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wert von 4 8tr. frischen Kartoffeln, welches sich dadurch| erfärt, daß die frische Startoffel 75% hat. Für die Landwirtschaft ist das Kartoffelwalzmehl von eminenter Be­deutung, welches Produkt berufen ist die ausländische Ein­fuhr von Roggen- und Weizenmehl, sowie Mais c., wirf­sam einzuschränken. Bisher war es nicht möglich ähnliche Produtte unter Mt. 300, bis Mt. 400,- per 1000 fg. herzustellen, während das Kartoffelwalzmehl jetzt faum die Hälfte kostet. Beide Majestäten tofteten von den mit Kartoffelwalzmehl erzeugten Backwaren und sprachen sich sehr befriedigt über den Geschmack 2c aus.

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** Seitens des Hessischen Landwirtschaftsrats ist eine Beteiligung an der Ausstellung der deutschen Landwirtschafts­gesellschaft im Juni 1903 in Hannover projeftiert. Die Beteiligung ist in Aussicht genommen für Pferde( Kalt blüter), Rinder( Vogelsberger) und Biegen. Wahrscheinlich erfolgt auch eine Teilnahme am Wettbewerb in Apfelwein und ist die Errichtung eines eigenen Ausschants hessischen Apfelweins während der Ausstellungstage eventl. in Aussicht

genommen.

** 10. Deutsches Turafest in Nürnberg. Um die Festzeitung für das hiesige Turnfest auch mit fachmännischen Arbeiten der neuesten Forschungen und Erfahrungen über Wesen, Stoff und Methode des Turnens ausstatten zu fönnen, richtet der Breßausschuß an alle Aerzte, die sich mit der Hygiene der Leibesübungen beschäftigen, und an die Vorstände der Turnlehrerbildungsanstalten, die Turn inspettoren u. s. w. die Bitte, Abhandlungen bis zum 1. März an den Vorsitzenden des Preßausschusses, Herrn Gymnasialrektor Dr. Bogt in Nürnberg, einzusenden und möglichst bald von der in Aussicht stehenden Beteiligung durch Angabe des Themas Mitteilungen zu machen. ** In der Frage, ob die auf den Bahnhöfen auf­gestellten Automaten der Bestimmungen über die Sonn­tagsruhe unterworfen seien, entschied das Frankfurter Oberlandesgericht, daß das nicht der Fall sei. Die Eisenbahnautomaten fielen nicht unter den Begriff von Verkaufsstellen im Sinne des§ 41 der Gewerbeord­nung, sondern hätten nach§ 6 derselben der Charakter eines Eisenbahnunternehmens. Dabei sei es gleichgiltig, ob die Eisenbahnautomaten auch von dem nichtreisenden Publikum benutzt werden.

Aus Heffen und Nachbargebieten.

** Aus dem Bieberthal. Der uralte Bergbau bei Königsberg, Kreis Biedenkopf, ist bereits seit dem Jahre 1898 ganz zum Erliegen ge= tommen, weil ihm die Bahn fehlt. Die alten Schlacken­halden und die ausgedehnten Bingengängen beweisen es. Alle Hoffnungen auf eine Vollbahn von Weglar nach Gladenbach, welche auch die Ge­marfung Königsberg berühren sollte, sind durch den Aus­bau der Bahn Herborn- Gladenbach zu Nichte geworden. Auch die schon öfters erwähnte Fortführung der Bieber­thalbahn bis Königsberg scheint sich nicht zu ver­wirklichen.

** Der neugegründete Zweigverein Alsfeld vom Vogels­berger Höhenklub unternahm vorgestern seine erste Vereins­wanderung durch den Homberg nach Altenburg. Es be­teiligten sich an derselben 32 Mitglieder. Dieser erste überaus wohlgelungene Ausflug eröffnet die besten Aus­sichten für die Zukunft des Vereins. Hoffentlich wird die Beteiligung an den weiteren Ausflügen eine gleich rege, wie die am gestrigen.

**** Beuern. Unsere Gemeindejagd stieg bei der Ver­pachtung dieser Tage auf 1440 Mt. Der seitherige Bächter, Fihr. v. Röver, erhielt sie wieder. Vor 6 Jahren hat er fie für 605 Mt. erhalten.

Homberg. Der Landwirtschaftliche Kreisverein hat in seiner 13ten Versammlung beschlossen, für die Abhaltung der Landwirtschaftlichen Ausstellung die Tage vom 8. bis 10. Juli in Aussicht zu nehmen.

** Büdingen, 4. Februar. Dem Schüler des hiesigen Gymnasiums Wilhelm Fleiner aus Schopfheim ist vom Großherzog in Anerkennung der von ihm mit Mut und Entschlossenheit, sowie unter eigener Lebensgefahr bewirkten

Soeben am 12. Februar erschien:

Ruhland,

Köhler- Langsdorf& Co.

Eine Streitschrift

von

Dr. jur. et phil. Magnus Biermer,

ordentlichem Professor der Staatswissenschaften an der Universität Giessen.

53 Seiten; Preis 1 Mark.

J. Ricker'sche Univ.- Buchhandlung in Giessen.

Giessener Stadttheater.

Freitag, den 13. Februar 1903. Zum Benefiz für Otto Steinert.

Wilhelm Tell.

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Nettung des stebenjährigen Karl Göbel hier vom Tode des Ertrinkens die Rettungsmebaille verliehen worden. Die Deforation wurde dem Schüler heute vom Direktor unter einer Ansprache überreicht.

Medebach. Hier herrscht augenblicklich eine eigen artige unbekannte Krankheit, an welcher viele Personen fterben. Fast jeder Tag soll neue Opfer kosten. Eine von der Regierung entsandte Kommission von Sachverständigen soll die Ursache der Krankheit ergründen.

+ Rodenberg, 11. F- br. Hier brannten gestern Abend Scheune, Stallung und Nebengebäude des Gastwirts Johs. Bellinger ab. Das Bieh fonnte gerettet werden. Ein Faß Petroleum wurde noch rechtzeitig entfernt.

** Bad Nauheim, 10. Febr. Vorgestern wurde in der Nähe der Waldteiche ein junger Mann aufgefunden, welcher seinem Leben durch Erhängen ein Ende bereitet hatte. Derselbe trug einen Meggerfittel, jedoch fonnten seine Personalien noch nicht festgestellt werden.

Friedberg. Als Nachfolger des Seminardirektors Herrn Dr. Quentell, der 10 Jahre die Anstalt leitete, werden genannt: Der Direktor des Lehrerinnenseminars zu Darm­stadt, Dr. Philipp Jakobi, und der Kreisschulinspektor zu Worms Prof. Frenzel.

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Frankfurt. Der Ausschuß des Landwirtschaftlichen Bereins ist bereits eifrig mit den Vorbereitungen für den Frankfurter Frühjahrspferdemarkt beschäftigt. Die so be Frankfurter Frühjahrspferdemarkt beschäftigt. Die so be liebt gewordene Verteilung von Wertpreisen an die Händler für besonders gute Ware soll auch diesmal stattfinden.

Frankfurt a. M., 10. Febr. Die 80jährige Frau Seibert aus Niederrad wurde am Sonntag Nachmittag im Heusenstammer Wald hinter Offenbach von Spazier gängern aufgefunden. Dieselben berbrachten sie nach Offenbach, wo sie ins Armenhaus eingeliefert, alsbalb in einen tiefen Schlaf verfiel. Nach dem Erwachen gab sie nur den Namen Seibert an. Man nimmt an, daß die Greisin in einem Anfalle von Geistesumnachtung auf und davongegangen war. Ihre Familie, zu der sie jetzt körperlich ganz gesund, zurückgekehrt ist, hatte inzwischen eine Belohnung von 1500 Mart auf ihre Wiederauffindung ausgefeßt. Wiederauffindung ausgesezt. Ob die Spaziergänger die 1500 Mark jetzt erhalten?

** Darmstadt. Eine besondere Auszeichnung ist einem unserer Mitbürger zutel geworden. Eine Kommission her. vorragender Juristen wurde seitens der Reichsregierung zur Vorberatung in der Angelegenheit einer Revision der deutschen Strafprozeßordnung aus allen Teilen des Reiches gebildet und in diese Kommission wurde auch Herr Landgerichtsrat Dr. Buff hier gewählt. Die Kommis­fion tritt heute am 11. Februar zu ihren ersten Beratungen zusammen. Das Referat über den ersten Teil des betreffen­den Entwurfs wurde Herrn Dr. Buff übertragen.

*** Maiches. Auch hier besteht seit 1. Febr. ds. Its. eine Volksbibliothek, für einen Ort von noch nicht 500 Seelen eine anerkennenswerte Leistung.

** Michelstadt i. D., 10. Febr. Unter dem Protekto rate des Grafen Adalbert zu Erbach Fürstenau wird hier am 14, 15. und 16. März eine Geflügel- Ausstellung ab= gehalten.

× Aus Rheinhessen, 11. Febr. Der Rebschnitt hat begonnen. Der Frost hat dem Rebstock nicht geschadet. Er sieht ganz gesund aus.

** Schwalheim, 9. Febr. Selbstmord infolge Geistes­umnachtung verübte gestern Morgen der in wohlhabenden Verhältnissen lebende Landwirt Konrad Diez.

aus Eifersucht das Wirtschaftsfräulein Anna Bode und dann sich selbst.

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= Kassel, 11. Febr. Es hat allen Anschein, als ob der angebliche Mordversuch des Husarenunteroffiziers Tegen von seiner Braut" erdichtet sei. Degen wird allgemein als ein gutmütiger und harmloser Mensch geschildert, dem seine Vorgesezten das beste Zeugnis ausstellen. Er behauptet, er sei mit dem Mädchen am Rondel in Wortwechsel ge­raten. Dabei habe das Mädchen gedroht, sich das Leben zu nehmen. Um der Streiterei ein Ende zu machen, sei er fortgegangen und habe die Geliebte stehen lassen. Später dachte er, das Mädchen könne sich am Ende doch ein Leids gethan haben, und er ging zur Herrschaft desselben und fragte, ob die Elise" schon zu Hause si. Darauf sei er zur Fulda gegangen. Da er aber nichts Auffälliges mehr sah, habe er angenommen, das Mädchen habe sich eines Bessern besonnen, und sei in seine Saferne gegangen. Es ist gar nicht so unwahrscheinlich, daß das Mädchen einen Selbstmord begehen wollte, dann aber um Hilfe schrie und hinterher aus Scham die falschen Angaben machte. Kassel, 8. Febr. Prof. Dr. v. Thiersch aus München, der technische Berater unserer Stadtbehörde in der Frage des Rathausneubaues, rühmte an dem zur Ausführung angenommenen Entwurf des Architekten Roth Darmstadt die künstlerisch wie praktisch schöne und gleichmäßige Architektur, das Freihalten vom Ueberschwänglichen und von den modernen Kinkerligchen. ** Man schreibt uns aus Kassel daß seit fürzerer Zeit für unbemittelte Lungenfcante eingerichtet ist. Jeder unbe hier in der Poliklinik Wolfhagerstr. 1 eine Sprechstunde mittelte Lungenkranke erhält dort Donnerstag zwischen 6 und 7 Uhr fostenlos ärztlichen Rat und Hülfe. Die Einrichtung macht einen guten, praktischen Eindruck; die ärztliche Leitung liegt in bewährten Händen, und so hoffen und wünschen wir, daß die Sprechstunden für unbemittelte Lungenfrante rege besucht werden und dazu beitragen mögen, den Leiden­den Hilfe zu bringen!

** Biedenkopf, 10. Febr. Hier giebt es in einem Garten bereits blühende Schneeglöckchen und Beilchen.

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Hersfeld. Am 26. b. M. findet ein Viehmarkt hier statt. In den Kalendern ist dieser Markt nicht ver­zeichnet; derselbe ist erst nachträglich festgefeßt worden.

Arbeitsnachweis der Stadt Gießen Gartenstraße Nr 2( Bürgermeisterei­gebäude) Zimmer Nr. 14.

Es fönnen eingestellt werden:

1 Sattler nach Auswärts, 1 Hosenschneider, 1 Schreiner für dauernde Arbeit, 3 landw. Arbeiter, 1 Gärtner, 3

jüngere Haus burschen, 8 Dienstmädchen für sofort, 2 Dienst­mädchen für 1. oder 15. März, 2 Desgl. für 1. oder 15. April, 1 Köchin für 1. März, 3 landw. Mägde.

Lehrlinge: 2 Friseur, 5 Schlosser, 2 Bäcker, 1 Kaufmann, 1 Wagner, 1 Buchbinder 1 Schneider. Es suchen Arbeit:

1 Metalldreher, 1 Buchbinder, 1 Glaser, 1 Anstreicher, 1 Lackierer, 1 Sattler und Tapezier, 3 Schloffer, 10 Haus­burschen, 2 Knechte, 5 Kutscher, 1 Gärtner, 5 landwirt­schaftliche Arbeiter, 2 Taglöhner, 2 Pferdeburschen, 4 Lauf­frauen, 1 Bußfrau, 4 Dienstmädchen.

Lehrlinge: 8 Schreiber, 2 Kaufleute, 1 Gärtner, 1 Weißbinder.

Maritbericht.

Gießen. 12. Febr. Auf dem heutigen Wochenmarkt fofteten Butter per Pid. 0.85-0.95 Mr. Hübnereter 1 St. 7-8 Pfg., Enteneier St. -00 Pfg., Käse per St. 5-8 Pfg.. Käsematte 2 St. 5-6 Pfg., Erbsen ver Liter 21 Bfg., Linsen per Liter 32 Bfg., Tauben ver Paar mr. 0.80-1.10, Hübner per Stild Mt 1.00-1 50, Hahnen, per Stüd Mt. 0,90-2.40, Enten per Stüd 2.00-2.50, Gänse p. Bfb. 54-60 Pfg. Ochsenfleisch per Pfd. 66-76 Bfq., Rindfleisch per Pfd. 60-66 Pfg. Schweinefleisch per Pfd 66-76 Big Schweine­fleisch gesalzen per Pfund 0.80 Bfa., Kalbfleist per Bfb. 66-72 Pfa., Hammelfleisch per Pfd. 50-70 Bfg., Kartoffeln per 100 kilo Liter 18 Rfa.

** Im Kreise Schlüchtern ist zur Zeit eine Bewegung im Schwung, welche eine Verbindung der Elm- Gemün dener Bahnlinie mit der Fulda- Gersfelder Strecke durch eine Kleinbahn beabsichtigt, hauptsächlich um die noch so abgelegene Gegend über Döllbach- Utrichshausen- Heubach -Oberzell dem Verkehr zu erschließen. Mit dieser Bahn würde eine direkte Linie Fulda- Würzburg geschaffen und der gesamte Durchgangsverkehr zwischen Nord- und Süd­deutschland( Hamburg- München) würde alsdann in diese 6.50-7.00 Mt., Swiebeln per 3t. Mt. 5.00-6.00, Milch per neue Linie geleitet.

Kassel, 10. Febr. Auf dem Rittergut Elms­hagen bei Hoof erschoß der Verwalter Konrad Licht

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