Berner wird ihm die Unterschlagung von Mündelgeldern jur Last gelegt. Die Gesamtsumme der unterschlagenen Gelder soll etwa 300 000 Mark betragen.
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A Der Stand der Marseiller Pesterkrankungen soll nach Erklärungen des Bürgermeisters Chanot im Gemeinderat durchaus zufriedenstellend sein. Chanot gab dem Bedauern darüber Ausdruck, daß die französische und die auswärtige Presse über die Krankheit übertriebene Berichte gebracht und dadurch die auswärtigen Regierungen zu Maßregeln beranlaßt hätten, welche durch nichts gerechtfertigt seien. Aus Niutschwang wird gemeldet, daß die Pestepidemie dort ernste Gestalt angenommen habe; während des vergan genen Monats seien ihr mehrere hundert Menschen zum
ei ihrer Berhaft Opfer gefallen. Der amtliche Bericht gibt etwas geringere
Den.
Zahlen an. Auch in San Francisco regen sich große Besorgnisse wegen Vorkommens von Pestfällen im Chinesen
In einem grobiertel. Im Vorjahre herrschte dort bekanntlich die Seuche enerstraße in sehr heftig, und trotz aller Vorsichtsmaßregeln gelang es r Schnelligleit nicht, sie gänzlich zu vertreiben. Jetzt hat die Bundes. Bersonen den Lobehörde beschlossen, den Seuchenherd, die malerische aber gsgefahr im furchtbar schmutzige Chinesenstadt Franciscos, die von 50 000 Menschen bewohnt wird, niederreißen zu lassen.
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** Einen Feuerfinder hat ein holsteinischer Landmann fonstruiert. Der Apparat soll es ermöglichen, einen Ort, an demi ein durch Rauch oder Feuerschein sich bemerkbar machenbes Feuer ausgebrochen ist, schnell und sicher zu bestimmen. Die in Schleswig- Holstein mit diesem Apparat erzielten günstigen Ergebnisse haben, dem Vernehmen nach, den dortigen Landeshauptmann veranlaßt, den Gemeinden Anschaffungsbeihilfen zu gewähren.
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enft auf der ganz genug empfohlen werden. Jimmer wieder hört man von n Bureau in Ben ich veren Unglücksfällen, die durch das Einatmen giftiger rzlich veröffentlic Base hervorgerufen werden. Erst jetzt wieder sind in Leutelen Ländern Eurowiz bei Dresden ein Klempnermeister, der Gemeindediener Boſtdienst ausgibt und dessen Bruder, die in den zum Leutewißer Wasserwerk Gewinnübersch gehörigen Brunnen gestiegen waren, um Arbeiten darin ausantreich gibt jäht jufihren, erstickt. Angesichts dieses traurigen Vorfalls scheint S und zieht daran es uns angebracht, unseren Lesern zwei einfache Mittel zu och besser ist Groj nennen, die man bei Ausschachtungen oder Reparaturen n sich auf Soon Gruben, Brunnen u. dgl. stets anwenden sollte, um etwa ingewinn von angesammelte giftige Gase zu verscheuchen: heißes en fahren die Ver Wasser und ein aufgespannter Regenschirm. g mit ihrer Po Heißes Wasser wendet man am zweckmäßigſten an, bevor hr als Deutschland Menschen überhaupt in den Brunnen hinabsteigen; es wird rleiden ein Defi an den Wänden hinabgegossen, und die aufsteigenden Wasserdämpfe reißen die nicht atembaren Gase mit herauf. Ist heißes Wasser gleich bei der Hand, dann kommt es auch bei Rettungsarbeiten für etwa schon Verunglückte in Betracht; fonit läßt man einen aufgespannten Regenschirm( mit der Deffnung nach oben) an einem Band in den Brunnen hin ab und zieht ihn mehrfach beschleunigt nach oben; dadurch wird ebenfalls ein Luftwechsel wenigstens soweit herbeigeführt, daß für einige Augenblicke Retter hinabsteigen und ben Betäubten Stricke um den Leib binden können, an denen sie dann emporgezogen werden.
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Die lange Dauer der Zivilprozesse ist seit jeher dem Publikum ein Dorn im Auge. Häufig hört man Stoßseufzer, Sie schließlich alle in eine gegen den Anwaltstand gerichtete Spitze auslaufen. Ist es doch ein nur zu natürlicher Argwohn, daß die Anwälte die Prozesse, wenn sie fönnen, Künstlich" hinziehen, um die gute Milchkuh möglichst lange im Stalle zu haben. Wie ungerecht ein solcher Vorwurf iſt, eigt eine Resolution des deutschen Anwaltstages, der seine Ueberzeugung ausspricht, daß eine wesentliche Beschleunigung der Zivilprozesse durch eine sachgemäße Handhabung der geltenden Bestimmungen seitens der Gerichte erreicht werden fann. Auch die Anwälte wünschen eine Abkürzung der Prozeßzdaner. Nach ihrer Ansicht liegt die Schuld der häufigen endlosen Verzögerungen einzig und allein an der Praris der
Berichte.
[ Der sorglose Dichter.] Die Dichter sind manchmal woraussehende, aber nur selten vorsichtige Leute. Maurice laeterlinck, der für den Automobilismus schwärmt und der viel lieber von„ Moto" als von Poesie und Philosophie spricht, hat eine Unvorsichtigkeit begangen, die er beinahe Steuer bezahlt hätte. Er untersuchte dieser Lage das Innere der Maschine mit einem brennenden Lichte, um nachzusehen, ob sie gut funktioniere. Es erfolgte eine Explosion, die den Dichter von Belleas und Melisande" und von„ Monna eeſte und ſel Banna" beinahe des Augenlichts beraubt hätte. Glücklicher
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Lokales.
Gießen, 17. September. ** Privattelegramm. Bei der heutigen Ziehung der 6. Klasse der Hessisch- Thüringischen Staatslotterie wurden folgende Gewinne gezogen: 10000 Mt. auf Nr. 30 335( Mainz), 10 000 Mt. auf 74 738 und 90 154 ( Darmstadt). 5000 Mt. auf 10 932( Babenhausen), 5 000 Mt. auf 81 732( Darmstadt), 3 000 Mt. auf 6 282, 17 299, 28 456, 31 378, 43 078, 45 100, 52 380, 53 603. ** Der Großherzog trat die Reise zur Vornahme
8 Uhr an und ist daselbst heute vormittag 10 Uhr
** Der Neubau der katholischen Kirche ist| jetzt bereits soweit gediehen, daß dieser Tage mit dem Aufschlagen des Gebälks und des Daches begonnen werden faun. Bis Nachsommer n. I. gedenkt man den inneren Ausbau zu vollenden, um das Gotteshaus um den 1. Dft. 1904 einweihen zu können. Die Kirche wird nicht sofort fertiggebaut, sondern vorläufig nur das Chor, das Kreuzschiff, die Kapelle und Safristei ausgebaut, während der größte Teil des Längs- und der beiden Seitenschiffe und die beiden Türme in späteren Jahren erbaut werden. Der vorgesehene Raum wird 600 Personen fassen.
* Der glückliche Gewinner des ersten Preises der landw. Ausstellungs- Lotterie hat sich bis zur Stunde noch nicht gemeldet. Das Los, Nr. 23961, ist, wie feftgestellt wurde, auf dem Ausstellungsplatz verkauft worden. Der Gewinn besteht bekanntlich aus einem Erntewagen mit 4 Pferden und kompl. Geschirr.
Den gebührenden Lohn erhielt gestern abend ein Arbeiter im Neuenweg, Gießen, der ein an der Tür stehendes Mädchen mit unanständigen Redensarten belästigte. Als derselbe auf eine Erwiderung das Mädchen tätlich angriff, erhielt er von einigen Passanten derartige wohlgemeinte Liebfofungen", daß er einige Zeit auf dem Trottoir liegen blieb.
** Eine in Frankfurt a. M. im„ Kölner Hof" abgehaltene Vitrauensmännerversammlung der Christlich Sozialen Hessens, Frankfuits und des Kreises Hanaa beschloß die Bildung einer die genannten Landesteile umfassenden Organisation. Weiter wurde u. a. beschlossen, zu dem Ende Oktober in Frankfurt tagenden 1. deutschen Arbeiterkongrß Pfarrer Bernbeck in Ofarben als Vertreter zu entsenden. In Fechenheim wurde unter Vorsitz des Pfarrer Stoppel ein christlich sozialer Arbeiterverein ge= gründet, dem bereits 60 Mitglieder beitraten.
** Der Gesamtausschuß des Deutschen Sängerbundes, der das ganze Reich und DesterreichUngarn umfaßt, wird am 2. Oktober in Kassel im Hotel ,, König von Preußen" eine Tagung abhalten.
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** Gegen das Submissions unwesen ist Oberbürgermeister Köhler in Worms energisch zu Felde gezogen. Nachdem die Koster anschläge auf eine Submission eingegangen waren, tam der Stadtbcumeister zu ihm und erf'ärte es für ganz unmöglich, daß man die einzelnen Schuntpreise" annehme. Von einem Verdienste sei feine Rede mehr, die Auslagen seien kaum gedeckt. Der Oberbürgermeister brechte die Sache in einer Magistratssitzung zur Spacche und erhielt den Auftrag, sich derselben anzunehmen. Alle Handweiter der Stadt wurden ersucht, auss Rathaus zu kommen. In längerer energischer Rede septe der Oberbürgermeister den im Saale gedrängt dastehenden ( einige Hundert) Handwerkern klar auseinander, daß die jeßige Submissionée wirtschaft nicht so fortgehen fönne, daß es ganz unmöglich sei, bei solchen Preisen zu arbeiten, denn es werde ein gesunder, kräftiger Handwerkerstand, auf den Worms von jeher stolz war, nicht erhalten bleiben bei diesen Zuständen. Mit Angeboten, welche die eigenen Kosten nicht decken, müsse der Handwerker zugrunde gehen, und die Stadt habe, statt eines gesunden Handwerkerstandes, der gern seine Abgaben und Steuern bezahlt, arme Leute. Gehe das mit so unsinnig m Tun weiter, so falle später der Stadt die Familie zur Last. Der Magistrat wolle sich der Sache gründlich annehmen. Jedes Handwerk solle in den nächstes drei Tagen sich die Preise überlegen und richtig einsehen, einen Obmann wählen, und dieser solle die Preisliste dem Stadtbaumeister übergeben.„ Wegzuwerfen hat die Stadt nichts, meine Herren," sagte der Oberbürgermeister in der Versammlung, es ist uns aber darum zu tun, unsern Handwerferstand zu erhalten, zu erhalten einen zahlungsfähigen Mittelstand."
** Der Eisenbahnminister in der vierten Klasse. Daß ein Minister vierter Güte" fährt, passiert gewiß nicht jeden Tag, aber wenn es passiert, dann muß es schon einen besonderen Grund haben. Exzellenz Budde wurde Freitag vormittag auf dem Bahnhofe Kassel von den Versammelten Mitgliedern der dortigen Eisenbahndirektion erwartet. Herr Budde fam von Wilhelmshöhe, wo er gegenwärtig wohnt, und als der Zug einlief, glaubten die Herren der Direktion, die durch einige unerwartete Besuche schon allen wohlbekannte Gestalt des Ministers aus der ersten Wagenklasse steigen zu sehen. Aber kein diensteifriger Schaffner öffnete das Roupee und es gab sehr erstaunte Gefichter, als Se. Exzellenz freundlich grüßend aus einem Wagen vierter Klasse stieg. Der Mnister hatte offenbar die Fahrt unternommen, um sich in die Verhältnisse auch dieser sozial so bedeutungsvollen Wagenklasse persönlich einen Einzu befunden.
en Schutzimpfung der Taufe des Linienschiffes L nach Kiel am 16., abends blck zu verschaffen und sein ministerielles Ji teresse daran fche Szene spielt 57 Min. eingetroffen. Im Gefolge befinden sich Generalby, bas den adjutant Generalmajor v. Wachter und die Flügeladjutanten Rittmeister Kramer und Hauptmann Freiherr Schäffer b. Bernstein.
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Der Großherzog empfing am 16. Sept. u. a. dn Oberstahsarzt Dr. Gerlach, Reaimentsarzt des 2. Großh. Feld- Artillerie- Regiments Nr. 61, den Geheimen Oberforstrat Dittmar und den Oberforstmeister Thum von Laubach,
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* Das heute mit zur Ausgabe gelangte Flugblatt: Klarheit und Wahrheit in der Angelegenheit der Friedhofsweihe zu Gießen ist auch in der Druckerei die ses Blattes ytra zu haben.
In das Vereinsregister wurde der Verein Geflügel- und Vogelzuchtverein Gießen und mgegend 1897" zu Gießen eingetragen. Der Borstand besteht aus 3 Mitgliedern: Weinhändler Auguſt Schwan, Vorsißender, Kaufmann Ludwig Hanau I., Schrift: führer, sowie Restaurateur August Felsing, Rechner, sämtlich zu Gießen. Die Zeichnung des Vereins geschieht rechtsgültig unter dessen Namen mit der Unterschrift des Vorsig' nden und 1. Schriftführers oder deren Stellvertreter.
** Ueber die Grenzen der Rechte des Jagd pächter 8 fällte, nach der„ Lägl. Adſch.", das Stammergericht eine bemerkenswerte Entscheidung: Ein Gutsbesizer H. ging über das Ackerland eines Lehrers und entfernte sich nicht, obwohl er dazu vom Lehrer aufgefordert ward. H. hielt sich als Jagdpächter für berechtigt, das Land auch vor Beendigung der Ernte zu betreten. Nachdem H. einen Strafbefehl erha ten hatte, beantragte er gerichtliche Entscheidung. Das Schöffengericht erkannte auf Geldstrafe und das Landgericht verwarf die Berufung, da H. das Grundstück nicht zur Ausübung der Jagd, d. h. zur Erlegung von Wild betreten habe, denn er habe weder ein Gewehr, noch einen Jagdhund bei sich gehabt. Der Jagdberechtigte sei keineswegs befugt, das Ackerland anderer Leute zu betreten, wenn er nicht die Jagd ausüben wolle. In seiner Revision vertrat H. den Standpunkt, ein Jagdberechtigter dürfe das Ackerland seines Jagdbezirks nicht nur betreten, um Wild zu erlegen, sonde. n auch in der Absicht, sich davon zu überzeugen, ob überhaupt jagdbare Tiere vorhanden seien. Das Kammergericht wies aber die Revision als unbegründet zurück.
AWißmar, 16. Sept. Einen recht schönen Erfolg erzielte die hiesige Gemeinde abermals mit ihrem Gemeinde
bullen auf der landw. Ausstellung zu Gießen. Das ausge stellte Tier ist jetzt 3 Jahre alt und hat schon auf gar mancher Ausstellung bei starter Konkurrenz unter den Vogelsbergern einen Siegerpreis davongetragen. Die Gemeinde hat das Tier in Sinn angekauft, von wo dasselbe auf dem Preismarkt der benachbarten Stadt Herborn zum erstenmal prämiiert wurde. Aber auch von den großen Ausstellungen zu Mannheim und Düsseldorf sowie bei dem Weglarer Tierschaufest in Finsterloh erhielt der stolze Bulle stets den ersten Preis.
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+ Kinzenbach, 16. Sept. Auch in diesen Tagen macht sich wieder ein reger Zwetschenhandel am hiesigen Orte bemerkbar. Die Leute bringen ganze Wagenladungen zum Bahnhof, woselbst sie verladen werden. Am gestrigen Nachmittag mochten wohl 50 Wagen am Bahnhof halten, welche alle mit Zwetschen beladen waren. Der Zentner Zwetschen wird mit 4 Mt. bezahlt und schlagen daher die Leute nur los, was sie nur abernten fönnen. Viele fleißige Hände sind von früh morgens bis abends spät mit Zwetschen. pflücken beschäftigt. Bur allgemeinen Erheiterung fand sich am geftrigen Nachmittag noch ein zweiter Händler hier ein, der sogar 4,30 M. für den Zentner Zwetschen zahlte. Bei dem massenhaften Angebot fonnten beide Händler befriedigt werden und waren in wenigen Stunden ganze Waggons geladen und erst die anbrechende Nacht machte dem regen Geschäft verladen und g hen dieselben all nach den großen Städten ein Ende. Am heutigen Tage werden abermals Zwetschen
am Niederrhein.
Nieder- Bessingen. Der Landwirt Schröder von in die Tenne fi 1. Er trua innere Verlegungen davon. hier verunglückte dadurch schwer, daß er vom Scheunen- Gerüst
§ Nieder- Saulheim, 17. Sept. Dem Gesangverein „ Liederkranz" wurden von einem Ehrenmitgliede in NordAmerita 6000 Mt. zur Verfügung gestellt, in Anbetracht der Verdienste des Vereins um den deutschen Männergesang". () Aus Nassau, 16. Sept. Ein 13jähriger Junge aus Eiershausen, der den ganzen Tag über den manöverierenden Soldaten nachgelaufen war, ohne daß er irgendwelche Lebensmittel bei sich hatte, wurde am andern Morgen 1000 Meter von seinem Heimatsorte entfernt todt aufgefunden. Er war durch Erschöpfung gestorben.
2 Homberg a. d. Efze, 16. Sept. Es ist jetzt unzweifelhaft festgestellt, daß es sich bei den Massenerkrankungen um Trichinose handelt. In einem Stückchen Fleisch von der Größe einer Haselnuß wurden 800-1000 Trichinen ge= funden. Es sind noch gegen 40 Personen frank, teilweise schwer.
Mainz, 16. Sept. Der Sohn eines Geschäftsmannes forderte vorgestern abend von einem Herrn auf der Straße eine Zigarette. Als ihm diese verweigert wurde, versezte der 18jährige Bursche dem Mann einen Stich in die Seite und enifloh, wurde jedoch alsbald verhaftet.
Aus dem Gerichtssaal.
Schöffengericht.
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Gießen, 15. September 1903. Aus der Untersuchungshaft wird der Schreiner Gustav Alexander A. von Gladenbach vorgeführt. Nach der Anklage hat er Betrug verübt. Die Verhandlung ergiebt, daß der vielfach vorbestrafte Angeklagte einer Witwe, mit der er intim lebte, vorschwindelte, eine Stelle angenommen zu haben, in der er Kaution stellen müsse. Die bedauernswerte Frau ließ sich dadurch bestimmen, von ihrem sauer verdienten, Gelde 40 Mt. herzugeben, mit welcher Summe der Ehrlose verschwand. Das Urteil lautet auf 5 Wochen Gefängnis. Sodann nehmen auf der Anflagebant Plaz der Taglöhner Michael S. sowie der Arbeiter Georg D. Sie haben sich wegen Diebstahls zu verantworten. Nach der Verhandlung hält das Gericht den vielfach vorbestraften S. überführt, auf dem hiesigen Bahnhofe ein Fäßchen Bier entwendet zu haben, bei welchem Diebstahl sich D. der Beihülfe schuldig gemacht habe. Das Urteil lautet auf 14 Tage Gefängnis gegen S. und 1 Tag Gefängnis gegen D.- Der Landwirt Heinrich G. von Großen- Buseck hat sich wegen Körperverlegung zu verantworten. Nach sehr umfangreicher Beweisaufnahme beantragt der Vertr. der Staatsanwaltschaft eine Gefängnisſtrafe von 3 Monaten. Das Gericht läßt bei dem sehr erregten Angeklagten Milde walten und nimmt ihn in eine Gefängnisstrafe von nur 4 wochen sowie in die Kosten einschl. derjenigen der Nebenklage. Den Schluß bildeten mehrere Privatklagen wegen Beleidigung.
Marktberichte.
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Gießen, 17. Sept. Auf dem heutigen Wochenmarkt fosteten Butter per Pfd. 1.10-1.25 M., Hühnereter 2 Stüd 14-16 Pfg., Enteneter St. 8 Pfg., Käse per St. 5-8 Pfg.. Käsematte 2 St. 5-6 Pfg., Erbsen ver Liter 21 Pfg., Linsen per Liter 32 Bfg., Tauben per Paar M. 0.70-1.00, Sühner per Stüd Mt. 1.30-1.80, Hahnen, per Stud Mt. C.70-1.50, Enten per Stild 1.80–2.40, Gänſe b. Bib 54-60 Pfg., Ochsenfleisch per Pfd. 68-78 Pfg., Rindfleisch der Pfd. 60–66 Pfg. Schweinefleisch per Pfb. 66-76 Pig. Schweinefleisch gesalzen per Pfund 0.80 Pfa., Kalbfleisch per Pfd. 68-74 Pfg., Hammelfleisch per Pfd. 56-74 Bfg., Kartoffeln per 100 Kilo 5.50-7.50 mt., Zwiebeln per 3t. Mt. 5.50-6 50, Kirschen per Pfund 00-00 Pfg. Milch per Liter 18 Vfa. Dauer der Marktzeit von 8 Uhr morgens bis 2 Uhr Nachmittags. Gegenstände des Wochenmarktverkehrs dürfen vor Beginn der Marktzeit überhaupt nicht, und während der ersten drei Stunden der Marktzeit im Umherziehen feilgeboten werden.
Friedberg. Der Schweinemarkt war am Mittwoch," den 9. Sept., sehr gut befahren. Der Geschäftsgang war nicht gut, denn die Händler mußten die meisten Tiere wieder mitnehmen. Das Paar Ferkel, das seither mit 40-45 Mt. bezahlt wurde, fostete nur 30-35 Mt.
Buzbach, 17. Sept. Auf dem heutigen Wochenmarkt fosteten Butter p.r Pfd. 1,20-0.00 Mt., Käse per Pfd. 42 bis 45 Pfg., Eier 1 Stc. 8 Pfg.
Berantwortlich: für den politischen und Inseratenteil Albin klein; far bas Botale, ben„ Gerichts." und" Deffentlichen Sprechsaal":& r. Cppermann Drud und Berlag der Gießener Berlagsbruderei( vorm. Wilh. Refer). Birßen.


