meerane. Frau Frenzel hat in Gemeinschaft mit ihren Ehemann, der ihr als Impresario diente, durch spiritistisch Schwindelfißungen viele Leute betrogen. Um angedroht irdische und ewige Strafen abzuwenden, opferten manch Gläubigen ihre letzte Habe. Die Frenzelschen Eheleut machten ein glänzendes Geschäft, bis die Polizei dem Spie ein Ende septe.

Nab und fern.

& Die Elbregulierung. Der Hamburger Senat beantragte bei der Bürgerschaft die Bewilligung von acht Millionen zur Herstellung ister Wasserstraße für den oberelbischen Fluß schiffsverkehr nach Kuhwärder und einer Bahnverbindung von der Beute nach Bahubof Wilhelmsburg.

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Amazonen.] Zwei der Londoner Gesellschaft ange hörende Damen, Mis. George Pauling und Lady Sarah Wilson, die sich beide während des südafrikanischen Krieges lange Zeit an der Front" befanden und von dort aus für Londoner Blätter forrespondierten, haben eine erfolg­reiche Jagderpedition durch Rhodesia unternommen. brachen mit ihren Begleitern von Vuluwayo auf und er­reichten bald darauf die Viktoriafälle. Sie trafen bald auf starle Rudel der verschiedensten Wildarten und erlegten eine Wenge Antilopen, Wildebeeste, Hartebeeste und selbst Giraffen und Zebras wurden geschossen. Löwen wurden verschiedentlich gehört und gespürt, aber sie kamen niemals jo nahe heran, daß sie geschossen werden konnten. Die Anwesenheit der beiden Damen erregte überall großes Auf­sehen.

Eine Maſſencinlieferung in die Berliner Tollwut­Schutstation ist erfolgt. Es handelt sich um siebzehn, aus Myslowig in Oberschlesien und dem benachbarten Orte Slupna gebürtige Personen, die sämtlich von einem aus Rußland zugelaufenen Hunde mehr oder minder schwer durch Bisse verlegt worden sind. Nachdem der städtische Tierarzt in Myslowitz bei dem Hunde tatsächlich Tollwut estgestellt hatte, wurden die gebissenen Personen auf Anord­nung der Behörde nach Berlin gebracht, um sich in dem benerwähnten Institute einer mehrwöchigen Schußimpfung zu unterziehen.

Die ,, teure" Gattin. Eine tragikomische Szene spielte sich auf dem Dampfschiff La France" ab, das den Ver­tehr zwischen Genf und Montreur vermittelt. Kurz bevor der Dampfer seine Reise antrat, hatte ein deutscher Passa­gier einen Platz belegt, indem er seinen Ueberrod auf ihn legte. Auf just diesen Platz setzte sich eine Genfer Dame. Als der Deutsche später seinen Platz reklamierte, wurde die Dame wütend und warf den Mantel des Deutschen ohne weiteres in den See. Der Mantel enthielt unter anderem 1000 Mark und verschiedene Wertsachen. In Genf ange­fommen, begab sich der Geschädigte, nachdem er die Po­lizei von dem Fall unterrichtet hatte, mit der rabiaten Dame, ihrem Gatten und einem Polizisten auf das deutsche Kon­sulat in Genf. Der Gatte der Dame gab vor dem Konsul notgedrungen die Erklärung ab, daß er allen Schaden, den seine Frau verursacht habe, vergüten werde. Eine teure" Gattin.

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Nach dem Tode entlarvt. In Hanau bildet eine große Unterschlagungsaffäre das Stadtgespräch. Der vor einigen Tagen dort verstorbene Zigarrenfabrikant und Großhändler Friedrich Jung, der sich bei Lebzeiten allgemeiner Achtung erfreute, hat, wie sich jetzt herausstellt, sowohl seine Ver­wandten als auch andere Bürger, sowie ein Hanauer Bank­institut um größere Summen, ja sogar Arbeiter und Ar­beiterinnen um ihre fauer erivarten Notgroschen gebracht.

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