Kurze politische Nachrichten.
In einer Unterredung mit einem Journalisten erklärt der amerikanische Botschafter in Berlin, wenn Kaiser Wilhelm einen Besuch in Amerika abstatten wollte, wür den alle Amerikaner von ihm hingerissen sein; er sei ein warmherziger aufgeklärter Mann, und demokratisch in einem Grade, wovon niemand eine Vorstellung habe.
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Die von einem sozialdemokratischen Blatte mitgeteilt angebliche Aeußerung des Kaisers, man müsse den Kamp gegen die Sozialdemokratie mit Feuer und Schwert" führen, wird mit allen Zutaten offiziös als plumpe Erfindung gekennzeichnet.
* Zur Heeres- und Flottenergänzung werden im Jahre 1903 in Rußland nicht weniger als 320 732 Mann zuni aktiven Dienst einberufen.
* Bei der Einnahme von Tazza durch die Truppen des Sultans von Marokko soll eine ungeheure Zahl von Anhängern Bu Hamaras getötet und gefangen worden sein.
Hof und Gesellschaft.
Der Kaiser besichtigte in Bergen nach einem Früh. stück beim deutschen Konsul Mohr die Fantoft- Kirche. Dem Hafenbogt versen verlieh der Monarch den preußischen Kronen- Orden. Die Kaiserin wurde bei ihrer Anfunft in Cadinen, wohin sie sich, wie gemeldet, mit den Prinzen Oskar und August Wilhelm von Kiel aus begeben hat, vom Prinzen Joachim, der Prinzessin Luise und dem Landrat v. Cydorf empfangen. Nachmittags machte die kaiserliche Familie einen Ausflug nach Kahlberg.
Der„ Kaifer der Sabara".
[ Neuartige Automaten] sind auf den Bahnhöfen Londoner Untergrundbahn aufgestellt worden. Ein Aut mat verhilft Kurzsichtigen gegen einen Benny zu der Kennt nis der für sie passenden Brillennummern. Nach Einwurs des Penny werden unter Mithilfe des Kurzsichtigen durch Pedaltritte und Kurbeldrehungen vor dessen Auge allmäh. lich Schriftterte in steigender und abfallender Größe sicht. bar. Erscheint der Text in einer dem Benützer leicht ent. zifferbaren Größe, so stoppt" er den Apparat und notier! die darunter befindliche rote Nummer, die dem Grade sei. ner Kurzsichtigkeit angemessen ist. Selbstverständlich hängt am Automaten für Kurzsichtige ein Papierblock mit der Adresse des ingenieusen Optikers, der den Apparat aufge stellt hat. Ueberaus praktisch sind die Taschentuch- Automaten, Apparate, die für den Einwurfpenny ein sauber mit einem Goldfaden gebundenes Taschentuch abgeben; für 2 Penny erhält man auf automatischem Wege ein höchst bornehm gefaßtes Taschentuch. Diese Apparate werden start in Anspruch genommen, da die wohl allerwärts fatale ,, Taschentuch- Vergeßlichkeit", zumal in London wegen der großen Entfernungen zwischen Haus und Bureau besonders peinliche Folaen nach sich zieht.
Frankreich kann jubeln: Es hat noch große Männer, und zwar dort, wo man sie am wenigsten vermuten kann: unter den jungen Nichtstuern, die das Pflaster der Pariser Boulevards treten. Einer der bekanntesten Pariser Lebemänner, der junge Millionär Lebaudy, tritt in die Fußtapfen der großen Kolonisatoren und Konquistadoren: Er hat den kühnen Plan gefaßt, ein Kaiserreich in der Sahara zu gründen.
* Vom Unwetter im Rheinland wird weiter gemeldet daß strichweise Hagelförner in der Größe von Tauben- und Hühnereiern gefallen sind und in solcher Menge, daß dic Erde fausthoch besät war. Wo die Eisschlossen hintrafen ist alles an den Bäumen wie abgehackt. Die Gewächse und die Frucht auf den Feldern liegen darnieder. Das Wassei stromte förmlich aus den Tälern zum Rhein und überflutete die Eisenbahnschienen. Das abgeschlagene Obst( Nüsse, Aepfel u. 1. w.) liegt massenhaft auf den Feldern.
A[ 2000 Franken für ein Fünffranken- Stüd] wurden vor einigen Tagen in einem Pariser Boulevard- Café ge zahlt. Die so teuer verkaufte Silbermünze trägt das Bild nis Louis Napoleons und hat eine besondere Geschichte. Eines der ersten Dekrete, die dem Staatsstreich vom 2. De zember 1851 folgten, betraf die Einführung einer neuen Geldmünze, die mit dem Bilde des Prinz- Präsidenten ge schmückt sein sollte. Eine Probemünze wurde Napoleon vor gelegt, aber er war damals so beschäftigt, daß er sie anzu sehen vergaß und sie achtlos auf einen Kamin legte. Schließ lich nahm er die Münze aber doch in die Hände, prüft sie sorgfältig und nahm Anstoß an einer geringelten Stirn locke, die ihm der Graveur, angedichtet" hatte. Es wurd der Befehl gegeben, die Gravure" sofort zu ändern, abei als der Befehl in die Münze gelangte, hatte man dort be reits sein langes Schweigen für Gutheißung der Probe münze genommen und mit der Prägung der Stücke begon nen. Die Prägung wurde sofort unterbrochen, aber e waren doch schon 23 Fünffranken- Stücke fertig, und diese 23 wurden später von Münzensammlern sehr gesucht und gut bezahlt. Vor mehreren Jahren brachten einige dieser so genannten 5 Franken mit der Stirnlocke" bei einer öffent lichen Versteigerung je 240 Franken, und jetzt ist, wie ge sagt, eine der Münzen für 2000 Franken verkauft worden
* Entflohene Büßerinnen. Aus der Straferziehungs. anstalt Magdalenenstift in Teltow entflohen nach wüster Auftritten zwanzig der jugendlichen Insassinnen, die dort wegen sittlicher Verfehlungen eingeschlossen sind, um ge bessert zu werden. Den unbußfertigen Magdalenen war die Arbeit zu hart und das Essen zu schlecht. Sie zogen e daher vor, zu den Fleischtöpfen Berlins und in die Arm der respektiven Liebhaber zurückzufahren. Die Freude hat bei den meisten nicht lange gewährt. Der größte Teil der Entflohenen wurde na chkurzer Zeit wieder eingefangen.
Eine unerwartete Begnadigung ist dem, wie erinner lich, vor kurzem zum Tode verurteilten Muttermörder Jörgensen im Kopenhagen zuteil geworden. Die Nad) richt, daß durch königliche Gnade das Todesurteil in lebens längliches Buckthaus umgewandelt worden sei, hat in de dänischen Bevölkerung Unwillen hrevorgerufen. Die Be wohner von Jütland bereiten eine Protestadresse vor.
Zwei schwere Unglücksfälle vom Pariser Nationalfes werden gemeldet. In dem Variété- Theater Marigny brad fura oor Schluß der Vorstellung ein Traggerüst zusammen Elf Statistinnen wurden verletzt, sechs davon so schwer, daf sie in ein Krankenhaus gebracht werden mußten. In dem Vorort Rucil wurden auf dem Hauptplatze Böllerschüsse abgegeben. Ein Böller explodierte, wodurch ein Kind ge tötet und 20 Personen mehr oder weniger schwer ver wurden.
Vor einigen Wochen unternahm Lebaudy von den Kanarischen Inseln aus eine Expedition nach dem südlichsten Teil von Marokko, um von den dortigen Ländern Besitz zu ergreifen. Da Spanien südlich von diesem Gebiete eine KoIonie, namens Rio de Oro, besitzt, so herrschte in der gesamten spanischen Presse große Erregung, und man machte sich schon mit dem Gedanken vertraut, daß auch diese Kolonie dem Mutterlande verloren gehen würde. Man bestürmte bie Regierung, verlangte von ihr energische Maßregeln gegen den frechen Eroberer. Erst als man erfuhr, daß Lebaudy ein„ Kaiserreich der Sahara" gründen und eine Stadt, namens Troja, bauen wollte, beruhigten sich die Gemüter, da sie zu der Ueberzeugung kamen, daß Lebaudy ein exzentrischer Mensch ist. Das scheint er wirklich zu sein; denn anders ist es nicht zu verstehen, daß er dem Postmeister der Ranarischen Inseln auftrug, alle an den„ Kaiser der Sahara" gerichteten Bostsachen ihm auszuhändigen, da er der genannte Souverän sei. Die erste Expedition des„ Kaisers der Sahara" nach den unwirtlichen Gestaden Marokkos ist fläglich verlaufen; die fünf Abenteurer, welche in einem Beltlager zurückblieben und den Plan des neuen Troja entwarfen, sind von den Eingeborenen gefangen genommen und wahrscheinlich nach qualvollen Martern ermordet wor den. Mittlerweile bereitet Rebaudy eine neue Expedition in Las Palmas auf den Kanarischen Inseln vor; aber er stößt überall auf Unverständnis und Schwierigkeiten. Am unbequemſten ist ihm sein Landsmann, der französische Konful. Aber auch der Vertreter der spanischen Regierung macht ihm das Leben sauer und sucht seine Pläne zu vereiteln. So will er ihm nicht die für ihn aus Marseille eingetroffenen Waffensendungen ausliefern, ihm nicht gestatten, zwischen den Kanarischen Inseln und dem afrikanischen Festlande einen drahtlosen Telegraphen herzustellen, weiter läßt er ihn polizeilich überwachen, während die Bewegung leiner Schiffe streng von einem spanischen Kriegsschiff verfolgt werden. Lebaudy kann so etwas nicht verstehen, da er nach seiner Aussage nur die besten Absichten hat; anstatt seine Millionen in Paris und anderen Großstädten zu vergeuden, wolle er die noch herrenlosen Linder der Welt erwerben und sie dem europäischen Handel und der Kultur erschlieben.
Nab und fern.
Die Gräfin von Montignoso". Wie das„ Dresdene Journal" amtlich meldet, hat der König von Sachsen nun mehr der vormaligen Frau Fronprinzessin von Sachsen Prinzessin Louise Antoinette Maria, auf ihr Ansuchen der Namen und Adelstitel einer Gräfin v. Montignoso" offiziel verliehen.
* Der Gr ber Stadtberor erften Beigeor Ortsgerichtsvor sowie dem zum heim gewählter Rauheim- bi ** Ober findet fich geg ftellung in Dre Geb. R Gießen will be leiften. * 8 um bom 1. Dftob liche Profeffo ernannt. * Der Vo evangelif Einweihung bes lifchen in hiefi Folge gehabt, bes Evangelisch rufung einer S nahme zu den uberlaffigen D gemeindevertret foll, glaubt d um nicht die deffen feiner 2 brauchnahme be Airchengemeind in welcher We Gröffnungsfeier Uebergriff fläbt wiesen werden vorgenommene, fie gar unter ** Die R foeben erlaffene 13. und 17. D
[ Wertvolle Tabaksdosen.] Bei dem großen Brand des Leihhauses zu Neapel vor einigen Wochen ist auch eine weitberühmte Sammlung antifer Tabatièren vernichtei worden, die durch einen Zufall sich dort befand. Ihr Be sitzer, der Graf de Marsi, hatte die Absicht, sie mit anderen Sehenswürdigkeiten zu einem besonderen Museum zu ver einigen, und übergab sie, während dies gebaut wurde ,,, zui Sicherheit" dem Leihhause zur Aufbewahrung, wo sie nun mitverbrannt ist. Zwei Tabatièren, die von Carlo Durazze ziseliert waren, hatten einen besonders hohen Wert; andere waren mit wunderbaren Miniaturen geschmückt und mit Brillanten, Smaragden und Rubinen besezt; wieder ander varen Geschenke von Päpsten, Kaisern u. s. w. Die Samm lung dürfte einen Handelswert von mehr als 1 Million Mart gehabt haben, und alle diese Kostbarkeiten sind nun ür immer verloren.
Bunte Chronik. Der flüchtige geistestranke Hochstaple Manolescu hat in Dresden eine Gastrolle gegeben. Ei entwandte in einem Hotel einen Reiseanzug und Neber zieher, wofür er seine Anstaltskleidung zurückließ.
Bei Diedenhofen überfiel ein Reservist, der ohne Jahr farte einen Zug bestiegen, den diensthabenden Schaffner uni berwundete ihn schwer.
Im Nachlaß der Königin Draga wurden zwei Spar faffenbücher im Gesamtbetrage von 150 000 Fr. auf Wie ner Bankhäuser gesunden.
In der ung ischen Ertschaft Hilio( Komitat Ha romszek) sind bei heftigent Sturnuvind 100 Häuser mi Nebengebäuden niedergebrannt.
© Einen Aufruf für die durch Hochwasser geschädigten Schlesier erläßt der Vorsitzende des Provinziallandtages, Herzog von Ratibor, im Verein mit dem Oberpräsidenten i. V. Michaelis und dem Landeshauptmann Frhrn. von Richthofen. Der Schaden ist noch unübersehbar heißt es darin aber zweifellos sehr groß, zunächst handelt es sich um Abstellung der dringendsten Notstände, des Hungers und der Obdachlosigkeit. Schnellste Hilfe tut not. GeldSpenden wolle man an den„ Schlesischen Bankverein", Breslau 1, Albrechtstraße, richten. Wege nder Gründung eines größeren Komitees und von Unterausschüssen in den Kreisen der Provinz ist das Erforderliche veranlaßt.
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Vermischtes.
[ Eine„ Totenzeitung'] ecjdjeint seit einigen Tagen unter dem Namen„ Skorbny Westnit" in Petersburg. Das von einer Dame herausgegebene Blatt bringt nur Todesanzeigen, Nefrologe und andere Nachrichten, die mit dem Tode in irgend einer Weise zusammenhängen. Ueber die Geschmäcker" läßt sich bekanntlich nicht streiten! Wahrscheinlich wird die unternehmende Dame Abonnenten für ihr eigenartiges Blatt vornehmlich in den durch Gogol berühmt gewordenen Kreisen der„ toten Seelen" suchen.
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[ Millionärstöchter als Korbflechterinnen.] Die Be troleumprinzessinnen und Pökelfleischköniginnen von Chicago und Newyork haben etwas neues ersonnen, um die 24 Mußestunden, die sie jeden Tag haben, angenehm auszufüllen: sie flechten feine Körbe nach dem Muster der von den Rothäuten geflochtenen! Diese Mode ist wenigstens unschädlich. Die Indian Baskets" haben verschiedene Formen; sogar elegante, aber die Körbe der Blaßgesichter weisen doch nicht jene Naivität" auf, die man an den Körben des roten Mannes bewundert. Sie haben vor allem nicht die harmonischen, diskreten und zarten Farben, die die Indianer- Körbe zu so begehrten Sammelobjekten machen. Echte Indian Baskets" sind jekt sehr selten und sehr teuer. So zahlte man jüngst in Newyork für einen von einem Alaska- Indianer geflochtenen Korb 250 Mark. So viel werden die Millionärstöchter mit ihren Körben wohl nie berdienen!
[ Berlin die Haupt- Bierstadt des Deutschen Reiches.] Aus einem soeben erschienenen Bericht der Aeltesten der Berliner Kaufmannschaft geht hervor, daß troß eines Herabsinkens des Bierkonsums von 209 auf 144 Liter pro Kopf der Bevölkerung Berlin nach wie vor mit einer JahresBiererzeugung von zirka 4 Millionen Hektoliter nach wie bor an erster Stelle im Deutschen Reiche steht. Innerhalb der Biererzeugung Deutschlands stellte die Produktion der Berliner Brauereien auch im Berichtsjahr fast den vierten Teil der Biererzeugung von ganz Bayern dar und überstieg die von Baden und Elsaß- Lothringen erheblich, wäh rend sie der Biererzeugung Württembergs fast gleich stand. Die Biereinfuhr nach Berlin, die noch immer zu mehr als zwei Dritteln aus dem Königreich Bayern stammt, ist im Jahre 1902 auf 507 842, das heißt um 85 091 Hektoliter zurückgegangen. Die Ausfuhr an Bier übersteigt jetzt bereits um 146 764 Hektoliter die Einfuhr.
Nach privaten Schäßungen soll der Gesamtschaden im Kreise Neiße allein etwa 3 Millionen betragen. Bon aller Seiten treffen furchtbare Schilderungen ein. In Arnolds dorf sind eine große Menge Zeichen vom Kirchhof weg geschwemmt und müssen neuerdings begraben werden. Vor läufig hat man sie mit Salf bedeckt. Man befürchtet der Ausbruch von Typhus infolge verdorbenen Trinkwassers. Das Dorf Deutsch- Rasselwitz ist zum größten Teil zerstört. Aus dem preußischen und russischen Weichselgebie tommen Nachrichten von weiterem Steigen des Flusses. Be Thorn erreichte das Wasser 5 Meter Höhe und überschwemmt weithin die Felder. In Ungarn sind im Bezirk Illave biele Ortschaften durch das Donauhochwasser schwer ge schädigt. Man befürchtet eine Katastrophe auf der Inse. Schütt.
[ Ein Vercin unglücklich liebender" Mädchen] hat fich in Schweina( Sachsen- Meiningen) gebildet. Eine Anzahl jüngerer und älterer Damen, die mit ihren Liebhabern Bech hatten, ist dem Verein, der sich„ Unglückliche Liebe" nennt, beigetreten. Hoffentlich hat der Verein den praktischen Zweck, durch recht viele gesellige Veranstaltungen den armen Mädchen Gelegenheit zu geben, die unglückliche Liebe gegen eine glückliche einzutauschen.
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Heiteres. Böses Omen. Warum haben Sie denn Ihre Automobil- Fernfahrt so plößlich unterbrochen? Ja, meine Frau ist abergläubisch und meinte, nachdem wir den Dreizehnten überfahren hatten: jetzt fehren wir um, sonst gibt es ein Unglück!
** Gief biefer schwebend der Generalver wurde die Frag und das Resul zufammengefaß 1) Ein Neu arbeiten
- Ein frecher Dachs. Hausbesizer: Wie konnten Sie sich unterstehen, gestern im dunklen Flur meine Tochter zu küssen?- Chambregarnist: Sei'n Sie ja ruhig, sonst zeig' ich Sie noch bei der Polizei wegen unterlassener Treppenbeleuchtung an!
Ein Fanatiker. Der Oberlehrer Kneifer ist geradezu vernarrt in die neue Orthographie, so oft ihm ein Dreimarkstück in die Hände fällt, traßt er so lange, bis bei dem Wort„ Thaler" das h weg ist.
Verblümt. Buchbinder( zum Gehilfen): Die Bücher für Herrn Maier binden Sic ja recht dauerhaft ein der Mann ist unglücklich verheiratet
[ Königin Dragas Racheschwur.] Der deutsche Hintertreppenroman- Fabrikant, der mit so erstaunlicher Schnelligfeit, wie fürzlich erzählt, den serbischen Königsmord fruktifizierte, ist von einem Wiener Kollegen doch noch um viele Nasenlängen geschlagen worden. In Wiener Zeitungen erscheint schon seit dem 19. Juni ein Originalroman von Josef Korn mit dem vielversprechenden Namen: Dragas Racheschwur. Draga wird durch ihre unglückliche Liebe zu dem Geigenvirtuosen Vladan Baschkovic auf den Pfad der Untugend geführt, der sie nach der Weissagung einer Zigeunerin schließlich zur Krone führen soll. Als Stilprobe genüge folgendes:„ Die laue Luft des Juli- Abends umfächelte Dragas glühende Wangen und spielte mit ihrem gelockten Rabenhaar. Sie sah verführerisch aus. Aber Vladan blieb falt. Draga öffnete weit ihre meergrünen, geheimnisvolle Mächte einer starken Mädchenseele kündenden Augen und sprach in so weichen Tönen, daß es vibrierte wie Meolsharfen: Warum sprechen Sie kein Wort zu mir, Vladan Baschkovic?" Es schien beinahe, als blickte Vladan
nach einer anderen aus und als suchte er von Draga fortzukommen. Draga lachte. Es schrillte zur Decke der Vcranda empor. Ihre weißen Zähne schimmerten zwischen den schwellenden, roten Lippen wahrlich gleich dem Gebiß einer gereizten, fauchenden Pantherfabe."
Kunft und Wissenschaft.
FD. Einen Rückertbrunnen beabsichtigt man in Erlanger akademischen Kreisen zum Gedächtnis Friedrich Rückerts, der von 1826 bis 1841 an der dortigen Hochschule wirkte, im Schloßgarten zu errichten. Rückert hat einst gesungen:
Selbst auf unbequemem Musensize, Konnt ich muß und Musenruh erlangen. Zu erlangen mußt ich selbst im Sande Mir ein grünes Gärtchen zu Erlangen.
Das Denkmal, zu dem bereits ein Entwurf von Prof. Fischer- Stuttgart ausgestellt ist, soll auf seiner Innenwand mit einigen passenden Versen Rückerts geschmückt werden. Die Kosten werden etwa 3000 Mark betragen.
2) Es empfi
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Pläne borliegen
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ift zu hoffen,
fehr zahlreich
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baß ein Neuba wert ist. Die zwar möglichst Bolizeiamts ei umfangreicher borzunehmen, u
mit der Mitte
CB. Die Gedankenwage. Ein amerikanischer Gelehrter, Dr. William G. Anderson, hat eine eigenartige empfind liche Wage, das sogenannte Muskelbett, erfunden, auf der er die Gedanken eines darauf Liegenden zu wiegen" int stande ist. Er führte in seiner Vorlesung über den Apparat folgendes aus:„ Es ist klar, daß ein Körper, der im vollkommenen Gleichgewicht auf der empfindlichen Wage des Mustelbetts liegt, durch ein hinzukommendes Gewicht auf einer Seite eine Einwirkung erfahren wird; so wird auch ein hinzukommendes Blutquantum ein Sinken des Ncpf endes verursachen, wenn es zum Kopfe strömt, oder cin Sinken des Fußendes, wenn der Andrang in entgegen gesezter Richtung stattfindet." Zum Beweise machte Dr. Anderson eine Anzahl interessanter Experimente. Studenten, die auf dem Bette lagen und auf Aufforderung des Pro fessors nur daran dachten, Beinbewegungen auszuführen, beranlaßten ein Sinken des Fußendes der Wage. Einen andern ließ Anderson das Wort„ Hund" buchstabieren, ohne daß der Apparat sich bewegt hätte. Die geistige Anstrengung war zu gering, fiel daher nicht ins Gewicht. Als aber die Versuchsperson 78 mit 17%, multiplizieren sollte, sank infolge des durch die geistige Anstrengung bewirkten Blutandrangs der Kopf des Studenten allmählich tiefer als die Füße.
ift, diefem Befe Theateraufführu geeigneten Lofo
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werden nicht nu alle, die am fität ein Inter fuchen müssen.
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