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für seinen Alliierten einzuspringen braucht, da der englisch- japanische Vertrag die Bündnismacht nur für den Fall verpflichtet, wenn zwei Mächte als Gegner erstehen.

Deer und flotte.

Das fünfzigjährige Militärjubiläum des Herzogs Karl Theodor in Bayern wurde gestern festlich begangen. Am 9. August 1839 als dritter Sohn des Herzogs Maximilian geboren, wurde er am 12. Oktober 1853 zum Unterleutnant im 4. Chev.- Regt. ernannt, tat später im 3. Art.- Regt. und im 1. Kür.- Regt. Dienste und schied 1865 als Major aus dem aktiven Truppenſtande. Doch nahm er teil an den Feldzügen don 1866 und 1870/71, an letterem im Hauptquartier des Kronprinzen Albert von Sachsen, und wohnte den Schlachten bei Gravelotte, Beaumont und Sedan bei. In der Folge blieb er dem Frontdienst fern und rückte allmählich bis in den Dienstgrad eines Generals der Kavallerie auf, in den er am 15. April 1888 befördert wurde. Wie man weiß, liegen die eigentlichen Verdienste des Herzogs allerdings auf einem anderen Gebiete als dem militärischen. Schon von jeher hatte er mit Eifer und Erfolg wissenschaftliche Studien be­trieben, als er sich im gereiften Alter gänzlich der Heilkunde widmete. 1880 erwarb er sich die staatliche Approbation zur Ausübung des ärztlichen Berufs und entwickelte seitdem eine aufopferungsvolle und segensreiche Tätigkeit als Augenarzt, worin seine zweite Gemahlin, eine geborene Prinzessin von Braganza, ihn getreulich unterstützt. In den zwei von ihnen errichteten Heilanstalten in Tegernsee und in München haben biele Tausende von Augenkranken Heilung gefunden. Auch unser Kaiser zählte zu den Patienten des Herzogs, als er sich im Juli 1897 auf seiner Nordlandsreise eine Verletzung des Auges zuzog. Die am 5. September desselben Jahres er­folgte Ernennung des Herzogs zum Chef des 5. Drag.- Negts. darf wohl als der Ausdruck des kaiserlichen Dankes für die geleistete Hilfe gelten. Bei der diesjährigen Kaiserparade des 11. Korps führte Herzog Karl Theodor dem Kaiser sein Regi­ment persönlich vor.

Die Ersatmänner" beim belgischen Militär. Wie aus Brüffel gemeldet wird, ist soeben ein königlicher Erlaß er­schienen, der den Preis der Ersaßmänner" für den Zeit­raum vom 1. Oktober 1903 bis dahin 1904 festsetzt. Die­jenigen, die ab 2. Oftober 1903 sich für die mit 1. Oktober 1904 beginnende Dienstzeit verpflichten, erhalten 1700 Frcs. als Kavalleristen oder reitende Artilleristen, 1600 Frcs. in der Feldartillerie oder im Train, 1550 im Verwaltungs­bataillon, 1525 in der Festungsartillerie und bei den Pio­nieren, 1500 bei der Infanterie.

Aus dem Gerichtssaal.

sinnend schweist sein träumerischer Blick in die Weite. Nach dem Kaiserhoch legte der Kronprinz am Denkmal einen Kranz nieder, nahm die Vorstellung der Ehrengäste und des Denkmalkomitees entgegen und zeichnete verschiedene Persönlichkeiten durch Ansprachen aus. Nach dem Parade­marsch der Ehrenkompagnie kehrte der Kronprinz nach dem Schlosse zurück und trat bald darauf die Rückreise nach Berlin an.

Der Kaiser der Sahara", Jacques Lebaudy, hat, wie aus London zuverlässig berichtet wird, sein demnächst zu gründendes Sandkaiserreich allen Ernstes dem englischen Auswärtigen Amt als Schutzgebiet angeboten. Was aus dieser Angelegenheit werden wird, ist vorläufig allerdings noch strengstes Amtsgeheininis". Ebenso streng geheim­gehalten wird der Name des bevollmächtigten Gesandten", den er zur Vertretung seiner Interessen in London zurück­gelassen hat. Rebaudy, der über Paris, wo er augenblicklich weilt, und Las Palmas nach dem Saharareich zurückkehren wird, hat in London große Einkäufe von Feldbaracken, Feld­betten und Uniformen gemacht. Uebrigens ist es nicht un­gefährlich, über den neuen Monarchen zu spotten. Er droht dem Amsterdamer Handelsblatt, das den ,, Kaiser der Sahara" firzweg für verrückt erklärt und behauptet hatte, der einzige Unterschied zwischen ihm und anderen Narren sei nur der, daß die letzteren hinter Schloß und Riegel säßen, Lebaudy dagegen frei umhergehe, mit einem Majestätsbeleidigungs­prozeß. Außerdem soll dem Blatte noch eine Zivilklage drohen, und man darf begierig sein, wie hoch der Kaiser" den ihm und seinem Reiche durch das Handelsblatt zugefügten mate­riellen Schaden tarieren wird. Wenn es wirklich zu einem Prozeß kommen sollte, was bei dem Geisteszustand, in dem sich Lebaudy befindet, und bei den in Aussicht stehenden hohen Advokatenhonoraren sehr wohl möglich ist, darf man in der Tat auf den Ausspruch des Gerichts begierig sein.

§ Ein interessanter Sachbeschädigungsprozeß beschäftigte in letter Instanz das Reichsgericht. Dieses verurteilte die Nordseelinie zu Hamburg, an den Nordischen Bergungs­berein 200 000 Mark Entschädigung zu zahlen. Der dieser Linie gehörige Dampfer Cobra" war troz aller Warnungs­zeichen bei Altenbruch mit voller Kraft vorbeigefahren, als die Hebeprähme des Bergungsvereins ein vor zwei Jahren gesunkens Schiff Weser" gerade in der Schwebe hatten. Durch den Wasserdruck, den dadurch die Cobra" hervor­rief, rissen die Trossen der Hebepräme, und alle Arbeit mar vergeblich; die Weser" sank wieder in die Tiefe und wurde erst später nach erneuten kostspieligen Bergungs­arbeiten gehoben. Das Reichsgericht erachtet die Entschädi­gung von 200 000 Mark als angemessen.

§ Ein Prozeß à la Sternberg beschäftigt zur Zeit das Ber­liner Schwurgericht. Der landwirtschaftliche Tarator Steldt ist angeklagt, sich wiederholt an schulpflichtigen Mädchen ver­gangen zu haben. Wegen Begünstigung haben sich mit ihm zugleich acht Frauen, die sich als Handelsfrau, Schneiderin 2c. bezeichnen, zu verantworten. Sie sollen ihre Wohnungen dem dem Angeklagten ständig für seine lichtschenen Zwecke zur Verfügung gestellt und vielfach die Vermittlerinnen ge­spielt haben. Als Zeuginnen figurieren eine Anzahl von Mädchen, die jetzt in einer Fürsorgeanstalt untergebracht sind, u. a. die bekannte Frieda Sittel, die Heldin einer roman­tischen Flucht aus dem Magdalenenstift in Teltow. Die Deffentlichkeit bei der Verhandlung wurde wegen Gefährdung der Sittlichkeit ausgeſchloſſen.

§ Der Einsturz der Münchener Corncliusbrücke, durch den am 26. August vorigen Jahres zwei Personen getötet und 34 verletzt wurden, fand vor dem Schwurgericht seine straf­rechtliche Sühne. Als schuldig an dem Unfall wurden der Ingenieur Grüb und der Zimmerpolier Abenthum zu sechs bezw. vier Monaten Gefängnis verurteilt.

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Hof und Gesellschaft.

Der Madrider Polizeiskandal wird jezt doch noch, wenigstens teilweise, seine gerichtliche Ahndung finden. Der Staatsanwalt ist eingeschritten und hat drei der am meisten fompromittierten Inspektoren gefänglich einziehen lassen. Es ist gegen sie eine gewaltige Menge von schwer belastendem Material zusammengetragen worden. Das Rettungswerk" des Gouverneurs, der die Spißen schonte, dagegen 112 kleine Beamte entließ, wird den wirklich Schuldigen schließlich doch nichts helfen. Die entlassenen Beamten veranstalteten ein Meeting, worin sie unter Anführung zahlreicher Beispiele nachzuweisen suchten, daß nicht sie, sondern gerade die im Amt Verbliebenen mit Räubern und Dieben unter einer Decke steckten. Einer der Entlassenen hatte am Tage vorher aus Nahrungssorgen Selbstmord begangen.

Der Jagd- und Erholungsaufenthalt des Kaiser= paares in Hubertusstock wird bereits in den nächsten Tagen beendigt werden. Das Jagdglück war dem Kaiser weiterhin sehr günstig. Während der Vor- und Nachmittagspürsche des zweiten Jagdtages erlegte er insgesamt sieben prächtige Hirsche. Prinz Adalbert beteiligt sich ebenfalls an der Jagd und hat bereits mehrere Stück Damwild zur Strecke gebracht; bei den Bürschfahrten wird der Prinz öfters von seiner Mutter begleitet. Die Kaiserin betätigt sich auch in Hubertusstock mit Vorliebe als Amateurphotographin. So photographierte sie lezthin während der Besichtigung der Jagdbeute vor dem Schlosse den Kaiser, den Prinzen Adalbert, sowie sämtliche Herren des Gefolges.

Nab und Fern.

wruhlen angerichteten Schäden ohne Arbeit sein. Die Penn sylvania- Eisenbahn konnte den Verkehr zwischen Newyork un Philadelphia wieder aufnehmen.

Bunte Chronik. Der wegen tödlicher Mißhandlung de Schülers Heinz Koch zu acht Jahren Zuchthaus verurteilte Privatlehrer Dippold wurde zur Verbüßung seiner Straße nach der Strafanstalt Kloster Ebrach übergeführt.

In einem Pistolenduell, das zwischen zwei Offizieren auf dem Truppenübungsplatz bei Wesel stattfand, erhielt der eine der Duellanten einen lebensgefährlichen Schuß in die Leber.

-In Paris erschoß in einem Hotel der belgische Pho­tograph Grenling seine Geliebte, die rumänische Tänzerin Elise Popescu. Der Täter wurde verhaftet.

Vermischtes.

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[ Kaiserliches Geburtstagsgeschenk an einen Hundert jährigen.] Der Kaiser hat dem Ackermann Lambert Schmöint in der Bauerschaft Klosterholte, Kirchspiel Bowinkel unwei Osnabrück, zu dessen hundertstem Geburtstage eine reich ber goldete Tasse mit seinem Bildnis, angefertigt in der kgl. Por Der zellanmanufaktur, als Geschenk überreichen lassen. Greis erfreut sich einer seltenen Geistes- und Körperfrische, so daß er noch täglich seiner gewohnten Beschäftigung auf dem Felde nachgehen kann. Er hat beim letzten Kornmähen nicht gefehlt und ist auch jetzt bei der Kartoffelernte mit tätig. Sein Vater ist 96 Jahre und sein Großvater gar 107 Jahre alt geworden.

Schwere Automobilunfälle werden von den verschie densten Seiten gemeldet. Bei der Zuverlässigkeitsfahrt des Frankfurter Automobilklubs auf den Feldberg stürzte infolge Platens eines Pneumatiks ein Fahrzeug in den Straßen­graben. Von den vier Insassen erlitten Rechtsanwalt Dr. Auffenberg- Frankfurt einen Armbruch, ein zweiter Herr einen Beinbruch, die beiden anderen blieben unverletzt. Auf der Chaussee zwischen Langensalza und Meryleben über­fuhr das Automobil des Professors Sonnenburg aus Berlin ein vierjähriges Mädchen. Die Kleine war sofort tot. Das Automobil stürzte um und die Insassen erlitten mehr oder minder schwere Verlegungen. Bei Compiègne stürzte ein Automobil die steile Waldböschung hinab. Von den sechs Insassen blieben der Maschinist und ein Reisender auf der Stelle tot, die übrigen wurden schwer verletzt, darunter eine Dame lebensgefährlich. Die Reisenden sind Ausländer, ihre Persönlichkeiten konnten bisher nicht festgestellt werden. Hier sei ein tödlicher Unfall angeschlossen, der sich auf der Radrennbahn in Dresden ereignete. Bei dem 100 Kilo­meterrennen, bei dem Nobl- München gegen Dangla- Frank­reich Sieger blieb, stürzte Görnemann- Berlin und zog sich eine schwere Gehirnerschütterung und Bruch des Genickes zu. Er starb abends im Krankenhause an seinen schweren Ver­legungen.

Die Enthüllung des Denkmals Friedrichs des Großen zu Rheinsberg fand im Beisein des deutschen Kronprinzen in feierlichem Akte statt. Der Kronprinz traf am Vor­mittag ein und wurde von dem Landrat v. d. Knesebec und einer Deputation der Stadt empfangen. Nach dem Frühstück im Schlosse betrat der Kronprinz in Begleitung des Hofmarschalls v. Trotha, des Majors v. Oppen und des Adjutanten den Festplatz, wo er die Front der von dem Infanterieregiment Nr. 24 gestellten Ehrenkompagnie und der Vereine abschritt. Hierauf hielt Rechtsanwalt Dr. Simonys die Festrede, nach deren Schluß auf ein von dem Kronprinzen gegebenes Zeichen die Hülle von dem Denkmal fiel. Dieses, vom Berliner Bildhauer Elster geschaffen, zeigi den jugendlichen Friedrich in dem Augenblick, wie er von einem Spaziergang aus dem Part kommt. Er hält einen Band Voltaire in der Hand, in dem er soeben gelesen, und

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[ Ein moderner Robinson] ist, wie italienische Blätter melden, auf der kleinen Insel Galite, 80 Kilometer nord, westlich von Biserta im Mittelmeer gelegen, entdeckt worden. Auf dem bisher für menschenleer gehaltenen Inselchen leben 50 Menschen, darunter ihr Ur- und alleiniger Stammbater. Er nennt sich d'Arco und ist italienischer Herkunft. Er er zählt, er habe bereits im Jahre 1850 sein Vaterland verlassen wegen einer kleinen Messerstecherei". Da habe er sich mit einem Mädchen auf die Insel Galite geflüchtet, habe ge­heiratet, Kinder gezeugt, Häuser gebaut, das Land fulfi biert und befinde sich nun mit seinem Stamm, wie der Augen schein zeige, gesund, glücklich und zufrieden auf seiner Insel. Befragt, wo er denn die Mittel her habe, womit er dies alles zustande gebracht, antwortete er: Alsbald nach meiner Ankunft hat mich mein guter Stern auf der Insel eine ber borgene Höhle entdecken lassen, da fand ich einen Schatz mit seltenen alten Münzen, spanischen und anderen, wahrschein lich war der Schaß von alten Küstenpiraten hier verstedt worden. Ich habe die Münzen in Neapel verwertet. Für das Geld kaufte ich Dinge, die ich auf der Insel für meine Bauten, Anlagen u. s. w. nötig hatte. Man sieht, die neue Robin sonade bietet noch manche Rätsel. Wie hat Signor d'Arco 3. B. die in Neapel gekauften Waren, Hilfsmittel für seine Bauten, Werkzeuge u. s. w. nach Galite gebracht? Dann erhebt sich noch eine Nationalitäts- Frage: d'Arco behauptet, er und seine Leute seien Italiener, die Franzosen nehmen alles, Land und Leute, für sich in Anspruch. Wie auch die Frage entschieden werden mag, ein Krieg wird zwischen Ita lien und Frankreich wegen Galite und seiner neuentdeckten Bewohner wohl kaum entbrennen.

A Gine Erinnerung an die Konitzer Mordaffäre wird durch die Meldung wachgerufen, daß dem Fleischergesellen Moriz Levy, der wegen wissentlichen Meineides am 16. Februar 1901 zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt worden war, der Rest seiner Strafe im Gnadenwege erlassen worden ist. Wie erinnerlich, hatte Moritz Lewy, der Sohn des anfänglich für den Schuldigen gehaltenen Schlächtermeisters Lewy, eidlich in Abrede gestellt, Ernst Winter gekannt zu haben. Diese Aussage wiederholte er im September 1900 in der Gerichts­verhandlung gegen den ebenfalls wegen in der Konizer Affäre gemachter

falscher Aussage angeklagten Präparanden Speisiger. Er blieb auch bei dieser Aussage, obwohl nachher etwa ein halbes Dußend Zeugen bekundete, ihn im Verkehr mit Winter gesehen zu haben. Darauf erfolgte seine Ver­urteilung wegen wissentlichen Meineides.

+ Brandkatastrophe. Im Dorfe Sandhof bei Marienburg brach nächtlicherweile Feuer aus, bei welchem 5 Personen in den Flammen umfamen und eine tödliche Verlegungen erlitt. Das Feuer soll auf Brandstiftung zurückzuführen sein.

Ein amerikanischer Armeeskandal. Im amerikanischen lebungslager von Cripple Creef ist es zu einem großen Skandal gekommen, in den eine ganze Anzahl der vornehmsten Damen der Newyorker und Washingtoner Gesellschaft ver­wickelt sind. Es scheint dort mehr als fidel zugegangen zu sein. Die Gatten der Damen erfuhren von den Extravagan­zen ihrer Frauen und Töchter mit den Herren Offizieren, und so fam es zum Eklat. Die sämtlichen kommandierenden und höheren Offiziere des Lagers sind plöglich abberufen und zur Disposition gestellt, bis die sofort eingeleitete Untersuchung Klarheit bringen wird. Eine Anzahl jüngerer Offiziere be­findet sich in Stubenarrest.

Das Ende des Erfinders. Bei Erwood in Westkanada fand Hugh Mann, einer der Pioniere der Entwicklung der dor­tigen Eisenbahn, unter traurigen Umständen seinen Tod. Er hatte eine Maschine erfunden, die eine völlige Umwälzung im Schienenlegen herbeiführen sollte. Er hatte mit außer­ordentlicher Geduld drei Jahre lang daran gearbeitet. Jetzt hatte er sie glücklich vollendet und fuhr nach der Kopfstation bei Erwood, wo ein Bau im Gange war. Es scheint, daß ein Treibriemen abgeglitten war, und beim Wiedereinrichten ge­riet Mann in die Maschinerie er wurde in die Höhe ge­rissen und erwürgt, bevor Hilfe herbeikommen konnte.

Die Ueberschwemmungen in Amerika haben noch grö­Beres Unheil im Gefolge gehabt, als die ersten Meldungen befürchten ließen. Die Lage in Paterson ist bedenklich. Man befürchtet den Zusammenbruch des großen Dammes, was ein schweres Unglück nach sich ziehen würde. 50 Häuser sollen in Paterson schon weggeschwemmt worden sein, 500 Familien find obdachlos: mehrere Tausende sollen wegen der in den

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** Gesundheitsregeln für Schüler und Schülerinnen ver öffentlicht ein Wiener Arzt im schulamtlichen Auftrage. Mag auch das meiſte, was er anrät und vorschlägt, schon bekannt sein und die einschlägige Körpermoral längst Ge meingut aller Gebildeten, so ist es doch gut, wenn von Schule und Amts wegen noch einmal eindringlich verlaut bart wird:

Trachte, bei Tageslicht einen Arbeitsplatz zu haben, von welchem aus du ein Stück Himmel erschauen kannst. Für das Schreiben brauchst du Licht von links( Fenster links, Lampe links).

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andauernd fein zu schreiben, fein zu schraffieren; andauernd feine weibliche Handarbeiten zu verrichten. Solche können besonders dann den Augen wenn sie keinen Farbengegensatz bieten( zum Beispiel feines Sticken weiß auf weiß).

Halte beim Schreiben, Häkeln, Nähen u. s. w. das Auge so weit von der Arbeit entfernt als es deine Körpergröße gestattet.

Beim Kapitel Kost" rät der Verfasser unter anderem an ,, Wenn der nötige Appetit vorhanden ist, so möge ein, weil ausgiebigeres Frühstück verabreicht werden als das meist übliche, zum Beispiel mäßige Mengen von abgekochter Milch Kakao, schwachem Milchkaffee oder schwachem Tee mit ab gekochter Milch, aber dazu Beilagen je nach Vermögensver hältnissen", wie zum Beispiel Butterbrot, Fleisch, Fisch, Wurst, Eier." Was diesen Punkt anlangt, so liegt in den meisten Fällen, wo die Eltern ihren Kindern ein unzureichen des Frühstück vorsetzen, der Knüppel beim Hunde, d. h. es mangelt an dem nötigen nervus rerum. Troßdem ist der Hinweis durchaus nicht unangebracht. Denn es gibt auc Eltern, die noch immer mit dem alten Vorurteil nicht brechen können, daß man den findlichen Magen am frühen Morgen nicht gleich durch fräftige Koſt belasten" dürfe. Für diese ist die Mahnung des Wiener Arztes wohl vor allem bestimmt: Gebt euren Kindern vor den Strapazen der Schule ordentlich 311 essen, denn jede Maschine, die arbeiten soll, muß geheizt

werden.

Ludw. Be Lauterbach

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Das Neuefte aus den Witzblättern. Triftiger Grund. A.: Ich höre, Ihr Fräulein Tochter fingt?" B.: Ja, ich habe sie gestern nach Leipzig ge schickt." A.:" Ah, Sie wollen sie ausbilden lassen?" B.: Nein, ich will meine Ruhe haben!"

Frech. Herr: Nun, paßt Ihnen der Anzug, den ich Ihnen neulich geschenkt habe?" Bettler: Hm, es geht: aber wenn Sie sich mal etwas Neues anschaffen, so lassen Sie sich doch einen Jafettanzug machen... der kleidet mich besser!" ( Dorfbarbier.)

Doppelsinnig. Stammgast: Der Herr Rat war heute recht aufgefragt."- Wirt: Ja, seine Frau ist wieder da." Acngstlich. Der kleine Paul: Mama, gib mir schnell einen Löffel Zacherlin ein, ich habe einen Floh verschluckt." Er kennt ihn. A.: Heute glaube ich euren Bureauche in der Straßenbahn gesehen zu haben." B.:,,Was machte er?" A.: Er schlief." B.: Dann war er's!" In der Kunstausstellung. Wie finden Sie das Bild Schreiendes Baby"?" Es schreit zum Himmel!" ( Lustige Welt.)

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