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mit nur den momentanen Berhältnissen Rechnung ge tragen werbe, meinte Dr. Zehme achselzuckend: Wer lann wissen, was in einem Jahr früher oder später geschieht. Diese pessimistische Ansicht Dr. Zehmes hat in­zwischen eine offene Bestätigung gefunden. Girón hat Brüssel verlassen, um sich nach Genf zu begeben, wo er wegen Erleichterung des Aufenthaltes der Prinzessin in der Metairie verhandeln wird. Die Beziehungen zwischen Giron und der Prinzessin sind also nicht, wie es an­fangs hieß, endgiltig abgebrochen.- Inzwischen haben sich in einer großen Versammlung die Berliner Epi­citisten mit dem Fall Giron befaßt. Der bekannte Hyp­notiseur Reinhold Gerling erklärte, durch ,, besondere" Umstände in der Lage zu sein, bisher unbekannte Tat­jachen zum Fall Giron anzuführen. Giron hatte Kennt­nis erhalten, daß der Kronprinzessin außer 2 Millio­nen Mitgift noch 2 Millionen aus ihrem Vermögen zu­fliehen mußten, und deshalb bestimmte er sie zur Flucht. Als die Prinzessin Kenntnis erhielt, daß ihr Geliebter während der ganzen Affaire auch noch ein Verhältnis mit einer Brüsseler Schauspielerin unterhalten hatte, kam es zwischen den beiden zum Bruch. Hat Giron nun die Hypnose bei der Prinzessin angewendet? Herr Gerling bestritt das durchaus. Gerade, weil Giron den Hypno­tismus kannte, wußte er, daß er bei der Prinzessin eine dauernde Beeinflussung durch Hypnose, wie wissenschaftlich festgestellt ist, nicht erreichen konnte. Hy­sterische Personen zu hypnotisieren sei sehr schwer, ja benfalls sei eine dauernde Beinflussung in sexueller Be­ziehung nicht möglich. Inwieweit Herr Gerling seine Be­hauptungen auf realer Grundlage aufgebaut hat, ent­zieht sich natürlich jeder Beurteilung.

Das Urteil.

δαξ

Das 4 Uhr 20 Minuten in dem Eheprozeß verkündete Urteil lautet:

Im Namen des Königs. Die am 21. November 1891 geschlossene Ehe der Parteien wird wegen Ehebruchs der Frau Beklagten mit dem Sprachlehrer André Giron vom Bande geschieden. Die Frau Beklagte trägt die Schuld an der Scheidung. Die Kosten des Verfahrens werden der Frau Beklagten auferlegt.

18. Sizung.

Preufsifcher Landtag.

Baus der Abgeordneten.

Eigener Bericht.

Werlei Polizeiliches.- Das Kapitel Bandgendarmerie im Etat des Ministeriums des Innern gab Rednern aller Parteien Gelegenheit, für eine bessere Besoldung der Landgendarmen einzutreten. Der Minister des Innern Frhr. v. Hammerstein ver­sprach sein möglichstes zu tun, eine allgemeine Regelung der Gehaltsverhältnisse sei aber jetzt nicht möglich, sie sei vor drei Jahren abgeschlossen.

Bei den Allgemeinen Ausgaben im Interesse der Polizei" wurde der Nutzen des Gesetzes über die Für­forge- Erziehung ausführlich erörtert und allseitig aner­kannt. Minister Frhr. v. Hammerstein teilte mit, daß schon in der kurzen Zeit des Bestehens des Gesetzes 7787 Pflegekinder der Fürsorge- Erziehung überwiesen worden sind. Hierauf wurde der Rest des Etats des Ministeriums des Innern bewilligt., und das Haus ver­tagte sich auf Donnerstag.

Nab und fern.

* Der Kaiser und der Tambour. Der Regiments­tambour Vizefeldwebel Kristan vom Kaiser Alexander­Grenadierregiment hatte vor einiger Zeit, nachdem er neun Jahre bei diesem Regiment gedient hatte, mit dem Zivilversorgungsschein seinen Abschied genommen und sich Dei der Gemeindeverwaltung von Schöneberg gemeldet, wo er die Stelle eines Schuldieners an einer Gemeinde­schule erhielt. Bald darauf vermißie der Kaiser beim Wacheaufziehen der Alexander den ihm wohlbekannten Regimentstambour, der ihm stets durch seine hohe Er­scheinung und durch seinen flotten Schnurrbart aufgefallen war. Der Monarch ließ Erkundigungen einziehen, und als er erfuhr, daß Kristan Schuldiener geworden war, befahl er, ihn in die Schloßgardekompagnie einzustellen.

) Ein Räuberstücklein. Der berüchtigte sizilianische Brigant Varsalona hat jüngst einen seiner Gegner ge zwungen, die Stadt Cammarata zu verlassen und sich schleunigst nach Palermo zu wenden. Die amüsante Ge­schichte spielte sich folgendermaßen ab: Jm ,, Bürger­Klub" von Cammarata sprach man eines Abends von Barsalona und seinen dreisten Taten. ,, Ach, laßt mich mit Eurem Varsalona in Ruhe," sagte da einer der Herren ,,, man macht viel zu viel Geschrei wegen dieses feigen, schwachen Kerls; wenn mir die Polizei die als Fangprämie ausgefeßten 15 000 Lire verspricht, führe ich Euch den Varsalona in zwei Tagen vor." Die Polizei erfuhr von dieser Aeußerung und ließ am nächsten Tage den Helden" rufen. Ob es wirklich zu bestimmten Ab­machungen bezüglich der Jagd auf Barsalona gekommen ist, weiß man nicht; man hörte nur, daß der Held auf dem Polizeiamte seine Rodomontaden ganz energisch wiederholt habe. Tags darauf saß er, nach dem Essen ein Pfeifchen rauchend, in seiner Villa, als der Kam­merdiener Herrn- Varsalona meldete. Der, tapfere" Besizer der Villa hatte gerade noch Zeit, vor Schreck die Pfeife aus dem Munde fallen zu lassen, da öffnete sich auch schon die Tür und auf der Schwelle erschien, freundlich lächelnd, der große Räuber, von dem gegen­wärtig ganz Sizilien spricht. Lassen Sie sich nur ja nicht stören," sagte er zu dem Herrn des Hauses ,,, und du," sprach er, sich zu dem Kammerdiener wendend, rührst dich nicht von der Stelle!" Dann verschloß er ruhig die Tür, ging auf den wie versteinert dasigenden ,, Hel­den" zu und sagte: ,, Da bin ich also, wie du es gewollt hast; jetzt führ' mich zur Polizei und hol' dir die 15 000 Lire!" Der ,, Held" glaubte noch immer, daß er träume; er blickte den Räuber wie geistesabwesend an, dieser aber rief ihn in die rauhe Wirklichkeit zurück, indem er wie zufällig" einen Dolch aus dem Gürtel zog. Diesmal," fuhr Barsalona dann fort, will ich deine Prahlereien noch hingehen lassen; du wirst aber Cammarata noch heute verlassen und nach Palermo gehen. Du hast doch verstanden?" Eprach's und verließ langsamen Schrittes die Billa. Der Besizer der Villa aber packte schleunigst

die notwendigsten Sachen zusammen und dampfte zur selbigen Stunde nach Palermo. Es muß bemerkt werden, daß Varsalona sich nicht durch Drohungen Zutritt zu der Villa verschafft, sondern dem Kammerdiener einfach gesagt hatte: Melde deinem Herrn, daß ihn Varsalona zu sprechen wünscht!"

8 Straßentrawalle in Cadig. Der von den Bar­celoneser Anarchisten ins Werk gesezte Streif in Cadiz hat am Dienstag zu schweren blutigen Krawallen in der südspanischen Hafenstadt geführt. Die von den Anarchisten geführten Arbeitermassen besetzten die Pläge und Stra­Ben und erzwangen den allgemeinen Badenschluß. Die Menge schoß unter wilden Heßrufen und Verwünschungen auf die Polizei mit Revolvern und verwundete mehrere Beamte. Der Wagenverkehr war völlig unterbrochen, und schließlich benußten die Aufrührer das Begräbnis eines im Krankenhaus gestorbenen Arbeiters, um große Kund­gebungen zu inszenieren, die das Einschreiten der Gen­darmerie veranlaßten. Diese wurde ausgepfiffen und mit Steinwürfen überschüttet und mußte schließlich von der Schußwaffe Gebrauch machen. Nun entstand eine furchtbare Panit. Es gab viele Verwundungen und Ver­haftungen. Abends durchzogen Truppenabteilungen die Straßen, um die Ruhe aufrecht zu erhalten. Auch an anderen Orten Andalusiens soll jeẞt eine Streitbewegung ausbrechen.

£ Die Pest in Mazatlan. In Mazatlan, dem Haupt­hafen des merikanischen Staates Sinaloa am Stillen Ozean, ist, wie bekannt, vor etwa drei Wochen die Pest aus­gebrochen. Auch ist schon die Hafenstadt Guaymas im Staate Sonora in Mitleidenschaft gezogen. Mazatlan, mit etwa 16 000 Einwohnern, liegt überaus schön am Ein­gange zum Golf von Kalifornien. Das Klima ist hier sehr heiß. Bei dem in vielen Teilen der Republik Merito herrschenden Arbeitermangel mußte man in Mazatlan darauf Bedacht nehmen, in Ermangelung europäischer Ein­wanderung Chinesen zu importieren; durch diese, welche in einem engen, ungesunden Stadtteil Mazatlans wohnen, ist der Ausbruch der Beulenpest veranlaßt worden. Ob­wohl die Regierung und die städtischen Behörden sofort strengste Maßregeln und Anordnungen getroffen haben, ist es nicht geglückt, der Krankheit bisher Einhalt zu ge­bieten. Wer irgend es ermöglichen kann, flüchtet in die Gebirgsgegenden oder sucht auf einem Schiffe zu ent tommen. Selbst Pestkrante eilen davon und sterben auf der Flucht, wobei sie in vielen Fällen die Krankheit auf gesunde Personen übertragen. An einem einzigen Tage flüchteten über 600 Personen aus Mazatlan. Der Schiffs berkehr im Hafen ist längst verboten worden, und in der Stadt werden alle Häuserspelunken, Mobilien, Kleidungs­stücke in den von der Pest heimgesuchten Straßen_ver­brannt. Für die Pestkranken selbst baut man luftige, isoliert gelegene Pavillons auf einer Anhöhe nahe der Stadt. Aber es wollen sich keine Aerzte einfinden, welche die Pflege dieser Armen übernehmen.

[ Bismard in Koburg.] Eine Bismacu- Anekdote, die sich gelegentlich des ersten Besuches des Fürsten, damali. gen Herrn Otto v. Bismarck, in Koburg im Jahre 1863 ereignete, erzählt das Koburger Tageblatt". Als Bis­mard bei seiner Ankunft im Hotel zum grünen Baum von dem Oberkellner bei seinem Namen und Titel ange­redet wurde, stellte er erstaunt die Frage: Woher ken­nen Sie mich denn schon?" ,, Nun, aus dem Kladdera­datsch!" war die treuherzige Antwort des Hotelbe­diensteten.

[ Preußisch: Ehejubiläumsmedaillen] sind während des vergangenen Jahres 1480 verliehen worden. Davon entfallen auf die Provinzen: 1. Ostpreußen 31, 2. West­preußer 56, 3. Brandenburg mit Berlin 229, 4. Pom­mern 97, 5. Posen 59, 6. Schlesien 122, 7. Sachsen 151, 8. Schleswig- Holstein 95, 9. Hannover 170, 10. Westfalen 110, 11. Hessen- Nassau 77, 12. Rheinland 289, 13. Cig­maringen zusammen 1486 Medaillen. Von den mit der Medaille beliehenen Eheleuten gehören 1142 der evange lischen, 283 der katholischen Konfession an, 19 leben in evangelisch- katholisch gemischter Ehe, zwei gehören der Menoniten- Sette und 40 der jüdischen Religion an. Un­ter den 1486 Jubelpaaren feierten 14 das 60jährige, eins das 70jährige Ehejubiläum.

:||:[ Alte Jungfern- Bersicherung.] In Dänemark kön­nen sich Mädchen gegen die Cölibatgefahr versichern; sie müssen jährlich eine bestimmte Summe zahlen und, falls sie vor dem 40. Lebensjahr heiraten, büßen sie das Geld zu gunsten ihrer weniger glücklichen Mitschwestern ein. Nach dem 40. Jahre erhalten sie lebenslängliche Pen. sionen.

[ Die neueste ,, Mode"-Krankheit.] Bei einer der be kanntesten Künstlerinnen der ,, Comédie- Française" sprach man, so erzählt der Figaro", dieser Tage von einem Pariser Stußer, der sich mindestens viermal täglich um­kleide und zu jedem Kostüm auch andere Handschuhe anziehe. ,, Seine Hand wechselt fortwährend die Farbe," sagte eine Kollegin der Künstlerinnen. ,, Ja, wißt Ihr denn nicht, daß er an der ,, Elegantiasis" leidet?" erwiderte die lettere.

Bunte Chronik. Der 68jährige frühere Schiffer Petsch aus dem Dorfe Alt- Töpliz bei Potsdam brachte eine ihm fürzlich zugefallene Erbschaft von 7000 Mark in kurzer Zeit durch; der alte Mann zog nach Potsdam und ver­schwendete dort wie auch in Berlin das Geld mit lustigen Mädchen. Nun ist er in seinen Heimatsort zurückgekehrt und nächtigt in Heuhaufen und Ziegelschuppen.

- In der Nähe von Strzyszow( Galizien) ließen sich et­wa 60 Personen, die von einer Trauerfeier tamen, mil einer Fähre über den Wislokafluß sezen. In der Mitte des Flusses wurde die Fähre durch eine große Eisscholle zertrümmert. Gegen 40 Personen ertranken, da ihnen infolge des starten Eisganges teine Hilfe gebracht werden

fonnte.

Kurzes Allerlet. Das Stammhaus der Familie Krupp in Essen, in dem auch der letzte Besizer des Kruppschen Werkes Geh. Rat F. A. Krupp vor seiner Beisetzung auf­gebahrt war und von wo aus der Kaiser dem Verstorbenen Das letzte Geleit gab, wird auf Anordnung der Familie Krupp vom 1. April d. J. ab abgeschlossen.

Im Hospital zu Tomst in Sibirien liegt gegenwärtig ein Mann, der seinem Passe zufolge, 140 Jahre alt ist; er selbst behauptet allerdings, daß er schon das 200. Lebens­jahr erreicht habe. Er erinnert sich noch genau der Kaiserin Katharina, Suworows u. a. Seine Frau hat der Methusa­lem vor 100 Jahren verloren, seinen einzigen Sohn vor 90 Jahren.

Giessener Cagesneuigkeiten.

wert von 4 erlärt, daß b Landwirtschaft deutung, welch fuhr von Rog fam einzuschrä Probulte unter herzustellen, w Sälfte loftet. Rartoffelwalam befriedigt über ** Seiten Beteiligung an gefellihaft im

* Der 8 weiten Kammer ist ein Antrag des Abg Dr. Heidenreich zugegangen, die Kammer wolle be schließen, Großh. Regierung zu ersuchen, zu veranlassen, da in der Nähe des Viaduktes Böckelsbacher Thal( a der Nebenbahn Mörlenbach- Wahlen) eine Haltestell für Personenverkehr errichtet werde. Eine Vorstellung des Gemeindevorstandes von Vöckelsbach betrifft denselber Gegenstand. Eine Vorstellung des Ausschusses des Verbandes hessischer Finanzbeamten betriff: Regelung ihre Gehaltsverhältnisse.

-

** Ernannt. 8ahlmeister- Aspirant H. Lerch au Schlitz zum Verwalter ter am 1. April zu eröffnende Prob. Siechenanstalt zu Gießen.

** Las Großherzogliche Ministerium des Innern ha auf Grund der Verordnung vom 3. d. Mts., die Anstellung von Feldebereinigungskommissär betreffend, folgendes ange ordnet:

I. Bwei Feldbereinigungsfommissäre haben ihren Amts sig in Friedberg. Deren Dienstbezirk umfaßt die Provin Oberhessen mit Ausnahme des Kreises Büdingen, sowie di Provinzen Starfenburg und Rheinhessen.

Beteiligung is blüter), Rinbe erfolgt auch e und ist die E Apfelweins w genommen.

** 10. Feizeitung Arbeiten der Wefen, Stoff fönnen, richtet mit der Hygi die Vorstände inspettoren u. 1. März an Gymnafialtefte

II. Der Kreis Büdingen bildet den Dienstbezirk eine Feldbereinigungskommissärs, der seinen Amtesiz in Bübinge

hat.

III. Die Geschäfte des seitherigen Feldbereinigung fommiffärs in Darmstadt gehen auf die Feldbereinigung fommiffäre in Friedberg und Büdingen nach Maßgabe von

flehender Einteilung über, wobei es unserer Abteilung für möglichst bald Landwirtschaft, Handel und Gewerbe überlassen bleibt Be durch Angabe

amten des einen Dienstbezirks Geschäfte im anderen Dienst bezirk zu übertragen.

** Stadttheater. 8um Benefiz für den Regis

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seur Herrn Otto Steinert geht Freitag Schillers fünf aftiges Schauspiel Wilhelm Tell" in Szene. wünschen dem Benefizianten von Herzen, daß ihm Echiller

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geftellten Aut Oberlandesge

tagsruhe un Gisenbahnaut

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Meisterwerf am Freitag das Theater bis auf den lezte nung, fonderr

Plaß füllt. Eine Anzahl hiesiger Herrn hat Herrn Steinert

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wie wir hören, ihre Mitwirkung bai der Tell" Aufführung ob die Eisenb

zugesagt.

[ Kriegerverein]. Die gestern Abend in de Restauration Feidel abgehaltene hauptversamm lung erfreute sich eines zahlreichen Besuches seiten der Vereinsmitglieder. Nachdem der 2. Vorsitzende di Erschienenen begrüßt hatte, wurde in die Tagesordnung eingetreten. Zunächst erstattete der Kassier den Rechen schaftsbericht über das abgelaufene Vereinsjahr, au welchem hervorging, daß der Rechnungsabschluß ein sehr günstiger gewesen sei. Die verzinslich angelegten Gelder sind von 3200 Mark in 1901 auf 3800 Mat Ende 1902 angewachsen. Außerdem hat der Verein noch 600 Mart, aus den Werning'schen Kriegsfestspielen herrührend, zu unterstützungszwecken zur Verfügung. Der Bericht wurde gutgeheißen und dem Kassier für seine nunmehr 16 jährige Mühewaltung herzlichst ge

Hierauf trug der Schriftführer den Jahresbe richt vor, der über die Mitgliederzahl Auskunft gab Aus diesem Bericht ging hervor, daß der Verein jez etwas über 300 Mitglieder zählt. An Unterstützungen für erkrankte Kameraden find namhafte Beträge au gezahlt worden; auch wurden wie alljährlich die Kinder verstorbener Kameraden bei der Weihnachtsfeier reichlid bedacht. Aus dem leserschuß bei den Striegsfestspielen find 175 Mark an Kriegsveteranen verteilt worden Im abgelaufenen Vereinsjahr wurden 6 Borträge teil von dem 1. Vorsigenden, teils von anderen Verein mitgliedern gehalten. Diese Vorträge, waren fast immer gut besucht. Nachdem nun die Kassenprüfungs- Kom mission gewählt und der Voranschlag für 1903 ge nehmigt worden war, wurde zur Vorstandswahl ge schritten, die seitherigen Beamten des Vereins, Stamera Amtsrichter Wiener 1. Vorsitzender, Bommers heim 2. Vorsitzender, Dort Kassier, Möbus 1. Schrift führer wurden durch Zuruf einstimmig wiedergewählt Bei der Wahl der Ausschußmitglieder erhielten di Kameraden Förtsch, Kling, Dörr, Stuhl, Heß Merkel, Rohleder, Möser, Währum, Sauer Nickel und Dickoré die höchste Stimmenzahl. Hier mit war die Tagesordnung erschöpft, und schloß de 2. Vorsitzende die Versammlung mit einem dreifache Hoch auf Kaiser und Großherzog.

*** Heute Donnerstag hält im Mittelrheinischen Fo brikantenverein zu Mainz Herr Dr. Robert Liefmann Brivatdozent der Nationalökonomie an unserer Universität einen Vortrag über Schutzoll und Kartelle."

** Wie staunenswert genau der Kaiser über neue Er findungen informiert ist, beweist sein fürzlich erfolgter Be such auf der Ausstellung für Kartoffelfonser vierungen wo der Kaiser sowohl wie die Kaiserin aud die Ausstellung der Gesellschaft zur Verwertung landwirt schaftlicher Produkte. m. b. H., Berlin W. 66., weld das neue Produkt Kartoffelwalzmehl herstellt, besuchten und sich eingehend mit dem Direktor Herrn Leonard Schade va Westrum über das neue Kartoffelwalzmehl unterhielen. De Kaiser war über alle Einzelheiten des Produttes unterrichte und gab seinem lebhaften Jateresse für die weitere Ein führung des Mehles Ausdruck. Bekanntlich ist da Kartoffelwalzmehl ein ganz neues Produkt, welches de Roggenmehl an Nährwert gleichsteht und u. A. als Bufa zum Brotmehl gebraucht wird, wodurch sich die damit be reiteten Backwaren? ca. 3 Wochen lang frisch halten. werden in dieser Hinsicht ausgedehnte Versuche beim Mili fär veranstaltet. Das Kartoffelwalzmehl soll auch für den kleinen Mann, welcher speziell in den Monaten Mar bis September schlechte Kartoffeln zu hohen Preisen faufer muß, ein billiges Nahrungsmittel sein. Es fann aus diesem Produft, welches aus reiner getrockneter Kartoffel besteht also nicht mit dem sogenannten Rartoffelstärtemehl zu ver gleichen ist, Kartoffelsuppe, Kartoffelpuffer, Kartoffeltlöffe bereitet werden und enthält 1 8tr. Kartoffelmehl den Näh

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